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Lenkvorrichtung für Gleiskettenfahrzeuge Die Erfindung bezieht sich
auf eine Lenkvorrichtung für Gleiskettenfahrzeuge, bei denen mittels eines einzigen
Lenkgliedes auf die Kupplungen und Bremsen der beiden Gleisketten eingewirkt wird.
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lin besonderen benutzt die Erfindung die bekannte Einrichtung, bei
welcher die Kupplungen und Bremsen von einer Kurvenscheibe aus eingestellt werden.
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Diese an sich bekannte Einrichtung wird gemäß der Erfindung in der
Weise verbessert, daß in die Kurvenscheibe, von der aus die Kupplungen und Bremsen
für die Gleisketten eingestellt werden, zwei Hebel eingreifen, von denen jeder zum
Einstellen einer Gleiskettenkupplung und einer Bremse dient.
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Die Kurve der Kurvenscheibe ist so gestaltet, daß bei ihrer Drehung
entweder beide Bremsen angezogen und beide Gleiskettenkupplungen gelöst werden,
oder daß z. B. auf der rechten Fahrzeugseite die Kupplung eingerückt und die Bremse
gelöst, gleichzeitig damit auf der linken Fahrzeugseite die Kupplung gelöst und
die Bremse angezogen wird, oder daß beide Kupplungen eingerückt und beide Bremsen
gelöst werden, oder daß z. B. auf der linken Fahrzeugseite die Kupplung eingerückt
und die Bremse gelöst wird, gleichzeitig auf der rechten Fahrzeugseite die Kupplung
gelöst und die Bremse angezogen wird.
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Alle diese Vorgänge werden dadurch erzielt, daß die Kurvenscheibe
eine Drehung um weniger als i8o° ausführt. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt, und zwar bedeutet: Abb. i eine Draufsicht in teilweisem
Schnitt auf die Lenkvorrichtung eines Gleiskettenfahrzeugs, Abb. :2 eine Rückansicht,
in der einzelne Teile gemäß der Linie 2-2 geschnitten sind. Abb. 3 eine Seitenansicht
mit Schnittdarstellungen gemäß der Linie 3-3 der Abb. i, Abb. q. einen Schnitt nach
der Linie 4-4 der Abb. 5, Abb.5 einen Schnitt in größerem Maßstabe nach der Linie
5-5 der Abb. i, Abb.6 eine Seitenansicht eines der in Abb. q. und 5 dargestellten
Teile, Abb. 7 eine Rückansicht desselben Teiles, Abb. 8 eine Draufsicht auf diesen
Teil, wobei er um 4.5° gedreht ist, Abb. g eine Draufsicht auf einen anderen der
in den Abb. 4. und 5 dargestellten Teile und Abb. io eine Ansicht dieses Teiles.
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Die Abb. i i bis 15 zeigen verschiedene Stellungen der Lenkvorrichtung.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in der Anwendung auf ein Gleiskettenfahrzeug
dargestellt, das z. B. einen drehbaren Ausschachtkran tragen soll.
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Der hierzu erforderliche Drehtisch des Aufbaues sitzt auf einem Mittelzapfen
2o des Fahrzeugrahmens i. Durch die Bohrung dieses Zapfens 2o ist die Welle ig hindurchgeführt,
die über Kegelräder und ein Zweigangschaltgetriebe
zum Antrieb
einer Welle 2 dient, die mittels Stirnräder 3, 5 über die Welle 7 die Gleiskette
io und über die Stirnräder 4, 6 und über die Welle 8 und die Kettenführungsräder
9 die Gleiskette r i antreibt.
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Aus Abb. 4 und 5 ist eine Kupplung 31 erkennbar, die dazu dient, das
Stirnrad 3 mit der Welle 2 zu kuppeln oder zu entkuppeln. Die Kupplung besteht aus
einem Teil 32, der lose drehbar auf der Welle sitzt und mit dem Rade 3 verbunden
ist. Ein Teil 33 ist auf der Welle 2 mittels Nut und Federn 34 verschiebbar und
besitzt Zähne 35, die in ähnliche Zähne 36 des Teiles 32 eingreifen können. Ein
Bund 37 ist auf der Welle 2 befestigt und verhindert, daß sich die Federn 34 auf
der Welle 2 verschieben. Für die Betvegung des Kupplungsteiles 33 in die beiden
Endstelltmgen ist ein Arm 38 vorgesehen, der mit gabelförmigen Lageraugen 39 und
einem Bund 40 versehen ist, der durch einen Keil 41 und einer Welle 42 befestigt
ist, die sich in der Längsrichtung des Fahrzeugs erstreckt und in geeigneten Lagern
des Rahinens i ruht. Auf jeder Seite des Armes 38 sind Arme 43 und 44 vorgesehen,
von denen jeder einen Lagerbund 45 trägt, der lose drehbar auf der Welle 42 sitzt,
und ferner mit einer abwärts sich erstreckenden Verlängerung 46 ausgerüstet ist,
die drehbar an einem Bolzen 47 eines geeigneten Ringes ¢8 angreift, der seinerseits
drehbar in der Nut des Kupplungsteiles 33 liegt.
