DE4444712A1 - Flammgeschützte Kunststoffmassen - Google Patents
Flammgeschützte KunststoffmassenInfo
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- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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- C08K5/16—Nitrogen-containing compounds
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- C08K5/3467—Heterocyclic compounds having nitrogen in the ring having more than two nitrogen atoms in the ring
- C08K5/3477—Six-membered rings
- C08K5/3492—Triazines
- C08K5/34922—Melamine; Derivatives thereof
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08L—COMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
- C08L23/00—Compositions of homopolymers or copolymers of unsaturated aliphatic hydrocarbons having only one carbon-to-carbon double bond; Compositions of derivatives of such polymers
- C08L23/02—Compositions of homopolymers or copolymers of unsaturated aliphatic hydrocarbons having only one carbon-to-carbon double bond; Compositions of derivatives of such polymers not modified by chemical after-treatment
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft Kunststoffmassen mit einem
Schmelzflußindex von 0,1 bis 100 g/10 min, bei 230°C und unter
einem Gewicht von 2,16 kg, aus
- a₁) einem Propylenhomopolymerisat mit einem Schmelzflußindex von 0,01 bis 100 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg oder
- a₂) einem statistischen Propylencopolymerisat mit einpolymeri sierten C₂-C₁₀-Alk-1-enen, wobei der Comonomerengehalt weniger als 15 Gew.-% beträgt
- b) einem mit α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren bzw. Car bonsäurederivaten gepfropftem Propylenpolymerisat oder Ethylenpolymerisat, welches einen Schmelzflußindex von 0,01 bis 400 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg und einen Gehalt an α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten von 0,1 bis 5 Gew.-% aufweist und
- c) einer stickstoffhaltigen Verbindung der folgenden allgemeinen Formel (I)
wobei die Reste R¹ gleich oder verschieden sein können und für
Wasserstoff, ein C₁-C₃₀-Alkyl, ein mit einem oder mehreren Sauer
stoffatomen und/oder Aminogruppen substituiertes C₂-C₃₀-Alkyl, ein
mit einem oder mehreren Sauerstoffatomen und/oder Aminogruppen
substituiertes C₂-C₃₀-Alk-1-enyl stehen oder aber einen Rest der
allgemeinen Formel (II) bedeuten,
wobei die Reste R² gleich oder verschieden sein können und für
Wasserstoff, ein C₁-C₄-Alkyl oder für eine Aminogruppe stehen und
m eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 100 bedeutet.
Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Herstellung dieser Kunststoffmassen sowie Folien, Fasern und
Formkörper aus diesen Kunststoffmassen.
Es ist bekannt, durch Zusätze von geeigneten Flammschutzmitteln
die Brennbarkeit von Polyolefinen zu reduzieren. Flammschutz
mittel können in den Brennmechanismus entweder physikalisch durch
Kühlen, Beschichten und Verdünnen oder chemisch durch Reaktion in
der Gasphase oder in der festen Phase, beispielsweise durch Aus
bildung einer schützenden Kohle- oder Ascheschicht eingreifen
(K. Stoeckhert "Kunststoff-Lexikon", Carl Hanser Verlag, München
Wien 1981, 7. Auflage).
Durch Zusatz von halogenhaltigen Flammschutzmitteln in Gegenwart
von Antimontrioxid und Phenolen ist es möglich, Polyolefine mit
guten flammhemmenden Eigenschaften zu erhalten (JP-A 91/121149).
Nachteilig an derartigen Systemen ist allerdings, daß im Brand
fall Halogenwasserstoffe mit stark korrosiven Eigenschaften frei
gesetzt werden.
Es ist weiterhin bekannt, Metalloxide oder Metallhydroxide wie
beispielsweise Magnesiumhydroxid als Flammschutzmittel bei Poly
olefinen einzusetzen (JP-A 91/247660). Zur Erzielung guter flamm
hemmender Eigenschaften müssen aber in diesem Fall große Mengen
derartiger anorganischer Füllstoffe zugesetzt werden, wodurch die
mechanischen Eigenschaften der Polyolefine nachteilig beeinflußt
werden.
In den japanischen Offenlegungsschriften JP-A 79/15952 und
JP-A 88/291935 wird die Verwendung einer stickstoffhaltigen Ver
bindung, insbesondere von Melamin als Flammschutzmittel für Poly
propylen beschrieben. Dabei zeigt es sich aber, daß die dabei
erhaltenen Produkte im Vergleich zum nichtbehandelten Poly
propylen nunmehr schlechtere mechanische Eigenschaften aufweisen.
Weiterhin ist der JP-A 90/247244 zu entnehmen, durch Zusatz von
Mischungen stickstoffhaltiger Verbindungen wie Melamin mit rotem
Phosphor oder organischen Phosphorverbindungen und mit Magnesium
oxysulfat zu Polypropylen dieses flammfest zu machen. Derartige
Mischungen weisen aber u. a. den Nachteil auf, daß sie aufgrund
der Zusätze an toxikologisch bedenklichen Stoffen wie Phosphor
bzw. phosphororganischer Verbindungen technisch schwer zu hand
haben sind.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, den
vorliegenden Mängeln abzuhelfen und ein flammfestes Polypropylen
zu entwickeln, welches nach einem technisch einfachen Verfahren
erhalten werden kann und darüber hinaus gute mechanische Eigen
schaften aufweist.
