DE446179C - Schutzvorrichtung fuer elektrische Stromkreise gegen unzulaessige Erwaermung - Google Patents
Schutzvorrichtung fuer elektrische Stromkreise gegen unzulaessige ErwaermungInfo
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Description
Im Hauptpatent 445 655 handelt es sich im wesentlichen darum, eine vornehmlich für
Bahnmotoren, Antriebsmotoren von Lasthebemaschinen, Gießkranen u. dgl. bestimmte
Schutzvorrichtung gegen unzulässige Erwärmung so auszubilden, daß nach Erreichung
einer Grenztemperatur einerseits die weitere Benutzung des Stromverbrauchers
sowohl im ununterbrochenen als auch im
to unterbrochenen Betrieb möglich ist, solange die Belastung sich in solchen Grenzen hält,
daß damit eine weitere Steigerung der Temperatur des Verbrauchers nicht verbunden
ist, anderseits aber auch noch Überlastungen, wie sie beim Anlassen unvermeidlich sind,
stattfinden können, wenn ihre Dauer nur so kurz ist, daß sie nicht zu einer gefährlichen
Wärmesteigerung im Verbraucher führen können.
Die im Hauptpatent hierfür angegebene Lösung ist aber noch verhältnismäßig verwickelt
und kostspielig. Sie besteht in ihrer einfachsten Form (Abb. 3 bis 5 des Hauptpatents)
aus einer vom Erwärmungszustand des zu schützenden Stromkreises abhängigen Wärmesicherung, einem gewöhnlich durch
letztere verblockten elektromagnetischen Zeitrelais zur Steuerung des Hilfsstromkreises
eines elektromagnetischen Ausschalters und aus einem die Verblockung vermittelnden und'
das Relais gleichzeitig von der jeweiligen Stromstärke abhängig machenden Elektromagneten,
der so eingerichtet ist, daß sein Anker nur bei Überschreitung einer vorherbestimmten
Stromstärke angehoben wird.
Die Zusatzerfindung hat eine wesentlich einfachere Ausbildung der Schutzvorrichtung
nach dem Hauptpatent zum Gegenstand. Das Wesen der Zusatzerfindung besteht darin, daß
das von der vom Erwärmungszustand des Stromverbrauchers abhängigen Wärmesicheiung
gewöhnlich verblockte Relais gleichzeitig als Zeit- und Stromrelais ausgebildet ist, indem es aus einem durch die beim Stromdurchgang
stattfindende Eigenerwärmung seine Länge oder Form verändernden Körper (Hitzdraht, Zweimetallstreifen o. dgl.) besteht.
Dadurch ist nicht nur das Relais selbst vereinfacht, sondern es fällt auch der im Hauptpatent
die Verblockung des Zeitstromrelais und dessen Abhängigkeit von der Stromstärke vermittelnde Elektromagnet fort, und die
Verblockung des Relais kann nunmehr unmittelbar durch die vom Erwärmungszu-
stand des zu schützenden Verbrauchers abhängige Wärmesicherung erfolgen. Die neue
Schutzvorrichtung besteht also nur noch aus einem gegebenenfalls mit einer Heizspule von
gleichen Erwärmungsverhältnissen wie der zu schützende Stromkreis umgebenen Wärmeauslöser
mit Schmelzlot und einem gewöhnlich davon blockierten Hitzdraht- oder ähnlichen Auslöser zur Steuerung des Stromkreises
eines elektromagnetischen Ausschalters. Ihre Wirkungsweise ist jedoch die gleiche wie diejenige der Vorrichtung nach
dem Hauptpatent. Solange eine erhebliche Erwärmung des Stromverbrauchers nicht
stattgefunden hat, können Überlastungen bis zu der durch den üblichen Maximalstromausschalter
oder die Kurzschlußsicherungen gegebenen Höchstgrenze erfolgen. Ist eine Erwärmung
des Verbrauchers bis an eine unterhalb der gefährlichen Temperatur liegende Grenztemperatur eingetreten, dann wird
durch die Wärmesicherung die Verblockung des Zeitrelais aufgehoben, und es findet nunmehr
