DE4422663A1 - Photochrom eingefärbter transparenter Gegenstand - Google Patents
Photochrom eingefärbter transparenter GegenstandInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen photochrom einge
färbten transparenten Gegenstand, der zusätzlich eine
absorbierende Substanz aufweist, die dicht im UV-Be
reich sowie gegebenenfalls Licht mit einer Wellenlänge
unterhalb eines bestimmten Wellenlängenbereichs im
sichtbaren Bereich zumindest teilweise absorbiert.
Häufig ist es erforderlich, daß optische Teile, wie
Linsen, Brillengläser und insbesondere Sonnenschutzglä
ser, Visiere von Helmen etc. undurchlässig für UV- und
insbesondere für UV-A-Strahlung sind. Bei Brillenglä
sern wird darüberhinaus oft aus physiologischen Gründen
gefordert, daß sie wenigstens teilweise kurzwellige
Strahlung im sichtbaren Bereich, beispielsweise Licht
mit einer Wellenlänge kleiner als ca. 400 nm absorbie
ren.
Bei Kunststoffteilen, die (lichtseitig) oberflächlich
photochrom eingefärbt sind, wie dies beispielsweise in
der US-PS 4 286 957 oder der DE-A-35 16 568 beschrieben
ist, können entsprechend den physiologischen Vorgaben
absorbierende Stoffe bzw. Substanzen, wie z. B. UV-
Absorber, bei der Herstellung dem Polymer zugesetzt
werden. Dies kann beispielsweise durch Zugabe in das
Monomer vor der Polymerisation oder in das Gemenge vor
der Extrusion erfolgen. Sofern die photochrome Färbung
nicht sehr tief in das Polymer hineinreicht, wird die
Leistung, d. h. insbesondere die Eindunkelung der licht
seitigen photochromen Färbung durch den Zusatz von ab
sorbierenden Substanzen kaum geschwächt.
Anders verhält es sich jedoch bei Kunststoffteilen, die
in der Masse photochrom gefärbt sind. Bei diesen in der
Masse photochrom eingefärbten Kunststoffteilen absor
biert der Zusatz gerade die UV-A-Strahlung, die zur
Anregung der photochromen Moleküle benötigt wird. Die
Leistung, d. h. der Grad der Eindunkelung wird daher in
diesem Fall durch den absorbierenden Zusatz drastisch
verringert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen photo
chrom eingefärbten transparenten Gegenstand, der zu
sätzlich (wenigstens) eine absorbierende Substanz auf
weist, die Licht im UV-Bereich sowie gegebenenfalls
Licht mit einer Wellenlänge unterhalb eines bestimmten
Wellenlängenbereichs im sichtbaren Bereich zumindest
teilweise absorbiert, derart weiterzubilden, daß die
photochrome Leistung insbesondere von in der Masse
eingefärbter Gegenstände durch die absorbierende Sub
stanz nicht beeinträchtigt wird.
Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im
Patentanspruch 1 angegeben. Weiterbildungen der Erfin
dung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Erfindungsgemäß ist die absorbierende Substanz in einer
Schicht vorgesehen, die auf und/oder unterhalb der der
Lichteinfallsrichtung abgewandten Oberfläche des Gegen
stands vorgesehen ist. Dabei kann die absorbierende
Substanz einen oder mehrere UV-Absorber oder den phy
siologischen Anforderungen entsprechende Verbindungen
umfassen, die in die dem Licht normalerweise abgewandte
Seite des Gegenstands eingebracht oder auf diese Seite
aufgebracht werden.
Dabei können auch bestimmte Stoffe in den Gegenstand
eingebracht und andere Stoffe auf den Gegenstand, bei
spielsweise mittels einer Lackschicht aufgebracht wer
den.
Je nachdem, aus welchem Kunststoffmaterial der Gegen
stand besteht, können die verschiedensten Verfahren zur
Herstellung der absorbierenden Schicht eingesetzt wer
den. In jedem Fall wird zunächst der photochrome Gegen
stand hergestellt und anschließend in die der Lichtein
fallsrichtung abgewandte Oberfläche des Gegenstandes
der Absorber eingebracht bzw. auf sie aufgebracht:
Bei Duroplasten, wie Acrylaten, CR 39 oder MR-6 können
beispielsweise die in der US-PS 4 286 957 oder der DE-A-
35 16 568 beschriebenen Verfahren analog eingesetzt
werden, wobei natürlich anstelle eines photochromen
Farbstoffs der oder die UV-Absorber eingebracht werden.
Beim Einbringen des Absorbers in einen Lack kann dieser
durch Aufsprühen, Aufpinseln oder in Spintechnik aufge
bracht werden.
Bei Thermoplasten, wie Polycarbonat, kann zum Einbrin
gen der absorbierenden Substanzen ein Verfahren analog
eingesetzt werden, wie es in der DE-A-42 35 182 be
schrieben ist.
Die erfindungsgemäße Vorgehensweise eignet sich beson
ders für massegefärbte Gegenstände und insbesondere für
Brillengläser.
Nachstehend wird die Herstellung photochromer Kunst
stoffteile anhand eines Ausführungsbeispiels beschrie
ben:
In ein Monomer, beispielsweise das Monomer TS-150 der
Fa. Tokuyama Corp., werden 500 ppm der photochromen
Farbstoffe bei 20-25°C innerhalb von 2 h eingerührt.
