DE4200240C2 - Wiege- und Abfüllvorrichtung für durch Luft transportierbares flockiges Material - Google Patents
Wiege- und Abfüllvorrichtung für durch Luft transportierbares flockiges MaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Wiege- und Abfüllvorrichtung für
durch Luft transportierbares flockiges Material wie Bettfedern,
Daunen, Fasern und dergleichen mit einer elektronischen
Steuerung und Regelung gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Aus der DE 30 42 315 C2 ist eine Wiege- und Abfüllvorrichtung
bekannt, bei welcher die Anschlüsse für die Luft, welche das
Material transportiert, direkt seitlich am oberen und unteren
Ende des Wiegebehälters angeschlossen sind. Die Trennung des
Materials von der Luft erfolgt durch ein innerhalb des
Wiegebehälters eingebautes Sieb. Bei dieser Anordnung wird die
Luft, welche das Material transportiert, während der Füllung des
Behälters stark umgelenkt. Die dadurch verursachten Impulskräfte
der strömenden Luft, welche den Wiegebehälter auslenken, ändern
ständig ihre Größe und Richtung in Abhängigkeit vom
Massenstrom der Transportluft und des Füllstandes im
Wiegebehälter. Dadurch wird die Regelung des Materialstromes
erschwert und das Wiegeergebnis verfälscht. Ein weiterer Mangel
dieser Anordnung ist, daß zum Entleeren des Wiegebehälters ein
zusätzlicher Luftanschluß mit Rohrleitung und Düse zum
Freiblasen des Anschlusses für die Entleerleitung notwendig ist.
Die bei diesem Prinzip erforderlichen drei Rohrleitungs
anschlüsse am Wiegebehälter machen eine aufwendige
Rohrleitungsführung und eine komplizierte Steuerung mit
Schiebern und Verstellklappen notwendig. Ferner werden die zur
kräftemäßigen Abkopplung des Wiegebehälters von der Umgebung
notwendigen elastischen Verbindungselemente, welche die
Rohrleitungen mit dem Wiegebehälter verbinden, lateral
beansprucht. Bekanntlich treten bei lateral beanspruchten
Verbindungselementen undefinierbare Kräfte auf, welche eine
genaue Eichung der Wiegevorrichtung erschweren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine industriell
verwendbare Vorrichtung zu schaffen, welche eine sehr schnelle
Füllung von Behältern mit durch Luft transportierbaren
Materialien in genauen Gewichtsmengen erlaubt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst, wobei die Merkmale der
Unteransprüche vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen
kennzeichnen.
Mit der Erfindung wird eine Vorrichtung beschrieben, welche es
ermöglicht, einzelne oder in kurzen periodischen Abständen eine
Vielzahl von Behältern mit durch Luft transportierbaren
Materialien zu füllen, deren einzelnen Gewichtsmengen vorgegeben
sind. Die Vorrichtung ist so gestaltet, daß nur ein minimaler
Bauaufwand für die Wiegeeinrichtung und eine einfachen Regelung
und Steuerung notwendig ist. Die von der strömenden Luft, mit
der das Material während dem Füllvorgang in den Wiegebehälter
transportiert wird, ausgehenden Druck und Strömungskräfte heben
sich sowohl im Wiegebehälter selbst, als auch zwischen dem
Wiegebehälter und dem Innenraum des Waagengehäuses gegenseitig
auf. Dies vereinfacht die Regelung des Wiegebehälters für den
Füll- und Wiegevorgang, da diese Kräfte als Störgrößen für die
Regelung wegfallen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
schematisch dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 Eine Prinzipdarstellung der Prozeßkette, innerhalb der
die Wiege- und Abfüllvorrichtung installiert ist,
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung der Abfüllwaage,
Fig. 3 Prallplatte in der Abfüllwaage (Schnitt A-A).
In der Fig. 1 ist die Prozeßkette zur Wägung und Abfüllung für
durch Luft transportierbares flockiges Material wie Bettfedern,
Daunen, Fasern und dergleichen, schematisch dargestellt und wird
im folgenden für die spezielle Anwendung zum Abfüllen von
Bettfedern beschrieben.
