DE4343380C2 - Rechengutpresse - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Rechengutpresse mit einem Wasch-
und Kompaktierbereich, die über einen Einwurftrichter mittels
Feinrechen beschickbar ist, mit einer im Kompaktierbereich in
einem Siebgehäuse umlaufenden, auf einer Schneckenwelle ange
ordneten Preßschnecke und einem anschließenden Austragsrohr.
Als Rechengut werden im wesentlichen Feststoffe bezeichnet, wie
sie in einer Kläranlage für Abwasserreinigung anfallen.
Diese Feststoffe weisen neben anorganischen auch organische Be
standteile auf, die als Fäkalien, pflanzliche und tierische Sub
stanzen sowie Nahrungsmittelreste im Abwasser vorkommen und
größtenteils mit den anorganischen Feststoffen vermischt sind.
Werden diese mit dem übrigen Rechengut verpreßt, führt das bei
der Ablagerung zu einer verstärkten Geruchsbelästigung auf den
Lagerstätten. Andererseits werden diese organischen Stoffe wegen
des im Abwasser zunehmenden Gehalts an Nitraten und Phosphaten
für die biologischen Abbauvorgänge benötigt. Man ist deshalb
dazu übergegangen, die organischen Bestandteile aus dem Rechengut
herauszuwaschen und dem Abwasser wieder zuzuführen.
Es ist bekannt, eine Vorrichtung zur Entnahme von Rechengut aus
einem Gerinne strömender Flüssigkeit einer Käranlage, mit einem
in die Flüssigkeit eintauchendes Abscheider für das Rechengut
in Form eines Siebs oder Rosts und eine sich anschließende,
schrägstehend angeordnete und eine Gehäusewandung und eine an
getriebene Förderwendel aufweisende Schneckenfördereinrichtung,
die in ihrem oberen Bereich eine das Rechengut entwässernde Kom
paktierzone aufweist. Die Gehäuseinnenwandung der Schneckenförder
einrichtung ist mit im wesentlichen sich axial erstreckenden
Leisten versehen. In der Gehäusewandung der Schneckenförderein
richtung und oder in einem die Förderwendel tragenden Wellenrohr
sind oberhalb der Flüssigkeit und unterhalb der Kompaktierzone
Spritzdüsen vorgesehen, die aus einer Leitung für Waschwasser
gespeist werden, um die organischen Bestandteile auszuwaschen
bzw. auszuschwemmen und dem Abwasser wieder zuzuführen (DE-OS 40 42 167).
Die dazu vorgesehenen Spritzdüsen für das Herauslösen der organi
schen Bestandteile sind sowohl in der vielfältigen Anordnungs
weise, Verteilung und unterschiedlichen Gestaltung hinsichtlich
des Düsenstrahls aufwendig und kompliziert, so daß der Wirkungs
grad für das Herauslösen der organischen Bestandteile aus dem
Rechengut von vielen Faktoren abhängig ist. Für das Betreiben
der Spritzdüsen werden Pumpaggregate und Steuerventile benötigt,
was maschinentechnisch aufwendig und teuer ist und zusätzlichen
Verschleiß verursacht, wodurch erhöhte Wartungskosten entstehen.
Die im Rechengut enthaltenen sanitären Abfälle aus zellulosen
und textilen Stoffen haben auf Grund ihres schmierigen Zustandes
die Eigenschaft, sich sowohl in den, zwischen den Leisten an
der Gehäusewand gebildeten Durchtrittsflächen einzulagern, als
sich auch an den Einräumern des Abscheiders zu verwickeln, wodurch
einerseits der Wasserablauf behindert und andererseits der Ein
räumvorgang gestört wird, was die Funktionstüchtigkeit derartiger
Anlagen beeinträchtigt.
Bei einer weiteren bekannten Rechengutpresse mit einer unter
einem Einwurftrichter in einem Siebgehäuse angeordneten, eine
horizontale Schneckenwelle aufweisende Förder- und Entwässerungs
schnecke, ist eine Misch- und Waschzone zwischengeschaltet, in
deren Bereich auf der Schneckenwelle Mischflügel angeordnet sind,
sowie mehrere Waschdüsen einmünden, um das bereits in einer vorge
schalteten Vorpreßzone vorverdichtete Rechengut wieder aufzulösen
und dabei die organischen Bestandteile auszuschwemmen, wonach
es in einem anschließenden Preßbereich mittels Preßschnecke in
ein Austragsrohr hinein verdichtet und entwässert wird (DE-Gbm 91 09 180).