Nach Zugabe von 1% Initiator (tert. Butylperoxyneode
canoat) wird weitere 15 min bei 20-25°C gerührt und die
Mischung anschließend bei 10 Torr entgast.
Die Mischung wird über ein 1,2-µm-Filter in die Gieß
formen (2 mm Plangläser) gefüllt und entsprechend einem
vom Monomerhersteller empfohlenen Temperaturprogramm
20 h bei 35-90°C ausgehärtet. Nach dem Entformen werden
die Gläser 2 h bei 120°C getempert.
Im Anschluß hieran erfolgt das Einbringen des UV-
Schutzes, das im folgenden beschrieben wird:
In 1 l enthärtetem Wasser, in das ein Teelöffel Haus
haltsspülmittel gegeben wird, werden 40 g 2,2′,4,4′-
tetrahydroxybenzophenon suspendiert und durch Erhitzen
auf 95°C in Lösung gebracht. In diese Lösung werden die
- entsprechend vorbereiteten - Gläser 45 min getaucht
und durch 15sekündiges Spülen in 80°C heißem Wasser
(Zusatz von 1 Spritzer Haushaltsspülmittel) oberflä
chengereinigt.
Variante A ohne Vorbehandlung (beidseitiger UV-Schutz
Variante B Rückfläche abgedeckt (UV-Schutz vorderseitig
Variante C Vorderfläche abgedeckt (UV-Schutz rückseitig
Variante B Rückfläche abgedeckt (UV-Schutz vorderseitig
Variante C Vorderfläche abgedeckt (UV-Schutz rückseitig
Im folgenden werden die Meßergebnisse vorgestellt:
Die photochrom gefärbten Gläser wurden in einer Meßan
ordnung gemäß DIN 58 217 vermessen, d. h. 15 min mit
50 klux bei 23°C bestrahlt. Bestimmt wurde die photo
chrome Leistung, d. h. die Differenz der Transmission Eτ
im unbelichteten und belichteten Zustand nach 15 min.
Die Transmissionen sind dabei nach der spektralen Em
pfindlichkeit des Normalbeobachters Vλ bewertet.
Die gleiche Messung wurde mit den nach den verschiede
nen Varianten UV-geschützten Gläsern wiederholt. Der
erreichte UV-Schutz ist in allen 3 Varianten sehr gut,
für Variante B und C im Rahmen der Meßgenauigkeit iden
tisch (τ bei 390 nm < 1%).
Somit erhält man die folgenden Ergebnisse:
Wird anstelle des UV-Absorbers ein sog. "Blue-blocker"
verwendet (beispielsweise je 20 g BASF Celliton-gelb G
und BASF Cellitongelb 7 GFL pro Liter Wasser, Tauchzeit
10 min), so zeigt keiner der photochromen Farbstoffe
mehr eine Lichtreaktion in den Varianten A und B. In
der Variante C tritt nur eine geringe Abschwächung ein,
die durch die durch die gelbe Vorfärbung bedingte Re
duktion der Transmission im unbelichteten Zustand ver
ursacht wird.
Claims (7)
1. Photochrom eingefärbter transparenter Gegenstand,
der zusätzlich eine absorbierende Substanz aufweist,
die Licht im UV-Bereich sowie gegebenenfalls mit einer
Wellenlänge unterhalb eines bestimmten Wellenlängenbe
reichs im sichtbaren Bereich zumindest teilweise absor
biert,
dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierende Substanz
in einer Schicht vorgesehen ist, die auf und/oder
unterhalb der der Lichteinfallsrichtung abgewandten
Oberfläche des Gegenstands vorgesehen ist.
2. Gegenstand nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand aus einem
Kunststoffmaterial besteht.
3. Gegenstand nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand mit photo
chromem Farbstoff massegefärbt ist.
4. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand ein Brillen
glas ist.
5. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierende Substanz
mehrere unterschiedliche UV- und/oder Licht im sichtba
ren Bereich absorbierende Stoffe aufweist, die gegebe
nenfalls in unterschiedlichen Schichten angeordnet
sind.
6. Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes nach
einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß zunächst der photochrome
Gegenstand hergestellt und anschließend in die der
Lichteinfallsrichtung abgewandte Oberfläche des Gegen
standes der Absorber mittels Diffusion von der lichtab
gewandten Oberfläche her eingebracht wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes nach
einem der Ansprüche 1 bis 5 oder nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß zunächst der photochrome
Gegenstand hergestellt und anschließend auf die der
Lichteinfallsrichtung abgewandte Oberfläche des Gegen
standes eine Schicht mit dem Absorber aufgebracht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4422663A DE4422663A1 (de) | 1993-06-28 | 1994-06-28 | Photochrom eingefärbter transparenter Gegenstand |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4321423 | 1993-06-28 | ||
| DE4422663A DE4422663A1 (de) | 1993-06-28 | 1994-06-28 | Photochrom eingefärbter transparenter Gegenstand |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4422663A1 true DE4422663A1 (de) | 1995-01-19 |
Family
ID=6491389
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4422663A Withdrawn DE4422663A1 (de) | 1993-06-28 | 1994-06-28 | Photochrom eingefärbter transparenter Gegenstand |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4422663A1 (de) |
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1994
- 1994-06-28 DE DE4422663A patent/DE4422663A1/de not_active Withdrawn
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