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DE576815C - Verfahren zur Behandlung von Saatgut - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Saatgut

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Publication number
DE576815C
DE576815C DEO19401D DEO0019401D DE576815C DE 576815 C DE576815 C DE 576815C DE O19401 D DEO19401 D DE O19401D DE O0019401 D DEO0019401 D DE O0019401D DE 576815 C DE576815 C DE 576815C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
seeds
treatment
hydrogen peroxide
germination
treated
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEO19401D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
OESTERR CHEM WERKE
Original Assignee
OESTERR CHEM WERKE
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by OESTERR CHEM WERKE filed Critical OESTERR CHEM WERKE
Application granted granted Critical
Publication of DE576815C publication Critical patent/DE576815C/de
Expired legal-status Critical Current

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  • Pretreatment Of Seeds And Plants (AREA)

Description

  • Verfahren zur Behandlung von Saatgut Man beizt Saatgut, um anhaftende Schmarotzerpilze abzutöten und um es auch vor tierischen Schädlingen zu schützen. Als Beizmittel sind hauptsächlich Kupfer-, Quecksilber-und Arsenverbindungen, ferner Cyanverbindungen und Teerpräparate im Gebrauch. Sitzen die Pilze im Innern des Kornes, wie z. B. bei Flugbrand der Gerste und des Weizens, so beizt man das Saatgut mit heißem Wasser. Die Beizmittel werden entweder in Form von Lösungen oder in trockenem Zustand verwendet. - Inersterem Fall wird das Saatgut entweder auf einer Unterlage aufgeschichtet und mit der Beizflüssigkeit besprüht (Benetzungsverfahren) oder in die Flüssigkeit getaucht (Tauchverfahren). Pulverförmige Mittel werden mit dem Saatgut gründlich gemischt. Feucht gebeiztes Gut muß innerhalb weniger Tage ausgesät werden; nur das trocken gebeizte Gut kann beliebig lange gelagert werden.
  • Unter den bekannten Entseuchungsmitteln findet man in der einschlägigen Literatur auch Wasserstoffsuperoxyd angeführt. In dem Werke von Hollrung, »Die krankhaften Zustände des Saatgutes«, Zgxg, ist auf Seite 271 unter den Ersatzmitteln zur Entseuchung der Getreidesamen von Brandsporen Wasserstoffsuperoxyd mit dem Beisatz »Tauchbeize z vH. 15 Minuten« genannt. Es ist ferner vorgeschlagen worden, bei Saatgut= beizen, welche auf der Wirkung von Formaldehyd beruhen, sauerstoffabgebende Mittel, wie Benzoylperoxyd, mitzuverwenden. Doch dienen diese Stoffe im =Rahmen des bekannten Verfahrensausschließlich dazu, die nachteiligen Wirkungen des Formaldehyds zu beseitigen. Formaldehyd - ist bekanntlich zwar ein gutes Mittel zur Desinfektion und Vernichtung von Schädlingen, schädigt aber die Keimfähigkeit der Samen, besonders die von empfindlichen Getreidearten. Um diese nachteilige Nebenwirkung einzudämmen, wird der Formaldehyd während der Behandlung durch sauerstoffabgebende Mittel zu Ameisensäure oxydiert. Die sauerstoffabgebenden Mittel werden also in diesem Falle durch chemische Umsetzung verbraucht.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung wird das Saatgut einer lange andauernden Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd, Peroxyden oder Persalzen in Form einer Lösung oder einer Suspension oder in Form eines trockenen Pulvers unterworfen. Diese Behandlung ist nicht als ein bloßes Beizen anzusehen, wenn auch zugleich eine Entfernung und Vernichtung von Pflanzenschädlingen erzielt wird. .
  • Dem neuen Verfahren liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß durch die lange andauernde Behandlung mit den - genannten Mitteln vor allem eine Hebung der Keimungsenergie, eine Belebung und Kräftigung der Samen erzielt wird, so daß die Entwicklung nach der Aussaat so rasch erfolgt, als es bei den gegebenen Bodenverhältnissen möglich ist, ohne daß aber das Wachstum in der Art der Reizdüngung übermäßig. beschleunigt wird, was ein Absterben der jungen Pflanzen zur Folge haben kann. Diese Wirkung tritt bei allen Boden- und Wetterverhältnissen ein. Die Pflanzen gedeihen nach den bereits vorliegenden Vergleichsversuchen stets besser als bei der Aussaat nicht oder in anderer Weise behandelter Samen. Die gleichzeitig auftretende Reinigung der Samen dürfte zum Teil darauf beruhen, daß bei der Katalyse der sauerstoffabgebenden Mittel die Oberfläche der Samen von der Schleim- und Gummischichte, an welcher die Schädlinge haften, befreit wird, wodurch diese die Bindung an den Samen verlieren und der Einwirkung der angewendeten Mittel leichter unterliegen.
