DE447979C - Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schaechten, Stollen u. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schaechten, Stollen u. dgl.Info
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- DE447979C DE447979C DEB100367D DEB0100367D DE447979C DE 447979 C DE447979 C DE 447979C DE B100367 D DEB100367 D DE B100367D DE B0100367 D DEB0100367 D DE B0100367D DE 447979 C DE447979 C DE 447979C
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04B—TRANSMISSION
- H04B11/00—Transmission systems employing sonic, ultrasonic or infrasonic waves
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
- Signal Processing (AREA)
- Geophysics And Detection Of Objects (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM 6. AUGUST 1927
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE /4d GRUPPE 6
B100367 VIIIJ74d
Tag der Bekanntmachung über die Erteilung des Patents: 21. Juli 1§27.
Alexander Behm in Kiel.
Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schächten, Stollen u. dgl.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. Juni 1921 ab.
Die Verfahren, die der Markscheider zur Bestimmung des Richtungsverlaufs von
Schächten, Stollen u. dgl. unter Tag anwendet, sind ziemlich umständlicher Natur und
erfordern viel Zeit und Übung. Abgesehen hiervon, haben alle diese Verfahren den Nachteil,
daß ein zu Beginn der Messung unterlaufener Fehler sich mit zunehmender Entfernung
vom Anfangspunkte ständig vergrößert und das Endergebnis infolgedessen unter Umständen
sehr ungenau macht. Will man hierbei genaue Ergebnisse erhalten, so müssen die
Messungen unter ständiger Nachprüfung von Fachleuten gemacht werden, sind somit zeitraubend
und teuer.
Abgesehen von rein markscheiderischen Messungen, werden ähnliche Verfahren auch
bei nicht senkrecht verlaufenden Bohrlöchern
angewendet die bei Bauten nach dem Gefrierverfahren
notwendig sind., indem man, den Verlauf derartiger Bohrlöcher dadurch
feststellt, daß man Lotgeräte nach dem Kreiselprinzip
einführt und mit deren Hilfe den Raumwinkel bestimmt, den das betreffende
Bohrloch mit der Senkrechten bildet. Der Abstand der einzelnen Löcher voneinander
und deren Verlauf zueinander wurde sodann ίο an Hand dieser Messungen konstruktiv oder
rechnerisch ermittelt. Alles in allem ein sehr umständliches und zeitraubendes Ver-·
fahren, dem die obenerwähnten Nachteile und Fehlerquellen ebenfalls anhaften. Manwar
aber bisher genötigt, nach diesem, oder ähnlichem Verfahren zu arbeiten.
Der Zweck der Erfindung ist, die den bekannten
Verfahren anhaftenden· Nachteile zu vermeiden, und zwar bedient sich die Erfindung
hierbei eines ähnlichen Meßverfahrens, wie es- beispielsweise im Felde Verwendung
fand, indem mit Hilfe der sich im Erdboden besonders gut fortpflanzenden Schallwellen die Arbeitsstelle der arbeitenden
feindlichen Mineure bestimmt wurde, bzw. sie bedient sich 'eines Meßverfahrens, wie
es zur Feststellung der Lage von Erzlagern bekannt ist. Bei diesem bekannten Meßverfahren
wird unter Tag ein Schall erzeugt, der ebenfalls unter Tag mittels eines Empfängers,
z. B. mittels eines Registrierapparates, aufgefangen wird, wobei die zwischen dem Aussenden
des Schalles und dessen Ankunft am Empfänger verflossene Zeit bzw. die Intensität
des ankommenden Schalles ein Maß für die Entfernung zwischen Geber und Empfänger
abgibt.
Das neue Verfahren besteht darin, daß mittels der an sich bekannten Meßmethode
der Schallerzeugung und des Schallempfänger unter Tag unter Berücksichtigung gewisser
Konstanten der Gesteinsart bzw. auf dem Wege der Schallintensitätsmessung von mindestens
einem über oder unter Tag liegenden Punkte aus die Entfernungen nach mehreren
Punkten des zu messenden Schachtes hin bestimmt werden, und daß aus diesen Feststellungen
der Verlauf des Schachtes errechnet oder zeichnerisch festgelegt wird. Als
Schallquelle wird am besten ein Knall verwendet, z. B. der eines Gewehres, dessen
scharf einsetzender und rasch abklingender Knall unter Tag seihst auf große Entfernungen
einen guten Empfang gewährleistet.
