DE4302185C1 - Zweipoliger Schalter - Google Patents
Zweipoliger SchalterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Schalter
zum zweipoligen Öffnen und Schließen eines Stromkreises mit
einem in einem Schaltergehäuse verschiebbar gelagerten
Betätiger, der sich zwischen zwei Schaltwippen, insbesondere
mit auf gleicher Höhe angeordneten Kipplagern, befindet,
wobei jede Schaltwippe eine mit einem gehäusefesten
Gegenkontakt zusammenwirkenden, bewegbaren Kontakt trägt und
die beiden bewegbaren Gegenkontakte in die Einschaltstellung
bzw. die Ausschaltstellung oder eine Umschaltstellung
bringbar sind. Solche Schalter sind sowohl als
Ein-Aus-Schalter als auch als Umschalter bekannt. In der
Regel werden solche Schalter als Netzschalter eingesetzt.
Aufgrund der Toleranzen, die bei Massenartikeln, um welche
es sich bei Schaltern in aller Regel handelt, unvermeidlich
sind, ist ein exaktes gleichzeitiges Öffnen und Schließen in
der Praxis nicht möglich. Man erreicht zwar, daß die beiden
Arbeitskontakte mit einer Verzögerung von weniger als 1 ms
schließen, so daß das Einschalten beider Kontakte, welches
etwa 1 bis 3 ms dauert, quasi gleichzeitig erfolgt. Beim
Ausschalten ist aber ein deutlicher zeitlicher Schaltversatz
zwischen beiden Kontakten festzustellen. Dies führt zu einem
ungleichmäßigen Kontaktverschleiß, wobei im ungünstigsten
Falle stets nur ein Kontaktpaar die gesamte elektrische
Funktion übernimmt. Das Öffnen und Schließen der Kontakte
unter Last bewirkt einen Kontaktabbrand und infolgedessen
führt der erwähnte ungleichmäßige Kontaktverschleiß bzw. das
ständige Öffnen und Schließen nur eines der beiden Kontakte
unter Last zu einer quasi halbierten Lebensdauer dieses
Schalters.
Durch die DE 34 39 469 A1 ist ein gattungsgemäßer Schalter
bekannt geworden. Aufgrund der wie gesagt unvermeidlichen
Fertigungstoleranzen ist nicht auszuschließen, daß die
beiden Schaltwippen beim Betätigen dieses Schalters
zeitverzögert kippen, also beispielsweise bei einem Schalter
mit Arbeitskontakten diese kurz nacheinander in
Umschaltstellung gelangen, obwohl man aus der Konstruktion
heraus vermuten kann, daß ein gleichzeitiges Öffnen und
Schließen der Kontaktpaare beabsichtigt ist. Demnach handelt
es sich hier um einen elektrischen Schalter mit den
vorstehend genannten Nachteilen.
Einen dem Schalter der DE 34 39 469 A1 ähnlichen und
gleichwirkenden Schalter beschreibt die DE 37 13 775 A1. Bei
der dargestellten und beschriebenen zweipoligen Ausführung
dieses Schalters können in Abhängigkeit von den jeweiligen
Toleranzen die Kontakte gleichzeitig oder kurz zeitversetzt
geöffnet und geschlossen werden. Im Hinblick auf die
wegversetzten Schalt- und Rückschaltpunkte können die
Verhältnisse beim Öffnen und beim Schließen der Kontakte
ebenfalls unterschiedlich ausfallen. Somit sind auch bei
diesem elektrischen Schalter die genannten Nachteile
vorhanden.
Durch die DE 36 17 049 A1 ist ein Sicherheitsunterbrecher
mit Zwangsöffnung seiner Ruhekontakte bekannt geworden. Er
besitzt in einem isolierenden Gehäuse zwei in Längsrichtung
voneinander getrennte Paare von feststehenden Kontakten
sowie eine Ruhekontaktbrücke und eine Arbeitskontaktbrücke.
