DE4311660C1 - Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fließverhalten bei tiefen Temperaturen - Google Patents
Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fließverhalten bei tiefen TemperaturenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft Heiz- und Treibstoffzusammen
setzungen, insbesondere Mitteldestillate, mit einem Zusatz an
speziellen Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren, die das Fließver
halten bei tiefen Temperaturen verbessern.
Es ist bekannt, daß die in Erdöldestillaten enthaltenen Paraffine
bei tiefen Temperaturen auskristallisieren und agglomerieren und
dabei teilweise auch noch Öl eingeschlossen enthalten. Hier
durch wird die Fließ- und Pumpfähigkeit der Erdöldestillate er
heblich beeinträchtigt bzw. völlig verhindert.
Es ist weiterhin bekannt, den Erdöldestillaten Modifizierungs
mittel zuzusetzen, die die Größe und Form der sich abscheidenden
Paraffinkristalle bzw. deren Vernetzungsgeschwindigkeiten beein
flussen und dadurch die Erdölfraktionen auch bei tiefen Tempe
raturen noch fließ- und pumpfähig halten.
Es ist auch bekannt, daß die wirtschaftlich wichtigsten Additive
für Erdöldestillate zur Stockpunkterniedrigung und Verbesserung
der Fließfähigkeit bei niedrigen Temperaturen Copolymere des
Ethylens mit Estern des Vinylalkohols, insbesondere mit Vinyl
acetat, darstellen.
Derartige Copolymere und ihre Verwendung sind z. B. in der
DE-PS 19 14 756, DE-OS 25 15 805 und DD-PS 160 373 beschrieben.
Bekannt ist aber auch, daß die bisher vorgeschlagenen Stock
punkterniedriger und Fließverbesserer auf Basis von Ethylen-
Vinylacetat-Copolymeren ein ungenügendes Löslichkeitsverhalten
bereits oberhalb des eigentlichen Trübungspunktes, dem Beginn
der Paraffinausschreibung der Erdöldestillate, aufweisen. Die
Ethylen-Vinylester-Copolymeren besitzen, besonders wenn sie nach
den ökonomischen, lösungsmittelfreien Hochdruckmassepolymerisa
tionsverfahren in Anwesenheit eines Polymerisationsreglers herge
stellt werden, einen erheblichen Anteil hochmolekularer Poly
merisationsprodukte, die mit abnehmender Temperatur zunehmend
unlöslicher werden, so daß es auch schon bei Temperaturen ober
halb des natürlichen Trübungspunktes der Erdöldestillate zu
unlöslichen Absetzungen kommen kann (DE-OS 28 32 738.
Es ist weiterhin bekannt, Fließverbesserer zu verwenden, denen
zur Verbesserung der Löslichkeit des Copolymerwachses in den
Erdöldestillaten Lösungsvermittler zugesetzt werden. So be
schreibt das EP 7590 Additive auf Ethylen-Vinylacetat-Copoly
merwachsbasis, die 0,1 bis 10% (Vol.) monomere Vinylester ent
halten. Die Verwendung der monomeren Vinylester kann jedoch
Korrosionsprobleme mit sich bringen, da bei der Verbrennung
derartig additivierter Mitteldestillate korrosive Gase gebildet
werden.
Ferner ist aus der DE-AS 12 30 156 bekannt, daß aus einem Poly
merisat mit einem höheren mittleren Molgewicht Produktteile mit
Molgewichten im Bereich von 1000 bis 3000 gewonnen werden, indem
das Produkt mit einem Lösungsmittel wie n-Heptan oder Methyl
ethylketon extrahiert wird. Hierbei werden bezüglich der Mol
massen symmetrische, sehr eng verteilte Produkte erhalten, die
eine ausreichende Löslichkeit in Mitteldestillaten aufweisen.
