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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine großoberflächige Schwefel enthaltende
Aktivkohle, hergestellt aus aromatischen Kohlenwasserstoffvorstufen,
wie mehrkernigen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Pechen, Ölen und
Teeren, durch Umsetzen einer mehrkernigen aromatischen Kohlenwasserstoffvorstufe
mit elementarem Schwefel, gefolgt von einer Verkohlung bzw. Verkokung
in einer Inertgasatmosphäre
bei 450 bis 1000°C
zum Herstellen eines Schwefel enthaltenden Koksprodukts, und dann
vorzugsweise einer Aktivierung des schwefelhaltigen Produkts in
einer oxidierenden Atmosphäre,
wie beispielsweise Wasserdampf oder Luft, bei einer Temperatur von
wenigstens 500°C.
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Aktivkohle
kann für
Adsorptionszwecke, beispielsweise zur Extraktion von Gasen oder
Dämpfen aus
Produkten, zur Adsorption von Flüssigkeiten
und zur Lösungsmittelrückgewinnung
in verschiedenen Anwendungen verwendet werden. Ein Verfahren zur Herstellung
von hochaktiver Gasadsorptionskohle besteht in dem Verkohlen von
Kohlenstoff enthaltendem Material, wie beispielsweise Kokosnußschalen, durch
Anwendung von Wärme
und einer weiteren Behandlung der so hergestellten Kohle mit einem Oxidierungsmittel,
wie beispielsweise Wasserdampf, das den Kohlenstoff langsam oxidiert.
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Das
US-Patent 1 694 040 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von
dichter, stark aktivierter Holzkohle durch Imprägnieren von Nußcellulose
mit einem Dehydratisierungsmittel, wie beispielsweise Phosphorsäure oder
Zinkchlorid, Erhitzen der Mischung auf eine Temperatur nicht wesentlich
unter 350°C,
Extraktion der löslichen
Komponenten und daraufhin nochmaliges Erhitzen der erhaltenen Kohle in
einer oxidierenden Atmosphäre.
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Das
US-Patent 1 819 165 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von
hochaktiver Gasadsorptionskohle durch Imprägnieren eines Kohlenstoff enthaltenden
Materials mit Phosphorsäure,
anschließendem
Calcinieren dieses imprägnierten
Materials in Abwesenheit von Sauerstoff und schließlich durch Umsetzen
des calcinierten Produkts mit einer geregelten partiellen Oxidation,
bei einer Temperatur oberhalb von 700°C.
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Das
US-Patent 3 305 315 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines
permanent entwässerten
hitzebehandelten Materials aus einem textilen Cellulosematerial,
bei dem ein Cellulosematerial einer kontrollierten, partiellen und
selektiven Zersetzung des Cellulosematerials unterzogen wird, indem man
das Cellulosematerial mit einer sauren Lösung innig mischt, um das Material
hiermit zu befeuchten, das befeuchtete Material von der Lösung entfernt, das
Material trocknet, um das Lösungsmittel
hiervon zu entfernen und das getrocknete Material einer Wärmebehandlung
in einer oxidierenden Atmosphäre
unterzieht, wobei eine Zersetzung erfolgt, bei der die Kohlenstoff-Sauerstoff-
und die Kohlenstoff-Wasserstoffbindungen
gespalten werden, wobei es allerdings nicht zu einer Spaltung des
Hauptcellulosemoleküls
durch einen Bruch der Kohlenstoff-Kohlenstoffbindungen unter Entwicklung
von Wasserstoff kommt.
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Das
US-Patent 5 102 855 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von
Aktivkohle, vorzugsweise von Aktivkohle mit hoher Oberfläche, aus
preiswerten Cellulosevorstufen, wie beispielsweise Papier, durch
eine Vorbehandlung der Cellulosevorstufe mit einem aktivierenden
Mittel, wie beispielsweise Phosphorsäure, gefolgt von einer Verkohlung
in einer inerten Atmosphäre
bei einer erhöhten
Temperatur zur Herstellung von Aktivkohle. Die Aktivkohle kann weiter
aktiviert werden, um ihre Oberfläche
zu vergrößern, durch
Erhitzen in einer oxidierenden Atmosphäre bei erhöhter Temperatur, wobei man
eine Aktivkohle mit einer Oberfläche
von wenigstens 1.000 m2/g erhält.
