DE4302430A1 - Verfahren zur Energiegewinnung aus festen Brennstoffen und Kombibrenner - Google Patents
Verfahren zur Energiegewinnung aus festen Brennstoffen und KombibrennerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Energiege
winnung durch Verbrennen von festen Brennstoffen wie Stein
kohle, die aufgemahlen und dann in der Flamme eines
Brenners im Kessel verbrannt wird. Die Erfindung betrifft
außerdem einen Kombibrenner mit einem Kessel, der sowohl
mit einem Öl-/Gasbrenner wie einem Staubbrenner ausge
rüstet ist, wobei die Feststoffbrenngutzufuhr ebenso wie
Öl- oder Gaszufuhr automatisch geregelt und eine Festbrenn
stoffaufbereitung und automatisierte Zufuhr vorgesehen sind
zur Durchführung des Verfahrens.
Sogenannte Kohlenstaubfeuerungen sind bekannt. Die mit
Kohlenstaub beladene Luft wird durch ein Gebläse zu
den Brennern befördert, durch die hindurch sie oben oder
an den Seiten in den Kessel eingeblasen wird. Zweitluft wird
durch besondere Öffnungen bzw. am Brenner entlang zugeführt,
so daß möglichst heftige Wirbel entstehen. Nachteilig bei
diesen bekannten Feuerungen ist, daß sie in der Regelung
schwerfällig und bezüglich der Qualität der Kohle empfind
lich sind. Nachteilig ist außerdem, daß der durch die
Verbrennung des Kohlenstaubes entstehende feinkörnige Staub
insbesondere bei liegenden Rohrkesseln teilweise im Kessel
verbleibt, so daß er eine Behinderung darstellt. Haupt
problem ist aber bei derartigen Brennern die Leistungs
regelung, weil derartige mit Kohlenstaub betriebene Brenner
nicht ohne weiteres in der Leistung reduziert werden können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
möglichst dem Bedarf anpaßbare Leistungsregelung bei
geringstmöglichem Schadstoffausstoß zu schaffen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
das Rohprodukt dosiert und gleichmäßig in eine Sichter
mühle gefördert wird, wo es ungetrocknet zusammen mit
Kalkstein auf Staubfeinheit gemahlen und dann nach dem
Austragen über die Mühlenluft pneumatisch zum Staubbrenner
und in den Kessel transportiert wird, daß die Brennstoff
versorgung der elektrisch gezündeten Öl- oder Gasflamme
nach einem Anlauf von wenigen Sekunden abgestellt und nur
bei Störungen im Feststoffbereich automatisch wieder
eingeschaltet wird und daß der Staubbrenner über die
Mühlendurchsatzleistung leistungsgeregelt wird.
Ein derartiges Verfahren ermöglicht den Betrieb der
artiger Kohlenstaubkessel eng an den Bedarf angepaßt. Durch
die Änderung der Mühlendurchsatzleistung in der vorgesehenen
Form wird bei kleinerer Leistung eine höhere Zerkleinerung
und bei höherer Leistung eine geringere Zerkleinerung
bewirkt, wodurch automatisch auch die Leistung des Brenners
angepaßt wird, d. h. reduziert oder auch gesteigert wird.
Darüber hinaus ist überraschend eine niedrige NOX-Emission
zu erreichen, weil durch den Einsatz der geringen Mühlen
luft eine hohe Beladung im Brennstaubeintritt des Brenners
erreicht werden kann. Schließlich erfolgt eine gute Ent
schwefelung, weil aufgrund der hohen Mahlfeinheit eine die
Einbindung des Schwefels in die Asche sichernde Flammen
gestaltung erreicht wird.
Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist
vorgesehen, daß regelungstechnisch eine der Feuerungs
leistung entsprechende optimale O2-Konzentration gefahren
wird, wodurch schwankende Qualitäten im Festbrennstoff
ausgeglichen werden. Damit wird auch in diesem Bereich eine
Anpassung des Betriebes an äußere Gegebenheiten möglich.
