DE4341951A1 - Interferenz-Geräuschdämpfer - Google Patents
Interferenz-GeräuschdämpferInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Interferenz-Geräuschdämpfer
für die Abgasanlage eines Kraftfahrzeugs der im Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 genannten Art, wie sie beispielsweise aus der
EP-0 279 710-B1 bekannt ist.
Interferenz-Geräuschdämpfer nutzen den Effekt aus, daß Schwin
gungen gleicher Wellenlänge λ, die um eine halbe Wellenlänge λ/2
gegeneinander phasenverschoben sind, sich in ihrer Wirkung auf
heben.
Um sich diesen Effekt für die Geräuschdämpfung von periodischen
Druckwellen in durch eine Leitung geförderten Strömungsmitteln
zunutze zu machen, ist es bekannt (z. B. DE-AS 14 75 701, Fig. 1,
Fig. 3; DE-GM 74 11 202 oder EP-0 279 710-B1), das Leitungs
rohr in mindestens zwei unterschiedlich lange Teilrohre zu ver
zweigen und diese Teilrohre dann wieder zu ein gemeinsames Lei
tungsrohr zu vereinen. Durch die unterschiedlich großen Teil
rohrlängen ergeben sich zwischen den Teilströmungen Phasenver
schiebungen, deren Größe von der Längendifferenz der Teilrohre
abhängt. Bei entsprechender Bemessung der Teilrohrlängen können
so im hinter den Teilrohren liegenden gemeinsamen Leitungsrohr
die geräuschmäßig jeweils lästigsten Frequenzen gedämpft bzw.
beseitigt werden. Die Dämpfung ist dabei sehr stark von der ge
nauen Abstimmung der Teilrohrlängen (Phase) abhängig. Eine exak
te Interferenzdämpfung ist daher im Prinzip nur bei solchen Ab
gasanlagen möglich, deren Verbrennungsmotoren mit praktisch kon
stanter Drehzahl arbeiten und bei denen die Temperatur des Strö
mungsmittels in den verschiedenen Teilrohren zumindest annähernd
konstant bleibt, da Temperaturschwankungen auch Einfluß auf die
Schallgeschwindigkeits-Verhältnisse in den Leitungsrohren hät
ten.
Ein bekannter Interferenz-Geräuschdämpfer für die Abgasanlage
eines Kraftfahrzeugs (EP-0 279 710-B1) ist in Form eines sich in
ein erstes und ein zweites Teilrohr verschieden großer Rohrlänge
verzweigenden und danach wieder vereinenden Leitungsrohrs ausge
bildet, welches zwischen dem Auspuffkrümmer des Verbrennungsmo
tors und dem üblichen Schalldämpfer des Fahrzeuges zwischenge
schaltet ist.
Während das eine Teilrohr dieses Interferenz-Geräuschdämpfers
aus einem einfachen durchgehenden Rohr besteht, ist innerhalb
das dazu parallel geführten zweiten Teilrohrs ein sogenannter
Querschalldämpfer eingefügt.
Dieser bekannte Interferenz-Geräuschdämpfer ist auf eine be
stimmte Frequenz abgestimmt, nämlich so, daß gerade die Schwin
gungen, die der Oberschwingung mit der Frequenz 1,5 n entspre
chen durch Interferenz am Ausgang des Interferenz-Geräuschdämp
fers gedämpft werden, wobei n die Normaldrehzahl des Verbren
nungsmotors sein soll.
