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Steuerung für elektromotorisch angetriebene hydraulische Schmiedepressen.
Bei den bisher üblichen Pressen nach dem dampflrydraulischen und dem reinhydraulischen
System richtet sich die Größe des Schmiedehubes nach der Öffnungszeit der Dampf-
bzw. Druckwasserventile. Da sich nun der Preßvorgang sehr rasch abspielt, ist es
schwierig, ohne besondere Hilfsmittel Hübe ganz bestimmter Größe zu erzielen. Falls
dies erforderlich ist, wie z. B. beim Pressen von Radscheiben, hilft man sich durch
%Terwendung sogenannter Beilagen, d. h. man legt neben das Preßgut kalte Eisenstücke
von der gewünschten Endhöhe des Preßgutes, die (las weitere Eindringen des Preßbären
in das Preßgut verhindern. Dieser Methode haftet folgender Nachteil an.
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Wenn der Preßbär die nahezu unelastische Beilage erreicht, müssen
sämtliche bewegten Massen der Presse, also das Ouerhaupt der Presse mit Preßbär,
der Treibapparat bzw. (las Belastungsgewicht des hydraulischen Akkumulators sowie
die Wassersäule zwischen Presse und Treibapparat bzw. Presse und Akkumulator in
sehr kurzer Zeit auf die Geschwindigkeit o verzögert werden. Dabei treten unkontrollierbare
Kräfte auf, die die ganze Einrichtung hoch beanspruchen.
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Gemäß der Erfindung kann unter Vermeidung solcher Nachteile bei elektrisch
angetriebenen Pressen eine vorausbestimmte Eindrucktiefe erreicht werden, indem
man eine derartige Beeinflussung der Steuerapparate auf mechanischem oder elektrischem
Wege vorsieht, daß der Hub der Presse proportional der Steuerhebelauslage ist. Da
die Beeinflussung der Steuerung auf den das Preßwasser erzeugenden Motor einwirkt
und diesen zu gegebener Zeit stillsetzt, geht die Verzögerung der bewegten Massen
ohne jeden Stoß vor sich.
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In Abb. i und 2 der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele einer mechanischen
und einer elektrischen Übertragung der Hebelauslage auf den Pressenhub schematisch
dargestellt.
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Abb. i zeigt den Reversiersteuerschalter St für das Feld
W der Anlaßdvnamo D. Er wird von dem Steuerhebel H über ein Differentialgetriebe
G betätigt, das anderseits von dem Antriebsmotor M des Treibapparates beeinflußt
wird.
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In dem Augenblick, in dem der Steuerhebel H ausgelegt wird, ist der
Motor M und die ihn mit dem Differentialgetriebe G verbindende Welle b noch in Ruhe.
Die Drehung der Welle a überträgt sich also restlos auf das Gehäuse des Differentialgetriebes
G und damit auf den Rev ersiersteuerschalter St, dessen Kontaktarm C ausgelegt wird.
Jetzt gibt die Anlaßdynamo D infolge des nunmehr eingeschalteten Feldes W Spannung
und der Motor M läuft an. Während des Laufes überträgt er seine Umdrehungen über
die Welle b auf das Differentialgetriebe G. Da der Hebel H festgestellt und die
Welle a in Ruhe ist, werden die Umdrehungen des Motors 1V voll auf das Gehäuse des
Differentialgetriebes und von hier aus auf den Reversiersteuerschalter St
übertragen,
dessen Kontaktarm in die Nullstellung zurückbewegt wird. Sobald der Kontaktarm die
Nullstellung wieder erreicht hat, ist das Feld und damit die Ankerspannung der Anlaßdvnamo
D vollkommen verschwunden, so daß der Motor M zum Stillstand kommt. Je weiter der
Steuerhebel H ausgelegt wurde, um so mehr Umdrehungen. wird der Motor machen, bis
er den Kontaktarm C des Reversiersteuerschalters in die Nullstellung zurückgeführt
hat. Der Zahl der Umdrehungen des Motors M entspricht die Größe des Schmiedehubes,
somit ist sie von der Steuerhebelauslage abhängig.
