DE19964089C2 - Schalldämpfer für Verbrennungsmotoren mit variierbarer Akustik - Google Patents
Schalldämpfer für Verbrennungsmotoren mit variierbarer AkustikInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schalldämpfer für Ver
brennungsmotoren mit variierbarer Akustik nach dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1.
Ein derartiger Schalldämpfer ist aus DE 298 03 183 U1 bekannt.
Der bekannte Schalldämpfer hat zwei Kammern, die von Zwischen
wänden mit dazwischenliegendem schallschluckenden Material ge
trennt sind und die durch ein Abgasrohr verbunden sind, dessen
Austrittsöffnung in der zweiten Kammer durch ein Ventil stufen
los verstellbar ist. Bei geöffnetem Ventil läuft der Schall aus
der zweiten Kammer durch ein Auslaßrohr, das ebenfalls durch die
Zwischenwände und das schallschluckende Material verläuft zu
einem Ausgang außerhalb der ersten Kammer. Bei geschlossenem
Ventil tritt Abgas auf einer Öffnung des Abgasrohres, die in der
ersten Kammer liegt, aus und gelangt durch ein die Kammern ver
bindendes weiteres Zwischenrohr in die zweite Kammer und von
dort weiter wiederum durch das Auslaßrohr zum Austrittsende. Bei
schwacher Schallanregung im Leerlauf können durch das geöffnete
Ventil niedrige Frequenzen den Schalldämpfer nahezu ungedämpft
passieren, während bei höherer Drehzahl durch das Schließen des
Ventils die für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfor
derliche Dämpfung der hohen Schalldrücke eintritt. Allerdings
läßt sich so eine unabhängige Variation des Schallpegels und des
Klangbildes nicht realisieren.
Aus DE 692 20 245 T2 ist ein Schalldämpfer mit zwei Kammern in
einem Schalldämpfergehäuse bekannt, die von einer beweglichen
Trennwand mit mindestens einer Öffnung darin getrennt sind,
wobei die Trennwand gesteuert beweglich ist, um die relative
Abmessungen der beiden Kammern zu verändern und dadurch die
Durchlassbänder der Abgase adaptiv zu dämpfen. Eine unabhängige
Variation des Schallpegels und des Klangbildes kann so nicht
erreicht werden.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schalldämpfer
anzugeben, mit dem sich bei konstantem Staudruck im Abgassystem
die absolute Schallemission sowie das Klangspektrum stufenlos
variieren lassen.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1 in Verbindung mit dessen Oberbegriff.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Ansprüchen angegeben.
Ein Schalldämpfer an sich bekannter Art, bestehend aus drei Kam
mern mit Schallschluckröhren, ist gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung durch ein Bypasssystem gekoppelt und
durch ein spezielles Dreischeibenproportionalstromventil er
gänzt.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die zugehörigen
Figuren Bezug genommen, in denen:
Fig. 1: eine schematische Querschnittsansicht eines Schalldämp
fers sowie eine Draufsicht auf ein Dreischeibenproportional
stromventil zeigt; und
Fig. 2: die drei Scheiben des Dreischeibenproportionalstromven
tils einzeln in Draufsicht sowie in seitlicher Ansicht zeigt.
Der in Fig. 1 gezeigte Schalldämpfer hat eine Eintrittskammer
10, eine Mittelkammer 20 und eine Austrittskammer 30, die durch
Zwischenwände voneinander getrennt, sind. Die Zwischenwand zwi
schen der Eintrittskammer 10 und der Mittelkammer 20 ist von
schallschluckenden Röhren 12 und 14, und die Zwischenwand zwi
schen der Mittelkammer 20 und der Austrittskammer 30 von schall
schluckenden Röhren 22 und 24 durchsetzt. Ein Abgaseinlaß 4
reicht in die Eintrittskammer 10 hinein. In der Eintrittskammer
10 beginnt mit seinem Eintrittsende 42 ein Bypass, der weiter
mit einem Bypass-Mittelrohr 40 durch die Mittelkammer 20 und
weiter bis zu seinem Austrittsende 44 in der Austrittskammer 30
verläuft. Die Austrittskammer 50 hat einen Abgasaustritt 5.
