DE4431009A1 - Fischfleisch enthaltende Wurst und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Fischfleisch enthaltende Wurst und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Fischfleisch enthaltende Wurst
und ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
In der Vergangenheit wurden Versuche unternommen, eine Wurst
aus Fischfleisch herzustellen; diese führten jedoch nur zu
einer weichen, nicht schnittfesten Wurst ähnlich einer Weiß
wurst. Dagegen war es bislang nicht möglich, Fischfleisch zu
einer schnittfesten, haltbaren Wurst ähnlich einer Salami zu
verarbeiten. Dies liegt vor allem an dem hohen Wassergehalt
von Fischfleisch und dem Umstand, daß Fischfleisch sehr kur
ze Fasern hat.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstel
lung einer schnittfesten, mindestens begrenzt haltbaren
Wurst aus Fischfleisch zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch
ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausbil
dungen dieses Verfahrens sind in den Unteransprüchen 2 bis
14 angegeben. Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Wurst
sind in den Ansprüchen 15 bis 21 angegeben.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann eine schnittfeste,
haltbare Wurst ähnlich einer Salami ohne Konservierungsstof
fe und ohne Bindemittel aus Fischfleisch erzeugt werden.
Erfindungsgemäß wird eine Wurst erzeugt, die Fischfleisch
stücke enthält, die einerseits groß genug sind, um der Wurst
eine feste Konsistenz zu verleihen, und andererseits so
klein sind, daß eine Trocknung (Reifung) in einer Reifekam
mer, d. h. einem Raum mit geregelter Temperatur und Luft
feuchtigkeit, möglich ist. Hierfür vorteilhafte Randbedin
gungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Bei Versuchen
hat sich außerdem gezeigt, daß auch die Wahl geeigneter Zu
taten, wie sie in den Unteransprüchen aufgeführt sind, sich
positiv auf den Reifeprozeß auswirken kann.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß durch
aus hochwertiges Fischfleisch, das derzeit in der fischver
arbeitenden Industrie nicht verwertet wird, zu einem Lebens
mittel weiterverarbeitet werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel
mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Hierbei wird von
der Verwendung von Lachsfleisch ausgegangen; es-kann jedoch
auch das Fleisch anderer Fischarten, zum Beispiel von Zan
der, Steinbutt oder Loup de Mer, verwendet werden.
Zu Beginn wird der rohe Lachs in bekannter Weise gewaschen,
filetiert und entgrätet und das Fleisch dann mit einer Gabel
von der Haut abgelöst. Anschließend wird das Fleisch in 4 mm-
5 mm kleine Würfel geschnitten, die anschließend auf einem
Blech verteilt werden und bei ca. -18°C für 20-30 min an
gefroren werden. Die Gefriertemperatur und die Gefrierdauer
sind so gewählt, daß sich bei den Fleischstücken ein gefro
rener Rand bildet, jedoch ein ungefrorener Kern zurück
bleibt.
Das auf diese Weise gefrorene Fleisch wird in ein in der
Fleischverarbeitung übliches Rührschneidewerk (Cutter) ein
gelegt und durch dieses weiter zerkleinert; im vorliegenden
Fall waren hierfür 6-8 Umdrehungen ausreichend. Vorteil
hafterweise liegt bei diesem und nachfolgenden Zerkleine
rungsschritten die Temperatur des Cutters unterhalb von 0°
C, bevorzugt bei -18°C. Anstelle eines Cutters kann auch
ein anderes, für die Fleischverarbeitung geeignetes Schnei
degerät verwendet werden.
Dadurch, daß die vorbereiteten Lachsstücke nicht ganz durch
gefroren sind, wird vermieden, daß das Lachsfleisch im Cut
ter zerfasert wird und man erhält nach dem Zerkleinern im
Cutter wieder in etwa würfel- oder quaderförmige Stücke.
