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Die Erfindung betrifft eine Abgasanlage
einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1.
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In der Patentschrift
US 5,351,481 ist eine Abgasanlage
einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine beschrieben. Bei dieser
Abgasanlage wird das Abgas von zwei Zylindergruppen der Brennkraftmaschine
von jeweils einer Abgasleitung aufgenommen. Die Abgasleitungen enden
mit ihrem jeweiligen offenen Ende in einer Abgasexpansionskammer.
In geringem Abstand vom offenen Ende jeder der Abgasleitungen endet
jeweils eine aus der Abgasexpansionskammer herausführende Abgasauslassleitung. Mit
dieser Abgasanlage soll eine Leistungsverbesserung der Brennkraftmaschine
und gleichzeitig eine Schalldämpfung
erzielt werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine
Ausführungsform
für eine
Abgasanlage einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine anzugeben,
mit welcher eine verbesserte Beeinflussung der Geräuschemission
und eine Verbesserung der Leistungsabgabe der Brennkraftmaschine
erzielt werden können.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Abgasanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Erfindungsgemäß sind die erste Abgasleitung
und die zweite Abgasleitung in eine wenigstens abschnittsweise perforierte Abgasmischkammer
geführt,
wobei die Abgasexpansionskammer und die Abgasmischkammer derart
angeordnet sind, dass über
die Perforation der Abgasmischkammer eine Expansion von Abgas aus
der Abgasmischkammer in die Abgasexpansionskammer ermöglicht ist.
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Die Zylindergruppen, an welche die
Abgasleitungen jeweils angeschlossen sind, können von beliebigen Zylindern
einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine gebildet werden. Die erfindungsgemäße Abgasanlage
ist jedoch insbesondere für
eine als V-Motor mit zwei Zylinderbänken ausgeführte Brennkraftmaschine geeignet.
In diesem Fall sind die Zylindergruppen durch die beiden Zylinderbänke gebildet. Vorzugsweise
ist jede der Abgasleitungen über
einen zugeordneten Abgaskrümmer
an eine Zylindergruppe angeschlossen und nimmt das Abgas dieser
Zylindergruppe auf. Von den Abgasleitungen werden die Abgasströme der Zylindergruppen
getrennt abgeleitet und in der Abgasmischkammer zusammengeführt.
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Die Abgasexpansionskammer ist dabei
als ein nach außen
im wesentlichen gasdichtes Gehäuse
ausgebildet. Sie bildet mit der Abgasmischkammer eine Anordnung
derart, dass die über
die Perforation aus der Abgasmischkammer austretenden Abgase vollständig aufgenommen
werden können.
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Die Abgasmischkammer kann als beliebig geformtes
Leitungselement ausgebildet sein, in welchem die Abgasströme zusammengeführt werden und
dessen Mantelfläche
vorzugsweise entlang eines definierten Abschnittes eine Perforation
aufweist. Die Perforation kann als Öffnung beliebiger Form ausgebildet
sein, vorzugsweise ist sie jedoch durch eine Vielzahl gleichmäßig auf
dem Abschnitt angeordneter gleichartiger Öffnungen ausgebildet und beispielsweise
durch runde Öffnungen
von etwa 5 mm Durchmesser realisiert. Vorzugsweise sind die erste
und die zweite Abgasleitung durch die Abgasmischkammer abgeschlossen,
so dass die Abgasmischkammer gleichsam einen Kurzschluss bezüglich der
ersten und der zweiten Abgasleitung bildet. Über die Perforation steht die
Abgasmischkammer mit der Abgasexpansionskammer in strömungstechnischer
Verbindung. Die aus den Abgasleitungen in die Abgasmischkammer geleiteten
Abgasströme
treffen in der Abgasmischkammer aufeinander, vermischen sich und
können über die
als Übertrittsöffnungen
wirkende Perforation in die Abgasexpansionskammer überströmen, wodurch
die Geräuschemission
positiv beeinflusst wird. Durch besondere konstruktive Ausführungsformen
kann das Klangbild, vorzugsweise in Form einer schalldämpfende
Wirkung, gezielt beeinflusst werden. Die Ableitung der Abgase aus
der Abgasexpansionskammer erfolgt über die aus der Abgasexpansionskammer
herausführende
Abgasauslassleitung.
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Die Abgasauslassleitung ist als Rohrleitung ausgebildet,
welche endseitig offen in die Abgasexpansionskammer mündet. Vorzugsweise
ist die Abgasauslassleitung durch zwei getrennte Rohrleitungen gebildet.