  • Die Behandlung gemäß der Erfindung kann sowohl nach dem Benetzungsverfahren oder Tauchverfahren als auch nach dem Trockenbeizverfahren erfolgen. Im ersteren Falle werden zur Behandlung des Saatgutes verdünnte wässerige Wasserstöffsuperoxydlösungen verwendet; auch eine wässerige Aufschlämmung von Peroxyden oder Persalzen kann hierzu Verwendung finden. Für das trockene Verfahren kommen feste Peroxyde oder Persalze in Betracht, wie z. B. Magnesiumsuperoxyd, Calciumsuperoxyd, Bariumsuperoxyd oder auch feste organische Perverbindungen. Die Trockenbehandlung wird vornehmlich dann vorgenommen, wenn das Gut gelagert werden soll, da sie geeignet ist, dumpfen Geruch von Samen zu entfernen und ihre Lagerfähigkeit zu, verbessern.
  • Zur Durchführung des Verfahrens werden die Samen in einem großen Bottich mit der Flüssigkeit vollkommen bedeckt oder auch nur mit so viel Flüssigkeit zusammengebracht, daß sie benetzt sind, worauf das Gut bewegt wird. Es kann aber auch so vorgegangen werden, daß das Saatgut mit Hilfe einer Brause oder eines Zerstäubers in loser Aufschüttung behandelt und dann öfter umgeschaufelt wird. Die Behandlung mit in Wasser suspendierten oder mit trockenen Perverbindungen erfolgt vornehmlich nach der zweiten Art. Die trockene Behandlung kann beim üblichen Umschaufeln einmal oder auch mehrmals vorgenommen werden.
  • Die Konzentration der Wasserstoffsuperoxydlösung wird in den meisten Fällen zwischen 0,5 und 2°/o 11,0, zu wählen sein, man kann aber diese Konzentration auch unter- oder überschreiten, wenn die Natur oder Beschaffenheit der Samen dies erfordert. Bei Verwendung fester Perverbindungen kann die Menge nach Maßgabe der äußeren Umstände (Natur und Beschaffenheit der Samen, Schichthöhe usw.) in weiten Grenzen schwanken.
  • Die Behandlungsdauer ist nach der Natur und Beschaffenheit der Samen verschieden; sie kann 12 bis 24 Stunden betragen. Leicht zugängliche Samen, d. h. solche, deren Hülle leicht durchdrungen wird, benötigen in der Regel eine kürzere Behandlungszeit. In einigen Fällen wurden mit einer dreistündigen Behandlungsdauer ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Längere Behandlungszeiten werden bei der Behandlung solcher Samen benötigt, bei denen erst eine längere Einwirkung imstande ist, die äußere Hülle, z. B. unter Quellung, durchlässig zu machen. Wesentlich ist aber in allen Fällen, .daß es nicht bei einer nur oberflächlichen Einwirkung auf die an der Hülle haftenden Pflanzenschädlinge bleibt.
  • Wenn von Samenschädlingen besondere Gefahr droht, so kann die beschriebene Behandlung unter Zusatz eines bekannten Beizmittels (z. B. Sublimat, Kupfersulfat, Kalkmilch) vorgenommen werden. Wo es die Verhältnisse erfordern, kann mit der beschriebenen Behandlung auch eine Düngung verbunden werden, z. B. in der Weise, daß man der Lösung, die auch Desinfektionsmittel enthalten kann, lösliche Nährsalze in Form von Phosphaten, Kalisalzen und Nitraten zusetzt. Beispiel r 25 kg Weizen wurden mit 2o 1 einer 1,5 °/oigen Wasserstoffsuperoxydlösung ohne weiteren Zusatz in einem Bottich gebeizt. Die Dauer der Behandlung betrug 2o Stunden, die Temperatur betrug 2o' C. Der so behandelte Weizen wurde, ohne getrocknet zu werden, im Herbst ausgesät. Im Frühjahr entwickelte sich die Saat nahezu doppelt so rasch wie diejenige im Vergleichsfeld desselben Ackers, auf welchem mit Kalkmilch gebeizter Weizen auf gleich großer Fläche angesät war.
  • Auch später zeigten sich Unterschiede, indem der mit Wasserstoffsuperoxyd gebeizte Weizen im Halm kräftigere Pflanzen lieferte. Überdies war eindeutig eine bessere Entwicklung der Ähren und der Körner festzustellen. Der Ertrag war um etwa 2o °/, höher als beim Vergleichsfeld. Ferner war die Arbeit des Mähers durch den starken Bau der Pflanzen erleichtert. Beispiel 2 Zoo g Bohnen wurden vor der Aussaat mit 50 ccm 2 °/oiger Wasserstoffsuperoxydlösung 15 Stunden behandelt. Ein Vergleichsversuch wurde mit der gleichen Menge Wasser, wie dies allgemein üblich ist, angesetzt.