Ein speziell für durch Verbrennungsmotoren angetriebene Hand
kreissägen und Rasenmäher konzipierter bekannter Interferenz-Ge
räuschdämpfer (DE-OS 28 28 006) besteht aus mehreren hinterein
ander geschalteten Dämpferstufen, die jeweils aus sich in zwei
Strömungswege verschieden großer Weglänge verzweigenden und an
schließend wieder vereinenden Wegen bestehen. Die einzelnen
Dämpferstufen sind jeweils auf eine bestimmte als besonders stö
rend empfundene Frequenz abgestimmt. In einem Ausführungsbei
spiel sind die einzelnen Dämpferstufen jeweils auf verschiedene
Frequenzen abgestimmt. In einem anderen Ausführungsbeispiel sind
die Dämpferstufen dagegen auf die gleiche Wellenlänge abgestimmt
bzw. zumindest die ersten beiden Stufen auf eine Wellenlänge,
die derjenigen Frequenz entspricht, bei der der Verbrennungsmo
tor die größte Geräuschentwicklung erzeugt. Bei der Konzeption
und der Erläuterung der Funktionsweise dieses Interferenz-Ge
räuschdämpfers wird u. a. auch auf die aus der Akustik bekannten
sogenannten "Koenig-Rohre" hingewiesen, die aus einem festen
U-förmig gebogenen Rohr mit zwei auf den beiden U-Schenkeln an
geordneten Öffnungen sowie einem zweiten U-förmig gebogenen
Rohr, das auf dem ersten Rohr verschiebbar angeordnet ist, be
stehen und die zur Demonstration des Interferenz-Effektes die
nen, d. h. zum Nachweis, daß dann, wenn man vor einer der beiden
Öffnungen eine Stimmgabel schwingen läßt, an der anderen Öffnung
je nach Stellung des verschiebbaren Rohres auf dem festen Rohr
deutlich Minima und Maxima der Hörbarkeit wahrzunehmen sind, wo
bei die Minima immer dann plötzlich auftreten, wenn die durch
die beiden parallelen Rohre gelaufenen Wellen der Tonschwingun
gen vor der Ausgangsöffnung in Gegenphase sind.
Irgendwelche konstruktiven Konsequenzen hieraus sind bei der
Konzeption des bekannten Interferenz-Geräuschdämpfers jedoch
nicht gezogen worden, abgesehen von der Übertragung der Grund
lehre, daß nämlich eine geräuschdämpfende Interferenzwirkung
dann auftritt, wenn in Gegenphase befindliche Schwingungen glei
cher Wellenlänge einander überlagert werden.
Bei einem für pneumatische Werkzeuge konzipierten anderen be
kannten Interferenz-Geräuschdämpfer (DE-GM 74 11 202) in Form
eines sich in ein erstes und ein zweites Teilrohr verschieden
großer Rohrlänge verzweigenden und danach wieder vereinenden
Leitungsrohrs ist in einem Ausführungsbeispiel ohne weitere Er
läuterung des Zwecks vorgeschlagen, die Längendifferenz der bei
den Zweigleitungen durch Übereinanderschieben von Leitungsteilen
variabel zu gestalten. Es ist zu vermuten, daß diese Verschiebe
möglichkeit dazu dienen soll, die Längendifferenz der beiden
Teilleitungen unmittelbar vor Ort, d. h. am pneumatischen Werk
zeug einzujustieren und dann zu fixieren.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
mit vergleichsweise geringem Aufwand einen besonders wirksamen
Interferenz-Geräuschdämpfer für die Abgasanlage eines Kraftfahr
zeugs der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannte Art zu
schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Pa
tentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiter
bildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der erfindungsgemäße Interferenz-Geräuschdämpfer zeichnet sich
dadurch aus, daß die wirksame Rohrlänge zumindest eines der bei
den Teilrohre durch ein Stellglied veränderbar ist, so daß die
Eigenschaften des Geräuschdämpfers in einfacher Weise und sehr
effektiv an die sich während des Fahrbetriebs ändernden Be
triebsverhältnisse angepaßt werden können.
Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt in prinzipienhafter Dar
stellung den Verbrennungsmotor 1 sowie die Abgasanlage eines
Kraftfahrzeugs.