Diese sind bevorzugt nebeneinander aus der Abgasexpansionskammer
herausgeführt.
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Die erfindungsgemäße Abgasmischkammer wirkt gleichsam
als Kurzschluss bezüglich
der über die
erste und die zweite Abgasleitung zugeleiteten Abgasströme. Die
Länge der
Abgasleitungen und des perforierten Abgasmischkammerabschnitts sind bevorzugt
so festgelegt, dass sich beim Zusammentreffen der beiden Abgasströme in der
Abgasmischkammer eine Interferenz der Gasschwingungen ergibt, welche
eine optimale Beeinflussung des von der Brennkraftmaschine abgegebenen
Drehmoments zur Folge hat. Gleichzeitig wird eine Beeinflussung der
Geräuschemission,
vorzugsweise eine Schalldämpfung
erreicht. Insbesondere kann durch den geeignet festgelegten strömungswirksamen
Abstand der Abgasmischkammer vom Auslassventil des Motors ein sich
auf das Drehmoment des Motors auswirkender gasdynamischer Vorteil
erreicht werden, da Druckwellen und Saugwellen in den Abgasleitungen auf
vorteilhafte Weise miteinander Wechselwirken können. Diese gasdynamischen
Vorteile können durch
geeignet gewählte
Ventilsteuerzeiten zusätzlich
vergrößert werden.
Mit der erfindungsgemäßen Ausführung wird zudem
eine gute Durchmischung der in der Abgasmischkammer aufeinandertreffenden
Abgasströme
erreicht. Dies hat auch bei einem begrenzten Bauraum eine günstige Auswirkung
auf die Akustik, insbesondere hinsichtlich der Motornebenordnungen.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist
die Abgasmischkammer direkt benachbart zur Abgasexpansionskammer
angeordnet. Bei dieser Anordnung ist ein direktes Überströmen und
Expandieren von Abgas über
die Perforation der Abgasmischkammer in die Abgasexpansionskammer
ermöglicht.
Vorzugsweise sind die Abgasmischkammer und die Abgasexpansionskammer
aneinander anliegend ausgeführt,
und die Abgasexpansionskammer weist im Berührungsbereich eine oder mehrere Öffnungen
auf, welche die Perforation der Abgasmischkammer überdecken.
Die Abgasmischkammer und die Abgasexpansionskammer können jedoch
auch eine perforierte gemeinsame Trennwand aufweisen, über welche
das Überströmen und
gegebenenfalls Expandieren von Abgas erfolgen kann.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
ist die Abgasmischkammer in der Abgasexpansionskammer angeordnet.
Mit dieser Ausführung
wird eine kompakte und platzsparende Anordnung erreicht. Vorzugsweise
sind die in die Abgasmischkammer mündenden Abgasleitungen durch
die Abgasexpansionskammerwand hindurch geführt und die Abgasströme sind
in der Abgasmischkammer zusammengeführt. Im Bereich der Zusammenführung der
Abgase weist die Abgasanlage daher eine doppelte Ummantelung auf,
wodurch eine besonders gute Schalldämpfung erreicht werden kann.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
ist die Abgasmischkammer als Verbindungsleitung ausgeführt, mit
welcher die erste Abgasleitung und die zweite Abgasleitung zusammengeführt sind.
Vorzugsweise ist die Verbindungsleitung als einfache Rohrleitung
ausgebildet, welche als Kurzschlussleitung bezüglich der ersten und der zweiten
Abgasleitung wirkt.
