DE556106C - Fernrohr - Google Patents
FernrohrInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G02—OPTICS
- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
- G02B23/00—Telescopes, e.g. binoculars; Periscopes; Instruments for viewing the inside of hollow bodies; Viewfinders; Optical aiming or sighting devices
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Description
Die Aufgabe, mit Hilfe eines fest aufgestellten Fernrohres nachzuprüfen, ob verschieden
weit entfernte Punkte in einer Geraden liegen, bereitet Schwierigkeiten, weil ein Fernrohr bekanntlich im allgemeinen nur
eine bestimmte achsensenkrechte Objektebene scharf abzubilden vermag. Die Verlagerung
der Bildebene bei wechselnder Objektentfernung gleicht man in der Regel durch eine axiale Verschiebung eines optischen
Teiles des Fernrohres aus. Sei es, daß man das Objektiv oder das Okular, oder sei
es, daß man ein zusätzliches, zwischen diesen beiden befindliches Linsensystem verschiebt,
so wird jedenfalls bei nahen Objekten die Einstellverschiebung ziemlich groß.
Bezeichnet man mit ν die Verlagerung des vom Objektiv entworfenen Bildes, ferner
unter der Voraussetzung, daß das Objektiv feststeht, mit fx und f2 die Brennweiten des
Objektivs und des Okulars, mit α den Abstand des vorderen Brennpunktes des Objektivs
von dessen Vorderfläche und mit e die Entfernung des Objektes von dieser Fläche,
dann besteht die Beziehung
f.
(e — a)maK)
— gmfn)
— «)max(e — «)
Dabei ist die Vergrößerung η des Bildes in der üblichen Sehweite von 250 mm, wenn
sie für (e — a)max, wo sie am kleinsten ist,
genügt:
fi 250 ,«
n~f"7Z
T\
(2>
/2 \y "vmax
Aus beiden Gleichungen (1) und (2) ergibt sich .
nfll2 (gmax ^mJn)
250 (e — «)
(3)
Die Gleichung 3 für die Bildverlagerung ν gilt, gleichgültig, ob dabei der vordere Objektivbrennpunkt
vor oder auch hinter dem Entfernungsbereiche emax — em;n liegt, wenn
durch em;n stets derjenige Endpunkt dieses
Bereiches bezeichnet wird, der dem genannten Brennpunkte am nächsten liegt.
Der Zweck der Erfindung ist die Verkleinerung der Größe ν der Bildverlagerung und
damit der nötigen Einstellverschiebung, die nicht nur mit Rücksicht auf kleine Abmessungen
und geringes Gewicht des Fernrohres erwünscht ist, sondern auch wegen des Umstandes,
daß sich eine kurze Führung für einen verschieblichen Teil mechanisch genauer als eine lange Führung herstellen läßt.
Andererseits kann man geringere Anforderungen an die Genauigkeit der Führung stellen,
wenn man ein verschiebliches zusätzliches Linsensystem zum Ausgleich der Bildverlagerung
benutzt, wobei die Einstellverschiebung allerdings größere Werte annimmt.
Man suchte bisher die Verkleinerung der Einstellverschiebung durch Verkleinerung
der Brennweiten Z1 des Objektivs und f2 des
Okulars zu- erreichen; Dieser Verkleinerung
waren jedoch dadurch verhältnismäßig enge Grenzen gezogen, daß man mit Rücksicht
auf die Bildgüte zu große Öffnungsverhältnisse vermeiden mußte. Im vorliegenden Falle
wird der angestrebte Zweck dadurch erreicht, ίο daß man die Größe (e — a)min gegenüber der
Brennweite J1 groß macht, d. h. daß man bei
gegebener Entfernung emin und gegebener
Brennweite ft dem vorderen Brennpunktsabstande
α einen geeigneten Wert gibt. Die Größe α ist bei Fernrohren in weiten Grenzen
wählbar, wenn man als Objektivsystem des Fernrohres ein aus einem vorderen sammelnden
Gliede und einem in der Nähe seines hinteren Brennpunktes befindlichen hinteren Gliede bestehendes System benutzt, bei
dessen Hinterglied die Brennweite positiv oder negativ sein kann und ihrem absoluten
Werte nach höchstens den vierten Teil der Brennweite des Vordergliedes betragt; sie soll
a5 nach der Erfindung so bemessen sein, daß der vordere Gesamtbrennpunkt des Objektivsystems
stets außerhalb des Einstellbereichs, und zwar im Sinne der Richtung der Abbildungsstrahlen
vor diesem Bereiche, liegt, wenn er sich vor dem Objektivsystem befindet. Man gibt also dem vorderen Gesamtbrennpunkte
des Objektivsystems dieselbe Lage bezüglich des Einstellbereiches, die er bezüglich des Objektivsystems hat, d. h., man
verlegt diesen Gesamtbrennpunkt vor oder hinter den Einstellbereich, je nachdem, 'ob er
vor oder hinter dem Objektivsystem liegt. Mit einem solchen System hat man es in der Hand,
den Abstand des vorderen Brennpunktes des Objektivs groß im Verhältnis zu seiner
Brennweite zu machen. Wird dabei für einen Teil des Entfernungsbereichs das vom Objektivsystem
entworfene Bild virtuell, dann hilft man sich, indem man an Stelle eines einfachen Okularsystems ein zusammengesetztes
Mikroskop oder eine Brückesche Lupe benutzt.