die Abschaltung des gefährdeten Verbrauchers unter Vermittlung des Zeitrelais statt, wenn die Stromstärke nicht inzwischen
auf einen solchen Wert heruntergegangen ist, daß eine weitere Steigerung der Temperatur
des Verbrauchers nicht mehr zu befürchten ist. Der Stromverbraucher kann dann aber
sofort wieder eingeschaltet und mit einer herabgesetzten (beispielsweise io Prozent
unter der sonst zulässigen Dauerstromstärke liegenden) Belastung weiterbetrieben werden,
wobei sowohl beim Wiederanlassen auch im weiteren Verlaufe kurzzeitige Überlastungen
bis zu der durch das Relais bestimmten Dauer von etwa io Sekunden möglich sind. Ist die
Stromstärke schon in der zwischen der Aufhebung der Verblockung und dem Ansprechen
des Zeitstromrelais verflossenen Zeitspanne auf den erwähnten niedrigen Wert verringert
worden, dann findet eine Abschaltung überhaupt nicht statt, und es sind auch in diesem
Falle wieder kurzzeitige Überlastungen möglich, solange sie sich in den durch das Relais
gegebenen seitlichen Grenzen halten.
Das aus einem Hitzdrahtauslöser ο. dgl. bestehende Zeitstromrelais kann dauernd
im Betriebsstromkreis liegen, wobei seine Blockierung dadurch erfolgt, daß die Wärmesicherung
einen Unterbrecherschalter des vom Relais gesteuerten Hilfsstromkreises geöffnet
hält. Das Relais kann aber auch gewöhnlich abgeschaltet sein und jedesmal beim Ansprechen
des Wärmeauslösers unter Strom gesetzt werden.
Das Zeitstromrelais besteht vorteilhaft aus einem Bündel von Hitzdrähten, die von einem
schraubenförmig dar umgewickelten, aber nicht stromführenden Draht umhüllt sind,
der vorteilhaft aus einem Metall von geringer spezifischer Wärme (z. B. Aluminium) hergestellt
ist. Dadurch wird einerseits die Trägheit des Hitzdrahtauslösers erhöht, so daß lange Schaltzeiten erzielt werden, anderseits
dient die Drahtspirale gleichzeitig dazu, bei starken Stromsteigerungen die in den
Hitzdrähten entwickelte Wärme schnell aufzunehmen und an die umgebende Luft weiterzuleiten und so einer übermäßigen, mit
der Gefahr des Verbrennens verbundenen Erhitzung der Drähte vorzubeugen. Durch die die Hitzdrähte umhüllende Drahtspirale
wird jedoch die Biegefähigkeit der Hitzdrähte nicht beeinträchtigt, vielmehr lassen
sich die Drähte leicht biegen, was notwendig ist, wenn die Schaltbewegung von den Hitzdrähten
in der Weise abgenommen werden soll, daß die mit ihren Enden fest eingespannten
Drähte bei der infolge Erwärmung stattfindenden Längung mittels einer Feder durchgebogen werden.
Zur Verhütung eines Verbrennens der Hitzdrähte bei sehr hohen Stromstärken empfiehlt
es sich, den Hitzdrahtauslöser außer mit einer den elektromagnetischen Ausschalter steuernden
Schaltstelle noch mit einer zweiten, danach zur Wirkung kommenden Schaltstelle auszustatten, welche bei einer ungewöhnlich
hohen Erwärmung der Drähte die letzteren kurzschließt.
Endlich kann gemäß der Erfindung außer der den Hitzdrahtauslöser blockierenden
Wärmesicherung noch eine zweite, vom Erwärmungszustand des Verbrauchers abhängige,
aber bei höherer Temperatur als die erstere ansprechende Wärmesicherung vorgesehen
sein, welche den Stromkreis unabhängig vom Zeitstromrelais abschaltet, wenn nach Überschreitung der Grenztemperatur
noch eine mit einer Gefährdung des Stromkreises verbundene weitere Erwärmung des
Verbrauchers stattfinden sollte.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen, und
zwar zeigen
Abb. ι das Schaltbild des ersten Beispiels,
Abb. 2 eine Draufsicht des dazugehörigen Hitzdrahtauslösers und
Abb. 3 das Schaltbild des zweiten Beispiels.