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Wird der Steuerschalter H in seine Nullage zurückgezogen, so wiederholt
sich der Vorgang, wobei lediglich der Drehsinn des Motors 1'VI geändert ist. Der
Treibapparat und der Steuerschalter gelangen wieder in die Ausgangslage.
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Ein Ausführungsbeispiel ohne mechanisches Bindeglied zwischen Antriebsmotor
des Treibapparates und Steuerhebel ist in Abb. 2 dargestellt. Die Hauptteile dieser
Steuerung sind der mit dem Steuerhebel H gekuppelte Geber A und der mit dem Antriebsmotor
3h des Treibapparates gekuppelte Empfänger B. Beide Apparate weisen zwei Reihen
Kontakte a, b, ä und b' auf, deren Anzahl der Zahl der einstellbaren
Eindrucktiefen des Preßbären entspricht. Entsprechende Kontakte von A und
B sind verbunden. Die Kontakte a und a' sind dem Schütz S, für Vorwärtsbewegung,
die Kontakte b und b' dem Schütz S; für Rückwärtsbewegung des Treibapparates
zugeordnet. Auf den Kontaktreihen a und b
des Gebers A schleifen Kontaktschienen
c und d, die mit dem einen Pol der Stromquelle durch Bürsten e verbunden sind. Konzentrisch
zu den Kontaktreihen d und b' des Empfängers B ist je eine feste Kontaktschiene
g und g' angeordnet, die durch starr verbundene Schleifstücke h und h' mit den Kontaktreihen
a' und b' in Verbindung stehen. Von den Schienen g und g' führen Zuleitungen zu
den Schützen S1 und S2, welche die Feldwicklung W der Anlaßdvnamo D in dem einen
oder anderen Sinne einschalten.
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Verstellt man beispielsweise mittels des Steuerhebels H die Gleitschienen
c, d des Gebers A so weit. daß die Schiene c den ersten Kontakt a berührt, so erhält
die Einschaltspule des Schützes S, über den ersten Kontakt der Kontaktreihe
a' des Empfängers B Spannung und schaltet das Schütz ein. Die nunmehr
.erregte Anlaßdynamo D gibt Spannung, und der Motor iyl des Treibapparates läuft
an. Während des Laufs dreht der Motor M den die Schleifstücke la, 7i tragenden
Hebel des Empfängers entgegen dem Sinne des Uhrzeigers, bis das Schleifstück h den
ersten Kontakt der Kontaktreihe a' verlassen hat. Dadurch wird der Strom der Einschaltspule
des Schützes S, unterbrochen, das Schütz schaltet die Erregerwicklung der Anlaßdvnamo
D ab, diese wird spannungslos, und der Motor M des Treibapparates bleibt stehen.
Das Gleitstück h' ist dabei auf den ersten Kontakt b' gelangt, trotzdem bleibt zunächst
das Schütz S, stromlos, da *die früher verstellte Gleitschiene d des Gebers den
ersten Kontakt der Reihe b verlassen hat. Erst beim Zurückziehen des Steuerschalters
H in die Ausgangblage erhält wieder der erste Kontakt der Reihe b des Gebers und
somit auch der erste Kontakt der Reihe b' des Empfängers Spannung, das Schütz SZ
schaltet ein und der Antriebsmotor läuft nun in entgegengesetztem Sinne, bis der
Geber (sowie der Treibkolben) in die Ausgangslage gekommen sind. Je weiter man den
Steuerhebel H auslegt, um so länger dauert es, bis der Motor den Empfänger
B in die den Geber A entsprechende Lage gebracht hat, und um so mehr
Preßwasser fördert er in den Preßzylinder der Presse. Die Auslage des Steuerhebels
ist also der Größe des Schmiedehubes proportional.