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Obgleich
Aktivkohle extensiv in Gas- und Dampfadsorptionsvorrichtungen benutzt
wird, ist sie außerdem
gut geeignet für
die Lagerung von Gasen, wie beispielsweise Methan. Eine der besten
Aktivkohlen für
die Lagerung von Methan ist durch die chemische Aktivierung von
Koks erhältlich.
Diese Kohlen haben sehr hohe Oberflächen (2.500 bis 3.000 m2/g) und sind teuer in der Herstellung.
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Das
US-Patent 2 585 454 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von aktivierten
Kohlenstoffteilchen, bei dem eine schwerflüchtige, kohlenwasserstoffhaltige
Substanz mit Schwefel umgesetzt wird, um eine feste, schwarze, unlösliche und
nicht schmelzbare Schwefel/Kohlenwasserstoff-Verbindung zu erhalten.
Dabei werden große
Mengen an Schwefel zugesetzt, so daß der Schwefelgehalt in dem
ersten Umsetzungsprodukt, das gleichzeitig Vorprodukt für die aktivierten
Kohlenstoffteilchen ist, 25 bis 40 Gew.-% beträgt. Trotz des hohen Ausgangsschwefelgehaltes
resultiert in bezug auf das aktivierte Endprodukt ein nur relativ
geringer Schwefelgehalt, was mit hohen Schwefelverlusten einhergeht.
Insbesondere liegt das Vorprodukt nicht in Form eines nicht planaren
Leiterpolymers vor.
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Chemical
Abstracts 87:154562 beschreibt die Umsetzung von Asphalt mit Schwefel
in einer wäßrigen Polyvinylalkohollösung mit
anschließender Carbonisierung
und Aktivierung. Angaben über
Zwischenprodukte oder über
den Schwefelgehalt der erhaltenen Aktivkohle werden nicht genannt.
Weiterhin ist eine spezielle Anpassung bzw. eine Verwendung der
Aktivkohle für
die Adsorption bzw. Lagerung von Gasen nicht erwähnt.
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Chemical
Abstracts 84:107840 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Aktivkohle,
wobei von polychlorierten Biphenylen ausgegangen wird. Letzteres
wird mit Schwefel, jedoch unter zwingendem Einsatz von Metall- oder
Nichtmetallsulfiden erhitzt. Es werden weder eine Reaktion des Schwefels
mit dem polychlorierten Biphenylen noch die Entstehung von Leiterpolymeren
mit Schwefelbrücken
erwähnt.
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Es
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein relativ preisgünstiges
Verfahren zur Herstellung von Aktivkohlen mit hoher Oberfläche, vorzugsweise Aktivkohlen
mit sehr hoher Oberfläche,
aus preisgünstigen
aromatischen Kohlenwasserstoffvorstufen bereitzustellen.
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Weiterhin
ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Aktivkohlen, vorzugsweise
großoberflächige Aktivkohlen,
herzustellen, die in Lagerbehältern
verwendet werden können,
um Gase, wie beispielsweise Methan, Wasserstoff und Erdgas, besser zu
lagern.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Herstellung von großoberflächiger Aktivkohle
bereitzustellen, die kosteneffektiv hergestellt und leicht handhabbar
ist.