Bei der angegebenen Lösung der Aufgabe ist es möglich, die Brennweite Jf1 des Objektivsystems
unendlich groß zu machen. In diesem Falle ist auch der Brennpunktsabstand α unendlich groß, jedoch hat der
Quotient
-einen endlichen Wert. Die-
(e—)
ser Sonderfall hat den Vorteil, daß das entfernte Objekt dem Auge des Beobachters immer
in derselben Größe erscheint, wenn man die Verschiedenheit der Objektentfernungen e
durch eine Okularverschiebung ausgleicht, oder doch nahezu in derselben Größe, wenn
man den Ausgleich durch ein zusätzliches Linsensystem bewirkt. Man beobachtet also
unabhängig von der Objektentfernung e stets mit derselben oder wenigstens angenähert
derselben Genauigkeit, so daß man beispielsweise das Bild einer in der Objektentfernung
e angebrachten Strichmarke durch einen Doppelfaden im Gesichtsfelde des Okulars
ganz knapp einschließen oder eine am Objekt vorgesehene Teilung unter Benutzung einer
Mikrometerschraube oder eine Nonienteilung im Okular ablesen kann.
Damit bei kleinen Objektentfernungen e das Objektivsystem nicht mit zu großem Öffnungsverhältnis
ausgenutzt wird, empfiehlt es sich, dieses Öffnungsverhältnis durch eine Blende einzuschränken, die in der Nähe des
hinteren Brennpunktes des Vordergliedes dieses Systems anzubringen ist. Unter Umständen
kann diese Blende durch die Fassung einer in geeigneter Lage befindlichen Linse des Fernrohres gebildet werden.
In den Abb. 1 und 2 der Zeichnung sind zwei optische Ausrüstungen von Fernrohren,
bei denen der Abstand a des vorderen Brennpunktes
des Objektivsystems von dessen Vorderfläche unendlich groß ist, als Ausführungsbeispiele der Erfindung im Längsschnitt dargestellt.
Bei beiden Beispielen ist eine Entfernung e eines Objektes 0 zugrunde gelegt,
die alle Werte zwischen den Grenzen
«max = 20000 und emin = ο
annehmen kann, wobei jeweils das Okularsystem entsprechend zu verschieben ist.
Beim ersten Beispiele (Abb. 1) besteht das Objektivsystem mit der Brennweite ft = 00
aus einem vorderen sammelnden Teilsystem und einem hinteren zerstreuenden Teilsystem.
Das vordere Teilsystem, dessen Brennweite fa = -j- 1000 beträgt, wird von einer
sammelnden Einzellinse I und einer zerstreuenden Einzellinse II gebildet. Die Brennweite
des hinteren Teilsystems beträgt /6=—20;
dieses Teilsystem ist aus einer sammelnden Linse III und einer damit verkitteten zerstreuenden
Linse IV zusammengesetzt und liegt unweit des hinteren Brennpunktes des vorderen Teilsystems. Als Okularsystem ist
das optische System eines Mikroskopes mit der Gesamtbrennweite f2 = + 10 benutzt. Zu
diesem Mikroskopsystem gehört ein Mikroskopobjektiv, dessen Brennweite fc = + 20
ist und welches aus einer Sammellinse V und einer damit verkitteten zerstreuenden Linse VI
besteht. Das Mikroskopsystem wird vervollständigt durch ein orthoskopisches Okular mit
der Brennweite fd = -f- 10, welches aus einer
zerstreuenden Linse VII, einer mit dieser verkitteten Sammellinse VIII und einer sammelnden
Einzellinse IX besteht. Der vordere
Brennpunkt des Mikroskopokular ist mit b bezeichnet. Für das Abbildungsstrahlenbündel,
welches das Objektivsystem I, II, III, IV durchsetzt, dient bei den kleineren
5 Objektentfernungen die Fassung des Mikroskopobjektivs V, VI als einengende
Blende, während bei großen Objektentfernungen die Fassung des Vordergliedes I, II
des Objektivs einschränkend wirkt.
ίο Das Objektivsystem des zweiten Beispieles
(Abb. 2) hat gleichfalls die Brennweite /"j = 00; es besteht aus einem vorderen sammelnden
Teilsystem mit der Brennweite fa = + ι 000, welches dem Teilsystem I, II
des ersten Beispieles vollkommen gleicht, und einem hinteren sammelnden Teilsystem. Dieses
hintere Teilsystem wird von einer zerstreuenden Linse X und einer damit verkitteten
sammelnden Linse XI gebildet und hat die Brennweite fe = -j- 20. Es ist unweit des
hinteren Brennpunktes des vorderen Teilsystems angeordnet. Als Okularsystem ist
ein orthoskopisches Okular mit der Brennweite/2
= + 10 benutzt, welches dem Mikroskopokular des ersten Beispieles vollkommen
gleicht. Die drei Linsen dieses Okulars sind wiederum mit VII, VIII, IX, sein vorderer
Brennpunkt mit b bezeichnet. Zur Einengung des das Objektivsystem I, II, X, XI durchsetzenden
Abbildungsstrahlenbündels ist eine Blende c vorgesehen.
