DE19647409C2 - Verfahren zum Vermeiden von Fehldetektionen bei der Diagnose einer Tankentlüftungsanlage für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Verfahren zum Vermeiden von Fehldetektionen bei der Diagnose einer Tankentlüftungsanlage für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermeiden von Fehl
detektionen bei der Diagnose einer Tankentlüftungsanlage für
ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
Der Zweck solcher Tankentlüftungsanlagen besteht darin, das
Ausdampfen von Kohlenwasserstoffen aus dem Kraftstofftank in
die Atmosphäre zu vermeiden.
Hierzu weist die Tankentlüftungsanlage generell einen Kraft
stofftank und ein Tankentlüftungsventil auf, das mit dem An
saugtrakt einer, das Kraftfahrzeug antreibenden Brennkraftma
schine verbunden ist. Dadurch können mit Hilfe des Unter
drucks im Saugrohr Kraftstoffdämpfe abgesaugt und der Ver
brennung in den Zylindern der Brennkraftmaschine zugeführt
werden. Üblicherweise wird nicht unmittelbar das über dem
Kraftstoff befindliche Volumen im Kraftstofftank abgesaugt,
sondern der Kraftstoffdampf wird in einem separaten Behälter,
der ein adsorbierendes Material enthält, in der Regel ein Ak
tivkohlefilter, zwischengespeichert. Dadurch wird ein Austre
ten des Kraftstoffdampfes in die Umgebung verhindert. Das Ak
tivkohlefilter adsorbiert Kraftstoffdämpfe in denjenigen
Zeiträumen, in denen kein Absaugen vom Saugrohr her erfolgt,
z. B. beim Stillstand der Brennkraftmaschine oder dann, wenn
auf Grund des aktuellen Betriebszustandes der Brennkraftma
schine das Tankentlüftungsventil geschlossen gehalten wird.
Da das Aktivkohlefilter nur eine begrenzte Kraftstoffmasse
speichern kann, muß es in geeigneten Betriebsbereichen der
Brennkraftmaschine gespült werden. Hierbei wird das Tankent
lüftungsventil, das in einer Leitung zwischen Aktivkohlefil
ter und Saugrohr der Brennkraftmaschine angeordnet ist, durch
Ansteuerung mittels geeigneter Signale von einer elektroni
schen Steuerungseinrichtung der Brennkraftmaschine geöffnet.
Durch die Variation des Ansteuertastverhältnisses dieses Si
gnals kann der Öffnungsquerschnitt des Tankentlüftungsventils
und damit der Spülstrom des Aktivkohlefilters eingestellt
werden.
Es besteht die Gefahr, daß eine solche Tankentlüftungsanlage
undicht wird oder Komponenten der Anlage nicht ordnungsgemäß
arbeiten. Derartige Anlagen sind daher während des Betriebs
des Kraftfahrzeugs wiederholt auf Funktionstüchtigkeit zu
prüfen. Ein Verfahren zum Überprüfen einer Tankentlüftungsan
lage ist beispielsweise in der DE 44 27 688 A1 beschrieben.
Nach diesem Verfahren wird die Tankentlüftungsanlage mittels
des im Saugrohr der Brennkraftmaschine herrschenden Unter
drucks evakuiert und die Anlage aufgrund von Unterdruckauf
bau- und Unterdruckabbaugradienten beurteilt.
Der Ablauf und das Ergebnis der Diagnose der Tankentlüftungs
anlage mittels Vakuumverfahren, sei es mit Hilfe des Saug
rohrunterdrucks oder mittels einer externen Vakuumpumpe wird
stark beeinflußt durch den Füllstand des Kraftstofftankes. Im
Falle eines vollen Kraftstofftankes werden in der Regel
Leckagen mit kleineren Querschnitten leichter erkannt als zum
Beispiel bei einem Kraftstofftank, der nur halb gefüllt ist
und dieser Füllzustand eine Prüfbedingung für den FTP-Test
darstellt. Dies bewirkt ungewünschte Diagnoseeinträge (nur
Leckagen mit Querschnitten ab 1 mm müssen detektiert werden)
sowie nachfolgende Gewährleistungsansprüche, die nicht erfor
derlich sind.
