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Verfahren zur Herstellung von Papier auf Langsiebmaschinen, deren
endloses Sieb von einem durchbrochenen Schutzband getragen wird Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Papier auf Langsiebmaschinen, deren endloses
Sieb von einem durchbrochenen Schutzband getragen und über einen Saugkasten reibungsfrei
hinwegbewegt wird. Das Verfahren der Erfindung besteht im wesentlichen darin, Wasser
von unten her unter Druck gegen das Schutzband zu richten, welches in bekannter
`'eise das endlose Sieb trägt und sich mit demselben mit gleicher Geschwindigkeit
bewegt. Die Verwendung von durchbrochenen Schutzbändern ist bekannt und geschieht
zu dem Zweck, die Lebensdauer des endlosen Siebes zu verlängern. Das von unten her
gegen das Schutzband geleitete Wasser wird nun unter einen derartig großen Druck
versetzt, daß das Schutzband auf der Wasseroberfläche gleitet und an der Berührung
der Saugkästenwände gehindert wird. Es wird hierdurch nicht nur eine vorzeitigeAbnutzung
des endlosen Siebes vermieden, sondern es wird auch eine vorzeitige Abnutzung des
Schutzbandes vermieden, was ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Bekannten ist.
Um dieses Verfahren praktisch verwendbar zu machen, wird gemäß der Erfindung die
Langsiebpapiermaschine mit einem Trog versehen, welcher im Innern des Saugkastens
liegt und zur Aufnahme des unter Druck befindlichen Wassers dient, über welches
das endlose durchbrochene Schutzband hinwegläuft. Dieses Schutzband ist nun an seiner
äußeren Oberfläche in bekannter Weise mit quer verlaufenden, nach oben Ironisch
zusammenlaufenden Rippen versehen. Um nun den Unterdruck auf den Stoff zur Einwirkung
zu bringen, wird dieses Schutzband in neuartiger Weise an den über den Wassertrog
hinausragenden Enden derRippen mit Aussparungen versehen, die zum Ablaufen des abgesaugten
Wassers dienen. Der Saugkasten der Maschine der Erfindung ist in Längsrichtung des
Siebes in mehrere getrennt voneinander liegende Kammern unterteilt, wobei in dem
oberen Teil des Saugkastens mehrere in einem Abstand voneinander liegende und sich
in Längsrichtung des Siebes erstreckende Wassertröge angeordnet sind, welche durch
die Kammern des Saugkastens hindurchgehen und an eine Druckwasserleitung angeschlossen
sind. Diese Druckwasserleitung besteht vorzugsweise aus nach aufwärts ragenden Standleitungen,
die stets mit Wasser gefüllt sind, um das aus den Trögen überlaufendeWasser zu ergänzen.
Das endlose durchbrochene Schutzband besteht vorzugsweise aus mehreren parallel
zueinander liegenden biegsamen Bändern, die sich über je einen Wassertrog hinwegbewegen
und über eine gemeinsame, an dem Ende des Saugkastens angeordnete Walze hinweglaufen.
In
der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der ,Maschine der Erfindung dargestellt:
Abb. i ist eine Seitenansicht einer Langsiebpapiermaschine, größtenteils schematisch,
und zwar sind bei dieser Ausführungsform keine Registerwalzen notwendig.
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Abb.2 ist eine Endansicht der Maschine nach Linie II-II der Abb. i.
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Abb. 3 ist eine Draufsicht auf die Saugvorrichtung der Erfindung.
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Abb.4 zeigt im vergrößerten Maßstabe einen Längsschnitt durch das
Auflaufende der Maschine, wo sich die Brustwalze befindet.
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Abb.5 zeigt im vergrößerten Maßstabe einen Schnitt nach Linie V-V
der Abb. 3. Abb.6 ist eine Draufsicht auf die Saugvorrichtung nach Entfernung des
endlosen Schutzbandes, welches für gewöhnlich die Saugvorrichtung abdeckt.
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Abb.7 zeigt im vergrößerten Maßstabe einen Teilschnitt ähnlich der
Abb. 5.
