DE4222650A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Ansteuerung eines elektromagnetischen Verbrauchers - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Ansteuerung eines elektromagnetischen VerbrauchersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steue
rung eines elektromagnetischen Verbrauchers, insbesondere eines
Magnetventils einer Einspritzanlage einer Brennkraftmaschine gemäß
dem Oberbegriff des unabhangigen Anspruchs.
Eine solches Verfahren und eine solche Vorrichtung zur Steuerung ei
nes elektromagnetischen Verbrauchers ist aus dem SAE-Paper 85 05 42
bekannt. Dort wird eine Steuereinrichtung für eine Kraftstoffpumpe
beschrieben, bei der eine elektronische Steuereinheit über eine Lei
stungsendstufe ein der Kraftstoffpumpe zugeordnetes elektromagne
tisch betätigtes Ventil steuert. Diese Steuereinheit bestimmt abhän
gig vom Betriebszustand der Brennkraftmaschine die gewünschten Zeit
punkte für den Förderbeginn und das Förderende der Kraftstoffpumpe.
Aus diesen gewünschten Zeitpunkten berechnet die Steuereinheit die
Ansteuerzeitpunkte für die Leistungsendstufe so, daß das elektro
magnetische Ventil eine solche Stellung einnimmt, daß die Kraft
stoffpumpe Kraftstoff fordert bzw. die Forderung beendet. Dabei er
folgt der Ansteuerimpuls eine gewisse Zeit vor dem gewünschten Zeit
punkt, bei dem das elektromagnetische Ventil so betätigt werden
soll, daß der Kraftstoff gefordert bzw. die Forderung beendet wird.
Diese Verzögerung beruht auf den Schaltzeiten der Magnetventile. Die
Einschaltzeit gibt die Verzögerung zwischen Ansteuerimpuls und dem
Schließen des Magnetventils an. Die Ausschaltzeit gibt die Verzöge
rung zwischen Ansteuerimpuls und dem Öffnen des Magnetventils an.
Aus der DE-OS 40 18 320 ist eine Vorrichtung zur Steuerung eines
elektromagnetischen Verbrauchers bekannt, insbesondere für ein
Magnetventil einer Einspritzanlage für eine Brennkraftmaschine. Bei
dieser Einrichtung wird zur Einspritzverlaufsformung das Magnetven
til kurzzeitig so angesteuert, daß die Einspritzung unterbrochen
bzw. der Druckaufbau verzögert wird. Bei dieser Ansteuerung zur Ein
spritzverlaufsformung werden die ansonsten kleinen Schaltzeiten des
Magnetventils verlängert. Eine Variation der Schaltzeiten zur Fest
legung des Einspritzbeginns und des Einspritzendes wird bei dieser
Einrichtung ausgeschlossen.
Bei den Einrichtungen gemäß dem Stand der Technik treten insbesonde
re bei niederen Drehzahlen störende Geräuschemissionen auf.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren und
einer Vorrichtung zur Steuerung eines elektromagnetischen Verbrau
chers, insbesondere eines Magnetventils einer Einspritzanlage auf
tretende Geräuschemissionen weitestgehend zu vermeiden.
Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung lassen sich die auftretenden
Geräuschemissionen weitestgehend vermeiden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung darge
stellten Ausführungsform erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Blockdia
gramm des erfindungsgemäßen Systems,
Fig. 2 einen zeitlichen Verlauf
des Stromes durch das Magnetventil sowie den Hub der Magnetventilna
del sowie
Fig. 3 ein Flußdiagramm der erfindungsgemäßen
Vorgehensweise.
In Fig. 1 ist schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgema
ßen Einrichtung aufgezeigt. Eine elektronische Steuereinheit 100
steht mit einem ersten Schaltmittel 110 in Verbindung. Dieses
Schaltmittel steht mit seinem einen Anschluß mit Masse in Verbin
dung. Der andere Anschluß ist über einen elektromagnetischen Ver
braucher 120, der im folgenden auch als elektromagnetisches Ventil
oder als Magnetventil bezeichnet wird, und einen Widerstand 130 mit
der Batteriespannung UBat verbunden. Die elektronische Steuereinheit
100 steht ferner mit verschiedenen Sensoren 105, die zumindestens
einen Drehzahlsensor umfassen, in Verbindung.
