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DE534189C - Verfahren zur Gewinnung kristallisierter Dextrose - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung kristallisierter Dextrose

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Publication number
DE534189C
DE534189C DEC40338D DEC0040338D DE534189C DE 534189 C DE534189 C DE 534189C DE C40338 D DEC40338 D DE C40338D DE C0040338 D DEC0040338 D DE C0040338D DE 534189 C DE534189 C DE 534189C
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DE
Germany
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crystals
solution
crystallization
dextrose
anhydride
Prior art date
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Expired
Application number
DEC40338D
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English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Corn Products Refining Co
Original Assignee
Corn Products Refining Co
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Publication date
Application filed by Corn Products Refining Co filed Critical Corn Products Refining Co
Priority to DEC40338D priority Critical patent/DE534189C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE534189C publication Critical patent/DE534189C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K1/00Glucose; Glucose-containing syrups
    • C13K1/10Crystallisation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Emergency Medicine (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Saccharide Compounds (AREA)
  • Non-Alcoholic Beverages (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung kristallisierter Dextrose Gegenstand der Erfindung ist ein fabrikmäßig durchführbares Verfahren zur Herstellung von Dextrose aus Stärke, insbesondere Maisstärke, durch Kristallisierung zu einer Masse, von der der Muttersaft unter Erzielung eines im wesentlichen reinen Erzeugnisses vollständig abgeschieden werden kann.
  • Die Erfindung kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, daß man die Stärkelösung durch dauernde Wasserentziehung im Zustande kristallinischer Übersättigung hält, wobei die sich bildenden Kristalle in Bewegung gehalten und innerhalb der Lösung verteilt werden, bis die Kristallisation beendet ist, worauf der Muttersaft von den Kristallen getrennt wird, solange der Kristallbrei sich in flüssigem Zustande befindet. Beim Kristallisieren-geht man vorzugsweise von einer Lösung aus, die (auf die Trockensubstanz bezogen) über 9o °/a, zweckmäßig g¢ °/o und mehr Dextrose enthält, und führt die Kristallisation unter einem im wesentlichen gleichbleibenden Vakuum durch, wobei zunächst bis zur Bildung eines Stammes von Kristallen heftig und dann in dem Maße weitergekocht wild, daß die vorhandenen Kristalle sich weiterentwickeln, ohne daß im wesentlichen neue Kristalle induziert werden. Das Verkochen erfolgt, zweckmäßig unter Zusatz einer geringen Menge von Saatkristallen, so lange, bis ein Stamm von Kristallen induziert ist, worauf man die Kristalle weiter anwachsen läßt, indem das Kochen so langsam fortgesetzt wird, daß im wesentlichen keine neuen Kristalle induziert werden. Nachdem ein Stamm von Kristallen gebildet ist, kann man dem Kristall-Brei frische Lösung zuführen, und sobald die Masse der festen Phase so zugenommen hat, daß sie einen bestimmenden Faktor bildet, wird unter Erhöhung des Vakuums heftiger gekocht; es kann dann auch eine Dextroselösung von geringerer Reinheit als die ursprünglich benutzte zugesetzt werden. Die Kristallisierung wird zweckmäßig bei atmosphärischem Druck unter Temperaturerniedrigung zu Ende geführt. Handelt es sich um die Erzeugung von Dextrose der Alphaanhydridart, so wird das Vakuum zweckmäßig so geregelt, daß sich eine Kristallisationstemperatur zwischen 49 und 55' C ergibt.