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Abb.8 zeigt im vergrößerten Maßstabe einen Teil des endlosen Schutzbandes
der Saugvorrichtung.
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Abb. 9 zeigt in Seitenansicht und teilweise im Schnitt einen Teil
des Schutzbandes der Saugvorrichtung.
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Abb. io ist ein Schnitt nach Linie X-X der Abb. g.
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Abb. ii ist eine Seitenansicht einer abgeänderten Ausführungsform
der Maschine der Erfindung, und Abb.12 zeigt im vergrößerten Maßstabe einen Schnitt
nach LinieXII-XII der Abb, i 1. Die in den Abb. i bis io dargestellte Langsiebpapiermaschine
ist mit einem Stützrahmen i für den Siebtisch versehen, der über zwei Seitenträger
2 und 3 verfügt, welche zwecks seitlicher Verschiebung auf Schienen 4 und 5 ruhen.
Die genaue Konstruktion der Vorrichtung zur Verschiebung des Siebtisches braucht
nicht näher beschrieben zu werden, da es bereits verschiedene Vorrichtungen gibt
und da diese Vorrichtung keinen Teil der vorliegenden Erfindung bildet.
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Ein endloses Sieb 6 läuft über eine Brustwalze 7 und eine Endwalze
8 hinweg und arbeitet mit einer neuartigen Saugvorrichtung zusammen, welche in ihrer
Gesamtheit mit 9 bezeichnet ist. Das endlose Sieb 6 geht ferner über die übliche
Führungswalze io, die Spannwalze i i und andere Spann- oder Führungswalzen 12 hinweg.
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Der Stoff wird durch einen Kasten 13 (Abb. i und 4) auf das Sieb 6
aufgebracht, und zwar strömt der Stoff von dem Kasten 13 über eine Schürze 14 hinweg,
welche vorzugsweise mit verhältnismäßig hohen Seitenwänden 15 versehen ist und als
Einheit an ihren oberen Kanten bei 16 ausschwingbai an dem Kasten 13 befestigt ist.
Die Schürze 14 endigt nicht, wie es bisher üblich war, unmittelbar oberhalb der
Brustwalze 7, sondern erstreckt sich vollständig über die Brustwalze hinweg, um
den Stoff an einer Stelle auf das Sieb aufzubringen, unterhalb welcher sich die
Saugvorrichtung befindet. Die Schürze 14 ist mit einer Querrippe oder einem Damm
76 versehen, so daß ein Stoffteich 17 gebildet wird, welcher verhältnismäßig ruhig
und frei von Wirbelströmen ist.
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Eine Schaumlatte oder Lineal 18 ist an ihren Enden an den Seitenwänden
15 befestigt, und zwar liegt die Schaumlatte 18 eine beträchtliche Entfernung von
der Schürze entfernt nach dem Auslaßende der Maschine zu, so daß der Teich 17 eine
Verlängerung 17a erhält, welche oberhalb eines Teiles des Siebes6 liegt und mit
der Saugvorrichtungg verbunden ist. Der Stoff ist somit der Wirkung der Saugvorrichtungg
ausgesetzt, bevor er die Schaumlatte 18 passiert. Die Schaumlatte 18 ist vorzugsweise
in bekannter Weise mittels Schrauben 8o (Abb. i und 4) in senkrechter Richtung einstellbar
befestigt, und andere Schrauben 81 und Klötze 82, welche durch Schlitze 83 in den
Seitenwänden 15 hindurchgehen, dienen dazu, die Schaumlatte 18 in ebenfalls bekannter
Weise in Längsrichtung des Siebes zu verstellen.
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Ein Paar Deckelriemen ig, welche über Scheiben 20 und 21 hinweglaufen,
dienen dazu, um die Breite der auf dem Sieb 6 befindlichen Papierbahn zu überwachen.
Die Scheiben 2o, welche in der Nähe der Brustwalze liegen, werden vorzugsweise an
den Seitenwänden 15 gelagert, so daß sie sich bei der Ausschwingung der Schürze
14, wie in gestrichelten Linien in Abb. i dargestellt ist, mit nach aufwärts bewegen.