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An jedem der Arme 43, 44 sind ferner, wie aus Abb.7 ersichtlich, nach
innen vorstehende Lager 49 vorgesehen. Ferner befinden sich an diesen Armen übereinstimmende
Bohrungen 5o, in welche ein Bolzen 51 oder andere geeignete Mittel eingeschoben
werden können, um die beiden Teile in sicherer Verbindung zu dem Arm 38 zu halten.
Die einander gegenüberstehenden Enden der Lager 49 sind, wie bei 52 ersichtlich,
weggeschnitten, so daß, wenn die Arme 43 und 44 einander gegenübergestellt sind
(Abb.5), eine Öffnung entsteht, in welche ein Bolzen 53 lose eingesetzt werden kann.
Auf ihm sitzt mit einem Bund 54 eine Stange 55. jedes der Lager 49 ist an seiner
oberen Seite (Abb. 7 und 8) vertieft, derart, daß, wenn die Lager einander gegenüberstehen,
ein Sitz 56 für das untere Ende einer Feder 57 entsteht, die auf die Stange 53 aufgeschoben
und zwischen den Sitz 56 und einer Rundscheibe 58 mit leichter Spannung eingebaut
ist. Die Rundscheibe 58 sitzt verschiebbar auf dem Bolzen 53 und wird in ihrer Stellung
durch Muttern 59 gehalten. Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, daß, wenn die Welle42
in einer der Uhrzeigerbewegung entgegengesetzten Richtung gedreht wird (in bezug
auf Abb. .4), die Lager 39 des Armes 38, welcher auf der Welle 42 befestigt ist,
sich gegen die Unterseite der Lager 49 legen, um die Arme 43 und 44 in der gleichen
Drehrichtung um die Welle 42 zu drehen.
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Bei dieser Bewegung werden die Arme 43 und 44 den Kupplungsteil 33
längs der Welle :2 nach rechts in bezug auf Abb. 4 verschieben, wodurch die Entkupplung
zwischen der Welle :2 und dem Teil 32 herbeigeführt und damit auch die Gleiskette
io abgeschaltet wird. Bei umgekehrter Drehung der Welle 42 wird der Arm 38 durch
seine federnde Verbindung 57 mit den Armen 43 und 44 eine Verschiebung des Kupplungsteiles
33 in die Kupplungsstellung zum Teil 32 herbeiführen, eine Stellung, die
in Abb. 4 gezeigt ist.
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Um die Welle42 zu drehen, ist ein Hebel 6o vorgesehen, welcher lose
in eine Nut 62 eingreift, welche auf der Unterseite einer Kurvenscheibe vorgesehen
ist. Diese Kurvenscheibe sitzt lose drehbar auf dem Führungszapfen 20 und kann infolgedessen
in Bezug auf den Fahrzeugrahmen um die Drehachse der Welle i9 als Mittelpunkt gedreht
werden.
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Um zu verhindern, daß bei der Entkupplung der Teil 32, weitere
Drehungen ausführt, ist ein Bremsband 64 vorgesehen, welches den Teil 32 umgibt
und mit einem Ende an einem in Lageraugen 66 des Rahmens i liegenden Bolzen 65 befestigt
ist. Das andere Ende des Bandes 64 trägt einen Arm 67, dessen oberes Ende gegabelt
und durchbohrt ist, und der mit dem Ende eines Armes 68 durch einen Stift 69 verbunden
werden kann.
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Der Arm 68 sitzt auf einer Welle 70, die in geeigneter Weise im Rahmen
i gelagert ist.
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An der Welle 7o ist ein abwärts sich erstreckender Arm 76 befestigt
und durch eine Verbindungsstange und Gelenke 77 mit einem Arm 78 verbunden, der
auf der Welle 42 sitzt und sich abwärts von dieser erstreckt.
