DE503828C - Schaltungsweise fuer widerstandsgekoppelte Mehrsystemroehren fuer Hochfrequenzverstaerkung - Google Patents
Schaltungsweise fuer widerstandsgekoppelte Mehrsystemroehren fuer HochfrequenzverstaerkungInfo
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Description
Es ist bekannt, zur Ankopplung einer Hochfrequenzstufe an ein Audion eine Schaltkombination
zu benutzen, die eine Stromverzweigung im Anodenkreis der Hochfrequenzstufe
hervorruft, und zwar ist eine solche Schaltkombination vorgeschlagen, um die Selbsterregung bei abgestimmtem Gitter- und
Anodenkreis einer Hochfrequenzstufe zu vermeiden. Hierbei soll eine zusätzliche Dämpfung
eingeführt werden, die eine Selbsterregung nicht eintreten läßt.
Es ist vorgeschlagen worden, zu diesem Zweck eine unveränderliche Drossel mit Eisenkern
und einer Wicklung aus Widerstandsdraht parallel mit einer Kopplungsspule, die auf den Gitterkreis des nächsten Rohres koppelt,
zu schalten, wobei der Stromfluß in der Kopplungsspule durch einen \^eränderlichen
Kondensator geregelt wird. Bei einer solchen Anordnung ist die Drossel unveränderlich
und übt doch über einem großen Frequenzbereich eine dämpfende Wirkung aus. Nach der Wirkungsweise ist eine solche bekannte
Anordnung scharf unterschieden von der im folgenden beschriebenen erfindungsgemäßen
Ankopplung von Mehrsystemröhren für Hochfrequenzverstärkung.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, Mehrsystemröhren, worunter Vakuumröhren mit
mehreren Elektrodensystemen verstanden sein sollen, die zugleich mit den Kopplungsmitteln
(hochohmigen Widerständen, Übertragerkondensatoren u. dgl.) in einem Vakuumraum zusammengebaut
sind, an weitere Verstärkerröhren bzw. Empfangsgeräte in wirkungsvoller Weise derart anzukoppeln, daß es
gleichzeitig möglich ist, eine Dämpfungsreduktion hervorzurufen; denn die Mehrsystemröhren
haben infolge ihres kapazitätsarmen Aufbaus nur eine sehr geringe Schwingneigung,
so daß dadurch zwar sehr stabile Verstärkungsverhältnisse geschaffen werden, aber auch Nachteile anderer Art auftreten,
denn infolge der wirksamen aperiodischen Hochfrequenzverstärkung auch bei kürzeren
Wellen ist die Störungsfreiheit (Selektion) erschwert. Da die aperiodische Hochfrequenzverstärkung
gleichmäßig wirkt und keine bestimmte Frequenz bevorzugt, ist es schwer oder gar nicht möglich, auch frequenzbenachbarte
Sender von dem zu empfangenden zu trennen, wenn deren Hochfrequenzspannung im Eingangsgitter eine genügende Größe erreicht
hat. Durch die Einführung einer Dämpfungsreduktion gelingt es aber, die Selektivität einer solchen Schaltung überraschend
zu steigern und dadurch die Vorzüge der aperiodischen Hochfrequenzverstärkung voll auszunutzen, ohne den Nachteil der geringen
Selektion mit in Kauf nehmen zu müssen.
Der allgemeine Gedanke der Schaltung ist folgender :
Die Hochfrequenzverstärkerdoppelröhre wird durch die erfindungsgemäßen Mittel auf
einen derartigen Betriebszustand gebracht,
daß eine Dämpfungsreduktion in den der Doppelröhre vorgeschalteten Kreisen entsteht,
und zwar erfolgt diese dämpfungsreduzierende Rückwirkung aus dem Anodenkreis des letzten
Systems der Hochfrequenzverstärkerdoppelröhre, über deren innere Kapazitäten. Die
weiteren Kreise, die entweder Eingangskreise von weiteren Verstärkergruppen sein können
oder aber auch einem Empfänger mit Gleichrichtung und Niederfrequenzverstärkung gehören,
können dann ohne besondere Vorsichtsmaßregeln eingeschaltet werden; denn eine Selektion ist bereits dadurch erreicht, daß
durch die Dämpf ungsreduktion eine bestimmte Frequenz bevorzugt wird. Diese wird dann
auch vorzugsweise von den weiteren Kreisen aufgenommen und verstärkt.
Ein Beispiel für die erfindungsgemäße ,Schaltung ist im Schema in der Abbildung gegeben.
1 ist eine abgestimmte oder unabgestimmte Antenne, welche auf den der Doppelsystemröhre
vorgeschalteten Abstimmkreis 2 induziert. Der Kreis 2 ist an das Steuergitter 3 der Doppelsystemröhre 4 angeschlossen,
das Glasgefäß der Röhre ist durch die punktierte Linie angedeutet. 5 und 6 sind die beiden Kathoden, 7 die beiden Raumladegitter,
8 und 9 zwei hochohmige Widerstände, 10 ein L'bertragungskondensator, u ist das
Steuergitter des zweiten Systems, 12 die ' Anode des ersten, 13 die Anode des zweiten
Systems. Das erfindungsgemäße Mittel, die Dämpfungsreduktion herbeizuführen, ist die
Stromverzweigung im Anodenkreis des Ausgangssystems der Hochfrequenzdoppelröhre.