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Durch diese Ausführung wird auf konstruktiv einfache
Weise eine wirksame Beeinflussung der Abgasakustik erzielt.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist
die Abgasmischkammer eine ringsum gleichmäßig ausgeführte Perforation auf. Im Falle
einer in der Abgasexpansionskammer angeordneten Rohrleitung als
Abgasmischkammer weist die Rohrleitung demnach ein oder mehrere
ringsum gleichmäßig perforierte
Abschnitte auf. Dadurch wird ein radial gleichmäßiges Überströmen von Abgas in die Abgasexpansionskammer
ermöglicht,
was die Geräuschemission
positiv beeinflusst.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist
die Abgasauslassleitung einen stromaufwärts der Abgasmischkammer von
der ersten Abgasleitung und/oder von der zweiten Abgasleitung abzweigenden
Abschnitt auf. Die von den Abgasleitungen abzweigenden Abschnitte
der Abgasauslassleitung sind außerhalb
der Abgasexpansionskammer mit den aus der Abgasexpansionskammer
herausführenden
Abschnitten der Abgasauslassleitung zusammengeführt. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform
ist die Abgasauslassleitung zweiflutig ausgeführt und jede der Fluten weist
einen innerhalb der Abgasexpansionskammer angeordneten Abzweig von
einer Abgasleitung auf. Die Abgasmischkammer ist in diesem Fall
ebenfalls in der Abgasexpansionskamme angeordnet. Zusätzlich weist
jede der Abgasauslassfluten einen in die Abgasexpansionskammer geführten Abschnitt
mit einem offenem Ende zur Abführung
von Abgas aus der Abgasexpansionskammer auf .. Der von der Abgasleitung
abzweigende Abschnitt ist mit dem aus der Abgasexpansionskammer herausführenden
Abschnitt außerhalb
der Abgasexpansionskammer zusammengeführt. Durch diese Anordnung
kann eine besonders wirksame Beeinflussung der Akustik, insbesondere
bezüglich
der Motornebenordnungen erreicht werden.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist
die erste Abgasleitung und/oder die zweite Abgasleitung und/oder
die Abgasauslassleitung einen außerhalb der Abgasexpansionskammer durch
ein Gehäuse
geführten
perforierten Abschnitt auf. In diesem Gehäuse kann eine zusätzliche
Expansion des Abgases durch Austritt aus der Abgasleitung auftreten.
Diese Ausgestaltung dient daher hauptsächlich der weiteren Schalldämpfung.
Vorzugsweise weisen sowohl die erste als auch die zweite Abgasleitung
einen solchen perforierten Leitungsabschnitt in einem jeweils zugeordneten
eigenen Gehäuse
auf. Die jeweiligen Gehäuse
können
voneinander getrennt sein. Vorzusweise sind sie jedoch nebeneinanderliegend
mit einer gemeinsamen Trennwand ausgeführt. Besonders bevorzugt ist
eine Ausführung,
bei welcher die Abgasmischkammer innerhalb der Abgasexpansionskammer
angeordnet ist, und das bzw. die Gehäuse stirnseitig an die Abgasexpansionskammer grenzt
bzw. grenzen, so dass sich mit der Abgasexpansionskammer eine gemeinsame
Trennwand ergibt. Dies ermöglicht
eine materialsparende und kompakte Anordnung.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
ist ein Verschlussmittel zur Verschließung eines vorgebbaren Teils
der Perforation der Abgasmischkammer vorgesehen. Bei einer rohrförmig ausgebildeten
Abgasmischkammer kann das Verschlussmittel beispielsweise als Hülse ausgebildet
sein. Diese kann innen oder außen
an der Wand anliegend verschieblich ausgeführt sein. Durch Verschiebung
kann ein variabler und vorgebbarer Teil der Perforation bedarfsweise
verschlossen oder freigegeben werden. Vorzugsweise ist die Verschließung so
ausgeführt, dass
ein in Abhängigkeit
vom Betriebszustand der Brennkraftmaschine vorgegebener Teil der
Perforation verschlossen oder freigegeben werden kann. Die erfindungsgemäße Ausführungsform
ermöglicht
in vorteilhafter Weise eine Geräuschbeeinflussung
und eine Drehmomentbeeinflussung in Abhängigkeit vom Fahrzustand des
zughörigen
Fahrzeugs.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand
von Zeichnungen und zugehörigen
Beispielen näher
erläutert.
Dabei zeigen:
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1 eine
schematisch dargestellte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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2 ein
Balkendiagramm der Abhängigkeit des
Drehmoments der Brennkraftmaschine von der Abgasleitungslänge der
erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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3 ein
Diagramm der Abhängigkeit
des Schallpegels von der Brennkraftmaschinendrehzahl für zwei unterschiedliche
Abgasanlagen,
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4 eine
schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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5 eine
schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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6 eine
schematische Darstellung einer vierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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7 eine
schematische Darstellung einer fünften
Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage,
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8 eine
schematische Darstellung einer sechsten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abgasanlage.
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In 1 ist
eine bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage
abgebildet. Diese weist eine hier annähernd quaderförmige Abgasexpansionskammer 5 auf.