Eine Schnellöschdiode 150 verbindet die Ausgangsleitung der elektro
nischen Steuereinheit, die das erste Schaltmittel 110 ansteuert, mit
dem Verbindungspunkt zwischen dem ersten Schaltmittel 110 und dem
elektromagnetischen Ventil 120. Dieser Verbindungspunkt steht wei
terhin über eine Freilaufdiode 160 und über ein zweites Schaltmittel
165 mit der Batteriespannung UBat in Kontakt. Das zweite Schaltmit
tel wird im folgenden auch als Freilaufschalter bezeichnet. Der
Freilaufschalter 165 wird ebenfalls von der elektronischen Steuerein
heit 100 mit Signalen beaufschlagt.
Der Freilaufschalter 165 sowie das erste Schaltmittel 110 sind vor
zugsweise als Feldeffekttransistoren realisiert. Es sind aber auch
andere Realisierungen möglich. Der Widerstand 130 dient als Meßein
richtung zur Erfassung des Stromes, der durch das elektromagnetische
Ventil 120 fließt.
Üblicherweise sind bei induktiven Lasten, um eine solche handelt es
sich bei einem Magnetventil, Freilaufdioden 160 vorgesehen, die
parallel zu der induktiven Last geschaltet sind. Desweiteren kann
vorgesehen sein, daß eine sogenannte Schnellöschdiode 150 zwischen
Schalteingang des Schaltmittels 110 und der induktiven Last geschal
tet ist. Diese bewirkt, daß der Strom beim Ausschalten sehr schnell
abfällt. Dies hat zur Folge, daß die Schaltzeit des Magnetventils
sehr klein wird. Dies ist insbesondere bei hohen Drehzahlen unver
zichtbar, da es anderenfalls zu Ungenauigkeiten bei der Kraftstoff
zumessung kommt. Diese kurzen Ausschaltzeiten werden unter anderem
durch die Schnellöschung des Magnetventilstroms erzielt, bei der
durch die Induktivität der Magnetspule eine definierte Gegenspannung
induziert wird.
Bei kurzen Schaltzeiten treten bei niederen Drehzahlen erhöhte Ge
räuschemissionen auf. Diese werden erfindungsgemäß dadurch besei
tigt, daß bei kleinen Drehzahlen die Schaltzeiten des Magnetven
tils länger gewählt werden. Dies wird dadurch erreicht, daß bei
kleinen Drehzahlen der Freilaufschalter 165 von der elektronischen
Steuereinheit 100 durchgesteuert wird. In diesem Fall kann sich kei
ne Gegenspannung aufbauen. Der Strom wird hier durch die ohmschen
Verluste im Löschkreis abgebaut, wodurch sich die Stromabfallzeit um
ein Vielfaches gegenüber der Schnellöschung erhöht.
Da die erfindungsgemäße Einrichtung sowohl eine Schnellöschung, be
stehend aus der Schnellöschdiode 150, als auch ein Freilaufkreis, be
stehend aus dem Freilaufschalter 165 und der Freilaufdiode 160 um
faßt, kann durch Aktivierung des Freilaufkreises bei niederen Dreh
zahlen und durch Aktivierung der Schnellöschung bei hohen Drehzahlen
ein verbessertes Geräuschverhalten bei gleichzeitiger hoher Genauig
keit der Kraftstoffzumessung erreicht werden. Bei mittleren Dreh
zahlen wird vorzugsweise zunächst die Freilauflöschung aktiviert,
die dann nach einer definierten Zeit durch Öffnen des Freilaufschal
ters 165 beendet wird, wobei dann der Einfluß der Schnellöschung
überwiegt. Die Zeit in der die Freilauflöschung aktiviert ist, wird
bei höheren Drehzahlen zunehmend kleiner gewählt. Ab einer vorgege
benen Drehzahl wird der Freilaufkreis nicht mehr aktiviert und es
erfolgt lediglich die Schnellöschung.
Diese verschiedenen Möglichkeiten sind nun in Fig. 2 dargestellt.
