DE4315693A1 - Abflußmengenregelung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Abflußmengenregelvorrichtung zum
Einbau in Kanalisationsanlagen, z. B. hinter dem Abfluß eines
Regen- oder Mischwasserbeckens.
In Kanalisationssystemen werden im Bereich bestimmter Einzugs
flächen Speicherbecken vorgesehen, die in einer Mischwasserka
nalisation den bei Regenfall stark verschmutzten ersten Spül
stoß auffangen, um ihn in der Folgezeit in einer auf die Kapa
zität einer nachgeschalteten Kläranlage geregelten Menge ab
fließen zu lassen. Eine vergleichbare Abflußregelung findet aus
Regenspeicherbecken statt, wenn beispielsweise die Aufnahmeka
pazität des Vorfluters hinter dem Speicher begrenzt ist. Zur
Regelung dieser Abflußmengen sind im Becken oder in einem mit
diesem verbundenen Schacht installierte, vom Fullstand/Stauhöhe
schwimmergesteuerte Blendenregler bekannt. Aus verschiedenen
Gründen bestehen zuweilen Schwierigkeiten oder ist es überhaupt
nicht möglich, vor der Abflußöffnung des Beckens oder Schachtes
eine solche Oberwasser-Regelvorrichtung einzubauen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abflußmengenre
gelvorrichtung der eingangs bezeichneten Art anzugeben, die un
mittelbar hinter einem Beckenabfluß oder auch an beliebiger
anderer Stelle eines Kanalisationsrohres eingebaut werden kann
und bei geringen Herstellungs- und Einbaukosten und einer ein
fachen robusten Bauart variabel zufließende Wassermengen auf
eine einstellbar geregelte Abflußmenge wirksam zubegrenzen,
ohne daß für den Betrieb der Regelvorrichtung eine andere als
die in dem zulaufenden Wasser vorhandene Energie benötigt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
- - daß zwischen an ein Kanalisationsrohr anschließbaren Zulauf- und Ablaufstutzen eine Schwimmerkammer mit erweitertem Quer schnitt angeordnet ist, der eine mindestens zwei bis dreimal größere Breite als die Breite oder der Durchmesser der Einlauf öffnung aufweist,
- - daß an auf oder oberhalb der Schwimmerkammer ortsfesten La gerstellen ein Schwimmer mittels Parallelogrammlenkern aufge hängt ist, der sich mit dem bei variablen Zulauf ändernden Auf stau in der Schwimmerkammer aufwärts oder abwärts bewegt,
- - und daß die Schwimmerbewegung mittels einer Hebelübersetzung, insbesondere in Form einer Verlängerung des einen Lenkers über sein Festlager hinaus als Antrieb zum Verstellen einer in der Kammer hinter der Zulauföffnung schwenkbar gelagerten Blende vorgesehen ist.
Mit Hilfe der vorgeschlagenen Maßnahmen wird in der Schwimmer
kammer aufgrund der dort vorhandenen größeren Strömungswider
stände und der Wasserverwirbelung ein Aufstau erzeugt, der als
Maß für die jeweilige zeitliche Zulaufmenge auf den Schwimmer
übertragen und vorteilhaft für eine so geregelte Blendenver
stellung ausgenutzt wird, daß eine gleichbleibende Ablaufmenge
entsteht. Da das Übersetzungsverhältnis zwischen Schwimmer und
Blende groß gewählt werden kann, wirken sich kleine Schwimmer
bewegungen zu größeren Blendenverstellbewegungen aus, woraus
ein vorteilhaft schnelles Ansprechverhalten auf sich ändernde
Zulaufmengen und eine erhöhte Regelgüte resultieren. Neben ein
fachem Aufbau und leichter Montage in einer Kanalisation hat
die erfindungsgemäße Regelvorrichtung als weitere Vorteile u. a.
den fremdenergiefreien Antrieb sowie eine selbsttätige Frei
spülwirkung, indem bei sich vor der Blende ansammelnden Ablage
rungen die Stauhöhe in der Schwimmerkammer absinkt und der fol
gende Schwimmer über seinen Stellarm dann die Blende vollstän
dig öffnet.
Weitere Merkmale und Vorteile der Abflußmengenregelvorrichtung
nach der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnungen, wobei Merkmale der Ansprüche durch
solche aus der Beschreibung ergänzt werden und auch jeweils für
sich oder in beliebiger anderer Kombination weitere Ausfüh
rungsformen der Erfindung bilden können. Es zeigen, jeweils
schematisch,
Fig. 1 eine Seitenansicht der Regelvorrichtung nach der Er
findung und
Fig. 2 einen Querschnitt der Schwimmerkammer in Fig. 1 ent
sprechend dem Schnitt nach der Linie A-A.
Die Regelvorrichtung umfaßt eine längliche z. B. rechteckige
Schwimmerkammer 10, an deren kürzeren Stirnwänden 12, 14 sich
bis zum Boden erstreckende Zulauf- und Ablaufstutzen 16 bzw. 18
angebracht sind, die jeweils einen etwa rechteckigen Quer
schnitt haben können. Die Schwimmerkammer 10 ist gemäß Fig. 2
mindestens 2 bis 3mal so breit wie die Breite bzw. Durchmesser
der Zulauföffnung 20. Das einströmende Wasser wird an der Kam
merückwand 14 verwirbelt und in seinem Abfluß verzögert, so daß
in der Kammer ein Aufstau entsteht.