Jede dieser Brücken arbeitet mit einem Festkontaktpaar
zusammen. Auch hierbei ist durch die Betätigung des Stößels
grundsätzlich eine gleichzeitige zweipolige Öffnung und
Schließung der Kontaktpaare angestrebt. Aufgrund der
komplizierten Ausbildung dieses Schalters ist aber eine noch
höhere Wahrscheinlichkeit gegeben, daß die Kontaktpaare
nicht gleichzeitig geöffnet bzw. geschlossen werden, sondern
kurz zeitversetzt, so daß es auch bei diesem Schalter zu
einem Kontaktabbrand an ein und demselben Kontaktpaar,
sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen, kommen kann.
Auch bei diesem Schalter sind keine besonderen Vorkehrungen
getroffen, diese ungünstige Perspektive hinsichtlich des
Kontaktabbrands zu verhindern.
Schließlich ist durch die DE 35 46 060 A1 eine
Schaltvorrichtung in Form eines elektrischen Unterbrechers
mit aufeinanderfolgenden Schließungen und gleichzeitigen
Öffnungen der Kontakte seiner beiden Schalter bekannt
geworden. Er dient beispielsweise zum Stillsetzen eines
schnell laufenden Elektromotors. Hierbei wird gezielt
angestrebt, daß durch das Betätigen des Drückers die beiden
Schalter, deren Konstruktion im einzelnen nicht gezeigt ist,
nacheinander vom Stößel betätigt werden, indem an diesem in
Verschieberichtung versetzte Abschrägungen zum Eindrücken
der Schalterstößel angebracht sind. Durch eine besondere
Konstruktion erreicht man ein zumindest annähernd
gleichzeitiges Schließen der Schalterkontakte beider
Unterbrecherschalter.
Die Problemstellung bei diesem Schalter ist abweichend von
derjenigen der vorstehend besprochenen Schalter und auch dem
erfindungsgemäßen. Insofern konnte er kein Vorbild für den
erfindungsgemäßen Schalter bilden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, einen Schalter
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß mit
Sicherheit ein gleichmäßiger Kontaktverschleiß beider
Kontaktpaare erreicht wird, indem beispielsweise das eine
immer unter Last schließt, während das andere immer unter
Last öffnet oder umgekehrt.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß
vorgeschlagen, daß der elektrische Schalter gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 entsprechend dem kennzeichnenden
Teil dieses
Anspruchs ausgebildet ist. Weil nunmehr auf rein mechanischem
Weg zwangsweise das Öffnen der beiden Kontakte ebenso
zeitversetzt abläuft wie das Schließen, jedoch mit der
Maßgabe, daß beispielsweise der erste bewegbare Kontakt
ständig unter Last schließt, während der zweite bewegbare
Kontakt ständig unter Last öffnet, erreicht man eine
gleichmäßige Belastung beider Kontaktpaare und somit auch
einen gleichen Kontaktabbrand der letzteren. Dies führt zu
einer wesentlichen Erhöhung bzw. Verdoppelung der Lebensdauer
dieses zweipoligen Schalters. Hierbei ist es unerheblich, ob
es sich um einen Ein-Aus-Schalter oder einen Umschalter
handelt.
Das Öffnen und Schließen der Kontakte erfolgt
selbstverständlich in der vorstehend genannten Weise,
lediglich um Millisekunden zeitversetzt. Dies ist nicht
zuletzt auch von der Geschwindigkeit abhängig, mit welcher
der Betätiger des Schalters verschoben wird. Die Größe der
Totgangstrecke hängt von der Konstruktion des Schalters im
einzelnen ab. Toleranzschwankungen spielen nunmehr keine so
große Rolle wie bei den vorbekannten elektrischen Schaltern
der gattungsgemäßen Art.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß jedes
Kipplager elektrisch leitend mit einem Schalter-
Anschlußelement verbunden ist, d. h. der elektrische Strom
fließt vom Kipplager über die Schaltwippe und deren
beweglichen Kontakt zum Festkontakt bzw. umgekehrt.
