[go: up one dir, main page]

DE102015005023A1 - Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse Download PDF

Info

Publication number
DE102015005023A1
DE102015005023A1 DE102015005023.0A DE102015005023A DE102015005023A1 DE 102015005023 A1 DE102015005023 A1 DE 102015005023A1 DE 102015005023 A DE102015005023 A DE 102015005023A DE 102015005023 A1 DE102015005023 A1 DE 102015005023A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
angle
steering wheel
steering
wheel angle
superposition
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE102015005023.0A
Other languages
English (en)
Other versions
DE102015005023B4 (de
Inventor
Jakob Herman
Johannes Agostini
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Audi AG
Original Assignee
Audi AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Audi AG filed Critical Audi AG
Priority to DE102015005023.0A priority Critical patent/DE102015005023B4/de
Priority to US15/132,949 priority patent/US9902423B2/en
Priority to CN201610245258.7A priority patent/CN106064639B/zh
Publication of DE102015005023A1 publication Critical patent/DE102015005023A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE102015005023B4 publication Critical patent/DE102015005023B4/de
Active legal-status Critical Current
Anticipated expiration legal-status Critical

Links

Images

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D6/00Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits
    • B62D6/002Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits computing target steering angles for front or rear wheels
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D15/00Steering not otherwise provided for
    • B62D15/02Steering position indicators ; Steering position determination; Steering aids
    • B62D15/021Determination of steering angle
    • B62D15/0245Means or methods for determination of the central position of the steering system, e.g. straight ahead position
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D5/00Power-assisted or power-driven steering
    • B62D5/008Changing the transfer ratio between the steering wheel and the steering gear by variable supply of energy, e.g. by using a superposition gear

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Mathematical Physics (AREA)
  • Steering Control In Accordance With Driving Conditions (AREA)

Abstract

Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit wenigstens einer Überlagerungslenkung an der Vorderachse, wobei die Überlagerungslenkung (1) ein Überlagerungsgetriebe (6) aufweist und wobei dem durch das Betätigen eines Lenkrades (3) erzeugten Lenkradwinkel, gesteuert durch eine Steuereinrichtung (12), mittels des Überlagerungsgetriebes (6) ein Überlagerungswinkel aufgeprägt ist, der den Lenkradwinkel abhängig von wenigstens der gemessenen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs vergrößert oder verkleinert. Es wird vorgeschlagen, mittels der Steuereinheit (12) für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich des Kraftfahrzeugs, in einem vorgebbaren, für das Anlenkverhalten typischen Winkelbereich, aus der neutralen Geradeausfahrt mit neutralem Überlagerungswinkel ÜWneutral heraus, zunächst eine direkte Lenkansprache durch Überlagerung des Lenkradwinkels LRW mit einem lenkradwinkelabhängig variablen positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv zu erzeugen und außerhalb des Winkelbereichs eine indirekte Lenkansprache durch Überlagerung des Lenkradwinkels LRW mit einem lenkradwinkelabhängig variablen negativen Überlagerungswinkel ÜWnegativ zu erzeugen.