Diese Ausschwingung der Schürze 14 wird dann vorgenommen, wenn der Siebtisch seitlich
aus dem Maschinenrahmen herausgeschoben werden soll, was dann notwendig ist, wenn
ein Sieb ausgewechselt werden soll. Die anderen Scheiben 21 können in diesem Falle
in irgendeiner anderen Weise nach aufwärts bewegt werden, um in der in gestrichelten
Linien dargestellten Lage unterstützt zu werden. In gleicher Weise ist dafür gesorgt,
daß man die Walzen 12 in ihre in gestrichelten Linien dargestellte Lage verstellen
kann, so daß der Siebtisch entlang den Schienen 4 und 5 seitlich verschoben werden
kann.
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Die Saugvorrichtung g, welche den wesentlichen Teil der Erfindung
bildet, besteht gemäß den Abb. i und 4 aus einem ortsfesten Kasten 22, der durch
eine Anzahl Zwischenwände in verschiedene Kammern 23, 24, 25, 26, 27 und 28 geteilt
ist, die sich in Ouerrichtung des Siebes erstrecken. Jede Kammer bildet eine getrennte
Saugeinheit, in welcher
der Unterdruck unabhängig von den anderen
genau überwacht und verändert werden kann,
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stellen. Der Kasten 22 wird von den Seitenträgern 2 und 3 (Abb. 2 und 5) mittels
Stiftzen 29 und 3o getragen.
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Die Seitenträger 2 und 3 sind in der -Nähe der Brustwalze und der
Endwalze, und zwar an den Enden des Saugkastens 22, mit Lagern 33 und 34 versehen,
die zur Aufnahme von Walzen 31 und 32 dienen. Ein endloses durchbrochenes
Schutzband 35, das zum Abschließen des oberen offenen Endes des Saugkastens 22 dient,
ist über diese Walzen 31 und 32 hinweggeführt und wird durch die Walze 32 angetrieben,
um mit derselben Geschwindigkeit wie das Sieb 6 zu wandern. Um dieses zu erreichen,
ist der eine Lagerzapfen der Walze 32 (Abb. 3) verlängert und ragt aus dem Lager
34 heraus. Diese Verlängerung 36 ist mit einer konischen Riemenscheibe 37 versehen.
Eine zweite konische Riemenscheibe 38 ist an der verlängerten Welle 39 der Endwalze
8 befestigt, und ein Treibriemen 4o ist über diese beiden konischen Riemenscheiben
37 und 38 gelegt, so daß die Walze 39 von der Endwalze 8 angetrieben wird. Die Endwalze
8 kann in irgendeiner bekannten Weise, die nicht besonders dargestellt ist, angetrieben
werden.
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Jede einzelne Saugkammer 23 bis 28 (Abb. 2) ist mittels einer Rohrleitung
41 mit einem getrennten Wasserabscheider 42 verbunden, welcher einen unteren barometrischen
Schenkel 43 hat, der in einen Behälter 44 hineinragt, der das Wasser aufnimmt, welches
aus dem Stoff herausgesaugt ist. An dem oberen Ende eines jeden Wasserabscheiders
42 ist eine mit einem Ventil versehene Rohrleitung 45 angeordnet, welche zu einem
Sammelrohr 46 führt. Dieses Sammelrohr, an welches alle Rohrleitungen 45 angeschlossen
sind, ist mittels eines Rohres 47 mit einer Saugeinrichtung 48 geeigneter Konstruktion
verbunden. Durch Verstellung der Ventile in den Rohrleitungen45 kann man den Unterdruck
in den Kammern 23 bis 28 unabhängig voneinander verstellen und überwachen.
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In dem oberen Teil des Kastens 22 ist eine Anzahl sich in Längsrichtung
der Maschine erstreckender Tröge 49 angeordnet (Abb. 5 bis 7). Diese Tröge werden
mit Wasser gefüllt und sind zu diesem Zweck durch Rohrstücke 5o mit einer Anzahl
quer verlaufenden Rohren 51 verbunden, welche durch Stopfbuchsen 56 in der Seitenwand
des Kastens 22 hindurchgehen und je mit einem senkrechten Standrohr 52 verbunden
sind. Jedes Standrohr 5-2 wird durch ein mit einem Ventil versehenes Rohr 53 mit
Wasser versorgt, und jedes Standrohr 52 ist mit einem Uberlaufrohr 54 versehen,
so daß stets ein genügender Druck auf das Wasser in den Trögen 49 aus-
Saugkasten übersteigender, nach aufwärts gerichteter Druck auf das sich bewegende
Schutzband 35 ausgeübt wird, wie später näher beschrieben wird.