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Weiterhin
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung einer Aktivkohle
mit einer kontrollierten Porosität
und einer hohen Polarität,
bei der die Wechselwirkung zwischen der Kohle mit Gasen, wie beispielsweise
Methan, verbessert wird, wodurch eine effizientere Gaslagerung erreicht
wird.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft mithin ein Verfahren zur Herstellung
eines schwefelhaltigen Kolilenstoffprodukts, welches vorzugsweise
aktiviert ist und welches folgende Schritte enthält:
- a)
Umsetzen wenigstens einer verkohlbaren Flüssigkeit oder eines verkohlbaren,
geschmolzenen Feststoffmaterials, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus mehrkernigen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Pechen, Ölen und
Teeren, mit elementarem Schwefel in einer Menge von 10 bis 40 Gew.-%,
bezogen auf das Gewicht des ausgewählten verkohlbaren Materials,
bei einer Temperatur von 150 bis 300 °C für eine Dauer von 30 bis 600
Minuten zur Erzeugung eines polymeren, Schwefel enthaltenden Reaktionsproduktes,
welches ein nicht planares Leiterpolymer ist, das gebundenen Schwefel
in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Reaktionsprodukt,
umfaßt;
- b) Erhitzen des Reaktionsproduktes nach Schritt a) auf eine
Temperatur von 450 bis 1.000 °C
in einer Inertatmosphäre
für eine
Dauer von 5 Minuten bis 5 Stunden zur Erzeugung eines Schwefel enthaltenden
Kokses; und
- c) Erhitzen des Schwefel enthaltenden Kokses nach Schritt b)
auf eine Temperatur von wenigstens 500 °C in einer oxidierenden Atmosphäre für eine Dauer
von 10 Minuten bis 48 Stunden, so daß eine Aktivkohle mit einer
Oberfläche
von wenigstens 600 m2/g, einer Methanbeladungseffizienz
von wenigstens 0,004 mmol/m2 und einem Schwefelgehalt
von 4 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Aktivkohle, erzeugt wird.
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In
der Anwendung von Schritt c) kann die Inertatmosphäre gemäß Schritt
b) durch eine oxidierende Atmosphäre ersetzt und die Erwärmung fortgesetzt
werden.
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In
diesem Zusammenhang versteht man unter einer mehrkernigen armomatischen
Kohlenwasserstoffvorstufe einen aromatischen Kohlenwasserstoff,
der wenigstens zwei kondensierte Ringe enthält. Bevorzugte aromatische
Vorstufen sind Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise Anthracen,
Chrysen und Pyren oder komplexe aromatische Kohlenwasserstoffe und
heterocyclische Mischungen, die aus Erdöl- und Kohlenteerraffinaten
erhältlich
sind, einschließlich:
Kohlenteere, Kohlenteeröle,
Kohlenteerpeche, Erdölgasöle und Petrolpeche,
wobei Petrol- und
Kohlenteeröle
am meisten bevorzugt werden.
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Nach
Schritt a) des vorstehend beschriebenen Prozesses, wird die aromatische
Vorstufe, beispielsweise Chrysen oder ein dekantiertes Öl, mit elementarem
Schwefel in einer Menge von 10 bis 40 Gew.-% des Kohlenwasserstoffs
in der Mischung gemischt und die Mischungsbestandteile durch Erwärmen miteinander
in Reaktion gebracht, wobei die Mischung entweder an der Luft oder
in einer inerten Atmosphäre
bei einer Temperatur von 150 bis 300°C für etwa 30 bis 600 Minuten belassen
wird, wobei ein polymeres schwefelhaltiges Reaktionsprodukt erhalten wird.
Das erhaltene polymere Produkt weist die Form eines nicht planaren
Leiterpolymers (ladder polymer) auf, welches Schwefel in relativ
hohen Gehalten, beispielsweise 5 bis 20 Gew.-% des Produkts enthält und in
dem Artikel "Polymerisation
of Aromatic Hydrocarbons with Sulfur, von I.C. Lewis und R.A. Greinke" in J. Poly Sci.,
Polym. Ed. Edition, 20, 1199 (1982) beschrieben ist, auf den hier
unmittelbar Bezug genommen wird. Der im Reaktionsprodukt enthaltene
Schwefel bildet Brücken
zwischen den aromatischen Ringen des polymeren Materials.
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Während der
Polymerisationsreaktion entweicht ein Teil des Schwefels als Schwefelwasserstoffgas. Üblicherweise
wird etwa die Hälfte
des Anfangsschwefels als Teil des polymeren Reaktionsproduktes zurückgehalten.