Description

  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse, wobei die Überlagerungslenkung ein Überlagerungsgetriebe aufweist und wobei dem durch das Betätigen eines Lenkrades erzeugten Lenkradwinkel, gesteuert durch eine Steuereinrichtung, mittels des Überlagerungsgetriebes ein Überlagerungslenkwinkel aufgeprägt ist, der den Lenkwinkel abhängig von wenigstens der gemessenen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs vergrößert oder verkleinert.
  • In jüngerer Vergangenheit sind zahlreiche Vorschläge bekannt geworden, bei Kraftfahrzeugen aktive Vorderachslenkungen einzusetzen. Diese ermöglichen einen vom Lenkradwinkel unabhängigen Lenkeingriff an der Vorderachse. In den heute serienmäßig verfügbaren Fahrzeugen sind sogenannte Überlagerungslenksysteme verbaut, da diese, bei Ausfall des elektronischen Systems, über die mechanische Verbindung von Lenkrad und Lenkgetriebe die Lenkbarkeit gewährleisten. Bei diesem speziellen Typ von aktiver Lenkung wird mittels eines Überlagerungsgetriebes einem mittels Lenkrad eingestellten Lenkradwinkel ein Winkel überlagert, also aufgeprägt. Der Lenkwinkel am Ausgang des Lenkgetriebes entspricht dann nicht mehr dem durch das Lenkrad eingestellten Winkel. Durch diese Maßnahme ist einerseits eine stufenlose Anpassung der Lenkübersetzung möglich, so dass zum Beispiel zum Rangieren bei geringen Geschwindigkeiten eine direkte Übersetzung eingestellt werden kann, wodurch beim Parken weniger Lenkradumdrehungen benötigt werden, während bei Autobahnfahrten eine indirekte Übersetzung eingestellt werden kann, wodurch das Fahrzeug feinfühliger kontrollierbar ist. Andererseits erlaubt die Überlagerung auch schnelle fahrdynamische Eingriffe. Darunter ist zu verstehen, dass während der Fahrt, weitgehend unabhängig von Lenkeingriffen des Fahrzeuglenkers, der Radwinkel verändert werden kann, was eine schnell ansprechende Fahrdynamikregelung ermöglicht.
  • Bei Überlagerungslenkungen ist es bekannt, zur Bestimmung der aktuell durch das Überlagerungslenksystem einzustellenden Lenkübersetzung bzw. des einzustellenden Übersetzungsverhältnisses, Messwerte, Fahrzeugparameter sowie fahrzeugspezifische Größen heranzuziehen. Hierzu gehören insbesondere die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit und der aktuelle Lenkradwinkel. Mit Hilfe dieser Größen wird über ein Modell, eine Kennlinie oder ein Kennfeld die einzustellende Lenkübersetzung ermittelt aus der wiederum ein Überlagerungswinkel für das Überlagerungsgetriebe ermittelt werden kann. Umgesetzt wird der Überlagerungswinkel durch Ansteuern eines Aktors, zum Beispiel einem Elektromotor, der den Überlagerungswinkel am Überlagerungsgetriebe einstellt.
  • Bekannt sind Überlagerungslenksysteme der vorstehend beschriebenen Art zum Beispiel aus der DE 197 51 137 A1 . Diese betrifft ein Lenksystem für ein Kraftfahrzeug mit einem Lenkantriebsstrang, in dem wenigstens ein lenkbares Rad, ein Stellantrieb und ein Überlagerungsgetriebe und das vom Fahrer des Fahrzeugs betätigbare Lenkrad sowie mechanisch ausgestaltete Umlenkmittel angeordnet sind.
  • In der DE 10 2006 008 156 A1 ist weiter ein Verfahren zur Bestimmung der Lenkübersetzung eines Fahrzeugs beschrieben, wobei während einer stabilen Fahrt des Fahrzeugs die Lenkübersetzung aus erfassten Messwerten unter Berücksichtigung von Fahrzeugparametern bestimmt wird.
  • Gemeinsam ist dem bekannten Stand der Technik, dass sich insbesondere im mittleren und oberen Geschwindigkeitsbereich, wegen der zunehmend indirekten Lenkübersetzung, das Anlenkverhalten des Kraftfahrzeugs aus der neutralen Geradeausfahrt heraus insoweit verschlechtert, als einem Lenkeinschlag am Lenkrad eine nur geringe Lenkreaktion an den gelenkten Rädern folgt. Das Anlenkverhalten wird dadurch mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit zunehmend indirekt und vermittelt besonders um die neutrale Mittelstellung des Lenkrades ein „schwammiges” Lenkgefühl.
  • Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren vorzuschlagen, das es gestattet, bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung, den Zielkonflikt zwischen verschlechtertem Anlenkverhalten aber höherer Stabilität, der sich nach dem Stand der Technik bei zunehmender Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs durch die zunehmend indirekte Lenkübersetzung ergibt, aufzulösen.
  • Gelöst wird die Aufgabe mit den Merkmalen gemäß dem Kennzeichen des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den von diesen abhängigen Unteransprüchen gekennzeichnet.
  • Das Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse sieht vor, dass für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich des Kraftfahrzeugs, in einem vorgebbaren, für das Anlenkverhalten typischen Winkelbereich, aus der neutralen Geradeausfahrt mit dem neutralen Überlagerungswinkel „0°” heraus zunächst eine direkte Lenkansprache, durch Überlagerung des Lenkradwinkels mit einem lenkradwinkelabhängig variablen positiven Überlagerungswinkel erzeugt wird und dass außerhalb dieses Winkelbereichs eine indirekte Lenkansprache durch Überlagerung des Lenkradwinkels mit einem lenkradwinkelabhängig variablen negativen Überlagerungswinkel erzeugt wird. Hierdurch wird vorteilhaft erreicht, dass das Herauslenken aus der neutralen Geradeausfahrt bei zunehmender Geschwindigkeit ein gleichbleibend direktes Lenkgefühl vermittelt, gleichzeitig wird durch die enge Begrenzung des Winkelbereichs und die jenseits dieses Winkelbereichs einsetzende und mit zunehmendem Lenkradwinkel ansteigende Indirektheit der Lenkradwinkelübersetzung ein sogenanntes „Überziehen” der Lenkung weitgehend verhindert.
  • In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens ist es von Vorteil, in der Steuereinrichtung einen geschwindigkeitsabhängig variablen rechtsseitigen und linksseitigen Anlenkbereich zu definieren. Der Anlenkbereich umfasst dabei jeweils einen Winkelbereich, gemessen von der neutralen Geradeausfahrtstellung des Lenkrades (Lenkradwinkel „0°”), in jede der beiden Lenkrichtungen, der vorzugsweise weniger als ein Zehntel des jeweiligen maximalen Lenkradwinkels in jede der beiden Lenkrichtungen beträgt. Mit dieser geschwindigkeitsabhängigen Definition des Anlenkbereichs wird insbesondere die Voraussetzung geschaffen, dass durch Verkleinerung dieses Bereiches in Richtung höherer Geschwindigkeiten ein Überlenken zumindest erschwert wird.