Bei speziellen Varianten von Tankentlüftungssystemen sind
Zweiwegeventile zwischen Kraftstofftank und Aktivkohlefilter
installiert, um u. a. einen Druckaufbau bei vollem Kraftstoff
tank zu erzeugen und somit die Einfüllpistole während des Be
tankungsvorganges des Kraftfahrzeugs rechtzeitig zum Abschal
ten zu zwingen. Zu diesem Zeitpunkt schließt bei sogenannten
"on bord refueling vapour recovery"-Systemen (ORVR-
Systemen), bei denen der beim Betankungsvorgang entstehende
Kraftstoffdampf über eine Leitung vom Kraftstofftank in den
Aktivkohlebehälter geleitet wird, ein Schwimmerventil diesen
zweiten, kein Ventil aufweisenden Verbindungsschlauch zwi
schen Kraftstofftank und Aktivkohlefilter, um keine Druckver
luste zu erzeugen. Hierbei ergeben sich Probleme bei der Dia
gnose des Tankentlüftungssystems bei randvollem Kraftstoff
tank, da dann das Zweiwegeventil wirksam wird (Druckverlust
bei Unterdruckerzeugung) und dies eine Fehldiagnose zur Folge
haben kann. Eine Abhilfe dieses Problems besteht z. B. darin,
während der Diagnose des Tankentlüftungssystems das Zweiwege
ventil mit einem elektrisch ansteuerbaren Bypassventil zu um
gehen.
Aus der DE 41 12 481 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrich
tung zum Überprüfen der Funktionsfähigkeit einer Tankentlüf
tungsanlage für ein Kraftfahrzeug mit einem Verbrennungsmotor
mit Lambdaregelung bekannt, wobei überprüft wird, ob ein Be
triebszustand mit niederem Luftdurchsatz durch den Motor vor
liegt und wenn dies der Fall ist, eine Magerkorrekturprüfung
vorgenommen. Wenn bei dieser Magerkorrekturprüfung eine
Lambdareglermagerkorrektur festgestellt wird, die kleiner ist
als ein vorgegebener Magerkorrekturschwellwert, wird eine
Druckänderungsprüfung betreffend den Druck im Tank vorgenom
men, sobald ein Betriebszustand mit hohem Luftdurchsatz durch
das Tankentlüftungsventil vorliegt und die Tankentlüftungsan
lage als funktionsfähig beurteilt, wenn ein Druckänderungsef
fekt vorgegebener Qualität festgestellt wird.
In der DE 42 03 099 A1 ist ein Verfahren zum Erkennen des
Füllstandes von Kraftstoff im Tank eines Kraftfahrzeugs be
schrieben, bei dem beurteilt wird, ob der Tank eine vorgege
bene Dichtheit mindestens erreicht und ob der Kraftstoff we
niger gast als es einem vorgegebenen Wert entspricht und dann
wenn diese Bedingungen erfüllt sind der Füllstand dadurch er
kannt wird, daß das Tankvolumen einem Druckänderungsablauf
unterzogen wird, aus mindestens einer erzielten Druckänderung
und einer zu dieser gehörenden Zeitspanne der dazugehörige
Wert einer Druckänderungsgradientengröße bestimmt wird und
aus einem bekannten Zusammenhang zwischen Druckänderungsgra
dientengröße und Füllstand der aktuelle Wert des letzteren
abgeschätzt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde für eine Tankentlüf
tungsanlage der eingangs genannten Art ein Verfahren anzuge
ben, mit dem auf einfache Weise Fehldetektionen bei vollem
oder annähernd vollem Kraftstofftank ausgeschlossen werden
können.
Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen finden sich in den Un
teransprüchen.
Im Falle eines vollgefüllten Kraftstofftankes ist vom Gesetz
geber keine Diagnose der Tankentlüftungsanlage gefordert.