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Die Tröge 49 (Abb. 6 und 7) bestehen aus verhältnismäßig flachen Kästen,
welche vorzugsweise einen rechteckigen Querschnitt haben und sich entlang der ganzen
Länge des Saugkastens 22 erstrecken. Diese Tröge 49 werden durch Rippen 57 getragen,
welche sich in dem Kasten 22 befinden (Abb. 5). Jeder Trog 49 ist von -dem nächsten
Trog durch Ansätze 58 getrennt, welche einheitlich mit den Trögen ausgebildet sind
und dafür sorgen, daß die Tröge in einem Abstand voneinander zu liegen kommen. Es
entstehen in dieser Weise verhältnismäßig lange, schmale Öffnungen 59 zwischen je
zwei Trögen 49. Die oberen Kanten 6o der Tröge 49 sowie Querstreben 61, welche einheitlich
mit den Längswänden verbunden sind, liegen in derselben Ebene und sind vollkommen
eben bearbeitet, damit das Schutzband 35 über diese Flächen hinweggehen kann. Die
Endwände62 der genannten Tröge 49 sind durch in Achsrichtung miteinander liegenden
Kanälen 63 miteinander verbunden. Diese Kanäle sind mit nach aufwärts ragenden Kanälen
64 verbunden, die nach oben hin offen sind. Eine Rohrleitung 65 steht mit den Kanälen
63 in Verbindung und führt Wasser unter gerade geniigendem Druck zu, so daß das
Wasser allmählich aus den Öffnungen 64 heraustritt zu einem Zweck, der später beschrieben
wird.
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Das endlose durchbrochene Schutzband 35 besteht aus einer Anzahl von
Teilen 66, die je einen Bodenteil 67 haben (Abb. 7 bis io), der ein klein wenig
breiter als die Tröge 49 ist und auf den bearbeiteten Kanten 6o derselben ruht.
Die Teile 66 bestehen vorzugsweise aus Gummi oder anderem nachgiebigen Material.
Der Bodenteil 67 ist durch Gewebeeinlagen68 verstärkt. An der Außenseite eines Bodenteiles
67 befinden sich Querrippen 69, welche vorzugsweise im Querschnitt die Gestalt eines
gleichschenkligen Dreiecks haben und einheitlich mit dem Bodenteil ausgebildet sind.
Die Außenfläche der Rippen 69 kann aus verhältnismäßig hartem Gummi oder Meta117o
bestehen, welches daran vulkanisiert oder in anderer Weise befestigt ist. In dieser
Weise wird eine schnelle Abnutzung der Rippen verhindert, denn diese Rippen dienen
zur Unterstützung des Siebes 6. Die höchste Stelle dieser Rippen 69 ist wellenförmig
ausgebildet, wie bei 71 (Abb. io) gezeigt ist. Auf diesen kleinen Wellen liegt das
Sieb 6, und es wird hierdurch verhütet, daß irgendein beträchtlicher
Teil
des Siebes 6 von dem Unterdruck abgeschlossen werden kann, und es können keine Stellen
entstehen, wo ein ungleicher Unterdruck herrscht, was eine fehlerhafte Bildung der
Papierbahn zur Folge haben würde.