Weiter oben ist bereits erläutert worden, daß eine
Einbindung des Schwefels in die Flugasche durch die hohe
Mahlfeinheit möglich ist, wobei mit der Kohle gleichzeitig
Kalkstein zerkleinert und damit in die Feuerung einge
tragen wird. Gemäß der Erfindung ist nun vorgesehen, daß
Rohprodukt und Kalkstein gemeinsam auf < 63 µm zerkleinert
werden. Eine solche Mahlfeinheit ist mit geeigneten
Mühlen erreichbar, wobei sich hier eine Sichtermühle als
besonders zweckmäßig herausgestellt hat, wobei vorteilhaft
ist, daß die Grenze von 63 µm sicher eingehalten werden
kann. Aufgrund dieser hohen Mahlfeinheit ist es möglich,
absorptive Reaktionen mineralischer Bestandteile zu
erzeugen, die eine optimale Schwefeleinbindung sicher
stellen. Der in die Mühle integrierte Sichter ermöglicht
es, nur einen geringen Anteil Brennstaub größeren Durch
messers zu erzeugen, weil dies durch entsprechende
Auslegung der Mühle erreicht werden kann. Aufgrund der
großen Oberfläche des erzeugten Staubes trocknen die
Kohlenpartikel durch Ablösen der feuchten Bestandteile
und entgasen, während sie die Flamme passieren. Damit wird
ein Aktivkoks erzeugt, der z. B. SO2 absorbiert.
Eine besonders günstige Zerkleinerung und die weiter
oben geschilderte Verringerung des Anteiles des Brennstoffes
mit größerem Durchmesser wird insbesondere erfindungsgemaß
eingehalten, wenn das Rohprodukt und der Kalkstein prall
zerkleinert, vorzugsweise zweistufig prallzerkleinert
werden. Diese doppelte Prallzerkleinerung wird dadurch
erreicht, daß die Kohlekörner zunächst auf die rotierenden
Leisten der Mühlen prallen, um von diesen gegen die Wandung
der Mühle geschleudert zu werden, wo sie ein weiteres Mal
auf Zerkleinerung beansprucht werden.
Zur Regelung des Kessels ist es möglich, bei Erreichen
einer maximal zulässigen Rauchgastemperatur am Kesselende
die Feuerungsleistung des Brenners insgesamt über die Rauch
gastemperatur zu regeln. Damit wird sichergestellt, daß
die maximal zulässige Gastemperatur für die nachgeschaltete
Filteranlage und/oder die maximal zulässige Feuerungsleistung
bei unbeabsichtigt höherem Heizwert des Einsatzbrennstoffes
nicht überschritten werden. Dieses Verfahren bringt also
gleichzeitig eine zusätzliche Sicherung der Anlage selbst.
Insbesondere bei liegenden Rohrkesseln treten wie schon
erwähnt Probleme im Kessel durch sich absetzenden Staub auf.
Der Kessel muß von daher in gewissen Abständen gereinigt
werden. Hier ist gemäß der Erfindung eine automatische und
den Betrieb nicht belastende Kesselreinigung möglich, indem
der Brenner zur Kesselreinigung kurzzeitig und bis zum
Absinken der Kesselvorlauftemperatur um mindestens 5°C
abgeschaltet wird, um dann auf Maximalleistung gebracht
zu werden, wobei die Verbrennung mit ungefähr doppeltem
Luftüberschuß betrieben wird. Bei Erreichen einer entspre
chenden Abgastemperaturcharakteristik in Abhängigkeit der
Feuerungsleistung wird dementsprechend die Feuerungs
leistung auf Minimum reduziert oder der Brenner gar ganz
abgeschaltet. Dies geht so lange, bis ein größerer
Wärmebedarf gefordert wird, z. B. die Kesselvorlauf
temperatur um mindestens 5°C abgesunken ist. Danach wird
die Feuerungsleistung auf Maximalleistung gefahren, die
Verbrennung mit ungefähr doppeltem Luftüberschuß betrieben,
so daß die Geschwindigkeiten im Konvektionsteil wesentlich
größer werden, als im Auslegungspunkt. In diesem Betriebs
zustand werden die Flugstaubabgelagerungen weggeblasen.
Nach einer eingestellten Zeit wird wieder auf normalen
Regelbetrieb umgeschaltet und der Kessel ist wieder einwand
frei zu fahren.
