DE4219078C2 - Vorrichtung zum Absenken eines Gründungsteils eines Bauwerkes in eine mit Grundwasser gefüllte Baugrube - Google Patents
Vorrichtung zum Absenken eines Gründungsteils eines Bauwerkes in eine mit Grundwasser gefüllte BaugrubeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum lage- und
lastkontrollierten Absenken eines in Form eines
schwimmfähigen wasserdichten Kastens erzeugten Grün
dungsteils eines Bauwerkes in eine mit Grundwasser ge
füllte Baugrube im Zuge der Vergrößerung des Gründungs
teils zum Bauwerk, wobei das Gründungsteil über Hydrau
likzylinderkolbenanordnungen und auf Pfahlköpfen von in
der Baugrube angeordneten, vertikalen Pfählen be
festigte Aufhängeträger an den Pfählen aufgehängt ist
und mit die Pfähle umgebenden, das Grundwasser zurück
haltenden sowie an ihrem oberen Ende verlängerbaren
Dichtrohren versehen ist.
Im Rahmen von bekannten Maß nahmen zum Errichten eines
Bauwerkes in Grundwasser (DE-Zeitschrift "Bautechnik",
68 (1991), H. 5, Seite 147 bis 153) wird das Gründungs
teil neben der Baugrube erstellt, danach in die Bau
grube verbracht und durch entsprechende Verteilung von
Art und Ort der Bauwerksvergrößerung lage- und last
kontrolliert frei schwimmend abgesenkt. Das ist in
erheblichem Maße aufwendig und unzulänglich.
Bei Gründungen von Bauwerken unterhalb des natürlichen
Grundwasserspiegels wird dieser im Baugrubenbereich
häufig abgesenkt, damit der Bauablauf unter normalen
Bedingungen erfolgen kann. Dies setzt allerdings
voraus, daß infolge der Senkung in den angrenzenden Bo
denbereichen und bei den angrenzenden vorhandenen Bau
werken keine ungleichmäßigen Setzungen ausgelöst bzw.
diese als unbedenklich eingestuft werden. In zunehmen
dem Maße sind Grundwasserabsenkungen aber unerwünscht,
wenn davon der Bestand an Bäumen und anderen Pflanzen
gefährdet sein kann.
Grundsätzlich ist es bekannt, Bauwerke in einem offenen
Gewässer oder in einer mit Grundwasser gefüllten Bau
grube zu gründen, z. B. Unterwassertunnel. Hierbei
werden einzelne vorgefertigte Tunnelsegmente vorüber
gehend schwimmfähig ausgebildet, zur Einbaustelle bug
siert und in die endgültige Position abgesenkt. Ferner
sind Gründungen gebräuchlich, bei denen z. B. eine Fun
damentplatte unter Wasser bewehrt und betoniert wird.
Im Rahmen der oben bereits behandelten bekannten Maß
nahmen wird über den Bau einer Pumpstation berichtet.
Dabei wurde ein zunächst schwimmfähig hergestelltes
Teilbauwerk in der wassergefüllten Baugrube abgesenkt,
indem es während des systematisierten Betonierfort
schrittes bis zum Erreichen der Gründungssohle schwimm
fähig gehalten wurde. Dabei vollführte der an Masse und
Volumen zunehmende Baukörper Taumelbewegungen, die
durch die sich ständig verändernde Schwerpunktlage beim
abschnittsweisen Schalen, Bewehren und Betonieren ent
standen. Die ausführungstechnische Schwierigkeit be
stand hierbei darin, daß die Schalungen und alle vor
montierten Bauteile nicht absolut horizontal bzw. ver
tikal, sondern nur relativ zum Achssystem des taumeln
den Körpers ausgerichtet werden konnten. Dies bedingt
zweifelsohne eine bedeutende Erschwernis.
