DE509801C - Triebwellenabdichtung fuer Muehlen mit Trockenmahlung und Gasfuellung - Google Patents
Triebwellenabdichtung fuer Muehlen mit Trockenmahlung und GasfuellungInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B02—CRUSHING, PULVERISING, OR DISINTEGRATING; PREPARATORY TREATMENT OF GRAIN FOR MILLING
- B02C—CRUSHING, PULVERISING, OR DISINTEGRATING IN GENERAL; MILLING GRAIN
- B02C23/00—Auxiliary methods or auxiliary devices or accessories specially adapted for crushing or disintegrating not provided for in preceding groups or not specially adapted to apparatus covered by a single preceding group
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
16. OKTOBER 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M509801 KLASSE 50 c GRUPPE
Hartstoff-Metall A. G. (Hametag) in Berlin-Cöpenick*)
In vielen Fällen der Mühlentechnik hat es sich als notwendig herausgestellt, die Triebwelle
am Gehäuse, durch das sie hindurchgeführt ist, zuverlässig abzudichten. Dies bereitet
besondere Schwierigkeiten, wenn es sich um schnellaufende Wellen, beispielsweise
solche mit 3000 Umdrehungen die Minute, handelt, und wenn in der Mühle Gasüberdruck
oder -unterdruck herrscht. Besondere Dichtheit muß ferner verlangt werden insbesondere
bei der Vermahlung von Stoffen in einer indifferenten Atmosphäre, die bei der Berührung mit Luft zu Oxydationen oder
Explosionen neigen, wie dies bei einer großen Anzahl von Metallen der Fall ist.
Endlich entstehen bei der trockenen Vermahlung, für welche die Einrichtung in Frage
kommt, in großen Mengen Staub und Pulverteilchen, die einen schnellen Verschleiß der
ao üblichen Dichtungsstoffe herbeiführen und infolgedessen bereits nach kurzer Zeit Gasundichtigkeiten
auftreten lassen.
Durch die Erfindung werden diese Schwierigkeiten überwunden, indem zur Abdichtung
eine strömende Flüssigkeit, beispielsweise Schmieröl, benutzt wird. Die Flüssigkeit wird
dem Strome des Staubes, der aus dem Mühlengehäuse nach dem Lager überzutreten bestrebt
ist, so entgegengeführt, daß sie diesen benetzt, ihn in einen mehr oder weniger flüssigen
Brei verwandelt und ihn sodann nach besonderen Behältern leitet, in denen er ausgefällt
oder abgeschieden wird. Die geklärte Flüssigkeit kann dann erneut in der vorbeschriebenen
Weise benutzt werden.
Der Strom der Spülflüssigkeit wird in bekannter Weise unter Druck in die Lagerschalen
eingepreßt, und zwar kann dies durch den Druck der Flüssigkeitssäule selbst oder
durch künstlich erzeugten Druck erfolgen, am einfachsten, indem die Flüssigkeit durch das
Lager in Richtung nach der Mühlenseite hin hindurchgeführt wird. Die Flüssigkeit erfüllt
alsdann die ganze Lagerschale und umschließt die Welle derartig, daß der Durchtritt von Gas
und auch das Eindringen von Staub in das Lager verhindert wird. Noch wirksamer erreicht
man die Abdichtung, wenn man bei zweifacher Lagerung der Welle einen dichten, die Welle umgebenden, gänzlich mit Flüssigkeit,
z. B. öl, gefüllten Raum schafft, aus dem die Flüssigkeit in die Lager gedrückt wird.
Die Abbildung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in schematischer Darstellung
in einem Längsschnitt.
Die Welle 1 läuft in den Lagerschalen 2 und 3, die in dem Lagerbock 4 angeordnet
sind. Der letztere trägt nach der Mühlenseite hin an einer angegossenen Haube 8 einen
Flansch 5, an dem der Deckel 6 des Mühlengehäuses 7 angeschraubt ist. Zwischen der
Haube 8 und dem Deckel 6 wird auf diese
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. Erwin Kramer in Berlin.
Weise eine Kammer 9 gebildet. In dieser läuft eine Schleuderscheibe 10, die auf dem
Ansatz 11 der Welle 1 befestigt ist. Der
Stummel 12 der Welle 1 trägt die hier nicht gezeichneten Arbeitsmittel der Mühle. Der
zwischen den Lagern 2 und 3 befindliche Teil der Welle 1 wird durch eine allseitig dichte
Kammer 14 umschlossen. Der Schenkel 13 der Welle 1 trägt den Antrieb, eine Riemenscheibe,
Kupplung o. dgl. Auf diesem Schenkel ist ferner neben der Lagerschale 3 eine Schleuderscheibe 16 befestigt. Diese wird
nach außen hin durch den Lagerdeckel 17 abgedichtet, so daß zwischen letzterem und dem
Lagerbock 4 eine Kammer 18 gebildet wird. In seinem unteren Teil bildet der Lagerbock 4
einen Ölbehälter, der durch eine Zwischenwand 21, die bis in die Nähe des Bodens 22
unter Belassung eines Spaltes 23 herabgeführt ist, in zwei Kammern 19 und 20 geteilt wird.
Die Scheidewand 21 kann an ihrem oberen Ende Öffnungen für einen Druckausgleich
zwischen den Kammern 20 und 19 besitzen. Aus der Kammer 18 führt ein Rohr 24 in
die Kammer 20 und endet dort mit einem abwärts gebogenen Schenkel 25. An die Kammer
19 ist mittels des Saugrohres 26 eine öldruckpumpe 15 angeschlossen. Ihr Druckrohr
27 ist in die Kammer 14 hineingeleitet.
