DE559084C - Schnell wirkender UEberstromschalter - Google Patents
Schnell wirkender UEberstromschalterInfo
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- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
- H02H3/00—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection
- H02H3/02—Details
- H02H3/021—Details concerning the disconnection itself, e.g. at a particular instant, particularly at zero value of current, disconnection in a predetermined order
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Description
Besonders bei Gleichstrommaschinen sind Kurzschlüsse schädlich, da sie oft zu Rundfeuer
an den Kollektoren führen. Man hat daher seit jeher versucht, für den Schutz von
solchen Maschinen Schalter zu bauen, die den Kurzschlußstrom so rasch abschalten, daß er
seinen Höchstwert nicht mehr erreichen kann. Als konstruktiv beste Lösung hat sich diejenige
verallgemeinert, bei welcher das bewegliche Schaltglied von einem Haltemagneten entgegen der Wirkung einer Feder in der
Schließstellung festgehalten wird. Damit der Schalter sich öffnet, muß daher der magnetische
Fluß im ganzen Haltemagneten oder auch nur im Anker zum Verschwinden gebracht werden. Bei den meisten bekannten
Ausführungsformen besitzt der Haltemagnet mindestens zwei Spulen, eine Haltespule, die
in Nebenschlußschaltung von einem konstanten Strom, und eine Auslösespule, die in
Reihenschlußschaltung vom abzuschaltenden Strom durchflossen wird. Letztere Spule
kann auch nur aus einer einzigen Windung in Form eines durchgesteckten Stabes bestehen.
Alle diese Unterbrecher haben in mehr oder weniger starkem Maße den Nachteil gemeinsam,
daß die Nebenschluß- und Reihenschlußwicklungen stets miteinander verkettet sind,
was zu einer unangenehmen \^erzögerung der Abschaltzeit führen muß.
Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls einen Überstromschalter, dessen Schaltglied
vom Anker eines Haltemagneten entgegen der Wirkung einer Feder in Schließstellung
gehalten wird. Erfindungsgemäß wird der Haltemagnet über eine Elektronenröhre gespeist,
deren Gitterspannung mit zunehmendem Strome im Kreise des Schaltgliedes bzw. bei einer bestimmten Änderungsgeschwindigkeit
dieses Stromes so weit abnimmt, daß die 4°· Haltewirkung des Magneten bis zum Abreißen
des Ankers und dem Unterbrechen des Stromes durch das Schaltglied abnimmt.
Fig. ι der Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen-Standes.
1 ist das bewegliche Schaltglied, welches vom Anker 3 des Haltemagneten 4
entgegen der Zugkraft der Feder 2 in der Schließstellung festgehalten wird. Der Haltemagnet
4 besitzt nur eine einzige Wicklung 5, die im Nebenschluß, d. h. an die beiden Pole
einer Stromquelle angeschlossen ist. In Reihe zur Wicklung 5 ist eine Elektronenröhre 6 geschaltet,
die als Ventil zu wirken hat, d. h. die nur so viel Strom durchläßt, als der Spannung
an ihrem Gitter 6g entspricht. Die Heizung der Kathode ist in Fig. 1 zur Vereinfachung
des Schemas absichtlich weggelassen worden. Das Gitter 6V wird von derselben
Stromquelle über einen Spannungsteiler 8 ge-
speist. Durch einen Teil 9 der Wicklung des Spannungsteilers 8, die hierfür bemessen ist,
wird der abzuschaltende Strom geführt, so daß er eine gegenelektromotorische Kraft erzeugt,
die sich der Gitterspannung £ff subtrahiert.
Durch entsprechende Bemessung des Ohmwertes R des Widerstandes zwischen den
Punkten P0 und P1 in bezug auf den Gesamtwiderstand
zwischen P0 und P4 kann man erreichen,
daß die Gitterspannung vom Wert Eg bei zunehmendem Kurzschlußstrome bis auf
einen beliebigen Wert (auch einen negativen) herabsinkt. Der Verlauf der Spannung längs
des Spannungsteilers 8 ist in Fig. 2 graphisch angedeutet. Auf der Abszissenachse ist der
Widerstand des Spannungsteilers 8 aufgetragen mit den Punkten P0 bis P4. Auf der Ordinatenachse
erscheinen die Spannungen. EH ist die konstante Spannung des Haltekreises,
Eg die Spannung am Gitter der Röhre, E^n
der Spannungsabfall im Widerstand R zwischen den Punkten P0 und P1 beim Normalstrom
in und E1^ derselbe Abfall beim Kurzschlußstrome
iK. Zwischen den Punkten P1
und P4 wächst die Spannung bei Kurzschluß vom Werte En + ERn (wobei E^n sehr klein
ist im Verhältnis zu Ejj) auf den Wert
E1J + Εβζ (wobei ERK die Größenordnung
von Eg erreicht). Infolge der linearen Verteilung
der Spannung längs des Spannungsteilers zwischen P1 und P4 (es sei vorerst angenommen,
der Widerstandsteil 10 zwischen P1 und P2 sei gleichgewickelt wie der Teil
zwischen P3 und P4) fällt die Spannung im
Punkte P3 vom Wert Eg auf Null oder darunter.