Sie besitzen aber keine optimale Wirksamkeit als Modifikatoren
bzw. Wachstumshemmer für Paraffinkristalle, da bekanntermaßen
für den vorgesehenen Anwendungsfall Copolymere mit einer breiten
Molmasseverteilung bzw. Gemische mit verschiedenen Molmassen
eine höhere Wirksamkeit aufweisen (z. B. US-PS 3 961 961,
DE-OS 20 37 673).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Fließverhalten
eines Kraftstoffes bei tiefen Temperaturen durch Zusatz eines
Additivs auf der Basis eines Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren
zu verbessern. Das Additiv soll sich neben der hohen Wirksamkeit
als Stockpunkterniedriger und Fließverbesserer durch eine ver
besserte Löslichkeit, insbesondere bei Temperaturen bis zum
Trübungspunkt des zu additivierenden Kraftstoffes, auszeichnen
und dadurch gleichzeitig ein vorzeitiges Ausfallen von Polymer
teilchen verhindern. Die Zugabe von Lösungsvermittlern soll
entfallen.
Diese Aufgabe wird durch eine Kraftstoffzusammensetzung mit
verbessertem Fließverhalten bei tiefen Temperaturen, bestehend
aus Heiz- oder Treibstoffen mit einem Siedebereich von 453 bis
655 K und aus wachsartigen Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren,
die 25 bis 35% (Masse) Vinylacetat einpolymerisiert enthalten,
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sie 0,01 bis 1% (Masse)
Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit einer gewichtsmittleren
Molmasse (w) von 5000 bis 15 000 mit einer asymetrischen Mol
masseverteilung enthält, wobei die Verteilungsparameter die
Bedingung
erfüllen und die mittels Gelpermeationschromatographie (GPC)
ermittelten Wert für
im Bereich von 3,0 bis 4,0 und für
im Bereich von 1,3 bis 2,0 liegen.
Derartige EVA-Copolymere sind in einem breiten Temperaturbereich,
insbesondere auch bei tiefen Temperaturen, gut löslich sowohl in
den gebräuchlichen Lösungsmitteln als auch in den zu additivie
renden Kraftstoffen. Die am bzw. kurz unterhalb des Trübungs
punktes sich abscheidenden Paraffinkristalle werden durch Zugabe
der erfindungsgemäßen Additive modifiziert und in ihrem Wachstum
gehemmt. Dabei werden die zugesetzten Mengen an Additiv voll
wirksam, da sich keine Polymerteilchen vorher absetzen.
Die Zugabe von Lösungsvermittlern, die sich negativ auf das Ver
brennungs- und Korrosionsverhalten auswirken kann, entfällt. Es
wurde als ein besonders überraschender Effekt festgestellt, daß
bei Verwendung der erfindungsgemäßen Additive, die sich durch
eine besondere Kombination von Molekulargewicht und Verteilungs
parameter auszeichnen, neben dem verbesserten Löslichkeitsver
halten auch hinsichtlich der Verbesserung des Fließverhaltens
von Mitteldestillaten bei tiefen Temperaturen eine höhere Wirk
samkeit als bei herkömmlichen EVA-Copolymer-Additiven erzielt
wird.
Dadurch werden die erfindungsgemäßen EVA-Copolymere zu einem
ökonomischen und hochwirksamen Zusatzmittel bei Anwendung als
Stockpunkterniedriger, Wachsmodifikator und zur Verbesserung des
Fließverhaltens von Erdölmitteldestillaten, insbesondere für
höhersiedende Mitteldestillate mit einem breiten Siedebereich.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen EVA-Copolymere wird vor
zugsweise in einem Hochdruckrohrreaktor, der in 2 Zonen einge
teilt ist, durchgeführt.
Die Massepolymerisation von Ethylen und Vinylacetat erfolgt da
bei bei Drücken von 140 bis 200 MPa und Temperaturen von 373 bis
563 K in Anwesenheit radikalbildender Initiatoren und in Gegen
wart einer Molmasse-Modifizierungskombination, bestehend aus
Wasserstoff und Kohlendioxid.
Die Reaktormaximaltemperatur wird in beiden Zonen unterschiedlich
eingestellt (siehe Tab. 1a).
Die dosierte Menge an Initiator, einem Gemisch aus 48 kg 3,5,5-
Trimethylhexanoylperoxid und 36 kg tert.-Butylperbenzoat in
450 kg Paraffinöl, wird so gewählt, daß die jeweils angegebene
Maximaltemperatur erreicht wird.
Das Volumenverhältnis von Wasserstoff zu Kohlendioxid innerhalb
der Molmassen-Modifikatorkombination beträgt 50 : 1 bis 100 : 1.