In Fig. 2a ist der Strom und der Hub der Magnetventilnadel für
kleine Drehzahlen aufgetragen. Zum Zeitpunkt T1 wird das Schaltmit
tel 110 so angesteuert, daß es das Magnetventil von der Versorgungs
spannung trennt. Der Freilaufschalter ist geschlossen. Der durch das
Magnetventil 120 fließende Strom fällt gemäß einer Exponentialfunk
tion auf Null ab. Zum Zeitpunkt T2 ist der Strom auf den Wert Null
abgefallen und das Magnetventil ist in seinen zweiten Zustand über
gegangen. Der Zeitabstand zwischen den Zeitpunkten T1 und T2 ist re
lativ lang.
In Fig. 2b ist der Strom und der Hub der Magnetventilnadel für
mittlere Drehzahlen aufgetragen. Zum Zeitpunkt T1 wird das Schalt
mittel 110 so angesteuert, daß es das Magnetventil von der Versor
gungsspannung trennt. Der Freilaufschalter ist geschlossen. Der
durch das Magnetventil 120 fließende Strom fällt gemäß einer
Exponentialfunktion auf Null ab.
Zum Zeitpunkt T2 wird der Freilaufschalter 165 geöffnet. Ab diesem
Zeitpunkt überwiegt der Einfluß der Schnellöschdiode 150. Dies be
deutet der Strom I fällt sehr schnell auf Null ab. Nach einiger Zeit
zum Zeitpunkt T3 erreicht die Ventilnadel ihre neue Stellung. Der
Zeitabstand zwischen den Zeitpunkten T1 und T3 ist kürzer als bei
Fig. 2a.
In Fig. 2c ist der Strom und der Hub des Magnetventils für hohe
Drehzahlen aufgetragen. Zum Zeitpunkt T1 wird das Schaltmittel 110
so angesteuert, daß es das Magnetventil von der Versorgungsspannung
trennt. Der Freilaufschalter ist geöffnet. In diesem Fall überwiegt
der Einfluß der Schnellöschdiode 150. Dies bedeutet der Strom I
fällt sehr schnell auf Null ab. Nach einiger Zeit zum Zeitpunkt T4
erreicht die Ventilnadel ihre neue Stellung. Der Zeitabstand zwi
schen den Zeitpunkten T1 und T4 ist noch kürzer als bei Fig. 2b.
Fig. 3 zeigt jeweils ein Flußdiagramm verschiedener Ausführungsfor
men der erfindungsgemäßen Vorgehensweise. In Fig. 3b ist eine ein
fache Realisierung dargestellt. Im Schritt 300 wird das Schaltmittel
110 derart angesteuert, daß es öffnet. Damit wird die Ansteuerung
des Magnetventils beendet. Im Schritt 305 wird die Drehzahl erfaßt.
In der Abfrage 310 erfolgt eine Überprüfung dahingehend, ob die
Drehzahl großer als eine Schwelle NS ist. Ist dies der Fall, so wird
der Freilaufschalter 165 so angesteuert, daß er öffnet. Dies hat zur
Folge, daß der Freilaufkreis nicht aktiv ist. In diesem Fall, bei
hohen Drehzahlen findet lediglich eine Schnellöschung statt. Dies
hat eine sehr kleine Schaltzeit des Magnetventils zur Folge.
Erkennt die Abfrage 310, daß die Drehzahl kleiner als die Schwelle
NS ist, so wird im Schritt 320 der Freilaufschalter 165 so ange
steuert, daß es schließt. In diesem Fall kommt der Freilaufkreis zur
Wirkung und die Schaltzeit des Magnetventils wird entsprechend ver
längert. Mittels dieser Vorgehensweise lassen sich die Geräusch
emissionen, die durch die kurzen Schaltzeiten des Magnetventils bei
kleinen Drehzahlen verursacht werden, erheblich reduzieren.
Da mittels dieser Vorgehensweise lediglich zwei unterschiedliche
Schaltzeiten wählbar sind ergibt sich insbesondere im Bereich der
Drehzahlschwelle NS kein optimales Betriebsverhalten. Diese Nachtei
le lassen sich mittels der Vorgehensweise gemäß Fig. 3b beseitigen.
Im Schritt 300 wird das Schaltmittel 110 derart angesteuert, daß es
öffnet. Damit wird die Ansteuerung des Magnetventils beendet. Im
Schritt 305 wird die Drehzahl erfaßt. Anschließend wird in Schritt
330 die optimale Schaltzeit TF abhängig von wenigstens der Drehzahl
aus einem Kennfeld ausgelesen bzw. mittels einer Funktion F ausgehend
von wenigstens der Drehzahl berechnet. Zur Bestimmung der optimalen
Schaltzeit TF können noch weitere Betriebskenngrößen wie zum Beispiel
die Last oder Temperaturwerte berücksichtigt werden.