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Zwischen den aufeinanderfolgenden Rippen 69 ist der Bodenteil 67 der
einzelnen Bänder 66 mit Aussparungen 72 versehen, so daß Öffnungen entstehen, durch
welche das aus dem Stoff herausgesaugte Wasser ablaufen kann. Die Breite der einzelnen
Bänder 66 ist derartig gewählt, daß die Öffnungen 72 oberhalb der sich in der Längsrichtung
erstrekkenden Öffnungen 59 zwischen je zwei nebeneinanderliegenden Trögen 49 zu
liegen kommen, so daß das Wasser, welches aus dem Stoff abgesaugt ist, ungehindert
durch die Öffnungen 7a und 59 in die verschiedenen Kammern des Kastens, 22 eintreten
kann. Die Längskanten der Bänder 66 liegen dicht aneinander, wie bei 73 gezeigt
ist, mit der Ausnahme der äußersten Bänder, deren außenliegende Längskanten 74 gegen
die Innenseiten von Seitenschienen 55 liegen (Abb. 7). Die Deckelriemen i9 liegen
auf den Randteilen des Siebes 6 und liegen gegen senkrechte Flächen 84 von seitlichen
Schienen 85, welche an der Oberseite der Seitenschienen 55 befestigt sind. Jede
Innenseite 84 ist mit einer Längsnut 86 versehen, welche mit einem Wasserrohr 87
verbunden ist. Durch das durch das Rohr 87 zugeführte Wasser werden die Fugen zwischen
den Deckelriemen, dem Sieb und den Seitenschienen 85 verschlossen.
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Bei dem Betrieb der Maschine läßt man den Stoff von dem Kasten 13
über die Schürze 14 strömen, worauf man es unter der Schaumlatte 18 austreten läßt.
Der Ausstritt des Stoffes unter der Schaumlatte 18 kann unter genügendem Druck stehen,
damit der Stoff im wesentlichen mit der Geschwindigkeit des Siebes 6 ausströmt,
nachdem es die Schaumlatte 18 passiert hat. Da die Schürze 14 aus undurchlochtem
Material besteht und sich über die Brustwalze 7 hinaus erstreckt bis über den Mittelpunkt
der Walze 31 hinaus, so kann der Stoff nicht auf das Sieb strömen, bis das Sieb
einen Punkt erreicht hat, wo zuerst die Saugwirkung der` Vorrichtung 9 zur Geltung
kommt. Da ferner die Schaumlatte 18 ein beträchtliches Stück nach den Enden der
-Maschine hinzu angeordnet ist, und zwar an einer Stelle oberhalb der Saugvorrichtung
9, so wird der Stoffteich 17a, welcher sich zwischen der Schürze und der Schaumlatte
i8 befindet, bereits vor der Bildung der Stoffschicht der Wirkung der Saugvorrichtung
ausgesetzt, und zwar, wie die Zeichnung zeigt, demjenigen Unterdruck, welcher in
den Kamrnern 23 und 24 herrscht. Wenn der Stoff unter niedrigem Druck steht, d.
h. wenn beispielsweise der Stoff in den Teichen 17, i7a nur einige Zentimeter hoch
steht, dann tritt praktisch die ganze Bildung der Stoffbahn dann an derjenigen Stelle
ein, welche von dem Teich 17a gebildet wird, während eine wesentliche Bildung der
Stoffbahn nach Passierung der Schaumlatte nicht mehr stattfindet. In diesem Falle
wird die Schaumlatte und das Lineal 18 überfüllt, so daß die unterste Kante desselben
sehr dicht oberhalb des Siebes 6 zu liegen kommt, damit die obersten Fasern der
sich abgelagerten Faserschicht nicht gestört werden.
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Wenn das Sieb 6 in den Bereich der Saugvorrichtung 9 gerät, dann werden
sofort die Fasern an der Oberfläche des Siebes abgelagert. Die erste Faserschicht
kann etwas uneben und ungleichmäßig sein, da die kleiner Fasern mehr oder weniger
zusammengeparkt werden, jedoch werden diese Fasern an dem Sieb durch den Unterdruck
festgehalten und werden nicht infolge der Reibung zwischen dem Sieb und dem Stoff,
welcher den Teich bildet, verschoben. Wenn das Sieb sich von dem einen Ende der
Maschine, wo sich der Teich i7a befindet, bis zu dem anderen Ende bewegt, dann verursachen
die offenen oder dünnen Stellen zwischen den bereits abgelagerten zusammengepackten
Fasern einen weiteren Durchstrom, da diese Stellen einen geringen Widerstand des
Wassers durch das Sieb darbieten, und das Ergebnis ist eine gleichförmige ebene
Faserschicht, welche sich an dem Sieb ablagert. Der Durchstrom durch das Sieb findet
stets an Stellen statt, die den geringsten Widerstand bieten, und zwar bereits nachdem
ein beträchtlicher Faserniederschlag stattgefunden hat.