  • Zur Verbesserung des Anlenkverhaltens erzeugt die Steuereinrichtung innerhalb des jeweiligen rechtsseitigen und linksseitigen Anlenkbereiches, gemessen vom Überlagerungswinkel „0°” aus, geschwindigkeitsabhängig einen positiven Überlagerungswinkel. Dabei ist es für die Vermittlung eines komfortablen Lenkgefühls wichtig, dass der lenkradwinkelabhängige Kurvenverlauf des Überlagerungswinkels, für alle Geschwindigkeiten wenigstens eines vorgegebenen Geschwindigkeitsbereiches, beginnend vom Lenkradwinkel „0°” einen ersten Bereich mit gegenüber dem neutralen Überlagerungswinkel vorzugsweise stetig ansteigenden Überlagerungswinkel, einen Wendepunkt und daran anschließend einen zweiten Bereich mit vorzugsweise stetig bis auf einen vorgegebenen Wert abfallenden Überlagerungswinkel beinhaltet und der maximale Grad der Überhöhung und die Lage des Maximums der Überhöhung des lenkradwinkelabhängigen Verlaufs des Überlagerungswinkels geschwindigkeitsbezogen variabel festgelegt sind. Durch diese Maßnahme lässt sich das Anlenkverhalten für jeden Kraftfahrzeugtyp optimal auf jede Geschwindigkeit anpassen. Um auch außerhalb des jeweiligen Anlenkbereichs ein komfortables Lenkgefühl zu vermitteln und um das bereits erwähnte Überlenken zumindest zu erschweren, schließt sich – jeweils in jede der beiden Lenkrichtungen – an den Anlenkbereich ein Lenkradwinkelbereich an, in dem die Steuereinrichtung lenkradwinkelabhängig Überlagerungswinkel erzeugt, derart, dass diese mit Überwindung des Anlenkbereichs negativ werden und mit zunehmenden Lenkradwinkel bis zum maximalen Lenkradwinkel hin vorzugsweise stetig abfallen.
  • Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den Anlenkbereich kleiner 30°, bevorzugt kleiner 20° höchstbevorzugt kleiner 15° Lenkradwinkel festzulegen, jeweils aus der neutralen Mittelstellung des Lenkrades heraus.
  • Um das Anlenkverhalten an unterschiedliche Fahreransprüche anpassbar zu machen, kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der lenkradwinkelabhängige Kurvenverlauf des Überlagerungswinkels zumindest innerhalb des Anlenkbereichs durch Aufschalten eines Offsets innerhalb vorgegebener Grenzen anhebbar und/oder absenkbar ist. Auf diese Weise können beispielsweise durch Schaltmittel, die dem Fahrer zugänglich sind, für einen Fahrzeugtyp unterschiedliche vom Fahrer anwählbare Anlenkverhalten einfach realisiert werden. Der Begriff „Offset” soll hier ganz allgemein verstanden werden. Es ist zum Beispiel vorteilhaft, eine Vielzahl von Tabellen vorzusehen, die jeweils Fahrzeuggeschwindigkeiten zugeordnet sind wobei die Tabellenwerte lenkradwinkelabhängig variieren, so dass geschwindigkeitsabhängige und lenkradwinkelabhängige Offset-Werte zur Verfügung stehen. Natürlich kann auch ein mathematisches Modell vorgesehen sein, aus dem sich geschwindigkeitsabhängige und lenkradwinkelabhängige Offset-Werte errechnen lassen.
  • Bei heute am Markt befindlichen Kraftfahrzeugen kann neben der Überlagerungslenkung an der Vorderachse auch eine Hinterradlenkung vorgesehen sein. Bei derartigen Allradlenkungen ist es vorteilhaft, für diese insgesamt Anlenkbereiche zu definieren, wobei innerhalb der Anlenkbereiche die Gierreaktion des Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit vom aktuellen Lenkradwinkel und der aktuellen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs um einen zusätzlichen Faktor verstärkt wird. Dies wird durch entsprechende Erhöhung der Verstärkungsfaktoren für die Gierrate erreicht.
  • Auch für Allradlenkungen ist es von Vorteil den Anlenkbereich kleiner 30°, bevorzugt kleiner 20° höchstbevorzugt kleiner 15° Lenkradwinkel festzulegen, jeweils aus der neutralen Mittelstellung des Lenkrades heraus.
  • Um den Aufwand für Allradlenkungen vorteilhaft in Grenzen zu halten wird die Verstärkung für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich lenkradwinkelabhängig linear oder mit einem PT1-Verhalten ansteigend bis zu einem vorgegebenen Maximum angehoben. Entsprechend wird bei jeweils zunehmendem Lenkradwinkel und Überschreiten des vorgegebenen Maximums die Verstärkung linear oder mit einem PT1-Verhalten zurückgenommen.
  • Auch im Falle einer Allradlenkung kann zur Anpassung des Anlenkverhaltens vorteilhaft vorgesehen sein, durch Fahrereingabe, zum Beispiel mittels Schaltmitteln, die Verstärkung zumindest innerhalb des Anlenkbereichs, durch Aufschalten eines Offsets innerhalb vorgegebener Grenzen anhebbar und/oder absenkbar zu machen.
  • Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert.
  • Es zeigen:
  • 1 eine Prinzipdarstellung einer Überlagerungslenkung,
  • 2 eine Prinzipdarstellung von Lenkkurven in Lenkrichtung nach rechts, und
  • 3 eine schematische Darstellung eines Lenkrads mit eingezeichneten Anlenkbereichen.
  • Die Darstellung in 1 zeigt eine an sich bekannte, in einem Kraftfahrzeug angeordnete Überlagerungslenkung 1, vereinfacht dargestellt. Die Lenkbewegungen des Fahrers 2 werden über das Lenkrad 3 und die Lenksäule 4 auf einen Drehstab 5 und das Überlagerungsgetriebe 6 übertragen. Ausgangsseitig des Überlagerungsgetriebes 6 ist ein Ritzel 7 angeordnet, das auf eine Zahnstange 8 wirkt, deren beide Enden 9, 9' über Lenkgestänge 10, 10' mit den beiden lenkbaren Vorderrädern 11, 11' verbunden sind.
  • Zur Steuerung des Überlagerungsgetriebes 6 ist eine Steuereinrichtung 12 vorgesehen, die über einen Aktor 13, zum Beispiel einen Elektromotor, auf das Überlagerungsgetriebe 6 wirkt und den Fahrdynamikparameter und Lenkradwinkel bezogenen, korrekten Überlagerungswinkel einstellt. Im hier betrachteten Beispiel handelt es sich bei dem betrachteten Fahrdynamikparameter um die Fahrzeuggeschwindigkeit und den Lenkradwinkel. Zum Steuern des Überlagerungswinkels hat die Steuereinrichtung 12 einerseits über ein Bussystem 14 Zugriff auf die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit, die über im Kraftfahrzeug angeordnete Sensoren (nicht dargestellt) gewonnen wird. Andererseits sind für die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit und den aktuellen Lenkradwinkel in einem von der Steuereinrichtung 12 abrufbaren Speicher 15 Informationen gespeichert, mit denen der für die aktuelle Geschwindigkeit und den aktuellen