Die Wiege- und Abfüllvorrichtung weist einen Vorratsbehälter
(11) bekannter Bauweise mit einem Rührwerk zur Auflockerung der
Bettfedern auf. Der Vorratsbehälter (11) ist durch die
Einfülleitung (18) mit der Abfüllwaage (10) verbunden. Aus dem
Vorratsbehälter (11) werden die Bettfedern mit dem Gebläse (24)
abgesaugt und über die Einfülleitung (18) mit Hilfe der vom
Gebläse (24) angesaugten Luft in die Abfüllwaage (10)
transportiert. In die Abfüllwaage (10) wird nur die
Gewichtsmenge an Bettfedern transportiert, die am Steuerungs-
und Regelgerät vorgewählt oder durch ein Programm vorgegeben
wurde. Befindet sich die Soll- Gewichtsmenge von Bettfedern in
der Abfüllwaage (10), dann wird das Gebläse (24) vom Saugbetrieb
in Druckbetrieb umgestellt und die Abfüllwaage (10) wird
entleert, wobei die Bettfedern wiederum mit Luft zum Behälter
(55) der Abfüllstation (57) transportiert werden. Die Entleerung
der Abfüllwaage (10) kann bei Bedarf, wenn z. B. schweres
Material vorliegt, durch ein Sauggebläse (54) unterstützt
werden.
Die Fig. 2 zeigt schematisch die Ausbildung der Abfüllwaage
(10). Anhand dieser Darstellung wird im folgenden die
Wiegevorrichtung für die spezielle Anwendung auf Bettfedern
beschrieben.
Die Bettfedern werden mit Luft aus dem Vorratsbehälter (11)
durch die Einfülleitung (18) in den Wiegebehälter (13) der
Abfüllwaage (10) transportiert. Damit der Transport der
Bettfedern mit Luft durch die Einfülleitung (18) erfolgen kann,
wird im Wiegebehälter (13) mit Hilfe des Gebläses (24) ein
Unterdruck durch Absaugen der Luft aus dem Innenraum (56) des
Waagengehäuses (12) erzeugt. Die Klappen (42) und (44) nehmen
dabei die in Fig. 2 eingezeichneten Stellungen ein. Die
Transportluft mit den Bettfedern strömt von der Einfülleitung
(18) aus durch die Einfüllöffnung (34). Die Düse (19) und die
verstellbare Absperrplatte (20) sind so ausgebildet, daß die
Strömung eine Umlenkung von 90 Grad zur Mittelachse (36) des
Wiegebehälters (13) erfährt. Da die Einfülleitung (18) in den
Wiegebehälter (13) hineinragt, kann sich die strömende
Transportluft nicht am Wiegebehälterboden (14) bzw. am
Wiegebehälterdeckel (17) abstützen und so das Wiegeergebnis
während dem Füllvorgang des Wiegebehälters (13) verfälschen. Die
mit Bettfedern beladene Transportluft tritt durch die
luftdurchlässige Seitenwand (16) des Wiegebehälters (13)
hindurch, welche die Bettfedern von der Transportluft trennt. Da
die luftdurchlässige Seitenwand (16) eine große Oberfläche
besitzt, können die Bettfedern von der Transportluft nicht an
die Seitenwand (16) gedrückt werden, sondern sie sinken wegen
der geringen Strömungsgeschwindigkeit im Bereich der Seitenwand
(16) auf den Wiegebehälterboden (14) ab.
Die Transportluft, welche während dem Füllvorgang des
Wiegebehälters (13), vom Gebläse (24) durch die Abfüllwaage
(10) gesaugt wird, wird durch die in Fig. 3 gezeigte Prallplatte
(33) so umgelenkt, daß die Strömungskräfte, welche am
Wiegebehälter (13) angreifen, sich gegenseitig ausgleichen.