Um die motorbedingte Geräuschentwicklung des Fahrzeugs über das
übliche Maß hinaus zu reduzieren, ist in der vom Verbrennungsmo
tor 1 zum üblichen Schalldämpfer 2 führenden Abgasleitung 11 zu
sätzlich ein regelbarer Interferenz-Geräuschdämpfer 3 in Form
eines Leitungsrohres 4 zwischengeschaltet, das sich in einem mit
12 bezifferten Verzweigungspunkt in zwei Teilrohre 5, 6 ver
schieden großer Rohrlänge l1, l2 verzweigt, die sich dann in ei
nem stromabwärts gelegenen Leitungspunkt 13 wieder zum Leitungs
rohr 4 vereinen.
Der durch die Abgasleitung 1 zum Schalldämpfer 2 strömende pul
sierende Abgasstrom wird somit im Verzweigungspunkt 12 in zwei
Teilströme aufgeteilt, die stromabwärts im Leitungspunkt 13 wie
der zusammengeführt werden. Wegen der unterschiedlich großen
Rohrlängen l1, l2 der beiden Teilrohre 5, 6 sind die beiden
Teilströme im Leitungspunkt 13 gegeneinander phasenverschoben,
was infolge Interferenz mit einer entsprechenden Geräuschdämp
fung verbunden ist. Die Größe der Phasenverschiebung und die In
terferenzwirkung auf das Frequenzgemisch der Abgasströmung hängt
von der Längendifferenz bzw. dem Verhältnis der beiden Teillei
tungsrohrlängen ab.
Der Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges muß naturgemäß mit
sehr unterschiedlichen Drehzahlen arbeiten, so daß auch der die
Abgasleitung 11 durchströmende Abgasstrom ein entsprechend brei
tes Pulsations- bzw. Frequenzspektrum besitzt.
Um mit dem zusätzlichen Interferenz-Geräuschdämpfer 3 eine sich
den betriebsmäßig ändernden Verhältnissen angepaßte wirkungsvol
le zusätzliche Geräuschdämpfung zu erzielen, ist der Interfe
renz-Geräuschdämpfer nicht als fest einjustiertes Gerät ausge
bildet, sondern bezüglich seiner Teilleitungsrohrlängen bzw. de
ren Verhältnis variabel, d. h. in Abhängigkeit von einem oder
mehreren herrschenden Betriebsparametern veränderbar gestaltet.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist eines der beiden Teil
rohre, nämlich Teilrohr 5 als festes, in seiner Länge unverän
derbares Rohrstück ausgebildet, während das zweite Teilrohr 6
mittels eines durch eine Steuer- und Regeleinrichtung 10 gesteu
erten Stellgliedes 9 relativ zum ersten Teilrohr 5 verschoben
und dadurch in seiner wirksamen Rohrlänge l2 verstellt werden
kann. Dazu sind am Anfang sowie am Ende dieses Teilrohrs teles
kopierbare Rohrbereiche 7, 8 vorgesehen, welche parallel zuein
ander ausgerichtet sind, so daß dieses zweite Teilrohr 6 wie
beim aus der Akustik bekannten Koenig-Rohr oder ähnlich wie bei
einer Posaune auf den ihn tragenden festen Rohrstummeln in die
eine oder in die andere Richtung verschoben werden kann.
Die Veränderung der wirksamen Rohrlänge 12 kann in Abhängigkeit
von einem oder auch mehreren Betriebsparametern des Fahrzeugs
erfolgen, z. B. in Abhängigkeit von der Motordrehzahl n oder
aber in Abhängigkeit von durch nicht weiter dargestellte Senso
ren erfaßten besonders störenden Frequenzen f des Abgasgeräu
sches.
Da die von einer Kfz-Abgasanlage abgestrahlten Geräusche bei hö
heren Fahrgeschwindigkeiten im Verhältnis zu Wind- und Reifenge
räuschen wesentlich weniger ins Gewicht fallen als bei niedrige
ren Fahrgeschwindigkeiten, ist es gegebenenfalls ausreichend
oder aber von Vorteil, die Steuerung und Regelung des Interfe
renz-Geräuschdämpfers 3 nur unterhalb einer vorgegebenen ver
gleichsweise niedrigen Geschwindigkeit v des Fahrzeugs durch
zuführen, z. B. im Stadtverkehr.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist lediglich eines der
beiden Teilrohre längenverstellbar ausgebildet, was in den
meisten Fällen durchaus ausreicht, um innerhalb eines bestimmten
Geschwindigkeitsbereiches besonders störende Frequenzen der Ab
gasgeräusche wirksam abzubauen.
