DE4319966A1 - Eintauchausguß - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Eintauchausguß zum Vergießen
von flüssigem Metall, insbesondere Stahl, in eine Kokille,
insbesondere Dünnbrammenkokille, wobei der Eintauchausguß
einen in der Eintauchzone verbreiterten Durchlaufkanal
aufweist.
Ein derartiger Eintauchausguß ist in der DE 41 42 447 A1
beschrieben. Dort ist der Durchlaufkanal in der Eintauchzone
zwar erweitert; er reicht jedoch nicht bis nahe an die
Schmalseiten der Kokille. Der Eintauchausguß bildet zwei
durch ein keilförmiges Bodenstück getrennte
Ausströmöffnungen. Die Schmelze tritt ungebremst unter der
Wirkung des ferrostatischen Druckes nur in einen
Mittelbereich der Kokille ein. Sie muß sich in der Kokille
verteilen. Dies kann zu Verwirbelungen führen. Solche
Verwirbelungen sind unerwünscht, da sie die Qualität der
Bramme oder des Stahlbandes beeinträchtigen könne.
In der DE 40 32 624 A1 ist ein Eintauchausguß beschrieben,
in dem zwei Einzelströmungen erzeugt werden, die vor der
Ausströmöffnung gegeneinander geleitet werden, um eine
gleichmäßige, stabile Schmelzenverteilung in der Kokille zu
erreichen. Auch hier tritt die Schmelze unter der Wirkung
des von der Länge des Eintauchausgusses mitbestimmten
ferrostatischen Drucks aus der Ausströmöffnung aus. Sie muß
sich von dieser aus über die Breite der Kokille verteilen.
Eintauchausgüsse mit zur Seite gerichteten Ausströmöffnungen
sind in der DE 38 11 751 A1, der DE 38 39 214 A1, der
DE 39 07 003 A1, der DE 39 18 228 A1 und der DE 41 04 690 A1
beschrieben.
Die DE 41 32 910 C1 zeigt eine elektromagnetische
Vorrichtung zum Steuern und Regeln des Durchflusses von
Schmelze. Innerhalb der Induktionsspule ist zwischen einem
Zulaufkanal und einem Auslaufkanal ein Zwischenraum
vorgesehen. In dem Zwischenraum soll der Gießstrahl durch
die radialen Kräfte des Magnetfeldes der Induktionsspule
eingeschnürt werden.
In der DE 38 05 071 C2 ist ein Verschluß eines
metallurgischen Gefäßes gezeigt, das eine langgestreckte
Ausströmöffnung für eine Stranggießkokille aufweist.
In der DE 38 09 071 C2 ist ein Dreh-Schieberverschluß für
einen langgestreckten Ausguß eines metallurgischen Gefäßes
beschrieben. Eine rüsselartige Anformung kann einen
Eintauchausguß bilden.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Eintauchausguß der
eingangs genannten Art vorzuschlagen, der so aufgebaut ist,
daß die Schmelze möglichst verwirbelungsfrei und über den
Querschnitt gleichmäßig verteilt in die Kokille eintritt.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Eintauchausguß
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß der
Durchlaufkanal eine in der Eintauchzone dem Innenquerschnitt
der Kokille angenäherte Kanalgeometrie aufweist, daß der
Durchlaufkanal zwischen seinem Einlaufbereich und seinem
Auslaufbereich eine in der Nähe der Eintauchzone angeordnete
sumpfbildende Kammer aufweist und daß der Durchlaufkanal im
Auslaufbereich in Strömungsrichtung hinter der
sumpfbildenden Kammer durchgehend annähernd die gleiche
Kanalgeometrie wie in der Eintauchzone aufweist.
In der sumpfbildenden Kammer sammelt und verteilt sich die
durch den Einlaufbereich in sie einströmende Schmelze. Aus
der sumpfbildenden Kammer fließt die Schmelze über einen
überlauf in den Auslaufbereich. Damit der sich im
Auslaufbereich aufbauende Fließdruck klein bleibt, ist die
sumpfbildende Kammer nahe bei der Eintauchzone angeordnet.
