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Schiebereinrichtung für elektrische Widerstände. Schiebereinrichtungen
für elektrische Gleitwiderstände zeigen häufig, besonders bei dünndrähtigen, aber
auch ebenso bei dickdrähtigen Wicklungen mehrere in ihrer Ursache gleiche, in ihrer
Auswirkung auf die Handhabung verschiedene Mängel.
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Man fordert in bezug auf die bequeme und möglichst feine Einstellmöglichkeit
zuerst einen möglichst leichten Gang des Schiebers; dabei soll jedoch der Kontakt
des Schleiforgans auf der Widerstandswicklung stets gleichmäßig gut sein bei in
Rücksicht auf die mechanische Festigkeit der Drähte stets möglichst geringem und
auch bei Betätigung der Schiebereinrichtung gleichb'eibendem Anpressungsdruck. Diese
letztere Bedingung ist besonders schwer zu erfüllen, da bei jeder Betätigung des
Schiebers eine vorher erfolgte genaue Justierung der Gleitkontakte wieder verlorengeht.
Einen Ausweg will z. B. (las deutsche Patent 134748 dadurch bieten, daß es den Handhabungsteil
und den elektrisch wirksamen Teil -voneinander trennt, also baulich selbständig
macht. Auch die dort gekennzeichnete Anordnung hat noch ihre Mängel, erstens den,
daß der auf dem Widerstand schleifende Schieberteil zwar nachgiebig ist, daß er
aber nicht derartig von dem Handhabungsteil zwangläufig mitgenommen wird, daß die
von der betätigenden Hand aufgewendete Kraft Rückwirkungen auf den Kontakt mit dem
Widerstandsdraht vermeidet, zweitens wird die dort angegebene Form besonders bei
dicken Drähten für hohe Stromstärken ungünstig sein, da hier ein Verkanten des Handhabungsstückes
sofort den Anpressungsdruck einer Seite der Kontaktfedern und damit den Übergangswiderstand
und die Belastung ändert.
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Die vorliegende Neuerung will diese Mängel beseitigen und ferner als
Weiterentwickeiung der durch das Patent 314154 geschützten Schiebereinrichtung noch
besten und stets gleichmäßigen Kontakt zwischen
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und Schieber unter Vermeidung jedes Kantens des Schiebers, einfache und billige
Herstellung und Montage, leichte Auswechselbarkeit evtl. abgenutzter Teile unter
völliger Trennung des zur Führung auf der Schieberstange dienenden isolierenden
Handhabungsteils von dem den Widerstand verändernden und zur Stromzuführung dienenden
metallischen, auf der Wicklung schleifenden Schieberteil erreichen.
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Der Schieber in der gekennzeichneten Art besteht in der Hauptsache
also aus einem metallenen, lediglich zur Stromleitung dienenden Schleifkontaktreiter
und einem nicht leitenden, zur Handhabung und zur Führung auf der Schieberstange
dienenden Mitnehmerstück.
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Der Schleifkontaktreiter als elektrisch leitender Teil besteht nach
Abb. i aus dem in bekannter Weise auf dem Widerstandsdraht direkt schleifenden Federsatz
a, einem zweiten rechtwinklig dazu stehenden und den Kontakt zwischen ihm und der
Schieberstange b bewirkenden Federsatz c, dem Verstärkungs- und Mitnehmerblech d
und dem auf der Schieberstange gleitenden und die Führung der Federsätze übernehmenden,
zum Teil auch mit zur Stromzuführung dienenden Gleitstücke e aus einem gestanzten,
eigentümlich gebogenen Blech. Diese sämtlichen Teile werden durch zwei Niete zu
einem einzigen Ganzen vereinigt.
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Die Vorteile dieser Einrichtung sind folgende: Zuerst bildet der Schleifkontaktreiter
ein einziges geschlossenes Ganzes, das sich leicht fabrikationsmäßig, also billig
herstellen läßt. Zweitens ergibt diese Einrichtung einen vorzüglichen Kontakt zwischen
Schieber und Schieberstange. Dieser Kontakt ist, wie man leicht sieht, mehrfach.
Zuerst bewirkt der rechtwinklig zu den eigentlichen Schleiffedern stehende Federsatz
c durch seine Reibung auf der unteren Seite der dreikantigen Schieberstange einen
dauernd guten Kontakt. Ferner wird durch die hakenförmig über die Schieberstange
greifenden Lappen 1 ein sicherer Kontakt mit der Oberkante der Stange erreicht,
der noch dadurch verbessert wird, daß jeder der schmalen Lappen in geringem Grade
wegen seiner Elastizität nachgeben und sich gut der Oberkante der Stange anschmiegen
kann.
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Das Mitnehmerstück besteht in einer Ausführung nach Abb. q. aus einem
rahmenförmigen, aus geeignetem Isoliermaterial gepreßten Stück i, das dem Profil
der Schieberstange entsprechende Löcher lz auf den Schmalseiten enthält und sich
mit ihnen auf der Schieberstange führt. Auf den Längsseiten befindet sich unten
eine schmalere Aussparung k zur Kupplung mit dem Schleifkoataktreiter und oben eine
breitere zur Verbindung mit dem Griffblech ä. Das Griffblech ist der Deutlichkeit
wegen halb abgebrochen gezeichnet. Der Umstand, daß das Mitnehinerstück aus Isoliermaterial
besteht, ergibt als ersten Vorteil, daß wegen der Eigenschaften des Materials ein
Fressen und ein Schmieren, wie es bei der Reibung von i'#-lessing leicht vorkommt,
ausgeschlossen wird. Ein zweiter noch wichtigerer Vorteil wird weiter unten noch
erwähnt.