Auch bei dieser Ausführung gewährleisten die Spritzdüsen ebenfalls
keine intensive Auflösung und Ausspülung der organischen Fest
stoffbestandteile in der Waschzone.
Durch die Unterbrechung der Schnecke im Bereich der Vorpreßzone
kann es leicht zu Verstopfungen der Rechengutpresse kommen. Außer
dem bieten die in der Misch- und Waschzone angeordneten Misch
flügel gute Angriffsflächen, an denen sich die lappenartigen
textilen und zellulosen Feststoffteile leicht verhängen und ver
wickeln und so den Förder- und Mischvorgang beeinträchtigen bzw.
völlig unterbrechen können.
Beiden Lösungen haftet der gemeinsame Nachteil an, daß die im
Rechengut enthaltenen organischen Bestandteile in der Waschzone
durch die dort vorherrschende Förder- und Preßwirkung im Sieb
gehäuse nicht genügend verflüssigt und aufgespalten werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rechengutpresse
zu schaffen, die unter Vermeidung bisheriger Nachteile technisch
einfach aufgebaut ist und eine Waschzone aufweist, die einen
intensiven Waschvorgang gewährleistet, um die festen organischen
Bestandteile aus dem Rechengut vollständig herauszulösen, zu
verflüssigen und dem Abwasser wieder zuzuführen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Sieb
gehäuse durch die Schneckenwelle über einem trichterförmigen
Kanal mit einem Waschtrog verbunden ist, und die Schneckenwelle
im Waschtrog mit einem schneckenförmig ausgebildeteten, zylindri
schen Waschflügel gelagert ist, der im trichterförmigen Siebkanal
in eine konische Förderschnecke übergeht, die mit der zylindri
schen Preßschnecke im Siebgehäuse verbunden ist. Durch die hohe
Umfangsgeschindigkeit des Waschflügels wird das Rechengut im
Waschtrog gut umgewälzt und intensiv geschleudert, wodurch sich
die noch festen, wasserlöslichen, organischen Bestandteile voll
ständig auflösen und verflüssigen und aus den Durchbrechungen
der Siebwanne ablaufen können. In weiterer Ausbildung der
Erfindung ist vorgesehen, daß der schneckenförmige Waschflügel
einen großen Durchmesser und eine große Steigung aufweist, die
Steigung der sich ansschließenden konischen Förderschnecke im
trichterförmigen Kanal abnehmend ist und die nachfolgende zylin
drische Preßschnecke im Preßzylinder mit kleinen Durchmesser
und kleiner Steigung ausgebildet ist.
Infolge der großen Steigung des Waschflügels kommt es zu einer
verhältnismäßig langen Verweilzeit des Rechenguts im Waschtrog,
bevor es von der konischen Förderschnecke erfaßt und über den
trichterförmigen Kanal in den Preßzylinder weiterbefördert wird.
Dadurch wird ein hoher Auswaschgrad des Rechengutes erreicht.
Zweckmäßigerweise ist der Waschtrog als Siebwanne ausgebildet,
deren Innenwand an den Außendurchmesser des zylindrischen Wasch
flügels angepaßt ist. Dadurch wird vermieden, daß sich Feststoffe
zwischen Siebwanne und Waschflügel verhängen können.
Um ein Verschmieren bzw. Verstopfen der Durchbrechungen der Sieb
wanne zu vermeiden, ist zweckmäßigerweise am Umfang des Wasch
flügels entlang des Schneckenganges eine Bürste angeordnet, die
mit der Innenwandung der Siebwanne in Wirkverbindung gebracht
ist.
Vorteihafterweise weist die Siebwanne an der tiefsten Stelle
im Bodenbereich ein geschlossenes Bodensegment auf. Damit wird
auch bei niedrigem Wasserstand ein noch wirksamer Waschvorgang
gewährleistet. Zur Begrenzung des Flüssigkeitsspiegels ist der
Waschtrog im oberen Bereich mit einem Überlauf versehen. Nach
einem weiteren Merkmal ist der untere Bereich vom Siebgehäuse
bis einschließlich Waschtrog mit einer zum Waschtrog hin schräg
abfallenden Wasserablaufrinne verkleidet. Dadurch werden die
ausgeschwämmten organischen Stoffe zusammen mit dem Filterwasser
in das Abwasser zurückgeführt.