Bei einer weiteren Wärmebehandlung
des Schwefel enthaltenden Materials im Bereich von 450 bis 1000°C in einem
Inertgas, beispielsweise Stickstoff oder Argon, erfolgt eine Verkohlung
und Kohlen mit einer hohen Konzentration an Schwefel (5 bis 15 Gew.-%)
werden hergestellt. Die Aktivierung von solchen Materialien mit
hohem Schwefelanteil in einer oxidierenden Atmosphäre erzeugen
eine aktivierte Schwefelkohle mit einer hohen Oberfläche von
wenigstens 600 m2/g, vorzugsweise wenigstens
1000 bis 1200 m2/g und die Schwefel enthaltende
Aktivkohle ist gekennzeichnet durch eine hohe Methanbeladung von
wenigstens 4 mmol/g Kohlenstoff bei 34,45 bar (500 psi) Weitere
dem Fachmann bekannte chemische Aktivierungsverfahren wie beispielsweise
die Wärmebehandlung
mit festen Alkalihydroxiden oder anorganischen Säuren können ebenfalls eingesetzt werden,
um eine hohe Oberfläche
zu erhalten, allerdings ist das gasförmige Aktivierungsverfahren
bevorzugt. Die Leiterstruktur des Produktes verhindert ein planares
Stapeln der Kohlenstoffschichten und führt zu einer Porosität zwischen
den Kohlestoffschichten unter Erzeugung eines Kokses, der besonders
vorteilhaft für
die Lagerung von Methan und für
andere Aktivkohleanwendungen eingesetzt werden kann. Weiterhin bewirkt der
Schwefelanteil eine Erhöhung
der Polarität
der Kohle und fördert
die Wechselwirkung mit Methan.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Verkohlungsbehandlung in dem vorstehend beschriebenen Schritt
b) geeigneterweise in einer beliebigen Inertatmosphäre, wie
beispielsweise Stickstoff oder Argon, bei einer Temperatur von 450
bis 1000°C,
vorzugsweise zwischen 500 bis 650°C
und besonders bevorzugt von 500 bis 550°C ausgeführt. In diesem Schritt wird
das aromatische Kohlenwasserstoffschwefelpolymer verkohlt und eine
Kohle mit hohem Schwefelanteil mit einer nicht planaren Struktur
hergestellt, die für
die nachfolgende Aktivierung geeignet ist. Die Schwefelkohle weist
eine innere, geschlossene Porosität auf und ist damit für die Herstellung
einer effizenten Aktivkohle geeignet. In dem Verkohlungsbehandlungsschritt
sollte die Wärmebehandlung
für eine
ausreichende Zeit aufrechterhalten werden, um eine ordnungsgemäße Verkohlung
sicherzustellen, d.h. wenigstens 5 Minuten bei 550°C. Im allgemeinen
ist eine Zeitdauer von wenigstens 5 Minuten ausreichend, wobei eine
Zeitdauer von 5 Minuten bis 5 Stunden bevorzugt und eine Zeitdauer von
15 Minuten bis 2 Stunden besonders bevorzugt ist. Die Zeitdauer
hängt von
der Temperatur der Behandlung ab, wobei eine höhere Temperatur eine geringere
Zeitspanne und folglich bessere Resultate liefert, so daß eine geeignete
Temperatur und Zeitspanne ausgewählt
werden kann.
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Das
gemäß Schritt
b) hergestellte verkohlte Material kann daraufhin in einer oxidierenden
Atmosphäre
für einen
Zeitraum bei einer erhöhten
Temperatur aktiviert werden, welche ausreicht, eine Aktivkohle mit
einer Oberfläche
von wenigstens 600 m2/g, vorzugsweise wenigstens
1000 m2/g und besonders bevorzugt wenigstens
1100 m2/g herzustellen. Vorzugsweise wird
diese Behandlung des Kohlematerials durchgeführt, indem man die Kohle bei
einer Temperatur von oberhalb 700°C,
und vorzugsweise oberhalb 800°C
hält, während sie
mit einer oxidierenden Umgebung, wie beispielsweise Wasserdampf,
in Berührung
gebracht wird, oder bevorzugt abgebrannt wird, wobei wenigstens
40 Gew.-% Kohle entfernt wird. Im allgemeinen genügt eine
Zeitdauer von 10 Minuten bis 48 Stunden. Obgleich der bevorzugte
Aktivierungsschritt c) mittels Wasserdampf ausgeführt wird,
kann er ebenfalls mit CO2, Luft, Mischungen
von CO2 mit Wasserdampf und/oder Luft sowie
mittels anderer dem Fachmann bekannter physikalischer und chemischer
Aktivierungsverfahren ausgeführt werden.