Die neue Schutzvorrichtung besteht aus einer vom Erwärmungszustand des zu
schützenden Stromkreises abhängigen Wärmesicherung (Temperaturwächter) A, einem
Zeitstromrelais B und einem von diesem gesteuerten elektromagnetischen Ausschalter C.
Der Temperaturwächter A besitzt einen in einer Hülse 1 geführten, unter Wirkung einer
Vorschubfeder stehenden Auslösestift 2, der gewöhnlich in seiner inneren Endstellung
durch ein bei einer vorher bestimmten Temperatur (der etwa 75° betragenden Grenztemperatur)
erweichendes Lotmetall festgelötet ist. Der Auslösestift 2 trägt an seinem freien Ende eine isolierte Kontaktbrücke 3,
welche bestimmt ist, bei der nach dem Auslöten des Stifts 2 stattfindenden Verschiebung
desselben mit zwei festen Gegenkontakten 4 zusammenzuwirken. Die den Stift 2 enthaltende Hülse 1 ist von einer in
den zu schützenden Stromkreis eingeschalteten Heizspule 5 umgeben, welche so ausgebildet
ist, daß sie möglichst in Übereinstimmung mit dem Stromverbraucher, z.B. einem Bahnmotor, erwärmt.
Das in Abb. 2 besonders herausgezeichnete no
Zeitstromrelais ist als Hitzdrahtauslöser ausgebildet. Es besteht im wesentlichen aus
einem Bündel von Hitzdrähten 6, die mit ihren Enden an zwei mit Anschlußklemmen 7, 8 ausgestatteten Metallböckchen 9, 10
befestigt und mit Hilfe einer Spannschraube 11 zwischen diesen beiden Böckchen stramm
ausgespannt sind. Um das Hitzdrahtbündel ist ein vorzugsweise aus Aluminium oder
einem anderen Metall von geringer spezifischer Wärme hergestellter Draht 12 derart
schraubenförmig herumgewickelt, daß er die
Hitzdrähte 6 umhüllt. Dieser Draht 12 soll die in den Hitzdrähten entwickelte Wärme
schnell aufnehmen und an die umgebende Luft abgeben, um dadurch einerseits die Trägheit im Ansprechen des Hitzdrahtauslösers
zu erhöhen, anderseits die mit Rücksicht auf die verlangte Biegsamkeit möglichst
sehr dünnen Drähte gegen Verbrennen zu schützen. Der Umhüllungsdraht nimmt an
ίο der Strornführung nicht teil. Er steht deshalb
weder mit den Böckchen g, io noch mit den Hitzdrähten 6 in leitender Verbindung.