Diese Aufgabe wurde durch die eingangs definierten Kunststoff
massen gelöst.
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen weisen einen Schmelzfluß
index von 0,1 bis 100 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht
von 2,16 kg, auf. Der Schmelzflußindex entspricht dabei der Menge
an Polymerisat, die innerhalb von 10 Minuten aus der nach
DIN 53 735 genormten Prüfvorrichtung bei einer Temperatur von
230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg ausgepreßt wird. Beson
ders bevorzugt sind dabei solche Kunststoffmassen, deren Schmelz
flußindex 0,1 bis 50 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht
von 2,16 kg, beträgt.
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen enthalten zum einen ein
Propylenhomopolymerisat a₁) mit einem Schmelzflußindex von 0,01
bis 100 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg.
Der Schmelzflußindex entspricht dabei der Menge an Polymerisat,
die innerhalb von 10 Minuten aus der nach DIN 53 735 genormten
Prüfvorrichtung bei einer Temperatur von 230°C und unter einem Ge
wicht von 2,16 kg ausgepreßt wird. Besonders bevorzugt sind dabei
solche Kunststoffmassen, deren Propylenhomopolymerisat a₁) einen
Schmelzflußindex von 0,1 bis 50 g/10 min, bei 230°C und unter
einem Gewicht von 2,16 kg, aufweist.
Die Herstellung des erfindungsgemäß zu verwendenden Propylenhomo
polymerisats a₁) kann in den üblichen, für die Polymerisation von
Propylen verwendeten Reaktoren entweder absatzweise oder bevor
zugt kontinuierlich durchgeführt werden. Geeignete Reaktoren sind
u. a. kontinuierlich betriebene Rührkessel, wobei man auch eine
Reihe von mehreren hintereinander geschalteten Rührkesseln ein
setzen kann. Die Reaktoren enthalten ein Festbett aus fein
teiligem Polymerisat, welches üblicherweise durch Rühren in Be
wegung gehalten wird.
Das Verfahren kann mit den in der Polymerisationstechnik üblichen
Ziegler-Natta-Katalysatoren sowohl in der Gasphase, als auch in
einer Lösung oder einer Aufschlämmung durchgeführt werden. Diese
enthalten u. a. neben einer titanhaltigen Feststoffkomponente noch
Cokatalysatoren. Als Cokatalysatoren kommen dabei Aluminium
verbindungen zusammen mit Elektronendonorverbindungen in Frage.
Zur Herstellung der titanhaltigen Feststoffkomponente werden als
Titanverbindungen im allgemeinen Halogenide oder Alkoholate des
drei- oder vierwertigen Titans verwendet, wobei die Chloride des
Titans, insbesondere Titantetrachlorid, bevorzugt sind. Vorteil
haft enthält die titanhaltige Feststoffkomponente einen fein
teiligen Träger, wofür sich Silicium- und Aluminiumoxide, sowie
Aluminiumsilicate der Bruttoformel SiO₂·aAl₂O₃, wobei a für einen
Wert von 0,001 bis 2, insbesondere von 0,01 bis 0,5 steht, gut
bewährt haben.
Die bevorzugt verwendeten Träger weisen einen Teilchendurchmesser
von 0,1 bis 1000 µm, insbesondere von 10 bis 300 µm, ein Poren
volumen von 0,1 bis 10 cm³/g, insbesondere von 1,0 bis 5,0 cm³/g
und eine spezifische Oberfläche von 10 bis 1000 m²/g, insbesondere
von 100 bis 500 m²/g auf.
Weiter werden bei der Herstellung der titanhaltigen Feststoff
komponente u. a. Verbindungen des Magnesiums eingesetzt. Als
solche kommen insbesondere Magnesiumhalogenide, Magnesiumalkyle
und Magnesiumaryle, sowie Magnesiumalkoxy- und Magnesiumaryloxy
verbindungen in Betracht, wobei bevorzugt Magnesiumdichlorid,
Magnesiumdibromid und Magnesiumdi-(C₁-C₁₀-alkyl)-Verbindungen ver
wendet werden. Daneben kann die titanhaltige Feststoffkomponente
noch Halogen, bevorzugt Chlor oder Brom, enthalten.
Außerdem werden bei der Herstellung der titanhaltigen Feststoff
komponente in der Regel noch Elektronendonorverbindungen, bei
spielsweise mono- oder polyfunktionelle Carbonsäuren, Carbon
säureanhydride und Carbonsäureester, Ketone, Ether, Alkohole,
Lactone, sowie phosphor- und siliciumorganische Verbindungen ver
wendet. Bevorzugt werden als Elektronendonorverbindungen inner
halb der titanhaltigen Feststoffkomponente Phthalsäurederivate
der allgemeinen Formel (III)
eingesetzt, wobei X und Y jeweils für Chlor oder einen C₁- bis
C₁₀-Alkoxyrest oder gemeinsam für Sauerstoff stehen. Besonders
bevorzugte Elektronendonorverbindungen sind Phthalsäureester,
wobei X und Y C₁-C₈-Alkoxyreste, beispielsweise Methoxy-, Ethoxy-,
Propyloxy- oder Butyloxyreste bedeuten.