Der Schwefelanteil des Produkts, der mit diesem weiteren Aktivierungsschritt
erhalten wird, beträgt
4 bis 10 Gew.-% des erhaltenen Produkts, welches eine Methanbeladung
von wenigstens 4 mmol/g bei 34,45 bar (500 psi) aufweist oder eine maximale
Beladung bei unendlichem Druck von wenigstens 5,5 mmol/g. Der Aktivierungsprozess öffnet das
innere Porenvolumen und macht es für die Lagerung von Gasen, wie
beispielsweise Methan, zugänglich.
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Die
auf diese Weise hergestellte großoberflächige schwefelhaltige Aktivkohle
ist besonders gut für
die Verwendung in Behältern
geeignet, die für
die Aufbewahrung von Gasen wie beispielsweise Methan, Wasserstoff
und Erdgas eingesetzt werden. Das aktivierte Kohleprodukt kann mit
einem geeigneten Bindemittel gemischt werden, wie beispielsweise einem
Ton, Stärke,
Melasse oder Harzen, wobei starre Gegenstände erhalten werden, die zur
Herstellung von Gegenständen
verschiedener Form und Größe verwendet
werden können.
Aufgrund der relativ großen
Oberfläche
und der großen
Schüttdichte
der schwefelhaltigen Aktivkohle, kann ein Behälter, der dieses Material einsetzt,
ein hohes Volumen an Gas, beispielsweise Methan, pro Volumen an
Kohle adsorbieren. Obgleich diese großoberflächige Aktivkohle für die Verwendung
in Gasaufbewahrungsbehältern ideal
ist, ist sie außerdem
sehr gut für
die Verwendung in Vorrichtungen zur Adsorption von Gasen und Dämpfen, wie
beispielsweise Reinigungsapparaten, Luftreinigern, Entchlorungsanlagen,
Entgiftungsanlagen oder ähnlichem
geeignet.
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BEISPIEL 1
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Ein
Gasöldestillat
aus dem Kracken eines Erdölrückstandes
wurde in einer Menge von 45 g zusammen mit 15 g festem Schwefel
in einem Plastikkolben bei 300°C
für eine
Stunde in einer Argonatmosphäre
erhitzt. Man erhielt ein polymeres Pechprodukt in einer Ausbeute
von 65%, bezogen auf das kombinierte Gewicht des Destillats und
des Schwefels. Das Produkt wies 8,7 Gew.-% Schwefel auf und besaß eine Kohlenstoffausbeute
von 42%. Das Pech wurde dann in einer inerten (Argon) Atmosphäre von Raumtemperatur
auf 550°C
innerhalb eines Zeitraums von 30 Minuten aufgeheizt und bei 550°C für etwa 2
Stunden belassen, wobei ein Koks in einer Ausbeute von 42% erhalten
wurde, welcher 9,2 Gew.-% Schwefel enthielt, was über eine
Röntgenstrukturanalyse
bestimmt wurde. Das Koksprodukt wurde dann in ein keramisches Schiffchen
gegeben und schnell auf 850°C
in einer Wasserdampf-Argon-Atmosphäre erhitzt
und bei diesen Bedingungen für
24 Stunden belassen. Das Aktivkohleprodukt hatte eine Oberfläche von
1231 m2/g und enthielt 6,0 Gew.-% Schwefel,
wie über
eine Röntgenstrukturanalyse
bestimmt wurde.
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BEISPIEL 2
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Ein
Petrol-Decantöl
wurde destilliert, wobei ein Destillat mit einem Siedepunkt unterhalb
etwa 350°C
erhalten wurde. Das Destillat wurde in einer Menge von 45 g mit
15 g Schwefel bei 300°C
für 6 Stunden wie
in Beispiel 1 beschrieben umgesetzt, wobei ein Polymerpechprodukt
in einer Ausbeute von 78% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Destillats plus
Schwefel) erhalten wurde. Das Pechprodukt hatte einen Erweichungspunkt
nach Mettler von 186°C, wies
eine Kohlenstoffausbeute von 41% auf und enthielt 6,6 Gew.-% Schwefel.
