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Verfahren zur Herstellung von Zement in einem Drehrohrofen, wobei
Schlamm fein verteilt in den Ofen hinein zerstäubt wird, und Ofenanlage dazu Bei
der Herstellung von Zement nach dem \pßverfahren in Drehrohröfen entstehen beim
Betriebe häufig Gutzusammenballungen in Form von Klumpen oder Ringen, wodurch die
Leistung des Ofens und meist auch die Güte der Klinker herabgesetzt wird. Derartige
Zusammenballungen treten häufig ein, ohne daß sie bemerkt werden, da sie oft infolge
der Drehbewegung des Ofens zerfallen. Dieselben üben aber auch dann ihren nachteiligen
Einfluß auf die Leistung des Ofens aus, obwohl unter Umständen gleichmäßige hEnkergröße
erhalten wird.
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Vorliegende Erfindung bezweckt, das Entstehen von Zusammenballungen
im Ofen zu vermeiden und benutzt zu diesem Zweck das bekannte Verfahrenden Schlamm
in zerstäubtem Zustande in Form eines Sprühkegels in den Ofen einzublasen.
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Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, daß die Klumpenbildung vermieden
wird, wenn das Gut in bereits bis zu einem gewissen Grade getrocknetem Zustande
sich sanft an die Ofenwandung ansetzt. Das Gut bildet dann von Anfang an verhältnismäßig
kleine, ziemlich regelmäßige Klümpchen, welche gewöhnlich im Durchschnitt nicht
viel größer sind als Erbsen, und welche ein sehr gründliches Brennen des Zements
zulassen. Das Ergebnis ist eine ungewöhnlich hohe Leistung des Ofens, und die gewonnenen
Zementklinker bestehen aus Körnern von gegenüber den üblichen verminderter Größe
und sind nicht nur von bester Güte, sondern lassen sich auch in sehr wirtschaftlicher
Weise behandeln. -Im allgemeinen ist es zweckmäßig, die Trocknung des Schlammes
im Schwebezustand so weit zu treiben, daß etwa 500,o des Wassergehalts des Schlammes
ausgetrieben werden, so daß das Gut im Durchschnitt einen Wassergehalt von etwa
250o besitzt, wenn es sich an,die Ofenwand ansetzt.
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Der Trockenheitsgrad des an die Ofenwandung sich ansetzenden Gutes
ist für jeden besonderen Schlamm eine Funktion des Wassergehalts des Schlammes,
des Feinheitsgrades der Zerstäubung, der Zeitdauer, während welcher das zerstäubte
Gut der Gaseinwirkung ausgesetzt wurde, und der Temperatur der darauf einwirkenden
Gase.
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In der zur Erläuterung der Erfindung dienenden Zeichnung ist in der
Abb. t eine Anlage schematisch dargestellt, welche die Erreichung der oben angegebenen
-Zwecke gestattet.
Abb. - zeigt eine Einzelheit der in Abb. i dargestellten
Anlage.
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Die _\Iili. ,, und .1 zeigen weitere schematische Darstellungen der
in Abb. i dargestellten Anlage.
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Gem:il.') Abb. i und 2 ist in die Rückwand des ( )tc:ikopfes 5 gegenüber
dem Ofenrohr ; eine l"-ainmer ; eingebaut. Die gegen das Ofenrohr hin gekehrte @ordcn%#and
der Kammer ; ist mit @Üiinungen 9 versehen, und die Ein-,pritzung des Schlammes
erfolgt an Punkten i o hinter den Öfi`nungen o in einer 'Weise, daß ein Schlammregen
durch den Ofenkopf hindurch in das Ofenrohr hineingeworfen wird. Die Kegel von zerstäubtem
Schlanun durchdringen einander, und der eine Ziegel dringt tiefer in den Ofen ein
als der andere. Bei 12 ist ein Schaber angedeutet, welcher durch eine Handhabe 13
auf einer durch die Vorderwand der Kammer 3 hindurchnagenden Welle nach Bedarf gedreht
werden kann, um Ablagerungen von teilweise getrocknetem Schlamm, die etwa aus dem
Ofen herausgeblasen werden. vor. der Vorderwand der Kämmer ; zu entfernen. llit
15 ist ein fester Schaber bezeichnet, der an einem Halter 17
unterhalb des
Ofens sitzt und sich außerhalb des 'Weges des aus der Ofenmündung austre:enden Gutstrahles
befindet und welcher die Mündung des Ofens während der Umdrehung desselben frei
hält.