  • Die Erfindung ist, obwohl sie auch bei der Herstellung von Hydratdextrose mit Vorteil Anwendung finden kann, von besonderem Wert bei Anwendung auf die Erzeugung des Anhydrids, und zwar wegen der verhältnismäßig hohen Temperatur, bei der das Anhydrid kristallisiert. Überdies enthält die nach dem neuen Verfahren gewonnene Kristallmasse mehr Einzelkristalle (im Gegensatz zu Doppelkristallen und Parallelwuchsgebilden, mit welchem -Ausdruck das Zusammenwachsen zweier Kristalle mit- ihren Flächen bezeichnet werden mag) als das im Wege der Temperaturerniedrigung gewonnene Hydrat. Infolgedessen läßt sich der Muttersaft von den Kristallen in der Zentrifuge leichter abscheiden; es braucht nicht soviel gewaschen zu werden, so daß die Anfressungen der Kristalle sowie der Zuckerverlust im Waschwasser verringert werden. Ferner ist das endgültige Erzeugnis reiner, weißer, in bezug auf Größe und Gestalt der Kristalle gleichförmiger; auch hat es einen feineren Glanz und fließt leichter beim Schütten. Aus demselben Grunde und weil sich die Kristallisation vollständig oder doch zum großen Teil in der Vakuumpfanne .durchführen läßt, erfordert das neue Verfahren weniger Apparatur als die bisher angewandten.
  • In der Rohr- und Rübenzuckerindustrie ist es seit vielen Jahren allgemein üblich, den Saft beim Verkochen auf Korn durch dauernde Wasserentziehung im Zustande kristallisierender Übersättigung zu halten. Auch ist es an sich nicht neu, die sich bildenden Kristalle in Bewegung und innerhalb der Lösung verteilt zu halten. Es ist ferner beim Verkochen von Rohr-und Rübenzucker auf Korn nicht neu, die Kristallisation unter im wesentlichen gleichbleibendem Vakuum durchzuführen, wobei zunächst bis zur Bildung eines Stammes von Kristallen heftig und dann in dem Maße, weitergekocht wird, daß die vorhandenen Kristalle ohne erhebliche Neubildung sich weiterentwickeln. Auch eine Reihe weiterer oben aufgeführter und in den Ansprüchen unter Schutz gestellter Erfindungsmerkmale sind an sich auf dem Gebiete der Rohr- und Rübenzuckerfabrikation bekannt. Die Erfindung wird insoweit in der Übertragung dieser bekannten Maßnahmen auf das Gebiet der Dextroseerzeugung aus konvertierter Stärke erblickt. Es werden also die betreffenden Maßnahmen nicht allgemein, sondern ausschließlich in Anwendung auf Verfahren zur Erzeugung von Dextrose aus Stärkelösungen der eingangs gekennzeichneten Art beansprucht. Auf diesem Gebiete hat man insbesondere das Verkochen auf Korn in der Vakuumpfanne bisher überhaupt nicht für anwendbar gehalten wegen der offenbaren Unmöglichkeit, einen Kristallbrei zu erzeugen, aus dem der Muttersaft vollständig abgeschieden werden kann. Die Bemühungen, Dextrose zu kristallisieren, sind. seit der Entdeckung Kirchhoffs im Jahre 1812 im allgemeinen stets Verfahrenswegen gefolgt, die von den bei der Rohr- oder Rübenzuckerindustrie üblichen ganz und gar abweichen. Die Praxis war hier stets, Übersättigung durch Erniedrigung der Temperatur der Lösung aufrechtzuerhalten.
  • Es ist nun festgestellt worden, daß bei der Berücksichtigung gewisser Tatsachen, die bisher nicht voll erkannt oder deren Tragweite in dieser Beziehung nicht vollständig verstanden wurde, eine Dextroselösung von geeigneter Beschaffenheit mit Erfolg in der Pfanne auf Korn verkocht, d. h. durch Entziehung von Wasser ohne Herabsetzung der Temperatur kristallisiert werden kann. Die in der Rohrzuckerindustrie übliche Praxis muß dabei aber in gewissen wesentlichen Beziehungen geändert werden wegen der sehr verschiedenen Eigenschaften von Dextrose- und Saccharoselösungen sowie des ebenfalls sehr verschiedenen Kristallhabitus dieser Zuckerarten. Die Kristallisation von Dextrose geht bis zu einem sehr ausgedehnten Grade exothermisch vor sich, während bei der Saccharose der Kristallisationsvorgang so wenig exothermisch ist, daß dieser Faktor in der Praxis nicht berücksichtigt zu werden braucht und in der Tat auch nicht berücksichtigt wird. In einer Dextroselösung sind, wie man annimmt, fünf isomere Formen der Dextrose enthalten, nämlich: Alphaanhydrid und Alphahydrat, deren beider spezifische Drehung -f- 12o ° ist; Betaanhydrid und Betahydrat, deren spezifische Drehung zwischen -i- 16' und + 2o' (nach C. S. Hudson -f - =9 °) liegt und eine bisher als Theta bekannte Dextrose, die offenbar ein Übergangsprodukt zwischen den Alpha- und Betaformen ist. Das Alphahydrat und Alphaanhydrid, die gewöhnliche _ Handelsdextrose sowie das Betaanhydrid sind anscheinend die einzigen Formen, die sich kristallisieren lassen.