Die Röhre 6 wird entsprechend ihrer Kennlinie gar keine oder nur einen geringen Anodenstrom durchlassen; der magnetische
Fluß im Magnet 4 und Anker 3 geht entsprechend zurück, und der Anker wird von der
Feder 2 zurückgerissen, womit das bewegliche Schaltglied 1 den Kurzschlußstrom unterbricht.
In diesem Moment verschwindet auch der Spannungsabfall im Spannungsteilerstück
9, und die Gitterspannung schnellt hoch auf den Wert£g. Der Fluß im Eisen will
sich wieder aufbauen. Der Anker 3 muß jedoch mechanisch wieder zugestellt werden,
bevor die Zugkraft des Magneten die Federkraft übersteigen kann.
Der beschriebene Schnellschalter kann auch
empfindlich auf den Stromanstieg-τ-des Kurzschlußstromes
gemacht werden, was in gewissen Fällen zur Erhöhung der Selektivität in Netzen erwünscht sein kann. Es wird
dann entsprechend Fig. 1 im Hauptkreis ein' Stromwandler 11 in Serie zum Widerstand 9
geschaltet. Die sekundäre Wicklung dieses Wandlers wird dann über den Widerstandsteil
10 des Spannungsteilers 8 geschlossen.
Dadurch wird in dem Gitterkreis der Röhre eine weitere gegenelektromotorische Kraft
erzeugt, die proportional -~ ist. Der Verlauf
der Spannung längs dem Spannungsteiler 8 kann nach den gestrichelten Linien in Fig. 2 erfolgen. Der Ohmwert des Widerstandsteiles
9 kann auf R' reduziert werden. Zum Abfall ER>K im Punkt P1 addiert sich
im Punkte P, der Abfall ESK des Wider-
standsteiles 10, der proportional -y- ist, da der
sekundäre Strom des Wandlers 11 proportional
der Fluxänderung, also der Änderung des Primärstromes ist. Statt eines Wandlers könnte auch eine einfache Drosselspule genommen
werden. Die gegenelektromotorische Kraft an den Klemmen dieser Drossel wäre
gleich —L A-, wobei L ihre Induktivität ist.
Diese EMK würde durch den Widerstandsteil 10 einen Strom hindurchtreiben, der also
ebenfalls proportional der Stromänderungsgeschwindigkeit Aj- ist. Durch entsprechende
Bemessung der Widerstandsteile 9 und 10 kann die Verteilung der Spannung längs dem
Spannungsteiler 8 zwischen P2 und P4 für
einen bestimmten Kurzschlußstrom ik mit einer bestimmten Änderungsgeschwindigkeit
wieder so erzwungen werden, daß die Spannung am Gitter der Röhre und mit ihr der
Anodenstrom, d. h. der Haltestrom des Magneten 5 so weit sinkt, daß das bewegliche
Schaltglied 1 geöffnet wird.
Wie weiter oben erläutert wurde, dient die Elektronenröhre 6 dazu, wie ein Ventil bei
einem bestimmten Kurzschlußstrom oder einer bestimmten Änderungsgeschwindigkeit des
Kurzschluß stromes den Haltestrom zu reduzieren, eventuell bis auf Null. Bei abnehmendem
Strom wird jedoch in der Spule 5 des Haltemagneten 4 eine Gegen-EMK induziert, die proportional der Änderungsgeschwindigkeit
des Haltestromes ist. Diese Spannung addiert sich zur konstanten Spannung EH und erhöht
dadurch die Anodenspannung an der Röhre 6. In der Fig. 3 ist für eine Elektronenröhre der
charakteristische Verlauf der Kennlinien Anodenstrom in Funktion der Gitterspannung
für verschiedene Anodenspannungen dargestellt. Arbeitet man mit einer Anodenspannung
von 30 °/0 der maximalen Spannung und einem Anodenstrom vom Werte a, so muß bei
konstanter Anodenspannung die Gitterspannung vom positiven Werte b auf den negativen
Wert c abnehmen, bis der Anodenstrom Null wird. Wächst während des Vorganges
der Abnahme der Gitterspannung die Anodenspannung auf das Doppelte, so muß nach der
Kennlinie für 60 °/0 Spannung die Gitter-
spannung auf den negativen Wert d abnehmen, bis der Anodenstrom Null wird.