Die Gewichtsmenge Bettfedern pro Zeiteinheit, welche während dem
Füllvorgang in den Wiegebehälter (13) hineingebracht wird, wird
durch den Querschnitt der Einfüllöffnung (34) bestimmt. Die
Absperrplatte (20) kann mit dem Betätigungsgerät (35) verstellt
werden. In der Anfangsphase des Füllvorganges wird die
Einfüllöffnung (34) möglichst groß eingestellt sein, um in
kurzer Zeit möglichst viele Bettfedern in den Wiegebehälter
(13) hineinzubringen (Grobstrom). Nähert sich die Gewichtsmenge
der im Wiegebehälter (13) befindlichen Bettfedern dem
vorgegebenen Sollwert, so wird die Einfüllöffnung (34) durch die
Regelung (37) stufenweise oder kontinuierlich verkleinert
(Feinstrom). Ist die Sollgewichtsmenge erreicht, wird die
Einfüllöffnung (34) mit der Absperrplatte (20) verschlossen.
Der Entleervorgang des Wiegebehälters (13) wird durch Betätigung
des Schalters (41) nach dem Erreichen des Sollgewichtes der im
Wiegebehälter (13) gesammelten Bettfedern ausgelöst. Zur
Entleerung des Wiegebehälters (13) arbeitet das Gebläse (24) im
Druckbetrieb, d. h. die vom Gebläse (24) verdichtete Luft wird in
die Abfüllwaage (10) hineingepumpt. Dazu muß die Klappe (42) die
Rohrleitung (51) mit der Ansaugdüse (25) freigeben und die
Rohrleitung (50) versperren, damit Transportluft zum Entleeren
des Wiegebehalters (13) aus dem umgebenden Raum vom Gebläse (24)
an gesaugt werden kann. Die Klappe (42) wird vom Verstellgerät
(43) angetrieben. Gleichzeitig muß die Klappe (44) mit dem
Verstellgerat (45) so umgestellt werden, daß die Abluftleitung
(26) verschlossen und die Rohrleitung (53) geöffnet wird. Sind
die beiden Klappen (42 und 44) in ihrer neuen Stellung, so kann
die vom Gebläse (24) verdichtete Transportluft durch den
Luftanschluß (23) an der Prallplatte (33) vorbei in den
Innenraum (56) des Waagengehäuses (12) strömen. Der Schieber
(46) in der Entleerleitung (22), angetrieben durch das
Verstellgerät (47), ist während dem Entleervorgang geöffnet. Die
Stellung der Klappen (42) und (44), sowie des Schiebers (46)
wird durch das Steuerungs- und Regelungsgerät (37) gesteuert.
Während dem Entleervorgang besteht zwischen dem Innenraum (56)
des Waagengehäuses (12) und dem Innenraum des Wiegebehälters
(13) ein Druckgefälle für die Transportluft. Dieses wird
verursacht durch die hydraulischen Druckverluste der
luftdurchlässigen Seitenwand (16) und der Rückschlagventile (31)
und (32). Beim Einströmen der Transportluft durch die
luftdurchlässige Seitenwand (16) und die federbelasteten
Rückschlagventile (32) in den Wiegebehälter (13) werden die im
Wiegebehälter (13) befindlichen Bettfedern aufgewirbelt,
gelockert und mit der strömenden Transportluft in die
Entleerleitung (22) transportiert.
Der Zwischenboden (15), ist fest mit dem Wiegebehälter (13)
verbunden. Er soll verhindern, daß Bettfedern während dem
Füllvorgang des Wiegenbehälters (13) in die Entleerleitung (22)
gelangen. Der Zwischenboden (15) ist so ausgebildet, daß
Transportluft aus dem Innenraum (56) des Waagengehäuses (12),
durch die Rückschlagventile (31) und die Halterohre (58) in den
Wiegebehälter (13) hineinströmen kann. Der Zwischenboden (15)
und die Halterohre (58) sind mit Löchern versehen. Die Löcher
sind so angeordnet, daß der Einlauf (59) der Entleerleitung (22)
während dem Entleervorgang ständig mit einem Teil der
Transportluft freigeblasen wird und deshalb nicht verstopfen
kann.
Die Messung des Gewichts von den im Wiegebehälter (13)
befindlichen Bettfedern wird durch mehrere Kraftmeßzellen (30)
vorgenommen, welche gleichmäßig über dem Umfang verteilt sind.
