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Spielzeugpistole Die bekannten Spielzeugpistolen der verschiedensten
Ausführung werden mit sogenannten Zündplättchen, auch Amorces genannt, betrieben.
Entsprechend dem geringen Gehalt an Pulver ist auch der Knall, der bei der Verwendung
der Amorces erzielt werden kann, nicht sehr groß, und die Spielzeugpistolen dieser
Art können deshalb auch tatsächlich nur für Spielzeugzwecke Verwendung finden.
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Um eine größere Knallwirkung erzielen und die Pistole nötigenfalls
auch für Alarm-und Abwehrzwecke verwenden zu können, hat man Formen geschaffen,
die Knallkorken verfeuern können. Diese Knallkorken enthalten wesentlich mehr Munition,
.so daß sie für Alarm- und einfache Abwehrzwecke sehr wohl geeignet sind. Die Knallkorkenmunition
hat aber den Fehler, daß sie sehr explosiv ist und vielfach auch zur Unzeit explodiert.
Ihre Herstellung untersteht dementsprechend einer besonderen sicherheitspolizeilichen
Regelung, und auch für den Versand bestehen besondere Vorschriften. Die Verwendung
derartiger Knallkorken, insbesondere auch von Kindern, ist nicht unbedenklich.
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Man ist deshalb in neuester Zeit dazu übergegangen, eine für Alarmzwecke
geeignete, besondere Munition zu schaffen, die von den Nachteilen der Knallkorken
frei ist und gegenüber den bekannten Amorces eine vielfach gesteigerte Knallwirkung
erzielen läßt, so daß sie für Alarmzwecke ohne weiteres geeignet ist. Diese neue
Munition besteht aus einer flachen Scheibe mit einer mittleren Aushöhlung für die
Aufnahme des Zündsatzes. Der Zündsatz wird maschinell in die Höhlung eingepreßt
und die freie Seite dann durch Aufkleben eines Papierblattes verschlossen. Diese
neue Munition entspricht einem sehr stark vergrößerten Amorces, ist im Gebrauch
bei der Herstellung und Versendung vollkommen gefahrlos und deshalb besonders für
Alarmzwecke, aber auch für die Verwendung für Spielzeugpistolen geeignet.
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Nun sind aber die bekannten Spielzeug-und Alarmpistolen für die ,
Verfeuerung dieser neuen `Munition nicht geeignet, und zwar einmal deshalb, weil
die vorhandene Schlagplatte die neue Munition nicht halten kann und ein andermal
aus dem Grunde, weil die Schlagkraft der üblichen Hämmer nicht ausreicht, um den
Zündsatz zur Explosion zu bringen.
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Die für die Verfeuerung 'von Knallkorken bestimmten Pistolen arbeiten
mit einer Zündnadel, und der Knallkork wird in ein. am Ende des Laufes angebrachtes
Lager eingesetzt, so daß die Zündnadel direkt auf die Zündladung auftrifft und sie
zur Explosion bringt. Eine derartige Pistole könnte die neue Munition überhaupt
nicht aufnehmen. Aber auch die für die Verfeuerung von Amorces bestimmten Pistolen
sind hierfür aus den obenerwähnten Gründenmicht brauchbar.
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Zweck der Erfindung ist die Schaffung einer neuen -Pistolenart, die
für die neue
Munition verwendbar ist. Zu -diesem Zweck ist eine
Schlagplatte besonderer Art vorgesehen, die der Form i der Munition angepaßt ist
und so liegt, daß die sich entwickelnden Pulvergase leicht in die Atmosphäre entweichen
können, ohne daß - sie an den eigentlichen Pistolenmechanismus herankommen. Zur
Herbeiführung der Explosion !wird eine Zündnadel verwendet. Das Wesen des Erfindungsgegenstandes
besteht demnach darin, daß in neuer Weise eine in an sich bekannter Art ausgeführte
Zündnadel mit der auf der Schlagplatte liegenden Munition zusammenarbeitet, wobei
der Lauf,mit öffnungen für das drucklose Entweichen der Pulvergase versehen ist.
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Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i eine Seitenansicht der Pistole, Abb. a eine
Draufsicht der Abb. i, Abb. 3 einen Schnitt nach Linie A-B der Abb. i in Richtung
des Pfeiles gesehen.
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Das Ausführungsbeispiel zeigt eine selbstspannende Pistole, auf deren
Bauart im einzelnen nicht eingegangen zu werden braucht, da sie nicht den Gegenstand
des Schutzes darstellt. Die Pistole ist finit einer vorn Hahn i betätigten Zündnadel
2 ausgestattet, deren Bewegung in an i sich bekannter Weise durch die Federn 3,
q. und 5 geregelt wird. Im Lauf 6 der Pistole ist die Schlagplatte 7 untergebracht.
Diese Schlagplatte trägt einen vorstehenden Ansatz 8, auf den die Munition g gestellt
wird. io ist eine Wand zur Führung des Zündnadelbolzens z, die gleichzeitig einen
Abschluß der Explosionskammer gegen den Pistolenmechanismus herbeiführt. Damit die
Pulvergäse ohne Beschädigung der Pistole und ohne Erzeugung unzulässiger Spannungen
frei entweichen können, ist der Lauf 6 oben ausgeschnitten und der innerhalb der
zwischen der Schlagplatte; und der Wand i o gebildeten Kammer liegende Laufteil
an beiden Seiten durchlocht.
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Versuche haben gezeigt, daß die. Munition auf der neuen Schlagplatte
7 sicher festgehalten wird und daß die entstehenden Pulvergase frei entweichen können,
ohne daß es zu unerwünschten Überdruckerscheinungen kommen kann.
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Die neue Pistole ist deshelb wegen ihrer Gefahrlosigkeit als Spielzeugpistole
durchaus geeignet, ist aber wegen des sehr erheblichen Knalles, der erzeugt werden
kann, auch für Alarmzwecke sehr gut brauchbar.