Auf der Zeichnung sind einige Anwendungsarten des die Erfindung bildenden Verfahrens
beispielsweise schematisch dargestellt. Abb. ι stellt im Aufriß und Grundriß einen
Schacht α dar, von dem aus -in verschiedenen Höhenlagen und unter verschiedenen Win-1
kein Stollen b und C nach verschiedenen Rich.-,
tungen vorgetrieben sind. Um nun den gegenseitigen Verlauf der Stollen b und C festzustellen,
stellt man z. B. bei G den Knallgeber und bei E den Schallempfänger auf
und sendet von G eine Knallwelle aus. Durch die Abgabe der Knallwelle wird in an sich
bekannter Weise ein Meßinstrument d, beispielsweise,
an Kurzzeitmesser, in Tätigkeit gesetzt, der durch die Ankunft der Schallwelle
bei E wieder stillgesetzt wird. Der Ausschlag des Instrumentes kann gleich die
Länge χ der zu messenden Strecke Q-E anzeigen. Sodann wird der Empfänger beispielsweise
nach dem Punkte E1 des Stollens c verschoben und in der bereits beschriebenen
Weise auch die Länge der Strecke G-E1 — x1
ermittelt. Nun wird auch der Geber nach irgendeinem· anderen Punkt des Stollens b,
z.B. Q1, verlegt und die StreckeGfE1 = y1
bestimmt und nach Zurückverschieben des Empfängers von E1 nach E auch die Strecke
G1-E = )!. Aus den gefundenen Strecken x-x1
und y-y1 und der bekannten Basis der Stellungen des Gebers und Empfängers kann
dann der Verlauf der Stollen b und C zueinander zeichnerisch oder rechnerisch festgestellt
werden. Das Instrument d, das mit Geber und Empfänger durch Leitungen verbunden
ist, kann dabei natürlich statt, wie dargestellt, über Tag auch im Schacht oder in einem der Stollen angeordnet sein. Bei d
,kann außerdem noch ein Intensitätsmesser vorgesehen sein, um gegebenenfalls die Schallstärke
zu bestimmen.
'Die notwendigen Konstanten bezüglich Temperatur,
Feuchtigkeit, Gesteinsart usw. einerseits und Absorption andererseits lassen sich
dabei der Erfindung gemäß in >einfacher Weise so bestimmen, daß man in der Nähe der
zu messenden Strecke an einer in der Wandung" des einen Stollens, z. B. C, vorgesehenen
Hilfsstrecke Z von bekannter Länge mittels desselben Knallgebers und Empfängers Messungen
nach der Zeit- oder Intensität?,-methode vornimmt und hiernach die. Ergebnisse
der eigentlichen Messung berichtigt bzw. die betreffenden Konstanten errechnet.
Sind mehrere Stollen vorhanden, von denen zwei ihrem Verlauf nach genau bekannt sind,
so ist es in der gleichen Weise möglich, mit Hilfe der akustischen Entfernungsmessung
den genauen Verlauf der anderen Stollen zu bestimmen, indem man in verschiedenen parallel
zueinander gelegenen Ebenen die Entfernungen mißt und hieraus die Lage der Stollen errechnet oder konstruiert.
Abb. 2 zeigt die Anwendung der Schallrichtungsbestimmung zur Ermittlung des
relativen Verlaufs zweier Bohrlöcher oder Schächte«6 und a1. In verschiedenen Tiefen
T, T1 usw. werden im Bohrloch a6 mit
dem Geber G Schallwellen ausgesandt und in dem anderen Bohrloch a1 mit Hilfe von
beispielsweise drei Schallrichtungsempfängern E, E1, E2 aufgefangen. Da die Basis i, k
und die Tiefen T, T1 usw. bekannt sind, so lassen sich aus den Winkern α, β, γ die Strekken-t-ΛΓ1
usw. berechnen oder zeichnen. Natürlich braucht man nicht mehrere Empfänger zu verwenden, sondern kann sinngemäß
ίο mit einem einzigen, den Empfangsort wechselnden
nacheinander die verschiedenen Messungen ausführen.
Das Verfahren läßt sich mit Vorteil z. B. auch zur Feststellung des gegenseitigen Verlaufs
zweier von verschiedenen Seiten her in Angriff genommenen Tunnelstrecken anwenden,
indem man von verschiedenen über Tag liegenden Bohrpunkten aus die oben geschilderten Messungen oder Winkelbestimmungen
vornimmt. Es läßt sich dadurch in einfacher Weise feststellen, ob bei Werterhöhung
der beiden Tunnelstrecken diese sich wie beabsichtigt treffen bzw. welche Richtungsänderungen
vorzunehmen sind, damit dies erreicht wird.
