DE4444054A1 - Nachzerkleinerungsvorrichtung - Google Patents
NachzerkleinerungsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Nachzerkleinerungsvorrichtung einer
Häckselmaschine mit wenigstens einer in der Bewegungsbahn zer
kleinerten Ernteguts auf einem Träger angeordneten Erhebung.
Nachzerkleinerungsvorrichtungen werden bei Feldhäckslern in den
Umfangs- oder Abgabebereich von Häckseltrommeln oder -rädern
stromabwärts einer Gegenschneide wahlweise eingefügt, um eine
weitere Zerkleinerung des bereits gehäckselten Guts zu errei
chen. Je nachdem, ob das Erntegut insgesamt weiter zerkleinert
werden soll, ob nur im Erntegut vorhandene große Blätter oder
nicht angeschlagene Körner zerkleinert werden sollen, sind die
Nachzerkleinerungsvorrichtungen als sogenannte Nachschneidesiebe
mit Öffnungen in dem Wandungsbereich (NEW HOLLAND SELBSTFAHRENDE
FELDHÄCKSLER, Druckvermerk 874/A-23-13; Hesston Selbstfahrende
Feldhäcksler 7600-7650) oder als Riffel- bzw. Reibböden aus
gebildet, die sich radial zu dem Häckselrotor erstreckende Erhe
bungen auf einer geschlossenen Wandung aufweisen. Diese Erhebun
gen bestehen regelmäßig aus Leisten mit quadratischem oder
rechteckigem Querschnitt, die parallel zu der Rotorachse auf die
Innenfläche der Wandung aufgeschweißt sind.
Es ist ferner bekannt, stromabwärts einer Häckseltrommel einen
Hochgeschwindigkeitsrotor mit Schlägern in den Wurfkanal ein
zufügen, der im Erntegut enthaltene Körner aufbricht (Hesston
7720/7725 Druckvermerk VIII/87).
Den bekannten Nachzerkleinerungsvorrichtungen ist gemeinsam, daß
sie einen sehr hohen Bedarf an Energie haben und somit die maxi
male Leistung der Häckselmaschine beträchtlich verringern.
Das der Erfindung zugrundeliegende Problem wird in dem hohen
Energiebedarf gesehen.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patent
anspruchs 1 gelöst, wobei in den weiteren Patentansprüchen Merk
male aufgeführt sind, die die Lösung in vorteilhafter Weise
weiterentwickeln.
Auf diese Weise erfolgt die Nachzerkleinerung des Ernteguts
nicht durch ein stumpfes Anschlagen an die quer verlaufenden
Erhebungen und somit dessen Zerfaserung, sondern durch einen
wesentlich weniger Kraft benötigenden Schnitt des Ernteguts
entlang der Schneiden. Der Häckselmaschine wird daher nur ein
kleiner Teil ihrer Leistung für die Nachzerkleinerung entnommen.
Die Ausrichtung der Schneiden in der Bewegungsrichtung des Ern
teguts führt zu einer Zerkleinerung des Ernteguts im Flug, d. h.
während oder nach dem Umlauf des Ernteguts mit dem Häckselrotor
in dem Rotorgehäuse, da sich die Schneiden in der Bewegungsbahn
und -richtung befinden, ohne Ablenkung des Gutstroms zu irgend
einer Seite. Befindet sich die Nachzerkleinerungsvorrichtung im
unmittelbaren Bereich eines Häckselrotors, würden sich die
Schneiden vorzugsweise radial, d. h. parallel oder senkrecht, zu
dessen Drehachse erstrecken.
Besteht der Träger aus einer Wandung mit einer geraden oder
gebogenen Fläche, die z. B. im wesentlichen dem Umfang oder der
Tangente des Häckselrotors folgt und keine Durchbrechungen auf
weist, bewegt sich das Erntegut mit möglichst geringen Reibungs
verlusten an der oder den Schneiden vorbei.