Um ein Absetzen von Schlämmen im Ablaufbereich der Rechengutpresse
zu verhindern, ist an der Ablaufrinne am Ende des Preßbereichs
eine Wasserspülung angebracht.
Nach einem weiteren Merkmal ist am Ende der zylindrischen Preß
schnecke ein austauschbarer, konischer Friktionspfropfen vor
gesehen. Dadurch wird bewirkt, daß der Staudruck der Preßschnecke
und damit die Verdichtung des Preßgutes regelbar ist.
Nach einem weiteren Merkmal ist im unteren Bereich des Waschtroges
eine Kanalzuführung mit der Siebwanne verbunden. Dadurch kann
der Rechengutpresse das Rechengut aus einem Staubecken zugeleitet
werden. Schließlich ist nach einem letzten Merkmal an der Ober
seite des Waschtroges ein Einwurftrichter vorgesehen und mit
der Siebwanne verbunden. Dadurch ist die Beschickung der Rechen
gutpresse über einen Feinrechen möglich.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Rechengutpresse
Fig. 2 einen Schnitt gemäß der Linie I-I nach Fig. 1
Fig. 3 eine Beschickungsmöglichkeit einer Rechengutpresse über
einen Feinrechen
Fig. 4 eine Beschickungsmöglichkeit der Rechengutpresse über
ein Auffangbecken
Die Rechengutpresse besteht aus einem Waschtrog (1), der den
Waschbereich (2) bildet, einem sich an dessen Stirnseite er
streckenden trichterförmigen Siebkanal (3) und einem
zylindrischen Siebgehäuse (4), das den Preßbereich (5) bildet.
Eine im Waschtrog (1) gelagerte Schneckenwelle (6) ist antriebs
seitig mit einem Getriebemotor (7) verbunden und im Waschtrog (1)
mit einem schneckenförmig ausgebildeten Waschflügel (8) versehen,
der im trichterförmigen Siebkanal (3) als Förderschnecke (9)
ausgebildet ist und im anschließenden Siebgehäuse (4) in eine
Preßschnecke (10) übergeht. Der Waschtrog (1) ist im unteren
Bereich als Siebwane (11) ausgeführt, deren Innenwand an dem
äußeren Durchmesser des zylindrischen Waschflügels (8) angepaßt
ist. Um mögliche Verstopfungen der Sieblöcher (12) der Siebwanne
(11) zu vermeiden, ist der Waschflügel (8) entlang des Schnecken
ganges am Umfang mit einer Bürste (13) versehen. Ein geschlossenes
Bodensegment (14) im Bodenbereich der Siebwanne (11) dient als
Wasserreservat, um den Waschprozeß auch bei niedrigem Wasserstand
zu ermöglichen. Zur Begrenzung des Flüssigkeitsspiegels ist
am Waschtrog (1) ein Überlauf (15) vorgesehen. Unterhalb vom
Siebgehäuse (4) bis Waschtrog (1) erstreckt sich eine schräg
abfallende Wasserablaufrinne (16), die in Höhe der Schneckenwelle
(6) am Siebgehäuse (4) und Waschtrog (1) befestigt ist. Damit
sich auf der Wasserablaufrinne (16) keine Klärschlämme absetzen,
ist im vorderen Bereich des Siebgehäuses (4) an der Wasserablauf
rinne (16) eine Wasserspülung (17) vorgesehen. Das Rechengut
wird von einem Feinrechen (18) (Fig. 3) über einen Einwurf
trichter (19) den Waschtrog (1) zugeführt. Durch den verhältnis
mäßig großen Durchmesser des Waschflügels (8), der etwa dem
2,5 bis 3-fachen des Durchmessers der Preßschnecke (10)
entspricht, wird das Rechengut mit hoher Umfangsgeschwindigkeit
im Waschtrog (1) umgewälzt und dadurch intensiv geschleudert
und gewaschen. Infolge der großen Steigung des Waschflügels
(8) verweilt das Rechengut längere Zeit im Waschtrog (1). Dabei
werden die noch festen aber wasserlöslichen, organischen Bestand
teile aufgeweicht und verflüssigt und können mit den übrigen
Wassermengen durch die Sieblöcher (12) der Siebwanne (11) ent
weichen und über die Wassserablaufrinne (16) ins Abwasser ab
laufen. Über die konische Förderschnecke (9) gelangt das ausge
waschene Rechengut in den Preßbereich (5), wo es im Siebgehäuse
(4) mittels Preßschnecke (10) verdichtet und weiter entwässert
wird. Dieser Prozeß wird durch den konischen Friktionspfropfen
(20) noch begünstigt. Das entweichende Filterwasser läuft
ebenfalls über die Wasserablaufrinne (16) ins Abwasser zurück.