Zur Durchführung des Verfahrens dient ein Kombibrenner,
dessen Kessel sowohl einen Öl- wie auch einen Staubbrenner
aufweist und der über eine automatisch regelbare Feststoff
brenngutzufuhr, eine Festbrennstoffaufbereitung vorhanden
sind. Die automatische Leistungsregelung wird dadurch
möglich, daß der Staubbrenner mit einer Sichtermühle mit
integriertem und einstellbarem dynamischen Sichter pneumatisch ver
bunden ist, daß die Ölflamme bzw. der Ölbrenner elektrisch
und in Abhängigkeit von der Feststoffzufuhr schaltbar ist
und daß der Sichter in Abhängigkeit von der Feuerungs
leistung regelbar ausgebildet ist. Die entsprechende
Ausbildung der Sichtermühle mit dem einstellbaren dynamischen Sichter
gibt die Möglichkeit, die Brennstoffzufuhr so zu regu
lieren, daß darüber auch die Feuerungsleistung geregelt
wird. Die Aufmahlung wird entsprechend der Mühlen
durchsatzleistung, dies ist gleichzusetzen der Brenner
leistung, variiert. Bei kleiner Leistung wird eine hohe
Mahlfeinheit und bei großer Leistung eine niedrige Mahl
feinheit eingeregelt und eingehalten.
Um die Investitionskosten möglichst gering zu halten,
andererseits aber auch einen einwandfreien Betrieb zu
erreichen, ist vorgesehen, daß als Öl- oder Gasbrenner
sowie Ölstrecke und Gasstrecke handelsübliche Brenner
eingesetzt sind. Diese Einrichtungen entsprechen in ihrer
Ausführung handelsüblichen Industriebrennern, wobei sie den
jeweiligen Öl- bzw. Gassorten gut angepaßt werden können.
Damit ist die notwendige Vielseitigkeit gegeben, andererseits
aber auch ein gleichmäßiger Betrieb gesichert.
Besonders wichtig ist, daß der Betrieb der Sichtermühle
durch gleichmäßige Brennstoffzufuhr immer gewährleistet ist.
Hierzu sieht die Erfindung vor, daß der Sichtermühle ein
Dosiervorlagebehälter vorgeordnet ist, der auf einen
Dosierförderer und einer mit konstanter Drehzahl rotierenden
Durchblaszellenradschleuse aufgebend angeordnet ist, die
ihrerseits über ein Brennstoffeintragsgebläse beaufschlagt
ist. Die Sichtermühle wird bei entsprechender Auslegung
gleichmäßig beschickt, weil im Dosiervorlagebehälter sowohl
der Brennstoff wie auch der Kalkstein vorgehalten werden
können und zwar in den vorgesehenen Anteilen. Über den
Dosiervorlagebehälter fällt das Gemisch zunächst auf den
Dosierförderer, wodurch eine erste Vergleichmäßigung
erreicht ist. Über den Dosierförderer gelangt das Gemisch
dann in die mit gleicher und konstanter Drehzahl rotierende
Durchblaszellenradschleuse. Diese Durchblaszellenrad
schleuse ist durch ein Brennstoffeintragsgebläse beauf
schlagt, so daß über die entsprechende Druckluft das
Gemisch, das in entsprechender Körnung vorliegt,
in die Sichtermühle eingeblasen werden kann. Die Sichter
mühle wird erfindungsgemäß zusätzlich von unten her über
ein Mühlenluftgebläse beaufschlagt. Dadurch ist sowohl
für die Sichterwirkung, den Zerkleinerungsprozeß als auch
den Staubaustrag die notwendige Luftmenge sichergestellt.
Die Brennstoffkörner werden in der Sichtermühle zunächst
zerkleinert und dann nach abgeschlossenem und zufrieden
stellendem Zerkleinerungseffekt durch den Sichter ausge
tragen. Über die Mühlenluft erfolgt der pneumatische
Transport bis zum Staubbrenner und von dort in das Kessel
innere. Durch die geringe Mühlenluft wird eine hohe
Beladung im Brennstoffeintritt des Brenners erreicht, wodurch
wiederum die schon erwähnte niedrige NOX-Emission einge
halten werden kann. Darüber hinaus kann durch Regelung
des Sichters bzw. der Sichtermühle der Brenner bzw. die
Feuerungsleistung geregelt werden.
Um eine gezielte Mehrfachzerkleinerung der Brenn
stoffteile sicherzustellen, ist die Sichtermühle als
Leistenmühle ausgebildet. Die einzelnen Körner werden
somit über die rotierende Durchblaszellenradschleuse
in die Sichtermühle hineingeblasen, wo die einzelnen
Körner zunähst auf die Leisten prallen und hier eine
erste Zerkleinerung erfahren. Über die Leisten werden
die zerkleinerten Körner dann gegen die Wandung der
Mühle geschleudert, wo ein weiterer Zerkleinerungs
prozeß abläuft. Erst dann steht das Endprodukt zur
Verfügung, das über den Sichter entweder ausgetragen oder
aber in den Zerkleinerungsprozeß zurückgegeben wird.