Jeder bewegbare Kontakt ist zweckmäßigerweise an einem
federnden Arm angebracht, und dieser bildet einen Teil der
Schaltwippe. In diesem Zusammenhang besteht eine weitere
Ausgestaltung der Erfindung darin, daß jede Schaltwippe eine
etwa U-förmige Gestalt aufweist, wobei ein innerer U-Schenkel
am zugeordneten Schaltnocken anliegt, während ein äußerer
U-Schenkel den bewegbaren Kontakt, insbesondere an seinem
freien Ende, trägt.
Eine bevorzugte Variante der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß jeder Schaltnocken an einem im
Schaltergehäuse gelagerten Schiebeelement angebracht,
insbesondere angeformt ist und die beiden Schiebeelemente
mittels eines gemeinsamen Betätigers verschiebbar sind. Ihre
Verschiebebewegung führen sie aber in der erfindungsgemäßen
Weise aufgrund der Totgangstrecke teilweise zeitversetzt aus.
Eine Weiterbildung der Erfindung ergibt sich aus Anspruch 6.
Wenn man den Betätiger mit dem Schiebeelement des ersten
Nockens, in Verschieberichtung gesehen, mit geringem Spiel
ankuppelt, so kommt dies vor allen Dingen der Montage zugute.
Hinsichtlich des Schaltens ist ein spielfreies Ankuppeln ohne
weiteres möglich. Der Betätiger wird in bevorzugter Weise mit
zwei seitlichen Ansätzen bzw. einem gemeinsamen, nach beiden
Seiten vorstehenden Ansatz versehen, wobei der eine die
spielfreie oder nahezu spielfreie Ankupplung bewirkt, während
der andere in die Totgangstrecke eingreift.
Eine andere Ausführungsform der Erfindung ergibt sich aus
Anspruch 7. Aufgrund ihrer geringeren Teilezahl ist sie
preiswerter herzustellen und erfordert vor allen Dingen eine
geringeren Montageaufwand. Dies resultiert vor allen Dingen
auch aus den Weiterbildungen nach den Ansprüchen 8 und 9.
Besonders vorteilhaft ist auch die Ausgestaltung gemäß
Anspruch 10, welche einen sehr kompakten Schalter ergibt.
Zwei Ausführungsbeispiele werden nachstehend anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
Hierbei stellen dar:
Fig. 1 bis 4 in schematischer Darstellung vier
nacheinander erreichte Stellungen des
Schaltmechanismus eines zweipoligen
Schalters mit normal offenen Kontakten
einer ersten Ausführungsform;
Fig. 5 bis 8 eine entsprechende Darstellung einer
zweiten Variante;
Fig. 9 ein einfaches Schaltschema mit einem
zweipoligen Netzschalter mit
Arbeitskontakten;
Fig. 10 ein weiteres Schaltschema mit einem
zweipoligen, als Umschalter ausgebildeten
Schalter.
Ein zweipoliger elektrischer Schalter mit zwei
Arbeitskontakten, also zwei normalerweise offenen Kontakten,
besitzt einen, in einem nicht dargestellten, herkömmlich
ausgebildeten Schaltergehäuse im Sinne des Doppelpfeils 1
verschiebbaren Betätiger 2 sowie zwei auf etwa gleicher Höhe,
ebenfalls einander gegenüberliegend angeordnete, in der
Zeichnung auch nur schematisch angedeutete, für sich bekannte
Schaltwippen 3 und 4. Die Schaltwippe 3 ist an einem
Kipplager 5 bekannter Bauart gelagert, während das Kipplager
der Schaltwippe 4 mit 6 bezeichnet ist. Beide Kipplager sind
stromführend, d. h. der Strom wird beispielsweise über das
Kipplager 5 zugeführt und bei geschlossenem linkem
Kontaktpaar über den Festkontakt 7 abgeleitet. Der
Festkontakt des rechten Kontaktpaars ist mit 8 bezeichnet.
Die zugehörigen bewegbaren Kontakte tragen die Bezugszahlen 9
und 10. Sie haben in den Fig. 1 und 5 von ihren
Festkontakten jeweils einen Abstand, d. h. die zweipoligen
Schalter sind bei beiden Ausführungsbeispielen in der
Ausgangsstellung offen.