Damit eine den Wärmeübergang beeinträchtigende Isolierbekleidung des Umhüllungsdrahtes
nicht notwendig ist, gelangt vorteilhaft ein schon durch seine Oberflächenbeschaffenheit
isolierter Draht zur Anwendung, beispielsweise ein oxydisolierter Aluminiumdraht
oder ■ auch ein Stahl- oder anderer Draht, der lackiert oder in einer anderen geeigneten Weise so behandelt ist,
daß ein Stromübergang zwischen den einzelnen Windungen des Drahtes sowie zwischen letzteren und den Hitzdrähten
nicht stattfinden kann. Mit dem Hitzdrahtbündel 6 ist'ein unter Federwirkung stehendes
Schaltglied derart verbunden, daß es durch das gespannte Drahtbündel in der Ruhelage gehalten wird, bei der infolge Erwärmung
der Hitzdrähte stattfindenden Längung dagegen unter Durchbiegung des Hitzdrahtbündels durch seine Feder in die
Schaltstellung bewegt werden kann. Das Schaltglied besteht im Beispiel aus einem
Querbalken oder Hebel 13, der mit seinem einen Ende an einem auf der dem Drahtbündel
6 zugekehrten Seite des Hebels liegenden ortsfesten Anschlag, z. B. eine Rolle 14,
drehbar abgestützt und gleichzeitig durch eine etwa in seiner Mitte angreifende Zugstange
15 mit dem Hitzdrahtbündel gekuppelt. Die Stange 15 führt sich in Löchern
der nach aufwärts gebogenen Endteile einer auf der isolierenden Grundplatte 16 befestigten
Blechplatte 17, wobei sie gleichzeitig durch Löcher der umgebogenen Längsränder
des Querbalkens hindurchgreift, um diesen gegen Längsverschiebung zu sichern. Die Zugstange trägt zwischen ihren beiden
Führungen einen an seiner Anlagefläche gewölbten Bund 18, gegen den sich der Querbalken
13 stützt, während ihr freies Ende hakenförmig gestaltet ist und das Hitzdrahtbündel
6 etwa in der Mitte seiner Längenausdehnung umgreift. Der Hebel oder Querbalken
13 trägt an seinen beiden Enden je einen durch einen federnden Metallstreifen
19,20 mit einer Klemme 21, 22 verbundenen
Kontakt 23, 24, der bestimmt ist, mit einem festen, ebenfalls mit einer Klemme 25, 26 verbundenen
Kontakt 27, 28 zusammenzuwirken.
Die Zugfeder 50, welche bestrebt ist, den Hebel 13 aus seiner Ruhelage herauszudrehen,
greift auf der dem festen Stützpunkt 14 entgegengesetzten Seite der Angriffsstelle der
Zugstange 15 am Hebel 13 an, wodurch erreicht wird, daß bei einer Längung des Hitzdrahtbündels
6 der Hebel sich zunächst um den Festpunkt 14 dreht und dadurch die an
dem dem letzteren entgegengesetzten Hebelende befindlichen Kontakte 23, 27 zur gegenseitigen Anlage bringt, worauf bei weiterer
Längung eine Drehung des Hebels um den dabei als Stütz- und Drehpunkt dienenden festen Kontakt 27 und damit eine Verbindung
der Kontakte 24, 28 erfolgt. Die beiden Klemmen 22, 26 sind durch zwei Leiter
29, 30 mit den das Hitzdrahtbündel zwischen sich haltenden Metallböckchen 9, 10 verbunden.
Sie dienen gleichzeitig unter Zuhilfenahme zweier weiterer Leiter 31,32 und
Klemmen 33, 34 dazu, das Hitzdrahtbündel 6 an den zu schützenden Stromkreis anzuschließen,
und zwar geschieht dies in der Weise, daß das Hitzdrahtbündel 6 im Neben-Schluß zum Hauptstromkreis 35 liegt. Zu
diesem Zweck sind die beiden Klemmen 33, 34 durch eine Brücke 36 von solchem Widerstand
verbunden, daß der elektrische Strom sich auf die Brücke 36 und das Hitzdraht- go
bündel 6 verteilt, ähnlich wie dies bei der Nebenschlußschaltung von Meßinstrumenten
der Fall ist. An den Klemmen 21, 25 sind zwei Leiter 37, 38 angeschlossen, die einen
Nebenschluß zu einem Vorschaltwiderstand 39 bilden, der in dem ständig am Netz liegenden
Hilfsstromkreis 40 des elektromagnetischen Schalters C liegt. Dieser Nebenschluß
ist gewöhnlich an den Kontakten 23, 27 geöffnet; er wird beim Ansprechen des Hitzdrahtauslöser
geschlossen. Dadurch wird der Widerstand 39 kurzgeschlossen, was zur
Folge hat, daß ein verstärkter Strom durch die Magnetspule 41 des Schalters C fließt,
wodurch der Anker 42 angezogen und in bekannter Weise die Abschaltung des Hauptstromkreises
herbeigeführt wird.