Mit dem sich in Abhängigkeit von der zeitlichen Zulaufmenge in
der Schwimmerkammer 10 ändernden Aufstau steigt oder sinkt ein
in der Kammer angeordneter Schwimmer 22, der sich über eine we
sentliche Querschnittsbreite der Kammer erstreckt und somit
ebenfalls zum Entstehen des Aufstaues beiträgt.
Der Schwimmer 22 ist über Ansätze 24 an seiner Oberseite an
zwei ortsfest gelagerten Parallellenkern 26, 28 aufgehängt, die
bei auf den Boden 30 der Kammer abgesenktem Schwimmer von ihren
Festlagern 32, 34 aus in Richtung zum Ablauf 18 abwärts geneigt
verlaufen, so daß ihre Neigung bei steigendem Schwimmer 22 noch
flacher wird. Der dem Einlauf 16 nähere Lenker 26 ist nach oben
über sein Festlager 32 hinaus zu einem die Schwimmerbewegung
übersetzender Stellarm 36 verlängert. Der Stellarm ist mit
einem abgekröpften Abschnitt 38 bis in die Nähe des Einlauf der
Schwimmerkammer 10 verlängert. Auf dem im allgemeinen waage
rechten freien Ende 40 der Abkröpfung ist eine Kugel 42 befe
stigt, die in einer Hülse nach oben federbelastet sein kann und
in Punktberührung an der Unterseite eines an einer verschwenk
baren Blende 44 befestigten Betätigungsbleches 46 anliegt.
Die Blende 44 ist an der vorderen Stirnwand 12 der Schwimmer
kammer seitlich von der Zulauföffnung 20 auf einer waagerechten
bzw. parallel zur Längsrichtung der Schwimmerkammer verlaufen
den Achse 48 gelagert. Die Blende 44 liegt während ihrer
Schwenkbewegungen an Dichtleisten 50 an, die an die Seiten- und
Oberkanten der etwa rechteckigen Zulauföffnung 20 definierenden
Begrenzungsblechen 52 einstellbar befestigt sind. An der Rück
seite der Blende 44 ist das senkrecht von dieser vorstehende
Betätigungsblech 46 befestigt, an dessen Unterseite das Stell
armende 40 mit Punktkontakt anliegt. Um die Kontaktreibung zu
reduzieren, kann die Unterseite des Betätigungsbleches aus
einem Kunststoffbelag 54 bestehen oder mit reibungsarmem Mate
rial beschichtet sein.
Da der Stellarm 36-40 bei Schwimmerbewegungen eine Bogenbahn
durchläuft, auf der er sich der Blende 44 annähert bzw. von
dieser entfernt, ist das an der Blende befestigte Betätigungs
blech 46 an seiner der Abkröpfung 38 zugewandten Außenkante,
von oben gesehen, so abgeschrägt, daß es mit dieser Abkröpfung
nicht in Berührung kommt.
Für normale Regelzwecke reicht es aus, wenn das Betätigungs
blech 46 entsprechend Fig. 2 einen ebenen Verlauf aufweist. Bei
Feinregelungen bestimmter Abflußmengen kann das Betätigungs
blech auch kurvenförmig verlaufen, und zwar unter Berücksichti
gung insbesondere des Übersetzungsverhältnisses zwischen
Schwimmer- und Stellarmhub. Bei der gezeigten praktischen Aus
führungsform ist das Betätigungsblech 46 über eine erste Länge
des Punktkontaktes mit dem Stellarm für den Regelbereich größe
rer Abflußmengen bzw. großer Schwimmerhöhen eben und in einer
daran winklig anschließenden zweiten Länge 56 abwärts geneigt.
Auf dieser zweiten Länge 56 wird die Blende 44 bei geringeren
Zulaufmengen vom Stellarm schneller angehoben.
Vorzugsweise ist der Boden der im Querschnitt rechteckigen
Schwimmerkammer zu deren Mitte hin, wie in Fig. 2 gezeigt,
stumpfwinklig vertieft, wobei sich diese Rinnenform stromauf
bis über die Zulauföffnung 20 in den Zulaufstutzen 16 erstrec
ken kann. Die seitlich etwa in Höhe der Oberseite des Zulaufes
an der Stirnwand 12 der Schwimmerkammer 10 gelagerte Blende 44
ist an ihrer Unterkante dem Rinnenboden 30 angepaßt und kann
die Einlauföffnung vollständig verschließen. Der Schwimmerboden
58 kann dem Rinnenboden 30 der Kammer angepaßt und mittig über
der Rinne der Kammer aufwärts gewölbt sein, um größeren Fest
körpern in zulaufendem Wasser den erforderlichen Durchflußquer
schnitt zu bieten.