Weiter bevorzugte Elektronendonorverbindungen innerhalb der
titanhaltigen Feststoffkomponente sind u. a. Diester von 3- oder
4-gliedrigen, gegebenenfalls substituierten Cycloalkyl-1,2-
dicarbonsäuren, sowie Monoester von, gegebenenfalls substituier
ten Benzophenon-2-carbonsäuren. Als Hydroxyverbindungen werden
bei diesen Estern die bei Veresterungsreaktionen üblichen
Alkohole verwendet, u. a. C₁- bis C₁₅-Alkanole, C₅- bis C₇-Cyclo
alkanole, die ihrerseits C₁- bis C₁₀-Alkylgruppen tragen können,
ferner Phenole, Naphthole sowie die C₁-C₁₀-Alkylderivate dieser
Verbindungen.
Die titanhaltige Feststoffkomponente kann nach an sich bekannten
Methoden hergestellt werden. Beispiele dafür sind u. a. in der
EP-A 45 975, der EP-A 86 473, der EP-A 171 200, der GB-A 2 111
066 und der US-A 4 857 613 beschrieben.
Bei der Herstellung der titanhaltigen Feststoffkomponente wird
bevorzugt das nachstehende dreistufige Verfahren angewandt.
In der ersten Stufe versetzt man zunächst einen feinteiligen
Träger, bevorzugt Siliciumdioxid oder SiO₂·aAl₂O mit einem
Wassergehalt von 0,5 bis 5 Gew.-% - wobei a für eine Zahl im
Bereich von 0,001 bis 2, insbesondere im Bereich von 0,01 bis 0,5
steht - mit einer Lösung der magnesiumhaltigen Verbindung in
einem flüssigen Alkan, wonach man dieses Gemisch 0,5 bis
5 Stunden lang bei einer Temperatur zwischen 10 und 120°C rührt.
Vorzugsweise setzt man pro Mol des Trägers 0,1 bis 1 mol der
Magnesiumverbindung ein. Anschließend fügt man unter ständigem
Rühren ein Halogen oder einen Halogenwasserstoff, insbesondere
Chlor oder Chlorwasserstoff im wenigstens zweifachen, bevorzugt
5 im wenigstens fünffachen molaren Überschuß, bezogen auf die
magnesiumhaltige Verbindung, hinzu. Nach etwa 30 bis 120 Minuten
trennt man den Feststoff von der flüssigen Phase ab.
In der zweiten Stufe bringt man das auf diese Weise erhaltene
Produkt in ein flüssiges Alkan ein und fügt danach ein C₁- bis
C₈-Alkanol, insbesondere Ethanol, ein Halogenid oder ein Alkoholat
des drei- oder vierwertigen Titans, insbesondere Titantetra
chlorid, sowie eine Elektronendonorverbindung, insbesondere ein
Phthalsäurederivat der allgemeinen Formel (III) hinzu. Dabei
setzt man pro Mol Magnesium des aus der ersten Stufe erhaltenen
Feststoffs 1 bis 5 mol, insbesondere 2 bis 4 mol, Alkanol, 2 bis
20 mol, insbesondere 4 bis 10 mol, des drei- oder vierwertigen
Titans und 0,01 bis 1 mol, insbesondere 0,1 bis 1,0 mol, der
Elektronendonorverbindung ein. Dieses Gemisch wird wenigstens
eine Stunde lang bei einer Temperatur zwischen 10 und 150°C ge
rührt, der so erhaltene feste Stoff anschließend abfiltriert und
mit einem flüssigen Alkan, bevorzugt mit Hexan oder Heptan, ge
waschen.
In der dritten Stufe extrahiert man den aus der zweiten Stufe
erhaltenen Feststoff einige Stunden lang bei Temperaturen zwi
schen 100 und 150°C mit überschüssigem Titantetrachlorid oder
einer im Überschuß vorliegenden Lösung von Titantetrachlorid in
einem inerten Lösungsmittel, vorzugsweise einem Alkylbenzol,
wobei das Lösungsmittel wenigstens 5 Gew.-% Titantetrachlorid
enthält. Danach wäscht man das Produkt solange mit einem
flüssigen Alkan, bis der Gehalt der Waschflüssigkeit an Titan
tetrachlorid weniger als 2 Gew.-% beträgt.
Die auf diese Weise erhältliche titanhaltige Feststoffkomponente
wird mit Cokatalysatoren als Ziegler-Natta-Katalysatorensystem
verwendet. Als Cokatalysatoren kommen dabei Aluminiumverbindungen
und Elektronendonorverbindungen in Betracht.
Geeignete Aluminiumverbindungen sind neben Trialkylaluminium auch
solche Verbindungen, bei denen eine Alkylgruppe durch eine
Alkoxygruppe oder durch ein Halogenatom, beispielsweise durch
Chlor oder Brom, ersetzt ist.
Bevorzugt werden Trialkylaluminiumverbindungen verwendet, deren
Alkylgruppen jeweils 1 bis 8 C-Atome aufweisen, beispielsweise
Trimethyl-, Triethyl- oder Methyldiethylaluminium.
