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DE4410361B4 - System zur Stabilisierung des Fahrverhaltens nicht schienengebundener Fahrzeuge - Google Patents

System zur Stabilisierung des Fahrverhaltens nicht schienengebundener Fahrzeuge Download PDF

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DE4410361B4
DE4410361B4 DE19944410361 DE4410361A DE4410361B4 DE 4410361 B4 DE4410361 B4 DE 4410361B4 DE 19944410361 DE19944410361 DE 19944410361 DE 4410361 A DE4410361 A DE 4410361A DE 4410361 B4 DE4410361 B4 DE 4410361B4
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alpha
steering
vehicle
steering wheel
driver
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Konrad Dipl.-Ing. Dr. Eckert
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Robert Bosch GmbH
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Robert Bosch GmbH
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D6/00Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D6/00Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits
    • B62D6/04Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits responsive only to forces disturbing the intended course of the vehicle, e.g. forces acting transversely to the direction of vehicle travel

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Steering Control In Accordance With Driving Conditions (AREA)

Abstract

Servolenksystem mit wenigstens einem Aktuator zur Betätigung wenigstens einer lenkbar ausgelegten Fahrzeugachse [303], bei dem die von dem Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad [301] des Fahrzeugs aufgebrachte Lenkkraft [P1, P2] durch eine Servounterstützung [302] wählbar verstärkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung [p] in Abhängigkeit von wenigstens einer vom aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs abhängige Lenkgröße gewählt wird, wobei diese Lenkgröße abhängig ist von wenigstens einer den Gierwinkel [alphaG(t)], die Gierwinkelgeschwindigkeit [alphaG'(t)] und/oder die Gierwinkelbeschleunigung [alphaG'(t)] repräsentierenden Größe.

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf ein Servolenksystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
  • Das Geradeauslaufverhalten selbst teurer Automombile ist oft schlecht. Insbesondere bei mittleren Fahrgeschwindigkeiten können auch kleine, von außen kommende Störungen, lästige und fahrsicherheitskritische Drehbewegungen um die Fahrzeughochachse (Gierbewegungen) verursachen. Bei hohen Fahrgeschwindigkeiten sind beispielsweise seitlich angreifende Windböen gefährlich.
  • Bei Kurvenfahrt verhalten sich viele Fahrzeugtypen ordentlich, wenn das Steuerungsverhalten der Auslegung gemäß ist, z.B. neutral. Bekanntlich gibt es aber viele Gründe für ein im praktischen Fahrbetrieb abweichendes Lenkverhalten, nämlich übersteuerndes oder untersteuerndes Verhalten. Ein einfacher Grund hierfür ist beispielsweise eine unterschiedliche Beladung des Fahrzeugs, die zu einer veränderten Achslastverteilung führt und damit zu einem anderen Steuerungsverhalten.
  • In der DE-OS 40 31 316 wird eine motorbetriebene Servolenkung beschrieben, die zusätzlich zu dem vom Fahrer induzierten Lenkanteil mit einem weiteren Lenkanteil beaufschlagt wird, um die Bewegung des Fahrzeugs, insbesondere die des Fahrzeugaufbaus derart zu beeinflussen, dass die Fahrsicherheit und/oder der Fahrkomfort verbessert wird.
  • Die DE 42 26 746 C1 zeigt den Oberbegriff des Anspruchs 1.
  • In der GB 1,414,206 wird ein Servolenksystem vorgestellt, bei dem die Lenkkraft des Fahrers durch ein hydraulisches System unterstützt wird, und bei dem die Lenkradwinkelgeschwindigkeit des vom Fahrer betätigten Lenkrades mit einer Winkelgeschwindigkeit eines Elektromotors überlagert wird. Der Elektromotor wird dabei durch ein Hilfssystem gesteuert, das Fahrzeugbewegungen wie Seitenkräfte, die Buch Seitenwind verursacht werden, sensiert.
  • Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Servolenksysteme bekannt, die das vom Fahrer aufgebrachte Lenkmoment verstärken. Mit zunehmender Verstärkung wird jedoch der Straßenkontakt über das Lenkrad schlechter.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Fahrstabilität durch eine verbesserten Kontakt des Fahrers zur Fahrbahn zu verbessern.
  • Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination der Ansprüche 1 und 4 gelöst.
  • Vorteile der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft ein Servolenksystem mit wenigstens einem Aktuator zur Betätigung wenigstens einer lenkbar ausgelegten Fahrzeugachse. Hierbei wird die von dem Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad des Fahrzeugs aufgebrachte Lenkkraft durch eine Servounterstützung wählbar verstärkt. Die Verstärkung wird dabei erfindungsgemäß in Abhängigkeit von wenigstens einer vom aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs abhängigen Lenkgröße gewählt, wobei diese Lenkgröße abhängig ist von wenigsten einer den Gierwinkel, die Gierwinkelgeschwindigkeit und/oder die Gierwinkelbeschleunigung repräsentierenden Größe.
  • In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Servolenksystems ist vorgesehen, dass die vom aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs abhängige Lenkgröße weiterhin abhängig ist von Größen, die den Einschlagwinkel eines von dem Fahrer des Fahrzeugs betätigten Lenkrades und die Fahrzeuglängsgeschwindigkeit, die Einschlagwinkelgeschwindigkeit und/oder die Einschlagwinkelbeschleuigung des Lenkrades repräsentieren.
  • Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass dem Fahrer des Fahrzeugs durch eine solche Servolenkung eine verbesserte Übermittlung des Straßenkontakts ermöglicht wird. Dies wirkt sich selbstverständlich auch auf die Stabilisierung des Fahrverhaltens positiv aus.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin eine hydraulische Lenkvorrichtung zur Ansteuerung im Rahmen des erfindungsgemäßen Lenksystems mit einer hydraulischen Servo unterstützung, die das vom Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad des Fahrzeugs aufgebrachte Drehmoment verstärkt. Hierbei wird zur Unterstützung des vom Fahrer aufgebrachten Lenkradmoments in einem Arbeitszylinder ein mit der Zahnstange des Fahrzeugs verbundener erster Arbeitskolben mit Druckmittel beaufschlagt. Hierbei ist die Zahnstange mit der Spurstange zur Betätigung der lenkbar ausgelegten Vorderachse wirkverbunden. Der Kern der erfindungsgemäßen hydraulischen Lenkvorrichtung besteht darin, dass innerhalb des ersten Arbeitskolbens ein mit der Spurstange wirkverbundener zweiter Arbeitskolben angeordnet ist.
  • Das erfindungsgemäße System hat dabei folgende Vorteile:
    • – Verbesserung des Geradeauslaufs durch Ausregelung beliebiger äußerer Störungen,
    • – Verstetigung der Kurvenfahrt durch Ausregelung beliebiger äußerer Störungen,
    • – Stabilisierung der Kurvenfahrt durch Annäherung des tatsächlichen Steuerungsverhaltens an das auslegungsgemäße Steuerungsverhalten, nach Einwirkung beliebiger äußerer Störungen.
  • Dabei ist das erfindungsgemäße System, gemessen an der komplexen Aufgabenstellung, relativ einfach ausgelegt.
  • Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den im folgenden zu beschreibenden Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
  • Zeichnung
  • Anhand der 1, 2 und 3 wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. Die 1, und 2 zeigen dabei Blockschaltbilder von Ausführungsbeispielen der Erfindung, während die 2 eine Schemaskizze der geregelten erfindungsgemäßen Lenkung liefert.
  • Anhand von Ausführungsbeispielen soll die Erfindung detailliert dargestellt werden.
  • Regelkonzept
  • Mit einem geeigneten Geber (105 in der 1, 208 in der 2 bzw. 305 in der 3) wird die Drehbewegung alpha(t) des Fahrzeugs (103) um seine Hochachse gemessen. Der Drehwinkel alpha(t) um eine fahrzeugfeste Hochachse ist auch als Gierwinkel bekannt. Selbstverständlich können auch Geber für alpha'(t) oder alpha''(t) verwendet werden; alpha(t) wird dann aus diesen Meßwerten berechnet. Der hochgestellte Index "'" hinter einer Größe soll im folgenden die zeitlich einmal differenzierte Größe repräsentieren. Ist beispielsweise mit alpha der Gierwinkel bezeichnet, so soll die Größe alpha' die Gierwinkelgeschwindigkeit und alpha'' die Gierwinkelbeschleunigung repräsentieren. Über einen noch näher zu beschreibenden mathematisch funktionalen Zusammenhang wird ein schneller Steller angesteuert, der an der Lenkung den Weg x(t) überlagert. Zur Realisierung dieses schnellen Stellers wird, wie in der 2 zu sehen ist, der Arbeitskolben 202 mit Druckmittel beaufschlagt, wodurch entsprechende Bewegungen der Spurstange 209 ermöglicht werden.
  • Im folgenden sollen nun zunächst verschiedene Fahrzustände dargestellt werden.
  • Es werden die Fälle A, B und C unterschieden, wobei in allen Fällen zunächst lediglich von Interesse ist, ob, wie und warum der Winkel alpha mit der fortlaufenden Zeit t sich ändert, das heißt, ob alpha'(t) gleich Null ist, oder ob alpha'(t) ungleich Null ist, nämlich ob alpha'(t) größer als Null oder alpha'(t) kleiner als Null ist.
  • Die Größe ro bezeichnet dabei den Einschlagwinkel des vom Fahrer betätigten Lenkrades 206. Diese Größe kann durch einen geeigneten Geber 210 sensiert werden.
  • Fall A:
  • Der Fahrer hält das Lenkrad 206 fest in einer Stellung ro, die etwa Null entspricht. Diese Stellung soll Geradeausfahrt erge ben, entsprechend der Absicht des Fahrers. Beim Auftreten einer äußeren Störung (Abrollstörung, Straßenneigung, Seitenwind usw.) ergibt sich dann ein Wert alphaA'(t) ungleich Null, nämlich alphaA' größer als Null (Fahrzeug im Gegenuhrzeigersinn drehend) oder alphaA' kleiner als Null (Fahrzeug im Uhrzeigersinn drehend).
  • Fall B:
  • Der Fahrer hält das Lenkrad 206 in seiner Stellung ro ungleich Null fest. Diese Stellung soll eine Kurvenfahrt mit konstantem Radius ergeben, entsprechend der Absicht des Fahrers. Es tritt dann, allein als Folge der Kurvenfahrt, ein Wert alphaB'(t) ungleich Null auf, nämlich alphaB' größer als Null oder alphaB' kleiner als Null, der einem aus etwaiger äußerer Störung sich ergebenden Wert alphaA' überlagert ist.
  • Fall C:
  • Der Fahrer dreht das Lenkrad [ro' ungleich Null], um eine Fahrtrichtungsänderung aus augenblicklicher Geradeausfahrt oder Kurvenfahrt herbeizuführen. Es sei dann alphaC'(t) ungleich Null, nämlich alphaC' größer als Null oder alphaC' kleiner als Null. Der Wert alphaC'(t) ist einem aus äußerer Störung sich ergebenden Wert alphaA' überlagert.