Die Brennerleistungsregelung verfügt erfindungsgemäß
über eine Overrideregelung, wobei diese Overrideregelung
ein Überschreiten der maximal zulässigen Feuerungsleistung
auch bei schwankender Brennstoffqualität wirksam verhindert.
Andererseits wird ein weiterer Kesselbetrieb ermöglicht,
ohne daß die maximal zulässige Abgastemperatur vor dem
Gewebefilter überschritten und die Feuerung abgeschaltet
wird.
Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß ein Ver
fahren und ein Kombibrenner geschaffen sind, die
einen weitgehend geregelten Betrieb eines derartigen Kessels
ermöglichen. Insbesondere ist eine Leistungsregelung
möglich, die über die Sichtermühle abläuft. Die ungetrocknete
Kohle wird dosiert der Sichtermühle zugeführt, wo die
Feinstzerkleinerung vorgenommen wird. Bei dieser Sichter
mühle handelt es sich um eine Leistenmühle, bei der die
Kohle einmal durch die Leisten und zum Zweiten durch den
Aufprall auf die Wand der Mühle zerkleinert wird. Über den
Sichter erfolgt dann eine Trennung bei 63 µm, woraufhin das
grobe Korn in die Mühle zurückfällt, während das feinere
Korn dem Brenner zielgerichtet zugeführt wird. Die Leistungs
regelung erfolgt über die Sichtermühle bzw. diese stellt
sich wieder entsprechend der Zufuhr an Kohle und Luft ein.
Bei kleinerer Leistung erfolgt eine höhere Zerkleinerung,
d. h. also eine größere Feinheit, bei höherer Leistung
erfolgt eine geringere Zerkleinerung, so daß insgesamt
ein gut anpaßbarer Betrieb eines derartigen Kessels, der
auch als liegender Rohrkessel ausgebildet sein kann,
möglich wird.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegen
standes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der
zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungs
beispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzel
teilen dargestellt ist. Es zeigt
Fig. 1 ein Schema des Kohlestaubkessels.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Kessel (1) handelt es
sich um einen liegenden Rohrkessel, in dem Staubkohle
verbrannt wird. Bei diesem Kessel (1) handelt es sich um
einen Kombikessel oder besser gesagt um ein Kombi-Brenner-
System Öl/Kohle. Dementsprechend ist der Kessel
mit einem Ölbrenner (2), einem Gasbrenner (3) und einem
Staubbrenner (4) ausgerüstet. Ölbrenner (2) und Gasbrenner
(3) sind alternativ im Betrieb.
Der Kessel (1) ist wie üblich mit einer Kesselkreis
pumpe (6) ausgerüstet, über den der Wasserkreislauf
funktioniert. Über das Mischventil (7) und die Rückschlag
klappe (8) ist ein gezielter Betrieb bzw. eine gezielte
Versorgung des Verbrauchers möglich.
Die erforderliche Verbrennungsluft liefert das
Verbrennungsluftgebläse (10), wobei über den Verteiler (12)
und die Regelklappen (11) jeweils gezielt die Verbrennungs
luft den Brennern (2, 3, 4) zugeführt werden kann.
Bei dem hier dargestellten Beispiel ist davon ausge
gangen worden, daß zur Zündung der Staubfeuerung
eine Ölbefeuerung erfolgt. Die notwendige Versorgung des
Ölbrenners (2) erfolgt über die Ölpumpe (14), wobei über
den Ölfilter (15) und das Ölregelventil (16) sowie das
Magnetventil (17) eine gezielte Steuerung des Ölbrenners
(2) möglich ist. Die Öl- bzw. Gasflamme wird hier
elektrisch gezündet. Nach erfolgter Zündung wird der Fest
brennstoff, d. h. die Kohle in die Zerkleinerungseinrichtung
gefördert. Nach einer eingestellten Zeit von ca. 10 Sek.
wird die Öl- bzw. Gaszufuhr abgeschaltet und die Brenn
staubverbrennung erfolgt leistungsgeregelt.