Dadurch, daß der Durchlaufkanal im Auslaufbereich annähernd
die Querschnittsgeometrie aufweist wie die Kokille,
verwirbelt die Schmelzenströmung im Auslaufbereich nicht und
tritt praktisch auf den gesamten Querschnitt gleichmäßig
verteilt in die Kokille. In der Kokille muß die Schmelze
kaum mehr seitlich verfließen.
Insgesamt tritt die Schmelze nahezu verwirbelungsfrei und
gleichmäßig in die Kokille ein. In der Kokille entstehen
praktisch keine Verwirbelungen. Die Kokille kann eine
Dünnbrammenkokille oder eine Bandgießkokille sein.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen. In der
Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Eintauchausguß im Schnitt in einer ersten
Ausführung,
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III nach Fig. 1,
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
Eintauchausgusses,
Fig. 5 einen Schnitt längs der Linie V-V nach Fig. 4,
Fig. 6 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
Eintauchausgusses im Schnitt und
Fig. 7 einen Schnitt längs der Linie VII-VII nach Fig. 6.
Ein Eintauchausguß 1 aus feuerfesten keramischen Material
weist einen Durchlaufkanal 2 für Metallschmelze auf. Im
Eintauchausguß 1 ist eine sumpfbildende Kammer 3 gestaltet.
Diese liegt unterhalb eines Einlaufbereichs 4 des
Durchlaufkanals 2, der an einer Mündung 5 von oben in
die Kammer 3 übergeht.
Seitlich ist an der Kammer 3 ein Überlaufrand 6 ausgebildet,
an dem die Kammer 3 in einen Auslaufbereich 7 des
Durchlaufkanals 2 übergeht. Der Überlaufrand ist gerundet,
um eine glatte Schmelzenströmung zu erreichen.
Der Eintauchausguß 1 ist im Auslaufbereich 7 in eine
Kokille 8 einführbar. Eine Eintauchzone 9 des
Auslaufbereichs 7 ragt dabei in die Kokille 8.
Der Auslaufbereich 7 ist wesentlich kürzer als der
Einlaufbereich 4. Die sumpfbildende Kammer 3 liegt dabei der
Eintauchzone 9 wesentlich näher als dem oberen Ende 10 des
Eintauchausgusses 1, das an ein metallurgisches Gefäß
anschließbar ist.
Die Kokille 8 weist längsseitige Wände 11 und schmalseitige
Wände 12 auf. Die schmalseitigen Wände 12 sind bei einer
Dünnbrammenkokille wesentlich kürzer als die längsseitigen
Wände 11 (vgl. Fig. 3). In der Eintauchzone 9 weist der
Durchlaufkanal 2 eine dem Innenquerschnitt der Kokille 8
angenäherte Kanalgeometrie auf. Der Eintauchausguß 1 hat
also im Bereich der Eintauchzone 9 bis auf notwendige
längsseitige und schmalseitige Spalte 13, 14 den gleichen
Querschnitt wie die Kokille 8.
Oberhalb der Eintauchzone 9 hat der Durchlaufkanal 2 im
Auslaufbereich 7 annähernd die gleiche Querschnittsgeometrie
wie in der Eintauchzone 9. Bei den Ausführungsbeispielen
nach den Fig. 1 und 4 ändert sich der Querschnitt des
Auslaufbereichs 7 nicht. Beim Ausführungsbeispiel nach
Fig. 6 verjüngt sich der Auslaufbereich 7 oberhalb der
Eintauchzone 9 in seiner schmalseitigen Erstreckung.