Unten in Fig. 1 ist ein Dreischeibenproportionalventil 50 ge
zeigt, das zwischen der Eintrittskammer 10 und der Mittelkammer
20 liegt und eine Bypass-Öffnung 54 und Röhrenöffnungen 58 für
die Röhren 12 und 14 aufweist. Wie in Fig. 2 dargestellt, weist
das Dreischeibenproportionalstromventil 50 drei übereinanderlie
genden Scheiben, nämlich eine innere Scheibe 51, eine Mittel
scheibe 52 und eine äußere Scheibe 53 auf, wobei die Mittel
scheibe unabhängig um eine Mittelscheibendrehachse 56 drehbar
ist, um so die Bypass-Öffnung 54 und die Röhrenöffnungen 58
einstellen zu können.
Im folgenden wird die Wirkungsweise des Schalldämpfers erläu
tert, wobei zunächst der herkömmliche Weg betrachtet wird. Diese
Betrachtung erfolgt zunächst durch die gänzliche Ausklammerung
des Bypass-Systems. Das Dreischeibenproportionalstromventil 50
ist also zunächst lediglich eine Trennwand. Das Abgas entweicht
hierbei durch die Schallschluckröhren 12, 14 und 22, 24, der
Schall verbraucht sich auf dem Wege vom Einlaß 4 bis zum Aus
tritt 5 durch Reflexion sowie Abriß der Schallwellen. Der
Schallpegel läßt bei konstanter Drehzahl und Füllung des Motors
nicht verändern.
Es wird nun die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform eines
Schalldämpfers gemäß der Erfindung betrachtet.
Diese Betrachtung schließt das Bypass-System mit ein.
Ist die Bypass-Öffnung 54 des Dreischeibenproportionalstromven
tils 50 ganz verschlossen, sind die Röhrenöffnungen 58 ganz
geöffnet. Hierfür sorgt die Mittelscheibe 52. Sowohl Abgas als
auch Schall gehen ihren Weg wie durch einen herkömmlichen
Schalldämpfer. Der meßbare Schallpegel ist hier am geringsten.
Durch Drehen der Gewindestange 55 und dadurch der Mittelscheibe
52 wird ein umgekehrt proportionales Durchlaßverhalten von Röh
renöffnungen 58 und Bypass-Öffnungen 54 erreicht. Die Quer
schnitte der Röhrenöffnungen 58 vergrößern/verkleinern sich in
gleichem Maße wie die der Bypass-Öffnungen 54. Der für das Abgas
notwendige Durchlaßquerschnitt bleibt dadurch konstant. Bei
verschlossenen Röhrenöffnungen 58 und somit offener Bypass-Öff
nung 54, dringt der Schall vom Einlaß 4 nahezu ungehindert zum
Austritt 5. Eine Schalldämpfung findet praktisch nicht statt
(Sprachrohreffekt). Hierbei nimmt der Schall den Weg vom Abgas
eintritt 4 in den Bypass-Eintritt 42, er passiert die vorher
geöffnete Bypass-Öffnung 54 des Dreischeibenproportionalstrom
ventils 50 und gelangt über das Bypass-Mittelrohr 40 und den
Bypass-Austritt 44 zum Abgasaustritt 5. Der meßbare Schallpegel
ist nun sehr hoch.
Durch die umgekehrte Proportionalität der Durchlassöffnungen 58
und 54 von Schallschluckröhren 12, 14 und Bypass 42, 40 kann nun
durch Drehen der Gewindestange 55, hier etwa innerhalb eines
Drehwinkelbereichs von 25°, der Schallpegel zwischen den oben
dargestellten Schallpegeln stufenlos variiert werden.
Das Dreischeibenproportionalstromventil hat in seinem Quer
schnitt ein kolbenförmiges Profil, wie in Fig. 2 rechts darge
stellt. Äußere Scheibe 53 und innere Scheibe 51 haben ein von
einander abgewandtes Blechkleid, welches mit einer Nut versehen
am inneren Schalldämpfergehäuse fixiert ist. Das Dreischeiben
proportionalstromventil 50 kann sich nun nicht um seine Achse
drehen, während die mit der Gewindestange 55 verbundene Mittel
scheibe 52 sich frei um ihre Achse 56 drehen kann. Ist nun die
Gewindestange 55 irgendwo im hinteren Drittel des Schalldämpfers
in einem Innengewinde gelagert, läßt sich durch Drehen der Ge
windestange 55 das Dreischeibenproportionalstromventil 50 mit
samt schallschluckenden Röhren 12, 14, dem Bypass-Eintritt 42
und, dem Bypass-Mittelrohr 40 im Schalldämpfergehäuse auf und ab
bewegen. Das Bypass-Mittelrohr 40 ist hierbei im Bypass-Austritt
5 senkbar gelagert.