Nach der Zerkleinerung im Cutter wird das Fleisch auf einem
Blech ausgelegt und mit weiteren Zutaten vermischt. Im Fall
dieses Ausführungsbeispiels umfassen die Zutaten drei ver
schiedene Senfarten, getrockneten Koriander, Honig, braunen
Zucker, Wacholderbeeren, Zitronenschale, Salz und Pfeffer,
Pökelsalz sowie verschiedene Kräuter. Durch die Zugaben die
ser Zutaten wird das Eiweiß aufbereitet, d. h. die Poren wer
den geöffnet und das Eiweiß gelöst. Außerdem wird durch die
Zugabe von Pökelsalz dem Lachsfleisch ein Teil der Feuchtig
keit entzogen.
Die auf diese Weise zubereitete Mischung wird erneut für
ungefähr 20 min bei einer Temperatur von ca. -18°C gefro
ren. Danach wird die Mischung wieder in den Cutter eingelegt
und noch einmal zerkleinert (3-5 Umdrehungen erwiesen sich
als ausreichend). Die Mischung kann dann noch mit weiteren
Zutaten versehen bzw. abgeschmeckt werden. Danach wird die
Mischung in eine Wursthülle abgefüllt und zu Würsten abge
bunden. Hierbei kann Naturdarm oder eine übliche Kunststoff
wursthülle verwendet werden, solange gewährleistet ist, daß
Feuchtigkeit aus dem Inneren der Wurst nach außen austreten
kann.
Die so gebildete Wurst wird danach für 4 Tage bei einer Tem
peratur von ca. 2°C-8°C in einem Kühlhaus aufgehängt.
Anschließend wird sie für 10-12 Tage in einer Reifekammer
bei einer Temperatur zwischen 20°C und 80°C und einer rela
tiven Luftfeuchtigkeit von mehr als 70%, vorzugsweise 81%-
84%, aufgehängt. Danach wird die Wurst in einer Räucherkam
mer bei einer vorgegebenen Temperatur, vorzugsweise 20°C-
14°C, kalt geräuchert, bis eine gewünschte Farbe erreicht
ist. In einer Abwandlung dieses Verfahrens wird die Wurst
unmittelbar nach dem Abfüllen in die Wursthülle in der Rei
fekammer aufgehängt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird
die Wurst vor dem Aufhängen in der Reifekammer in eine Salz
lake eingelegt. Das Einlegen in der Salzlake kann gegebenen
falls wiederholt werden, wobei die Wurst danach jeweils wie
der in der Reifekammer aufgehängt wird. Zwei bis drei Wie
derholungen haben sich als vorteilhaft erwiesen.
Ein Praxisversuch hat gezeigt, daß eine wie oben beschrieben
hergestellte "Fischwurst" bei kühler Lagerung mehrere Monate
haltbar war.
Claims (21)
1. Verfahren zum Herstellen einer Wurst aus Fischfleisch,
welches die folgenden Schritte umfaßt:
- a) Bereitstellen des Fischfleischs in Stücken,
- b) Gefrieren der Stücke derart, daß die Stücke nicht vollständig durchgefroren sind,
- c) Zerkleinern der gefrorenen Stücke,
- d) Einfüllen des zerkleinerten Fischfleischs in eine für Feuchtigkeit durchlässige Wursthülle zum Formen einer Wurst,
- e) Abhängen der Wurst bei einer vorgegebenen Temperatur und einer vorgegebenen Luftfeuchtigkeit.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die bereitgestellten Fischfleischstücke bei einer Tempe
ratur von -18°C für 20-30 Minuten gefroren werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die größte Abmessung der bereitgestellten
Fischfleischstücke kleiner als etwa 5 mm ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das zerkleinerte Fischfleisch mit wei
teren Zutaten vermischt wird, die so erzeugte Mischung
kurz gefroren und danach weiter zerkleinert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Mischung bei etwa -18°C für ungefähr 20 Minuten ge
froren wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Zutaten eine zuckerhaltige Sub
stanz, Senf und/oder Wacholderbeeren umfassen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Mischung Pökelsalz zugesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wurst vor dem Abhängen für 4 Tage
ohne Überwachung der Luftfeuchtigkeit bei einer Tempe
ratur zwischen 2°C und 8°C in einem Kühlhaus gelagert
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Temperatur beim Abhängen (Schritt
e)) zwischen 2°C und 8°C und die relative Luftfeuch
tigkeit oberhalb von 70% liegt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 81% und 84%
liegt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wurst gemäß Schritt e) ca. 10-12
Tage abgehangen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wurst nach dem Abhängen gemäß
Schritt e) bei einer Temperatur vorzugsweise zwischen
2°C und 14°C geräuchert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wurst vor dem Abhängen (Schritt
e)) in eine Salzlake eingelegt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß Fleisch von Lachs, Zander, Steinbutt
und/oder Loup de Mer jeweils allein oder in Kombination
miteinander verwendet wird.
