DE4310056C2 - Verfahren zur Herstellung eines induktiven Bauelementes - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines induktiven BauelementesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
induktiven Bauelementes, das einen bewickelten, in einem
Gehäuse befestigten Magnetkern enthält, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 (DE 33 21 721 C2).
Induktive Bauelemente finden Anwendung z. B. als Übertrager
oder Drosseln. Sie bestehen im allgemeinen
aus einem mit einer oder mehreren Wicklungen
versehenem Magnetkern aus weichmagnetischem Material.
Zum Schutz gegen mechanische und elektrische
Einflüsse werden die bewickelten Magnetkerne in vielen
Fällen in Gehäuse beispielsweise aus gegossenem oder
gepreßtem Kunststoff eingesetzt und in dem Gehäuse durch
mechanische Halterungen, durch Verkleben oder auch nur
durch Eingießen in Kunststoff (DE 33 21 821 C2) gehalten.
Neben dem Schutz des bewickelten Magnetkerns hat das
Gehäuse außerdem noch den Vorteil, daß an ihm Stifte für
den Anschluß der Wicklungen befestigt werden können.
Aus der DE 39 10 142 A1 ist es weiterhin bekannt, bei einem
Transformator eine Isolierschicht durch Pulverbeschichtung
herzustellen, die bei nachfolgender Erhitzung in die freien
Zwischenräume zwischen den Windungen der Transformatorwicklungen
eindringt und diese fixiert.
In vielen Fällen, z. B. bei bestimmten Übertragertypen für
die Informationstechnik (ISDN) sowie für andere
elektronische Anwendungen, ist es nun erforderlich
sicherzustellen, daß die Koppelkapazität zwischen den
Wicklungen bzw. Windungen, die um den Magnetkern gewickelt
sind, einen möglichst kleinen Wert besitzt. Da jedoch
Klebemassen, Gießharz und andere zur Befestigung von
bewickelten Magnetkernen in Gehäusen geeignete Stoffe eine
höhere Dielektrizitätskonstante als Luft haben, muß für
derartige Anwendungen eine Lösung gefunden werden,
die einerseits den bewickelten Magnetkern fest in dem
Gehäuse verankert und dabei andererseits vermeidet, daß
durch Eindringen von Klebematerial oder Kunstharz in die
Wicklungen die Koppelkapazität unzulässig erhöht wird.
Zur Lösung hierfür lassen sich beispielsweise
hochviskose oder pastöse Klebemassen verwenden, die wegen
ihrer Konsistenz nur wenig in die Wicklungen eindringen.
Diese Klebemassen haben jedoch den Nachteil, daß deren
Haftung am Gehäuse, das in den meisten Fällen eine glatte
Kunststoffoberfläche besitzt, nicht ausreicht. Die hohe
Viskosität führt zwangsläufig zu einer geringen Benetzung
der Gehäuseinnenwand und demzufolge auch zu einer kleinen
Verbindungsfläche. Bei größeren Bauelementen kann man zur
Vermeidung dieses Effektes die Kunststoffoberfläche z. B. durch
Aufrauhen vorbehandeln. Dies verbietet sich
aber aus Kostengründen, wenn sehr viele und kleine Bau
elemente hergestellt werden sollen.
Bei Verwendung von mechanischen Klemmvorrichtungen wird
zwar ebenfalls eine Erhöhung der Koppelkapazität durch
die Haltevorrichtung vermieden; allerdings sind solche
Vorrichtungen nur für besonders aneinander angepaßte
Gehäuse, bewickelte Magnetkerne und Klemmvorrichtungen
geeignet. Sie eignen sich nicht, wenn unterschiedliche
Magnetkerngrößen oder gleiche Magnetkerne mit unter
schiedlicher Bewicklung, beispielsweise in den gleichen
Gehäusetyp eingesetzt werden sollen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Ver
fahren anzugeben, das eine sichere Befestigung des be
wickelten Magnetkerns im Gehäuse gewährleistet, ohne daß
die Koppelkapazität zwischen den Windungen bzw. Wick
lungen auf dem Magnetkern nennenswert erhöht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1
gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
Als Ausführungsbeispiel werden in den Fig. 1 und 2 Quer
schnitte durch unterschiedlich verklebte bewickelte
Magnetkerne in entsprechenden Gehäusen dargestellt.
Fig. 1 zeigt das Gehäuse 1, in dem sich ein ringförmiger
Magnetkern 2 mit aufgewickelten Wicklungen 3 befindet.