  • Gemäß dieser Definition von alphaC'(t) wird im Vergleich zum Fall B ein zu erwartender Einfluß schon voreilend bewertet, nämlich abhängig von der Lenkraddrehgeschwindigkeit ro'. Es wird also nicht abgewartet, bis der beschriebene Lenkvorgang sich in alphaB'(t) ausgewirkt hat.
  • Ein noch "schnellerer Vorgriff" wird eingeführt durch den Wert alphaC2'(t) ungleich Null, der von der Lenkraddrehbeschleunigung ro'' abhängig gemacht wird.
  • Weitere Behandlung des Falls A (festgehaltenes Lenkrad, ro in etwa gleich Null, ro' gleich Null, Geradeausfahrt):
  • Ausgehend von alphaA'(t) wird für den Lenkeinschlag phi am Rad, bzw. für den Stellerweg x, ein Regeleingriff wie folgt ausgeführt: xA(t) = CA·alphaA(t) + CA1·alphaA'(t) + CA2·alphaA''(t) (1)
    • – xA(t) ist der Reglerausgang (Weg).
    • – CA1 ist eine auslegungsgemäße Konstante (definitionsgemäß positiv).
    • – CA, CA2 sind auslegungsgemäße Konstanten, deren Einfluß geringer ist als der von CA1.
    • – alphaA(t), alphaA'(t), alphaA''(t) sind Reglereingangsgrößen.
  • Sie sind gemessen beziehungsweise aus einer Messung errechnet. Zur Zählweise der Zeit t wird noch Ergänzendes gesagt werden.
  • Ausgehend von der Gleichung (1) und von der in der 2 gezeigten Schemaskizze zeigt sich folgender Zusammenhang:
    Bei einer äußeren Störung, die das Fahrzeug im Gegenuhrzeigersinn gegenüber seiner Umgebung dreht, tritt ein Wert alphaA'(t) größer als Null auf, wodurch bei festgehaltenem Lenkrad ein Wert x(t) größer als Null sich ergibt [Gleichung (1)]. Dies bewirkt eine Vergrößerung des Lenkeinschlags phi. Dadurch dreht sich das Fahrzeug, zur Korrektur der äußeren Störung, im Uhrzeigersinn zurück.
  • Es wird davon ausgegangen, daß ein solcher Vorgang im allgemeinen nach einer maximalen Zeit T im wesentlichen abgeschlossen ist (z.B. T = 0,5 Sekunden). Der Regler kann so ausgeführt werden, daß er den jeweils nach T Sekunden gemessenen alpha-Wert als neuen Nullwert für alpha (nämlich alpha0; siehe 2) definiert, und diesen dann für die nachfolgende Periode T festhält. Die günstigste Periodenlänge T muß durch Anpassungsversuche bestimmt werden. Möglicherweise ist es zweckmäßig, die auslegungsgemäße Periodenlänge T von der Fahrzeuggeschwindigkeit V abhängig zu machen, z.B. T = T0 – [const·(V/Vmax)]. Das Nachführen des Nullpunktes ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn in der Gleichung (1) der Winkelanteil [CA·alphapA(t)] groß ist, im Vergleich zu den Anteilen [CA1·alphapA'(t)] bzw. [CA2·alphaA''(t)]. Diese Periodenbetrachtung geht natürlich davon aus, daß der Winkel alpha gegenüber der Fahrzeugumgebung, im Sinne der gewünschten Fortbewegung letztlich doch ständiger Änderung unterworfen ist, das heißt, daß der Nullpunkt alpha0 für x(t), nach einem vorgegebenen Zeitverhalten nachgeführt werden muß. Dieses Nachführen muß nicht notwendigerweise in Stufenschritten erfolgen, wie bislang beschrieben, sondern kann auch zweckmäßigerweise "fließend", weil vergleichsweise "langsam", erfolgen (siehe auch Beispiele aus der allgemeinen Regeltechnik).
  • Damit ist der Fall A zunächst ausreichend beschrieben.
  • Weitere Behandlung des Falls B (festgehaltenes Lenkrad, ro ungleich Null, ro' gleich Null, stationäre Kurvenfahrt):
  • Die Größe alphaB'(t) ist im vorhergehenden Abschnitt beschrieben worden. Es wird nun folgender Ausdruck definiert und auslegungsgemäß festgesetzt: alphaB'(t) = –CB·V·ro(t) (2)
    • – alphaB(t) ist die rechnerische Drehwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges, unter Verwendung dieses vereinfachenden Ansatzes.
    • – ro(t) ist der gemessene Lenkradeinschlagwinkel in Bezug auf die Geradeausstellung des Lenkrades. Zur Wahl des Vorzeichens sei auf die 2 verwiesen.
    • – CB ist eine auslegungsgemäße Konstante, die definitionsgemäß größer als Null ist. Verfeinerungen sind denkbar, indem CB als Funktion von Parametern gebildet wird, also nicht mehr konstant ist.
    • – V ist die augenblickliche Fahrzeuglängsgeschwindigkeit. Bei großer Fahrgeschwindigkeit ergibt sich während der Periode T ein größerer Wert alphaB' als bei kleinerer Fahrgeschwindigkeit.
  • Der Ansatz nach Gleichung (2) wird zur Korrektur der gemessenen Winkelgeschwindigkeit alphaG,A,B'(t) verwendet. (Der Index "G" besagt, daß es sich um einen gemessenen Wert handelt.)
  • Es ist definitionsgemäß: alphaG,A,B'(t) = alphaA'(t) + alphaB'(t),wobei alphaG,A,B'(t) die gemessene Gierwinkelgeschwindigkeit, alphaA'(t) der Anteil aus der äußeren Störung und alphaB'(t) der aufzuschaltende Anteil gemäß Fall B ist.