Wenn auch die Schneide bzw. die Schneiden aus geschliffenen
Stegen oder dergleichen gebildet werden könnte(n), so ist die
Verwendung bereits im Handel erhältlicher Häcksler- oder Messer
klingen, wie sie von Schneidwerken oder Strohhäckslern bekannt
sind, kostengünstiger und leichter herzustellen.
Schließt die schneidende Kante der Schneide mit der Bewegungs
richtung des Ernteguts einen spitzen Winkel ein, kommt es wäh
rend der Gutbewegung zu einem ziehenden Schnitt, und Taschen, in
denen sich das Erntegut verfangen könnte, werden vermieden.
Da Nachzerkleinerungsvorrichtungen nur unter bestimmten Einsatz
verhältnissen benötigt werden, kann eine Häckselmaschine beim
Antreffen anderer Erntebedingungen dann schnell umgerüstet wer
den, wenn der Träger als ganzes oder in Teilen lösbar montiert
ist oder mehr oder weniger tief in den Gutstrom einfügbar ist.
Werden insbesondere mehrere Schneiden in einem gemeinsamen Hal
ter aufgenommen, und z. B. über Schlitze in dem Träger in den
Gutstrom eingeführt, kann über dessen Verstellung die Nachzer
kleinerungsvorrichtung auf schnelle und einfache Weise verstellt
oder wirkungslos gemacht werden, wobei eine Verstellung auch
während des Betriebs möglich ist. Je nach dem Grad der Einstell
barkeit, kann die Nachzerkleinerungsvorrichtung vollkommen oder
nur teilweise wirksam/unwirksam gemacht werden. Die Einstellung
der Schneiden oder des sie tragenden Trägers kann manuell über
Stellschrauben, Gestänge, Züge und dergl. oder mittels elektri
scher, pneumatischer oder hydraulischer Motoren erfolgen.
Der Grad der Nachzerkleinerung von Erntegut kann durch die An
zahl der vorhandenen Schneiden verändert werden, wozu aus Monta
gegründen eine reihenweise Anordnung sinnvoll ist. Mit einer
geneigten oder spiralförmigen Anordnung der Schneiden werden
Lastspitzen beim ständigen Auftreffen des Ernteguts auf die
Schneiden vermieden.
Die jeweilige Teilchengröße des nachgeschnittenen Ernteguts kann
über den Abstand zwischen den jeweiligen Schneiden verändert
werden, wobei ein Abstand von insbesondere 25-30 mm normaler
weise ausreichend ist.
Die Verwendung einer Überlastsicherung für die Schneiden und/
oder den Träger vermeidet Schäden beim Eintreten von Fremdkör
pern in das Erntegut bzw. bei einer zu großen aufgenommenen
Erntegutmenge.
In der Zeichnung ist ein nachfolgend näher beschriebenes Aus
führungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine Häckselmaschine mit einem Häckselrotor und
einer erfindungsgemäßen Nachzerkleinerungsvor
richtung in schematischer Darstellung und Seiten
ansicht und
Fig. 2 die Nachzerkleinerungsvorrichtung in vergrößerter
Darstellung und in Seitenansicht.
Eine in Fig. 1 gezeigte Häckselmaschine 10 ist auf einem Fahr
gestell 12 aufgebaut und über vordere, angetriebene und rückwär
tige, lenkbare Räder 14 und 16 über den Boden bewegbar. Die
Bedienung der Häckselmaschine 10 erfolgt von einer Fahrerkabine
18 aus. Die Häckselmaschine 10 ist an ihrem vorderen Ende mit
einem Erntevorsatz 20, z. B. einem Maisgebiß, ausgerüstet und
kann mit diesem stehendes Erntegut, wie z. B. Mais ernten. Das
Erntegut wird nach seiner Aufnahme vom Boden einem Häckselrotor
22 zugeführt, der es zerkleinert und einem Gebläse 24 zur Abgabe
durch einen Auswurfkrümmer 26 zuwirft. Der Häckselrotor 22 ist
von einem Gehäuse 28 umgeben, in dessen unteren und dem Gebläse
24 zugelegenen Bodenbereich eine erfindungsgemäße Nachzerkleine
rungsvorrichtung 30 vorgesehen ist. Mithin befindet sich die
Nachzerkleinerungsvorrichtung 30 in der Flug- oder Bewegungsbahn
des von dem Häckselrotor 22 zerkleinerten Ernteguts.
