DE556466C - Verfahren zur Verminderung von gegenseitigen Beeinflussungen in Fernmeldeanlagen - Google Patents
Verfahren zur Verminderung von gegenseitigen Beeinflussungen in FernmeldeanlagenInfo
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- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04B—TRANSMISSION
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- H04B3/02—Details
- H04B3/32—Reducing cross-talk, e.g. by compensating
- H04B3/34—Reducing cross-talk, e.g. by compensating by systematic interconnection of lengths of cable during laying; by addition of balancing components to cable during laying
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
10. AUGUST 1932
10. AUGUST 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVe 556466 KLASSE 21a2 GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 14. Dezember 1930 ab
Die Nebensprechstörungen in Fernmeldeleitungen lassen sich bekanntlich in zwei
Klassen einteilen, die man als Nebensprechen schlechthin und als Gegennebensprechen bezeichnet.
Jede der beiden Klassen hat zwei Untergruppen, die Übersprechen und Mitsprechen bzw. Gegenübersprechen und Gegenmitsprechen
genannt werden. Mitsprechen und Gegenmitsprechen sind diejenigen Störungen, die bei der meist üblichen Viererausnutzung
zwischen den Stammkreisen und dem Viererkreis innerhalb des Vierers auftreten, während man als Übersprechen und Gegenübersprechen
alle übrigen Nebensprechstörungen bezeichnet. Die Ursachen der gegenseitigen Beeinflussungen sind die Unsymmetrien
der Sprechkreise, und zwar bestehen sie beim Mitsprechen und Gegenmitsprechen im
wesentlichen in Kapazitäts-, Induktivitäts- und Widerstandsdifferenzen sowie gegenseitigen
Induktivitäten, beim Übersprechen und Gegenübersprechen in Kapazitätsdifferenzen
und gegenseitigen Induktivitäten. Durch geeignete Ausgleichsmethoden lassen sich die durch die Unsymmetrien hervorgerufenen
Nebensprechstörungen beim Zusammenbau der Anlagen sowohl bezüglich des
Nebensprechens als auch des Gegennebensprechens gleichzeitig beseitigen oder auf das
im Betriebe zulässige Maß herabmindern. Daneben gibt es jedoch Fälle, in denen bei
fertigen Anlagen zwischen je zwei Sprechkreisen überwiegend nur die eine Klasse dieser
Störungen auftritt, ferner Fälle, in denen beide Klassen der Störungen auftreten, ohne
die gleiche Ursache zu haben, so daß jede Störung getrennt für sich beseitigt werden
muß. Diese Fälle können bei Reparaturen von fertigen Anlagen sowie bei der Verlegung
von langen zusammenhängenden Kabeistrecken, z. B. von Seekabeln, eintreten. Es war bisher nicht möglich, mit den bereits
bekannten Verfahren die Nebensprechstörungen einer Klasse zu beseitigen, ohne gleichzeitig
die Störung der anderen Klasse hervorzurufen. Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das Nebensprechen auszugleichen,
ohne das Gegennebensprechen merklich zu beeinflussen, und umgekehrt das Gegennebensprechen auszugleichen, ohne das
Nebensprechen merklich zu beeinflussen.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß man die vorhandene Störung
genau oder annähernd zur einen Hälfte durch ein Kopplungselement oder eine Kornbination
von Kopplungselementen beseitigt, deren charakteristische Wirkung im Aufdrücken einer äußeren Spannung auf den gestörten
Kreis besteht und genau oder annähernd zur anderen Hälfte durch ein Kopplungselement
oder eine Kombination von Kopplungselementen beseitigt, deren charak-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Hermann Lintzel in Berlin-Siemensstadt.
T f
teristische Wirkung im Induzieren einer inneren elektromotorischen Kraft in dem gestörten
Kreis besteht.