Durch Auswerten des Signals des für die Diagnose der Tankent
lüftungsanlage ohnehin nötigen Drucksensors wird deshalb eine
Aussage abgeleitet, ob ein vollgefüllter Kraftstofftank vor
liegt oder nicht. Im Falle des vollgefüllten Kraftstofftankes
wird dann die Diagnose der Tankentlüftungsanlage nicht frei
gegeben. Dabei wird das Tankdrucksignal in der Weise ausge
wertet, daß vor Beginn der Diagnose die Druckschwankungen bei
Leerlauf der Brennkraftmaschine und bei stillstehendem Fahr
zeug ermittelt werden. Ist der Kraftstofftank voll gefüllt,
so befindet sich eine große Kraftstoffmasse im Tank und das
verbleibende Luftvolumen im Kraftstofftank ist nur sehr ge
ring. Da die Brennkraftmaschine über die Karosserie Schwin
gungen auch in das Tankentlüftungssystem einbringt, entstehen
Druckschwankungen im Kraftstofftank. Bei abnehmenden Kraft
stoff sinkt die Masse, das Restvolumen an Luft steigt und die
Druckschwankungen nehmen ab. Durch Vergleich dieser Druck
schwankungen mit einem vorgegebenen Schwellwert kann zwischen
einem vollen und z. B. einem halbleeren Kraftstofftank unter
schieden werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Tanklentlüftungs
anlage für eine Brennkraftmaschine mit einer elektro
nischen Steuerungseinrichtung,
Fig. 2 ein Flußdiagramm für einen Verfahrensablauf zum Be
stimmen, ob eine Diagnose der Tankentlüftungsanlage
durchgeführt werden soll,
Fig. 3 ein Meßdiagramm zur Verdeutlichung der Druckschwan
kungen bei einem vollen Kraftstofftank und
Fig. 4 ein Meßdiagramm zur Verdeutlichung der Druckschwan
kungen bei einem halbvollen Kraftstofftank.
Die in Fig. 1 in vereinfachter Weise dargestellte Tankent
lüftungsanlage eines mittels einer Brennkraftmaschine 10 an
getriebenen Kraftfahrzeuges weist einen Kraftstofftank 11
auf, dessen nicht näher bezeichneter Einfüllstutzen mit einem
Tankdeckel 12 hermetisch verschließbar ist.
Der Kraftstoffbehälter 11 ist über eine Entlüftungsleitung 13
mit einem Aktivkohlebehälter 14 verbunden, in dem die aus dem
Kraftstofftank 11 ausgasenden Kohlenwasserstoffdämpfe adsor
biert werden. Zum Erfassen des Druckes im Kraftstofftank 11
ist in der Entlüftungsleitung 13 ein Drucksensor 15 vorgese
hen. Als Drucksensor 15 kann beispielsweise ein Differenz
drucksensor verwendet werden, dessen erster Anschluß mit der
Entlüftungsleitung 13 und dessen zweiter Anschluß mit der At
mosphäre in Verbindung steht. Außerdem ist in die Entlüf
tungsleitung 13 ein Zweiwege-Ventil 16 eingefügt, das einen
reduzierten Durchfluß von Kraftstoffdämpfen in der mit einem
Pfeilsymbol eingezeichneten Richtung erlaubt. Dadurch wird es
ermöglicht, bei vollem Kraftstofftank durch das Restgas im
Kraftstofftank (Volumen X) einen Druckaufbau zu erzeugen und
somit die Einfüllpistole während des Betankungsvorganges des
Kraftfahrzeugs rechtzeitig zum Abschalten zu zwingen.
Zusätzlich zur Entlüftungsleitung 13 ist der Kraftstofftank
11 auch über eine, bezogen auf die Entlüftungsleitung 13 ei
nen größeren Querschnitt aufweisende Betankungsentlüftungs
leitung 18 mit dem Aktivkohlebehälter 14 verbunden. Diese
Leitung 18 ermöglicht es bei sogenannten "on board refueling
vapour recovery" (ORVR)-Tankentlüftungsystemen, daß der zu
Beginn des Betankungsvorganges auftretende Kraftstoffdampf
direkt in den Aktivkohlebehälter strömt. Mit zunehmendem
Füllstand des Kraftstofftankes, insbesondere bei annähernd
vollem Kraftstofftank muß aber zur Vermeidung eines Druckver
lustes diese Leitung 18 wieder verschlossen werden. Nur dann
kann die Einfüllpistole durch den erzeugten Druck im Kraft
stofftank automatisch abgeschaltet werden. Hierzu dient ein
kombiniertes Schwimmer-/roll-over Ventil 19, das an der Ein
mündungsstelle der Leitung 18 angeordnet ist.
Dadurch wird einerseits sichergestellt, daß auch dann kein
flüssiger Kraftstoff direkt in den Aktivkohlebehälter 14 ge
langen kann, wenn z. B. der Kraftstoffbehälter 11 vollständig
gefüllt ist oder das Kraftfahrzeug infolge eines Unfalles auf
dem Dach zu liegen kommt (roll-over). An der Einmündung der
Entlüftungsleitung 13 in den Kraftstofftank 11 ist ebenfalls
ein roll-over-Ventil 20 angeordnet.