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Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich, daß bei einer Bewegung
der am oberen Ende des Hebels 6o befindlichen Rolle 61 zur inneren Stellung, die
in Abb. i gezeigt ist, die Kupplung 31 die Antriebswelle :2 mit der Gleiskette io
kuppelt, und daß gleichzeitig das Bremsband 64 vor dem Eingriff der Kupplung gelöst
wird, und daß ferner bei der Bewegung der Rolle 61 zur äußersten Lage links die
Kupplung 31 gelöst und die Bremse 64 angezogen wird, derart, daß die Gleiskette
io von der Welle 2 abgekuppelt und gleichzeitig gegen Bewegung festgehalten wird.
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Um das Rad 4 mit der Antriebswelle 2 zu kuppeln oder zu entkuppeln,
ist eine Kupphing
79 vorgesehen, die in ihrer Ausführung mit der
Kupplung 31 übereinstimmt und auch alle die bei dieser beschriebenen Teile besitzt.
Die Einstellung erfolgt durch einen Hebel 8o, der ähnlich dem Hebel 6o gestaltet
ist und am oberen Ende eine Rolle 81 trägt, die in die Nut 62 der Kurvenscheibe
63 eingreift. Der Hebel 8o ist auf einer Welle 82 ähnlich der Welle 42 befestigt,
die ihrerseits in der Längsrichtung des Fahrzeugs in geeigneter Weise im Fahrzeugrahmen
i gelagert ist. Die Verbindungen zwischen Welle 82 und Kupplung 79 sind in den Zeichnungen
dargestellt und stimmen im übrigen finit den Teilen überein, die die Welle 4.2 mit
der Kupplung 31 verbinden, so daß nähere Erläuterungen dieser Vorrichtung nicht
erfor-(lerlich sind. Die Kupplung 79 arbeitet auch niit einer Bremse 83 zusammen,
die in Bauart und Ausführung mit der Bremse 64 übereinstimmt und mit dein Hebel
8o verbunden ist, der Gelenke 8d., ähnlich den Gelenken 77, einer Welle 85, ähnlich
der Welle 70 und einen Arm 86, der auf der Welle 85 befestigt und ähnlich
dem Arm 68 gehalten ist, bewegt. Eine Einwärtsbewegung der Rolle 81 zur innersten
Stellung nach links (Abb. i) bewirkt Schließen der Kupplung 79 und Lösen der Bremse
83 und damit Kupplung der Gleiskette i i mit der Antriebswelle z. Bei Auswärtsbewegung
der Rolle 81 nach rechts wird die Kupplung 79 .gelöst und die Bremse 8.3 angezogen,
um die Gleiskette ii von der Welle :2 zu entkuppeln und sie gegen Bewegung festzuhalten.
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Die Ausbildung und Anordnung der Kurve 62 auf der Unterseite des Teiles
63 und die Art und Weise, in welcher die Kurve mit Rollen 61 und 81 mit den oberen
Enden der Hebel 6o und 8o zusammenarbeitet, tim die Kupplungen 31 und 79 und die
Bremsen 64 und 83 wahlweise einzustellen, wodurch das Fahrzeug in der eingangs erläuterten
Weise gelenkt wird. sollen nunmehr erläutert werden.
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Es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß die Finivärtsbewegung
der Rollen 61 und 81 zur Welle i9 hin Einrücken der Kupplungen und Lösen der Bremsen
bedeutet, -während die entgegengesetzte Auswärtsbewegung der Rollen Ausrücken der
Kupplungen und Anziehen der Bremsen ergibt. In Abb. i i bis 15 ist die Kurvenscheibe
63 in vier verschiedenen Stellungen gezeigt, wobei auf die Hinweise »vorn« und :>hinten«
zu achten ist. Ein Zahnrad 87 ist auf dem unteren Ende einer senkrechten Welle 88
befestigt, die in geeigneter Weise auf dem oberen Drehtisch des Fahrzeugs gelagert
ist und an ihrem oberen Ende mit einem Lenkhandrad 89 versehen ist. Das Zahnrad
87 greift in Zähne ein, die auf dem Umfang der Scheibe 63 vorgesehen sind. Das Zahnrad
87 kann außer Eingriff mit der Verzahnung der Scheibe 63 gebracht werden, so daß
die Welle 88 sich nicht dreht, wenn der Drehtisch eine Bewegung ausführt. Ein geeigneter
Anschlag 9o ist in der -Nut 62 vorgesehen und z. B. durch Bolzen oder Nieten 91
bef estig t.
