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Kopiermaschine für gaufrierte Filme Die" Reproduktion der gewöhnlichen
Filme durch Projektion des Originalbildes auf einen lichtempfindlichen Film mit
Hilfe eines Objek-
tivs bietet keinerlei Schwierigkeit von besonderer Art;
bei Verwendung eines vollkommen korrigierten Objektivs bemerkt man sogar, daß die
Qualität der so erhaltenen Reproduktionen besser ist als die Qualität der durch
Abziehen erhaltenen Reproduktionen.
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Anders verhält es sich, wenn man solche Bilder durch Projektion reproduzieren
will, die auf gaufrierten Filmen, d. h. auf solchen Filmen erhalten werden,
deren als Träger dienende Fläche mit mikroskopischen lichtbrechenden linierten Elementen
überzogen ist. In diesem Fall bemerkt man, daß die glänzenden Gegenstände des Originalbildes
selbst dann noch von einem hofartigen Schleier umgeben sind, wenn das Bild mit genauer
Schärfe und mit einem starken Gegensatz zwischen den Kontrasten reproduziert wird.
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Dieses ist auf die unvermeidlichen, in jedem Objektiv entstehenden
inneren Widerspiegelungserscheinungen zurückzuführen. Betrachtet man in schräger
Richtung ein durch eine punktförmige Lichtquelle beleuchtetes Objektiv, so erscheint
bekanntlich das Bild des Lichtpunktes auf jeder Seite der Linsen reflektiert; da
jeder glänzende Punkt eines projizierten Bildes als eine punktförmige Lichtquelle
betrachtet werden kann, so wird derselbe auf den Objektivgläsern Teilreflexionen
verursachen. Es ist klar, daß, wenn man das Bild auf einen gewöhnlichen lichtempfindlichen
unbelichteten Film projiziert, solche Teilreflexionen die Qualität der Reproduktion
nicht beeinträchtigen können; höchstens können die schwachen, nach allen Richtungen
reflektierten Strahlungen auf der Reproduktionsfläche einen leichten, gleichmäßigen
Schleier erzeugen, der sich leicht durch Wahl eines geeigneten Entwicklers beseitigen
läßt. Anders verhält es sich dagegen, wenn man die Projektion auf einen gaufrierten
Film vornimmt, dessen Gaufrierung gerade dem Projektionsobjektiv gegenübersteht.
Da in diesem Fall jedes mikroskopische Element des Trägers als mikroskopisches Objektiv
arbeitet, das linear oder punktförmig sein kann, so wird dasselbe das Bild bzw.
die Bilder eines jeden Reflexes auffangen und sie jedesmal, wenn der Reflex sich
nicht außerhalb des Arbeitsfeldes der betreffenden lichtbrechenden Elemente befindet,
an bestimmten Stellen der Emulsion festlegen. Es werden, mit einemWort, die in derNähe
der Normalen zu den einzelnen Punkten des Reproduktionsfilms befindlichen Reflexe
mit einer
ihrem Glanz entsprechenden Lichtstärke auf die Schicht
übertragen, daher die Erscheinung eines Hofes oder Schleiers in der Nähe eines jeden
glänzenden Punktes bei den Reproduktionen auf gaufrierten Filmen.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, diesen Fehler gründlich dadurch
zu beseitigen, daß die Diopterobjektive bei den Projektionskopiermaschinen durch
Katopterobjektive ersetzt werden. Ein einfacher, auf seiner konkaven Seite versilberter
und polierter Hohlspiegel entspricht praktisch den für eine tadellose Reproduktion
nötigen Bedingungen.
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Die Arbeitsweise dieses Spiegels und der Kopiermaschine im allgemeinen
geht aus den beiden Abbildungen der beiliegenden Zeichnung hervor.
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Abb. i ist ein schematischer waagerechter Querschnitt durch die Kopiermaschine
senkrecht zu den Filmen und durch die optische Achse des Spiegels.
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* ist der zu reproduzierende gaufrierte Film. * ist
eine zur Beleuchtung des Films A bestimmte Diffusionslaterne.
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C ist der sphärische Spiegel, dessen optischer Mittelpunkt
bei 0 liegt.
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D ist der unbelichtete gaufrierte Film, auf welchen der Spiegel
C das umgekehrte Bild des Films projiziert.
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Abb. 2 zeigt die beiden Gänge der Kopiermaschine, in welchen der Originalfilm
und der unbelichtete Film nebeneinandergeführt werden. Beide zeigen ihre gaufrierte
Seite dem SpiegelC, nur läuft der eine von unten nach oben, während der andere von
oben nach unten läuft, wie es bei allen Projektionskopiermaschinen der Fall ist.
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Die Gänge, in welchen die Filme geführt sind, können zur optischen
Achse des Spiegels entweder genau senkrecht oder leicht geneigt angeordnet werden,
um mit der Brennfläche des Spiegels in der Nähe des Scheitels dieser Brennfläche
besser übereinzustimmen.
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In allen Fällen muß der Krümmungsmittelpunkt des Spiegels genau zwischen
den beiden Filmen liegen, um die Aberrationen auf ein Mindestmaß zu beschränken;
ebenso muß der Spiegelradius lang genug sein, damit die lange Bildseite der Filmbilder
gegenüber diesem Radius vernachlässigt werden kann; endlich muß der Spiegeldurchmesser
so gewählt werden, daß die Spiegelöffnung gegenüber dem Spiegelradius der Öffnung
des Objektivs entspricht, das zur Aufnahme des Originalbildes benutzt wurde, also
im allgemeinen I : 2,5 beträgt.
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Bei dem oben beschriebenen Verfahren kommt die für die richtige Reproduktion
der Bilder auf einem gaufrierten Film erforderliche Beseitigung des Moir6effektes
nicht in Betracht. Man kann zwar entsprechend dem R. Berthonschen Verfahren nach
dem franz. Patent 622 996 in die zum Spiegel führenden und vom Spiegel zurückkommenden
Lichtbündel alle zu diesem Zweck in Betracht kommenden optischen Vorrichtungen einschalten,
nur würde man dann wieder Reflexe einführen. Bei linierten Filmen besteht das einfachste
Verfahren darin, daß man den sphärischen Spiegel senkrecht zu den Riffelungen der
Filme in drei Streifen einteilt und jeden einzehien von den drei Abschnitten um
den zur Beseitigung des Netzes des Originalbildes nötigen Betrag versetzt.
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Man kann auch den Spiegel durch Verdrehung deformieren, besonders
wenn es sich um einen Metallspiegel (aus sogenanntem StainIeß-Stahl u. dgl.) handelt.
Da diese Versetzungen und Deformationen der einzelnen Abschnitte des Spiegels unendlich
klein sind, so wird die Schärfe des endgültigen Bildes dadurch nicht merklich beeinträchtigt.