Lenkradwinkel passende Überlagerungswinkel bestimmbar ist. Der Begriff Informationen ist hier ganz allgemein zu verstehen, es kann sich dabei um ein mathematisches Lenkmodell handeln aus dem sich für bestimmte Fahrzeuggeschwindigkeiten und Lenkradwinkel Überlagerungswinkel errechnen lassen oder um gespeicherte Tabellen von Stützwerten für Lenkkurven. Im letztgenannten Fall sind eine Vielzahl von Tabellen jeweils für diskrete Fahrzeuggeschwindigkeiten gespeichert aus denen abhängig von der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit einerseits eine Tabelle ausgewählt wird und andererseits mittels des Lenkradwinkels ein Stützwert aus der Tabelle. Liegt die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit zwischen zwei Fahrzeuggeschwindigkeiten für die Tabellen vorhanden sind, wird zwischen den lenkradwinkelabhängigen Stützwerten aus beiden Tabellen interpoliert, gleiches gilt, wenn der Lenkradwinkel zwischen zwei Stützwerten liegt.
  • Zur Ermittlung des Lenkradwinkels ist ein Lenkradwinkelsensor 16 am lenkradseitigen Eingang des Überlagerungsgetriebes 6 angeordnet, die Rückmeldung für den tatsächlich mittels des Überlagerungsgetriebes 6 eingestellten Lenkausgangswinkel erfolgt über einen Drehwinkelsensor 17. In beiden Fällen handelt es sich vorteilhaft um einen codierten Inkremental-Drehgeber, der sowohl die Drehrichtung als auch den Drehwinkel sensiert.
  • Der Lenkradwinkelsensor 16 und der Drehwinkelsensor 17 sind von der Steuereinrichtung 12 abfragbar.
  • Weiter ist eine Schalteinrichtung 18 vorgesehen, die auf die Steuereinrichtung 12 wirkt und mit der vom Fahrer 2 ein gewünschtes Anlenkverhalten anwählbar ist. Bei der Schalteinrichtung 18 kann es sich sowohl um einen Schalter als auch um ein Auswahlmenü auf einem Bildschirm handeln.
  • Es ist hier anzumerken, dass es sich bei der Steuereinrichtung 12 nicht um eine nur für diesen Zweck eigens vorhandene Hardwareeinrichtung handeln muss, es ist vielmehr heute üblich, unterschiedlichste Steuerabläufe quasi parallel auf Recheneinheiten mittels Steuerroutinen auszuführen, also eine Steuereinrichtung mittels eines Steuerprogramms temporär auf einer Recheneinheit auszubilden. Was vorstehend und nachfolgend beschrieben ist, soll in diesem Zusammenhang verstanden werden.
  • Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass üblicherweise bei heutigen Kraftfahrzeugen die Lenkkraft unterstützende Servoeinrichtungen verbaut sind, die jedoch in dem hier beschriebenen Zusammenhang keinen Einfluss haben und daher in der 1 nicht dargestellt und demzufolge auch nicht näher beschrieben sind.
  • Um zu verdeutlichen, wie das Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit einer Überlagerungslenkung arbeitet, wird zunächst auf die Lenkkurvendarstellung in 2 Bezug genommen. Dort sind in einem Koordinatensystem Lenkkurven 20 bis 23 dargestellt, auf der Ordinate ist der Lenkradwinkel LWR aufgetragen, zur Vereinfachung nur der Lenkradwinkel LWR nach rechts, beginnend mit dem Lenkradwinkel „0°”. Die Abszisse zeigt die Werte des Überlagerungswinkels ÜW, die sich aus den Lenkkurven 20 bis 23 ergeben. Hier ist der Bezug der neutrale Überlagerungswinkel ÜWneutral, der, wie bereits erwähnt, „0°” beträgt und im Koordinatenursprung liegt. Die Lenkkurve 20 zeigt das bisherige Steuerverhalten der Steuereinheit 12 (1) bezüglich des Überlagerungswinkels ÜW bei einer ersten angenommenen Fahrzeuggeschwindigkeit. Zur besseren Veranschaulichung soll diese erste angenommenen Fahrzeuggeschwindigkeit 80 km/h betragen. Gemäß der Maßgabe, dass bei höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten ein indirektes Lenkverhalten verhindern soll, dass durch heftige Lenkbewegungen ein Ausbrechen des Kraftfahrzeugs verursacht wird, ist, beginnend mit dem Lenkradwinkel „0°”, ein negativer Überlagerungswinkel ÜWnegativ verwendet, der mit ansteigendem Lenkradwinkel LRW stetig weiter abfällt, das heißt höhere Negativwerte annimmt. Durch die Wirkungsweise des Überlagerungsgetriebes wird dem Lenkradwinkel LRW der negative Überlagerungswinkel ÜWnegativ aufsummiert, so dass das Lenkverhalten aus dem Lenkradwinkel „0°” heraus zunehmend indirekter wird. Bei großen Lenkradwinkeln LRW ist dieses Verhalten durchaus erwünscht, bei kleinen Lenkradwinkeln LRW hingegen verzeichnet der Fahrzeuglenker eine zu geringe Lenkansprache. Um dem abzuhelfen sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, innerhalb eines vordefinierten Geschwindigkeitsbereiches, von der Fahrzeuggeschwindigkeit abhängige Anlenkbereiche 24, 25, 26 zu definieren und in diesen Anlenkbereichen 24, 25, 26, bezogen auf den neutralen Überlagerungswinkel ÜWneutral, positive Überlagerungswinkel ÜWpositiv zu verwenden, wobei die Werte der positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv sowohl geschwindigkeitsabhängig als auch lenkradwinkelabhängig sind. Um einen direkten Vergleich zu ermöglichen, ist in 2, ebenfalls für die erste angenommene Fahrzeuggeschwindigkeit 80 km/h, eine zweite Lenkkurve 22 dargestellt. Dabei ist ein erster Anlenkbereich 25 definiert, der von dem Lenkradwinkel 0° bis zum Lenkradwinkel 10,8° reicht. Bei Lenkeinschlägen innerhalb dieses ersten Anlenkbereichs 25 wird von der Steuereinrichtung 12 (1) lenkradwinkelabhängig die Ansteuerinformation für einen positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv erzeugt und mit dieser Ansteuerinformation der Aktor 13 (1) angesteuert, so dass sich im Überlagerungsgetriebe 6 (1) dem Lenkradwinkel LRW ein positiver Überlagerungswinkel ÜWpositiv überlagert. Durch die Überlagerung des positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv wird die Lenkansprache aus dem Lenkradwinkel „0°” heraus direkter. Der lenkradwinkelabhängige Verlauf der Überlagerungswinkelwerte ist gemäß der zweite Lenkkurve 22 dabei so gestaltet, dass zunächst die Überlagerungswinkelwerte mit zunehmendem Lenkradwinkel LRW zunehmen bis ein Maximum M2 erreicht ist und dann mit zunehmendem Lenkradwinkel LRW wieder abnehmen, bis schließlich am Ende des Anlenkbereiches 25 der Überlagerungswinkel wieder gleich dem neutralen Überlagerungswinkel ÜWneutral, nämilch „0°” ist. Bei weiterem zunehmen des Lenkradwinkels LRW wird der Überlagerungswinkel wieder negativ und der Verlauf der zweite Lenkkurve 22 nähert sich dem Verlauf der ersten Lenkkurve 20 an.
