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Extraktionsmittel für Kalium zur Feststellung der Düngerbedürftigkeit
von Kulturböden Für eine wirtschaftliche Düngung in der Landwirtschaft ist es Bedingung,
daß man über die nach der Ernte im Boden verbliebenen Mengen an Nährstoff auf irgendeine
Weise Aufschluß gewinnt. Es gilt dies hauptsächlich für die beiden Nährstoffe Kalium
und Phosphorsäure, welche im Gegensatz zu dem Nährstoff Stickstoff während einer
Vegetationsperiode nur zu einem Teilbetrage der vorhandenen Menge von den Pflanzen
aufgenommen werden.
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Da die durch eine Ernte dem Boden entzogene Nährstoffmenge sowohl
vom Witterungsverlauf als auch von gewissen Bodeneigenschaften abhängig ist, so
kann durch eine schematische Anwendung der Dünger sowohl eine übermäßige und dabei
unrentable Anreicherung eines Nährstoffes eintreten als auch der Fall eintreten,
daß den Pflanzen nur ein Bruchteil- derjenigen Menge eines Nährstoffes zur Verfügung
gestellt wird, welche zur Erzielung eines Höchstertrages notwendig ist.
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Die bekannten Verfahren zur Bestimmung des Nährstoffbedürfnisses von
E. H. M i t -s c 3i e r 1 i c h und die sogenannte Keimpflanzenniethode von H. N
e u b a u e r und W. S c h n e i d e r können nur von geschulten Kräften an eigens
zu dem vorliegenden Zweck eingerichteten Instituten durchgeführt werden. Auf diese
Weise kommt in jedem Jahre nur ein kleiner Teilbetrag der in Kultur befindlichen
Böden zur Untersuchung. Mit einfachen Mitteln nun eine Kontrolle der Düngeranwendung
zu ermöglichen, und zwar so, daß weitere Kreise von in der Landwirtschaft interessierten
Personen, wie Gutsbesitzer, Diplomlandwirte, Inspektoren, Landwirtschaftslehrer,
Gärtner, die Kontrolle ausüben können, ist der Zweck der vorliegenden Erfindung.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Extraktionsmittel, mittels dessen
einer gewissen Menge des zu untersuchenden Bodens das darin enthaltene Kali in alkalischer
Reaktion unter gleichzeitiger bzw. vorheriger Fällung der die vollständige Abtrennung
des Kaliums störend beeinflussenden Bodenbestandteile, insbesondere des Ammoniums
und Mangans, derart entzogen wird, daß nach einmaliger Filtration das Kalium direkt
ausgefällt werden kann.
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Bestimmten so gewonnenen .Filtratmengen werden bestimmte Mengen eines
Fällungsmittels, z. B. Kobaltnatriumnitrits, zugegeben, wodurch farbige Niederschläge
entstehen, aus deren Farbton im Vergleich zu geeichten Vergleichsröhrchen, Farbenskalen
u. dgl. in für die Düngungspraxis ausreichender Genauigkeit und in geeigneten Abstufungen,
z. B. in Anpassung an die in Betracht kommenden Pflanzungen, die Düngerbedürftigkeit
bzw. der Kalizustand des Bodens feststellbar ist.
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Das Extraktionsmittel besteht nach der Erfindung aus einer kochsalzhaltigen
Lösung
von °Magnesiumoxyd und einem komplexen Quecksilbersalz, wobei
Magnesiumoxyd im Überschuß, also z. T. im ungelösten Zustand, vorhanden ist, um
auch verschieden saure Böden bei gleicher, vollkommen alkalischer Reaktion behandeln
zu können. Das komplexe Quecksilbersalz wird z. B. durch Anreicherung von Quecksilberchlorid
mit Chlornatrium bei Gegenwart möglichst geringer Wassermengen gebildet. Auch Salze
geeigneter organischer Quecksilberverbindungen, wie z. B. Chlorphenolc uecksilbersulfat,
kommen in Frage.
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Durch den Zusatz des komplexen Quecksilbersalzes wird erreicht, daß
das in manchen Böden vorhandene Ammonium, welches die Fällung des Kaliums mit Kobaltnatriumnitrit
stören würde, als unlösliche Amidoquecksilberverbindung abgeschieden wird. Durch
die gleichzeitige Gegenwart von viel Chlornatrium wird das Quecksilber komplex gebunden
und so vor einer Ausfällung durch die OH-Ionen geschützt.
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Dem komplexen Quecksilbersalz kommt außer der Rolle, das störende
Ammonium zu entfernen, noch die weitere Aufgabe zu, infolge seiner hohen Adsorbierbarkeit
in besonders wirksamer Weise das Kalium aus dem Boden zu verdrängen.
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Das zur Herstellung der Farbfällungen der Filtrate dienende Mittel,
z. B. das Kobaltnatriumnitrit, wird zur einwandfreien Durchführung des Verfahrens
auch von seiten wenig geschulter Personen vorteilhaft in dosierten Mengen, z. B.
in Tablettenform, geliefert, wobei eine einfache Gebrauchsanweisung der für die
Durchführung des Verfahrens bestimmten Apparatur zur Vermeidung aller Fehlerquellen
beizugeben wäre.
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Die Extraktionslösung besteht beispielsweise aus einer Lösung von
i 2o g Na Cl in i 1 Wasser mit io g HgC12 und io g MgO oder von i2o g Na Cl in i
1 Wasser mit io g Natriumchlorphenolquecksilbersulfat und iog Mg0