Abb. 3 und 4 schließlich lassen eine neue Art der Schallübertragung aus dem Gestein
auf das Mikrophon erkennen. In beiden Fällen kommt ein Wasserkasten/ zur Anwendung,
wie er ähnlich zur Aufnahme der Empfänger in der Unterwaisserschalltechnik bereits
bekannt ist. Er ist nach oben und nach einer Seite zu offen und besitzt an den Kanten eine elastische Gummidichtung. Der
Kasten/, in dessen Rückwand das Empfangsmikrophon in der in Abb. 3 dargestellte^
Weise fest eingebaut ist, wird mit seiner Dichtung/« gegen das Gebirge gedrückt und mit
Wasser angefüllt. Es kann aber auch entsprechend Abb. 4 das. Mikrophon in den
Kasten eingehängt werden. Dabei sei noch erwähnt, daß die Verwendung von Wasser als
Übertragungsmedium von Gestein auf das Empfangsmikrophon an sich bekannt ist.
Claims (4)
1. Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schächten, Stollen u. dgl., dadurch
gekennzeichnet, daß mittels der an sich bekannten Meßmethode der Schallerzeugung
und des Schallempfanges unter Tag unter Berücksichtigung gewisser Konstanten der Gesteinsart bzw. auf dem Wege
der Schallintensitätsmessung von mindestens einem unter Tag liegenden Punkte aus die Entfernungen nach mehreren Punkten
des zu messenden Schachtes hin bestimmt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in einem Bohrloch,
Schacht o. dgl. oder außerhalb desselben unter Tag in an sich bekannter Weise abgegebenen Schallwellen in dem
zu messenden anderen Schacht an verschiedenen Punkten einer der Länge nach
bekannten Basis mit Richtungsempfängern aufgenommen werden, so daß aus den Winkeln, unter denen die Schallwellen auftreffen,
sich der örtliche Verlauf des, zu messenden Bohrloches ergibt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man
die für die Messung benötigte Konstante der betreffenden Gesteinsart an einer der
Meßstrecke möglichst nahe liegenden Hilf sstrecke von bekannter Länge ermittelt.
4. Anordnung der Empfangsvorrichtung für die Ausführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 bis 3 unter Verwendung von Wasser als schallübertragendes
Medium zwischen dem Erdreich und dem Empfangsgerät, dadurch gekennzeichnet, daß ein nach oben und vorn offener
Kasten, der mit an seinen vorderen Kanten angebrachten Dichtungen gegen das Gebirge gepreßt und mit Wasser gefüllt
ist, zur Aufnahme des Empfängers dient, der zweckmäßig in die Rückwand des Kastens eingebaut ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
iiJN. CEDtiucK 1 in UKIi ΐΊ:ιαι·Φΐη;<;κι-.ιΐι·:[.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB100367D DE447979C (de) | 1921-06-26 | 1921-06-26 | Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schaechten, Stollen u. dgl. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB100367D DE447979C (de) | 1921-06-26 | 1921-06-26 | Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schaechten, Stollen u. dgl. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE447979C true DE447979C (de) | 1927-08-06 |
Family
ID=6989862
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEB100367D Expired DE447979C (de) | 1921-06-26 | 1921-06-26 | Verfahren zur Ermittlung des Verlaufs von Schaechten, Stollen u. dgl. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE447979C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE843512C (de) * | 1948-12-19 | 1952-07-10 | Fro Dr Trommsdorff | Verfahren zur Ortung von Geraeuschquellen, insbesondere im Erdboden |
| DE2640002A1 (de) * | 1975-09-09 | 1977-03-31 | Services Instr Geophysique | Verfahren zum bestimmen der ausbreitungsgeschwindigkeiten von wellen im boden |
-
1921
- 1921-06-26 DE DEB100367D patent/DE447979C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE843512C (de) * | 1948-12-19 | 1952-07-10 | Fro Dr Trommsdorff | Verfahren zur Ortung von Geraeuschquellen, insbesondere im Erdboden |
| DE2640002A1 (de) * | 1975-09-09 | 1977-03-31 | Services Instr Geophysique | Verfahren zum bestimmen der ausbreitungsgeschwindigkeiten von wellen im boden |
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