DE524851C - Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Altpapier - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem AltpapierInfo
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- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
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- D21C5/02—Working-up waste paper
- D21C5/025—De-inking
- D21C5/027—Chemicals therefor
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Altpapier Für die Aufarbeitung von bedrucktem Papier, insbesondere für die Beseitigung der Druckerschwärze, sind vielerlei Verfahren bekannt, so auch die Behandlung mit den Ablaugen bei der Herstellung von Zellstoff nach dem Natron- und Stilfitverfahren, und zwar in dem Zustand, wie sie bei diesem Prozeß anfallen.
- Die Verwendung dieser Ablaugen bei der Aufarbeitung von bedrucktem Papier zeigt -roße Nachteile, die sich aus der chemischen Zusammensetzung dieser Laugen leicht erklären lassen; denn bei beiden Verfahren gehen aus den pflanzlichen Rohstoffen die Inkrusten, die etwa 50 0;6 des Rohstoffgewichts betragen, in die Ablauge über.
- Es hat sich gezeigt, daß bei der Benutzung dieser Ablaugen besonders die darin enthaltenen anorganischen Salze und Verbindungen bei der Entfernung der Druckerschwärze mitwirken, nicht aber die große Menge der sonstigen. organischen Stolle, die in diesen Lösungen enthalten sind. Die Aktivität der Salze wurde durch den. Kochprozeß bei der Cellulosegewinnung abgeschwächt und soll nach dem neuen Verfahren unter besonderer Berücksichtigung für den neuen Zweck, d. h. das mineralölhaltige Bindemittel der Druckerschwärze zu emulgieren, eine schärfere Wirkung erhalten. Gemäß der Erfindung werden die Ablaugen in erster Linie mit Erdalkalihydroxyden, insbesondere mit Ätzkalk, behandelt, Dadurch werden organische Stoffe ausgefällt. Die so erhaltene Ablauge hat durch den wesentlich geringeren Gehalt an organischen Stoffen den Vorteil, daß in dem aufbereiteten Papier weniger fä rhende Stolte enthalten sind, die heim späteren Bleichen entfernt werden mül3tcn.
- Bei der Vcnvendung von Stilftlauge kann ferner der Kalk durch Alkalisalze, z. B. durch All;alisulfat, gefällt werden, so daß neben unlöslichem Gips aus dem organischen Kalksalz das entsprechende lösliche Alkalisalz entsteht. Dieses Alkalisalz hat, wie alle Alkalisalze, gegenüber den 1?rdalkalisalzen eine größere I?mulgicrungsfühigkeit für das Mineralöl in der Druckerschwärze: auch spielt die Oberflächenspannung eine Rolle bei der Ausschwemmung des Kohlenstoles der Druckerschwärze, bei der das Alkalisalz günstiger wirkt als (las Erdalkalisalz.
- Auch die alkalischen Ablati<oen der Zellstoltkochung erfahren durch Ätzkalk eine weit-chende Veräuderting. Die Ablaugen vom Natron- und Stilfatprozeß stellen keine einheitlichen Verbindungen dar sowohl in bezug auf die organischen wie anorganischen Verbindungen. Der Ätzkalk wirkt auf beide. und es entstehen neue Verbindungen und Lösungen von enormer Vielseitigkeit, die in ihrer Gesamtwirkung ein sehr günstiges Resultat für die Entfernung der Druckerschwärze ergeben. Die Veränderung der Laugen. beruht auf der Fällung organischer Substanzen und auch auf der hinwirkunauf die mineralischen Bestandteile.
- Bei dem Natron- und Sulfatverfahren nehmen die Kochlaugen außer organischen Stoffen auch solche anorganischer Natur auf. wo- bei für vorliegendes Verfahren die an Natron gebundene Kieselsäure eine besondere Rolle spielt: Es ist also ein Unterschied, ob in bekannter Weise nur feit Soda und _ltziisttron oder wie im vorlie-enden Verfahren mit den aus dem alkalischen hochprozeli resultierenden Alkalien gearbeitet wird, da diese ursprünglich angewendeten anorganischen Salze sich auch anorganisch verändert haben.
- Aus diesem Grunde stellen auch die lösliehen Salze: die aus der veraschten alkalischen Ablauge gewonnen werden, widere chemische ferbindungen dar als die ursprünglichen. Auch die so gewonnenen Salze lassen sich mit Vorteil zur Entfernung der Druckerschwärze verwenden.
- Für die Bewertung dieses Verfahrens kommt in Betracht. daß einerseits die Ablaugen in der Cclluloseindustrie wiedergewonnen werden müssen, anderseits, daß diese Lösungen in der neuen Verwendung Vorteile insofern bieten, als bei einem späteren Bleichprozeß der damit behandelten bedruckten Papiere für die angewendete Lauge kein Bleichmittel verbraucht wird; da keine organische Substanz darin mehr enthalten ist.
- Die Behandlung der Abfallaugen wird beispielsweise wie folgt durchgeführt: I. Saure Laugen der Sulfitcellulosefabrikation In den Abfallaugen werden entweder die organischen Stoffe mit Ätzkalk gefällt, oder es wird Kalk durch Zugabe von Natriumsulfat in Form von Gips gefällt. Mit diesen Lösungen wird das Rohpapier in an sich bekannter Weise in der Wärme oder in der Kälte behandelt. II. '.lkalische Laugen der Sulfat-. cellulosefahrikation a,) Behandlung auf nassem Wege Die Abfallauge wird mit Ätzkalk versetzt. Hierdurch werden große Mengen organische Substanzen ausgefällt: ferner wird vorhandenes kohlensaures Alkali in Ätznatron übergeführt, wodurch die Alkalität der Lauge verstärkt wird. Die anfallende Flüssigkeit wird in. an sich bekauinter Weise in der Wärme oder Kälte verwendet.
- U) Behandlung auf trockenem Wege durch Veraschung Die Abfallaugen werden eingedampft iuid verascht. Durch die Veraschung wird sowohl eine restlose Beseitigung der organischen Beimenaungen als auch eine chemische Umwandlung der ursprünglich angewendeten Salze vorgenommen: Die anfallende Schlacke wird mit Wasser ausgezogen. Für die Behandlung des Altpapiers werden die aus der Schlacke erhaltenen Lösungen in an sich bekannter Weise verwendet.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE:. i. Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Papier unter Verwendung von Ablaugen der Zellstofkochung, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaugen vor ihrer Einwirkung mit 1--rdalkalilivdrowdeii, z. B, Ätzkalk, behandelt werden. _. Verfahren nach Anspruch i, dadurch bekeiinzeicliiiet, daß die sauren Abfall.-laugen, z. B. SuIftablaugen, mit -Alkalisalzen, z. B. Alkalisülfat, behandelt werden. Verfahren nach Anspruch i und e dadurch gekennzeichnet, daß die alkalischen Abfallaugen: z. B. Sulfat- oder N=..-tronablauge, verascht und die wasserlöslichen Rückstände zur Behandlung des Altpapiers: verwendet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG76182D DE524851C (de) | 1929-04-19 | 1929-04-19 | Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Altpapier |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG76182D DE524851C (de) | 1929-04-19 | 1929-04-19 | Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Altpapier |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE524851C true DE524851C (de) | 1932-02-11 |
Family
ID=7136161
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG76182D Expired DE524851C (de) | 1929-04-19 | 1929-04-19 | Verfahren zur Gewinnung von reinem Papierstoff aus bedrucktem Altpapier |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE524851C (de) |
-
1929
- 1929-04-19 DE DEG76182D patent/DE524851C/de not_active Expired
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