In der Tabelle 1a sind die Herstellungsbedingungen der erfin
dungsgemäßen Additive zusammengestellt.
Die Verweilzeit betrug 30 s.
Das Reaktionsgemisch wurde am Reaktorende auf einen Druck von 24 MPa entspannt, gekühlt und in die Produkttrenneinrichtungen geleitet und wie üblich aus dem Produktabscheider ausgetragen.
Das Reaktionsgemisch wurde am Reaktorende auf einen Druck von 24 MPa entspannt, gekühlt und in die Produkttrenneinrichtungen geleitet und wie üblich aus dem Produktabscheider ausgetragen.
Auf diese Weise werden je nach eingesetzten % (Vol.) an Vinyl
acetat und Kettenregler EVA-Copolymere mit den in Tab. 1b zu
sammengestellten physikalisch-chemischen Kenndaten erhalten.
Durch die Anwendung der Molmassenmodifikatorkombination aus H₂
und CO₂ ist es eine überraschende Charakteristik der wachsartigen
EVA-Copolymere, daß sie sich in ihrer molekularen Struktur
von den herkömmlichen EVA-Copolymeren unterscheiden. Sie weisen
eine asymmetrische Molmassenverteilung auf, die durch einen stark
verringerten Gehalt an hochmolekularen Produktanteilen und durch
eine relativ breite Verteilung zum niedermolekularen Anteil hin
gekennzeichnet ist und in den Werten für die Verteilungspara
meter
deutlich wird.
Die Ermittlung der Molmassen und der Verteilungsparameter erfolgte
mittels GPC-Messung.
Die gelchromatographischen Untersuchungen wurden mit dem analy
tischen Teil eines ANA-PREP-Gelpermeationschromatographen bei
480 K mit 1,2,4-Trichlorbenzol als Elutionsmittel durchgeführt.
Bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 1 ml/min kamen folgende
Trennsäulen zur Anwendung: je 1,2 m 10⁶, 10⁵, 10⁴ und 500 A
Styragel. Die Proben wurden mit einer Konzentration von 0,25%
(Masse) in Gegenwart von 0,03% (Masse) Diphenylamin bei 480 K
gelöst und über Krüger-Asbestfilter filtriert. Jeweils 2 ml der
so hergestellten Probenlösungen wurden zur Gelchromatographie
injiziert. Zur Berechnung der mittleren Molmassen, siehe Plaste
und Kautschuk 28 (1981) Nr. 11, S. 616 bis 618 und 24 (1977)
Nr. 9, S. 630 bis 635.
Eine Erdölfraktion mit einem Siedebereich von 470 bis 555 K
wurde mit den in Tab. 1b angegebenen Additiven 1 bis 3 additi
viert.
Zum Vergleich wurde zum einen ein handelsübliches EVA-Wachs
additiv herangezogen, zum anderen wurde keine Additivierung
der Erdölfraktion vorgenommen. Die Konzentration an Additiv
betrug jeweils 0,05% (Masse).
Die Bestimmung des Cloud-points (Beginn der Paraffinausscheidung)
erfolgte nach ISO 3016, des Stockpunktes (point-point) nach
DIN 51 583. Die erhaltenen Werte sind in Tab. 2 angegeben.
Zur Ermittlung der Löslichkeit bzw. Filtrierbarkeit kurz ober
halb des Cloud-point wurden Versuche in einer Testapparatur
durchgeführt. Dabei wurde das zu additivierende, über ein
Papierfaltenfilter gereinigte Mitteldestillat mit den entspre
chenden Additiven versetzt und bei Temperaturen von 1 bis 2 K
oberhalb des Cloud-point mit einer konstanten Durchflußmenge
von 10 l/h über ein handelsübliches Kraftstoffilter gepumpt.
Die Druckdifferenz vor und nach Passieren des Kraftstoffilters
wird mittels eines Differenzdruckmanometers ermittelt.
Der Druckanstieg ist ein Kriterium für die Belegung mit unlös
lichen, hochmolekularen Additivanteilen. Die Druckdifferenz nach
20, 40 und 60 Stunden ist in der Tab. 2 angegeben.