Sie. wird gebildet aus der veränderlichen Drossel 14, deren Veränderlichkeit z. B. durch
einen verschiebbaren Eisenkern 15 hervorgerufen wird. Parallel zu der Drossel ist eine
Kopplungsspule 17 geschaltet, mit einer Windungszahl,
die dem zu empfangenden Frequenzbereich angepaßt ist. Die Drossel 14
kann auch durch einen veränderlichen Ohmschen Widerstand ersetzt werden. Wenn die Induktivität der Drossel bzw. der
Wert des Widerstandes groß genug ist, so zeigt sich, daß Eigenschwingungen auftreten,
die durch die Daten der der Doppelröhre vorgeschalteten Abstimmkreise 1 und 2 bestimmt
sind. Die Dämpfungsreduktion wird durch Verringerung der Induktanz oder des Widerstandes
nur so weit getrieben, daß Selbsterregung vermieden wird. Die Ankopplung der weiteren Verstärkungssysteme erfolgt
durch die Kopplungsspule 17, deren ,Strom durch den veränderlichen Kondensator 16
geregelt werden kann. Mit der Kopplungsspule 17 ist ein ebenfalls abgestimmter
Schwingungskreis 18 gekoppelt, der zum Beispiel an die Eingangsseite eines widerstandsgekoppelten
Niederfrequenzverstärkers mit Gleichrichterwirkung angeschlossen werden kann.
In der Abbildung ist ein zweistufiger Verstärker dieser Art dargestelt. 19 und 20 sind
zwei widerstandsgekoppelte Verstärkerröhren, welche auf ein Telephon oder einen Lautsprecher
21 arbeiten. In der Praxis wird gewöhnlich ein dreistufiger Widerstandsempfänger,
ein sogenannter Ortsempf anger mit Lautsprecherendstufe,
verwendet. Der Vorteil der beschriebenen Einrichtung besteht in folgendem :
Durch die veränderliche Induktanz 14 oder durch den sie ersetzenden veränderlichen
Widerstand und die dadurch bewirkte Dämpfungsreduktion erfolgt eine außerordentliche
Steigerung der Selektivität der Anordnung 1, 2 und 4. Die in der Induktanz auftretende
Wechselspannung wird nun über den Kon densator 16 an die Spule 17 geleitet. Zur weiteren
Erhöhung der Selektivität kann die Kopplung zwischen den Spulen 17 und 18 ebenfalls veränderlich
sein. Ist die Kombination 16, 17 auf die zu empfangende Frequenz abgestimmt,
so geht durch die Spule 17 ein maximaler Strom. Die Wechselspannung an der Drossel
14 und zugleich die Dämpfungsreduktion wird dadurch stark vermindert, so daß durch Regulierung
des Kreises 16, 17 die gewünschte Dämpfungsreduktion mit Leichtigkeit einzustellen
ist und andererseits durch Regulierung der Drossel 14 oder des sie ersetzenden Widerstandes
die Stromverzweigung der jeweils zu empfangenden Frequenz günstig angepaßt werden kann.
Bei niedrigen Frequenzen ist die über die inneren Kapazitäten der Doppelröhre auftretende
Rückkopplung geringer als bei höheren Frequenzen, weil diese Kapazitäten verhältnismäßig
klein sind. Man kann nun zur Unterstützung der Dämpfungsreduktion durch die erfindungsgemäße Kombination noch eine
äußere Rückkopplung anwenden. Zu diesem Zweck wird die Ausgangsanodenleitung der
Doppelröhre an der durch ein Kreuz bezeichneten Stelle unterbrochen. In die Unterbrechung
kann eine Rückkopplungseinrichtung, wie sie beispielsweise in der Abbildung durch die Rückkopplungsschleife 22 dargestellt
ist, mit direkter Einwirkung auf den Eingangsgitterkreis eingefügt werden. Erwähnt
sei, daß selbstverständlich die in der Abbildung getrennt gezeichneten Heiz- und Anodenbatterien
für das hochfrequente und niederfrequente Empfangsaggregat vereinigt werden können.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Schaltungsweise für widerstandsgekoppelte Mehrsystemröhren für Hoch-frequenzverstärkung, dadurch gekennzeichnet, daß im Ausgangsanodenkreis des Hochfrequenzverstärkers zur Erzielung einer Dämpfungsreduktion ein veränderlicher Widerstand, der sowohl ein Wechselstromwiderstand für Hochfrequenz als auch rein Ohmisch sein kann, angeordnet ist, zu dem parallel eine Kopplungsspule, deren Strom durch eine veränderliche Kapazität geändert werden kann, zur Ankopplung weiterer Verstärker stuf en oder eines Empfangsgerätes geschaltet ist.
- 2. Schaltungsweise nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterstützung der durch die Anordnung nach Anspruch 1 bewirkten Dämpfungsreduktion eine Rückkopplungseinrichtung im Ausgangsanodenkreis des Hochfrequenzverstärkers mit direkter Einwirkung auf den Eingangsgitterkreis vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenBKRMN. ßüDlUJCKT IN UKR KE
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEL65158D DE503828C (de) | 1926-02-16 | 1926-02-16 | Schaltungsweise fuer widerstandsgekoppelte Mehrsystemroehren fuer Hochfrequenzverstaerkung |
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|---|---|
| DE503828C true DE503828C (de) | 1930-07-26 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL65158D Expired DE503828C (de) | 1926-02-16 | 1926-02-16 | Schaltungsweise fuer widerstandsgekoppelte Mehrsystemroehren fuer Hochfrequenzverstaerkung |
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|---|---|
| DE (1) | DE503828C (de) |
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1926
- 1926-02-16 DE DEL65158D patent/DE503828C/de not_active Expired
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