Nebeneinander und parallel verlaufend sind eine erste Abgasleitung 1 und
eine zweite Abgasleitung 2 durch eine Seitenwand 7 in
die Abgasexpansionskammer 5 hineingeführt. Durch die gegenüberliegende
Seitenwand 8 ist eine aus zwei getrennten Rohrleitungen 3, 4 bestehende
Abgasauslassleitung aus der Abgasexpansionskammer 5 herausgeführt. Die
Rohrleitung 4 ist optio nal, was durch die gestrichelte
Darstellung verdeutlicht wird. Die Abgasleitungen 1, 2 sind
Teil einer zweiflutigen Abgasanlage und führen zu einer ersten und einer
zweiten Zylinderbank eines V-Motors, was in 1 nicht näher dargestellt ist.
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Die erste Abgasleitung 1 und
die zweite Abgasleitung 2 sind in der Abgasexpansionskammer 5 über eine
Abgasmischkammer 6 miteinander verbunden. Die Abgasmischkammer 6 ist
hier als Rohrleitungsbogen mit einem geradem, mit einer Perforation versehenen
Mittelteil ausgeführt.
Der Rohrleitungsbogen stellt eine Verbindungsleitung von erster
Abgasleitung 1 und zweiter Abgasleitung 2 dar,
in welcher die Abgasströme
der Abgasfluten zusammengeführt
sind. Die Perforation ist bevorzugt durch ringsum gleichmäßig angeordnete
Löcher
mit einem Durchmesser von 1 mm bis 10 mm, besonders bevorzugt von
2 mm bis 7 mm ausgeführt,
wodurch eine gleichmäßige Expansion
der in der Abgasmischkammer 6 zusammengeführten Abgase
der Abgasfluten in die Abgasexpansionskammer 5 ermöglicht ist.
Die Abgasmischkammer 6 ist außerdem mit einer verschieblichen
und/oder drehbaren Hülse 9 versehen. Die
Verschiebbarkeit ist hierbei durch einen Doppelpfeil gekennzeichnet.
Dadurch kann ein frei wählbarer
Bereich der Perforation abgedeckt bzw. freigegeben werden.
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In der in 1 dargestellten Anordnung werden die
hier durch Richtungspfeile symbolisierten Abgasströme der ersten
Abgasleitung 1 und der zweiten Abgasleitung 2 um 90° umgelenkt
und treffen in der Abgasmischkammer 6 annähernd frontal
aufeinander. Die Druckwellen in den Abgasleitungen 1, 2 interferieren
dabei, wodurch sich eine Drehmomentbeeinflussung und eine Geräuschbeeinflussung
ergibt. Durch eine Verstellung der Hülse 9 kann ein Teil
der Perforation der Abgasmischkammer 6 bei Bedarf verschlossen
werden. Die Verstellung der Hülse
erfolgt durch einen nicht näher
dargestellten Mechanismus in Abhängigkeit
vom jeweiligen Betriebspunkt, vorzugsweise in Abhängigkeit
der Drehzahl der Brennkraftmaschine. Da durch kann der sich durch
die Perforation ergebende gasdynamische Effekt verändert werden,
und die Akustik bedarfsgerecht beeinflusst werden.
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2 zeigt
in einem Balkendiagramm die Abhängigkeit
des Drehmoments der Brennkraftmaschine von der Abgasleitungslänge der
erfindungsgemäßen Abgasanlage.
Unter der Abgasleitungslänge
wird hier der strömungswirksame
Abstand der Abgasmischkammer 6 vom Auslassventil der Brennkraftmaschine
verstanden. Auf der Ordinate 20 des Diagramms ist das normierte
Drehmoment eines V6-Motors bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen aufgetragen.
Bei einer willkürlich
gewählten,
vergleichsweise kurzen Länge
der Abgasleitungen 1, 2 resultiert das hier durch
den Balken 21 dargestellte, auf 100 % normierte Drehmoment.
Durch eine optimierte Ausführung
der Länge
der Abgasleitungen 1, 2 ergibt sich das durch
den Balken 22 demgegenüber um
etwa 6 % erhöhte
Drehmoment. Dieses Ergebnis zeigt, dass durch die erfindungsgemäße Abgasanlage
das Drehmoment bzw. die Leistung in vorteilhafter Weise beeinflusst
werden kann.
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3 zeigt
in einem Diagramm den Verlauf des Schallpegels einer ausgewählten Nebenordnung in
Abhängigkeit
von der Brennkraftmaschinendrehzahl für zwei unterschiedliche Abgasanlagen.
Als Brennkraftmaschine wurde hier ebenfalls ein V6-Motor eingesetzt.