Bevorzugt verwendet man neben der Aluminiumverbindung noch als
weiteren Cokatalysator Elektronendonorverbindungen wie beispiels
weise mono- oder polyfunktionelle Carbonsäuren, Carbonsäure
anhydride und Carbonsäureester, Ketone, Ether, Alkohole, Lactone,
sowie phosphor- und siliciumorganische Verbindungen. Besonders
geeignete Elektronendonorverbindungen sind dabei silicium
organische Verbindungen der allgemeinen Formel (IV)
R³nSi(OR⁴)4-n (IV)
wobei R³ gleich oder verschieden ist und eine C₁- bis C₂₀-Alkyl
gruppe, eine 5- bis 7-gliedrige Cycloalkylgruppe, die ihrerseits
eine C₁- bis C₁₀-Alkylgruppe tragen kann, oder eine C₆- bis C₂₀-
Aryl- oder Arylalkylgruppe bedeutet, R⁴ gleich oder verschieden
ist und eine C₁- bis C₂₀-Alkylgruppe bezeichnet und n für die
Zahlen 1, 2 oder 3 steht. Besonders bevorzugt werden dabei solche
Verbindungen, in denen R³ eine C₁- bis C₈-Alkylgruppe oder eine 5-
bis 7-gliedrige Cycloalkylgruppe, R⁴ eine C₁- bis C₄-Alkylgruppe
und n die Zahlen 1 oder 2 bedeuten.
Unter diesen Verbindungen sind Dimethoxydiisopropylsilan, Di
methoxyisopropylsek.butylsilan, Dimethoxyisobutylisopropylsilan,
Dimethoxydiisobutylsilan, Dimethoxydicyclopentylsilan und Di
ethoxyisobutylisopropylsilan hervorzuheben.
Bevorzugt werden solche Katalysatorsysteme verwendet, bei denen
das Atomverhältnis zwischen Aluminium aus der Aluminiumverbindung
und Titan aus der titanhaltigen Feststoffkomponente 1 : 1 bis
800 : 1, insbesondere 2 : 1 bis 200 : 1, und das Molverhältnis zwischen
der Aluminiumverbindung und der als Cokatalysator eingesetzten
Elektronendonorverbindung 1 : 1 bis 100 : 1, insbesondere 2 : 1 bis
80 : 1 beträgt. Die Katalysatorbestandteile können in beliebiger
Reihenfolge einzeln oder als Gemisch der Komponenten in das Poly
merisationssystem eingebracht werden.
Mit Hilfe derartiger Katalysatorsysteme können die erfindungs
gemäß einzusetzenden Propylenhomopolymerisate a₁) hergestellt
werden. Die Herstellung derartiger Propylenhomopolymerisate a₁)
erfolgt dabei durch Polymerisation von Propylen aus der Gasphase
heraus in einem oder mehreren hintereinander geschalteten Reak
toren.
Die Polymerisation des Propylens wird üblicherweise bei einem
Druck von 20 bis 40 bar, einer Temperatur von 60 bis 90°C und
einer mittleren Verweilzeit des Reaktionsgemisches von 1 bis
5 Stunden durchgeführt. Bevorzugt sind dabei Drücke von 20 bis 35
bar, Temperaturen von 65 bis 85°C und mittlere Verweilzeiten von
1,5 bis 4 Stunden. Man wählt die Reaktionsbedingungen vorzugs
weise so, daß pro mmol der Aluminiumkomponente 0,05 bis 2 kg,
bevorzugt 0,1 bis 1,5 kg, Propylenhomopolymerisat a₁) gebildet
werden. Die Molmasse des Propylenhomopolymerisats a₁) kann durch
die in der Polymerisationstechnik gebräuchlichen Regler, bei
spielsweise Wasserstoff kontrolliert werden. Zur Molmassen
regelung werden bei der Polymerisation des Propylens auch ge
legentlich geringe Mengen an weiteren C₂-C₁₀-Alk-1-enen, bei
spielsweise von Ethylen, But-1-en, Pent-1-en oder Hex-1-en ein
gesetzt. Dies hat zur Folge, daß in dem hergestellten Propylen
homopolymerisat a₁) nach bis zu 0,05 Gew.-%, vorzugsweise bis zu
0,02 Gew.-% an weiteren C₂-C₁₀-Alk-1-enen vorliegen können.
Weiterhin können die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen ein sta
tistisches Propylencopolymerisat a₂) mit einpolymerisierten
C₂-C₁₀-Alk-1-enen enthalten, wobei der Comonomerengehalt weniger
als 15 Gew.-% beträgt. Bevorzugt sind dabei solche statistischen
Propylencopolymerisate a₂), bei denen der Comonomerengehalt weni
ger als 12 Gew.-% beträgt. Besonders bevorzugte Kunststoffmassen
weisen ein solches statistisches Propylencopolymerisat a₂) auf,
dessen Comonomerengehalt im Bereich von 1,0 bis 10 Gew.-% liegt.
Unter einpolymerisierten C₂-C₁₀-Alk-1-enen sind in diesem Zusam
menhang insbesondere Ethylen, But-1-en, Pent-1-en, Hex-1-en,
Hept-1-en oder Oct-1-en oder Gemische aus diesen Comonomeren zu
verstehen, wobei bevorzugt Ethylen oder But-1-en eingesetzt wer
den.
Die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden statistischen
Propylencopolymerisate a₂) erfolgt üblicherweise in den gleichen
Reaktoren und nach den gleichen Herstellungsverfahren, wie
bereits bei der Herstellung der Propylenhomopolymerisate a₁)
beschrieben. In bezug auf die dabei einzusetzenden Ziegler-Natta-
Katalysatorsysteme sei ebenfalls auf die Herstellung der
Propylenhomopolymerisate a₁) verwiesen.