Der Hitzdrahtauslöser B ist, wie bereits erwähnt, bei eingeschaltetem Verbraucher
ständig unter Strom. Seine Blockierung durch die Wärmesicherung A geschieht dabei
in der Weise, daß die Wärmesicherung den Hilfsstromkreis 40 gewöhnlich an den Kontakten
4 geöffnet hält. Tritt jedoch infolge Erwärmung des zu schützenden Stromkreises auf die Grenztemperatur ein Auslöten des
Auslösers 2 ein, dann schließt dieser mittels des Kontaktstücks 3 den Hilfsstromkreis 40
des elektromagnetischen Schalters C, wodurch der Hitzdrahtauslöser B wirksam gemacht
wird.
In der Hülse 1 der Wärmesicherung A ist
noch ein zweiter unter Wirkung einer Vorschubfeder stehender Auslösestift 43 geführt,
der ebenfalls durch ein Lötmetall in seiner inneren Endstellung festgelötet ist.
Dieser Auslöser 43 dient dazu, mittels des an ihm angebrachten isolierten Kontaktstücks 44
einen weiteren Schalterstromkreis 45 an den Kontakten 46 zu schließen. Er ist jedoch mit
einem Metall von höherem Schmelzpunkt als to das Lötmetall des Auslösers 2 der Wärmesicherung
A festgelötet, so daß er erst bei einer höheren Temperatur anspricht. Der
Auslöser 43 wird ebenfalls von der Heizspule 5 beheizt. Er bildet eine zusätzliche
Wärmesicherung und dient dazu, den zu schützenden Stromkreis unabhängig vom Relais B abzuschalten, wenn nach Erreichung
der durch die Wärmesicherung A eingestellten Grenztemperatur noch eine weitere Steigerung
der Wärme im zu schützenden Stromkreis in solchem Maße stattfinden sollte, daß dadurch der Stromverbraucher gefährdet
wird.
Es sei angenommen, daß der Schmelzpunkt des Lotmetalls für den Auslöser 2 der Wärmesicherung
A bei 750 C und derjenige des Lotmetalls für den zusätzlichen Wärmeauslöser
43 bei 830C liegt, und daß der Hitzdrahtauslöser
B bei einer 10 Prozent unter der bei nicht übermäßig erwärmtem -Stromverbraucher
zulässigen Dauerstromstärke von beispielsweise 150 Amp. unbeeinflußt bleibt,
jedoch bei Überschreitung dieser Stromstärke mit einer solchen Verzögerung anspricht, daß
nach etwa ι ο Sekunden eine Schaltung an den Kontakten 23, 27 erfolgt.
Die Wirkungsweise ist dann folgende: Solange der zu schützende Stromkreis noch
nicht bis zur Grenztemperatur erwärmt ist, ist die Überlastbarkeit des Stromkreises
lediglich durch den üblichen Maximalausschalter oder die vorgeschalteten Kurzschlußsicherungen
begrenzt. Tritt jedoch infolge Überlastung eine Erwärmung des Stromver-4-5
brauchers auf die Grenztemperatur .von '75° ein, dann wird der Auslöser 2 der Wärmesicherung
A ausgelötet und durch seine Feder aus der Ruhestellung herausbewegt. Er
schließt dabei an den Kontakten 4 den Hilfs-Stromkreis 40 des elektromagnetischen Ausschalters
C, wOdurch die Blockierung des Zeitstromrelais B aufgehoben, letzteres also
wirksam gemacht wird. Besteht im Augenblick der Aufhebung der Verblockung die Überlastung noch, dann wird durch die mit
der Längung des Hitzdrahtbündels 6 verbundene Schließung der Kontakte 23, 2y der elektromagnetische
Ausschalter C zum Ansprechen gebracht und damit der Stromverbraucher zunächst abgeschaltet. Er kann darauf
aber ohne weiteres wieder eingeschaltet und ] mit einer 10 Prozent unter der gewöhnlichen
Dauerstromstärke liegenden Belastung (also 135 Amp.) weiterbetrieben werden, wenn die
beim Wiederanlassen auftretende Überlastung nicht langer als 10 Sekunden dauert, der Anlaßvorgang
also vor Ablauf der Schaltzeit des Relais B beendet ist. Und auch beim Weiterbetrieb sind wiederum Überlastungen
bis zu der durch den Hitzdrahtauslöser gegebenen Dauer möglich. Wird diese Dauer
jedoch überschritten, dann wird durch Schließung der Kontakte 23, 27 der Vorschaltwiderstand
39 erneut überbrückt, damit der elektromagnetische Schalter C zum Ansprechen gebracht
und der gefährdete Verbraucher abgeschaltet. Tritt infolge von sehr starken Überlastungen,
z. B. bei Kurzschlußstromstößen, eine ungewöhnlich hohe Erwärmung der Hitzdrähte 6 ein, so bewirkt die damit verbundene
Längung des Hitzdrahtbündels nicht nur eine Schaltung an den Kontakten 23, 27, sondern es werden zugleich die Kontakte 24,
28 zur gegenseitigen Anlage gebracht. Dadurch wird das Hitzdrahtbündel 6 kurzgeschlossen,
wodurch der Gefahr einer Verbrennung dieser Drähte vorgebeugt ist.