Im Schritt 335 wird der Freilaufschalter 165 so angesteuert, daß er
schließt. Die Abfrage 340 überprüft ob die optimale Schaltzeit TF
schon abgelaufen ist. Ist dies noch nicht der Fall, so bleibt der
Freilaufschalter 165 weiterhin geöffnet. Ist die Zeit abgelaufen so
wird im Schritt 345 der Freilaufschalter 165 so angesteuert das es
schließt. Dies bedeutet, daß ab diesem Zeitpunkt die Schnellöschung
aktiv wird und der Strom sofort auf Null zurückgeht.
Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 3c dargestellt. Hierbei
handelt es sich um eine Mischung aus den Ausführungsformen gemäß
Fig. 3a und Fig. 3b. Nachdem in Schritt 300 das erste Schaltmittel
110 zur Öffnung angesteuert wurde, erfolgt im Schritt 305 die Erfas
sung der Drehzahl N. Die Abfrage 350 überprüft, ob die Drehzahl
kleiner als eine erste Drehzahlschwelle NS1 ist. Ist dies der Fall,
so wird in Schritt 352 der Freilaufschalter 165 geschlossen.
Ist die Drehzahl großer als die erste Schwelle NS1, so überprüft die
zweite Abfrage 355, ob die Drehzahl größer als eine zweite Drehzahl
schwelle NS2 ist. In diesem Fall wird im Schritt 363 der Freilauf
schalter 165 geöffnet. Liegt die Drehzahl zwischen den beiden Dreh
zahlschwellen, so wird entsprechend wie in Fig. 3b im Schritt 365 die
optimale Schaltzeit TF ausgehend von wenigstens der Drehzahl be
stimmt und im Schritt 370 der Freilaufschalter 165 geschlossen. Die
Abfrage 375 überprüft, ob die Schaltzeit TF bereits abgelaufen ist.
Nach Ablauf der Schaltzeit TF wird dann im Schritt 363 der Freilauf
schalter 165 wieder geöffnet.
Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung kann die Absteuergeschwindig
keit bei magnetventilgesteuerten Dieseleinspritzpumpen drehzahlab
hängig gewählt werden. Insbesondere bei niederen Drehzahlen wird ei
ne lange und bei hohen Drehzahlen eine kurze Schaltzeit für das
Magnetventil eingestellt, um eine niedrigere Geräuschemissionen zu
erzielen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Ansteuerung eines elektromagnetischen Verbrauchers
(120), insbesondere eines Magnetventils einer Einspritzanlage einer
Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß Schaltzeiten des
elektromagnetischen Verbrauchers (120) bei der Ansteuerung zur Fest
legung des Spritzbeginns und/oder des Spritzendes betriebskenngrö
ßenabhängig vorgebbar sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltzeiten abhängig von der Drehzahl vorgebbar sind.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei hohen
Drehzahlen kleine Schaltzeiten und bei niederen Drehzahlen große
Schaltzeiten vorgebbar sind.
4. Vorrichtung zur Ansteuerung eines elektromagnetischen Verbrau
chers (120), insbesondere eines Magnetventils einer Einspritzanlage
einer Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel vorge
sehen sind, die Schaltzeiten des elektromagnetischen Verbrauchers
bei der Ansteuerung zur Festlegung des Spritzbeginns und/oder des
Spritzendes betriebskenngrößenabhängig vorgeben.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Steuereinrichtung (100), ein erstes Schaltmittel (110), das den
Stromfluß durch den elektromagnetischen Verbraucher (120) freigibt,
und ein zweite Schaltmittel (165), das einen Freilaufkreis akti
viert, ansteuert.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltzeiten mittels des zweiten Schaltmittels (165) einstellbar
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeich
net, daß das zweite Schaltmittel (165) bei niederen Drehzahlen ge
schlossen und bei hohen Drehzahlen geöffnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeich
net, daß bei mittleren Drehzahlen zunächst der zweite Schaltmittel
(165) geschlossen ist, und nach einer vorgebenen Zeit das zweite
Schaltmittel (165) geöffnet wird.
Priority Applications (5)
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