Ruf der Abszisse 31 des Diagramms ist die Motordrehzahl
in der Einheit 1/min, auf der Ordinate 32 der Schallpegel
in der Einheit dB(A) abgetragen. Kurve 33 zeigt die sich
ergebenden Verhältnisse
bei einer Abgasanlage, bei welcher jedoch im Unterschied zu der
in 1 dargestellten Ausführung keine
Abgasmischkammer 6 vorhanden ist. Mit dieser Abgasanlage
ergibt sich ein mit zunehmender Drehzahl ansteigender Schallpegel
gemäß Kurve 33. Demgegenüber ergibt
sich für
die erfindungsgemäße Abgasanlage
mit perforierter Abgasmischkammer 6 gemäß 1 über
dem gesamten Drehzahlbereich ein um etwa 15 dB(A) niedrigerer Schallpegel.
Die im Diagramm der 3 dokumentierte
Verringerung des Schallpegels einer ausgewählten Motornebenordnung zeigt
somit deutlich die Wirksamkeit der gemäß 1 ausgeführten erfindungsgemäßen Abgasanlage.
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In 4 ist
eine weitere bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage schematisch
dargestellt, wobei die einzelnen Bauelemente, soweit sie mit Elementen
der 1 übereinstimmen,
durch dieselben Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Im Unterschied
zu der in 1 dargestellten
Ausführungsform
ist der Abgasauslass aus der Abgasexpansionskammer 5 hier
einflutig ausgeführt.
Die Abgasexpansionskammer 5 ist deshalb hier in der Art
eines Auspufftopfes, mit einem direkten Übergang in eine einzige Abgasauslassleitung 3, ausgeführt. Analog
zu der in 1 dargestellten
Ausführungsform
wird Abgas zweier Zylindergruppen einer Brennkraftmaschine über die
Abgasleitungen 1, 2 in der in der Abgasexpansionskammer 5 angeordneten
perforierten Abgasmischkammer 6 zusammengeführt. Gegenüber einem
zweiflutigen Abgasauslass wird eine Abgasauslassleitung eingespart
und eine große
Flexibilität
in Bezug auf die Leitungsverlegung erreicht.
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In 5 ist
schematisch eine weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage dargestellt,
wobei die einzelnen Bauelemente, soweit sie mit Elementen der 1 übereinstimmen, durch dieselben
Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Im Unterschied zu der in 1 dargestellten Ausführungsform
sind die Abgasleitungen 1, 2 stromauf ihrer Zusammenführung in
der in der Abgasexpansionskammer 5 angeordneten Abgasmischkammer 6 durch
ein Gehäuse 10, 11 geleitet.
Die Abgasleitungen 1, 2 sind durch eine gemeinsame
Seitenwand 12 ins Innere des jeweiligen Gehäuses 10, 11 geführt. Die
Gehäuse 10, 11 sind
nach außen
weitgehend gasdicht ausgeführt
und gasdicht voneinander durch eine gemeinsame Trennwand 13 getrennnt.
Gleichzeitig weisen sie mit der stromab liegenden, benachbarten
Expanionskammer eine gemeinsame weitere Trennwand 7 auf.
Durch diese Trennwand 7 sind die Abgasleitungen analog
zu der in der 1 dargestellten
Ausführungsform
weitgehend gasdicht in die Abgasexpansionskammer 5 geführt.
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Innerhalb des Gehäuses 10 bzw. 11 weist
die Abgasleitung 1 bzw. 2 einen perforierten Abschnitt 14 bzw. 15 auf.
Die Gehäuse 10 bzw. 11 wirken
als Ausgleichsvolumina bezüglich
Gaspulsationen bzw. Druckschwingungen in der Abgasleitung 1 bzw. 2,
die sich über
die perforierten Abschnitte 14 bzw. 15 abbauen
können.
Auf diese Weise wird eine weiter verbesserte Schalldämpfung erreicht.
Die Gehäuse 10, 11 mit
den perforierten Abgasleitungsabschnitten 14, 15 bilden
einen Schalldämpfer
innerhalb der Abgasanlage. In analoger Weise können die Gehäuse 10, 11 auch
stromab zur Abgasexpansionskammer 5, direkt benachbart
zueinander oder separat und anliegend an die Abgasexpansionskammer 5 oder
getrennt von ihr angeordnet sein. In diesem Fall werden die Abgasauslassleitungen 3, 4 durch
die Gehäuse 10, 11 geführt und
weisen innerhalb der Gehäuse 10, 11 jeweils
einen perforierten Leitungsabschnitt auf .