  • Wie bereits mehrfach erwähnt, ist der Überlagerungswinkel ÜW von der Fahrzeuggeschwindigkeit abhängig. Um dies zu veranschaulichen, sind in der 2 eine dritte Lenkkurve 21 und eine vierte Lenkkurve 23 dargestellt. Die dritte Lenkkurve 21 zeigt die Verhältnisse bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 150 km/h. Der Verlauf der dritten Lenkkurve 21 ist ähnlich der zweiten Lenkkurve 22 und unterscheidet sich lediglich in dem kleineren Maximum M1 für den positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv und dem kleineren zweiten Anlenkbereich 24, der bereits bei einem Lenkradwinkel LRW von 8,5° endet. Die vierte Lenkkurve 23 soll die Verhältnisse bei niedrigeren Fahrzeuggeschwindigkeiten zeigen, im Beispiel solle für die vierte Lenkkurve 23 eine Geschwindigkeit von 50 km/h gelten. Bei solchen niedrigeren Geschwindigkeiten ist eine direktere Lenkansprache gewünscht. Dem wird durch ein deutlich angehobenes Maximum M3 des positiven Überlagerungswinkels UWpositiv Rechnung getragen und der dritte Anlenkbereich 26 ist mit einem Lenkradwinkel LRW von 13,5° deutlich größer.
  • In der Praxis kann es für das Handling vorteilhaft sein, bei langsamen Geschwindigkeiten, also auch schon bei den vorstehend angesprochenen 50 km/h, den Anlenkbereich über einen größeren Lenkradwinkel LRW auszudehnen. So ist es in Abweichung zum gewählten Beispiel gemäß der 2 und 3 durchaus realistisch, den Lenkradwinkel LRW, in dem ein positiver Überlagerungswinkel ÜWpositiv aufgeschaltet wird, auf einen Lenkradwinkel LRW = 80° bis LRW = 100° auszudehnen. Bei noch kleineren Fahrzeuggeschwindigkeiten ist es unter Umständen für ein besseres Handling von Vorteil, für den gesamten Lenkradwinkel LRW einen positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv vorzusehen. In diesen Fällen kann allerdings streng genommen nicht von einem Anlenkbereich im Sinne der Definition gesprochen werden.
  • In dem Beispiel nach 2 sind, wie oben bereits angemerkt, nur die Verhältnisse in Lenkrichtung nach rechts dargestellt, selbstverständlich sind die Verhältnisse bei Lenkrichtung nach links analog, hierzu hat man sich die 2 lediglich an der Abszisse gespiegelt vorzustellen. Es erübrigt sich demnach, die Sachverhalte bei Lenkrichtung nach links nochmals detailliert zu beschreiben, es soll lediglich die Lage der Anlenkbereiche am Lenkrad mit Hilfe der 3 erläutert werden. Dort sind der erste Anlenkbereich 25 der zweite Anlenkbereich 24 und der dritte Anlenkbereich 26, jeweils beginnend von der Neutralstellung des Lenkrades bei Geradeausfahrt, sich nach rechts erstreckend dargestellt. In Drehrichtung des Lenkrades 3 nach links ergeben sich für die gleichen Geschwindigkeiten betragsmäßig gleiche Winkelbereiche als Anlenkbereiche, sie erstrecken sich eben nur von der Neutralstellung des Lenkrades 3 nach links, wie dies durch den vierten Anlenkbereich 25' den fünften Anlenkbereich 24' und den sechsten Anlenkbereich 26' veranschaulicht ist.
  • Zu den Darstellungen in den 2 und 3 ist noch anzumerken, dass die explizit genannten Geschwindigkeiten und Winkelbeträge lediglich der Veranschaulichung dienen und in der jeweiligen Realisierung von den technischen Gegebenheiten am Kraftfahrzeug abhängen. Lediglich die Maximalgröße für alle Anlenkbereiche sollte in beiden Drehrichtungen des Lenkrades kleiner 30°, vorzugsweise kleiner 20°, höchstvorzugsweise kleiner 15° gemessen von dessen Neutralstellung bei Geradeausfahrt sein. Bei kleinen Fahrzeuggeschwindigkeiten, zum Beispiel ab 50 km/h und kleiner, kann der Anlenkbereich zu Gunsten eines besseren Handlings aber deutlich größer 30° gewählt werden.
  • Zur weiteren Komfortsteigerung für den Fahrzeuglenker kann es vorgesehen sein, dass für diesen eine Eingriffsmöglichkeit zur Veränderung des Anlenkverhaltens vorgesehen ist, wie dies bereits in Verbindung mit 1 ausgeführt wurde. So wäre es möglich, dem Fahrer eine Wahlmöglichkeit zwischen zum Beispiel drei unterschiedlichen Anlenkverhalten des Kraftfahrzeugs einzuräumen, nämlich „sportlich”, „normal” und „komfort”. Zu realisieren wären derartige Stufen am einfachsten durch Aufschalten eines Offset-Wertes auf den Überlagerungswinkel ÜW je nach gewählter Einstellung. Selbstverständlich könnten auch drei unterschiedliche Lenkmodelle oder drei unterschiedliche Sätze an Stützwerttabellen vorgesehen sein.
  • In Ergänzung zur Überlagerungslenkung kann vorgesehen sein, die Lenkbarkeit eines Kraftfahrzeugs durch den Einsatz von gelenkten Hinterrädern weiter zu steigern. Bei derartigen Allradlenkungen können ebenfalls geschwindigkeitsabhängige Anlenkbereiche definiert werden. In diesen Anlenkbereichen kann die Gierreaktion des Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit vom aktuellen Lenkradwinkel und der aktuellen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs um einen zusätzlichen Faktor verstärkt werden. Dies wird durch entsprechende Erhöhung der Verstärkungsfaktoren für die Gierrate erreicht.
  • Auch für die Hinterradlenkung ist es von Vorteil den Anlenkbereich kleiner 30°, bevorzugt kleiner 20° höchstbevorzugt kleiner 15° festzulegen. Auch hier gilt, dass bei kleinen Fahrzeuggeschwindigkeiten, zum Beispiel ab 50 km/h und kleiner, der Anlenkbereich zu Gunsten eines besseren Handlings deutlich größer 30° gewählt werden kann.
  • Um den Aufwand für die Hinterradlenkung einfach zu gestalten, wird die Verstärkung für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich geschwindigkeits- und lenkradwinkelabhängig linear oder mit einem PT1-Verhalten ansteigend bis zu einem vorgegebenen Maximum angehoben. Entsprechend wird bei jeweils zunehmendem Lenkradwinkel und Überschreiten des vorgegebenen Maximums die Verstärkung linear oder mit einem PT1-Verhalten zurückgenommen.
  • Auch im Falle einer zusätzlichen Hinterradlenkung kann zur Anpassung des Anlenkverhaltens an die Wünsche des Fahrzeuglenkers, analog zur Schalteinrichtung 18 (2), eine Eingriffsmöglichkeit vorgesehen sein, die die Verstärkung zumindest innerhalb des Anlenkbereichs, durch Aufschalten eines Offsets innerhalb vorgegebener Grenzen anhebbar und/oder absenkbar macht. Die zum Begriff „Offset” weiter oben gemachten Aussagen gelten hier analog.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • DE 19751137 A1 [0004]
    • DE 102006008156 A1 [0005]

