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Einrichtung an Büchereinhängemaschinen Die Erfindung betrifft eine
Verbesserung des im Patent 465 iog behandelten maschinellen Antriebes der Stapelplatte
einer Büchereinhängemaschine, bei welcher die Abwärtsbewegung der Platte mittels
einer durch Anschlag und Federdruck gesteuerten, maschinell bewegten Schaltklinke
ausgeführt wird.
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Bei der Ausführung nach dem Hauptpatent hängen alle Phasen der Klinkenbewegung
unmittelbar -und zwangsläufig mit der Hubbewegung des Gleitstückes 17 zusammen,
da die Klinke 18 zwar drehbeweglich, aber ortsfest an dem Gleitstück angeordnet
ist, und das Aus- und Einrücken der Klinke aus der bzw. in die Zahnstange 9 erfolgt
nur nach Maßgabe der Drehbewegung, welche der Klinke durch das Zusammenarbeiten
ihres Hebelendes 2 i mit dem ortsfesten, von den bewegten Teilen des gesamten Stapelträgers
vollkommen unabhängigen Anschlag 22 erteilt wird. Die Ausrückbewegung wird demnach
bereits eingeleitet, bevor der Stapelträger seine obere Totpunktlage erreicht hat,
d. h. zu einer Zeit, in welcher der durch die Gewichte B geschaffene Kraftschluß
zwischen den Flanken der Rastenzähne i o und dem tragenden Schnabel der Klinke 18
noch nicht unterbrochen ist; dadurch wird ein unerwünscht großer Verschleiß der
Rastenzähne und des Klinkenschnabels hervorgerufen. Das Einrükken der Klinke kann
ebenfalls nicht ruckweise, sondern nur allmählich vor sich gehen, nämlich wieder
in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, mit welcher sich der Drehpunkt 20 der Klinke
18 beim Abwärtsgang des Gleitstückes 17 gegenüber dem Anschlag 22
senkt.
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Muß nun schon, im Widerspruch mit den für die Klinkenbewegung anzustrebenden
Verhältnissen, mit Rücksicht auf die Betriebsweise der ganzen Einrichtung die Geschwindigkeit
des Gleitstückes 17 an sich sowohl beim Heben wie beim Senken niedrig gehalten
werden, so werden die Schaltbewegungen der Klinke beim Abwärtsgang des Stapelträgers,
also das Einrücken der Klinke, noch ganz besonders ungünstig dadurch beeinfllußt,
daß sie zu einer Zeit erfolgen sollen, in welcher das Gleitstück 17 aus seiner
Ruhelage erst allmählich .auf die volle Senkgeschwindigkeit beschleunigt werden
ruß und sich demgemäß nur mit geringster Geschwindigkeit von dem Anschlag 22 entfernt.
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Diese Tatsache wirkt sich, wie die Beobachtung in der Praxis gezeigt
hat, sehr ungünstig auf die Brauchbarkeit der Einrichtung ,aus. Infolge der schleichenden
Bewegung der Klinke kommt es nämlich bei deren Einrücken häufig vor, daß ihr Schnabel,
der vom ersten Augenblick des Auftreffens auf einen der Rastenzähne i o das ganze
Gewicht
des Stapelträgers nach unten ziehen sollte, nur mit seiner
Kante mangelhaft zum Eingriff mit dem ihm gegenüberliegenden Zahn kommt, auf diesem
infolge des großen Massenwiderstandes des Stapelträgers abgleitet und zurückschnellt.
Da sich das Gleitstück 17 unabhängig von diesem Vorgang gleichmäßig weiter nach
unten bewegt, wiederholt sich das Ausspringen der Klinke leicht bei allen folgenden
Zähnen mit der Wirkung, daß der Stapelträger während eines ganzen Arbeitsspieles
der Einrichtung überhaupt stehenbleibt. -Diesen Übelständen wird gemäß der vorliegenden
Erfindung in der Weise abgeholfen, daß eine Belastung der Klinke 18 durch den Zahndruck
während der Schaltvorgänge vermieden und die Geschwindigkeit des Ein-und Ausrückens
der Klinke möglichst :erhöht wird. Zur Erreichung dieses Zieles wird die Schaltvorrichtung
für die Klinke vollkommen zwangsläufig durch ein Getriebe gesteuert, das von dem
die Stapelplatte bewegenden Antrieb unabhängig ist und erst dann in Tätigkeit tritt,
wenn durch das Auftreffen des Stapels auf den Anschlag 23 die Zugwirkung der Gewichte
8 auf die Stapelplatte von diesem Anschlag aufgenommen wird. Die Bewegungen des
Hilfsgetriebes werden zweckmäßig von der gleichen Welle abgenommen, welche für den
Antrieb der ganzen Einrichtung verwendet wird, doch kann hierfür auch eine andere
Ausführungsfarm gewählt werden.