  • Daraus ergibt sich: alphaA'(t) = alphaG,A,B'(t) – alphaB'(t) (3) mit Gleichung (2) in Gleichung (3) eingesetzt alphaA'(t) = [alphaG,A,B'(t)] + [CB·V·ro(t)] (4)und durch Integration bzw. Differentiation aus Gleichung (4):
    Figure 00100001
    wobei eine Integrationskonstante wie im Zusammenhang mit Gleichung (1) erläutert weggelassen wird. Die Gleichungen (4), (4a) und (4b) werden in Gleichung (1) eingesetzt, die dadurch in eine erweiterte Reglergleichung (5) überführt wird. Die Gleichung (5) deckt sowohl den Fall A als auch den Fall B ab: xA,B(t) = CA·[alphaG,A,B(t) + CB·V·ro(t)·t] + CA1·[alphaG,A,B'(t) + CB·V·ro(t)] + CA2·alphaG,A,B''(t) (5)
  • Zur Probe erkennt man, daß die Gleichung (5) für ro(t) gleich Null in die Gleichung (1) übergeht. Ferner ist, zur Probe, für alphaA gleich Null in Gleichung (4) alphaG,A,B = –[CB·V·ro(t)], sowie alphaA = 0 in Gleichung (4a) und alphaG,A,B = –[CB·V·ro·t] und dieses eingesetzt in Gleichung (5): 0 = CA·[–CB·V·ro(t) + CB·V·ro(t)·t] + CA1[–CB·V·ro(t) + CB·V·ro(t)] + 0 q.e.d.
  • Das bedeutet, daß auch im Fall B, das heißt bei stationärer Kurvenfahrt, lediglich die äußere Störung auf den Regler einwirkt. Die vom Fahrer gewollte Kurvenfahrt hat also im wesentlichen keinen Einfluß auf den Regelvorgang. Dies entspricht in etwa der Absicht des Regelkonzeptes.
  • Auf die Einschränkung "im wesentlichen" und "in etwa" wird in der weiteren Beschreibung noch eingegangen.
  • Weitere Behandlung des Falles C und zusammenfassende Reglergleichung (sich drehendes Lenkrad, ro' ungleich Null, Änderung der Fahrtrichtung)
  • Die Größe alphaC'(t) ist schon zu Beginn dieses Ausführungsbeispiels beschrieben worden. Es wird nun folgender Ausdruck definiert und auslegungsgemäß festgesetzt: alphaC'(t) = –V·[CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)] (6)
    • – alphaC'(t) ist die rechnerische Drehwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges, unter Verwendung dieses vereinfachenden Ansatzes, soweit er im Zusammenhang mit ro'(t) und ro''(t) steht (siehe hierzu die vorstehenden Ausführungen zu dem Fall C).
    • – ro'(t) ist die aus einer Messung ermittelte Drehgeschwindigkeit des Lenkrades.
    • – ro''(t) ist die aus einer Messung ermittelte Drehbeschleunigung des Lenkrades.
    • – CC1 und CC2 sind auslegungsgemäße Faktoren, in der Regel Konstante. Sie sind definitionsgemäß größer als Null.
    • – V ist die augenblickliche Fahrgeschwindigkeit (siehe auch Gleichung (2)].
  • Der Ansatz nach Gleichung (6) wird zur Korrektur des gemessenen Winkels alphaG(t) verwendet.
  • Es ist definitionsgemäß: alphaG'(t) = alphaG,A,B'(t) + alphaC'(t),wobei
    • – alphaG'(t) die gemessene Gierwinkelgeschwindigkeit,
    • – alphaG,A,B'(t) der in der Gleichung (5) schon verarbeitete Winkelgeschwindigkeitsanteil und
    • – alphaC'(t) der zusätzlich aufzuschaltende Anteil gemäß Fall C ist.
  • Daraus ergibt sich: alphaG,A,B'(t) = alphaG'(t) – alphaC'(t) (7)mit Gleichung (6) in Gleichung (7) eingesetzt alphaG,A,B'(t) = alphaG'(t) + V[CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)] (8)und durch Integration bzw. Differentiation aus Gleichung (8): alphaG,A,B(t) = alphaG(t) + V·[CC1·ro(t) + CC2·ro'(t)] (8a) alphaG,A,B''(t) = alphaG''(t) + V·CC1·ro''(t) (8b),wobei ro''(t) hier vereinfachend als Konstante behandelt wird.
  • Die Gleichungen (8), (8a) und (8b) werden in die Gleichung (5) eingesetzt, die dadurch in eine nochmals erweiterte Reglergleichung (9) überführt wird:
    Figure 00130001
    dabei ist der Term CB·V·ro·t aus Gleichung (5) durch
    Figure 00130002
    ersetzt, da ro(t) jetzt nicht mehr als konstant betrachtet wird.
  • Daraus folgt die Reglergleichung:
    Figure 00130003
  • In dieser Reglergleichung (9) sind alle angesprochenen Fälle, nämlich A, B und C, abgedeckt, wobei bei richtiger Wahl der Konstanten im wesentlichen äußere Störungen ausgeregelt werden, das heißt beabsichtigte Fahrzeugbewegungen eliminiert sind.
  • Über- bzw. Untersteuerungsverhalten des Fahrzeugs:
  • In den vorangehenden Abschnitten wurden schon einige Reglerauswirkungen besprochen, wobei im Fall B (stationäre Kurvenfahrt) darauf hingewiesen wurde, daß eine Neutralisierung des Reglers durch die Korrektur CB·V·ro(t) nur "in etwa" beabsichtigt ist und auch nur "im wesentlichen" erfolgt.
