DE4218667A1 - Verfahren zur Fällung von Stärke - Google Patents
Verfahren zur Fällung von StärkeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fällung von Stärke aus
einer Stärkemilch, aus der nach einer Kochstufe, einer Reak
tionsstufe mit Zuführung einer Salzlösung und einer Nachreak
tion die gebildeten Fasern über eine Filterstufe abgezogen
werden.
Mit einem derartigen Verfahren wird gelöste Stärke mit bestimm
ten Salzen als Faser gefällt, wobei als Salze Ammoniumsulfat,
Aluminiumsulfat oder Magnesiumsulfat eingesetzt werden. Dabei
wird die Stärkemilch mit etwa 20% Trockensubstanz in einem
Jet-Kocher bei ca. 140°C gekocht. Danach muß das Stärkegel in
einem großen Entspannungsbehälter auf 95°C entspannt werden.
Stärkegel oder Stärkelösung und eine aus den Salzen gebildete
Lösung werden getrennt einem Düsenreaktor zugeführt, in den die
verkleisterte Stärke über eine Vielzahl von Düsen in die Salz
lösung eingedüst wird. Diese Reaktoren haben den Nachteil, daß
die gebildeten Fasern in einem weiten Rahmen, beispielsweise
zwischen 25 und 600 µm variieren.
In einem nachgeschalteten Reaktor entsteht das Präzipitat, das
dann noch einer Nachreaktion zugeführt werden muß, in dem es
bis zu zwei Stunden reifen muß.
Diese Abmessungsvariante erschwert die weitere Behandlung der
Fasern. Die Behandlung wird noch dadurch erschwert, daß ca. 50%
der Faseranteile kleiner als 75 µm sind.
Nach der Reifezeit werden die Fasern in einer Filterstufe ge
waschen und entwässert.
Bekannte Anlagen arbeiten mit einer Kapazität von ca. 75 kg/h
Fasern. Obwohl die Leistung sehr gering ist, bedingt sie die
Installation großer Filterkapazitäten. Dazu werden Vakuumband
filter, Scheibenfilter, Trommelfilter oder auch Trommelpreß
bandfilter eingesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Kapazität der be
kannten Anlagen bei einem geringeren Investitionsvolumen zu
vergrößern und gleichzeitig den Energieeinsatz zu verringern
und die Umweltbelastung zu verbessern.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die gekochte Stärke un
ter gleichzeitiger Zugabe der Salzlösung axial dem Scherfeld
einer Rotor-Stator-Stufe zugeführt wird, in welchem die Kompo
nenten in kleinste Mengeneinheiten zerteilt und unter der Ein
wirkung hoher Schwerkräfte und hochfrequenter Wechselbeanspru
chungen intensiv gemischt und behandelt werden und die im
Scherfeld behandelte Stärke der Nachreaktionsstufe zugeführt
wird.
Mit dieser Verfahrensweise wird erreicht, daß die Fällung der
gekochten Stärke innerhalb eines Scherfeldes Fasern mit einer
engeren Verteilung ergeben, wobei 80% im Bereich zwischen 75
und 500 µm liegen. Des weiteren hat es sich gezeigt, daß bei
Verwendung unterschiedlicher an sich bekannter Werkzeuge ver
schieden lange Fasern hergestellt werden können.
Innerhalb des Scherfeldes findet eine sofortige Fällung statt.
Die Fasern sind einheitlicher als die beim bisherigen Verfahren
hergestellter Fasern. Die Behandlung in einem Scherfeld be
wirkte, daß die Nachreaktion von bisher zwei Stunden auf 15
Minuten reduziert werden konnte, wodurch Investitionskosten
entfallen. Auch die zur Reaktion benötigte Lösungsmenge ist we
sentlich geringer, so daß weniger Abwasser anfällt und damit
die Umwelt weniger belastet wird.
Die Fällung innerhalb eines Scherfeldes ermöglicht eine höhere
Faser-Konzentration und eine verbesserte Faserstruktur. Auf
grund dieser Fasern kann die Filterleistung von bisher 75 kg/h
auf 400 kg/h gesteigert werden.
Hierdurch ergibt sich eine geringere Investition der Filter
anlage; auch kann anstelle der Vakuumbandfilter ein Scheiben
filter, ein Trommelfilter, ein Trommelpreßbandfilter oder auch
Schälzentrifugen eingesetzt werden.