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In Abb. i der beiliegenden Zeichnung, deren Bezugszeichen mit den
bei dem Hauptpatent verwendeten übereinstimmen, ist beispielsweise der besseren
Übersicht halber angenommen, daß die Klinke 18 von der Hilfswelle i i' aus gesteuert
wird, auf welcher eine Kurvenscheibe 12' sitzt. Ein Doppelhebel 13', 14' wirkt im
Zusammenarbeiten mit der Scheibe i 2' mit seinem freien Ende 22' auf das Hebelende
21 der Klinke 18, das, wie nach dem Hauptpatent, durch eine Feder i g dauernd nach
oben gedrückt wird.
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In der gezeichneten Stellung befindet sich die Stapelplatte 2 in ihrer
höchsten Lage, in der der Stapel i durch die-Zugwirkung der Gewichte 8 gegen den
festen Anschlag 23 gedrückt wird. Im Augenblick des Auftreffens des auf dem Stapel
zuoberst liegenden Umschlages auf dem Anschlag 23 fängt dieser die Hubbewegung der
Stapelplatte ab, ohne sie jedoch sofort zum Stillstand zu bringen, da infolge der
losen Aufeinanderschichtung der Umschläge innerhalb des Stapels und der Auflockerung
der oberen Stapelschicht bei der jeweiligen Abhebung des obersten Umschlages am
Ende eines jeden Arbeitsspieles der Einrichtung der Stapel :einen verhältnismäßig
elastischen Körper, bildet, der erst allmählich unter der fortgesetzten Zugwirkung
der Gewichte 8 (unter gleichzeitiger Verdrängung der Luftschichten zwischen den
einzelnen Umschlägen) zusammengedrückt wird;" und zwar bei jedem Arbeitsspiel aufs
neue. Dem Absolutmaß nach ist die :elastische Zusammendrückbarkeit des Stapels selbstverständlich
außerordentlich gering; sie genügt aber, um die erforderliche Verbesserung der Klinkehschaltbewegungenerreichen
zu lassen.
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Von dem Augenblick an, indem der oberste Umschlag den Anschlag 23
berührt, bis zum vollständigen Zusammendrücken des Stapels durch die Wirkung. der
Gewichte 8 hebt sich auch die Platte 2 noch langsam weiter gegen den Anschlag 23
zu, wobei jedoch der größte Teil der Zugwirkung der Gewichte 8 für die elastische
Veränderung der Stapelhöhe ausgenutzt wird, so daß eine merkliche Verlangsamung
der Stapelaufwärtsbewegung eintritt. Das Gleitstück 17 mit der Klinke 18 unterliegt
natürlich dieser Verzögerung nicht; es setzt seine Aufwärtsbewegung bis zur Erreichung
seiner oberen Totpunktlage unverändert fort, so daß sich die Klinke 18 zunächst
um einen geringen Betrag von der Flanke desjenigen Zahnes der Verzahnung io abhebt,
mit dem sie während des vorausgegangenen Teiles der Aufwärtsbewegung in Xraftschluß
gestanden hatte.
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Sobald nun die Klinke 18 durch den Druck des Hebelendes 22' auf das
Hebelende 21 von dem bis dahin auf ihr ruhenden Zahndruck entlastet ist, wird sie
mit schnellem Ruck und unter Ausschluß jedes Gleitens auf der ihr gegenüberliegenden
Zahnflanke der Verzahnung io aus dieser ausgerückt. Durch geeignete Ausbildung der
Kurvenscheibe 12' gibt der Hebel 13', 14!, unmittelbar nachdem der Stapel in sich
und gegenüber dem Anschlag 23 zur Ruhe gekommen ist, das Hebelende 21 wieder frei,
und die Klinke 18 wird durch den Druck der Feder i9 wieder in die Verzahnung i o
eingerückt. Das Gleitstück 17 verharrt während dieser Schaltvorgänge in Ruhelage
in seiner Totpunktstellung und beginnt seine Abwärtsbewegung erst, nachdem die Klinke
18 in die ihr gegenüberliegende Zahnlücke der Verzahnung i o eingefallen ist.