Die bewegbaren Kontakte befinden sich bei beiden Varianten
der Erfindung an den Schaltwippen 3 bzw. 4. Letztere haben
beispielsweise eine U-förmige Gestalt, wobei bezogen auf die
Schaltermitte der jeweils äußere U-Schenkel, insbesondere an
seinem freien Ende, den bewegbaren Kontakt 9 bzw. 10 trägt.
Dieser U-Schenkel ist kippbar am zugeordneten Kipplager 5
bzw. 6 im Sinne des Doppelpfeils 11 bzw. 12 gelagert. Der
jeweils innere U-Schenkel 13 bzw. 14 der Schaltwippe 3 bzw. 4
liegt an einem Schaltnocken 15 bzw. 16 an. Eine durch die
jeweilige Berührungsstelle gelegte Berührungslinie 17 bzw. 18
hat in Betätigungsrichtung 1 gesehen einen Abstand von einer
durch das Kipplager gelegten Kippebene 19 bzw. 20. Dies führt
dazu, daß aufgrund der Federelastizität der Schaltwippe 3 und
4 die Schaltwippe 3 im Uhrzeigersinne federbelastet ist,
während die Schaltwippe 4 einem Drehmoment entgegen dem
Uhrzeigersinn ausgesetzt ist. Als Folge davon werden beide
bewegbaren Kontakte in ihrer Offen-Stellung gehalten. Bei
beiden Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, daß die
Kippebenen 19 und 20 in Verlängerung voneinander stehen.
Der erste Schaltnocken 16 befindet sich am Betätiger 2, und
er ist insbesondere einstückig damit hergestellt.
Demgegenüber ist der zweite Schaltnocken 15 an einem
Schiebeelement 21 angebracht, welches schiebbar am Betätiger
2 gelagert ist. Das Schiebeelement 21 ist am Betätiger 2 im
Sinne des Doppelpfeils 1 nicht beliebig verschiebbar, sondern
nur innerhalb eines vorgegebenen Bereichs, welcher zugleich
eine Totgangstrecke 22 darstellt. Man erreicht dies dadurch,
daß sich am Betätiger 2 beispielsweise eine Ausnehmung 23
befindet, die nach unten hin durch eine Fläche 24 und nach
oben hin durch die Innenfläche 25 eines senkrecht aus der
Bildebene herausragenden Ansatzes 26 begrenzt ist. Die
Totgangstrecke 22 resultiert demnach aus dem Abstand der
beiden Mitnehmerflächen 24 und 25 abzüglich der Dicke des
zweiten Schaltnockens 15 in Verschieberichtung 1 gemessen. Im
übrigen entnimmt man Fig. 1, daß die beiden Berührungslinien
17 und 18 in Betätigungsrichtung 1 gegeneinander versetzt
sind, wobei die Berührungslinie 18 von der gemeinsamen
Kipplinie 19, 20 einen größeren Abstand aufweist als die
Berührungslinie 17.
Wenn man also ausgehend von der Stellung gemäß Fig. 1 den
Betätiger 2 im Sinne des Pfeils 27 verschiebt, führt dies
zugleich zu einer Relativverschiebung des Betätigers 2 mit
dem ersten Schaltnocken 16 gegenüber dem Schiebeelement 21
mit dem zweiten Schaltnocken 15. Wenn die Totgangstrecke 22
überwunden ist, trifft die Mitnehmerfläche 24 am zweiten
Schaltnocken 15 auf. Jetzt ist die aus Fig. 2 ersichtliche
Schaltstellung erreicht. Während des Durchlaufens der
Totgangstrecke 22 ist die Berührungslinie 18 über die
Kippebene 19, 20 hinausgekommen, was zu einem Kippen der
Schaltwippe 4 im Uhrzeigersinne geführt hat. Infolgedessen
ist der bewegbare Kontakt 10 am Festkontakt 8 zur Anlage
gekommen. Weil es sich aber um einen zweipoligen Schalter
handelt, ist das Schließen dieser Kontakte stromlos erfolgt.
