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Schwimmkörper für U-förmige Flughäfen. Es ist bereits der Vorschlag
gemacht worden, für die überbrückung der Ozeane durch Flugzeuge schwimmende Flughäfen
von U-förmiger Gestalt zu bauen, die Stützpunkte bilden und Zwischenlandungen von
Flugzeugen auf hoher See ermöglichen sollen. _ Diese Häfen sollten aus einem einzigen
großen Schwimmkörper bestehen. Es erscheint .aber wegen des riesigen Profilwiderstandes
eines solchen Körpers unmöglich, ihn einigermaßen wirtschaftlich fortzubewegen,
und es- erscheint fraglich, ob ein solches Gebilde überhaupt auf die hohe See hinausgebracht
werden kann.
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Die Erfindung umgeht diese Schwierigkeiten dadurch, daß der schwimmende
U-förmige Flughafen aus einzelnen Körpern besteht, die so zusammengelegt werden
können. daß sie einen oder mehrere schiffsförmige Körper bilden. Nach der Erfindung
kann man den Flughafen so ausbilden, daß die die Schenkel bildenden Schwimmkörper
längsseit an den Stirnkörper angelegt werden können. Dadurch wird ein einheitlicher
Schwimmkörper von schiffsförmigem Querschnitt geschaffen, dessen Widerstand etwa
dem eines gleich großen Schiffes entspricht.
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Man kann erfindungsgemäß aber auch den Stirnkörper für sich als selbständiges
Schiff ausbilden und die beiden Schenkelkörper zu einem vom Stirnkörper unabhängigen
Schiff zusammenfügen, so daß also der Flughafen während des Transports aus zwei
Schiffen besteht.
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Ferner erscheint es zweckmäßig, in die schiffsförmigen Körper eine
Motoranlage einzubauen, die mit Propellern eine von Schleppern unabhängige Fahrt
erlauben. Die einzelnen Körper werden zweckmäßig so ausgestaltet, daß die quer zum
Winde liegenden Teile zur Aufnahme der Seeflugzeuge und die in der Windrichtung
liegenden Teile, also die Schenkel, zur Aufnahme von Fahrgästen, Geräten und Vorräten
dienen. Der zur Aufnahme dienende Stirnkörper wird dabei zweckmäßig überdacht, so
daß die Flugzeuge einen sicheren Schutz gegen Wind und Wetter haben.
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Um eine gegen Wind und Seegang stabile Lage zu gewährleisten, werden
Form und Größe des U-förmigen Hafens sowie die Verbindung der einzelnen Körper unter
sich und miteinander so gewählt, daß die durch den Wellengang entstehenden Beanspruchungen
sicher von der Konstruktion aufgenommen «-erden.
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Zur Vermeidung einer Abtrift kann der Flughafen auch auf dem Meeresgrund
verankert werden.
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Die Abbildungen geben Ausführungsbeispiele für die Erfindung. Abb.
i zeigt einen U-förmigen Flughafen im Betriebszustand, bei dem die beiden Schenkel
i und 2 mit dem
Stirnkörper 3 so zu einem einzigen Schiffskörper
zusammengelegt werden können, wie es Abb. 2 zeigt. Jeder der beiden Körper i und
2 hat eine Maschinenanlage q. und 5 mit Propellerantrieben, die einmal dazu dienen
können, das Schiff mit eigener Kraft fortzubewegen, zum anderen, um den Hafen ständig
gegen den Wind zu drehen und bei Abtrieb auf der Stelle zu halten oder nach lange
währendem Sturm allmählich wieder auf seine frühere Stelle zurückzubringen. Das
Umwandeln aus dem Schiffskörper in den Hafen geschieht so, daß die Teile i und 2
vom Körper 3 gelöst, seitlich an seine Enden herangefahren und dann mit ihm in geeigneter
Weise befestigt werden. Die Teile i und 2 können aber auch bei 6 und 7 drehbar mit
dem Körper 2 verbunden bleiben, wobei die Verschiebung der Drehpunkte 6 und 7 bis
an die Enden des Querschiffes 3 erfolgt.
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Eine andere Lösung gibt Abb. 3. Hier ist das Querschiff 13 mit zwei
Halbschiffen i i und 12 verbunden, wobei die beiden Halbschiffe zu einem einzigen
Schiff zusammengesetzt werden können. Alle drei Körper haben eigenen Propellerantrieb
14, 15 und 16, so daß die Fahrt des Hafens getrennt in zwei Schiffen erfolgen kann.
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Abb. 4 zeigt einen Querschnitt durch den Hafen. Der Querkörper 3 oder
auch 13 ist dabei so ausgebildet, daß die Flugzeuge io selbständig oder mit Unterstützung
von Mannschaften bis unter das Dach 6 des Querschiffes einfahren können.
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Der Flughafen soll stets die Lage gegen den Wind behalten, damit der
Hafen selbst geschützt ist. Die ankommenden Wellen brechen sieh am Querschiff, so
daß im Hafen selbst eine bedeutend ruhigere See steht.
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Um die stabile Lage des Hafens zu erreichen, werden nach der Erfindung
beispielsweise folgende Vorkehrungen getroffen: Das Querschiff erhält, besonders
in der Mitte, einen großen Tiefgang und wird über Wasser möglichst niedrig gehalten,
um dem Wind eine geringe Angriffsfläche zu bieten, während die Längsschiffe nach
den Enden zu an Tiefgang abnehmen, jedoch über Wasser höher hinausragen. Bei 8 können
auch steuerartige Flossen an den Längsschiffen angebracht sein, mit deren Hilfe
der Hafen in der Windrichtung gehalten wird. Außerdem kann durch die Propellerantriebe
eine beliebige Drehung des Hafens erreicht werden. Auf dem Längskörper sind Unterkunfts-
und Vorratsräume 9 angeordnet.
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Man kann bei der Unterteilung in einzelne schwimmfähige Körper auch
noch weiter gehen, so z. B. ein Schiff aus vier Teilen zusammensetzen, die beim
Bilden des Hafens in Pfeil- oder U-Form auseinandergefahren werden. Je mehr Teile
man jedoch nimmt, um so schwieriger wird es, die nötige Stabilisierung und Versteifung
zu erreichen.