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Da die Verzahnung io die A-üfwärtsbewegung des Stapels i bis zu seinem
jeweiligen Übergang in die Ruhe durch den Anschlag 23 mitmacht, rückt sie allmählich,
der Abnahme der Stapelhöhe durch das Abtragen der Umschläge entsprechend, gegenüber
der in ihrer Totpunktlage .stehenden Klinke 18 nach oben, so daß die Klinke nach
Ablauf einer gewissen Zahl von Arbeitsspielen der Einrichtungnacheina.nder mit verschiedenen
Zähmen der Verzahnung io in Eingriff kommt. Dabei findet selbst in den Grenzfällen,
in denen die Klinke
im Augenblick des Beginns ihrer Einrückbewegung
mit ihrer eigenen Vorderkante einer Zahnkante der Verzahnung io genau gegenübersteht,
doch ein sicheres Einrücken in die nächsttiefere Zahnlücke statt, weil die Klinke,
im Gegensatz zu der Ausführung nach dem Hauptpatent, bei ihrer weiteren Abwärtsbewegung
ausschließlich unter der Druckwirkung der starken Feder i g steht und durch diese
ruckweise nach vorn gedrückt wird, sobald sie Platz in der Zahnlücke findet. Es
wird also auf diese Weise ein vollkommen sicheres Eingreifen der Klinke in die Verzahnung
und ein störungsfreies Arbeiten der Vorrichtung erreicht.
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Eine andere Ausführungsform der Erfindung ist in den Abb. 2 und 2a
dargestellt. Mit dieser Anordnung wird eine weitere Verbesserung der Schalt- und
Eingriffsverhältnisse für die Klinke in der Weise erstrebt, daß die beim Abwärtsgang
des Stapels von der Klinke zu bewegenden Massen möglichst klein gemacht werden.
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Die Lösung dieser Aufgabe wurde in einer Unterteilung des Stapelträgers
in zwei selbständige, nur vorübergehend miteinander zu kuppelnde Elemente gefunden.
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Der Stapelträger wird zerlegt in die eigentliche Stapeltragplatte
2' und einen zu deren Führung dienenden Schlitten 2", der, wie bei dem Hauptpatent,
mit Hilfe der Querträger 3 und q. im Rahmen der Maschine geführt wird. Die Tragplatte
2' gleitet mit einer die Rastenver zahnung i o tragenden Führungsstange 3 o in der
am Schlitten 2" angeordneten Hülse 31 und wird zur Sicherung eines ruhigen Laufes
in ähnlicher Weise wie der Schlitten noch durch den Querträger 32 im Maschinenrahmen
geführt.
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Der Schlitten 2" wird unter Verzicht auf einen Gewichtsausgleich von
der Kurvenscheibe 12 !aus mit Hilfe des bei 1q." beispielsweise in eine Führungsgabel
auslaufenden Hebels 13, 1 ¢ unabhängig von der Stapeltragplatte 2' ,angetrieben:
Sein Hub, der durch die Form der Kurvenscheibe 12 bestimmt wird, ist konstant. An
der Hülse 31 ist in geeigneter Weise die Klinke 18 angebracht, die zwecks Kupplung
mit der Zahnstange io in der oben beschriebenen Weise von der Scheibe 12' gesteuert
wird.
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An der Stapeltragplatte 2' greifen, wie bisher, die Gewichte 8 an,
welche die Platte mit dem darauf ruhenden Stapel gegen den Anschlag 23 zu ziehen
trachten. Da diese Gewichte nun nur noch das Gewicht der Stapelplatte 2', ihrer
Führungsstange 30 und des Stapels i um ein geringes übersteigen müssen, das
Gewicht des Schlittens 2" aber nicht mehr auszugleichen haben, können sie wesentlich
kleiner als bisher ausgeführt werden. Beim Abwärtsgang des Stapels müssen also durch
die Klinke 18 nur mehr die Massen der Stapeltragplatte 2' des Stapels i und der
verkleinerten Gewichte 8 in Bewegung gebracht werden, womit eine beträchtliche Entlastung
der Klinke erzielt wird.