  • Diese fünf Isomeren (es können auch mehr sein) haben, wenn sie in Lösung sind, das Bestreben, einen Gleichgewichtszustand zu erreichen, einerlei, ob die Lösung ursprünglich aus einer Form oder aus sämtlichen Formen in verschiedenen Mengen besteht, und die Gleichgewichtsmischung zeigt eine spezifischeDrehung von -j- 52'. Befindet sich eine Form im Überschuß, so geht sie in die anderen Formen über. Der Prozeß ist umkehrbar und hängt von den Mengenverhältnissen zwischen den verschiedenen Formen ab. Die Erscheinung beruht auf der Massenwirkung und kann als Tautomerismus bezeichnet werden. Der Übergang erfolgt vom Alphaanhydrid über das Alphähydrat zu der Ubergangsfbrm und dann über das Betahydrat zum Betaanhydrid oder in der umgekehrten Reihenfolge vom Betaanhydrid bis zum Alphaanhydrid, d. h. der Übergang von einer Anhydridform in die andere bedingt die Zuführung von Wasser zum Molekül und anschließend die Wiederabscheidung vom Wasser. Das kristallisierte Alphahydrat weist sowohl pseudomorphische Kristallformen von kleiner, flocken-oder blattartiger Struktur wie auch die Tablettform auf, die als die normale betrachtet werden kann. Die pseudomorphen Formen müssen vermieden werden, wenn der Kristallbrei reinigungsfähig sein soll, da sie unter dem Einfluß der in der Zentrifuge entwickelten Kräfte zusammenbrechen. Das Alphaanhydrid kristallisiert normalerweise in Form von gut entwickel, ten Prismen, aber unter gewissen Umständen mit der Tendenz zum Doppel- und Parallelwuchs. Diese Tendenz muß verhindert oder beschränkt werden, um ein Erzeugnis zu gewinnen, das die am meisten erwünschten Eigenschaften hat. Das Betaanhydrid hat die Tendenz, in Form von Prismen zu kristallisieren, die denen des Alphaanhydrids ähnlich, aber etwas länglicher sind. Es neigt -zur Bildung von Doppelkristallen und zum Parallelwuchs und kristallisiert auch in Formen, die zwar in drei Richtungen genügende Größe aufweisen, um reinigungsfähig zu sein, die aber in ihrer Flächenentwicklung unzulänglich sind, so daß sie nicht den Glanz der normalen Kristalle erreichen. Bei Übersättigung findet ein Kristallisieren in ausschließlich einer Kristallart statt, wenn die Lösung zugunsten der betreffenden Art stark unausgeglichen ist. Sind aber die Bedingungen nicht während des ganzen Kristallisationsvorganges einer Kristallart ausgesprochen günstig, so können auch die anderen kristallisierbaren Arten entstehen, d. h. wenn die Lösung beispielsweise zunächst zugunsten des Alphaanhydrids und dann zugunsten des Alphahydrats unausgeglichen ist, wie es bei zu schneller Herabsetzung der Temperatur in den Hydratbereich vorkommen kann, so werden aus den angeführten Gründen beide Kristallarten gebildet, und die Kristallmasse ist nicht oder doch nicht vollständig reinigungsfähig. Der Faktoren, die eine Gleichgewichtsstörung zwischen den verschiedenen Dextroseformen in der Lösung herbeiführen - diese Formen setzen zweifellos eine Änderung in der Molekularstruktur voraus - sind verschiedene, und diese Faktoren bleiben unter gewöhnlichen Verhältnissen während des Kristallisationsvorganges nicht konstant. So ändert die Ausscheidung von Dextrose der einen Form aus der Lösung durch den Kristallisationsvorgang nicht nur das Gleichgewicht zwischen