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Die Bildung der Stoffschicht ist daher praktisch schon vollständig,
bevor der Stoff die Latte i8 passiert, und zwar findet diese Bildung der Schicht
während verhältnismäßig geringerer Vorwärtsbewegung des Stoffes statt. i Unter derWirkung
des Unterdruckes, welcher durch die Vakuumpumpe 48 erzeugt wird, wird Wasser aus
dem Teich oberhalb des Siebes herausgesaugt, und während des Ablaufes des Wassers
lagern sich die Fasern an der i Oberfläche des Siebes ab und werden durch den Unterdruck
daran festgehalten. Die Fasern, welche sich in dieser Weise an dem Sieb abgelagert
haben, bevor der Stoff die Latte 18 passiert hat, haben keine bestimmte Richtung,
i was auf den verhältnismäßig ruhigen Zustand des Teiches zurückzuführen ist, aus
welchem sie sich niedergeschlagen haben, und daher ist der später fertiggestellte
Papierbogen genau so fest nach einer Richtung wie in der an- i deren. Dieses ist
selbstverständlich nicht der Fall bei Papiersorten, welche in der gewöhnlichen
Langsiebpapiermaschine
hergestellt werden, denn diese bekannten Maschinen erzeugen eine Papierbahn, welche
in der Längsrichtung der Maschine eine größere Festigkeit hat als in der Querrichtung
der Maschine.
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Um zu verhüten, daß die Fasern die Neigung entwickeln, sich senkrecht
oder in anderer Richtung abzulagern, kann man in den Teich 17a in bekannter Weise
eine Vorrichtung anordnen, welche die Fasern in einer horizontalen Stellung hält,
gerade bevor sie sich an dem Sieb ablagern. Schwingende oder rotierende Rührwerke,
welche dicht zusammen und über dem Sieb liegen und die ganze Saugfläche, die durch
den Teich 17a gebildet wird, bestreichen, haben zufriedenstellende Ergebnisse in
dieser Hinsicht ergeben.
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Die Vorrichtung, bestehend aus den Schrauben, 8o und den Klötzen 82,
zur Veränderung der Lage der Latte 18 gestattet eine Veränderung des Flächenraumes,
welcher von dem Teich 17a eingenommen wird, so daß man verschiedene Papiersorten
erzeugen kann. Es ist selbstverständlich, daß man auch die Geschwindigkeit der Maschine
verändern kann, um die verschiedenen Stoffsorten verarbeiten zu können.
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Von demjenigen Zeitpunkt an, wo der Stoff zuerst auf das Sieb gerät,
bis zu dem Zeitpunkt, wo das Sieb das- der Endwalze am nächsten liegende Ende der
Saugvorrichtung erreicht, ist der Stoff einem ununterbrochenen Unterdruck ausgesetzt.
Das Wasser, welches aus dem Stoff herausgesaugt wird, geht durch das Sieb hindurch
und tritt in die Nuten zwischen den Rippen 69 ein und fließt von hieraus durch die
Öffnungen 72 und 59 in die verschiedenen Abteilungen 23 bis 28 hinein. Aus diesen
Abteilungen wird das Wasser und die Luft durch die Rohrleitungen 41 in den Wasserabscheider
42 hineingesaugt. Von den Wasserabscheidern strömt das Wasser nach abwärts in den
Behälter 44, während die Luft durch die Leitungen 45, 46 und 47 in die Vakuumpumpe
48 gesaugt wird. Das in den Behälter 44 einströmende Wasser, welches unter Umständen
noch einige Fasern enthalten kann, kann in geeigneter Weise mittels einer Pumpe
74 (Abb. z) zurückgepumpt werden.