In der Nähe der Einfüllöffnung des Einfüllstutzens des Kraft
stofftanks 11 zweigt eine Diagnoseleitung 17 ab, die an einer
Stelle zwischen dem Zweiwege-Ventil 16 und dem Drucksensor 15
in die Entlüftungsleitung 13 mündet. Mit Hilfe dieser Diagno
seleitung 17 kann im Rahmen der Überprüfung auf Dichtheit der
Tankentlüftungsanlage auch ein fehlender Tankdeckel 12 detek
tiert werden.
Vom Aktivkohlebehälter 14 geht eine Regenerierungsleitung 21
ab, die stromabwärts einer Drosselklappe 22 in einen Ansaug
kanal 23 der Brennkraftmaschine 10 mündet. In der Regenerie
rungsleitung 21 ist ein elektrisches Durchflußsteuerventil
24, im folgenden als Tankentlüftungsventil (TEV) bezeichnet,
angeordnet. An der Unterseite des Aktivkohlebehälters 14 ist
eine Belüftungsleitung 25 vorgesehen, die mit der Umgebungs
luft in Verbindung steht und mittels eines elektromagneti
schen Aktivkohlefilterabsperrventils (AAV), im folgenden ver
einfacht als Absperrventil 26 bezeichnet, absperrbar ist.
Die Ansteuerung der beiden Ventile 24, 26 erfolgt über nicht
näher bezeichnete Ansteuerleitungen mittels Signalen einer
elektronischen Steuerungseinrichtung 27. Dieser Steuerungs
einrichtung 27 wird auch das Ausgangssignal DTP des Drucksen
sors zugeführt. Weitere Steuerparameter, die zum Betrieb der
Brennkraftmaschine 10 benötigt werden, wie beispielsweise die
Drehzahl N, die Temperatur des Kühlmittels TKW, der Restsau
erstoffgehalt im Abgas und die angesaugte Luftmasse LM werden
von geeigneten Sensoren erfaßt und ebenfalls der Steuerungs
einrichtung 27 zugeführt.
Diese Parameter werden dann innerhalb fest vorgegebener Pro
grammroutinen derart weiterverarbeitet, daß u. a. der Lastzu
stand der Brennkraftmaschine 10 bestimmt wird und bei Bedarf
eine Spülung des Aktivkohlebehälters 14 oder eine Überprü
fungsroutine für die Tankentlüftungsanlage eingeleitet werden
kann, wie sie beispielsweise in der DE 44 27 688 A1 beschrie
ben ist.
Anhand der Fig. 2-4 wird nun erläutert, wie bei vollem
Kraftstofftank durch Auswerten des Drucksignals Fehldetektio
nen bei der Tankentlüftungsdiagnose vermieden werden können.
Gemäß dem Flußdiagramm nach Fig. 2 wird in einem Verfahrens
schritt S2.1 ständig abgefragt, ob gewisse Bedingungen für
die Freigabe der Tankentlüftungsdiagnose erfüllt sind. Neben
der allgemeinen Bedingung, z. B. daß keine Adaption der Ein
spritzzeit erfolgen darf, wird insbesondere überprüft, ob
sich die Brennkraftmaschine im Leerlaufbetrieb befindet und
die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs gleich Null ist. Da
Geschwindigkeiten v = 0 nur mit relativ großem Aufwand erfaßt
werden können, werden Fahrgeschwindigkeiten die zwar größer
als Null sind, aber noch unterhalb eines bestimmten Grenzwer
tes liegen (z. B. 1.8 km/h), als Signal für v = 0 behandelt und
sind deshalb keine Garantie für absoluten Stillstand des
Fahrzeugs.
Dieses wiederholte Abfragen vollzieht sich in einer Warte
schleife. Sind die Bedingungen erfüllt, so wird in den Ver
fahrensschritten S2.2 und S2.3 mittels des Drucksensors 15
der Druck im Kraftstofftank 11 während einer Zeitspanne
T_DIFF_TD erfaßt. Ist die Zeitspanne T_DIFF_TD abgelaufen, so
werden in einem Verfahrensschritt S2.4 die Druckschwankungen
ΔDTP berechnet, die innerhalb dieser Zeit aufgetreten sind.