Ein Absenken des Dreischeibenproportionalstromventils führt zu
einer vergrößerten Eintrittskammer 10 und somit zu einem ver
größerten Resonanzraum. Es entsteht ein tiefer, voller Ton.
Wird das Dreischeibenproportionalstromventil bis zum oberen
Anschlag angehoben, ist das Volumen der Eintrittskammer 10 ge
ring. Es entsteht ein hoher, harter Ton.
Innerhalb der vorgegebenen, baulichen Bandbreiten, läßt sich
somit das Klangbild stufenlos variieren.
Claims (2)
1. Schalldämpfer für Verbrennungsmotoren mit variierbarer Aku
stik, bestehend aus mindestens zwei Kammern, mit mindestens
einer Trennwand, die durch mindestens ein Abgasrohr mitein
ander verbunden sind, wobei der Strömungsquerschnitt des
mindestens einen Abgasrohres durch eine Ventileinrichtung
stufenlos verstellbar ist und im geöffneten Zustand den
Abgaseinlaß und den Abgasauslaß direkt miteinander verbin
det, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schalldämpfer eine Eintritts- (10), Austritts- (30) und eine dazwischengelegene Mittelkammer (20) aufweist, die von dem mindestens einen Abgasrohr (40) durchdrungen wird,
jeweils mindestens ein weiteres Rohr (22, 24, 12, 14) die Austrittskammer (30) mit der Mittelkammer (20) und die Mit telkammer (20) mit der Eintrittskammer (10) verbindet,
der Durchströmquerschnitt des mindestens einen weiteren Rohres (12, 14) von der Ventileinrichtung des Abgasrohres (42, 40, 44) derart verstellt wird, daß der Abströmquer schnitt der Eintrittskammer (10) konstant bleibt, und
die Ventileinrichtungen (50) zugleich die längsverschiebli che Trennwand zwischen der Mittelkammer (20) und der Ein trittskammer (10) bildet.
der Schalldämpfer eine Eintritts- (10), Austritts- (30) und eine dazwischengelegene Mittelkammer (20) aufweist, die von dem mindestens einen Abgasrohr (40) durchdrungen wird,
jeweils mindestens ein weiteres Rohr (22, 24, 12, 14) die Austrittskammer (30) mit der Mittelkammer (20) und die Mit telkammer (20) mit der Eintrittskammer (10) verbindet,
der Durchströmquerschnitt des mindestens einen weiteren Rohres (12, 14) von der Ventileinrichtung des Abgasrohres (42, 40, 44) derart verstellt wird, daß der Abströmquer schnitt der Eintrittskammer (10) konstant bleibt, und
die Ventileinrichtungen (50) zugleich die längsverschiebli che Trennwand zwischen der Mittelkammer (20) und der Ein trittskammer (10) bildet.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ventileinrichtung ein Dreischeibenproportionalstromven
til (50) aufweist, das eine innere Scheibe (51), eine Mit
telscheibe (52) und eine äußere Scheibe (53) umfaßt, wobei
die innere und die äußere Scheibe nicht-drehbar in dem
Schalldämpfergehäuse gelagert und die Mittelscheibe (52)
drehbar dazwischen gelagert ist, sodaß durch Drehung der
Mittelscheibe (52) ein Öffnen/Schließen der Bypass-Öffnungen
(54) und Röhrenöffnungen (58) so bewirkt wird, daß der Ab
strömquerschnitt insgesamt konstant bleibt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999164089 DE19964089C2 (de) | 1999-12-29 | 1999-12-29 | Schalldämpfer für Verbrennungsmotoren mit variierbarer Akustik |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Publications (2)
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|---|---|
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|---|
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Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4341951A1 (de) * | 1992-12-17 | 1994-06-23 | Volkswagen Ag | Interferenz-Geräuschdämpfer |
| DE69220245T2 (de) * | 1992-04-15 | 1998-01-22 | Noise Cancellation Tech | Adaptiver mehrfrequenz-reaktiv-schalldämpfer |
| DE29803183U1 (de) * | 1998-02-24 | 1998-05-07 | Heinrich Gillet Gmbh & Co Kg, 67480 Edenkoben | Vorrichtung zum Verändern der Akustik eines Abgasschalldämpfers |
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1999
- 1999-12-29 DE DE1999164089 patent/DE19964089C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
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