der festen und flüssigen Phase, sondern stört auch das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Dextroseisomeren im Muttersaft und ferner das Verhältnis zwischen den Verunreinigungen und der in Lösung befindlichen Dextrose. Der Einfluß aller dieser Veränderungen auf die Kristallisation muß berücksichtigt werden. . Beispielsweise wird die Anwesenheit von fester Phase einer Dextroseart in der Lösung das Gleichgewicht in der der Bildung von Kristallen der betreffenden Art günstigen Richtung stören. Übersättigung bei verhältnismäßig hohen Temperaturen begünstigt die Kristallisierung in Form von Alpha-oder Betaanhydrid, wobei die Betaform zuerst bei der höheren Temperatur kristallisiert. Übersättigung bei niedrigen Temperaturen begünstigt die Kristallisation in Form des Alphahydrats. Die Menge und die Beschaffenheit der Verunreinigungen beeinflußt gleichfalls die erzeugte Kristallart. Eine unreine Lösung neigt zum Kristallisieren in der Hydratform. Die Viskosität der Lösung beeinflußt zwar nicht direkt, wohl aber mittelbar die Kristallart, da sie den Kristallisationsvorgang verlangsamt; im übrigen ist sie selbst ein veränderlicher Faktor sowohl anfangs in der konvertierten Lösung, wie auch wenn die Lösung an gelöster Dextrose ärmer geworden ist. Der Einfluß ist deshalb in dem einen Stadium des Kristallisationsvorganges ein anderer wie in einem anderen Stadium.
  • Die Schwierigkeiten, die die Aufrechterhaltung günstiger Bedingungen für die Erzeugung einer Kristallart unter möglichstem Ausschluß anderer verursacht - dies ist, wie gesagt, nötig, um einen vollständig reinigungsfähigen Kristallbrei sowie ein Wachstum von Kristallen mit den gewünschten Eigenschaften zu erzielen -, sind also bedingt durch Faktoren, die bei der Kristallisierung von Rohr- oder Rübenzucker nicht in Frage kommen, nämlich durch den exothermischen Charakter der Reaktion; die Tatsache, daß die Dextroselösung ein Gemisch von Isomeren darstellt (vgl. E. F. Armstrong »Carbohydrates and Glucosides«, 4. Auflage, S. Z2z), die die Tendenz haben, unter spezifisch verschiedenen Bedingungen zu kristallisieren und den Einfluß der Verunreinigungen, die in einer gewöhnlichen Lösung aus konvertierter Stärke in verhältnismäßig großen Mengen vorhanden und von höchst komplizierter und veränderlicher Beschaffenheit sind.
  • Es ist nun aber festgestellt worden, daß es im Widerspruch zu der fest gebildeten Meinung vom Gegenteil, wie sie in einer umfangreichen Literatur über den Gegenstand zum Ausdruck kommt, möglich ist, kristallinische Dextrose fabrikmäßig durch Verkochen auf Korn herzustellen, d. h. durch Aufrechterhaltung der Übersättigung im Wege der Entziehung von Wasser ohne wesentliche Änderung der Temperatur, und daß ferner das auf diese Weise gewonnene Erzeugnis Eigenschaften besitzt, die es der kristallinischen Dextrose, wie sie bisher im Wege der Temperaturerniedrigung erzeugt wurde, überlegen ist. Dies neue Verfahren mag in Anwendung auf die Herstellung von Anhydriden (Alpha- und Beta-) sowie des Alphahydrats nunmehr beschrieben werden. Erzeugung der Anhydride. Man geht vorzugsweise von einer Lösung aus, die eine höhere Reinheit besitzt als die der üblichen aus konvertierter Stärke gewonnenen Dextroselösung, die