Das Pechprodukt wurde dann bei 500°C verkokt, wie in Beispiel 1
beschrieben. Die Gesamtkohlenstoffausbeute der Kohle war 40%, bezogen
auf das ursprüngliche
Gewicht des Pechprodukts und der Koks enthielt 7,2 Gew.-% Schwefel,
bezogen auf eine Röntgenstrukturanalyse. Die
Kohle wurde in gleicher Weise wie in Beispiel 1 beschrieben aktiviert,
indem man sie mit einer Wasserdampf/Argonmischung 48 Stunden bei
850°C behandelte.
Die Aktivkohle wurde mit einer Kohlenstoffausbeute von 47% erhalten
und sie enthielt 6,6 Gew.-% Schwefel, wie durch Röntgenstrukturanalyse bestimmt
wurde, und wies eine Oberfläche
von 1125 m2/g auf.
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BEISPIEL 3
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Eine
Mischung aus 10 g festem Schwefel und 30 g des aromatischen Kohlenwasserstoffs Chrysen
wurde für
5 Stunden bei 350°C
in einem Plastikkolben unter einer Argonatmosphäre erhitzt. Ein polymerisiertes
Pechprodukt wurde in einer Ausbeute von 75% (bezogen auf das eingsetzte
Gewicht an Chrysen und Schwefel) erhalten. Das Produkt weist einen
Erweichungspunkt nach Mettler von 190°C auf, ergab eine Kohlenstoffausbeute
von 65% und enthielt 16,8% Schwefel, wie über Röntgenstrukturanalyse ermittelt
wurde. Das Produkt wurde daraufhin in Koks umgewandelt, indem man
es in einem keramischen Schiffchen in einer Inert-(Argon)atmosphäre bei 550°C für 2 Stunden
erhitzte.
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Das
Koksprodukt enthielt 13,3 Gew.-% Schwefel, wie über Röntgenstrukturanalyse ermittelt wurde.
Der Koks wurde, wie in Beispiel 1 beschrieben, für 24 Stunden bei 850°C in einer
Wasserdampf/Argonmischung aktiviert. Das aktivierte Kohlenstoffprodukt
wurde in einer Ausbeute von 37% erhalten, wies eine Oberfläche von
1105 m2/g auf und enthielt 6,8 Gew.-% Schwefel,
wie über
Röntgenstrukturanalyse
ermittelt wurde.
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BEISPIEL 4
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Eine
Mischung aus 25 Gew.-% festem Schwefel und 75 Gew.-% eines üblichen
(Stein)Kohlenteerpechs mit einem Erweichungspunkt von 110°C wurde in
einem Kunststoffkolben für
eine Stunde bei 300°C
in einer Argonatmosphäre
erhitzt. Ein Pechprodukt, welches 14,8 Gew.-% Schwefel enthielt,
wie über
eine Röntgenstrukturanalyse
ermittelt wurde, wurde in einer Ausbeute von 84%, bezogen auf das
Anfangsgewicht von Pech und Schwefel, erhalten. Das polymere Schwefel
enthaltende Pech wurde in einem keramischen Schiffchen unter Argon schnell
auf 500°C
erhitzt und bei 500°C
für eine
Stunde gehalten. Der enthaltene Koksrückstand, welcher in einer Ausbeute
von 80% erhalten wurde, wies einen Schwefelgehalt von 7,7 Gew.-%
auf, wie über Röntgenstrukturanalyse
ermittelt worden ist. Der schwefelhaltige Koks wurde mittels einer
Wasserdampf/Argonmischung bei 850°C
für 34
Stunden aktiviert, wobei eine Aktivkohle in einer 35%igen Ausbeute
mit einer Oberfläche
von 1077 m2/g erhalten wurde. Sofern der
gleiche Schwefel enthaltende Koks in Wasserdampf bei 950°C für eine Zeitdauer von
zwei Stunden, 15 Minuten aktiviert wird, so erhält man ein Aktivkohleprodukt
in 45%iger Ausbeute mit einer Oberfläche von 883 m2/g.
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BEISPIEL 5 (Vergleich)
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Ein
handelsüblicher
Petrolkoks, der etwa 4,0 Gew.-% Schwefel enthält, und der durch Verkoken
eines Petrolölausgangsstoffes
mit hohem Schwefelanteil bei 500°C
hergestellt worden ist, wurde in einer Wasserdampf/Argonatmosphäre erhitzt,
wobei eine Anzahl von unterschiedlichen Zeit- und Temperaturdaten
verwendet wurde. Dieser Koks mit hohem Schwefelanteil wies keine
Leiterpolymerstruktur auf, wie sie in den synthetischen Koksen,
wie sie in den Beispielen 1 bis 4 hergestellt worden sind, gefunden wurden.