Die Kanal-Querschnittsgeometrie im Einlaufbereich 4 ist an
sich unabhängig von der Querschnittsgeometrie der
Eintauchzone 9 bzw. dem Auslaufbereich 7 gestaltbar. Beim
Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 ist der
Querschnitt im Einlaufbereich 4 etwa ebenso gestaltet wie im
Auslaufbereich 7. Der Durchlaufkanal 2 ist also auch im
Einlaufbereich 4 schmal und langgestreckt. Bei den
Ausführungsbeispielen nach den Fig. 4 bis 7 ist dagegen
der Durchlaufkanal 2 im Einlaufbereich 4 im Querschnitt
kreisrund (vgl. Fig. 5, Fig. 7). Auch bei den
Ausführungsbeispielen nach den Fig. 4 bis 7 könnte der
Einlaufbereich 4 so gestaltet sein wie beim
Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1, 2. Andererseits
könnte auch der Einlaufbereich 4 bei den Fig. 1, 2 so
gestaltet sein wie bei den Ausführungsbeispielen nach den
Fig. 4 bis 7. Die Querschnittsfläche des
Durchlaufkanals 2 im Einlaufbereich 4 ist etwa ebenso groß
wie die Querschnittsfläche des Durchlaufkanals 2 in der
Eintauchzone 9.
In den Eintauchausguß 1 ist ein Verschluß- und/oder
Regelorgan 15 integriert, mit dem sich der
Schmelzendurchlauf steuern läßt. Beim Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 ist das Verschluß- und/oder Regelorgan 15 im
Einlaufbereich 4 angeordnet. Beim Ausführungsbeispiel nach
Fig. 4 ist das Verschluß- und/oder Regelorgan 15 in der
Kammer 3 vorgesehen. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6
ist das Verschluß- und/oder Regelorgan 15 im
Auslaufbereich 7 vorgesehen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist als Verschluß
und/oder Regelorgan 15 ein walzenförmiger Rotor 16 in dem
Eintauchausguß 1 gelagert. Der Rotor 16 weist einen radialen
Durchlaßschlitz 17 auf. In der in Fig. 1 dargestellten
Öffnungsstellung ist der Schmelzendurchlauf frei. Wird der
Rotor 16 um die Achse 18 gedreht, dann wird dadurch der
Schmelzendurchlauf mehr oder weniger unterbrochen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist ein Rotor 19 in der
Kammer 3 angeordnet. Der Rotor 19 bildet mit einer
Abplattung 20 den Boden der Kammer 3. In Fig. 4 ist der
Rotor 19 in seiner Öffnungsstellung gezeigt. Er bildet dabei
die zum Einlaufbereich 4 und zum Auslaufbereich 7 offene
Kammer 3. Durch eine Drehung des Rotors 19 um die Achse 21
läßt sich der Schmelzendurchlauf ganz oder teilweise
unterbrechen. Ein Teil des Außenumfangs des Rotors 19
wandert dabei vor die Mündung 5 des Einlaufbereichs 4
und/oder den Auslaufbereich 7 oberhalb des
Überlaufrandes 6.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 ist das Verschluß- und/oder
Regelorgan 15 von einer elektromagnetischen
Einrichtung mit einer Induktionsspule 22 gebildet, die den
Eintauchausguß 1 beim Auslaufbereich 7 umfaßt. Ist die
Spule 22 von einem Induktionsstrom durchflossen, dann wird
so auf die Schmelze eingewirkt, daß der ferrostatische Druck
vermindert wird. Diese Einrichtung kann auch im Bereich der
Kammer 3 angeordnet sein.
Die Funktionsweise des beschriebenen Eintauchausgusses ist
im wesentlichen folgende:
Im Gießbetrieb strömt durch den Einlaufbereich 4 Schmelze in
die sumpfbildende Kammer 3. Sie beruhigt und verteilt sich
in dem in der Kammer 3 bestehenden Schmelzensumpf. Die
Schmelze tritt über den Überlaufrand 6 der Kammer 3 dann in
den Auslaufbereich 7. Sie verläßt dabei die Kammer 3 schon
in einer Strombreite, die im wesentlichen der längsseitigen
Wand der Kokille 8 entspricht. Die Schmelze fließt gleichmäßig
über den Querschnitt des Auslaufbereichs 7 in diesem verteilt
in die Schmelze der Kokille 8. Die Schmelze durchströmt den
Auslaufbereich 7 im wesentlichen laminar in gleichmäßiger
Verteilung über dessen Querschnitt und mit in allen
Querschnittsbereichen im wesentlichen gleicher
Geschwindigkeit. Da die Schmelze die Eintauchzone 9 in einem
Querschnitt verläßt, der bis auf die notwendige Wandstärke
des Eintauchausgusses 1 in der Eintauchzone 9 und die
unvermeidbaren Spalte 13, 14 gleich ist, muß die Schmelze in
der Kokille 8 nicht über weitere Strecken verfließen, so daß
auch die mit einem solchen Verfließen verbundenen
Verwirbelungen vermieden sind.