Bei einer bekannten Vorrichtung der genannten Art
(US-PS 3 499 292) sind die Hydraulikzylinderkolbenan
ordnungen zwischen den auf den Pfahlköpfen montierten
Aufhängeträgern und dem Gründungsteil angeordnet; ist
der Hub der Hydraulikzylinderkolbenanordnungen ausge
schöpft, werden die Kolbenstangen der Hydraulikzylin
derkolbenanordnungen durch Einsetzen entsprechender
Verlängerungsstücke verlängert. Hierzu muß das Grün
dungsteil aber an den Pfählen festgesetzt werden. Das
geschieht durch Verschweißen der Dichtrohre mit den
Pfählen, weshalb die Dichtrohre praktisch auf den
Pfählen gleiten müssen. Das führt jedoch aufgrund un
vermeidlicher Maßabweichungen zu Zwängungen, deren
Folgen so ohne weiteres nicht zu beseitigen sind. Hinzu
kommt, daß das Anschweißen der Dichtrohre an die Pfähle
und das anschließende Beseitigen dieser Schweißver
bindung recht aufwendig und umständlich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung der eingangs genannten Art so weiter zu ent
wickeln, daß das lage- und lastkontrollierte Absenken
der Gründungsteils im Zuge der Vergrößerung ohne
Zwängungen möglich ist und das von Zeit zu Zeit
erforderliche Festsetzen des Gründungsteils schnell und
ohne große Probleme zwischen den Absenkphasen durch
geführt werden kann.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht
darin, daß die Dichtrohre die Pfähle mit Freispielraum
umgeben, daß die Hydraulikzylinderkolbenanordnungen
zwischen den auf den Pfahlköpfen montierten Aufhänge
trägern sowie darüber angeordneten weiteren Aufhänge
trägern angeordnet sind und daß das Gründungsteil über
durch die Aufhängeträger hindurchgeführte sowie wech
selweise in diesen festsetzbare, an ihrem oberen Ende
verlängerbare Aufhängestangen aufgehängt ist.
Durch das Vorsehen von zwei Aufhängeträgern, durch die
Aufhängestangen hindurchgeführt sind, welche an diesen
Aufhängeträgern festsetzbar sind, sind die erforder
lichen Verlängerungen unabhängig von der Dichtrohran
ordnung ohne Schwierigkeiten möglich. Folglich können
die Dichtrohre mit Freispielraum von den Pfählen ange
ordnet werden, so daß Zwängungen von vornherein ausge
schlossen sind und unvermeidbare Maßabweichungen
zwischen Soll- und Istlage der Pfähle aufgenommen
werden können.
Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung sind dem
Gründungsteil und den auf den Pfahlköpfen befestigten
Aufhängeträgern Abstützpressen zwischengeschaltet. Ein
fach gestaltet es sich, wenn die Aufhängestangen mit
Ankermuttern an den Aufhängeträgern festsetzbar sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbei
spiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 schematisch in einem Schnitt eine Vorrichtung zum Errich
ten eines Bauwerkes im Grundwasser und
Fig. 2a)-d) die Einzelschritte beim Errichten des Bauwerkes.
Die Gründungsarbeiten beginnen mit dem Herstellen einer Bau
grubenumschließung, z. B. einer Spundwand und dem Setzen von
Pfählen 3. Anschließend erfolgt der Bodenaushub bis auf die
vorgesehene Gründungssohle. In der entstehenden Baugrube steht
Grundwasser an. Bedarfsweise oder dann, wenn die Gründung in
einem offenen Gewässer erfolgt werden die Pfähle 3 von der
Wasseroberfläche aus gesetzt. Zwischen den Pfählen 3 wird über
dem Grundwasserspiegel eine verlorene oder mittragende Schalung
montiert, deren Eigengewicht sowie evtl. bereits zusätzlich
auftretende Lasten über um die Pfähle 3 angeordnete Aufhängungen
in Form von Aufhängestangen 17 in Hydraulikzylinderkol
benanordnungen 21 auf den Pfahlköpfen eingeleitet wird.