Vorzugsweise sind die statistischen Propylencopolymerisate a₂)
nach einem ein- oder mehrstufigen Verfahren erhältlich, wobei in
der Gasphase Propylen mit einem oder mehreren C₂-C₁₀-Alk-1-enen
bei Temperaturen von 60 bis 90°C, Drücken von 20 bis 40 bar und
mittleren Verweilzeiten des Reaktionsgemisches von 1 bis 5 Stun
den umgesetzt wird. Bevorzugt sind dabei Temperaturen von 65 bis
85°C, Drücke von 20 bis 35 bar und mittlere Verweilzeiten von 1,5
bis 4 Stunden. Üblicherweise liegen dabei die Comonomere Propylen
und das oder die C₂-C₁₀-Alk-1-ene in solchen Mengen vor, daß das
Partialdruckverhältnis zwischen Propylen und dem oder den
C₂-C₁₀-Alk-1-enen 5 : 1 bis 100:1, insbesondere 5 : 1 bis 50 : 1 be
trägt. Zur Molmassenregelung können dabei auch Regler wie
beispielsweise Wasserstoff eingesetzt werden.
Die auf diese Weise erhältlichen statistischen Propylencopoly
merisate a₂) weisen einen Schmelzflußindex von 0,1 bis
100 g/10 min, insbesondere von 0,1 bis 50 g/10 min auf. Der
Schmelzflußindex entspricht dabei derjenigen Menge an Polymeri
sat, die innerhalb von 10 Minuten und bei einer Temperatur von
230°C aus der nach DIN 53 735 genormten Prüfvorrichtung ausgepreßt
wird.
Weiterhin enthalten die erfindungsgemäßen, flammgeschützten
Kunststoffmassen ein mit α,β-ethylenisch ungesättigten Carbon
säuren bzw. Carbonsäurederivaten gepfropftes Propylenpolymerisat
oder Ethylenpolymerisat b), welches einen Schmelzflußindex von
0,01 bis 400 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von
2,16 kg und einen Gehalt an α,β-ethylenisch ungesättigten Carbon
säuren bzw. Carbonsäurederivaten von 0,1 bis 5 Gew.-% aufweist.
Bevorzugt sind dabei solche gepfropften Polymerisate b) mit einem
Schmelzflußindex von 0,1 bis 200 g/10 min, bei 230°C und unter Ge
wicht von 2,16 kg, nach DIN 53 735, die 0,2 bis 2 Gew.-% an
α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederiva
ten aufweisen.
Unter den Bezeichnungen Propylenpolymerisat oder Ethylenpoly
merisat sollen dabei neben den jeweiligen Homopolymerisaten auch
die entsprechenden Copolymerisate mit untergeordneten Anteilen
anderer C₂-C₁₀-Alk-1-ene verstanden werden, beispielsweise Copoly
merisate, die neben Propylen auch untergeordnete Anteile an
Ethylen, But-1-en, Pent-1-en, Hex-1-en, Hept-1-en oder Oct-1-en
aufweisen, oder aber Copolymerisate, die neben Ethylen noch
untergeordnete Anteile an Propylen, But-1-en, Pent-1-en,
Hex-1-en, Hept-1-en oder Oct-1-en enthalten. Derartige Copoly
merisate können neben Propylen bzw. Ethylen auch mehrere ver
schiedene C₂-C₁₀-Alk-1-ene aufweisen. Als Polymerisate b) werden
vorzugsweise Propylenhomopolymerisate oder Propylencopolymerisate
mit 0,1 bis 50 Gew.-%, insbesondere mit 0,2 bis 45 Gew.-% an ein
polymerisiertem Ethylen verwendet.
Die Herstellung derartiger Propylenhomo- oder -copolymerisate er
folgt vorzugsweise durch Polymerisation mit Hilfe von Ziegler-
Natta-Katalysatorsystemen, analog zur Herstellung des Polymeri
sats a₁), so daß sich weitere Angaben diesbezüglich erübrigen.
Die Herstellung der entsprechenden Ethylenpolymerisate kann so
wohl in einer Suspension als auch in der Gasphase in üblichen
Polymerisationsreaktoren durchgeführt werden. Dabei kann sowohl
kontinuierlich als auch diskontinuierlich, im gerührten oder im
gewirbelten Festbett, bei Temperaturen von 50 bis 120°C, ins
besondere von 80 bis 120°C und Drücken von 5 bis 50 bar, ins
besondere von 20 bis 40 bar polymerisiert werden.
Die Herstellung der Ethylenpolymerisate wird üblicherweise mit
Hilfe von titan- und aluminiumhaltigen Ziegler-Katalysatoren oder
durch Phillips-Katalysatoren auf der Basis von chromhaltigen
Verbindungen durchgeführt, wobei Phillips-Katalysatoren bevorzugt
verwendet werden. Beispiele für besonders geeignete Phillips-
Katalysatoren sind u. a. aus der EP-A 429 937 und der
DE-A 41 32 894 bekannt. Bei diesen Phillips-Katalysatoren
verwendet man üblicherweise Chromtrioxid, welches auf einem
metallischen Träger aufgebracht ist.