Hierzu werden die maximal und minimal gemessenen Druckwerte
herangezogen. Anschließend werden in einem Verfahrensschritt
S2.5 die Druckschwankungen ΔDTP mit einem applizierbaren
Schwellenwert PSW verglichen. Dieser Schwellenwert wird expe
rimentell abhängig von Konstruktionsdaten, insbesondere der
Geometrie des Kraftstofftanks individuell für jeden Fahrzeug
typ auf dem Prüfstand ermittelt.
Ergibt die Abfrage im Verfahrensschritt S2.5, daß die Druck
schwankungen ΔDTP größer sind als dieser Schwellenwert PSW,
so wird in einem Verfahrensschritt S2.6 auf einen vollen
Kraftstofftank geschlossen und eine Diagnose der Tankentlüf
tungsanlage wird unterbunden, da es aufgrund der großen
Druckschwankungen zu Fehldetektionen kommen kann. Anschlie
ßend wird wieder zu dem Verfahrensschritt S2.2 verzweigt und
der Druck DTP weiter überwacht.
Erreichen die Druckschwankungen ΔDTP nicht den Schwellenwert
PSW, so wird in einem Verfahrensschritt S2.7 auf einen Tank
füllstand geschlossen (z. B. halbvoller Tank), der es erlaubt,
eine Diagnose der Tankentlüftungsanlage einzuleiten. Das Er
gebnis der dann im Verfahrensschritt S2.8 auszuführenden Tan
kentlüftungsdiagnose wird nicht durch Druckschwankungen ver
fälscht und es ist kein störender Einfluß durch das Zweiwege-
Ventil 16 gegeben. Als Verfahren zur Diagnose kann beispiels
weise das aus der DE 44 27 688 A1 bekannte Verfahren herange
zogen werden oder ein beliebiges, bekanntes Unterdruckverfah
ren.
In der Fig. 3 ist der zeitliche Verlauf des Tankdruckes DTP
und der Druckschwankungen ΔDTP in der Tankentlüftungsanlage
bei einem Fahrzeug mit vollem Kraftstofftank grafisch darge
stellt. Die Unterdruckerzeugung für die Diagnose erfolgt bei
geöffnetem Tankentlüftungsventil 24 durch das Saugrohr der
Brennkraftmaschine. Zusätzlich zu dem Drucksignal ist der
Verlauf des Tastverhältnisses TV des Ansteuersignals für das
Tankentlüftungsventil 24 eingezeichnet. Es findet ein Spülbe
trieb des Aktivkohlebehälters 14 statt. Hierzu ist sowohl das
Tankentlüftungsventil 24, als auch das Aktivkohlefilterab
sperrventil 26 geöffnet. Das Tastverhältnis TV ist dabei ab
hängig vom Beladungsgrad des Aktivkohlebehälters 14 einge
stellt. Zum Zeitpunkt t0 sind die Bedingungen für die Diagno
se erfüllt (positives Ergebnis der Abfrage in Verfahrens
schritt S2.1, Fig. 2). Ergibt die Abfrage in Verfahrensschritt
S2.5, daß die Druckschwankungen ΔDTP über dem Schwellenwert
PSW liegen, wird keine Diagnose der Tankentlüftungsanlage
eingeleitet. Die Überprüfung der Druckschwankungen auf Über
schreiten des Schwellenwertes läuft solange, bis alle Bedin
gungen noch erfüllt sind. Der Spülbetrieb wird dabei nicht
unterbrochen.
Die Fig. 4 zeigt die Druckverhältnisse, wie sie beispiels
weise bei einem halbgefüllten Kraftstofftank auftreten. Zum
Zeitpunkt t0 sind die Bedingungen für die Diagnose erfüllt
(positives Ergebnis der Abfrage in Verfahrensschritt S2.1,
Fig. 2). Sind die Druckschwankungen ΔDTP kleiner als der
Schwellenwert PSW, so kann eine Diagnose der Tankentlüftungs
anlage eingeleitet werden. Hierzu wird zum Zeitpunkt t1 das
Tankentlüftungsventil 24 geschlossen (Tastverhältnis TV = 0)
und damit der Spülvorgang beendet. Zum Zeitpunkt t2 wird das
Aktivkohlefilterabsperrventil 26 geschlossen und das Tankentlüftungsventil
24 schrittweise durch Erhöhen des Tastverhältnisses TV geöff
net. Der zu diesem Zeitpunkt t2 herrschende Unterdruck ist
der Startwert für die Unterdruckaufbauprüfung. Durch die Va
kuumwirkung des Saugrohres sinkt der Unterdruck ab. Fällt der
Unterdruck DTP innerhalb einer vorgegebenen Zeit nicht um ei
nen vorgegebenen Wert DTPR ab, so wird die Überprüfung der
Tankentlüftungsanlage abgebrochen, weil kein zur Prüfung not
wendiger Unterdruck aufgebaut werden kann. Wird der Wert DTPR
aber erreicht, so beginnt ab dem Zeitpunkt t3 die Diagnose
phase der Tankentlüftungsanlage, d. h. es wird in bekannter
Weise überprüft, ob sich der Unterdruck innerhalb einer be
stimmten Zeit wieder abbaut. In Abhängigkeit des Ergebnisses
der Druckabbauprüfung wird entweder auf ein Leck in der Tan
kentlüftungsanlage oder auf ein intaktes, d. h dichtes System
geschlossen.
