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Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen stark verschmutzter oder verölter
IViaschinenteile Das Reinigen und Entölen stark verschmutzter Maschinenteile, wie
sie beispielsweise in Reparaturwerkstätten, namentlich von Fahrzeugen für den Verkehr,
Eisenbahnen, Kraftwagen o. dgl., vorkommen, ist zur Zeit umständlich und langwierig.
Die Maschinenteile werden in große Behälter rnit kochender Lauge o. dgl. gehängt
und verbleiben dort bis zu sieben Stunden. Hierdurch weicht schließlich der Ölüberzug
auf, die Teile werden mit Wasser abgespritzt und die noch anhaftenden, oft recht
erheblichen Rückstände mit Schaber oder Sandstrahlgebläse entfernt.
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Dieses umständliche Reinigungsverfahren wird nun gemäß der Erfindung
dadurch ganz erheblich vereinfacht und abgekürzt, daß die Teile zusammen mit der
zweckmäßig heißen Lauge raschen, kurzen Schüttelbewegungen ausgesetzt werden. Die
Teile können beispielsweise in einen- mit heißer Lauge o. dgl. gefüllten Behälter
gebracht werden, der, durch ein zwangläufiges, z. B. Exzentergetriebe bewegt oder
durch Einfügung in ein schwingungsfähiges System mit hoher Eigenschwingungszahl,
rasche Schüttelbewegungen ausführt. Die Zahl der Rüttelschwingungen in der Minute
kann beispielsweise bei 300 liegen. Wesentlich zweckmäßiger ist es jedoch, sehr
rasche, kurze Schüttelbewegungen, also Vibrationen, zu erzeugen, deren Schwingungszahl
iooo und mehr in der Minute beträgt. Hierdurch wird der mit dem Reinigungsmittel
gefüllte Kasten in außerordentlich kräftige Schwingbewegungen versetzt, die sich
auch auf die Lauge o. dgl. übertragen. Der Inhalt des Behälters gerät in sehr kräftige,
hammerartig wirkende Stöße, die etwa mit der Brandung der Meereswellen vergleichbar
sind. Die zahlreichen mit kräftigem Schlag auf die Teile aufprellenden kleinen Sturzwellen
der Lauge üben gewissermaßen eine massierende Wirkung auf die zu reinigenden Teile
aus. Diese Wellenstöße sind nicht vergleichbar mit den hin. und her schwingenden
Wogen, die bei verhältnismäßig langsamen und langhübigen Bewegungen der Behälter
auftreten. Vielmehr kommt die neue eigenartige Flüssigkeitsbewegung durch eine Turbulenz
besonderer Art zustande, die vermutlich auf Resonanzerscheinungen im Innern der
Flüssigkeit zurückzuführen sind und sich erst nach Überschreiten einer bestimmten
minutlichen Schwingungszahl ausbilden, deren Größe von -der bewegten Flüssigkeitsmenge
und der Form des Flüssigkeitsbehälters abhängt.
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Durch diesen heftigen schlagartigen Anprall der Lauge gegen die zu
reinigenden Teile wird der Reinigungsvorgang ganz erheblich abgekürzt. Bisher benötigte
man z. B. für eine Lokomotivwerkstatt mittlerer Größe
drei bi: vier
Behälter mit etwa 3mal 3 m Grundfläche und 21J_ m Höhe, in denen die Teile
etwa 6 bis 7 Stunden verbleiben mußten. Die gleiche Leistung wird erfindungsgemäß
mit nur einem Behälter von 3 m Länge, i m Breite und i m Höhe erzielt, wobei bereits
nach io bis 15 Minuten die sämtlichen Teile von Schmutz und Öl befreit sind. Es
tritt also nicht nur eine sehr erhebliche Zeitersparnis ein, sondern schon die Ersparnis
an Anschaffungskosten, Raum und an Brennstoff zur Beheizung des Reinigungsmittels
verbürgt die Wirtschaftlichkeit des neuen Verfahrens.
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Zwei der zahlreichen möglichen Ausführungsformen des Erfindungsgedankens
sind, rein schematisch von der Seite gesehen, auf der Zeichnung als Beispiele veranschaulicht.
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Nach Abb. i wird ein kastenförmiger Behälter a von ausreichenden Abmessungen
von der Grundplatte b mittels Lenker c derart getragen, daß der Kasten im ganzen
rasche, kurze Schwingbewegungen auszuführen vermag. Die Lenker können, wie dies
die Abbildung zeigt, aus senkrechten, blattfederartigen Stützen o. dgl. bestehen.