  • Die mit Wasserstoffsuperoxyd behandelten Bohnen gingen um 4 Tage früher auf und zeigten eine viel kräftigere Entwicklung nach kurzer Zeit. Die bessere Entwicklung hielt die ganze Zeit über an, und die im gleichen Feld angesetzten Reihen ergaben einen wesentlich höheren Ertrag, als die Vergleichsreihen mit den nur mit Wasser geweichten Bohnen. Beispiel 3 Gurkensamen, in gleicher Weise behandelt wie die Bohnen nach Beispiel?, zeigten ebenfalls ein früheres Aufgehen und entwickelten sich stärker. Beispiel q. i kg Calciumsuperoxyd mit 8"/,) aktivem Sauerstoff wurde mit io 1 Wasser aufgeschlämmt. 2o kg Roggensamen wurden mit io 1 dieser Aufschlämmung in loser Aufschüttung bei gewöhnlicher Temperatur behandelt. Eine gleiche Menge Samen wurde mit Kupfersulfatlösung und darauf mit Kalk behandelt. Die Aussaat erfolgte ohne Waschen oder Trocknen im gleichen Acker. Auch in diesem Falle konnte auf dem Versuchsfeld festgestellt werden, daß der mit Calciumsuperoxyd gebeizte Samen einen um etwa 2o °/o höheren Ertrag liefert. Anläßlich eines Hagelwetters erwiesen sich die Pflanzen der mit Superoxyd gebeizten Samen infolge der kräftigeren Entwicklung viel widerstandsfähiger, und die Ausreife war daher eine viel bessere als beim Vergleichsfeld.
  • Es ist bekannt, daß die Keimung von Samen durch Lüften oder Zuführung von Sauerstoff angeregt wird, und es ist auch schon festgestellt worden, daß die Keimfähigkeit einer an sich gut keimenden Gerste, die durch Lagerung noch nicht die volle Keimfähigkeit erlangt hat, durch eine Weiche in einer i °/oigen Wasserstoffsuperoxydlösung gesteigert werden kann und auch die Keimfähigkeit einer schlecht keimenden Gerste durch eine Weiche gleicher Art verbessert wird, wobei durch diese Behandlung nebenbei eine günstige Einwirkung auf die Farbe und den Geruch des Keimgutes sowie eine gewisse Sterilisierung erzielt wird. Auf Grund dieser Beobachtungen wurde die Wasserstoffsuperoxydweiche als ergänzende Keimprobe beim Einkauf von für die Malzbereitung bestimmter Gerste empfohlen sowie auch als Hilfsmittel, um schlecht keimende Gerste nach kürzerer Lagerung vermälzen zu können und dadurch vor weiterer Verschlechterung zu bewahren. Diese Feststellungen auf dem Gebiete der Malzbereitung wiesen jedoch nicht ohne weiteres darauf hin, daß eine Behandlung von Samen mit Wasserstoffsuperoxyd für landwirtschaftliche Zwecke vorteilhaft oder auch nur zweckmäßig sein würde. Zwischen den Erfordernissen der Malzbereitung und der Keimung der Samen im Boden zum Zwecke der Fruchtbildung bestehen sehr wesentliche Untgrschiede.:;Es=wär durchaus möglich, ja sogar zu-befürchten,rdaß die durch die Behandlung mit Wässerstoffsüperoxyd künstlich gesteigerte Keimfähigkeit, statt zu reichlicherer Fruchtbildung zu führen, diese eher schädigen würde. Die vorgenommenen Versuche zeigen überraschenderweise, daß dies nicht der Fall ist. Die mit Wasserstoffsuperoxyd (oder Peroxyden oder Persalzen) behandelten Samen passen sich nach der Aussaat an die gegebenen Boden- und Witterungsverhältnisse weitgehend an. Die entwickelten Pflanzen sind kräftig im Halm, und es zeigt sich im gleichen Maße mit dieser Entwicklung auch eine bessere Fruchtbildung. Erst diese Feststellungen konnten zu dem Vorschlag führen, Saatgut mit Wasserstoffsuperoxyd zu behandeln.
  • Veröffentlicht ist ferner, daß mehrere Jahre alter Kressesamen, der die Keimfähigkeit bereits eingebüßt hatte, durch Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd zum Keimen gebracht werden konnte, und daß auch bei gut keimendem Kressesamen der letzten Ernte unter diesem Einfluß ein schnelleres Wachstum der Keime zu beobachten war. Die Keimung mußte jedoch in dauernder Berührung mit Wasserstoffsuperoxyd vor sich gehen, eine vorübergehende, wenn auch sehr lange anhaltende Behandlung genügte nicht. Außerdem war die Keimung bei erhöhter Temperatur Voraussetzung für eine günstige Einwirkung. Es wurde angenommen, daß die Gegenwart von Wasserstoffsuperoxyd bei der Keimung in der Kälte nutzlos sei, ja bei gut keimendem Samen sogar die Keimung verzögere, was auf seine leichte Giftigkeit zurückgeführt wurde.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCFIE: i. Verfahren zur Behandlung von Saatgut unter Verwendungvon Wasserstoffsuperoxyd, Peroxyden oder Persalzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut einer sehr lange andauernden Behandlung mit diesen Stoffen in Form einer Lösung, einer Suspension oder eines trockenen Pulvers unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß den sauerstoffabgebenden Mitteln an sich bekannte Beizmittel und/oder Düngemittel zugesetzt werden.
DEO19401D 1931-09-21 1931-09-27 Verfahren zur Behandlung von Saatgut Expired DE576815C (de)

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