etwa 89 bis go% Dextrose, auf die Trockensubstanz bezogen, enthält. Es können allerdings auch weniger reine Lösungen benutzt werden; das erfordert aber größere Sorgfalt und bessere Überwachung der Duchführung des Verfahrens. Es hat-sich gezeigt, daß ein Zucker, der alle öbenerwähnten guten Eigenschaften besitzt, leicht aus einer Lösung von 940/, Reinheit gewonnen werden kann. Dies kann durch Kristallisieren nach irgendeinem bekannten Verfahren geschehen; da aber eine Reinheit von zoo °/o nicht angestrebt wird, kann man beim Kristallisieren weniger Sorgfalt anwenden, und die gereinigte Kristallmasse braucht nicht mit Wasser gewaschen zu werden. Der Zucker wird in Wasser gelöst und nach oder ohne Filtrierung in eine Vakuumpfanne bei geeigneter Dichte, etwa 30'B6, eingeführt und dann bis auf eine Dichte konzentriert, die zwischen 4.3 und 49'B6 liegen kann (die Dichte ist wegen der schlechteren Löslichkeit der Dextrose etwas geringer als die in der Rohrzuckerindustrie übliche). Dann wird der Saft auf eine Temperatur gebracht, die zwischen 49 und 7z° C liegt, je nach der Art der zu bildenden Kristalle sowie der Eigenart und der Menge der vorhandenen Unreinigkeiten. In diesem Zustande ist die Lösung etwas übersättigt, aber nicht so weit, daß Kristallbildung, wenigstens in irgendwie erheblichem Maße, einträte. - Soll Betaanhydrid erzeugt werden, so hält man die Temperatur in der Nähe der oberen Grenze des Temperaturbereichs, bei Alphahydrat in der Nähe der unteren Grenze und für Alphaanhydrid in mittlerer Höhe, etwa zwischen 49 und 55'. Der Saft wird dann mit trockenen Kristallen oder einem Gemisch von Kristallen und Muttersaft der gewünschten Isomere angesät, und zwar in einem Verhältnis, das sich mit der Beschaffenheit und der Menge der Unreinigkeiten ändert. Handelt es sich insbesondere um die Herstellung von Alphaanhydrid, so kann man bei einer Temperatur von 55' und einer Dichte des Saftes von 45' Be (unter der Annahme einer Ausgangslösung von 940/, Reinheit und durchschnittlicher Beschaffenheit in bezug auf die Natur der Verunreinigungen) 1/Z °/o Saat (auf die Trockensubstanz bezogen) benutzen, was reichlich viel ist. Beträgt die Reinheit 9 so braucht die Saat nur eine Spur auszumachen, oder sie kann ganz in Fortfall kommen. Sind die Konzentration und die Verunreinigungen solche, daß die Lösung eine hohe Zähflüssigkeit 'besitzt, so ist die Saatmenge zu erhöhen. Ein Saft von 9o °/o Reinheit granuliert bei 6o' C und einer Dichte von 48 ' B6. Das Ansäen, das in der Rohrzuckerindustrie lediglich den Kristallisationsvorgang beschleunigen soll, ist bei der Dextroseerzeugung nötig, wenn nicht die Lösung von ungewöhnlich hoher Reinheit ist. Nunmehr beginnen neue Kristalle der betreffenden Art sich zu bilden, vorausgesetzt, z. daß die Kristallisation nicht durch zu heftige Wärmeanwendung verhindert wird, da verhältnismäßig große Wärmemengen durch die Kristallisation selbst frei werden; 2. daß die Verunreinigungen nicht die Löslichkeit der betreffenden in Entstehung begriffenen Isomere so gesteigert haben, daß die Lösung ungenügend übersättigt ist; 3. daß die Zähflüssigkeit nicht zu groß ist, um die freie Verteilung der Saat und der gebildeten Kristalle innerhalb der Flüssigkeit zu verhindern.