Der Wiegebehälter (13) ist stehend oder hängend über die
Kraftmeßzellen (30) mit dem Waagengehäuse (12) verbunden. Die
einzelnen Meßsignale der Kraftmeßzellen (30) werden elektronisch
addiert und ergeben so ein einziges Signal für die Gewichtskraft
der Bettfedern. Dieses Signal wird auch als Regelgröße zur
Regelung des Materialstromes beim Füllen des Wiegebehälters (13)
mit Bettfedern verwendet.
Damit sich keine Schwingungen aus der Umgebung, wie z. B.
Trittschall, auf den Wiegevorgang auswirken können, steht die
Abfüllwaage (10) auf den Feder- Dämpferbeinen (48). Außerdem
verhindern die Abkoppelelemente (38, 39 und 40) in den
Rohrleitungen (18, 22 und 53) die Übertragung von Körperschall
schwingungen an die Abfüllwaage (10). Die Abfüllwaage (10) kann
auf einem ortsfesten oder fahrbaren Unterbau montiert sein.
Claims (4)
1. Wiege- und Abfüllvorrichtung für durch Luft transportierbares
flockiges Material, insbesondere Daunen oder Bettfedern, mit
einer elektronischen Steuerung und Regelung, einem
Vorratsbehälter und einer Wiegevorrichtung, die mit einer
Fülleitung und einer Entleerleitung versehen ist, deren
Befüllung und Entleerung pneumatisch erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Wiegevorrichtung (10) aus einem druckfesten und luftdichten Waagengehäuse (12) besteht, in dem sich ein Wiegebehälter (13) mit einer luftdurchlässigen Seitenwand (16), einem luftdurchlässigen Wiegebehälterzwischenboden (15) und einem Wiegebehälterdeckel (17) befindet, der über mehrere Kraftmeßzellen (30) mit dem Waagengehäuse (12) verbunden ist,
- - daß die mit einer Einfülldüse (19) versehene Fülleitung (18) und die Entleerleitung (22) fest mit dem Waagengehäuse (12) verbunden sind und vom Wiegebehälter (13) kräftemäßig durch biegeschlaffe Membranen (28, 29) abgekoppelt sind,
- - daß die Einfülldüse (19) und eine durch ein Betätigungsgerät (35) verstellbare Absperrplatte (20), mit der der Mengenstrom des geförderten Materials durch die Größe des Querschnittes der Einfüllöffnung (34) in Abhängigkeit vom momentanen Füllgewicht zum Sollfüllgewicht geregelt wird, so angeordnet sind, daß die mit dem Material mitgeführte Luft eine Umlenkung von 90 Grad zur Mittelachse (36) des Wiegebehälters (13) erfährt und radial abströmt,
- - daß der Wiegebehälterboden (14) mit einem oder mehreren Rückschlagventilen (31) und der Wiegebehälterdeckel (17) mit einem oder mehreren federbelasteten Rückschlagventilen (32) ausgerüstet sind und
- - daß ein Gebläse (24), vor dessen Luftanschluß (23) eine Prallplatte (33) angeordnet ist, für den Füllvorgang des Wiegebehälters (13) im Saugbetrieb und für den Entleervorgang im Druckbetrieb arbeitet.
2. Wiege- und Abfüllvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß die fest mit dem Waagengehäuse (12) verbundene
Einfülleitung (18) und Entleerleitung (22) für das Material mit
Abkoppelelementen (39, 40) ausgestattet ist.
3. Wiege- und Abfüllvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Steuerungs- und Regelungsgerät (37) mit einer manuell
bedienbaren oder programmierbaren Gewichts-Sollwertvorgabeeineinrichtung für
die abzuwiegende Materialmenge ausgestattet ist, mit der die
Mengen-Sollwertvorgabe zwischen den Wiegezyklen beliebig oder
entsprechend einer Vorgabe veränderbar ist.
4. Wiege- und Abfüllvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entleerung des Wiegebehälters (13) durch ein Sauggebläse
(54) unterstützt wird.
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