Die zusätzliche Wärmesicherung 43 bleibt gewöhnlich unwirksam. Sie tritt erst dann
in Tätigkeit, wenn nach Erreichung der durch die Wärmesicherung A eingestellten Grenztemperatur
eine weitere Steigerung der Wärme des Stromverbrauchers bis zu einem solchen Maße (im Beispiel bis zu 83°) eintritt,
daß der Verbraucher gefährdet werden könnte. In diesem Falle bewirkt die zusätzliche
Wärmesicherung das Abschalten des gefährdeten Stromkreises unabhängig von dem Zeitstromrelais B.
Hat sich der Stromverbraucher während einer Betriebspause wieder so weit abgekühlt,
daß die Lötstellen der Wärmesicherungen A und 43 wieder erhärten, dann werden die
Auslöser der letzteren in die Ruhestellung zurückgeführt und dadurch das Zeitstromrelais
B erneut verblockt. Um diese Zurückführung zu ermöglichen, können die Auslöser
in der im Hauptpatent (s. Abb. 3) dargestellten und beschriebenen Weise eingerichtet
sein. Gegebenenfalls können die Wärmesicherungen aber auch so eingerichtet werden,
daß ihre Auslöser beim Abschalten des Stromkreises selbsttätig in die Ruhestellung
zurückkehren, worin sie dann bei einer Abkühlung des Verbrauchers durch das Erhärten
des Lötmetalls wieder festgehalten werden.
Das Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 unterscheidet sich von demjenigen nach
Abb. ι und 2 im wesentlichen nur dadurch, daß das Hitzdrahtbündel 6 des Zeitstromrelais
B gewöhnlich stromlos ist und erst
beim Ansprechen der Wärniesicherung A auf den zu schützenden Stromkreis geschaltet
wird. Zu dem Zwecke ist der Auslöserstift der Wärmesicherung A außer mit einem mit
den Kontakten 4 zusammenwirkenden Kontaktstück 3 zur Vorbereitung des Hilfsstromkreises
40 des elektromagnetischen Ausschalters C noch mit einem Kontaktring 47 ausgestattet,
der bei der auf das Auslöten des Stifts 2 erfolgenden Verschiebung des letzteren
den das Hitzdrahtbündel 6 enthaltenden Nebenschlußkreis 31, 32 an den Kontakten 48
schließt. Bei dieser Einrichtung kann die bei Erreichung der Grenztemperatur bestehende
Überlastung noch volle 10 Sekunden nach Aufhebung der Verblockung des Hitzdrahtauslösers
B andauern, ehe die erstmalige Abschaltung des Stromkreises erfolgt. Im übrigen ist die Wirkungsweise genau die
gleiche, wie mit Bezug auf Abb. 1 und 2 beschrieben.
Das Zeitstromrelais kann statt aus einem Hitzdrahtbündel auch aus einem anderen
durch die beim Stromdurchgang sattfindende Eigenerwärmung seine Länge oder auch seine
Form verändernden Körper, z. B. aus einem Zweimetallstreifen o. dgl., bestehen. Ferner
könnte ein durch die Wärmesicherung A gesteuerter Signalstromkreis vorgesehen sein,
um bei Erreichung der Grenztemperatur ein Warnungssignal zu geben.