  • Ist die Übersättigung unangemessen oder die Viskosität zu hoch, so kann die Bildung neuer Kristalle durch Erhöhung der eingeführten Saatmenge oder auch dadurch unterstützt werden, daß man einen stärkeren Umlauf herbeiführt, indem man die Masse mit Rührvorrichtungen bearbeitet oder Luft, Wasser oder andere geeignete Mittel einführt. Zu hohe Konzentrationen müssen vermieden werden, damit die Übersättigung der anderen Isomeren in der Lösung nicht so groß wird, daß deren Kristallisation herbeigeführt wird, d. h. jede kristallisierbare Isomere hat eine gewisse Kristallisationsgeschwindigkeit, die mit der Temperatur und anderen Bedingungen veränderlich ist. Wenn die Bedingungen die Kristallisation einer Isomere begünstigen, so gehen die anderen gemäß der Erscheinung des Tautomerismus in die Form über, die in der Kristallisierung begriffen ist, so daß das Gleichgewicht aufrechterhalten wird, es sei denn, daß die Übersättigung so groß ist, daß diese anderen Formen gezwungen werden, in die feste Phase Überzugehen. Eine verhältnismäßig größere Zahl von Kristallen, wenigstens zwei- oder dreimal soviel als bei Saccharose, soll induziert werden, damit wegen der geringeren Kristallisationsgeschwindigkeit die Kochzeit innerhalb wirtschaftlich zulässiger Grenzen gehalten werden kann. Wenn eine hinreichende Masse von Kristallen der gewünschten Art sich gebildet hat, wird das Kochen so intensiv fortgesetzt, daß eine Zirkulation gesichert ist, aber nicht intensiver, als der außer Lösung kommende Zucker sich 'auf der Masse der vorhandenen Kristalle absetzt. Für dieses Stadium der Behandlung, in dem die bereits gebildeten Kristalle sich zu der gewünschten Größe aufbauen, zweckmäßig ohne Bildung neuer Kristalle, sollen die folgenden Bedingungen innegehalten werden: Die Verdampfung muß erheblich langsamer vor sich gehen als bei der Herstellung von Saccharose, da die Kristallisationsgeschwindigkeit von Dextrose natürlich eine geringere ist als die der Saccharose und diese Geschwindigkeit weiter verringert wird, da sie von der tautomerischen Umwandlung abhängt, die stattfinden muß, bevor die Kristallisierung fortgesetzt werden kann. Das Arbeitsgut soll so flüssig wie möglich sein, flüssiger als es bei der Behandlung von Rohrzuckerlösungen üblich ist, da die Viskosität im Falle der Dextrose der Kristallisation ein größeres Hindernis bietet; auch ist es wichtig, daß die Kristalle zirkulieren und sich gleichförmig entwickeln, da sie sonst zusammenwachsen und sich abnormal verlängern können. Ist die Masse zu dickflüssig, so kann sie mit Wasser oder mit frischer Lösung verdünnt werden, oder es können höhere Temperaturen Anwendung finden. Wenn die feste Phase zunimmt, so kann man auf diese Bedingungen weniger Rücksicht nehmen, da das Vorhandensein großer Mengen fester Phase einer Isomere die Kristallisation der betreffenden Isomere stark anregt und die Kristallisation der anderen Isomeren hindert, auch wenn andere Bedingungen an sich gerade den entgegengesetzten Einfluß haben könnten. Im Verlaufe dieses Stadiums der Behandlung kann deshalb das Kochen lebhafter durchgeführt werden, und die Konzentrationen des Muttersaftes sowie die Aufrechterhaltung von- Temperaturen, die speziell der Kristallisierung des Alphaanhydrids günstig sind, können in gewissem Maße außer acht gelassen werden; allerdings kann die Konzentration im allgemeinen nicht so weit getrieben werden, wie es in der Rohrzuckerfabrikation üblich ist. Das bedeutet, daß das Vakuum erhöht werden kann, wenn es nicht bereits das Höchstmaß erreicht hat, für das der betreffende Verkocher gebaut ist. Wenn die feste Phase zunimmt, können auch Säfte von geringerer Reinheit als die des Saftes, mit dem der Verkocher angesetzt wurde, in den Verkocher eingeführt werden, obwohl geringe Reinheit der Kristallisierung des Anhydrids ungünstig ist. Bei Beendigung der Behandlung wird die Dichte des Muttersafts gewöhnlich etwa 42 ' B6 betragen. -Es ergibt sich also, daß der Prozeß in drei Stufen durchgeführt wird: i. die Konzentration der Lösung, die bis etwa zum Übersättigungspunkt bei irgendeiner Temperatur oder irgendeinem Kochgrade getrieben werden kann; z. die Induzierung von Kristallen (zweckmäßig durch geringe Mengen Saatkristalle eingeleitet), die für gewöhnlich einen Zeitraum von wenigen Minuten bis % Stunde erfordert und auch unter den ungünstigsten Verhältnissen nicht mehr als z oder 3 Stunden in Anspruch nehmen soll, wobei die Menge der zu induzierenden Kristalle von der Größe der Kristalle abhängt, die für die fertige Beschickung gewünscht wird, obwohl, allgemein gesprochen, die Kristalle erheblich kleiner sind als diejenigen, die aus Saccharoselösungen gewonnen werden können; 3. das Wachsenlassen der bereits gebildeten Kristalle, welcher Vorgang für gewöhnlich in 6 bis 7 Stunden beendet sein, auf keinen Fall aber io bis 1z Stunden in Anspruch nehmen soll.