Der Kasten kann aber auch an entsprechenden Lenkern aufgehängt sein.
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In dem Kasten c befindet sich ein Reinigungsmittel beliebiger Art,
beispielsweise 1NTatronlauge, das in beliebiger geeigneter Weise beheizt wird. Zu
diesem Zweck kann in oder oberhalb der Grundplatte b eine Feuerung vorgesehen sein.
Es können aber auch andere Arten der Heizung, z. B. eine elektrische oder eine Dampfheizung,
vorgesehen sein, die das Reinigungsmittel im Kasten unmittelbar beheizt.
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In dem Beispiel der Abb. r erhält dieser Kasten a seinen Rüttelantrieb
durch eine Schubstange d, die an einer Kurbel von kleinem Radius e oder einem Exzenter
angreift.
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Die zu reinigenden Maschinenteile werden entweder an Drähten in die
heiße Lauge hineingehängt oder noch besser einfach in den entsprechend stark gebauten
Kasten hineingeworfen, so daß sie während des Reinigungsvorganges hin und her schütteln.
Es können aber auch beliebige andere Haltemittel für die zu reinigenden Teile vorgesehen
sein, z. B. auch solche, welche die zu reinigenden Teile nach Art der Fließarbeit
stetig mit entsprechend langsamer Geschwindigkeit durch die gerüttelte Lauge o.
dgl. führen. Bei genügend langem Behälter können die Teile beispielsweise an Ketten
aufgehängt werden, die durch die Lauge hindurchwandern.
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Dieses stetige Hindurchführen der zu reinigenden Teile wird erst dadurch
möglich, daß die Reinigung bereits nach io bis 15 Minuten beendet ist. Bei den bisher
verwendeten Behältern, in denen die Teile stundenlang kochen mußten, war eine solche
stetig arbeitende Fördereinrichtung unverwendbar.
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Bei dem in Abb. i dargestellten starren Antrieb ist die Zahl der minutlichen
Rüttelschwingungen wegen der sonst nicht mehr zu beherrschenden Beschleunigungskräfte
begrenzt. Man wird bei solchem Antrieb kaum über 300 Schwingungen in der
Minute hinausgehen. Anderseits ist das Reinigungsverfahren außerordentlich viel
wirksamer, wenn die Rüttelschwingungen auf über 5oo zweckmäßig auf iooo Schwingungen
und mehr in der Minute gesteigert werden. Dies wird erfindungsgemäß dadurch ermöglicht,
daß, wie dies Abb. z zeigt, der Laugenbehälter a als Teil eines Schwingungssystems
mit einem Schwingungserreger f gekuppelt wird, der sehr hohe minutliche Schwingungszahlen
entsprechend seiner Eigenschwingungszahl auszuführen vermag. Als Antriebsvorrichtung
für die Rüttelbewegung kann in solchem Falle, wie Abb. a zeigt, ein Schwingungsgebilde
dienen, das aus einer Masse g besteht, welche sich gegen Federn h stützt, die die
Masse g in der Richtung der Rüttelschwingungen - also im vorliegenden Falle in wagerechter
Richtung - beweglich tragen. Die Erregung dieser Antriebsvorrichtung kann z. B.
dadurch erfolgen, daß in der Masse g ein Antriebsmotor, etwa ein Elektromotor
i, eingebaut ist, der eine Wuchtmasse m
rasch im Kreise bewegt. Die
wagerechten Komponenten der von der Wuchtmasse herrührenden Fliehkraft bringen bei
geeigneter Abstimmung die schwingungsfähig gelagerte Masse g in sehr rasche Schwingungen.
Der Rückdruck der Federn h auf das Gehäuse der Vorrichtung f wird nun dazu benutzt,
um den Reinigungsbehältera in rasche, kurze Schwingungen zu versetzen. Zu diesem
Zweck braucht nur der Behälter ca mit dem Gehäuse der Vorrichtung f in beliebiger
geeigneter Weise gekuppelt zu werden. Durch Änderung des Radius. der Wuchtmasse
m kann die Stärke der Schwingungen leicht geregelt werden.
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Auch in diesem Falle können die zu reinigenden Teile lz in beliebiger
geeigneter Weise fest oder beweglich in dem Behälter a angeordnet sein.
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Die neue Vorrichtung zeichnet sich durch ihre Einfachheit und Betriebssicherheit
aus. Besonders vorteilhaft ist die sehr rasche und kräftige Wirkung auf die zu reinigenden
Maschinenteile.