Zum Zeitpunkt t4 ist die Diagnosephase abgeschlossen und es
schließt sich ein Spülvorgang an.
Claims (3)
1. Verfahren zum Vermeiden von Fehldetektionen bei der Dia
gnose einer Tankentlüftungsanlage für ein mittels einer
Brennkraftmaschine angetriebenes Kraftfahrzeug,
mit einem Drucksensor, der ein dem Druck in der Tankentlüf tungsanlage entsprechendes Signal an eine Steuerungsein richtung abgibt und die Tankentlüftungsanlage anhand des zeitlichen Druckverlaufs hinsichtlich ihrer Funktionstüch tigkeit bewertet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
überprüft wird, ob sich die Brennkraftmaschine (10) im Be triebszustand Leerlauf befindet,
überprüft wird, ob die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs annähernd Null ist,
die Druckschwankungen (ΔTDP) des Drucksignals (DTP) inner halb einer vorgegebenen Zeitspanne (T_DIFF_TD) erfaßt wer den,
die Druckschwankungen (ΔTDP) mit einem vorgegebenen Schwel lenwert (PSW) verglichen werden,
bei Überschreiten des Schwellenwertes (PSW) auf einen vol len Kraftstofftank (11) geschlossen wird,
und dann die Diagnose der Tankentlüftungsanlage nicht frei gegeben wird.
mit einem Drucksensor, der ein dem Druck in der Tankentlüf tungsanlage entsprechendes Signal an eine Steuerungsein richtung abgibt und die Tankentlüftungsanlage anhand des zeitlichen Druckverlaufs hinsichtlich ihrer Funktionstüch tigkeit bewertet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
überprüft wird, ob sich die Brennkraftmaschine (10) im Be triebszustand Leerlauf befindet,
überprüft wird, ob die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs annähernd Null ist,
die Druckschwankungen (ΔTDP) des Drucksignals (DTP) inner halb einer vorgegebenen Zeitspanne (T_DIFF_TD) erfaßt wer den,
die Druckschwankungen (ΔTDP) mit einem vorgegebenen Schwel lenwert (PSW) verglichen werden,
bei Überschreiten des Schwellenwertes (PSW) auf einen vol len Kraftstofftank (11) geschlossen wird,
und dann die Diagnose der Tankentlüftungsanlage nicht frei gegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schwellenwert (PSW) in Abhängigkeit von der konstruktiven
Ausgestaltung des Kraftstofftanks (11) experimentell ermit
telt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Drucksensor (15) ein Differenzdrucksensor eingesetzt wird,
dessen erster Anschluß mit einer vom Kraftstofftank (11) zu
einem Aktivkohlebehälter (14) führenden Entlüftungsleitung
(13) und dessen zweiter Anschluß mit der Atmosphäre in Ver
bindung steht.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19647409A DE19647409C2 (de) | 1996-11-15 | 1996-11-15 | Verfahren zum Vermeiden von Fehldetektionen bei der Diagnose einer Tankentlüftungsanlage für ein Kraftfahrzeug |
| US08/971,489 US6041648A (en) | 1996-11-15 | 1997-11-17 | Method for avoiding misdetection in a diagnosis of a tank venting system for a motor vehicle |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19647409A DE19647409C2 (de) | 1996-11-15 | 1996-11-15 | Verfahren zum Vermeiden von Fehldetektionen bei der Diagnose einer Tankentlüftungsanlage für ein Kraftfahrzeug |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19647409A1 DE19647409A1 (de) | 1998-05-28 |
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