  • Der ganze Prozeß einschließlich Konzentrierung und Kristallisierung nimmt deshalb 6 bis S Stunden in Anspruch gegenüber einem Zeitraum von 1l/2 bis 2 Stunden bei der Rohrzuckerfabrikation. Wenn wegen der Menge oder der Beschaffenheit der Verunreinigungen der Kristallbrei in der dritten Behandlungsstufe eine höhere Viskosität besitzt, oder wenn der Kristallisationsgrad aus irgendeinem Grunde langsam ist, so kann man das Arbeitsgut, dessen Muttersaft eine Dichte von 4-z' B6 hat, bei atmosphärischem Druck, wie bei dem eine Erniedrigung der Temperatur bedingenden Verfahren, in einen Kristallisator laufen und hier unter Umrühren und passender Temperaturerniedrigung verweilen lassen, bis die Kristallisierung soweit wie möglich durchgeführt ist.
  • Hat das Verkochen vollständig im Kochapparat stattgefunden,- was sich für gewöhnlich durchführen läßt, nachdem die Kristalle sich zu der richtigen Größe entwickelt haben (was sich bei dem neuen Verfahren leicht kontrollieren läßt), so wird das Arbeitsgut aus dem Verkocher abgelassen und zentrifugiert, um den Muttersaft abzuscheiden. Aus den oben angeführten Gründen wird. die Zeit des Zentrifugierens im Vergleich zu der Zeit, die bei dem eine Kristallisation bei atmosphärischem Druck bedingenden Verfahren erforderlich ist, erheblich abgekürzt, und das Waschen mit Wasser in den-Zentrifugen wird in noch größerem Maße verringert. Dadurch wird nicht nur Zeit gespart und der Verlust von Zucker im Waschwasser herabgesetzt, sondern auch die Erosion der Kristalle vermindert, woraus sich ein größerer Glanz ergibt und Schütt- und Fließfähigkeit des gewonnenen Zuckers erhöht wird. Die höhere Reinheit des Erzeugnisses steigert seine Süßkraft, was insofern wichtig ist, als Dextrose an sich bekanntlich weniger süß ist als Saccharose. Das auf diese Weise gewonnene Anhydriderzeugnis bleibt in feuchter Luft trocken; es enthält für gewöhnlich bis zu 9o °/o oder mehr Einzelkristalle im strengen Wortsinne, während der Rest aus Doppelkristallen und Aggregaten der einheitlichen Parallelwuchs involvierenden Art besteht. Ein gruppenweises Verketten oder Verwachsen der Kristalle zu Klümpchen der sogenannten »Blumenkohltype«fmndet in irgendwie erheblichem Maße nicht statt. Die Masse kann etwas Betaanhydrid enthalten, wenn die Temperaturen hoch sind; die Anwesenheit dieser Art von Kristallen scheint aber die Reinigungsfähigkeit des Arbeitsgutes in irgendwie erheblichem Maße nicht zu beeinflussen. Herstellung von Betaanhydrid. Das Verfahren ist dasselbe wie bei der Erzeugung des Alphaanhydrids mit den Unterschieden, daß die Temperatur auf 6o' oder darüber gehalten, die Dichte des Muttersaftes etwa auf 45' B6 gehalten wird und daß die Saat aus Betaanhydridkristallen besteht. Es können Mischungen aus Alpha und Beta gemacht werden; das Betaanhydrid neigt aber dazu, sich in geringerem Maße und weniger vollkommen zu entwickeln, was unerwünscht ist. Ist es in irgendwie großen Mengen vorhanden, so macht es das Arbeitsgut schlecht reinigungsfähig; allerdings kann auch dann das Arbeitsgut erheblich besser gereinigt werden als eine Mischung von Anhydrid- und Hydratkristallen.