Wenn man, gemäß Fig. 3, den Betätiger 2 im Sinne des Pfeils
27 weiterschiebt, bis auch die Berührungslinie 17 über die
Kippebene 19, 20 hinausgekommen ist, so wird auch die
Schaltwippe 3 verschwenkt, und zwar aufgrund der
symmetrischen Anordnung der beiden Schaltwippen im
Gegenuhrzeigersinne. Dies führt zu einer Kontaktgabe zwischen
den Kontakten 7 und 9. Weil jetzt auch das zweite Kontaktpaar
geschlossen ist, erfolgt die Kontaktgabe zwischen den
Kontakten 7 und 9 unter Last.
Die verschiebbaren und kippbaren Teile haben in Fig. 3 ihre
Betätigungs-Endstellung erreicht. Wenn man von dieser
ausgehend den Betätiger von Hand oder bevorzugterweise durch
Federkraft im Sinne des Pfeils 28 zurückbewegt, wobei dann
die Feder auf den Betätiger einwirkt, so führt dies zu einer
Relativbewegung des Betätigers 2 gegenüber dem Schiebeelement
21. Dabei überquert dann die Berührungslinie 18 die Kippebene
19, 20 und dies hat ein Drehmoment an der Schaltwippe 4 im
Gegenuhrzeigersinne zur Folge. Dabei hebt der bewegbare
Kontakt 10 von seinem Festkontakt 8 ab. Dies geschieht unter
Last mit Kontaktabbrand.
Wenn man nun, ausgehend von der in Fig. 4 erreichten Stel
lung die Rückstellbewegung des Betätigers 2 im Sinne des
Pfeils 28 fortsetzt, so überquert auch die Berührungslinie 17
die Kippebene 19, 20, was ein Drehmoment an der Schaltwippe 3
im Uhrzeigersinne und damit ein Kippen dieser Schaltwippe um
ihr Kipplager zur Folge hat. Nunmehr öffnen auch die Kontakte
9 und 7 stromlos. Der Stromkreis ist jetzt zweipolig ge
öffnet, und damit ist die Ausgangslage nach Fig. 1 erreicht.
In der angestrebten Weise erreicht man mit diesem Schalter
eine Verteilung der Belastung bzw. Kontaktabbrand beim
Einschalten am Kontaktpaar 7, 9 und beim Ausschalten am
Kontaktpaar 8, 10.
Soweit Gemeinsamkeiten vorhanden sind, wurden beim zweiten
Ausführungsbeispiel nach den Fig. 5 bis 8 gleiche
Bezugszahlen verwendet wie bei der ersten Variante nach den
Fig. 1 bis 4.
Ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden
Ausführungsformen (Fig. 1 bis 4 und Fig. 5 bis 8) besteht
darin, daß sich der erste Schaltnocken 16 gemäß Fig. 5 bis
8 an einem ersten Schiebeelement 29 und der zweite
Schaltnocken 15 an einem zweiten Schiebeelement 30 befindet.
Beide Schiebeelemente liegen bei diesem Ausführungsbeispiel
unmittelbar aneinander an oder sind einander zumindest
relativ nahe. Jedes ist für sich im Sinne des Doppelpfeils 1
hin und her verschiebbar. Die Verschiebebewegung resultiert
wiederum aus einer Betätigung des Betätigers 2 im Sinne des
Pfeils 27 oder in Gegenrichtung 28.
Der Betätiger 2 besitzt einen seitlichen Ansatz 31, mit
welchem er zwischen die beiden Mitnehmerflächen 24 und 25 des
Schiebeelements 30 greift. Die Totgangstrecke 22 resultiert
in Analogie zur ersten Variante aus einem Abstand der beiden
Mitnehmerflächen 24 und 25, abzüglich der Dicke des zweiten
Schaltnockens 15, jeweils in Richtung des Doppelpfeils 1
gemessen.