Sobald eine Störung im Systemteil Festbrennstoff,
während des Betriebes mit Brennstaub, auftritt, schaltet
der Staubbrenner (4) automatisch ab und der Ölbrenner (2)
wird eingeschaltet. Wird die Störung beseitigt und quittiert,
schaltet sich automatisch der Staubbrenner (4) wieder zu
und die Versorgung mit Brennstoff erfolgt über die Festbrenn
stoffseite.
Zur Festbrennstoffseite gehört zunächst einmal der
Dosiervorlagebehälter (19), in dem Brennstoff, d. h. also
Kohle und Kalkstein vorgehalten werden. Bei entsprechender
Anforderung werden die entsprechenden Stoffe, d. h. Kohle
und Kalkstein auf den Dosierförderern (20) übergeben, von
dem sie gleichmäßig in die Durchblaszellenradschleuse (21)
gefördert werden. Die Durchblaszellenradschleuse (21)
steht pneumatisch mit dem Brennstoffeintragsgebläse (22)
in Verbindung, so daß das Brennstoffgemisch pneumatisch
durch die entsprechende Leitung bis zur Sichtermühle (24)
transportiert wird. Hierbei handelt es sich um ungetrocknete
Feinkohle, die auf diese Art und Weise der Sichtermühle
(24) dosiert zugeführt werden kann, wo dann die Feinst
zerkleinerung abläuft. Dabei wird die Sichtermühle (24)
in der Regel so geschaltet, daß der sie verlassende Feinst
staub unter 63 µm Feinheit aufweist. Der Austrag wird
durch das Mühlenluftgebläse (23) erreicht.
Bei der Sichtermühle handelt es sich um eine Leisten
mühle, bei der die Kohle einmal durch die Leisten und zum
Zweiten durch Aufprall auf die Wand der Mühle zerkleinert
wird. Der Sichter sorgt für die Trennung eben bei 63 µm,
woraufhin das grobe Korn wieder in die Sichtermühle (24)
zurückfällt, während das feinere Korn dem Staubbrenner (4)
und damit dem Kessel (1) zugeführt wird.
Die Sichtermühle (24) bzw. schon durch die Durchblas
zellenradschleuse (21) ist gegenüber dem Brennstoffeintrags
gebläse (22) durch das Explosionssicherheitsventil (25)
abschottbar und damit gesichert. Der Eintritt der körnigen
Rohkohle erfolgt am Gehäuseeingang (26), wobei über den
Gehäuseeingang (27) die restliche Luft vom Mühlen
luftgebläse (23) in das Gehäuse der Sichtermühle (24)
eintritt. Am oberen Rand des Gehäuses der Sichtermühle (24)
befindet sich der Sichteraustrag (28), an dem das auf
63 µm zerkleinerte Gut die Sichtermühle (24) in Richtung
Staubbrenner (4) verläßt.
Der Staubbrenner (4) wird so geregelt, daß eine
optimale O2-Konzentration vorhanden ist, so daß schwankende
Qualitäten im Feststoff ausgeglichen werden. Über die
automatische Kesselreinigung durch zeitweises Stillsetzen
des Brenners und anschließendes Hochlaufen ist weiter
vorne bereits berichtet worden. Ansonsten entspricht der
Betrieb des Kessels (1) dem üblicher Kessel. Allerdings ist am
raucherseitigen Ausgang des Kessels ein Temperaturfühler (35) vorge
sehen, über den eine ergänzende Regelung des Kessels möglich ist.
Die den Kessel (1) verlassenden Rauchgase verlassen den
Kessel und durchströmen den Gewebefilter (30). Hier werden
die feinen Bestandteile des Staubes abgeschieden und
in regelmäßigen Abständen durch die Filteraustragsschnecke
(31) aufgenommen und durch die Zellenradschleuse (32) aus
getragen.
Für konstanten Unterdruck im Feuerraum des Kessels
(1) sorgt der drehzahlgeregelte Saugzug (33), der die Rauch
gase zum Kamin (34) fördert.
Die Sichtermühle ermöglicht eine genaue Leistungsregelung
des Kessels (1). Bei kleiner Leistung erfolgt eine höhere
Zerkleinerung, d. h. also eine größere Feinheit des am
Sichteraustrag (28) ausgetragenen Brennstoffes. Bei geringerer
Zerkleinerung wird eine höhere Leistung erreicht, so daß
insgesamt gesehen vorteilhaft auch Teillastbetrieb sicher
ist. Der Kern ist sicherlich darin zu sehen, daß über den
Sichter bzw. die Sichtermühle (24) die gesamte Leistungs
regelung bewirkt wird.