Danach werden Dichtrohre 7 aus Stahl um die Pfähle 3 montiert
beispielsweise zwei Zylinderhalbschalen, die durch vertikale
Schweißnähte geschlossen und wasserdicht mit der verlorenen
Schalung verbunden werden. Ihre Länge richtet sich nach der
erforderlichen Eintauchtiefe des zu erzeugenden wasserdichten
Kastens 6 und wird im Zuge des Absenkens stückweise nach oben
verlängert.
Anschließend wird eine Bodenplatte 24 nach Einbau der Bewehrung
zumindest bis zu der Dicke betoniert, die für Stabilität und
Standsicherheit des Bauzustandes erforderlich ist. Horizontale
Kopfbolzen, Ringe oder dergleichen sorgen an den Dichtrohren 7 in
Höhe der Bodenplatte 24 für einen kraftschlüssigen und dichten
Anschluß zwischen den Dichtrohren 7 und der Bodenplatte 24. Die
Kelleraußenwände werden jeweils bis zu einer solchen Höhe
betoniert, daß ein schwimmfähiger Kasten 6 entsteht. Zu diesem
Zeitpunkt hängt das gesamte Gewicht des Kastens 6 oberhalb des
Wasserspiegels über die Aufhängungen 17 und Hydraulikzylinder
kolbenanordnungen 21 an den Pfahlköpfen (Fig. 2a).
In der Ausgangsposition (Fig. 2a) hängt der Schwimmkörper 6 an
den Aufhängestangen 17, die ihre Last über die Ankermuttern 18,
19 und 20 an Konsolen 9 und Aufhängeträger 15 bzw. 16
ableiten. Der Aufhängeträger 16 gibt seine Last über die als
Absenkpressen eingesetzten Hydraulikzylinderkolbenanordnungen 21
in den Aufhängeträger 15 ab, der fest auf dem Pfahlkopf montiert
ist. Eine Abstützpresse 22 leitet die nicht durch die Auflast
kompensierbaren Auftriebskräfte in den Aufhängeträger 15 und von
dort als Zugkraft in den Pfahl 3 ab (Fig. 1).
Nunmehr wird der schwimmfähige wasserdichte Kasten 6 mit Hilfe
der Hydraulikzylinderkolbenanordnungen 21 schrittweise oder konti
nuierlich lage- und lastkontrolliert abgelassen (Fig. 2b).
Abhängig von der Steifigkeit der Pfähle 3 wird eine im einzelnen
nicht näher dargestellte, demontierbare horizontale Aussteifung aus
Stahl oder anderen geeigneten Materialien in Höhe der Pfahlköpfe
eingebaut, welche Horizontallasten außerhalb der Baugrube in den
Baugrund einleitet. Diese Aussteifung kann u. a. durch die
Aufhängeträger 15 übernommen werden, die die Pfahlköpfe unter
einander verbinden.
Der Schwimmkasten 6 wird bei seiner Absenkung am oberen Ende
oder an tiefergelegenen Stellen der Baugrubenumschließung 2 durch
nicht dargestellte Fender geführt, deren Abstand zum
Schwimmkörper 6 durch Hydraulikpressen einstellbar ist. Die
Horizontallasten werden in steife Baugrundkonstruktionen hinter der
Umschließung 2 eingeleitet.