Am ersten Schiebeelement 29 sind dementsprechende
Mitnehmerflächen 32 und 33 vorgesehen. Ihr Abstand entspricht
demjenigen des in den Fig. 5 bis 8 rechten seitlichen
Ansatzes 34 des Betätigers 2 oder übertrifft dessen Dicke, in
Verschieberichtung 1 gemessen, wie beim Ausführungsbeispiel
vorgesehen, geringfügig. Das erleichtert die Montage, bewirkt
aber eine minimale Totgangstrecke auch auf der rechten Seite
des Schalters, die aber in der Zeichnung stark übertrieben
ist. In Wirklichkeit handelt es sich nur um ein übliches
Spiel. Insbesondere aus Fig. 8 ersieht man, daß der
Betätiger 2 zur Bildung der beiden einander
gegenüberliegenden bzw. aneinander anschließenden seitlichen
Ansätze 31 und 34 mit einem verdickten Kopf ausgestattet ist.
In Analogie zur Betätigung des ersten Ausführungsbeispiels
nach den Fig. 1 bis 4, wird auch bei dieser zweiten
Variante, ausgehend von der Stellung nach Fig. 5, zunächst
das rechte erste Schiebeelement 29 von unten nach oben
verschoben (Fig. 5 und 6), was zu einem Kippen der
Schalthebel 4 im Uhrzeigersinne und damit zu einem Schließen
der Kontakte 9 und 10 führt. Dabei fließt noch kein Strom und
somit findet auch kein Kontaktabbrand statt. Schiebt man den
Betätiger 2 im Sinne des Pfeils 27, ausgehend von Fig. 6,
weiter bis die Stellung nach Fig. 7 erreicht ist, so kippt
die Schaltwippe 3 im Gegenuhrzeigersinne, wodurch dann die
Kontakte 7 und 9 schließen. Weil aber die Kontakte 8 und 10
bereits geschlossen sind, erfolgt diese Kontaktgabe unter
Last mit entsprechendem Kontaktabbrand.
Wenn man nun ausgehend von der Stellung nach Fig. 7 den
Betätiger 2 im Sinne des Pfeils 28 wieder zurückzieht oder
durch eine Feder zurückdrücken läßt, so bleibt das zweite
Schiebeelement 30 so lange in der bis dahin erreichten
Schiebestellung stehen, bis der seitliche Ansatz 31 die
Totgangstrecke 22 durchlaufen hat. Mittlerweile sind die
Kontakte 8 und 10 unter Last getrennt worden, was einen
entsprechenden Kontaktabbrand zur Folge hat. Jetzt ist die
Stellung nach Fig. 8 erreicht. Ein weiteres Zurückziehen des
Betätigers 2 in Pfeilrichtung 28 führt schließlich zu einem
Öffnen der Kontakte 7 und 9, jedoch nicht unter Last und
damit auch ohne Kontaktabbrand.
Somit erreicht man auch bei dieser Variante, daß beim
Einschalten dieses Schalters mit Arbeitskontakten der
Kontaktabbrand am Kontaktpaar 7 und 9 erfolgt, während beim
Öffnen des Stromkreises der Kontaktabbrand an den Kontakten 8
und 10 stattfindet.