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In 6 ist
schematisch eine weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage dargestellt,
wobei die einzelnen Bauelemente, soweit sie mit Teilen der 1 übereinstimmen, durch dieselben
Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Die Abgasauslassleitung ist hier
ebenfalls zweiflutig durch eine erste Abgasauslassleitung 3 und
eine zweite Abgasauslassleitung 4 ausgebildet. Im Unterschied
zu den in 1 und 5 dargestellten Ausführungsformen
ist die erste Abgasauslassleitung 3 jedoch in der Abgasexpansionskammer 5 stromauf
der perforierten Abgasmischkammer 6 mit der ersten Abgasleitung 1 zusammengeführt. In
gleicher Weise ist die zweite Abgasauslassleitung 4 stromauf
der perforierten Abgasmischkammer 6 mit der zweiten Abgasleitung 2 zusammengeführt. In
der hier dargestellten besonders bevorzugten Ausführung weist
die erste Abgasauslassleitung 3 eine Verzweigung 16 außerhalb
der Abgasexpansionskammer 5 und stromab der Zusammenführung mit
der ersten Abgasleitung 1 auf, welche ebenfalls durch die
Wandung 8 in die Abgasexpansionskammer 5 geführt ist.
In gleicher Weise weist die zweite Abgasauslassleitung 4 eine
Verzeigung 17 außerhalb
der Abgasexpansionskammer 5 und stromab der Zusammenführung mit
der zweiten Abgasleitung 2 auf, welche in die Abgasexpansionskammer 5 geführt ist.
Die Verzweigungen 16, 17 der Abgasauslassleitungen
enden jeweils offen in der Abgasexpansionskammer 5 und
können
daher durch die Perforation der Abgasmischkammer 6 in die
Abgasexpansionskammer expandiertes Abgas aufnehmen und den Abgasauslassleitungen 3, 4 zuführen. Durch
diese Ausführungsform
können
bestimmte Motornebenordnungen wirkungsvoll gedämpft, und somit das Abgasgeräusch beeinflusst
werden.
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Die in 7 dargestellte
weitere Ausführungsform
unterscheidet sich von der in 6 dargestellten
Ausführungsform
durch die verstellbaren Drosselemente 18, 19,
die in den Abgasauslassleitungen 3, 4 stromab
der Zusammenführung
mit den Abgasleitungen 1, 2 und stromauf der Verzweigungen 16, 17 angeordnet
sind. Durch gezielte Verstellung der beispielsweise als Klappen
ausgeführten Drosselelemente 18, 19 kann
auf die akustische Wirksamkeit der Abgasmischkammer 6 sowie
auf das Gegendruckverhalten der Abgasanlage Einfluss genommen werden.
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In 8 ist
schematisch eine weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Abgasanlage dargestellt,
wobei die einzelnen Bauelemente, soweit sie mit Teilen der 1 übereinstimmen, durch dieselben
Bezugszeichen gekennzeichnet sind.
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Im Unterschied zu der in 1 dargestellten Ausführungsform
münden
die Abgasleitungen 1, 2 innerhalb der Abgasexpansionskammer 5 nebeneinander
am gleichen Ende in die Abgasmischkammer 6. Die Perforation
der Abgasmischkammer 6 ist daher nicht zwischen den Einmündungen
der Abgasleitungen 1, 2 angebracht, sondern in
einem von den Einmündungen
weg weisenden Abschnitt der Abgasmischkammer. In der hier dargestellten
Ausführungsform
erstreckt sich die Abgasmischkammer 6 etwa rechtwinklig
weg von den Einmündungen
der Abgasleitungen 1, 2. Eine Orientierung der
Abgasmischkammer 6 etwa in Richtung der aus den Abgasleitungen 1, 2 in
die Abgasmischkammer 6 einströmenden Abgase ist ebenfalls
möglich.
In diesem Fall ist die Verbindungsstelle der Abgasmischkammer 6 mit
den Abgasleitungen 1, 2 in der Art eines Hosenrohrs
ausgebildet. Die Abgasmischkammer 6 ist an dem den Einmündungen
der Abgasleitungen 1, 2 abgewandten Ende vorzugsweise
verschlossen. Durch diese Ausführungsform
ergeben sich zusätzlich
zu den seither erwähnten
Wechselwirkungen zwischen den in der Abgasmischkammer 6 zusammengeführten Abgasströme Reflexionen
am geschlossenen Ende.
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Es versteht sich, dass die jeweils
einen perforierten Leitungsabschnitt umgebende Kammer wie auch alle
anderen Leitungselemente zur weiteren Verbesserung der Schalldämpfung mit
geräuschdämmendem
Material ausgekleidet sein können, oder
ein solches Material enthalten können.