In diesen Beispielen wurde ein Erdölmitteldestillat eingesetzt,
welches einen Anfangssiedepunkt von 475 K, einen Endsiedepunkt
von 614 K und einen Cloudpoint von 269 K aufweist.
Zur Additivierung wurden die Additive 4 und 5 verwendet.
Zur Prüfung der fließverbessernden Wirkung der erfindungsgemäßen
Additive wurden der CFPP-Test nach EN 116 und der PCT-Test
durchgeführt.
Die Kältefließeigenschaften der Erdölmitteldestillate wurden
mittels des PCT-Test′s (programmierter Abkühltest) wie folgt
bestimmt:
300 ml Destillat werden linear um 1 K/Stunde auf 263 K abgekühlt
und dann konstant gehalten. Nach 2 Stunden werden etwa 20 ml
der Oberflächenschicht durch Absaugen entfernt, um zu verhindern,
daß der Test durch eventuell an der Öl/Luft-Grenzfläche gebildete
große Wachskristalle beeinflußt wird. Abgesetztes Wachs
wird durch mäßiges Rühren dispergiert. Dann wird eine CFPP-
Filtereinrichtung angeschlossen.
Durch Anlegen eines Vakuums von 500 mm Hg-Säule werden 200 ml
des Brennstoffes durch den Filter in eine graudierte Vorlage
gesaugt. Wenn 200 ml innerhalb von 10 Sekunden durch ein Sieb
mit definierter Siebgröße geflossen sind, ist der Versuch positiv.
Es wurden Filtersiebe mit 40, 80, 100, 150, 200, 250 und 350 mesh
verwendet, um das Sieb mit der feinsten Maschenweite zu bestimmen,
durch das das Erdöldestillat gerade noch durchfließt. Je
feiner die Maschenweite (größer die mesh-Zahl des Siebes), desto
kleiner sind die im Erdöldestillat enthaltenen Wachskristalle,
desto größer ist die Wirksamkeit des polymeren Additivs. Die Er
gebnisse sind in der Tabelle 3 zusammengestellt. Die Konzentration
an Additiv im Erdöldestillat wird in % (Masse) angegeben.
Der ΔCFPP-Wert ist die Differenz zwischen dem CFPP eines additiv
freien Mitteldestillates und dem CFPP desselben Mitteldestillates
mit Additivzusatz. Je wirksamer das Additiv, desto größer ist
ΔCFPP.
Der PCT-Wert ist als mesh-Zahl angegeben, bei der bei 263 K der
Durchgang erfolgte.
Claims (1)
- Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fließverhalten bei tiefen Temperaturen, bestehend aus Heiz- oder Treibstoffen mit einem Siedebereich von 453 bis 655 K und aus wachsartigen Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren, die 25 bis 35% (Masse) Vinylacetat einpolymerisiert enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß sie 0,01 bis 1% (Masse) Ethylen-Vinylacetat-Copolymere mit einer gewichtsmittleren Molmasse (w) von 5000 bis 15 000 mit einer asymmetrischen Molmassenverteilung enthält, wobei die Verteilungsparameter die Bedingungen erfüllen und die mittels Gelpermeationschromatographie (GPC) ermittelten Werte für im Bereich von 3,0 bis 4,0 und für im Bereich von 1,3 bis 2,0 liegen.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE4311660A DE4311660C1 (de) | 1993-04-08 | 1993-04-08 | Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fließverhalten bei tiefen Temperaturen |
| EP94104287A EP0620265B1 (de) | 1993-04-08 | 1994-03-18 | Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fliessverhalten bei tiefen Temperaturen |
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| DE4311660A DE4311660C1 (de) | 1993-04-08 | 1993-04-08 | Kraftstoffzusammensetzung mit verbessertem Fließverhalten bei tiefen Temperaturen |
Publications (1)
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| EP0792892B1 (de) | Verwendung von Ethylen/Vinylformiat-Copolymere als Fliessverbesserer und diese enthaltende Brenn- und Treibstoffzusammensetzungen |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of patent without earlier publication of application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: LEUNA-WERKE GMBH, 06237 LEUNA, DE |
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| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: LEUNA POLYMER GMBH, 06237 LEUNA, DE |
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20121101 |