Abweichend von diesem Ausführungsbeispiel kann die erfindungs
gemäße Nachzerkleinerungsvorrichtung 30 an einer Häckselmaschine
10 ohne Gebläse 24 und an einer anderen Stelle als unmittelbar
hinter dem Häckselrotor 22 vorgesehen werden. Grundsätzlich kann
sich die Nachzerkleinerungsvorrichtung 30 an jeder Stelle des
von dem gehäckselten Erntegut beschrittenen Wegs befinden, also
auch in dem Auswurfkrümmer oder hinter dem Gebläse 24.
Gemäß Fig. 2 ist der Häckselrotor 22 umfangsmäßig mit einer
Vielzahl von Häckselmessern 32 bestückt, von denen jedoch nur
einige dargestellt sind. Diese Häckselmesser 32 schneiden das
zugeführte Erntegut an einer Gegenschneide 34 in kurze Stücke
und führen es in der mit einem Pfeil angegebenen Umfangsrichtung
entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn mit sich, bis es an einer Öffnung
36 aus dem Gehäuse 28 austreten und zu dem Gebläse 24 gelangen
kann.
Im unteren und dem Gebläse 24 zugelegenen Bodenbereich des
Gehäuses 28 befindet sich ein dem Hüllkreis des Häckselrotors 22
folgende oder tangential dazu verlaufende Träger 38, der in
diesem Ausführungsbeispiel um eine vordere, d. h. in der Zeich
nung links gelegene, Schwenkachse vertikal schwenkbar und demon
tierbar ist und an seiner dem Häckselrotor 22 zugelegenen Seite
mit wenigstens einer, vorzugsweise aber einer Vielzahl von
Schneiden 40 der erfindungsgemäßen Nachzerkleinerungsvorrichtung
30 bestückt ist. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Träger 38
als eine geschlossene und leicht gekrümmte Wandung mit einer
glatten Innenfläche ausgebildet, auf der das gehäckselte Ernte
gut entlanggleitet. Mit in der Zeichnung nicht dargestellten
mechanischen oder motorischen Mitteln kann der Träger 38 mehr
oder weniger zu dem Häckselrotor 22 hin bzw. von diesem weg
bewegt werden und somit in unterschiedlichem Maß in den Gutstrom
eintreten. Wenn auch in der Zeichnung nur eine einzige Schneide
40 sichtbar und grundsätzlich ausreichend ist, so ist bei diesem
Ausführungsbeispiel doch eine Vielzahl mit Abstand nebeneinander
in einer Reihe angeordneter Schneiden vorgesehen.
Die Schneiden 40 sind bei dem gewählten Ausführungsbeispiel als
Klingen ausgebildet, wie sie von Schneidwerken oder Strohhäcks
lern bekannt sind. Allerdings wären auch vertikale und an der
dem Häckselrotor 22 zugelegenen Seite angeschliffene Stege mög
lich, die eine Schneide 40 bilden. Von Bedeutung ist allerdings,
daß sich die Schneiden 40 in der Flug- oder Bewegungsrichtung
des Ernteguts erstrecken, so daß ein Schneideffekt anstelle
eines Zerfaserungseffekts, wie er von Reibböden bekannt ist,
auftritt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel erstrecken
sich die im wesentlichen dreieckigen Klingen mit ihrer Haupt
fläche in der Gutbewegungsrichtung, und eine vordere, d. h.