Versuche, eine Aktivierung dieses Kokses unter Verwendung ähnlicher
Bedingungen, wie sie in den Beispielen 1 bis 4 beschrieben sind
durchzuführen,
führten
zu Aktivkohlen mit sehr geringen Oberflächen. Typische Resultate folgen.
Das Erhitzen eines Kokses mit hohem Schwefelanteil für 24 Stunden
bei 900°C,
ergab eine Aktivkohle in einer Ausbeute von 58% mit einer Oberfläche von
nur 210 m2/g. Eine Wärmebehandlung einer anderen
Probe des Kokses für
24 Stunden mittels Wasserdampf bei 960°C ergab ein Produkt mit einer
Ausbeute von 61% mit einer Oberfläche von nur 177 m2/g.
Durch Erhitzen des Kokses in Wasserdampf bei 900°C und Abbrennen von etwa 84
Gew.-% der Kohle erhielt man eine Aktivkohle mit einer Oberfläche von
nur 446 m2/g. Die Ausbeute dieser Kohle
betrug 16%, bezogen auf das Gewicht des eingesetzten Kokses. Es
ist folglich offensichtlich, daß ein
Koks mit hohem Schwefelanteil, der keine Leiterpolymerstruktur besitzt,
zwar mit Wasser oder mit Sauerstoffgas umgesetzt werden kann, aber
keine Aktivkohle mit sehr hoher Oberfläche erzeugt.
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BEISPIEL 6
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Zur
Bewertung der Effektivität
der großoberflächigen aktiven
Schwefelkohle für
ihre Verwendung bei der Gaslagerung wurde die effektive Lagerung berechnet,
indem man die Definition der effektiven Lagerung als die Lagerung
von Gas bei hohem Druck von 34,45 bar Überdruck (500 psig) minus der
Lagerung von Gas bei einem niedrigen Druck von einer Atmosphäre (psig)
einsetzte. Dieser Wert stellt den Anteil von Gas dar, der an eine
Maschine oder an einen anderen Sammelbehälter abgegeben wird. Die effektive
Lagerung wird berechnet, indem man die Korrelationsgleichung für das Beladungsverhältnis benutzt,
wobei man annimmt, daß die
Aktivkohle auf eine Dichte von 0,85 g/cm3 (etwa
53 lb/ft3) kompaktiert werden kann.
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Die
Korrelationsgleichung des Beladungsverhältnisses (LRC) wurde verwendet,
um die Methanladung der Aktivkohle gemäß Beispiel 3 zu bestimmen.
Die isotherme LRC-Adsorptionsgleichung lautet:
wobei L die Beladung (mmol/g)
bei einem gegebenen Druck (P) von Methan,
L
o die
maximale Kapazität
des Aktivkohleadsorbers,
K der Wechselwirkungskoeffizient ist,
welcher bei gegebener Temperatur und Kohle konstant ist,
n
ein Koeffezient ist, der die Abweichung von einem Verhalten nach
Langmuir mißt
(LRC, basiert auf der Langmuir-Adsorptionsisotherme, in der n =
1 ist). Der Koeffizient ist bei gegebener Kohle und gegebener Temperatur
konstant.
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Die
LRC-Gleichung wurde für
ein einziges Adsorbat, wie beispielsweise Methan, bei einer konstanten
Temperatur von 25°C
gemessen. Die Beladung mit Methan bei 34,45 bar Überdruck (500 psig) auf der
Kohle wurde gravimetrisch gemessen, indem man das übliche Verfahren
gemäß der McBain-Sorptionswaage
einsetzte. Auf diese Weise wurde bei der Schwefelkohle nach Beispiel
3 mit einer Oberfläche von
1105 m
2/g eine maximale Beladungskapazität (L-max)
des Adsorbers von 7,0 gemessen, wohingegen die Methanbeladung bei
34,45 bar (500 psi), 5,24 mmol/g Kohlenstoff ergab. Die Methan-Beladungseffizienz
dieser Kohle, definert als die Beladung bei 34,45 bar (500 psi),
dividiert durch die Oberfläche, betrug
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Die
Schüttdichte
der Aktivschwefelkohle wurde als 1,14 g/cm
3 gemessen.