  • Für die folgende Betrachtung wird unterstellt, daß ein Fahrzeug im Vergleich zu seiner neutralen Auslegung bei Kurvenfahrt übersteuert, z.B. infolge einer übermäßigen Hinterachsbelastung oder eines hohen Antriebsmoments an der Hinterachse oder infolge anderer Einflüsse. Hierzu sind sehr viele Möglichkeiten denkbar.
  • im folgenden Beispiel soll es sich um eine Linkskurve handeln. Der im gemessenen Wert + (alphaG) enthaltene Anteil + (alphaB) ist dann größer als der durch die Korrektur CB·V·ro(t) abgezogene Wert ("abgezogen" vor Reglereingang). Daraus folgt, daß der Regler den verbleibenden positiven "alpha-Überschuß" als "Störung von außen" verarbeitet und vorzeichenrichtig gegensteuert [siehe Reglergleichung (9)]. Es handelt sich auch tatsächlich um eine "äußere Störung", weil es eine störende Abweichung vom auslegungsgemäßen.
  • Steuerungsverhalten ist. Durch den Regeleingriff verhält sich im Beispiel das Fahrzeug wieder eher neutral. Die Größenordnung des Effekts ist durch die Auslegung der Korrekturgröße CB·V·ro(t) gestaltbar; verfeinernd können auch weitere Parameter in diesem Ausdruck (in diesem Zusammenhang) Niederschlag finden.
  • Auch bei untersteuerndem Verhalten des gleichen Fahrzeugs bei Kurvenfahrt, im Vergleich zu seiner neutralen Auslegung, z.B. infolge eines Wasserfilmes bei beginnendem Aquaplaning, steuert der Regler vorzeichenrichtig dagegen [siehe Reglergleichung (9)], unter Annäherung an das auslegungsgemäße neutrale Verhalten.
  • Zusammenfassend läßt sich zur Reglerwirkung [Reglergleichung (9)] folgendes sagen:
    • 1. Verbesserung des Geradeauslaufs durch Ausregelung beliebiger äußerer Störungen,
    • 2. Verstetigung der Kurvenfahrt durch Ausregelung beliebiger äußerer Störungen,
    • 3. Stabilisierung der Kurvenfahrt durch Annäherung des tatsächlichen Steuerungsverhaltens an das auslegungsgemäße Steuerungsverhalten, nach Einwirken beliebiger äußerer Störungen.
  • Gemessen an dieser komplexen Aufgabenstellung ist der Regler einfach [siehe Reglergleichung (9)].
  • Eine mögliche hydraulische Ausgestaltung eines überlagerten Lenkeingriffs nach Gleichung (1), (5) oder (9) ist der in der 2 dargestellten Skizze zu entnehmen. Hierzu ist vorgesehen, daß das vom Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad (206) des Fahrzeugs aufgebrachte Lenkradmoment (ML) durch eine hydraulische Servounterstützung verstärkt wird. Dabei wird zur Unterstützung des vom Fahrer aufgebrachten Lenkradmoments (ML) in einem Arbeitszylinder ein mit der Zahnstange des Fahrzeugs verbundener erster Arbeitskolben (201) mit Druckmittel beaufschlagt, wobei die Zahnstange mit der Spurstange (209) zur Betätigung der lenkbar ausgelegten Vorderachse (203) wirkverbunden ist.
  • Der Kern der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des überlagerten Lenkeingriffs besteht nun darin, daß innerhalb des ersten Arbeitskolbens (201) ein mit der Spurstange (209) wirkverbundener zweiter Arbeitskolben (202) angeordnet ist.
  • Wie in der Schemaskizze der 2 zu sehen ist, ist der Lenkanteil x(t) durch +/–(xmax) konstruktionsmäßig begrenzt. Wegen dieses begrenzten Eingriffsweges [+/–(xmax)] sind also Sicherheitsaufwendungen zum Schutz vor Fehlfunktionen begrenzt.
  • Neben der beschriebenen hydraulischen Augestaltung ist natürlich auch ein elektromotorischer Servounterstützung und/oder eine elektromotorisch induzierter überlagerter Lenkeingriff denkbar.
  • Kombination des Reglers mit einer Servolenkung
  • In der in der 2 gezeigten Schemaskizze ist eine Kombination des durch die Gleichung (9) beschriebenen Reglers mit einer die Lenkkraft des Fahrers unterstützenden Servolenkung angedeutet. Diese Kombination ist zur erfindungsgemäßen Fahrstabilisierung nicht erforderlich; sie hat aber den Vorteil, daß durch die Servoverstärkung keine Rückwirkungen aus der Reglerfunktion am Lenkrad spürbar sind.
  • Zur Vervollständigung werden die allgemeinen Beziehungen für eine Servolenkung definiert, wobei kein Unterschied besteht, ob ein Regler nach Gleichung (9) vorhanden ist oder nicht: MR = PA·rC (10) PA = [PR – PL] + [ML/ra] (11) ML = [P2 – P1]·rb (12)
    • – MR ist das Rückstellmoment der gelenkten Räder.
    • – PA ist die Spurstangenkraft.
    • – rC ist der Hebelarm.
    • – PR ist die nach rechts wirkende Servokraft.
    • – PL ist die nach links wirkende Servokraft.
    • – ML ist das Drehmoment am Lenkrad.
    • – ra ist der erste Hebelarm (siehe Schemaskizze 2).
    • – P2 ist die vom Fahrer induzierte rechtsdrehende Kraft, das heißt die bei dem in der 2 skizzierten Lenkkraftgeber 207 von der "Gabel" auf die "Kurbel" rechtsdrehende Stützkraft.
    • – P1 ist die vom Fahrer induzierte linksdrehende Kraft, das heißt die bei dem in der 2 skizzierten Lenkkraftgeber 207 von der "Gabel" auf die "Kurbel" linksdrehende Stützkraft.