Das verpreßte Rechengut wird über ein Austragsrohr (21) in einen
Container (22) befördert und kann so der weiteren Entsorgung
zugeführt werden. Es ist auch möglich, die Rechengutpresse über
einen Rechengutsammelbehälter (23) zu beschicken (Fig. 4). Dazu
ist im unterem Bereich des Waschtroges (1) die Siebwanne (11)
mit einer Kanalzuführung (24) versehen, die mit dem Rechengut
sammelbehälter (23) verbunden ist. Im Rechengutsammelbehälter
(23) wird das Rechengut ständig umgewälzt und kann somit über
die Kanalzuführung (24) in den Waschtrog (1) einströmen.
Claims (11)
1. Rechengutpresse mit einem Wasch- und Kompaktierbereich, die
über einen Einwurftrichter mittels Feinrechen beschickbar ist,
mit einer im Kompaktierbereich in einem Siebgehäuse umlaufenden,
auf einer Schneckenwelle angeordneten Preßschnecke und einem
nachgeordnetem Austragsrohr, dadurch gekennzeichnet, daß das
Siebgehäuse (4) durch die Schneckenwelle (6) über einem trichter
förmigen Siebkanal (3) mit einem Waschtrog (1) verbunden ist,
und die Schneckenwelle (6) im Waschtrog (1) mit einem schnecken
förmig ausgebildeten Waschflügel (8) gelagert ist, der im
trichterförmigen Siebkanal (3) in eine konische Förderschnecke
(9) übergeht, die mit der zylindrischen Preßschnecke (10) im
Siebgehäuse (4) verbunden ist.
2. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der schneckenförmige Waschflügel (8) einen großen Durchmesser
und eine große Steigung aufweist, die Steigung der sich an
schließenden konischen Förderschnecke (9) im trichterförmigen
Siebkanal (3) abnehmend ist, und die nachfolgende zylindrische
Preßschnecke (10) im Siebgehäuse (4) mit kleinem Durchmesser
und kleiner Steigung ausgebildet ist.
3. Rechengutpresse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Waschtrog (1) als Siebwanne (11) ausgebildet ist, deren Innenwand an
den Außendurchmesser des zylindrischen Waschflügels (8) angepaßt ist.
4. Rechengutpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß am Umfang des Waschflügels (8) entlang des
Schneckengangs eine Bürste (13) angeordnet ist, die mit der Innenwandung der
Siebwanne (11) in Wirkverbindung gebracht ist.
5. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebwanne (11) an der tiefsten Stelle im Bodenbereich
ein geschlossenes Bodensegment (14) aufweist.
6. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Waschtrog (1) im oberen Bereich mit einem Überlauf (15)
versehen ist.
7. Rechengutpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der untere Bereich vom Siebgehäuse (4) bis einschließlich
Waschtrog (1) mit einer zum Waschtrog (1) hin schräg abfallenden
Wasserablaufrinne (16) verkleidet ist.
8. Rechengutpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Wasserablaufrinnne (16) unterhalb des Preßbereichs
(5) eine Wasserspülung (17) vorgesehen ist.
9. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß am Ende der zylindrischen Preßschnecke (10) ein austausch
barer, konischer Friktionspfropfen (20) angeordnet ist.
10. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im unteren Bereich des Waschtroges (1) eine Kanalzuführung
(24) mit der Siebwanne (11) verbunden ist.
11. Rechengutpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Oberseite des Waschtroges (1) ein Einwurftrichter
(19) befestigt und mit der Siebwanne (11) verbunden ist.
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- 1993-12-18 DE DE19934343380 patent/DE4343380C2/de not_active Expired - Fee Related
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