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Alles Gut, welches durch die Schaber 12 und 15 abgeschabt wird, sowie
alles «eitere, welches itn Ofenkopf 5 unmittelbar herabfällt, wird durch die vorzugsweise
aus frischem Schlamm bestehende Flüssigkeit aufgenommen. die den Boden des Ofenkopfes
ausfüllt und von Rührern 21 in Bewegung gehalten wird. Der Austritt der Gase aus
dem Ofenkopf in den Schornstein erfolgt bei i9.
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Die Erfindung kann auf mancherlei Art ausgeführt werden. Zu beachten
ist dabei, daß die Trocknung des Schlammes in der Schwebe gegenüber der erreichbaren
Brennstoffersparnis an Wichtigkeit weit überwiegt, da davon die Leistung des Ofens
und die Güte des erzeugten Klinkers weitgehend beein$ußt wird. Die erforderliche
Zerstäubung kann z. B. durch eine Gruppe von Strahlen erzeugt werden. welche den
Schlamm sämtlich in eine einzige Zone des Ofens hinein.-werfen-In einem solchen
Falle werden die Schlammstrahlen vorzugsweise aufeinander zu geneigt gerichtet werden.
z. B. so, daß die einander durchdringenden Sprühregen, welche sie bilden,. ihre
größte Ausbreitung, welche etwa dein inneren Durchmesser des Ofens entspricht. in
dem gleichen Abstand von diem Ofenmündung erreichen. In diesem Falle schneiden sich
also die Achsen der Sprühkegel in einem Punkte auf der Ofenachse, wie in Abb. 3
angedeutet ist. Dann ist der ganze Querschnitt des Ofenrohres an dieser Stelle mit
zerstäubtem Schlammgut angefüllt, und die durch den Ofen ziehenden Gase müssen durch
den zerstäubten Schlamm hindurchtreten.
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Es kann aber auch ein einziger SchL-lmmstrahl benutzt werden. In einem
solchen Fall muß der Strahl eine größere Länge haben. und die Beschickungsdüse muß
entsprechend weit von der Ofenmündung entfernt aufgestellt sein, damit die Ofenwandung
schon möglichst nahe des Ofenendes vom Sprühkegel g e: troffen wird, wie in Abb.-l
angedeutet ist.
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DrehrohröfenzumBrennen_-#fon-Zementsind vielfach in einem gewissen
Abstande von der Ofenmündung im Innern des Ofens mit Hub-oder Rührvorrichtungen
versehen, welche durch Zerteilung des Gutes und Vergrößerung der Oberfläche der
den Gasen - ausgesetzten Masse günstig wirken. Bei einem Ofen, der im Einklang mit
der vorliegenden Erfindung betrieben werden soll, empfehlt es sich, solche Schlammhub-
oder Rührvorrichtungen im Ofen in demjenigen Ofenabscluiitt fortzulassen, in welchem
sich der Schlamm in zersprühtem Zustande in der Schwebe befindet und sie nur jenseits
dieses Abschnittes vorzusehen, wo eine Ablagerung von nennenswerten Mengen des zerstäubten
Gutes an der Ofenwand nicht mehr in Frag kommt, da andernfalls die regelmäßige Niederschlagung
des halbtrocknen Gutes an der Ofenwandung gestört werden würde.
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Die Freiheit des Ofens in diesem Ofenabschnitt von inneren Einbauten
kann mit Vorteil so weit getrieben werden, daß man denselben auch frei von der üblichen
Ausfütterung hält, so daß der Ofen in diesem Abschnitt eine freie Metallwand zeigt,
welche gegebenenfalls mit einer .äußeren Isolierung versehen sein kann, die Schutz
gegen "T,änneverluste bietet. Der Fortfall der Innenverkleidung bietet dabei noch
den Vorteil, daß der wirksame Innendurchmesser des Ofens in dem fraglichen Teil
vergrößert wird.