Die gepfropften Polymerisate b) enthalten 0,1 bis 5 Gew.-%, ins
besondere 0,2 bis 2 Gew.-% eines sogenannten Pfropfmonomeren,
wobei als solches α,β-ungesättigte Carbonsäuren bzw. Carbonsäure
derivate verwendet werden. Unter α,β-ungesättigten Carbonsäuren
bzw. Carbonsäurederivaten sollen dabei die üblichen mit Propylen
oder Ethylen copolymerisierten Carbonsäuren sowie deren Ester-,
Anhydrid- oder Amidderivate verstanden werden. Bevorzugt werden
u. a. Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, Acrylsäure, Croton
säure oder deren Anhydride eingesetzt, wobei Maleinsäureanhydrid
besonders geeignet ist.
Die Herstellung der gepfropften Polymerisate b) erfolgt vorzugs
weise dadurch, daß man bei Drücken von 1 bis 500 bar, vorzugs
weise bei Drücken von 1 bis 300 bar, 0,1 bis 5,0 Gew.-%, bezogen
auf das Propylenpolymerisat oder das Ethylenpolymerisat, des
Pfropfmonomeren, dem aufgeschmolzenen Propylenpolymerisat bzw.
Ethylenpolymerisat hinzumischt und die Pfropfreaktion bei Tempe
raturen von 200 bis 350°C durchführt. Vorzugsweise wird das
Pfropfmonomer dabei in Konzentrationen von 0,2 bis 2,0 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Propylenpolymerisat oder das Ethylenpoly
merisat, eingesetzt. Die Pfropfreaktion läßt sich vorteilhaft bei
Temperaturen von 210 bis 290°C und Verweilzeiten von 0,5 bis
10 Minuten, insbesondere von 0,5 bis 5 Minuten, durchführen.
Es ist möglich, die Herstellung der gepfropften Polymerisate b)
sowohl in Anwesenheit als auch in Abwesenheit von radikalisch
zerfallenden Initiatoren, beispielsweise von organischen Per
oxiden, durchzuführen. Dabei können die in der Kunststofftechnik
üblichen Reaktoren, beispielsweise Extruder oder Brabender-
Mischer eingesetzt werden. Besonders gut eignen sich dabei Zwei
schneckenextruder. Die auf diese Weise erhältlichen gepfropften
Polymerisate b) enthalten üblicherweise 0,1 bis 5,0 Gew.-%, ins
besondere 0,2 bis 2,0 Gew.-%, des Pfropfmonomeren.
Darüber hinaus weisen die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen noch
eine stickstoffhaltige Verbindung c) der folgenden allgemeinen
Formel (I) auf,
wobei die Reste R¹ gleich oder verschieden sein können und für
Wasserstoff, ein C₁-C₃₀-Alkyl, ein mit einem oder mehreren Sauer
stoffatomen und/oder Aminogruppen substituiertes C₂-C₃₀-Alkyl, ein
mit einem oder mehreren Sauerstoffatomen und/oder Aminogruppen
3 substituiertes C₂-C₃₀-Alk-1-enyl stehen oder aber einen Rest der
allgemeinen Formel (II) bedeuten,
wobei die Reste R² gleich oder verschieden sein können und für
Wasserstoff, ein C₁-C₄-Alkyl oder für eine Aminogruppe stehen und
m eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 100 bedeutet.
Bevorzugt verwendete stickstoffhaltige Verbindungen c) sind sol
che Verbindungen c) der folgenden allgemeinen Formel (I)
in der die Reste R¹ für Wasserstoff, ein C₁-C₁₀-Alkyl, ein mit
einem oder mehreren Sauerstoffatomen und/oder Aminogruppen sub
stituiertes C₂-C₁₀-Alkyl stehen oder aber einen Rest der allgemei
nen Formel (II) bedeuten,
wobei die Reste R² für Wasserstoff oder für eine Aminogruppe ste
hen und m eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 25 bedeutet.
Unter diesen stickstoffhaltigen Verbindungen c) ist wiederum eine
solche Verbindung c) besonders bevorzugt, bei der in der allge
meinen Formel (I) R¹ für Wasserstoff steht. Dabei handelt es sich
um das handelsübliche Produkt Melamin. Das Melamin kann sowohl
alleine als auch als Addukt mit 1,3,5-Triazin-2,4,6-triol, der
Cyanursäure, eingesetzt werden. Bevorzugt ist dabei auch die Ver
wendung des Melamins in Form des 1 : 1-Adduktes mit der Cyanur
säure.
Weitere bevorzugt eingesetzte stickstoffhaltige Verbindungen c)
sind u. a. die Umsetzungsprodukte von Melamin oder Derivaten des
Melamins mit organischen oder anorganischen Säuren.
Derartige stickstoffhaltige Verbindungen c) können nach üblichen
Synthesemethoden der organischen Chemie hergestellt werden
(EP-A 225 433; EP-A 408 947). Darüber hinaus sind sie auch im
Handel erhältlich.
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen enthalten üblicherweise
20 bis 70 Gew.-% Polymerisat a₁) oder a₂),
1 bis 10 Gew.-% gepfropftes Polymerisat b) und
20 bis 70 Gew.-% der stickstoffhaltigen Verbindung c).
1 bis 10 Gew.-% gepfropftes Polymerisat b) und
20 bis 70 Gew.-% der stickstoffhaltigen Verbindung c).
Bevorzugt sind dabei solche Kunststoffmassen, die
30 bis 60 Gew.-% Polymerisat a₁) oder a₂),
1,5 bis 8 Gew.-% gepfropftes Polymerisat b) und
30 bis 60 Gew.-% der stickstoffhaltigen Verbindung c)
1,5 bis 8 Gew.-% gepfropftes Polymerisat b) und
30 bis 60 Gew.-% der stickstoffhaltigen Verbindung c)
aufweisen.