    • – rb ist der zweite Hebelarm (siehe Schemaskizze 2).
  • Die Servogleichung per Definition beziehungsweise per Stellerauslegung lautet: (PR – PL)·ra = p·(P2 – P1)·rb (13),wobei
    • – p der auslegungsgemäße Verstärkungsfaktor der Servolenkung ist. Je größer p ist, um so geringer ist die Rückwirkung der Reifenmomente auf das Lenkrad.
  • Aus der Gleichung (13) ergibt sich (P2 – P1) = [(PR – PL)/p]·[ra/rb] (13a)
  • Zur Bestätigung kann Gleichung (13a) in Gleichung (12) eingesetzt werden. Daraus ergibt sich: ML = [(PR – PL)/p]·ra (14) ML·(p/ra) = (PR – PL) (14a)
  • Gleichung (11) in Gleichung (10) eingesetzt liefert: MR = rc·[(PR – PL) + (ML/ra)] (15)
  • Gleichung (14a) in Gleichung (15) eingesetzt: MR = rc[ML·(p/ra) + (ML/ra)] MR = [rc/ra)·[ML·(p + 1)]
  • Daraus ergibt sich die Servounterstützung: [MR/ML] = (rc/ra)·(p + 1) (16)
  • Zur Verdeutlichung seien hierzu realistische Zahlenwerte angegeben:
    (rc/ra) = 16, (MR/ML) = 56, p = 2,5
  • Straßenkontakt über das Lenkrad, Erzeugung eines haptischen Signals
  • Das Lenkradmoment ML vermittelt dem Fahrer einen Kontakt mit der Straße. Dieser Kontakt geht mit zunehmender Verstärkung p [Gleichung (16)] mehr und mehr verloren. Eingangssignal für ML ist das Rückstellmoment MR an den gelenkten Rädern. Dieses Rückstellmoment MR ist aber ein "unsicheres" Signal, da es von vielen Parametern abhängig ist (Reifenzustand, Straßenzustand, Fahrzustand usw.). Ein aus der gemessenen Winkelabweichung alpha (und/oder alpha' und/oder alpha'') abgeleitetes Signal kann für die Übermittlung des Straßenkontaktes an den Fahrer besser geeignet sein, da alpha(t) physikalisch eindeutig bestimmt ist und zum Fahrzustand um die Fahrzeughochachse eine unmittelbare Aus sage macht.
  • Da die Signalübertragung haptisch sein muß, das heißt vom Fahrer spürbar, kann sie beispielsweise über einen variablen Verstärkungsfaktor p einer Servolenkung erfolgen, in Abhängigkeit von alpha (alpha' und/oder alpha''). Es sind dabei die verschiedensten Funktionszusammenhänge denkbar. Einige einfache Auslegungen werden im folgenden beispielsweise definiert: p(alpha') = pm – CD·alphaG'(t) (17),wobei p(alpha') definitionsgemäß größer oder gleich Null gelten soll.
  • Gleichung (17) zeigt beispielhaft ein haptisches Signal für den Fahrzustand. Hierbei gilt:
    • – p(alpha') ist der Verstärkungsfaktor einer Servolenkung. In diesem Beispiel wird der Verstärkungsfaktor vom Betrag alphaG'(t) der gemessenen Gierwinkelgeschwindigkeit abhängig gemacht. Das Vorzeichen von alphaG' darf also nicht berücksichtigt werden.
    • – CD ist eine Konstante, die auslegungsgemäß größer Null ist.
    • – pm ist der Auslegungspunkt für die Mittellage von p (Basis-Servoverstärkung). Der Wert p(alpha') schwankt nach "Minus" um diese Mittellage.
  • Unabhängig von der Drehrichtung des Fahrzeugs tritt ein Betrag alphaG'(t) auf, der nach Gleichung (17) die Verstärkung p(alpha') abschwächt [p(alpha') < pm]. Bei abnehmender Verstärkung wird das Rückstellmoment ML größer (Gleichung (16)].
  • Diese Veränderung ist das erfindungsgemäße haptische Signal.
  • Zur Bestätigung dieses Zusammenhangs:
  • Aus Gleichung (16) folgt: ML m = (MR/pm + 1)]·(ra/rc) (18) ML alpha' = [MR/(p(alpha') + 1)]·(ra/rc) (19),wobei
    • – ML m das Lenkradmoment bei der mittleren Verstärkung pm ist und
    • – ML alpha' das Lenkradmoment bei Beeinflussung durch die Gier Winkelgeschwindigkeit alpha' ist.
  • Aus Gleichung (18) und (19) folgt: [ML m/ML alpha'] = [p(alpha') + 1]/[pm + 1] (20)
  • Das an den gelekten Rädern wirkende Rückstellmoment MR sei in beiden Fällen als gleich angenommen.
  • Mit Gleichung (17) in (20) folgt: (ML m/ML alpha'] = [pm – CD·alphaG'(t) + 1]/[pm + 1] = 1 – [(CD·alphaG'(t)]/(pm + 1]] (21)
  • Diskussion der Gleichung (21):
  • Fall 1:
    • alphaG'(t) = 0, das heißt, daß keine zeitliche Änderung des Gierwinkels vorliegt → ML m = ML alpha'' das heißt, daß der Fahrer keinen gierbewegungsabhängigen Ver stärkungsanteil spürt.
  • Fall 2:
    • pm geht gegen "Unendlich", das heißt, daß die mittlere Verstärkung sehr hoch gewählt wird → ML m = ML alpha' = 0, das heißt, daß das durch die Gierbewegung beeinflußte Lenkradmoment mit dem Lenkradmoment bei der mittleren Verstärkung übereinstimmt.
