DE451124C - Verfahren zum Reinigen von Isolieroelen - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von IsolieroelenInfo
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Description
- Verfahren zum Reinigen von Isolierölen. Die Brauchbarkeit der Isolieröle, wie sie zur Füllung von Transformatoren und Schaltern verwendet werden, ist zeitlich sehr begrenzt. Die Öle verschlammen und verlieren allmählich ihre Durchschlagsfestigkeit. Es sind schon viele Versuche gemacht worden, solche unbrauchbar gewordenen Öle wieder verwendbar zu machen. Insbesondere wurden zu diesem Zwecke die verbrauchten Öle von den festen, ausgeschiedenen Verunreinigungen getrennt und dann einer Behandlung mit den gebräuchlichen Raffinationsmitteln, Schwefelsäure und Bleicherde, unterworfen.
- Dieses Verfahren leidet unter gewissen Nachteilen, die hauptsächlich in einer zu weitgehenden chemischen Beeinflussung der Isolieröle bestehen.
- So ist bei Verwendung von Schwefelsäure die Entstehung von Sulfurierungsprodukten, die zum Teil öllöslich sind und durch Absorptionsmittel nur schwer völlig gebunden werden, nicht zu vermeiden. Zudem ist bei einer solchen Behandlungsweise die Ausbeute an raffiniertem Öl stark beeinträchtigt. Eine Regenerierung gebrauchter Isolieröle unter Vermeidung der üblichen Schwefelsäurebehandlung war demnach anzustreben.
- Nun sind aber von den zahlreichen Verfahren, welche die Reinigung von Mineralölen betreffen und welche auch tatsächlich einen bemerkenswerten Reinigungseffekt auf Mineralöle ausüben, nur die wenigsten zur durchgreifenden und unschädlichen Behandlung von Isolierölen brauchbar.
- Denn an Isolieröle werden ganz besondere und äußerst hohe Anforderungen gestellt. Sie sind gegen ungeeignete Behandlungsmethoden so empfindlich, daß sie nach Behandlung mit einer Anzahl der bekannten RaffinationsmitteI den genau festgelegten und hochgespannten Anforderungen nicht mehr entsprechen.
- Aus diesem Grunde ist die Übertragbarkeit eines an sich bekannten Mineralölreinigungsverfahrens auf gebrauchte Isolieröle zum Zwecke ihrer Regenerierung keineswegs vorauszusehen.
- Es war deshalb auch die Feststellung überraschend, .daß sich die Tetrahalogenide der vierten Gruppe des periodischen Systems, insbesondere das Zinn- und Titantetrachlorid, die gemäß den Patentschriften 421858 und q.26137 zur Reinigung von Mineralölen dienen, sich besonders gut und unter Vermeidung der oben beschriebenen Nachteile auch zur Reinigung der unbrauchbar gewordenen Isolieröle eignen, wenn sie mit dem von Wasser und suspendierten Verunreinigungen vorher befreiten Öl in innige Berührung gebracht und anschließend einer trockenen Nachbehandlung mit irgendwelchen Absorptionsmitteln oder einer Filtration durch diese unterworfen werden. Zweckmäßig kommt dabei das Reaktionsmittel nicht allein, sondern aufgesaugt oder verteilt in einem indifferenten Träger zur Anwendung. Hierdurch soll nicht nur eine feine und gleichmäßige Verteilung im C51 gewährleistet werden, sondern es wird hierdurch auch erreicht, daß die entstehenden Harze sofort von dem Absorptionsmittel aufgenommen und festgehalten werden: Diese Harze haben gegenüber den Schwefelsäureharzen den Vorteil, stark zu koagulieren. Sie bleiben daher im C)1 viel weniger _gelöst, sondern scheiden sich gut ab, was einen erheblichen Fortschritt gegenüber jenen vorstellt: An die Behandlung mit dem Reaktionsmittel-(Absorptionspulver-) Gemisch schließt sich in jedem Falle eine kurze Nachbehandlung mit einem neutralen Absorptionsmittel oder Gemischen solcher Stoffe bei gewöhnlicher oder mäßig erhöhter Temperatur an, um die letzten Spuren noch vorhandener Halogenide oder ihrer Zerfalls- und Einwirkungsprodukte auf das Öl zu entfernen. Es können dabei zweckmäßig dem Absorptionsmittel geringe Mengen basischer Stoffe, z. B. Soda, Kalziumkarbonat u. dgL, zugemischt werden, um die in geringer Menge evtl. noch vorhandene Salzsäure zu binden.