  • Die Herstellung von Alphahydrat. Die Bedingungen sind dieselben wie bei der Erzeugung von Alphaanhydrid mit den Unterschieden, daß die Dichte der Lösung geringer, zweckmäßig 4o bis 42' B6, die Kristallisationstemperatur niedriger, d. h. etwa 4o' C oder weniger, sein und die Saat aus Alphahydrat von normaler Form unter Ausschluß von pseudomorphen Formen bestehen soll. Das Abscheiden von neuem Zucker muß anscheinend langsamer erfolgen, da andernfalls die außerLösunggehende Dextrose die Neigung zeigt, in unvollkommen entwickelten Kristallformen zu kristallisieren.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung kristallisierter Dextrose aus konvertierter Stärkelösung durch Kristallisierung zu einer Masse, von der der Muttersaft unter Erzielung eines im wesentlichen reinen Erzeugnisses vollständig abgeschieden werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung durch dauernde Wasserentziehung im Zustande kristallisierender Übersättigung gehalten wird, wobei man die sich bildenden Kristalle in Bewegung hält und innerhalb der Lösung verteilt, bis die Kristallisation beendet ist, worauf der Muttersaft von den Kristallen getrennt wird, solange der Kristallbrei sich in flüssigem Zustande befindet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Dextroselösung, die einen Dextrosegehalt von im wesentlichen über go % (auf die Trockensubstanz bezogen), zweckmäßig 94% oder darüber, besitzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kristallisation unter einem im wesentlichen konstanten Vakuum durchgeführt wird, wobei zunächst bis zur Bildung eines Stammes von Kristallen heftig und dann in dem Maße weitergekocht wird, daß die vorhandenen Kristalle sich weiterentwickeln, ohne daß im wesentlichen neue Kristalle induziert werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung zunächst bis zum Punkte der Übersättigung konzentriert, dann unter konstantem Vakuum, zweckmäßig unter Zusatz einer geringen Menge Saatkristalle, gekocht wird, bis ein Stamm von Kristallen induziert ist, worauf man die Kristalle weiter anwachsen läßt, indem man das Kochen im Vakuum so langsam fortsetzt, daß im wesentlichen keine neuen Kristalle induziert werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß man, nachdem ein Stamm von Kristallen in der Lösung entwickelt ist, dem Kristallbrei frische Lösung zuführt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man, nachdem die Masse der festen Phase so zugenommen hat, daß sie einen bestimmenden Faktor bildet, heftiger kocht und das Vakuum erhöht.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch .4, dadurch gekennzeichnet, daß man, nachdem die Masse der festen Phase so zugenommen hat, daß sie einen bestimmenden Faktor bildet, dem Kristallbrei eine Dextroselösung von geringerer Reinheit als die ursprünglich benutzte zusetzt. B. Verfahren nach Anspruch 4, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kristallisierung bei atmosphärischem Druck unter Temperaturerniedrigung zu Ende geführt wird. g. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche z bis 8, gekennzeichnet durch eine solche Regelung des Vakuums, daß sich eine Kristallisationstemperatur zwischen 49 und 55 ° C ergibt, zum Zwecke der Erzeugung von Dextrose der Alphaanhydridart.
DEC40338D 1927-08-27 1927-08-27 Verfahren zur Gewinnung kristallisierter Dextrose Expired DE534189C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1030270B (de) * 1956-04-06 1958-05-14 Corn Prod Refining Co Verfahren zum Entwaessern von Staerkekonvertierungsfluessigkeiten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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