15. Schnittfeste Wurst, welche als Hauptbestandteil Fisch
fleisch enthält.
16. Wurst nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
Wassergehalt der Wurst deutlich geringer als derjenige
von rohem Fischfleisch ist.
17. Wurst nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet,
daß sie Fischfleischstücke mit einem maximalen Durchmes
ser von weniger als 5 mm enthält.
18. Wurst nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Fischfleisch ungekocht ist.
19. Wurst nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wurst Zutaten wie eine zuckerhal
tige Substanz, Pökelsalz, Senf und/oder Wacholderbeeren
enthält.
20. Wurst nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch ge
kennzeichnet, daß sie keine Konservierungsstoffe oder
Bindemittel enthält.
21. Wurst nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch ge
kennzeichnet, daß sie als Hauptbestandteil Fleisch von
Lachs, Zander, Steinbutt und/oder Loup de Mer, jeweils
allein oder in Kombination, enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4431009A DE4431009A1 (de) | 1994-08-31 | 1994-08-31 | Fischfleisch enthaltende Wurst und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4431009A DE4431009A1 (de) | 1994-08-31 | 1994-08-31 | Fischfleisch enthaltende Wurst und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4431009A1 true DE4431009A1 (de) | 1996-03-07 |
Family
ID=6527071
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4431009A Ceased DE4431009A1 (de) | 1994-08-31 | 1994-08-31 | Fischfleisch enthaltende Wurst und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4431009A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| ES2107975A1 (es) * | 1996-05-27 | 1997-12-01 | Floriach Joaquin Massa | Producto alimentario embutido y procedimiento para su obtencion. |
| ES2125197A1 (es) * | 1997-05-08 | 1999-02-16 | Pescados Y Salazones La Higuer | Procedimiento de fabricacion de una hamburguesa de tunidos y producto asi obtenido. |
| WO2003090563A1 (fr) * | 2002-04-23 | 2003-11-06 | Shan Wang | Saucisse de chair de poisson a base de chair de poisson formant une piece et procede de preparation correspondant |
-
1994
- 1994-08-31 DE DE4431009A patent/DE4431009A1/de not_active Ceased
Non-Patent Citations (3)
| Title |
|---|
| Derwent-Abstract 86-087166/13 * |
| Derwent-Abstract 93-412222/51 * |
| Derwent-Abstract 94-032720/04 * |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| ES2107975A1 (es) * | 1996-05-27 | 1997-12-01 | Floriach Joaquin Massa | Producto alimentario embutido y procedimiento para su obtencion. |
| ES2125197A1 (es) * | 1997-05-08 | 1999-02-16 | Pescados Y Salazones La Higuer | Procedimiento de fabricacion de una hamburguesa de tunidos y producto asi obtenido. |
| WO2003090563A1 (fr) * | 2002-04-23 | 2003-11-06 | Shan Wang | Saucisse de chair de poisson a base de chair de poisson formant une piece et procede de preparation correspondant |
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