In den folgenden Zusammenstellungen sind die maximalen Bildverlagerungen v, die Radien
r, die Glasdicken d und die Abstände / für die Beispiele angegeben und ferner die in
den Beispielen benutzten Glasarten durch Angabe der Brechungszahlen nD /ür die D-Linie
des Sonnenspektrums gekennzeichnet.
ι. Beispiel (Abb. ι)
Linse
r.2
»0 =
Ίο = —
^l 1 · '
V =
+ 505.47
— 364-43
— 355.33
— 2396,00
— 27,50
— 9^5 + 13.00
+ 27,6ο
— 5.56 ΐ5,οο
165,23 7,ΐ8
9.71 8,8ο
15 = OO
II
III
I1
=
(U
=
C
=
J3
=
d,
=
h =
d.
=
d0
=
h =
5 '
d.
—
d8
=
h =
do
=
IV
<"3min — J-"
= 21,0
= = l8,0
= 934.5 = 2,66
=
= 10 (für
=
= 0,5
= 39.2
= 6,2
= 0,9
3.4
1,0
1,0
2,3
V
V
ßmax) bis 20 (für emin)
VI
VII
VIII
IX
no 1,51632 1,61266 1,6477 τ·5τ^3 i,56o2 1,6200 1,648 1,516 1,573
Linse
2. Beispiel (Abb. 2)
V Ai max ^dmin
| = — | 505.47 | II | d, | = 21,0 | |
| r.. | — . | 364.43 | h | =r 9,0 | |
| fs | 355.33 | = l8,0 | |||
| ri | = + | 2396,00 | Ϊ, | = 936,3 | |
| r. | i | 14,10 | I, | = 38,0 | |
| r,·, | =: | 7.20 | d3 | = 1,6 | |
| r7 | = | 21,20 | d, | = 4.0 | |
| _l_ | 165,23 | h | = 7,8 | ||
| = — | 7,18 | h | = 6,2 | ||
| rw | = + | 9.71 | d. | = 0,9 | |
| rn | = OO | 8,80 | de | = . 3.4 | |
| rvi | k | = 1,0 | |||
| d7 | = 2,3 | ||||
| I | X | XI | |||
(für emaK) bis 17,8 (für emin)
VII
VIII
IX
nD 1,51632 - 1,61266 1,6477 1.5163 1,648 1,516 1,573
Claims (2)
- Patentansprüche:ι. Fernrohr mit begrenztem Einstellbereich mit einem Objektivsystem, welches aus einem vorderen sammelnden Gliede und einem in der Nähe von dessen hinterem Brennpunkte befindlichen hinteren Gliede besteht, dessen Brennweite ihrem absoluten Werte nach höchstens den vierten Teil der Brennweite des vorderen Gliedes betragt, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere Gesamtbrennpunkt des Objektivsystems stets außerhalb des Einstellbereichs, und zwar im Sinne der Richtung der Abbildungsstrahlen vor diesem Bereiche liegt, wenn er sich vor dem Objektivsystem befindet.
- 2. Fernrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand des vorderen Gliedes des Objektivs von dessen hinterem Gliede so gewählt ist, daß der Abstand des vorderen Gesamtbrennpunktes des Objektivsystems von der vorderen Objektivfläche unendlich groß ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE556106T | 1930-03-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE556106C true DE556106C (de) | 1932-08-06 |
Family
ID=34559016
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930556106D Expired DE556106C (de) | 1930-03-22 | 1930-03-22 | Fernrohr |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US1952759A (de) |
| DE (1) | DE556106C (de) |
| FR (1) | FR713128A (de) |
Families Citing this family (4)
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|---|---|---|---|---|
| US2456521A (en) * | 1945-09-08 | 1948-12-14 | Bernard T Maxwell | Prism system and prism system mount for optical viewing instruments |
| US2662443A (en) * | 1951-08-27 | 1953-12-15 | W & L E Gurley | Erecting eyepiece with variable magnification |
| US2784641A (en) * | 1952-06-20 | 1957-03-12 | Keuffel & Esser Co | Alignment telescope |
| US5658235A (en) * | 1995-03-31 | 1997-08-19 | Medrx, Inc. | Video otoscope and optical lens system therefor |
-
1930
- 1930-03-22 DE DE1930556106D patent/DE556106C/de not_active Expired
-
1931
- 1931-03-12 FR FR713128D patent/FR713128A/fr not_active Expired
- 1931-03-13 US US522419A patent/US1952759A/en not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US1952759A (en) | 1934-03-27 |
| FR713128A (fr) | 1931-10-22 |
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