Claims (8)
- Patentansprüche:i. Schutzvorrichtung für elektrische Stromkreise gegen unzulässige Erwärmung nach Patent 445 655, dadurch gekennzeichnet, daß das gewöhnlich durch eine vom Erwärmungszustand des zu schützenden Stromkreises abhängige Wärmesicherung verblockte Zeitrelais dadurch gleichzeitig als Stromrelais ausgebildet ist, daß es aus einem durch die beim Stromdurchgang stattfindende Eigenerwärmung seine Länge oder Form verändernden Körper (z. B. Hitzdraht oder Zweimetallstreifen) besteht.
- 2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei dauernd im Betriebsstromkreis liegendem Zeitstromrelais die Blockierung des letzteren dadurch erfolgt, daß die Wärmesicherung einen Unterbrecherschalter des vom Relais gesteuerten HilfsStromkreises geöffnet hält.
- 3. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zeitstromrelais gewöhnlich abgeschaltet ist und erst beim Ansprechen des Wärmeauslösers unter Strom gesetzt wird.
- 4. Schutzvorrichtung nach Anspruch r mit einem Hitzdrahtauslöser als Zeitstromrelais, dadurch gekennzeichnet, daß das Zeitstromrelais aus einem Bündel von Hitzdrähten besteht, die von einem schraubenförmig darumgewickelten, nicht stromführenden Draht umhüllt sind.
- 5. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der das Hitzdrahtbündel umhüllende Draht aus Metall von geringer spezifischer Wärme besteht.
- 6. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 mit einem Hitzdrahtauslöser als Zeitstromrelais, dadurch gekennzeichnet, daß der Hitzdrahtauslöser zwei nacheinander zur Wirkung kommende Schaltstellen besitzt, von welchen die erste den Hilfsstromkreis des elektromagnetischen Ausschalters schließt, während der zweite den Hitzdraht selbst kurzschließt.
- J, Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein an beiden Enden je mit einem Schaltkontakt ausgestatteter und mit seinem einen Ende an einem festen Anschlag drehbar abgestützter Querbalken durch eine einerseits mit dem Hitzdraht verbundene, anderseits etwa in der Mitte des Querbalkens an diesem angreifende Kupplungsstange in der Ruhelage gehalten ist, und daß dabei die den Querbalken aus der Ruhelage herausbewegende Feder auf der dem festen Stützpunkt entgegengesetzten Seite des Angriffspunkts der Kupplungsstange am Querbalken angreift, so daß bei der Langung des Hitzdrahtes der Querbalken zunächst behufs Schließung des Hilfsstromkreises des Ausschalters mittels des einen Kontakts um den festen Stützpunkt und dann bei weiterer Längung des Hitzdrahts behufs Kurzschließer des Hilfsdrahts mittels des anderen Kontakts um den in Schaltstellung befindlichen Kontakt zu schwingen vermag.
- 8. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anordnung einer zweiten, vom Erwärmungszustand des zu schützenden Stromkreises abhängigen, aber bei höherer Temperatur ansprechenden Wärmesicherung, welche unabhängig vom Zeitstromrelais den gefährdeten Stromkreis abzuschalten vermag.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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|---|---|---|---|
| DEC36303D DE446179C (de) | Schutzvorrichtung fuer elektrische Stromkreise gegen unzulaessige Erwaermung |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN113161342A (zh) * | 2020-01-07 | 2021-07-23 | 三星电子株式会社 | 半导体器件的防御电路和包括该防御电路的半导体器件 |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN113161342A (zh) * | 2020-01-07 | 2021-07-23 | 三星电子株式会社 | 半导体器件的防御电路和包括该防御电路的半导体器件 |
| CN113161342B (zh) * | 2020-01-07 | 2024-11-22 | 三星电子株式会社 | 半导体器件的防御电路和包括该防御电路的半导体器件 |
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