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Die Verbindung beider Teile, nämlich des Schleifkontaktreiters der
Abb. i und des Mitnehmerstücks der Abb. 4, erfolgt nun in äußerst einfacher Weise
dadurch, daß die beiden Teile so von der Seite ineinandergesteckt werden, daß das
Verstärkungs- und .,litnehnierblech d zusammen mit dem Federsatz a klauenartig in
die beiderseitigen Aussparungen k auf der Unterseite des Mitnehmerstücks eingreift,
wobei die Führungslöcher h der Schmalseiten und die zu einem Dreieck zusammengebogenen
Lappen L des Gleitstücks e koachsial verlaufen, so daß die Schieberstange frei durchgehen
kann. Beide sind jetzt so miteinander verbunden, daß der Schleifkontaktreiter der
Bewegung des Mitnehmerstücks auf der Schieberstange folgen muß. Eine weitere Vereinfachung
ergibt sich daraus, daß man statt des rahmenförmigen Mitnebmerstücks ein solches
in [J-Form, z. B. nach Abb.2, oder, wie in Abb.3, in Form eines offenen Kastens
verwendet, dessen öffnung nach unten, also der Schieberstange zugekehrt ist, und
dessen Schmalseiten die entsprechenden Öffnungen zum Durchtritt der Schieberstange
enthalten.
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Dieser Kasten kann unter Fortfall des Griffblechs direkt als haubenartiges
Griffstück zur Betätigung ausgestaltet werden, z. B. in Abb. 3 durch passende Riffelung
zum bequemeren und sicheren Anfassen oder wie in Abb.2 durch Anbringung von zwei
Grifflöchern o. Dieser letztere Griff ist also ohne Verbindung finit der Schleifkontakteinrichtung
und wird so zusammengesteckt, daß der Schleifkontakt von unten eingeführt, dann
die Schieberstange durchgesteckt wird und so die Zwangläufigkeit dadurch erfolgt,
daß die beiden die Schieberstange umgreifenden Lappen L und h sich gegen
die Innenflächen der Schmalseiten des kastenförmigen Griffstücks stützen.
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Abb.3 zeigt einen so zusammengesetzten kompletten Schieber in der
Ansicht; a bezeichnet hier, wie in Abb. i, die auf dem Widerstand schleifenden Kontaktfedern.
Jede Schraube o. dgl. kann dabei wegfallen. Für den Fall, daß der Schiebewiderstand
abgedeckt werden soll, erhalten die beiden Längswände des Kastens zwei schmale Schlitzes,
durch
die ein entsprechend dem Griffblech g der Abb. d. geformter Blechstreifen durchgesteckt
werden kann, der mit zwei federnden, aus ihm selbst ausgestanzten Lappen sich gegen
die Längswände legt und dadurch unverrückbar befestigt wird. Auch hier sind also
Schrauben o. dgl. vermieden. Die Verwendung einer quadratischen Schieberstange ermöglicht
nach Abb.2 auch eine Drehung des Schieberhandgriffs um 9o', also unter Anwendung
zweier gleich in die Oberseite eingepreßten Grifflöcher eine Betätigung des Schiebers
von der Längsseite des Widerstandes her.
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Die Art des Kontakts mit der Schieberstange ist bereits erwähnt.
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In ihrer Gesamtverbindung ergibt diese Anordnung nun mehrere wichtige
Vorteile. Erstens ist das Griffblech g in Abb..I, das die zum Betätigen des Schiebers
durch Hand benötigten Griffschalen trägt, vorzüglich von den elektrisch leitenden
Teilen in so großem Abstande isoliert, daß die Bildung von Kriechwegen und damit
ein Stromübergang auf die bedienende Hand ausgeschlossen ist. Zweitens ist die Verbindung
zwischen Mitnehmerstück und Schleifkontaktreiter zwar in der Schieberichtung starr,
in den senkrecht dazu stehenden Richtungen jedoch so weit nachgiebig, daß bei evtl.
Ungleichmäßigkeiten irn Material oder bei der Montage der eine Teil gegen den andern
so weit nachgeben kann, daß niemals ein Klemmen oder schwererer Gang eintreten kann,
auch nicht, wenn durch den Widerstand eine ungleichmäßige Erwärmung eintritt. Ferner
schützt das -L%Iitnehmerstück auch das Griffblech vor zu großer Erwärmung durch
seine schlechte Wärmeleitfähigkeit.
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Der hauptsächlichste Vorteil bietet sich aber dadurch, daß die Abdeckung
jetzt an dem aus Isoliermaterial bestehenden nehmerstück anliegen kann, so daß nur
ein schmaler Schlitz zum Durchtritt des horizontalen Teils des Griffblechs zwischen
Deckschiene und Abdeckung frei zu bleiben braucht; die Abdeckung kann also so weit
heraufgeführt werden, daß selbst ein sehr unvorsichtiges oder ungeschicktes Handhaben
mit Drähten oder anderen leitenden Körpern o. dgl. keine Verbindung zwischen der
sonst immer noch etwas ungeschützt liegenden Schieberstange und den Abdeckblechen
oder anderen freien Metallteilen hervorrufen kann. Die Abdeckung ist dadurch zugleich
spritzwassersicher. Auch für Verwendungszwecke in Räumen, wo stark fasernde Materialien
verarbeitet werden, kann die Abdeckung in der beschriebenen Form wichtig werden.