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen sind erhältlich durch Um
setzung des Polymerisats a₁) oder a₂) mit dem gepfropften Polyme
risat b) und der stickstoffhaltigen Verbindung c) bei Temperatu
ren von 180 bis 280°C, Drücken von 1 bis 100 bar und mittleren
Verweilzeiten des Reaktionsgemisches von 0,2 bis 10 Minuten. Be
vorzugt sind dabei Temperaturen von 190°C bis 260°C, Drücke von 1
bis 60 bar und mittlere Verweilzeiten von 0,2 bis 5 Minuten. Die
Umsetzung der einzelnen Komponenten miteinander erfolgt in den in
der Kunststoffverarbeitung üblicherweise zur Vereinigung von
Stoffen eingesetzten Apparaturen, beispielsweise in Trommel
mischern, in Mühlen, in Schnecken- oder Scheibenextrudern, in
Walzwerken oder Knetern. Die Umsetzung kann sowohl in Anwesenheit
als auch in Abwesenheit von radikalisch zerfallenden Initiatoren,
beispielsweise von organischen Peroxiden, erfolgen. Bevorzugt
arbeitet man aber ohne radikalisch zerfallende Initiatoren.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Kunststoffmassen verwendet
man vorzugsweise 20 bis 70 Gew.-%, insbesondere 30 bis 60 Gew.-%
des Polymerisats a₁) oder a₂), 1 bis 10 Gew.-%, insbesondere 1,5
bis 8 Gew.-% des gepfropften Polymerisats b) und 20 bis
70 Gew.-%, insbesondere 30 bis 60 Gew.-% der stickstoffhaltigen
Verbindung c).
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen zeichnen sich durch eine
hohe Flammfestigkeit und gute mechanische Eigenschaften, ins
besondere durch eine hohe Bruchdehnung aus. Sie sind farb- und
geruchlos und können nach einem technisch wenig aufwendigen Ver
fahren hergestellt werden. Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen
eignen sich insbesondere zur Herstellung von Folien, Fasern und
Formkörpern.
Die Beispiele 1 und 2 sowie die Vergleichsbeispiele A und B wur
den auf einem Zweischneckenextruder ZSK 40 der Firma Werner &
Pfleiderer mit einem Längen/Durchmesser-Verhältnis von 33 durch
geführt. Die dabei verwendeten Polymerisate a₁) bzw. a₂) und die
gepfropften Polymerisate b) wurden als Grieß oder Granulat dem
Zweischneckenextruder zugeführt und dort mit der stickstoffhalti
gen Verbindung c) gemischt.
53 Gew.-Teile eines Propylenhomopolymerisats a₁) mit einem
Schmelzflußindex von 5,0 g/10 min, bei 230°C und 2,16 kg [nach
DIN 53 735] wurden im Zweischneckenextruder mit 2 Gew.-Teilen
eines gepfropften Polymerisats b) und 45 Gew.-Teilen Melamin ver
mischt und extrudiert. Als gepfropftes Polymerisat b) wurde ein
Propylen-Ethylen-Copolymerisat mit einem Ethylengehalt von
2 Gew.-% und einem Schmelzflußindex von 22 g/10 min, bei 190°C und
1,2 kg [nach ASTMD 1238] verwendet, welches 0,4 Gew.-% gepfropf
tes Maleinsäureanhydrid enthielt. Der Druck betrug dabei 100 bar,
die Temperatur 200°C und die mittlere Verweilzeit 30 Sekunden. Da
nach wurde das Gemisch aus dem Zweischneckenextruder ausgetragen
und granuliert. Das erhaltene Produkt war farb- und geruchlos.
55 Gew.-Teile des im Beispiel 1 verwendeten Propylenhomopoly
merisats a₁) und 45 Gew.-Teile Melamin wurden unter den Bedingun
gen des Beispiel 1 ohne Zusatz des gepfropften Polymerisats b)
aufgearbeitet.
53 Gew.-Teile eines statistischen Propylenhomopolymerisats a₂) mit
einem Schmelzflußindex von 5,0 g/10 min, bei 230°C und 2,16 kg
[nach DIN 53 735] und 3,0 Gew.-% einpolymerisiertem Ethylen [be
stimmt durch Fourier-Infrarotspektroskopie] wurden im Zwei
schneckenextruder mit 2 Gew.-Teilen eines gepfropften Polymeri
sats b) und 45 Gew.-Teilen Melamin vermischt und extrudiert. Als
gepfropftes Polymerisat b) wurde ein Propylen-Ethylen-Copolymeri
sat mit einem Ethylengehalt von 2 Gew.-% und einem Schmelzfluß
index von 22 g/10 min, bei 190°C und 1,2 kg [nach ASTMD 1238]
verwendet, welches 0,4 Gew.-% gepfropftes Maleinsäureanhydrid
enthielt. Der Druck betrug dabei 100 bar, die Temperatur 200°C und
die mittlere Verweilzeit 30 Sekunden. Danach wurde das Gemisch
aus dem Zweischneckenextruder ausgetragen und granuliert. Das
erhaltene Produkt war farb- und geruchlos.