Auf die Anwendung der Röhre 6 würde es bedeuten, daß beim konstanten Ohmwert der
Widerstände g und io der xA.nodenstrom nicht bis auf Null, sondern nur auf den Wert e abnimmt.
Es könnte daher bei großer Änderungsgeschwindigkeit des Kurzschlußstromes, die auch eine große Änderungsgeschwindigkeit
des Anodenstromes mit sich bringt, der Schalter ι nicht auslösen.
Es wird nun dieser Nachteil dadurch aufgehoben, daß im Anodenkreis ein Widerstand
7 geschaltet wird, in welchem eine EMK erzeugt wird, die proportional der Änderungsgeschwindigkeit des Kurzschluß stromes ist
und der induktiven EMK der Haltespule 5 entgegengerichtet ist. Zu diesem Zwecke ist
im Hauptkreis ein Stromwandler 12 eingebaut, dessen Sekundärwicklung über den Widerstand
7 geschlossen ist.
Wird nun nach der angegebenen Lösung der Strom in der Wicklung 5 des Haltemagneten
4 zum Verschwinden gebracht, so verbleibt während der ganzen Zeit, die der Vorgang braucht, an den Klemmen der Wick-
lung 5 eine EMK = —
r^
Diese Spannung
ladet alle Kapazitäten zwischen den einzelnen Windungen, Spulen usw. auf. Sobald
der Strom aufgehört hat abzunehmen, verschwindet die induzierte EMK. Die Spannung,
die an den Kapazitäten verblieben ist. entladet sich über die Spuleninduktivität. Es
entsteht ein SchwingungsVorgang, der so
lange dauert, bis die im Felde des Haltemagneten aufgespeicherte magnetische Energie
P — —"-— in den Ohmschen Widerstän-
den der Wicklung, in der Ableitung der Kapazitäten und in der Ummagnetisierungsarbeit
des Eisens aufgezehrt ist. Es sind deshalb parallel zur ganzen Wicklung 5 Kondensatoren
14 mit Widerständen 13 in Reihe geschaltet, die so bemessen sind, daß die Eigenfrequenz
des abklingenden Wechselstromes, der in diesem Kreise mit Induktivität, Kapazität
und Widerstand bei Verschwinden der äußeren Spannung fließt, Null wird und der
Strom selbst so rasch abnimmt, daß der Abschaltvorgang durch ihn nicht gestört wird.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Schnell wirkender Überstromschalter, dessen Schaltglied vom Anker eines Haltemagneten entgegen der Wirkung einer Feder in Schließstellung gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltemagnet über eine Elektronenröhre gespeist wird, deren Gitterspannung mit zunehmendem Strome im Kreise des Schaltgliedes bzw. bei einer bestimmten Änderungsgeschwindigkeit dieses Stromes so weit abnimmt, daß die Haltewir- 6g kung des Magneten bis zum Abreißen des Ankers und dem Unterbrechen des Stromes durch das Schaltglied abnimmt.
- 2. Überstromschal ter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter der Röhre über einen Spannungsteiler gespeist wird, von welchem Teile vom abzuschaltenden Strom bzw. von einem der Änderungsgeschwindigkeit dieses Stromes proportionalen Strome durchflossen sind.
- 3. Überstromschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anodenspannung der Röhre konstant gehalten wird durch das Einfügen einer Gegen-EMK in den Anodenkreis, deren Wert in glei- So eher Weise wie die Selbstinduktionsspannung des Haltemagneten proportional der Änderungsgeschwindigkeit des abzuschaltenden Hauptstromes ist und gleich groß, aber entgegengesetzt gerichtet ist wie diese Spannung.
- 4. Überstromschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der vom Haltemagneten gebildete elektrische Schwingungskreis durch Parallelschaltung von Kapazitäten mit Widerständen so abgestimmt wird, daß seine Eigenfrequenz Null ist, und daß der abklingende Wechselstrom derart rasch abnimmt, daß der Abschaltvorgang des Schnellschalters durch ihn nicht gestört wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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| CH559084X | 1931-10-21 |
Publications (1)
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Family
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|---|---|---|---|
| DEM117517D Expired DE559084C (de) | 1931-10-21 | 1931-11-05 | Schnell wirkender UEberstromschalter |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE559084C (de) |
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- 1931-11-05 DE DEM117517D patent/DE559084C/de not_active Expired
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