- Die Ausführung des beschriebenen Verfahrens kann in bekannter Weise vorgenommen werden.. So kann das 01 mit -dem von indifferenten Trägern aufgesaugten Reaktionsmittel in der Wärme oder Kälte verrührt und nach dem Absitzenlassen und Abtrennen der Harze mit einem Absorptionsmittel- nachbehandelt werden. Die innige Berührung zwischen dem Reaktionsmittel und dem Öl kann jedoch auch auf beliebig andere Weise, z. B. durch Filtrieren, vorgenommen werden. Irn allgemeinen dürfte aber die zuerst beschriebene Arbeitsweise zweckdienlicher sein, weil dabei geringere Mengen von Reaktionsmitteln gebraucht und die Verluste an Öl auf ein Mindestmaß gebracht werden können. Auf dem beschriebenen Wege werden die für die Verschlammung der Isolieröle maßgebenden Bestandteile vollkommen abgeschieden, so daß die erhaltenen Raffinate von neuem zur Füllung von Transformatoren und Schaltern sich verwenden lassen. Beispiel r. Ein verschlammtes, vorher aber möglichst von festen Verunreinigungen und Wasser befreites dunkles Transformatoröl wird mit einem aus 2 Prozent Zinntetrachlorid und 2 Prozent Tonsil bestehenden Pulver etwa eine halbe Stunde lang lebhaft verrührt. Nach dem Absitzenlassen und Abtrennen der mit dem Tonsil fest verbackenen Harze wird das 01 mit 3 Prozent Tonsil bei etwa 5o° gemischt. Nach dem Filtrieren wird ein helles Raffinat erhalten, welches den an Transformatorenölen gestellten Anforderungen entspricht. Beispiel 2. Das zu reinigende 01 wird durch einen zum Filtrieren durch Absorptionsmittel geeigneten Behälter so -hindurchgeführt; daß es zunächst ein Filtergut durchlaufen muß, welches die festen Verunreinigungen des Öles und Wasser weitgehend zurückhält und dann eine mit etwa der gleichen Menge Zinnchlorid getränkte, aus kolloidaler Kieselsäure bestehende Schicht und schließlich noch eine aus neutraler Kieselsäure bestehende kleinere Schicht durchdringt. Das Filtrat hat die gleichen wertvollen Eigenschaften wie das unter Beispiel = erhaltene Produkt: _
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: Verfahren zum Reinigen von Isolierölen, dadurch gekennzeichnet, daß das vorher von festen Verunreinigungen und von Wasser möglichst befreite 01 mit Tetrahalogeniden der vierten Gruppe des periodischen Systems, vorzugsweise Zinn- und Titanchlorid, in innige Berührung gebracht und anschließend einer trockenen Nachbehandlung mit irgendwelchen Absorptionsmitteln oder einer Filtration durch diese unterzogen wird. 2. -Verfahren nach Anspruch r; dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Tetrahalogenide in einem Absorptionsmittel aufgesaugt oder gut vermischt mit einem solchen zur Einwirkung kommen.
Priority Applications (1)
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| DER66352D DE451124C (de) | 1925-12-30 | 1925-12-30 | Verfahren zum Reinigen von Isolieroelen |
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| DE451124C true DE451124C (de) | 1927-10-21 |
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1925
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