  • Fall 3:
    • pm = 2,5 und [CD·alphaG'(t)) = –1,75 oder [CD·alphaG'(t)] = 1,75 → [ML m/ML alpha') = 0,5 → ML alpha' = 2·ML m, das heißt, daß gegenüber alphaG'(t) = 0 (Fall 1) eine Verdopplung des Lenkradrückstellmomentes eintritt.
  • Bei genauerer Betrachtung erkennt man, daß durch ein derartiges Kontaktsignal ein Regeleffekt entsteht, nämlich unter Einbezug des Fahrers. Der Fahrer wird bei stärker werdendem Lenkradgegenmoment erfahrungsgemäß einen kleineren Lenkradwinkel ro erreichen, wodurch "haptisch" der gemessenen Fahrzeugdrehung alpha entgegengewirkt wird. Bei dieser Schilderung ist zunächst unterstellt, daß die Drehung alpha im wesentlichen aus einer äußeren Störung kommt, also weniger aus einem vom Fahrer beabsichtigten Drehvorgang am Lenkrad [ro(t), ro'(t), ro''(t), siehe Definitionen für ro, ro', ro'' in der Gleichung (6)). Zur Neutralisierung oder teilweisen Neutralisierung letzteren Anteils am haptischen Signal können Korrekturen vorgesehen werden, wie sie auch beim schon beschriebenen Regler zum überlagerten Lenkeingriff einge führt wurden [beispielsweise Gleichung (9)]. Bei Verwendung gleicher Ansätze wie in Gleichung (9) wird die Gleichung (17) in eine erweiterte Signalgleichung (22) übergeführt: p(alpha') = pm – CD·[alphaG'(t) – V·[CB·ro(t) + CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)]] (22)mit der 1. Bedingung, daß p(alpha') größer Null ist und
    mit der 2. Bedingung, daß
    alphaG'(t) – V·[CB·ro(t) + CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)] größer oder gleich Null ist.
  • In einer dritten Version der erfindungsgemäßen Erzeugung des haptischen Effektes wird auslegungsgemäß der Verstärkungsfaktor der Servolenkung p von alpha von dem Gierwinkel alpha (also nicht von der Gierwinkelgeschwindigkeit alpha') abhängig gemacht, anstelle der Gleichung (17) tritt dann: p(alpha) = pm – CD·alphaG(t) (23),mit der Randbedingung, daß p(alpha) größer als Null ist. Die Zählweise für t ist wie die zur Gleichung (24) zu wählen.
  • Mit den Korrekturen für den vom Fahrer gewollten Anteil wird aus Gleichung (23) die Gleichung p(alpha) = pm – CD·[alphaG(t) – V·[CB·ro(t) + CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)]] (24)mit der 1. Bedingung, daß p(alpha) größer als Null ist und
    mit der 2. Bedingung, daß
    alphaG(t) - V·[CB·ro(t) + CC1·ro'(t) + CC2·ro''(t)] größer oder gleich Null ist.
  • Bei den Gleichungen (23) und (24) ist die im Zusammenhang mit der Gleichung (1) beschriebene Zählweise für t anzuwenden. Weiterhin sei darauf hingewiesen, daß die Verstärkungen p sowie die auslegungsgemäßen Konstanten CD, CB, CC1 und CC2 in den Gleichungen (17), (22), (23) und (24) selbstverständlich je nach Ausführungsform der Erfindung unterschiedlich gewählt sein können.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Straßenkontakt über das Lenkrad durch die Erzeugung eines haptischen Signals werden also teilweise gleiche Ansätze wie beim beschriebenen Regler zum überlagerten Lenkradeingriff verwendet [Gleichung (9)]. Der Steller für x(t) entfällt jedoch bei dieser Ausführungsform, und die Regelfunktion [Gleichung (9)] ist explizit nicht vorhanden; sie ergibt sich aus der Reaktion des Fahrers. Hierdurch ist eine Erhöhung der Fahrstabilität des Fahrzeugs zu erreichen. Bei einem Fahrzeug mit Servolenkung ist also der zusätzliche Aufwand für ein solches die Fahrstabilität erhöhendes System gering. Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform zur Erzeugung des haptischen Signals ist zu berücksichtigen, daß verschiedene Fahrer unterschiedlich reagieren. Hierzu muß untersucht werden, wie stark der Signalfluß für eine spürbare Reaktion des Fahrers sein muß und ob dieser Einfluß dann noch verträglich ist. Im allgemeinen wird bei dem Fahrer eines Fahrzeugs mit einer solchen fahrstabilisierenden Servolenkung ein Lernprozeß erforderlich sein, um die Vorteile nutzen zu können.
  • Die Ausführungsbeispiele zur Verbesserung des Straßenkontaktes über das Lenkrad durch die Erzeugung eines haptischen Signals soll anhand des in der 3 dargestellten Blockschaltbildes im Zusammenhang mit dem schon Erklärten dargestellt werden.
  • Die vom Fahrer durch Betätigung des Lenkrades 301 ausgehende Lenkkraft P1 bzw. P2 (links- bzw. rechtsdrehende Stützkraft) wird durch die Servoverstärkung 302 gemäß der Gleichung (13) zu der nach rechts bzw. nach links wirkenden Servokraft PR bzw. PL zur Einstellung der lenkbar ausgelegtne Räder des Fahrzeugs 303 verstärkt.
  • Durch die gestrichelte Linie zwischen den Blöcken 303, 302 und 301 soll die Rückwirkung von den lenkbar ausgelegten Rädern des Fahrzeugs 303 (Rückstellmoment MR) auf das Lenkrad 301 (Lenkradmoment ML) angedeutet werden. Durch diese Rückwirkung kommt der schon erwähnte Straßenkontakt bei herkömmlichen Servolenksystemen zustande.