schneidende Kante 44 verläuft unter einem spitzen Winkel zu der
Bewegungsrichtung des Guts, was einem stumpfen Winkel der durch
die Mitte der Schneide 40 verlaufenden Radialen mit der Kante 44
entspricht, so daß sich stets ein ziehender Schnitt ergibt. Die
Klingen oder auch Stege werden vorteilhafterweise mit Schrauben
oder Nieten auf dem Träger 38 austauschbar befestigt. Aufgrund
der Ausbildung der als Klingen geformten Schneiden 40 können
diese bei Verschleiß umgedreht und mit der anderen dann schnei
denden Kante benutzt werden. Die Schneiden 40 können sowohl auf
die Innenfläche des Trägers 38 aufgesetzt wie auch durch ent
sprechende nicht gezeigte Schlitze in dem Träger 38 in das Ge
häuse 28 eingeschoben werden. In einer nicht dargestellten be
sonders vorteilhaften Ausführungsform können alle Schneiden
40/Klingen in einem Halter aufgenommen und durch Schlitze in der
Wandung 38 in das Gehäuse 28 mehr oder weniger tief eingeführt
werden, was manuell oder motorisch erfolgen kann.
Die Darstellung zeigt, daß die Spitzen der Schneiden 40 so nahe
wie möglich an den Hüllkreis der rotierenden Häckselmesser 32
herangeführt werden und daß der Träger 38, der gleichzeitig eine
glatte Gleitfläche für das geschnittene Erntegut bildet, stufen
los in einen zu dem Gebläse 24 führenden Schacht 42 übergeht.
Aus der bisherigen Beschreibung und der Zeichnung wird deutlich,
daß das Erntegut, nachdem es an der Gegenschneide 34 in kurze
Stücke geschnitten worden ist, mit Blick auf die Zeichnung ent
gegen dem Uhrzeigerdrehsinn an dem Gehäuse 28 bzw. dessen Wan
dung 38 entlang gleitet und sich beim Übergang zu dem Schacht 42
aufgrund seiner Bewegungsenergie an den Schneiden 40 vorbei
bewegt und dabei die Teile des Ernteguts getrennt werden, die
auf die vorlaufende Kante 44 auftreffen. Es wird darauf hinge
wiesen, daß die Schneiden 40 auch näher an die Gegenschneide 34
herangerückt oder weiter stromabwärts angeordnet werden können.
Claims (10)
1. Nachzerkleinerungsvorrichtung (30) einer Häckselmaschine
(10) mit wenigstens einer in der Bewegungsbahn zerkleiner
ten Ernteguts auf einem Träger (38) angeordneten Erhebung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebung als wenigstens
eine Schneide (40) ausgebildet ist.
2. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß sich die Schneide (40) in der Bewe
gungsrichtung des geschnittenen Ernteguts, insbesondere
radial zu der Drehachse eines Häckselrotors (22), er
streckt.
3. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß der Träger (38) als eine im
wesentlichen geschlossene und zur Führung des Ernteguts
bestimmte Wandung ausgebildet ist.
4. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneiden (40) von Messer- oder Häckslerklingen gebildet
werden.
5. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
schneidende Kante (44) der Schneide (40) mit der Bewegungs
richtung des Ernteguts einen spitzen Winkel einschließt.
6. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Trä
ger (38) als ganzes oder in Teilen lösbar montiert oder in
bezug auf den Erntegutstrom einstellbar ist.
7. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneide (40) auf einem von dem Träger (38) getrennten und
durch in diesem vorgesehene Öffnungen in oder aus dem Ern
tegutstrom bringbar ist.
8. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Schneiden in insbesondere mehreren parallel oder geneigt zu
der Drehachse eines Häckselrotors (22) ausgerichteten Rei
hen vorgesehen sind.
9. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Ab
stand zwischen mehreren Schneiden (40) veränderbar ist
und/oder insbesondere 25-30 mm beträgt.
10. Nachzerkleinerungsvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneide (40) und/oder der Träger (38) mit einer Überlast
sicherung versehen ist.
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ID=6535488
Family Applications (1)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: DEERE & COMPANY, MOLINE, ILL., US |
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