Soll der Schmelzendurchfluß gedrosselt oder unterbrochen
werden, dann wird das Verschluß und/oder Regelorgan 15
betätigt.
In den Figuren ist der Eintauchausguß 1 zur Vereinfachung
der Darstellung einteilig dargestellt. Der Eintauchausguß
kann jedoch aus baulichen Gründen oder aus Gründen
unterschiedlicher Beanspruchung mehrteilig hergestellt sein.
In den Fig. 4 und 6 sind Teilungslinien T angedeutet.
Im Bedarfsfall kann die Kammer 3 beheizt sein, um dort ein
Einfrieren von Schmelze zu vermeiden. Die Beheizung der
Kammer 3 kann induktiv erfolgen.
Claims (13)
1. Eintauchausguß zum Vergießen von flüssigem Metall,
insbesondere Stahl, in eine Kokille, insbesondere
Dünnbrammenkokille, wobei der Eintauchausguß einen in
der Eintauchzone verbreiterten Durchlaufkanal aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchlaufkanal (2) eine in der Eintauchzone (9)
dem Innenquerschnitt der Kokille (8) angenäherte
Kanalgeometrie aufweist, daß der Durchlaufkanal (2)
zwischen seinem Einlaufbereich (4) und seinem
Auslaufbereich (7) eine in der Nähe der Eintauchzone
(9) angeordnete sumpfbildende Kammer (3) aufweist und
daß der Durchlaufkanal (2) im Auslaufbereich (7) in
Strömungsrichtung hinter der sumpfbildenden Kammer (3)
durchgehend annähernd die gleiche Kanalgeometrie wie in
der Eintauchzone (9) aufweist.
2. Eintauchausguß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchlaufkanal (2) im Einlaufbereich (4)
annähernd die gleiche Kanalgeometrie wie im
Auslaufbereich (7), insbesondere in der Eintauchzone
(9), aufweist.
3. Eintauchausguß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchlaufkanal (2) im Einlaufbereich (4) einen
etwa runden Querschnitt aufweist.
4. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Einlaufbereich (4) oder im Auslaufbereich (7)
ein in den Eintauchausguß (1) integriertes Verschluß- und/oder
Regelorgan (15) angeordnet ist.
5. Eintauchausguß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verschluß- und/oder Regelorgan (15) von einem
walzenförmigen Rotor (16) mit einem radialen
Durchlaßschlitz (17) gebildet ist.
6. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der sumpfbildenden Kammer (3) ein im
Eintauchausguß (1) integriertes Verschluß- und/oder
Regelorgan (15) angeordnet ist.
7. Eintauchausguß nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verschluß und/oder Regelorgan (15) von einem
Rotor (19) gebildet ist, der eine die Kammer (3)
begrenzende Abplattung (20) aufweist.
8. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verschluß und/oder Regelorgan (15) von einer
elektromagnetischen Einrichtung (22, 23) gebildet ist.
9. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Einlaufbereich (4) von oben in die Kammer (3)
mündet.
10. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (3) einen Überlaufrand (6) bildet, an
den der Auslaufbereich (7) anschließt.
11. Eintauchausguß nach Anspruch 9 und 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (3) sich von der Mündung (5) des
Einlaufbereichs (4) zum Überlaufrand (6) verbreitert.
12. Eintauchausguß nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge des Überlaufrandes (6) der längsseitigen
Erstreckung des Auslaufbereichs (7) gleich ist.
13. Eintauchausguß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Einlaufbereich (4) etwa die gleiche
Querschnittsfläche wie der Auslaufbereich (7) aufweist.
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