  • Erfindungsgemäß wird nun die Verstärkung p der Servounterstützung 302 wenigstens abhängig von der Gierbewegung des Fahrzeugs 303 gewählt. Hierzu werden der Berechnungseinheit 304 die Signale des Gebers 305 zugeführt. Der Geber 305 ermittelt, je nach Ausführungsform der Erfindung den Gierwinkel alphaG und/oder die Gierwinkelgeschwindigkeit alphaG' und/oder die Gierwinkelbeschleunigung alphaG'' entweder direkt oder aus gemessenen Werten. Je nach Ausführungsform der Erfindung kann der Berechnungseinheit 304 der durch den Geber 306 direkt oder indirekt erfaßte Lenkradwinkel ro, die Lenkradwinkelgeschwindigkeit ro' und/oder die Lenkradwinkelbeschleunigung ro'' zugeführt werden.
  • Die Berechnungseinheit 304 verknüpft die Eingangssignale in der schon beschriebenen ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bildung des haptischen Signals gemäß der Gleichung (17), in der zweiten Ausführungsform gemäß der Gleichung (22) und in der dritten Ausführungsform gemäß der Gleichung (23) bzw. Gleichung (24). Die Grundverstärkung pm und die in den Gleichungen aufgeführten Konstanten sind im Block 304 als auslegungsgemäße Festwerte gespeichert oder können je nach Betriebszustand geladen werden.
  • Kombination des haptischen Signals mit dem Lenkungsregler
  • Eine solche Kombination ist durchaus von Interesse, da selbst bei geregelter Lenkung ein verbessertes Signal für den Straßenkontakt erwünscht ist. Es kommen dann die Gleichungen (9) und (24) zur Anwendung. Deren Struktur ist ähnlich, obgleich, wie erwähnt, CB, CC1 und CC2 in Gleichung (9) nicht notwendigerweise gleich CB, CC1 und CC2 in Gleichung (24) ist.
  • Geht man von einem System (Servolenkung mit haptischen Signal oder Lenkungsregler) aus und ergänzt es durch das andere, dann ist der Mehraufwand für Software und Gerätetechnik minimal.
  • Lenkungsregler zum überlagerten, fahrstabilisierenden Lenkeingriff, jedoch an einer gelenkten Hinterachse eingreifend
  • Bei einem Fahrzeug mit Hinterachslenkung kann alternativ zu der in 2 gezeigten Schemaskizze selbstverständlich auch an der Hinterachse mit dem Stellweg x(t) nach der Gleichung (9) eingegriffen werden. Es muß lediglich das Vorzeichen für x(t) geändert werden. Der schnelle Steller für x(t) ist in diesem Falle schon vorhanden. Die Vorderarchse kann dabei serienmäßig ausgelegt sein. Zusätzlich gebraucht werden lediglich die Winkelgeber 210 für den Lenkradwinkel ro(t), ein Fahrgeschwindigkeitssignal V(t) und ein Geber 208 für den Gierwinkel alpha(t) bzw. für die Gierwinkelgeschwindigkeit alpha'(t) bzw. für die Gierwinkelbeschleunigung alpha''(t)). Das Steuergerät der Hinterachslenkung muß zur Bearbeitung der Gleichung (9) ergänzt werden.
  • Der Zusatzaufwand ist somit gering.

Claims (4)

  1. Servolenksystem mit wenigstens einem Aktuator zur Betätigung wenigstens einer lenkbar ausgelegten Fahrzeugachse [303], bei dem die von dem Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad [301] des Fahrzeugs aufgebrachte Lenkkraft [P1, P2] durch eine Servounterstützung [302] wählbar verstärkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung [p] in Abhängigkeit von wenigstens einer vom aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs abhängige Lenkgröße gewählt wird, wobei diese Lenkgröße abhängig ist von wenigstens einer den Gierwinkel [alphaG(t)], die Gierwinkelgeschwindigkeit [alphaG'(t)] und/oder die Gierwinkelbeschleunigung [alphaG'(t)] repräsentierenden Größe.
  2. Servolenksystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vom aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs abhängige Lenkgröße weiterhin abhängig ist von Größen, die den Einschlagwinkel [ro(t)] eines von dem Fahrer des Fahrzeugs betätigten Lenkrades und die Fahrzeuglängsgeschwindigkeit [V], die Einschlagwinkelgeschwindigkeit [ro'(t)] und/oder die Einschlagwinkelbeschleunigung [ro''(t)] eines von dem Fahrer des Fahrzeugs betätigten Lenkrades [301] repräsentieren.
  3. Servolenksystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Gierbewegungen und/oder die Lenkradbewegungen repräsentierenden Größen [alphaG(t), alphaG'(t), alphaG''(t), ro(t), ro'(t), ro''(t)] gemessen oder aus Messungen errechnet werden.
  4. Hydraulische Lenkvorrichtung zur Ansteurung im Rahmen eines Lenksystems nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit einer das vom Fahrer des Fahrzeugs am Lenkrad (206) des Fahrzeugs aufgebrachte Lenkradmoment (ML) verstärkende hydraulischen Servounterstützung, bei der zur Unterstützung des vom Fahrer aufgebrachten Lenkradmoments (ML) in einem Arbeitszylinder ein mit der Zahnstange des Fahrzeugs verbundener erster Arbeitskolben (201) mit Druckmittel beaufschlagt wird, wobei die Zahnstange mit der Spurstange (209) zur Betätigung der lenkbar ausgelegten Vorderachse (203) wirkverbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des ersten Arbeitskolbens (201) ein mit der Spurstange (209) wirkverbundener zweiter Arbeitskolben (202) angeordnet ist.
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