Wichtig ist, daß die Kohle ungetrocknet verarbeitet
wird, weil in der Sichtermühle zumindest indirekt auch eine
Trennung des Feststoffes von Wasser möglich ist. Das
Wasser nimmt dann in Form des Wasserdampfes weiter am
Prozeßteil, so daß die Gefahr von Staubexplosionen und
Verpuffungen wesentlich verringert wird.
Auf die Schwefeleinbindung ist ebenfalls hingewiesen
worden. Diese wird vor allem durch gleichzeitige und gleich
mäßige Vermahlung des Kalksteins erreicht, wodurch eine
Einbindung des Schwefels in die Asche möglich ist.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein
zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfin
dungswesentlich angesehen.
Claims (12)
1. Verfahren zur Energiegewinnung durch Verbrennen von
festen Brennstoffen wie Steinkohle, die aufgemahlen und
dann in der Flamme eines Brenners im Kessel verbrannt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohprodukt dosiert und gleichmäßig in eine Sichter
mühle gefördert wird, wo es ungetrocknet zusammen mit Kalk
stein auf Staubfeinheit gemahlen und dann nach dem Austragen
über die Mühlenluft pneumatisch zum Kessel und in den Staub
brenner transportiert wird, daß die Brennstoffversorgung
der elektrisch gezündeten Öl- oder Gasflamme nach einem
Anlauf von wenigen Sekunden abgestellt und nur bei
Störungen im Festbrennstoffbereich automatisch wieder
eingeschaltet wird und daß der Staubbrenner über die
Mühlendurchsatzleistung leistungsgeregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß regelungstechnisch eine der Feuerungsleistung entspre
chende optimale O2-Konzentration gefahren wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Rohprodukt und Kalkstein gemeinsam auf < 63 µm
zerkleinert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohprodukt und der Kalkstein prallzerkleinert,
vorzugsweise zweistufig prallzerkleinert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kessel über eine Temperaturmessung am Kesselausgang
geregelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Brenner zur Kesselreinigung kurzzeitig und bis zum
Absinken der Kesselvorlauftemperatur um mindestens 5°C ab
geschaltet wird, um dann auf Maximalleistung gebracht zu
werden, wobei die Verbrennung mit ungefähr doppeltem Luft
überschuß betrieben wird.
7. Kombibrenner mit einem Kessel, der sowohl mit einem
Öl-/Gasbrenner wie einem Staubbrenner ausgerüstet ist, wobei
die Feststoffbrenngutzufuhr ebenso wie Öl-/ oder Gaszufuhr
automatisch geregelt und eine Festbrennstoffaufbereitung
und automatisierte Zufuhr vorgesehen sind zur Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1 und/oder weiteren Ansprüchen
2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Staubbrenner (4) mit einer Sichtermühle (24) mit
integriertem und einstellbarem Sichter pneumatisch ver
bunden ist, daß die Ölflamme bzw. der Ölbrenner elektrisch
und in Abhängigkeit von der Feststoffzufuhr schaltbar ist
und daß der Sichter in Abhängigkeit von der Feuerungs
leistung regelbar ausgebildet ist.
8. Kombibrenner nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Öl- oder Gasbrenner (2, 3) sowie Ölstrecke und
Gasstrecke handelsübliche Brenner eingesetzt sind.
9. Kombibrenner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sichtermühle (24) ein Dosiervorlagebehälter (19)
vorgeordnet ist, der auf einen Dosierförderer (20) und
einem mit konstanter Drehzahl rotierender Durchblaszellen
radschleuse (21) aufgebend angeordnet ist, die ihrerseits
über ein Brennstoffeintragsgebläse (22) beaufschlagt ist.
10. Kombibrenner nach Anspruch 1 und Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sichtermühle (24) zusätzlich von unten her über
ein Mühlenluftgebläse (23) mit Förderluft beaufschlagt ist.
11. Kombibrenner nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sichtermühle (24) als Leistenmühle ausgebildet
ist.
12. Kombibrenner nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Brennerleistungsregelung über eine Overrideregelung
verfügt.
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Applications Claiming Priority (1)
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ID=6479158
Family Applications (2)
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1994
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN107854966A (zh) * | 2017-11-20 | 2018-03-30 | 深圳东方锅炉控制有限公司 | 一种改善高碱金属煤沾污结焦的方法和系统 |
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