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Infolge der Tatsache, daß verhältnismäßig hohe Unterdrücke in den
einzelnen Kammern 23 bis 28 erzeugt werden, lastet ein erheblicher Druck auf dem
Schutzband 35, der die bandartigen Teile 66 gegen die Oberfläche 6o der Tröge 49
drückt, und wenn nicht dieser pneumatische Druck in irgendeiner Weise ausgeglichen
wird, dann würde eine erhebliche Reibung entstehen. Gemäß der Erfindung wird dieser
pneumatische Druck in wirksamer Weise hydraulisch ausgeglichen, indem man Wasser
in die Tröge49 hineinschickt. Der gewünschte Wasserdruck kann halbautomatisch durch
die Höhe des Wassers im Innern der Standrohre 52 überwacht werden. Die Höhe des
Wassers kann jedoch in keinem Fall die Höhe der überlaufröhre 55 übersteigen. -
Im praktischen Betriebe wird der pneumatische Druck auf die bandartigen Teilt66,
welcher infolge des Unterdruckes auf dem beweglichen Schutzband entsteht, vorzugsweise
selbsttätig durch den hydraulischen Druck des Wassers in den Trögen 49 ausgeglichen.
Dieses ist das wesentliche Kennzeichen der Erfindung, da hierdurch eine Klemmung
und eine Reibung zwischen dem Schätzband und den Stützflächen vermieden wird. Eine
veränderliche Wassersäule wird aufrechterhalten, welche auf das Wasser im Innern
des Troges 49 wirkt, so daß, wenn der pneumatische oder atmosphärische Druck größer
wird als der von der Wassersäule ausgeübte Druck, der Wasserspiegel in den Standrohren
52 selbsttätig steigt, bis der statische hydraulische Druck im Gleichgewicht mit
dem atmosphärischen Druck ist. In gleicher Weise wird, wenn der pneumatische Druck
aus irgendeinem Grunde unter den hydraulischen Druck sinkt, durch das Wasser in
den Trögen das Band 66 ein klein wenig von den oberen Enden der Tröge 49 abgehoben,
und das Wasser läuft über und strömt in die Unterdruckkammer, bis die Wassersäule
so weit erniedrigt ist, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
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Die Gummibänder 66 dienen gewissermaßen als Regulierventil, wenn die
Tröge 49 mit einer genügend hohen Wassersäule verbunden sind, um selbsttätig die
pneumatischen und hydraulischen Drücke, welche gegen die Bänder 66 drücken, wieder
auszugleichen.
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Die Maschine arbeitet dermaßen, daß die bandartigen Teile 66 sich
auf einem Wasserfilm entlang bewegen, welcher dazu dient, den pneumatischen Druck
auszugleichen, und ferner als ein Schmiermittel dient, um eine Abnutzung an der
Unterseite der Bänder 66 zu verhüten. Die verschiedenen Fugen zwischen den Bändern
6 und den berührenden Flächen an den Enden des Saugkastens 22 werden durch das Wasser
verriegelt, welches von den Kanälen 63 durch die Öffnungen 64 überfließt. Die Fugen
zwischen den inneren Flächen 84 der Seitenschienen. 85 und den äußeren Seiten
der äußeren Bänder 66 werden durch dasjenige Wasser verriegelt, welches aus dem
Kanal 86 ausströmt; so daß ein Verlust von Saugkraft vermieden wird. Die Tatsache,
daß die Bänder 66 praktisch ununterbrochen im Wasser laufen, hat zur Folge, daß
die Lebensdauer der Bänder wesentlich erhöht wird. Dieses ist insbesondere günstig,
wenn
die Bänder aus Gummi hergestellt werden, was vorzuziehen ist.