Die Möglichkeiten zur wirkungsvollen Geräuschdämpfung werden
aber noch beträchtlich vergrößert, wenn auch die wirksame Rohr
länge des zweiten Teilrohrs durch ein entsprechendes Stellglied
verstellt werden kann, weil der Interferenz-Geräuschdämpfer 3
dann noch besser auf die Wellenlängen der als besonders störend
empfunden Tonschwingungen des Abgasstroms abgestimmt werden
kann.
Bezugsnummernliste
1 Verbrennungsmotor
2 Schalldämpfer
3 Interferenz-Geräuschdämpfer
4 Leitungsrohr
5 erstes Teilrohr
6 zweites Teilrohr
7, 8 teleskopierbare Rohrbereiche
9 Stellglied
10 Steuer- und Regeleinrichtung
11 Abgasleitung
12 Verzweigungspunkt
13 Leitungspunkt
2 Schalldämpfer
3 Interferenz-Geräuschdämpfer
4 Leitungsrohr
5 erstes Teilrohr
6 zweites Teilrohr
7, 8 teleskopierbare Rohrbereiche
9 Stellglied
10 Steuer- und Regeleinrichtung
11 Abgasleitung
12 Verzweigungspunkt
13 Leitungspunkt
Claims (4)
1. Interferenz-Geräuschdämpfer (3) für die Abgasanlage eines
Kraftfahrzeugs in Form eines sich in ein erstes und ein zwei
tes Teilrohr (5, 6) verschieden großer Rohrlänge (l1, l2)
verzweigenden und danach wieder vereinenden Leitungsrohrs
(4),
dadurch gekennzeichnet,
daß die wirksame Rohrlänge zumindest eines der beiden Teil
rohre (5, 6) durch ein Stellglied (7) in Abhängigkeit von ei
nem oder mehreren jeweils herrschenden Betriebsparametern,
wie z. B. der Motordrehzahl oder der Fahrgeschwindigkeit,
veränderbar ist.
2. Interferenz-Geräuschdämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wirksame Rohrlänge (l2) nur des einen Teilrohrs (6)
veränderbar ist.
3. Interferenz-Geräuschdämpfer nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das in seiner wirksamen Rohrlänge (l2) veränderbare Teil
rohr (6) teleskopierbare Rohrbereiche (7, 8) aufweist.
4. Interferenz-Geräuschdämpfer nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils ein erster teleskopierbarer Rohrbereich (7) ein gangs und ein zweiter teleskopierbarer Rohrbereich (8) aus gangs des in seiner wirksamen Rohrlänge veränderbaren Teil rohrs (6) angeordnet ist
und daß beide teleskopierbaren Rohrbereiche (7, 8) parallel zueinander ausgerichtet sind.
daß jeweils ein erster teleskopierbarer Rohrbereich (7) ein gangs und ein zweiter teleskopierbarer Rohrbereich (8) aus gangs des in seiner wirksamen Rohrlänge veränderbaren Teil rohrs (6) angeordnet ist
und daß beide teleskopierbaren Rohrbereiche (7, 8) parallel zueinander ausgerichtet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4341951A DE4341951A1 (de) | 1992-12-17 | 1993-12-09 | Interferenz-Geräuschdämpfer |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4242714 | 1992-12-17 | ||
| DE4341951A DE4341951A1 (de) | 1992-12-17 | 1993-12-09 | Interferenz-Geräuschdämpfer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4341951A1 true DE4341951A1 (de) | 1994-06-23 |
Family
ID=6475607
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4341951A Withdrawn DE4341951A1 (de) | 1992-12-17 | 1993-12-09 | Interferenz-Geräuschdämpfer |
Country Status (1)
| Country | Link |
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