Claims (9)

  1. Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit wenigstens einer Überlagerungslenkung an der Vorderachse, wobei die Überlagerungslenkung (1) ein Überlagerungsgetriebe (6) aufweist und wobei dem durch das Betätigen eines Lenkrades (3) erzeugten Lenkradwinkel, gesteuert durch eine Steuereinrichtung (12), mittels des Überlagerungsgetriebes (6) ein Überlagerungswinkel aufgeprägt ist, der den Lenkradwinkel abhängig von wenigstens der gemessenen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs vergrößert oder verkleinert, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Steuereinheit (12) für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich des Kraftfahrzeugs, in einem vorgebbaren, für das Anlenkverhalten typischen Winkelbereich des Lenkrades (2), aus der neutralen Geradeausfahrt mit neutralem Überlagerungswinkel ÜWneutral heraus zunächst eine direkte Lenkansprache durch Überlagerung des Lenkradwinkels LRW mit einem lenkradwinkelabhängig variablen positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv erzeugt wird und dass außerhalb dieses Winkelbereichs eine indirekte Lenkansprache durch Überlagerung des Lenkradwinkels LRW mit einem lenkradwinkelabhängig variablen negativen Überlagerungswinkel ÜWnegativ erzeugt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass – in der Steuereinrichtung (12) ein geschwindigkeitsabhängig variabler rechtsseitiger und linksseitiger Anlenkbereich (24, 25, 26, 24', 25', 26') vorgebbar ist, wobei der Anlenkbereich (24, 25, 26, 24', 25', 26') jeweils ein Winkelbereich, gemessen von der neutralen Geradeausfahrtstellung des Lenkrades in jede der beiden Lenkrichtungen ist, – die Steuereinrichtung (12) mittels des Aktors (13) innerhalb des jeweiligen rechtsseitigen und linksseitigen Anlenkbereiches (24, 25, 26, 24', 25', 26'), gemessen von dem neutralen Überlagerungswinkel ÜWneutral aus, geschwindigkeitsabhängig und lenkwinkelabhängig einen positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv erzeugt, wobei der lenkradwinkelabhängige Kurvenverlauf des Überlagerungswinkels ÜW, für alle Geschwindigkeiten wenigstens eines vorgegebenen Geschwindigkeitsbereiches, beginnend vom Lenkradwinkel „0°” einen ersten Bereich mit vorzugsweise stetig ansteigendem positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv, einen Wendepunkt und daran anschließend einen zweiten Bereich mit vorzugsweise stetig bis auf den neutralen Überlagerungswinkel ÜWneutral abfallendem positiven Überlagerungswinkel ÜWpositiv beinhaltet und der maximale Grad der Überhöhung und die Lage des Maximums der Überhöhung des Kurvenverlaufs des positiven Überlagerungswinkels ÜWpositiv geschwindigkeitsbezogen variabel festgelegt sind, – die Steuereinrichtung (12) mittels des Aktors (13) in dem an den Anlenkbereich (24, 25, 26, 24', 25', 26') anschließenden Lenkradwinkelbereich, jeweils in jede der beiden Lenkrichtungen, lenkwinkelabhängig Überlagerungswinkel ÜW erzeugt, derart, dass diese mit dem Überwinden des Anlenkbereiches (24, 25, 26, 24', 25', 26') negativ werden und mit zunehmendem Lenkradwinkel LRW bis zum maximalen Lenkradwinkel LRW hin vorzugsweise stetig abfallen.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlenkbereich (24, 25, 26, 24', 25', 26') kleiner 30°, bevorzugt kleiner 20° höchstbevorzugt kleiner 15° Lenkradwinkel ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der lenkradwinkelabhängige Kurvenverlauf des Überlagerungswinkels zumindest innerhalb des Anlenkbereichs (24, 25, 26, 24', 25', 26') durch Aufschalten eines Offsets innerhalb vorgegebener Grenzen anhebbar und/oder absenkbar ist.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass neben der Überlagerungslenkung an der Vorderachse gelenkte Hinterräder vorgesehen sind und dass für die dann vorliegende Allradlenkung geschwindigkeitsabhängig Anlenkbereiche vorgebbar sind, wobei innerhalb der Anlenkbereiche die Gierreaktion des Kraftfahrzeugs, durch entsprechende Erhöhung der Verstärkungsfaktoren für die Gierrate, in Abhängigkeit vom aktuellen Lenkradwinkel LRW und der aktuellen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs um einen zusätzlichen Faktor verstärkt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkbereiche kleiner 30°, bevorzugt kleiner 20° höchstbevorzugt kleiner 15° Lenkradwinkel sind.
  7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung für wenigstens einen vorgebbaren Geschwindigkeitsbereich lenkradwinkelabhängig linear ansteigend oder mit einem PT1-Verhalten ansteigend bis zu einem vorgegebenen geschwindigkeitsabhängigen Maximum erfolgt.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei jeweils zunehmendem Lenkradwinkel und Überschreiten des vorgegebenen Maximums die Verstärkung linear oder mit einem PT1-Verhalten zurückgenommen wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung zumindest innerhalb des Anlenkbereichs durch Aufschalten eines Offsets innerhalb vorgegebener Grenzen anhebbar und/oder absenkbar ist.
DE102015005023.0A 2015-04-20 2015-04-20 Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse Active DE102015005023B4 (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE102015005023.0A DE102015005023B4 (de) 2015-04-20 2015-04-20 Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse
US15/132,949 US9902423B2 (en) 2015-04-20 2016-04-19 Method for improving the steering response in motor vehicles with superimposed steering system at the front axle
CN201610245258.7A CN106064639B (zh) 2015-04-20 2016-04-19 在具有叠加转向机构的机动车中改善转向行为的方法