Die dem Verfahren gemäß der Erfindung zugrunde liegenden physikalischen Verhältnisse
sollen im folgenden an einem Beispiel erläutert werden: Eine zwischen zwei Sprechkreisen
A-B und C-D, deren Wellenwiderstände Z^e-j-ψχ und Ζ2-β-]'-φ2 seien, bestehende,
in Abb. ι durch einen Kondensator k angedeutete kapazitive Kopplung bewirkt,
wenn der Kreis A-B bei A von einer Wechselstromquelle gespeist wird, die Induzierung
einer Spannung V2 /( lm Kreis C-D,
die sich in der in Abb. 1 angedeuteten Weise über die Scheinwiderstände rechts und links
vom Querschnitt X, im Betriebsfalle also über die Wellenwiderstände, schließt und die
Störströme / / und Jr verursapht. Das Charakteristische
der Störwirkung dieser kapazitiven Kopplung ist das Aufdrücken einer äußeren Spannung ViK auf die gestörte Leitung.
Betrachtet man in Abb. 2 die Wirkung einer durch Koppelschleifen angedeuteten
magnetischen Kopplung m, so besteht diese in der Induzierung einer Spannung V2m, die als
innere elektromotorische Kraft in der in Abb. 2 angedeuteten Weise wirkt und den Störstrom
Jm hervorruft. Das Charakteristische der Störwirkung dieser magnetischen Kopplung
ist das Induzieren einer inneren elektromotorischen Kraft V2 m im Kreis C-D.
Läßt man nun kapazitive und magnetische Kopplung gleichzeitig wirken, wobei angenommen
wird, daß jede der beiden Kopplungen für sich Störströme von dem gleichen Betrage am Ende C hervorruft, so fließen die
in Abb. 3 eingezeichneten Störströme. Es ist nun bekannt (Küpfmüller, Archiv für
Elektrotechnik, XII. Bd. 2. Heft), daß die von diesen beiden Kopplungen hervorgerufenen
Störströme sich in ihrer Phase nur um die Summe . der Winkel der Wellenwiderstände
der beiden Leitungen, also um ψι Ί~ (pz, oder aber, bei Umkehrung des Vorzeichens
einer der beiden Kopplungen, um i8o° — (g?! + ψϊ) unterscheiden. Diese Winkel
sind nun bei den gebräuchlichen belasteten Leitungen in dem für das Nebensprechen besonders
ausschlaggebenden mittleren und oberen Frequenzbereich klein. Infolgedessen kann man die von den beiden Kopplungsarten
herrührenden Störströme in erster Annäherung als in Phase oder in der Phase um i8o° verschoben betrachten. Dann ergibt
sich aber bei Betrachtung von Abb. 3, daß unter den gemachten Voraussetzungen die
Störströme, die über den Punkt D fließen, sich aufheben, während die über den Punkt C
fließenden Störströme sich unterstützen, d. h.
es tritt Nebensprechen auf, ohne daß Gegennebensprechen erzeugt wird. Kehrt man das
Vorzeichen einer der beiden Kopplungen um, so verschwindet das Nebensprechen, und am
Ende D tritt Gegennebensprechen auf. Die auf diese Weise erzeugten Störströme werden
nun zur Kompensation der vorhandenen benutzt, wobei, wenn Störungen beider Klassen
mit verschiedenen Ursachen vorhanden sind, die Beseitigung jeder Störung für sich ohne
Beeinflussung der der anderen Klasse erfolgen kann. Erfindungsgemäß besteht also das
Verfahren darin, daß man das vorhandene Nebensprechen oder Gegennebensprechen zur
Hälfte mit Hilfe einer kapazitiven und zur anderen Hälfte mittels einer magnetischen
Kopplung beseitigt, oder allgemeiner ausgedrückt, zur Hälfte durch ein Ausgleichselement, dessen charakteristische Wirkung
im Aufdrücken einer äußeren Spannung, und zur Hälfte durch ein solches, dessen charakteristische
Wirkung in dem Induzieren einer inneren Spannung besteht. Dann tritt eine
merkliche Nebensprechstörung der jeweiligen anderen Klasse nicht auf. Aus der allgemeineren
Definition ergibt sich die Anwendung auf alle zu Beginn definierten Nebensprechstörungen.