Die Wicklungen besitzen Anschlußdrähte 4, die zu metalli
schen Stiften 5 führen, die ihrerseits am Gehäuse 1
befestigt sind. Bei dieser Anordnung ist es ohne Belang,
ob sich eine Wicklung 3 auf dem Magnetkern 2 befindet
oder deren mehrere. Dies hängt vom Einsatzzweck des
induktiven Bauelementes ab. Auch kann anstelle des in
Fig. 1 dargestellten Ringkerns ein beliebiger Magnetkern
2, zum Beispiel ein Schnittbandkern oder ein Kern aus
gestanzten Magnetblechen vorgesehen werden. Wesentlich
für eine sichere Befestigung des Magnetkerns 2 mit den
Wicklungen 3 ist hier jedoch ein pulverförmiger Schmelz
klebstoff 6, der im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 vor
dem Einsetzen des Magnetkerns 2 in das Gehäuse 1 auf den
Boden des Gehäuses gestreut wurde. Nach dem Einsetzen des
Magnetkerns 2 mit den Wicklungen 3 bildet sich so eine
Brücke zwischen der unteren Innenwand des Gehäuses 1 und
den Wicklungen 3 bzw. dem Magnetkern 2, die aus den
Pulverteilchen des Schmelzklebstoffes 6 besteht. Nach dem
Einsetzen des Magnetkerns 2 wird nun - vor oder nach dem
Verlöten der Anschlußdrähte 4 - an den Stiften 5 das Ge
häuse 1 mit dem darin befindlichen Magnetkern 2
beispielsweise in einem Durchlaufofen derart erhitzt, daß die
Pulverteilchen aufschmelzen und aneinanderkleben, sowie
eine Verbindung zwischen dem Magnetkern 2 und der unteren
Innenwand des Gehäuses 1 bewirken. Durch das Einstreuen
des pulverförmigen Schmelzklebstoffes 6 ergibt sich auto
matisch, daß eine große Verbindungsfläche zwischen der
Innenwand des Gehäuses 1 und dem Schmelzklebstoff
besteht, während die Verbindungsfläche zwischen Schmelz
klebstoff 6 und Magnetkern 2 bzw. Wicklung 3 geringer
ist. Wenn man nun die Temperatur bei der Erhitzung des
Gehäuses und die Einwirkungsdauer derart wählt, daß der
Schmelzklebstoff 6 nur soweit aufschmilzt, daß er eine
hochviskose Konsistenz besitzt, so kann man erreichen,
daß einerseits eine gute Haftung zwischen den Wicklungen
3, dem Magnetkern 2 und dem Schmelzklebstoff 6 besteht,
andererseits aber der Schmelzklebstoff 6 nur geringfügig
zwischen die einzelnen Windungen der Wicklungen 3
eindringen kann, so daß eine nennenswerte Erhöhung der
Koppelkapazität zwischen den Wicklungen 3 verhindert
wird. Durch die geringe Größe der Pulver- bzw. Granulat
körner wird ein gutes Eindringen bzw. Ausfüllen der
inneren Gehäusekonturen möglich, so daß es nach dem Auf
schmelzen zu einer formschlüssigen "Verzahnung" oder auch
"Verkeilung" zwischen Klebstoffmasse und Gehäuse kommt.
Fig. 2 zeigt die Anordnung, wobei der pulver- bzw. granu
latförmige Schmelzklebstoff 6 erst nach dem Einsetzen des
Magnetkerns 2 in das Gehäuse 1 eingestreut wird. Hier
haftet der Magnetkern an den beiden Seiteninnenwänden des
Gehäuses 1 durch eine Brücke aus zunächst pulverförmigem
und anschließend festhaftendem Schmelzklebstoff 6.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines induktiven Bauelementes,
das mindestens einen bewickelten Magnetkern (2) enthält,
der mittels einer aushärtbaren Vergußmasse (Klebstoff) in einem Gehäuse befestigt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Klebstoff als pulver-
bzw. granulatförmiger Schmelzklebstoff derart in das
Gehäuse (1) eingebracht wird, daß sich entweder zwischen
mindestens einigen Wicklungen (3) des Magnetkerns (2) oder
Teilen des Magnetkerns selbst und Teilen von mindestens
einer Innenwand des Gehäuses (1) eine oder mehrere Brücken
bilden, und daß durch nachfolgende Erwärmung des Gehäuses
(1) die Pulver- bzw. Granulatteilchen des Schmelzklebstoffes (6)
miteinander sowie mit den Wicklungen (3) und dem Gehäuse
(1) verkleben.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Pulver vor dem Einsetzen des bewickelten Magnetkerns
(2) in das Gehäuse (1) eingestreut wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Schmelzklebstoff (6) ein Kunststoff
auf Polyamid-Basis verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse (1) ebenfalls aus einem Polyamid-Kunststoff besteht.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Temperatur für die Erwärmung des Gehäuses (1) zum
Verkleben desselben mit dem bewickelten Magnetkern (2) derart
gewählt wird, daß einerseits der Schmelzklebstoff (6) im
aufgeschmolzenen Zustand eine so hohe Viskosität besitzt,
daß nur ein geringfügiges Eindringen dieses Klebstoffes
zwischen die Wicklungen (3) erfolgt,
und daß andererseits die Temperatur hoch genug gewählt
wird, damit eine ausreichende Klebebindung zwischen Schmelz
klebstoff (6) und Wicklungen (3) zu
erreichen ist.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Pulver derart in das Gehäuse (1) einge
streut wird, daß sich zwischen dem Pulver und dem Gehäuse
eine großflächige und zwischen Pulver und den Wicklungen
(3) oder Teilen des Magnetkerns (2)
selbst eine demgegenüber verringerte Verbindungsfläche
ergibt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934310056 DE4310056C2 (de) | 1993-03-27 | 1993-03-27 | Verfahren zur Herstellung eines induktiven Bauelementes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934310056 DE4310056C2 (de) | 1993-03-27 | 1993-03-27 | Verfahren zur Herstellung eines induktiven Bauelementes |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4310056A1 DE4310056A1 (de) | 1994-09-29 |
| DE4310056C2 true DE4310056C2 (de) | 1996-06-13 |
Family
ID=6484062
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934310056 Expired - Fee Related DE4310056C2 (de) | 1993-03-27 | 1993-03-27 | Verfahren zur Herstellung eines induktiven Bauelementes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4310056C2 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19752847C2 (de) * | 1997-11-28 | 1999-12-09 | Siemens Matsushita Components | Datenleitungsdrossel in Chipbauweise |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3321721A1 (de) * | 1983-06-16 | 1984-12-20 | Vogt Gmbh & Co Kg, 8391 Erlau | Universal-vergussgehaeuse fuer ringkerndrosseln bzw. ringkerntransformatoren |
| DE3910142A1 (de) * | 1989-03-29 | 1990-10-04 | Wolff Reo Boris Von Gmbh | Transformator |
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1993
- 1993-03-27 DE DE19934310056 patent/DE4310056C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4310056A1 (de) | 1994-09-29 |
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