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE102015005023.0A DE102015005023B4 (de) 2015-04-20 2015-04-20 Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE102015005023A1 true DE102015005023A1 (de) 2016-10-20
DE102015005023B4 DE102015005023B4 (de) 2021-08-05

Family

ID=57043375

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE102015005023.0A Active DE102015005023B4 (de) 2015-04-20 2015-04-20 Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse

Country Status (3)

Country Link
US (1) US9902423B2 (de)
CN (1) CN106064639B (de)
DE (1) DE102015005023B4 (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN108427417A (zh) * 2018-03-30 2018-08-21 北京图森未来科技有限公司 自动驾驶控制系统及方法、计算机服务器和自动驾驶车辆
DE102018205928A1 (de) 2018-04-18 2019-10-24 Audi Ag Querführung eines Fahrzeugs
DE102021131739B3 (de) 2021-12-02 2022-09-15 Audi Ag Verfahren und Steuerschaltung zum Steuern einer aktiven Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs während eines Anlenkens aus einer Geradeausfahrt heraus sowie Kraftfahrzeug mit der Steuerschaltung

Families Citing this family (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102017126481A1 (de) * 2017-11-10 2019-05-16 Syn Trac Gmbh Verfahren zum Lenken eines Fahrzeuges
DE102017220875A1 (de) 2017-11-22 2019-05-23 Audi Ag Verfahren und Lenksystem zum Lenken eines Fahrzeugs
CN110274582B (zh) * 2019-06-11 2021-04-09 长安大学 一种道路曲线识别方法
CN112441109B (zh) * 2019-09-03 2021-11-19 博世华域转向系统有限公司 一种持续学习的转向系统摩擦力矩补偿方法
US11919352B2 (en) * 2020-09-18 2024-03-05 Ford Global Technologies, Llc Suspension system with optimized position sensitive damping and system and method for optimizing the same
CN112722071B (zh) * 2020-12-30 2022-03-15 智车优行科技(北京)有限公司 方向盘偏移确定方法和装置、可读存储介质、电子设备

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19751137A1 (de) 1997-03-22 1998-09-24 Bosch Gmbh Robert Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb eines Lenksystems für ein Kraftfahrzeug
DE10353083A1 (de) * 2003-11-13 2005-06-09 Bayerische Motoren Werke Ag Lenksystem eines Kraftfahrzeugs
DE102006008156A1 (de) 2006-02-22 2007-08-23 Wabco Gmbh Verfahren zur Bestimmung der Lenkübersetzung eines Fahrzeugs

Family Cites Families (20)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2585790A (en) * 1945-04-16 1952-02-12 Gen Motors Corp Tank cross drive for steering by variable-speed ratio driving means
US4334221A (en) * 1979-10-22 1982-06-08 Ideal Toy Corporation Multi-vehicle multi-controller radio remote control system
US4345488A (en) * 1980-04-21 1982-08-24 General Electric Company Hydromechanical steering transmission
DE3034816C2 (de) * 1980-09-16 1985-04-04 Zahnräderfabrik Renk AG, 8900 Augsburg Antriebsanlage für Kettenfahrzeuge
DE4031316C2 (de) * 1990-10-04 2001-11-22 Bosch Gmbh Robert Motorbetriebenes Servolenksystem
US6342021B1 (en) * 2000-12-08 2002-01-29 Torvec, Inc. Steer-drive for vehicles
DE10126424A1 (de) 2001-05-31 2002-12-05 Zf Lenksysteme Gmbh System zur variablen Steuerung eines Übersetzungsverlaufes
JP3757910B2 (ja) 2002-07-09 2006-03-22 トヨタ自動車株式会社 車両用操舵制御装置
DE10236734A1 (de) * 2002-08-09 2004-02-12 Bayerische Motoren Werke Ag Verfahren zum Führen eines mehrspurigen Fahrzeugs auf einer Kurvenbahn
DE10256770A1 (de) * 2002-12-05 2004-06-17 Bayerische Motoren Werke Ag Verfahren zum Lenken eines rückwärts in eine Parklücke einzuparkenden Fahrzeugs
JP2006040008A (ja) * 2004-07-28 2006-02-09 Auto Network Gijutsu Kenkyusho:Kk 運転支援装置
JP4069921B2 (ja) * 2004-10-25 2008-04-02 三菱自動車工業株式会社 車両の旋回挙動制御装置
DE102009045046A1 (de) 2009-09-28 2011-03-31 Zf Lenksysteme Gmbh Verfahren zum Betrieb eines elektronischen Servolenksystems eines Kraftfahrzeugs
DE102010025353A1 (de) 2010-06-28 2011-12-29 Audi Ag Verfahren zum elektromechanischen Einstellen eines Lenkwinkels und Kraftfahrzeug mit einer elektromechanischen Lenkung
DE102011121611A1 (de) 2011-12-20 2012-09-20 Daimler Ag Verfahren zur elektronischen Regelungeiner Lenkunterstützung für ein Fahrzeug
JP5839104B2 (ja) * 2012-02-24 2016-01-06 トヨタ自動車株式会社 車両の旋回特性推定装置
JP5965761B2 (ja) * 2012-07-23 2016-08-10 矢崎総業株式会社 方向指示装置
CH707435A1 (de) 2013-01-09 2014-07-15 Thyssenkrupp Presta Ag Winkelüberlagerungseinrichtung für eine Fahrzeuglenkvorrichtung mit einem Planetengetriebe.
DE102013100187A1 (de) 2013-01-10 2014-07-10 Zf Lenksysteme Gmbh Lenksystem in einem Fahrzeug mit elektrischem Servomotor
NL2011713C2 (en) * 2013-10-31 2015-05-04 Forage Innovations Bv Method and assembly for assisting the backward movement of an arrangement comprising a propelled vehicle and a towed implement.