Als Ausglejchselemente für Übersprechen und Gegenübersprechen kornmen
in Frage auf der einen Seite zwischen induzierenden und induziertem Sprechkreis liegende Querkondensatoren, Querwiderstände
und Querinduktivitäten oder beliebige Kombinationen dieser Elemente, auf der anderen Seite gegenseitige Induktivitäten; für
Mitsprechen und Gegenmitsprechen einerseits Querkondensatoren, Querinduktivitäten und
Üuerwiderstände oder beliebige Kombinationen dieser Elemente, auf der anderen Seite
Differenzinduktivitäten und Differenzwiderstände in den Paaren und gegenseitige Induktivitäten
zwischen Paaren und Vierern. Für die Anordnung dieser Ausgleichselemente gelten die bekannten Regeln, die es ermöglichen,
Übersprechen und Mitsprechen unabhängig voneinander auszugleichen. Die Besonderheiten
der auszugleichenden Störungen und das Ziel, den Einfluß der Phasenwinkel der Wellenwiderstände
als Ursache der geringen Phasenverschiebung der Ausgleichsströme zu
verringern, ferner die Berücksichtigung von Reststörströmen können es erforderlich
machen, die beiden zu einem Ausgleich gehörenden Kopplungselemente oder Kombinationen
von Kopplungselementen der beiden charakteristischen Kategorien nicht genau an der gleichen Stelle anzubringen, ferner die
Störung nur annähernd je zur Hälfte durch die Elemente oder Elementekombinationen
der beiden Kategorien zu beseitigen.
Es kann weiter erforderlich sein, die EIe-
mente oder Elementekombinationen je einer oder beider Kategorien aufzuteilen und teilweise
oder sämtlich an denselben oder verschiedenen Stellen der Leitungen anzubringen,
so daß die Summe der Wirkungen der einen Kategorie genau oder annähernd gleich der Summe der Wirkungen der anderen Kategorie
ist. Das Verfahren gemäß der Erfindung kann man mit besonderem Vorteil in Fernmeldeanlagen sowohl innerhalb der Kabel
und Freileitungen als auch der Verstärkungseinrichtungen anwenden.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Verminderung von gegenseitigen Beeinflussungen in Fernmeldeanlagen, dadurch gekennzeichnet, daß man die vorhandene Störung genau oder annähernd zur einen Hälfte durch ein Kopplungselement oder eine Kombination von Kopplungselementen beseitigt, deren charakteristische Wirkung im Aufdrücken einer äußeren Spannung auf den gestörten Kreis besteht und genau oder annähernd zur anderen Hälfte durch ein Kopplungselement oder eine Kombination von Kopplungselementen beseitigt, deren charakteristische Wirkung im Induzieren einer inneren elektromotorischen Kraft in dem gestörten Kreis besteht.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kopplungselemente oder die Kombinationen der Kopplungselemente zum Ausgleich der beiden Hälften der Störungen an genau oder annähernd den gleichen Stellen der Fernmeldeanlage anbringt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kopplungselemente oder Kombinationen der Kopplungselemente, die zum Ausgleich der beiden Hälften der Störungen dienen, teilweise oder sämtlich aufteilt und teilweise oder sämtlich an denselben oder verschiedenen Stellen der Fernmeldeanlage anordnet, so daß die Summe der Wirkungen der Kopplungselemente oder Elementekombinationen, die zur Beseitigung der einen Hälfte der Störungen dienen, genau oder annähernd gleich der Summe der Wirkungen der Kopplungselemente oder Elementekombinationen ist, die zur Beseitigung der anderen Hälfte der Störungen dienen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE556466T | 1930-12-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE556466C true DE556466C (de) | 1932-08-10 |
Family
ID=6564763
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930556466D Expired DE556466C (de) | 1930-12-14 | 1930-12-14 | Verfahren zur Verminderung von gegenseitigen Beeinflussungen in Fernmeldeanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE556466C (de) |
-
1930
- 1930-12-14 DE DE1930556466D patent/DE556466C/de not_active Expired
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