Das Schaltschema der Fig. 9 entspricht den
Ausführungsbeispielen der Fig. 1 bis 8. In beiden Fällen
handelt es sich um Schalter mit Arbeitskontakten, also
Schalter, deren Kontakte in Ruhestellung geöffnet sind. Statt
dessen kann man aber die Erfindung auch bei einem zweipoligen
elektrischen Schalter anwenden, welchen kein Ein-Aus-
Schalter, sondern ein Umschalter ist. Ein entsprechendes
Schaltschema ergibt sich aus der Fig. 10. In den beiden
Schaltschemata sind die beweglichen und die festen Kontakte
analog zu den Fig. 1 bis 8 eingetragen. Zusätzlich ist in
Fig. 9 noch ein Verbraucher 35 eingezeichnet. Beim
Umschalter der Fig. 10 ist ein zweiter Verbraucher 36 zu
sehen. In der Ausgangsstellung dieses Umschalters steht der
Verbraucher 36 unter Strom, während der Verbraucher 35 Strom
in der Umschaltstellung dieses Schalters erhält. Außer den
Kontakten 7 bis 10 sind in Fig. 10 noch Kontakte 37 und 38
eingezeichnet. Angesichts der ausführlichen Erläuterung der
beiden Ausführungsbeispiele nach den Fig. 1 bis 8 bedarf
das Schaltschema nach Fig. 10 sicherlich keiner speziellen
Erläuterung der Wirkungsweise dieses Umschalters. Pauschal
kann festgestellt werden, daß beim Umschalten beispielsweise
das Kontaktpaar 37, 9 unter Last getrennt wird, weswegen dann
beim Kontaktpaar 38, 10 kein Kontaktabbrand erfolgt. Weil in
diesem Falle die Kontakte 9 und 7 als erste geschlossen sind,
erfolgt dieses Schließen nicht unter Last und damit auch ohne
Kontaktabbrand. Letztere erfolgt beim Auftreffen des
bewegbaren Kontakts 10 am Festkontakt 8 des zweiten
Stromkreises mit dem Verbraucher 35. Sinngemäß erfolgt das
Rückschalten in die gezeichnete Ausgangsstellung nach Fig.
10 mit entsprechender Verteilung des Kontaktabbrands auf die
Kontaktgruppen 7, 9, 37 bzw. 8, 10, 38.
Claims (10)
1. Elektrischer Schalter zum zweipoligen Öffnen und
Schließen eines Stromkreises mit einem in einem
Schaltergehäuse verschiebbar gelagerten Betätiger (2),
der sich zwischen zwei Schaltwippen (3, 4), insbesondere
mit auf gleicher Höhe (19, 20) angeordneten Kipplagern
(5, 6), befindet, wobei jede Schaltwippe (3, 4) einen mit
einem gehäusefesten Gegenkontakt (7, 8; 37, 38)
zusammenwirkenden bewegbaren Kontakt (9, 10) trägt und
die beiden bewegbaren Kontakte in die Einschaltstellung
bzw. die Ausschaltstellung oder eine Umschaltstellung
bringbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß sich zur
gezielten minimal zeitversetzten Öffnung bzw.
Schließung der Kontaktpaare (7, 8; 8, 9; 9, 37; 10, 38)
zwischen dem Betätiger (2) und jeder Schaltwippe (3,4)
ein Schaltnocken (15, 16) befindet und die beiden
Schaltnocken über eine in Betätigungsrichtung (1)
wirksame Totgangstrecke (22) derart miteinander
gekuppelt sind, daß, bezogen auf jede der beiden
Betätiger-Endstellung, beim Verschieben des Betätigers
(2) der zweite Schaltnocken (15) erst dann mitgenommen
wird, wenn der erste Schaltnocken (16) die
Totgangstrecke (22) zurückgelegt hat, und daß beim
Durchlaufen der Totgangstrecke (22) zuerst der erste
Schaltnocken (16) seine zugeordnete Schaltwippe (4) und
beim Weiterschieben anschließend der zweite
Schaltnocken (15) seine zugeordnete Schaltwippe (3)
betätigt.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Kipplager (5, 6) elektrisch leitend mit einem
Schalter-Anschlußelement verbunden ist.
3. Schalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder bewegbare Kontakt (9, 10) an einem federnden
Arm angebracht ist und dieser einen Teil der Schaltwippe
(3, 4) bildet.
4. Schalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
jede Schaltwippe (3, 4) eine etwa U-förmige Gestalt
aufweist, wobei ein innerer U-Schenkel (13, 14) am
zugeordneten Schaltnocken (15, 16) anliegt, während ein
äußerer U-Schenkel den bewegbaren Kontakt (9,10) trägt.
5. Schalter nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Schaltnocken (15, 16), an einem im Schaltergehäuse
gelagerten Schiebeelement (29, 30) angebracht,
insbesondere angeformt ist und die beiden
Schiebeelemente mittels eines gemeinsamen Betätigers (2)
verschiebbar sind.
6. Schalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Schiebeelemente (29, 30) einander unmittelbar
benachbart sind und der Betätiger (2) mit dem
Schiebeelement (29) des ersten Schaltnockens (16), in
Verschieberichtung (1) gesehen, spielfrei oder
allenfalls mit geringem Spiel gekuppelt ist, während der
Betätiger (2) mit einem seitlichen Ansatz (31) zwischen
zwei Mitnehmerflächen (24, 25) des Schiebeelements (30)
des zweiten Schaltnockens (15) eingreift, deren Abstand
der Totgangstrecke (22), abzüglich der Dicke des
Ansatzes (31), entspricht.
7. Schalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Schaltnocken (16),
mit dem Betätiger (2) verbunden, insbesondere daran
angeformt ist und sich der zweite Schaltnocken (15) an
einem Schiebeelement (21) befindet, welches um den
Betrag der Totgangstrecke (22) am Betätiger (2)
verschiebbar gelagert ist.
8. Schalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schiebeelement (21) einstückig mit dem zweiten
Schaltnocken (15) gefertigt ist.
9. Schalter nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Betätiger (2) zwei in Verschieberichtung (1)
hintereinander angeordnete Mitnahmeflächen (24, 25)
aufweist, zwischen denen sich der zweite Schaltnocken
(15) befindet und deren Abstand der Totgangstrecke (22),
abzüglich der Dicke des zweiten Schaltnockens (15),
entspricht.
10. Schalter nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich in der
Ausgangsstellung des Betätigers (2) die Berührungspunkte
oder -linien (17, 18) der beiden Schaltnocken (15, 16) mit
ihren Schaltwippen (3, 4) diesseits einer durch die
Kipplager (5, 6) gelegten gedachten Ebene (19, 20) und die
beiden Festkontakte (7, 8) sowie die bewegbaren Kontakte
(9, 10) jenseits dieser gedachten Ebene (19, 20) befinden,
die senkrecht zu der gemeinsamen Bewegungsebene der
beiden Kontaktarme (3, 4) mit den bewegbaren Kontakten
(9, 10) verläuft.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934302185 DE4302185C1 (de) | 1993-01-27 | 1993-01-27 | Zweipoliger Schalter |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19934302185 DE4302185C1 (de) | 1993-01-27 | 1993-01-27 | Zweipoliger Schalter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4302185C1 true DE4302185C1 (de) | 1994-03-24 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19934302185 Expired - Fee Related DE4302185C1 (de) | 1993-01-27 | 1993-01-27 | Zweipoliger Schalter |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4302185C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4437020A1 (de) * | 1994-10-17 | 1996-04-18 | Marquardt Gmbh | Elektrischer Schalter |
| FR2787626A1 (fr) * | 1998-12-18 | 2000-06-23 | Sc2N Sa | Commutateur de commande d'eclairage electrique de vehicule automobile, notamment pour assurer une commutation entre feux de route et feux de croisement |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3439469A1 (de) * | 1984-10-27 | 1986-05-07 | Rudolf Schadow Gmbh, 1000 Berlin | Druck- oder schiebetastenschalter |
| DE3546060A1 (de) * | 1984-12-28 | 1986-07-03 | La Télémécanique Electrique, Nanterre, Hauts-de-Seine | Elektrische unterbrecher mit aufeinanderfolgenden schliessungen und gleichzeitigen oeffnungen |
| DE3617049A1 (de) * | 1985-05-22 | 1986-11-27 | La Télémécanique Electrique, Nanterre, Hauts-de-Seine | Sicherheitsunterbrecher mit zwangsoeffnung seiner ruhekontakte |
| DE3713775A1 (de) * | 1987-04-24 | 1988-11-10 | Cherry Mikroschalter Gmbh | Tastenschalter |
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1993
- 1993-01-27 DE DE19934302185 patent/DE4302185C1/de not_active Expired - Fee Related
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