Die Pumpe 15 wird bei Drehung der Welle 1
durch einen hier nicht gezeichneten Antrieb ebenfalls in Tätigkeit gesetzt. Dadurch wird
das Öl aus der Kammer 19 angehoben und in den Raum 14 gedruckt. Aus diesem tritt es
in die Lagerschalen 2 und 3 und wird durch diese hindurchgepreßt. Das durch die Schale 2
hindurchgetretene Öl gelangt an die Schleuderscheibe 10, wird von dieser abgeschleudert
und fließt in den Raum 9 nach unten. Durch eine Öffnung 28 in der Haube 8 tritt es in die
Kammer 20 über und sinkt langsam zu Boden, um durch den Spalt 23 in die Kammer 19
überzutreten und dort wieder aufzusteigen. Dabei lagern sich feste Bestandteile, die in
dem Öle enthalten sind, auf den Boden. 22 ab und können durch Öffnen der Ablaßschraube
29 gelegentlich entfernt werden. Für die Klärung des Öls können auch andere geeignete
Vorrichtungen, wie Filter, Siebe u. dgl., Verwendung finden.
Das durch die Schale 3 hindurchtretende Öl
wird durch den Schleuderring 16 abgeworfen, sammelt sich in der Kammer 18 und tritt
durch die Rohrleitung 24, 25 ebenfalls in die Kammer 20 über, um dann entsprechend dem
durch die Öffnung 28 eingetretenen Öl geklärt und von neuem verwandt zu werden. Der Öldurchtritt
durch die Schalen 2 und 3 kann durch Anbringung von Schmiernuten geregelt werden.
Der in dem Gehäuse 7 herrschende Gasdruck teilt sich dem Räume 9 mit und kann
auch von dort in die Kammern 20 und 19 gelangen. Ein Entweichen nach außen hin ist
jedoch nicht möglich. Andererseits kann die Durchtrittsöffnung 28 bereits so angeordnet
sein, daß sie unter dem ölspiegel liegt.
Durch die Lager 2 und 3 kann Luft oder Gas nicht hindurchtreten, selbst wenn sie
ausgelaufen sind, weil der Raum 14 zwisehen beiden mit Öl gefüllt ist. Dringt durch
den Hals des Deckels 6 Staub in die Kammer 9 ein, so stößt er zunächst auf die ölfeuchte
Schleuderscheibe 10 und wird an dieser oder durch das umhergespritzte öl benetzt. Er verwandelt
sich allmählich in einen dünnflüssigen Brei, der mit dem Öl nach unten sinkt und
schließlich in die Kammer 20 gelangt, um dort abgeschieden zu werden.
Gleichzeitig wird durch die Schleuderscheibe verhindert, daß Öl aus dem Lager 2
in das Mühlengehäuse 7 eintritt.
Der Schenkel 25 des Rohres 24 muß natürlich so weit in das Öl eintauchen, daß durch
die Flüssigkeitssäule in seinem Innern bei Über- oder Unterdruck im Gehäuse 7 — es
handelt sich hierbei bekanntlich immer nur um Druckdifferenzen von einigen Zentimetern
Wassersäule — ein hinreichender Abschluß gewährleistet wird.
Um den Durchtritt größerer Staubmengen oder größerer Pulver teilch en in den Raum 9
hinein zu verhindern, sieht man zweckmäßig an. dem Hals des Deckels 6 eine Packung aus
Leder, Dichtungsschnur o. dgl. 30 vor. Diese braucht jedoch nicht gasdicht zu sein, da die
eigentliche Abdichtung der Welle in den Lagern selbst erfolgt.
Es empfiehlt sich ferner, den Deckel 17 mit einer Packung 31 abzudichten, die als Staubschutz
dient.
Will man nur eine einmalige Lagerung der Welle vornehmen, so drückt man das Öl
zweckmäßig nicht der Länge nach durch die Lagerschale, sondern man leitet es durch eine
Bohrung in der Mitte der Lagerschale ein und verteilt es durch entsprechend vorgesehene
Schmiernuten, so daß die Bohrung, durch die das öl eintritt, gewissermaßen die Rolle des
Raumes 14 übernimmt. "°
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Triebwellenabdichtung für Mühlen mit Trockenmahlung und Gasfüllung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Mühlendeckel und dem mit Drttcköl gespeisten Gleitlager in an sich bekannter Weise eine mit einer Austrittsöffnung für Öl und Schlamm versehene, eine Schleuderscheibe aufnehmende Zwischenkammer angeordnet ist, deren Austrittsöffnung durch einen von dem Öl im ölsammelbe-hälter gebildeten Flüssigkeitsverschluß gegen die Außenluft abgeschlossen ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der im Lagerfuß befindliche ölbehälter als Doppelkammer (19, 20) ausgebildet ist, deren einer Teil (19) als Sammelbehälter und deren anderer Teil (20) als den ölverschluß bewirkender Sammel- und Klärbehälter dient.Hierzu ι Blatt ZeichnungenΒΚΠΜΝ. C1El)IHlCK Γ IN Iil'R
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH113855D DE509801C (de) | 1927-11-15 | 1927-11-15 | Triebwellenabdichtung fuer Muehlen mit Trockenmahlung und Gasfuellung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DEH113855D DE509801C (de) | 1927-11-15 | 1927-11-15 | Triebwellenabdichtung fuer Muehlen mit Trockenmahlung und Gasfuellung |
Publications (1)
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|---|---|
| DE509801C true DE509801C (de) | 1930-10-16 |
Family
ID=7171914
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEH113855D Expired DE509801C (de) | 1927-11-15 | 1927-11-15 | Triebwellenabdichtung fuer Muehlen mit Trockenmahlung und Gasfuellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE509801C (de) |
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1927
- 1927-11-15 DE DEH113855D patent/DE509801C/de not_active Expired
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