Der investitionsaufwand kann noch dadurch verringert werden,
daß anstelle der bisher bekannten Jet-Kocher mit einer Koch
temperatur von 140°C eine weitere Rotor-Stator-Stufe eingesetzt
wird. Dabei wird der Stärkemilch Dampf zugegeben und dieses Ge
misch ebenfalls axial dem Scherfeld einer Rotor-Stator-Stufe
zugeführt, in welchem die Komponenten in kleinste Mengeneinhei
ten zerteilt und unter der Einwirkung hoher Scherkräfte und
hochfrequenter Wechselbeanspruchungen intensiv gekocht wird und
das im Scherfeld hergestellte Stärkegel der Reaktions-Rotor-
Stator-Stufe zugeführt wird.
Aufgrund dieser Behandlung kann die Stärkemilch bei Temperatu
ren unter 100°C - vorzugsweise bei 95°C - gekocht werden, so
daß eine Entspannung entfällt und damit auf die großen Entspan
nungsbehälter verzichtet werden kann. Auch hiermit wird Inve
stitionsvolumen eingespart.
Der besondere Vorteil dieses Verfahrensschrittes ist darin zu
sehen, daß die Stärke komplett gelöst ist, was bei den bekann
ten Verfahren nicht der Fall war.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in einer Zeichnung
dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben:
In einem Vorratsbehälter 1 mit einem Rührwerk 2 wird über eine
Leitung 3 Stärkemilch bevorratet, die über eine Leitung 4
mittels einer Pumpe 5 einer ersten Rotor-Stator-Maschine 6
zugeführt wird. Gleichzeitig wird über eine Leitung 8 Dampf
zugegeben. Die von einem Motor 7 angetriebene Maschine 6 kann
beispielsweise eine Rotor-Stator-Maschine sein, wie sie
beispielsweise in der EPOS 87 10 85 684 dargestellt ist.
Die im Scherfeld der Maschine 6 gekochte und gelöste Stärke
wird über eine Leitung 9 einer zweiten Rotor-Stator-Maschine 10
zugeführt, in die - mittels einer Pumpe 12 - über eine Leitung
11 eine Salzlösung zugegeben wird. Die hier im Scherfeld
gebildete Stärkefällung wird mittels einer Leitung 13 einem
Verweilbehälter 14 zugegeben, in dem eine kurze Nachreaktion
stattfindet.
Mittels einer Pumpe 15 und einer Leitung 16 wird das Gut einem
Bandfilter 21 zugegeben, wobei das Gut nach dem Abziehen der
Prozeßflüssigkeit in einer Waschzone 19 mittels Waschwasser 20
gewaschen und anschließend in einer Entwässerungszone 18 ent
wässert wird. Das Abwasser wird über eine Leitung 22 abgezogen.
Die behandelten Fasern werden bei 23 dem Filter 17 entnommen
und über eine Einrichtung 24 weitergeführt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Fällung von Stärke aus einer Stärkemilch, aus
der nach einer Kochstufe, einer Reaktionsstufe mit Zufüh
rung einer Salzlösung und einer Nachreaktion die gebildeten
Fasern über eine Filterstufe abgezogen werden; dadurch ge
kennzeichnet, daß die gekochte Stärke unter gleichzeitiger
Zugabe der Salzlösung axial dem Scherfeld einer Rotor-Sta
tor-Stufe zugeführt wird, in welchem die Komponenten in
kleinste Mengeneinheiten zerteilt und unter der Einwirkung
hoher Scherkräfte und hochfrequenter Wechselbeanspruchun
gen intensiv gemischt und behandelt werden und die im
Scherfeld behandelte Stärke der Nachreaktionsstufe zu
geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stärkemilch Dampf zugegeben und dieses Gemisch axial dem
Scherfeld einer Rotor-Stator-Stufe zugeführt wird, in
welchem die Komponenten in kleinste Mengeneinheiten zer
teilt und unter der Einwirkung hoher Scherkräfte und hoch
frequenter Wechselbeanspruchungen intensiv gekocht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stärkemilch bei Temperaturen unter 100°C in dem Scherfeld
behandelt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das nachreagierte Produkt in der Filterstufe
gewaschen und entwässert wird.
Priority Applications (3)
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