Der Blendenregler besitzt dadurch eine selbsttätige Freispül
wirkung, daß bei sich im Zulauf vor der Blende 44 ansammelnden
Ablagerungen die Stauhöhe in der Schwimmerkammer 10 und somit
der Schwimmer 22 absinkt, dessen Stellarm 36-40 dann die Blende
vollständig öffnet.
Claims (13)
1. Abflußflußmengenregelvorrichtung zum Einbau in Kanalisa
tionsanlagen, insbesondere hinter dem Abfluß eines Regen- oder
Mischwasserbeckens,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß zwischen an ein Kanalisationsrohr anschließbaren Zulauf- und Ablaufstutzen (16, 18) eine Schwimmerkammer (10) mit erwei tertem Querschnitt angeordnet ist, der eine mindestens zwei bis dreimal größere Breite als die Breite oder der Durchmesser der Zulauföffnung (20) aufweist,
- - daß an auf oder oberhalb der Schwimmerkammer (10) ortsfesten Lagerstellen (32, 34) ein Schwimmer (22) mittels Parallelo grammlenkern (26, 28) aufgehängt ist, der sich mit dem bei va riablen Zulauf ändernden Aufstau in der Schwimmerkammer auf wärts oder abwärts bewegt,
- - und daß die Schwimmerbewegung mittels einer Hebelübersetzung, insbesondere in Form einer Verlängerung (36) des einen Lenkers (26) über sein Festlager (32) hinaus als Antrieb zum Verstellen einer in der Kammer (10) hinter der Zulauföffnung (20) schwenk bar gelagerten Blende (44) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schwimmerkammer (10) mindestens doppelt so lang ist wie ihre
Breite und im allgemeinen eine Rechteckform mit quer zur Strö
mungsrichtung verlaufenden vorderen und rückwärtigen Stirnwän
den (12, 14) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Boden (30) der Schwimmerkammer im Querschnitt zur
Längsmitte hin stumpfwinklig vertieft ist, wobei sich diese
Rinnenform mindestens stromauf durch die Zulauföffnung (20) in
den Zulaufstutzen (16) erstrecken kann.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Querschnittsbreite des Schwimmers (22)
derjenigen der Kammer (10) angenähert ist und so mit zum Ent
stehen des Aufstaus beiträgt, wobei der Boden (30) des Schwim
mers mittig oberhalb des Rinnenbodens (30) der Kammer aufwärts
bzw. hohl gewölbt ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Parallellenker (26, 28) bei bis zum Bo
den (30) der Kammer abgesenktem Schwimmer (22) von ihren Fest
lagern (32, 34) aus in Richtung zum Ablauf (18) abwärts geneigt
sind, so daß ihre Neigung bei steigendem Aufstau bzw. Schwimmer
abnimmt bzw. flacher wird.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß insbesondere der dem Einlauf nähere Lenker
(26) über sein Festlager hinaus zu einem die Schwimmerbewegung
übersetzenden Stellarm (36) verlängert ist, der sich mit dem
freien Ende (40) einer nach unten abgekröpften Verlängerung
(38) etwa waagerecht bis in die Nähe der Blende (44) erstreckt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß an der neben dem Zulaufstutzen (16) an der
Kammerstirnwand (12) gelagerten Blende (44) ein kammereinwärts
vorspringendes Betätigungsblech (46, 56) befestigt ist, das vom
abgekröpften Ende (40) des Stellarms unterfaßt und abgestützt
ist, so daß ein Teil des Schwimmergewichtes durch die Blende
ständig ausgeglichen ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem abgekröpften Ende (40) des Stell
arms eine insbesondere nach oben federbelastete Kugel gehalten
ist, die an der Unterseite des an der Blende (44) befestigten
Betätigungsbleches (46, 56) mit Punktberührung anliegt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Betätigungsblech (46) über eine erste
Länge, die dem Blendenverstellbereich für große Abflußmengen
zugeordnet ist, etwa quer zur Zulauföffnung (20) im allgemeinen
eben verläuft und in eine daran anschließende abwärts geneigte
oder gekrümmte zweite Länge (56) übergeht, auf der die Blende
bei geringen Zulaufmengen vom Stellarm schneller angehoben bzw.
geöffnet wird.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß auf der Unterseite des Betätigungs
bleches (46, 56) ein die Kontaktreibung mit dem Stellarmende
reduzierender Belag (54) oder eine Beschichtung angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das an der Blende feste Betätigungs
blech (46, 56) an seiner in die Kammer weisenden Seitenkante,
von oben gesehen, so abgeschrägt ist, daß zwischen ihr und der
Abkröpfung (38) des sich auf einem Bogen bewegenden Stellarms
ständig ein Abstand aufrechterhalten bleibt.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Unterkante der Blende (44) der
stumpfwinkligen Rinnenform des Beckenbodens (58) und der Zu
lauföffnung (20) angepaßt ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Zulauföffnung (20) mit senkrecht
zur Stirnwand (12) der Schwimmerkammer (10) verlaufenden oberen
und seitlichen Begrenzungsblechen (52) und mit daran einstell
bar befestigten Dichtleisten (50) versehen ist, an denen die
Blende (44) gleitend geführt ist.
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