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19751137A1 (de) 1997-03-22 1998-09-24 Bosch Gmbh Robert Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb eines Lenksystems für ein Kraftfahrzeug
DE10353083A1 (de) * 2003-11-13 2005-06-09 Bayerische Motoren Werke Ag Lenksystem eines Kraftfahrzeugs
DE102006008156A1 (de) 2006-02-22 2007-08-23 Wabco Gmbh Verfahren zur Bestimmung der Lenkübersetzung eines Fahrzeugs

Cited By (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN108427417A (zh) * 2018-03-30 2018-08-21 北京图森未来科技有限公司 自动驾驶控制系统及方法、计算机服务器和自动驾驶车辆
CN108427417B (zh) * 2018-03-30 2020-11-24 北京图森智途科技有限公司 自动驾驶控制系统及方法、计算机服务器和自动驾驶车辆
DE102018205928A1 (de) 2018-04-18 2019-10-24 Audi Ag Querführung eines Fahrzeugs
DE102018205928B4 (de) 2018-04-18 2022-01-13 Audi Ag Querführung eines Fahrzeugs
DE102021131739B3 (de) 2021-12-02 2022-09-15 Audi Ag Verfahren und Steuerschaltung zum Steuern einer aktiven Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs während eines Anlenkens aus einer Geradeausfahrt heraus sowie Kraftfahrzeug mit der Steuerschaltung
US12116060B2 (en) 2021-12-02 2024-10-15 Cariad Se Method and control circuit for controlling an active rear axle steering of a motor vehicle when steering out from straight travel, and a motor vehicle having the control circuit

Also Published As

Publication number Publication date
CN106064639B (zh) 2018-04-17
DE102015005023B4 (de) 2021-08-05
CN106064639A (zh) 2016-11-02
US9902423B2 (en) 2018-02-27
US20160304121A1 (en) 2016-10-20

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE102015005023B4 (de) Verfahren zur Verbesserung des Anlenkverhaltens bei Kraftfahrzeugen mit Überlagerungslenkung an der Vorderachse
DE102009028181B4 (de) Pull-Drift-Kompensation mittels AFS
DE102010030986B4 (de) Verfahren zur Bestimmung einer Zahnstangenkraft für eine Lenkvorrichtung in einem Fahrzeug
DE102015001764B4 (de) Verfahren zum Anlernen zulässiger Lenkwinkel bei einer Lenkeinrichtung eines Kraftfahrzeugs
EP2022702B1 (de) Kraftfahrzeug mit lenkbaren Vorder- und Hinterrädern
EP1849682A1 (de) Verfahren zur Lenkungsregelung
DE102017206610B4 (de) Steer-by-wire-Lenkung und Verfahren zur Einstellung eines Lenkwinkels bei einer Steer-by-wire-Lenkung
DE102018101181A1 (de) Verfahren zur Steuerung eines Steer-by-Wire-Lenksystems beim Erreichen einer maximal zur Verfügung stehenden Leistung des Lenkstellers
DE102010029928A1 (de) Bestimmung eines Mittengefühls für EPS-Lenksysteme
EP1889775B1 (de) Verfahren zur Lenkwinkelkorrektur in einer Hilfskraftlenkung für ein Kraftfahrzeug
WO2020030621A1 (de) Zahnstangenkraft optimiertes lenkgefühl einer steer-by-wire-kraftfahrzeuglenkung
EP3932777B1 (de) Endanschlags-rückstellfunktion für eine fahrzeuglenkung
DE102010049580A1 (de) Verfahren zum Betreiben eines Kraftwagens
DE102007048027B4 (de) Steuersystem für einen Traktor und Verfahren zur Steuerung eines Traktors
EP3323695A1 (de) Elektromechanische lenkung und verfahren zum steuern einer elektromechanischen lenkung
DE4410361B4 (de) System zur Stabilisierung des Fahrverhaltens nicht schienengebundener Fahrzeuge
EP2082944B1 (de) Verfahren zum Erzeugen eins Rückführdrehmoment-Signals
DE112022008009T5 (de) Verfahren zur Steuerung eines Steer-by-Wire-Lenksystems eines Straßenfahrzeugs mit virtuellen Endanschlag-Rückkopplungsfunktionen
DE102017216086A1 (de) Verfahren zum Lenken eines Fahrzeugs
DE102012022802B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung einer Lenkung eines Fahrzeugs
DE102017216504B4 (de) Verfahren zum Betreiben eines Servo-Lenksystems und Servo-Lenksystem
BE1031894B1 (de) Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug, mit einer Lenkeinrichtung und einer Radstandeinstelleinrichtung, sowie Verfahren zur Verbesserung des Fahrverhaltens des Fahrzeuges
DE102013013716A1 (de) Hybrides Lenksystem für ein Kraftfahrzeug
DE102014224392B4 (de) Verfahren zur Erhöhung der Fahrstabilität eines Kraftfahrzeugs bei Betätigung einer Lenkung in einer Kurvenfahrt und Kraftfahrzeug zur Durchführung des Verfahrens
DE102011055935B4 (de) Verfahren zum Betreiben eines Lenksystems eines Fahrzeugs

Legal Events

Date Code Title Description
R012 Request for examination validly filed
R016 Response to examination communication
R018 Grant decision by examination section/examining division
R020 Patent grant now final