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Beginnen wir mit der Stellung der Scheibe 63, wie sie in Abb. ii und
15 gezeigt ist. Der Anschlag 9o liegt hierbei gegen die Rolle 81 des Hebels 80,
so daß eine Drehung der Scheibe 63 im Uhrzeigersinn nicht möglich ist. In dieser
Stellung liegen die Rollen (i und 81 in ihren äußersten Lagen, so daß also die Kupplungen
31 und 79 gelöst und die Bremsen 64 und 83 angezogen sind. Die Gleisketten stehen
still. Wird die Scheibe 63 durch das Rad 87 im Sinne des eingezeichneten Pfeiles
gedreht, so kommt die Scheibe 63 in die Lage nach Abb. 12, in der die Rolle 81 gezwungen
wird, den geraden Teil 92 der Kurve 62 zu durchlaufen. Die Rolle 61 läuft in dem
gleichachsigen Teil 93 der Kurve. Infolgedessen wird die Rolle 61 ihre Außenstellung
beibehalten, während die Rolle 81 in die Innenstellung gezogen wird, so daß die
Kupplung 79 geschlossen und die Bremse 83 gelöst wird. Die Gleiskette i i erhält
ihren Antrieb, während die Gleiskette i o stillgehalten wird. Das Fahrzeug führt
eine scharfe Drehung nach links aus. Die Anordnung der Teile ist dabei so bemessen,
daß die Bremse 83 schrittweise gelöst wird, wenn die Rolle 8i auf den ersten Teil
der geradlinigen Strecke 92 übergeht. Die weitere Einwärtsbewegung der Rolle 81
auf dem verbleibenden Teil der Strecke 92 bewirkt Sann erst die Einschaltung der
Kupplung, so daß die Kupplung erst erfolgt, nachdem die Bremse völlig gelöst ist.
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Bei weiterer Drehung der Scheibe 63 kommen wir zur Stellung nach Abb.
13. Die Rolle 8i gelangt in die Strecke 9.I der Nut, die gleichachsig zur Achse
der Scheibe 63 liegt. Die Rolle 61 kommt in den geradlinigen Teil 95 und wird so
zur innersten Stellung übergeführt. Dieser Ausschlag bewirkt die Lösung der Bremse
6.4 und das Schließen der Kupplung 31. Die Rolle 81 bleibt dagegen in der zuletzt
eingenommenen Stellung durch den gleichachsigen Teil 94 stehen. Der Übergang von
93 zu 95 ist so gewählt, daß auch hier vor dem Schließen der Kupplung die Bremse
völlig gelöst wird, infolgedessen werden die beiden Gleisketten io und i i angetrieben,
so daß das Fahrzeug in gerader Richtung nach vorn läuft. Man sieht ferner, daß in
dem Übergang zwischen 93 und 95 die Möglichkeit gegeben ist, die Bremsung der
Gleiskette
io beliebig zu gestalten, so daß das Fahrzeug wahlweise verschieden starke Krümmungen
durchlaufen kann. Wird die Scheibe 63 weitergedreht, so ergibt sich die Stellung
nach Abb. 14, bei welcher der Anschlag 9o durch Auftreffen auf die Rolle 61 eine
weitere Drehung der Scheibe 63 im Sinne des eingezeichneten Pfeiles verhindert.
Die Rolle 61 befindet sich dabei in der Strecke 96 der Nut, die von der Strecke
95 an gleichachsig zur Drehachse der Scheibe 63 liegt, so daß während dieser Bewegung
der Scheibe 63 die Rolle 61 ihre Lage nicht verändert. Infolgedessen bleibt die
Kupplung 31 weiterhin geschlossen und die Bremse 64 gelöst. Beide Teile haben
dieselbe Stellung wie bei der Einstellung nach der Abb. 13. Dagegen wird die Rolle
81 auf der geraden Strecke 97 der Nut 62 mehr und mehr nach außen bewegt werden,
wodurch die Kupplung 79 gelöst und die Bremse 83 in immer stärkerein Maße angezogen
wird, bis schließlich beim Übergang in den gleichachsigen Teil 93 die Bremse völlig
angezogen ist. Man sieht, daß auf d;ese Weise eine Rechtsdrehung des Fahrzeugs nach
verschiedenen Krümmungsradien möglich ist. Durch entsprechende Einstellung der Scheibe
63 lassen sich somit alle Lenkbewegungen ausführen, die für den Gang des Fahrzeugs
erforderlich sind. Zum Anzeigen der entsprechenden Stellung der Scheibe 63 in bezug
auf die Hebel 6o und 8o und damit der jeweils eingestellten Fahrtrichtung sind auf
der Unterseite der Scheibe 63 Aussparungen 98 vorgesehen, welche das obere Ende
eines Stiftes 99 aufnehmen können, der auf dem Fahrzeugrahmen gelagert ist und unter
der Wirkung einer Feder ioo steht. Die Vertiefungen sind so angeordnet, daß der
Stift 99 in diese eindringt, -wenn die Scheibe 63 ihre verschiedenen Stellungen
einnimmt.