55 Gew.-Teile des im Beispiel 2 verwendeten statistischen
Propylenhomopolymerisats a₂) und 45 Gew.-Teile Melamin wurden
unter den Bedingungen des Beispiel 2 ohne Zusatz des gepfropften
Polymerisats b) aufgearbeitet.
Der Schmelzflußindex und die Bruchdehnung der auf diese Weise
erhaltenen Kunststoffmassen sind in der nachstehenden Tabelle
aufgeführt.
Die erfindungsgemäßen Kunststoffmassen sind nur mäßig entflammbar
und weisen u. a. eine deutlich verbesserte Bruchdehnung auf.
Claims (10)
1. Kunststoffmassen mit einem Schmelzflußindex von 0,1 bis
100 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg,
aus
- a₁) einem Propylenhomopolymerisat mit einem Schmelzflußindex von 0,01 bis 100 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg oder
- a₂) einem statistischen Propylencopolymerisat mit einpoly merisierten C₂-C₁₀-Alk-1-enen, wobei der Comonomeren gehalt weniger als 15 Gew.-% beträgt
- b) einem mit α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten gepfropftem Propylenpolymerisat oder Ethylenpolymerisat, welches einen Schmelzflußindex von 0,01 bis 400 g/10 min, bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg und einen Gehalt an α,β-ethylenisch unge sättigten Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten von 0,1 bis 5 Gew.-% aufweist und
- c) einer stickstoffhaltigen Verbindung der folgenden allge meinen Formel (I)
wobei die Reste R¹ gleich oder verschieden sein können und
für Wasserstoff, ein C₁-C₃₀-Alkyl, ein mit einem oder mehreren
Sauerstoffatomen und/oder Aminogruppen substituiertes
C₂-C₃₀-Alkyl, ein mit einem oder mehreren Sauerstoffatomen
und/oder Aminogruppen substituiertes C₂-C₃₀-Alk-1-enyl stehen
oder aber einen Rest der allgemeinen Formel (II) bedeuten,
wobei die Reste R² gleich oder verschieden sein können und
für Wasserstoff, ein C₁-C₄-Alkyl oder für eine Aminogruppe
stehen und m eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 100 be
deutet.
2. Kunststoffmassen nach Anspruch 1, wobei das Propylenhomopoly
merisat a₁) einen Schmelzflußindex von 0,1 bis 50 g/10 min,
bei 230°C und unter einem Gewicht von 2,16 kg aufweist.
3. Kunststoffmassen nach Anspruch 1, wobei das statistische
Propylencopolymerisat a₂) einen Comonomerengehalt von weniger
als 12 Gew.-% aufweist.
4. Kunststoffmassen nach den Ansprüchen 1 bis 3, wobei das Poly
merisat b) 0,1 bis 5 Gew.-% gepfropftes Maleinsäureanhydrid
aufweist.
5. Kunststoffmassen nach den Ansprüchen 1 bis 4, wobei als
stickstoffhaltige Verbindung c) eine solche Verbindung der
folgenden allgemeinen Formel (I) verwendet wird.
in der die Reste R¹ für Wasserstoff, ein C₁-C₁₀-Alkyl, ein mit
einem oder mehreren Sauerstoffatomen und/oder Aminogruppen
substituiertes C₂-C₁0-Alkyl stehen oder aber einen Rest der
allgemeinen Formel (II) bedeuten,
wobei die Reste R² für Wasserstoff oder für eine Aminogruppe
stehen und m eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 25 be
deutet.
6. Kunststoffmassen nach Anspruch 5, wobei als stickstoffhaltige
Verbindung c) eine solche Verbindung der allgemeinen Formel
(I) verwendet wird, in der die Reste R¹ für Wasserstoff
stehen.
7. Kunststoffmassen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, enthaltend
20 bis 70 Gew.-% Polymerisat a₁) oder a₂)
1 bis 10 Gew.-% gepfropftes Polymerisat b) und
20 bis 70 Gew.-% der stickstoffhaltigen Verbindung c).
8. Verfahren zur Herstellung von Kunststoffmassen gemäß den An
sprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymeri
sat a₁) oder a₂), das gepfropfte Polymerisat b) und die stick
stoffhaltige Verbindung c) bei Temperaturen von 180 bis
280°C, Drücken von 1 bis 100 bar und mittleren Verweilzeiten
des Reaktionsgemisches von 0,2 bis 10 Minuten miteinander um
gesetzt werden.
9. Folien, Fasern und Formkörper aus den Kunststoffmassen nach
den Ansprüchen 1 bis 7.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944444712 DE4444712A1 (de) | 1994-12-15 | 1994-12-15 | Flammgeschützte Kunststoffmassen |
| EP95119093A EP0717076A1 (de) | 1994-12-15 | 1995-12-05 | Flammgeschützte Kunststoffmassen |
| JP32284695A JPH08231785A (ja) | 1994-12-15 | 1995-12-12 | 難燃性プラスチック材料 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944444712 DE4444712A1 (de) | 1994-12-15 | 1994-12-15 | Flammgeschützte Kunststoffmassen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4444712A1 true DE4444712A1 (de) | 1996-06-20 |
Family
ID=6535896
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944444712 Withdrawn DE4444712A1 (de) | 1994-12-15 | 1994-12-15 | Flammgeschützte Kunststoffmassen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4444712A1 (de) |
-
1994
- 1994-12-15 DE DE19944444712 patent/DE4444712A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8130 | Withdrawal |