Als Vergleich wurde die handelsübliche
Aktivkohle Darco KB mit einer Oberfläche von 1153 m
2/g
herangezogen, die einen niedrigeren Wert von L-max von 5,2 und eine
Beladung bei 34,45 bar (500 psi) von 4,28 ergab. Die Methaneffizienz
dieser Kohle betrug
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Die
bekannteste im Handel erhältliche
Aktivkohle zur Lagerung von Methan (AX-21) wurde ebenfalls bestimmt
und wies eine Methanbeladungseffizienz von
auf.
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Erfindungsgemäß kann ein
mehrkerniger aromatischer Kohlenwasserstoff oder eine Aromatenmischung,
wie sie in Kohle- oder Petrolteeren und -ölen gefunden wird, benutzt
werden, und das Produkt aus der Reaktion der aromatischen Vorstufe
mit Schwefel kann entweder in einem separaten Schritt verkohlt und
daraufhin aktiviert werden oder es kann mittels Wasserdampf oder
CO2 bei 700 bis 1100°C direkt aktiviert werden, ohne
vorhergehende Verkokung. Weiterhin kann die Aktivierung neben dem
Einsatz von H2O, CO2,
Luft oder deren Mischungen auch durch chemische Aktivierung unter
Verwendung von KOH und NaOH erreicht werden. Erfindungsgemäß ergibt
die Umsetzung von Schwefel mit dem Pech, Teer oder einem aromatischen
Kohlenwasserstoff, wie vorstehend beschrieben, einen Schwefel enthaltenden
Koks in hohen Ausbeuten von mehr als 40%, bezogen auf die vereinigten
Gewichte an Ausgangsstoffen der aromatischen Vorstufe und des Schwefels,
oder von mehr als 60%, bezogen auf die organische Vorstufe allein.
Die aromatischen Vorstufen als solche, ohne Schwefel, ergeben nur
eine Nullausbeute, mit Ausnahme von Pech. Der schwefelhaltige Koks
kann leicht mittels Wasserdampf oder CO2 aktiviert
werden, wobei eine Aktivkohle mit hoher Oberfläche von mehr als 1000 m2/g erhalten wird, wohingegen ein typischer
handelsüblicher
Koks kaum mittels Wasserdampf oder CO2 und
ohne eine Schwefelbehandlung zu aktivieren ist und somit keine Aktivkohle
mit hoher Oberfläche
entsteht. Durch die Zugabe von Schwefel zu der Aktivkohlestruktur
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird die Aktivkohle polarer und kann eine stärkere Anziehung
auf Moleküle
wie z.B. Methan ausüben,
beispielsweise dreimal stärker durch
den Schwefel, als durch den Kohlenstoff. Durch die Verwendung des
erfindungsgemäßen, schwefelbehandelten
Kokses, können
Aktivkohlen in hohen Ausbeuten aus Kohlenwasserstoffmaterialien erhalten
werden, im Gegensatz zu den üblichen
Sauerstoff enthaltenden Materialien, wie Cellulose, Kokosnußschalen
und Olivenkerne, die einen geringen Kohlenstoffanteil aufweisen.
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Es
ist bekannt, daß Koks
verwandt wird, um Aktivkohle herzustellen, aber dies ist nur möglich, indem
man teure und schwer zu kontrollierende chemische Prozeßtechniken
(Umsetzung mit Alkalihydroxiden bei hohen Temperaturen) einsetzt.
Der erfindungsgemäße schwefelbehandelte
Koks kann im Gegensatz dazu aktiviert werden, indem man preisgünstigere
und konventionellere Aktivierungsverfahren mit Wasserdampf oder
CO2 verwendet.
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Obgleich
die vorliegende Erfindung hier nur in Bezug auf spezielle Einzelheiten
beschrieben ist, sollen diese Einzelheiten nicht dazu dienen, den Schutzumfang
der vorliegenden Erfindung zu beschränken.