Im Zuge des Baufortschrittes werden die zunehmenden
Bauwerkslasten zunächst über die Aufhängungen 17, die
Festsetzungen 20, den Aufhängeträger 16, die Hydraulikzylinder 21
und den Aufhängeträger 15 in den Pfahl 3 geleitet. Die Festsetzung
19 ist nicht wirksam. Wenn ein bestimmter Bauzustand erreicht ist,
werden die Hydraulikzylinderkolbenanordnungen 21 gleichmäßig
abgelassen, und dadurch das Bauwerk weiter in das Grundwasser
gesenkt. Wenn der verfügbare Weg der Hydraulikzylinderkolbenan
ordnung 21 aufgebraucht ist wird die Festlegung 19 aktiviert und
anschließend die Festlegung 20 gelöst, wonach der abgesenkte
Aufhängeträger 16 ohne Last in seine obere Ausgangsposition
zurück gebracht werden kann und für eine neue Belastungsfolge zur
Verfügung steht. Pressenweg und -last können genau kontrolliert
und gesteuert werden (Fig. 2c).
Im Ringraum B zwischen Dichtungsrohr 7 und Pfahl 3 steht
Grundwasser 4 an. Nach Erreichen der endgültigen Position wird
der Zwischenraum zwischen vorbereiteter Bauwerkssohle 1 und
Unterkante Bauwerk mit Beton 25 verpreßt (Fig. 2d). Das kann
beispielsweise über den Zwischenraum 8 zwischen Pfahl 3 und
umschließendem Dichtungsrohr 7 erfolgen, in welchem zu diesem
Zeitpunkt das Grundwasser 4 in voller Höhe ansteht. Anschließend
wird auch dieser Zwischenraum 8 verfüllt oder verpreßt. Die
endgültigen Bauwerkslasten können dabei über die Bodenplatte 24
allein, aber auch zusätzlich über die Pfähle 3 oder über die
Pfähle 3 allein ohne oder mit einem tragfähigen Verguß innerhalb
des Stahlmantels 7 in den Baugrund abgetragen werden.
Das Bauwerk kann in der beschriebenen Weise über den gesamten
Grundriß in einem Stück oder auch getrennt in jeweils für sich
schwimmfähigen einzelnen Abschnitten erstellt werden.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum lage- und lastkontrollierten Absenken eines in
Form eines schwimmfähigen wasserdichten Kastens erzeugten Grün
dungsteils eines Bauwerkes in eine mit Grundwasser gefüllte
Baugrube im Zuge der Vergrößerung des Gründungsteils zum Bau
werk, wobei das Gründungsteil über Hydraulikzylinderkolbenanord
nungen und auf Pfahlköpfen von in der Baugrube angeordneten,
vertikalen Pfählen befestigte Aufhängeträger an den Pfählen
aufgehängt ist und mit die Pfähle umgebenden, das Grundwasser
zurückhaltenden sowie an ihrem oberen Ende verlängerbaren Dicht
rohren versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtrohre (7) die Pfähle (3) mit Freispielraum umgeben,
daß die Hydraulikzylinderkolbenanordnungen (21) zwischen den auf den Pfahlköpfen montierten Aufhängeträgern (15) sowie darüber angeordneten weiteren Aufhängeträgern (16) angeordnet sind und
daß das Gründungsteil (6) über durch die Aufhängeträger (15, 16) hindurchgeführte sowie wechselweise in diesen festsetzbare, an ihrem oberen Ende verlängerbare Aufhängestangen (17) aufgehängt ist.
daß die Dichtrohre (7) die Pfähle (3) mit Freispielraum umgeben,
daß die Hydraulikzylinderkolbenanordnungen (21) zwischen den auf den Pfahlköpfen montierten Aufhängeträgern (15) sowie darüber angeordneten weiteren Aufhängeträgern (16) angeordnet sind und
daß das Gründungsteil (6) über durch die Aufhängeträger (15, 16) hindurchgeführte sowie wechselweise in diesen festsetzbare, an ihrem oberen Ende verlängerbare Aufhängestangen (17) aufgehängt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem
Gründungsteil (6) und den auf den Pfahlköpfen befestigten Auf
hängeträgern (15) Abstützpressen (22) zwischengeschaltet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufhängestangen (17) mit Ankermuttern (19, 20) an den
Aufhängeträgern (15, 16) festsetzbar sind.
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