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Es ist vollkommen einleuchtend, da-ß die ununterbrochene Anwendung
des Unterdruckes auf die sich bildende Stoffschicht eine viel schnellere Entfernung
des Wassers möglich macht, als es bei den bekannten Langsiebpapiermaschinen möglich
ist, bei denen der größte Teil des Wassers lediglich durch Abtropfen desselben infolge
seiner Schwerkraft geschieht. Infolgedessen beträgt die Länge des Siebtisches der
Maschine der Erfindung nur einen Bruchteil der Länge des Siebtisches der bekannten
Langsiebpapiermaschine, welche sonst unter den gleichen Bedingungen hinsichtlich
Geschwindigkeit der sich bewegenden Stoffbahn arbeitet. Dieses bedeutet eine große
Ersparnis an Platz und auch an Herstellungskosten. Das endlose Sieb der Maschine
der Erfindung wird viel billiger, da es viel kürzer ausfällt. Die Anordnung der
verschiedenen Saugkammern 23 bis 28, die mit verschiedenen Absaugleitungen verbunden
sind, so daß man den Unterdruck an verschiedenen Stellen der Gesamtsaugfläche verändern
und abstufen kann, ist von großem Wert, um die Wirkungsweise der Maschine zu erhöhen.
Wenn beispielsweise das Sieb in den Saugraum gelangt, wobei die erste Saugkammer
einen sehr großen Unterdruck hat, dann besteht die Möglichkeit, daß ein großer Teil
der kleinen Fasern durch das Sieb hindurchgesaugt und mit dem Wasser abgeführt wird.
Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, daß man in der ersten Saugkammer 23 einen
nicht so großen Unterdruck einstellt als in den folgenden Kammern, denn nachdem
das Sieb bereits teilweise von abgelagerten Fasern bedeckt ist, kann man einen größeren
Unterdruck anwenden. Der Unterdruck in diesen verschiedenen Kammern 23 bis 28 kann
daher nach Wunsch durch Betätigung des Ventils in den Rohrleitungen 45 eingestellt
werden. Es ist jedoch selbstverständlich, daß anstatt der verschiedenen getrennten
Saugkammern auch eine einzige Saugkammer für die gesamten Saugflächen angeordnet
werden kann.
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In den Abb. i i und 12 ist eine an sich bekannte Langsiebpapiermaschine
dargestellt, worin jedoch die gewöhnlichen flachen festliegenden Saugkästen durch
die neuartige Saugvorrichtung derErfindungersetzt worden sind. In diesen Abbildungen
sind die Teile, welche mit den Teilen der Maschine der Abb. i bis io übereinstimmen,
mit gleichen Bezugszeichen benannt. Das Bezugszeichen ra stellt dien Siebtisch der
Maschine dar, deren Saugvorrichtung mit 9a bezeichnet ist. Der Siebtisch ist mit
der -gewöhnlichen Brustwalze 7a, Endwalze 8a, Registerwalzen, Führungswalzen roa
und Spannwalzen i ia und i2a versehen, über welche das Sieb 6a hinwegläuft.
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Die Saugvorrichtung besteht aus einem Kasten, welcher in Kammern 23a,
24a und 25a geteilt ist. Diese Saugvorrichtung ist mit einer Anzahl an ihren Enden
offenen Trögen .49a versehen, deren obere Flächen zur Unterstützung einer Anzahl
beweglicher Schutzbänder 66a dienen, welche zum Tragen eines Siebes 6a dienen. Der
Saugkasten ist an eine Unterdruckleitung4.1a angeschlossen, um das Wasser aus dem
Stoff zu entfernen. Der Druck, welcher infolge des Unterdruckes von den Bändern
66a auf die Ränder des Saugkastens 22 ausgeübt wird, wird dadurch ausgeglichen,
indem man die Tröge 49a mit einer Flüssigkeit versieht, welche der Wirkung des Unterdruckes
entgegengerichtet ist, und zwar ist die ganze Anordnung genau so ausgeführt, wie
an Hand der Abb. 9 und ro beschrieben worden ist. Diese abgeänderte Ausführungsform
der Langsiebpapiermaschine zeigt, wie man die bekannten Maschinen leicht und schnell
verändern kann, um die Vorteile der neuartigen Saugvorrichtung ohne große Unkosten
und vollständigen Neubau der Maschine zu erreichen. In dieser Ausführungsform der
Erfindung sowohl wie in der zuerst beschriebenen wird dieLebensdauer des Siebes
recht wesentlich verlängert, und damit wird auch gleichzeitig die Wirksamkeit der
Maschine vergrößert und die Kosten der Unterhaltung derselben verringert.