DE4129073A1 - Verfahren, mittel und vorrichtung zum auftauen von schnee und/oder eis - Google Patents
Verfahren, mittel und vorrichtung zum auftauen von schnee und/oder eisInfo
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Description
Zum Auftauen von Schnee und Eis auf befahrbaren oder
begehbaren Flächen, wie Straßen, Auto- oder Rollbahnen,
Parkplätzen, Gehwegen, Treppen, Rampen und dergleichen ist
es bekannt, auf solchen Flächen feinteilige Feststoffe zu
verteilen, die ganz oder überwiegend aus wasserlöslichen
anorganischen Salzen, wie typisch Natrium- oder Calcium
chlorid (auch Tausalze genannt) bestehen, z. B. mit Hilfe
von mechanischen Verteilungsvorrichtungen, die auf Fahr
zeugen oder Anhängern angeordnet sind. Außer dem oder den
Tausalz(en) kann der feinteilige Feststoff weitere wasser
lösliche oder nicht-wasserlösliche Stoffe, wie Sand, Split
oder Kieselgur und/oder Antikorrosionsmittel, wie fein
teiliges festes Metasilikat enthalten, das z. B. mit Hilfe
geringer Anteile flüssiger Haftmittel auf dem Salz verteilt
gehalten wird, um ein Entmischen zu verhindern. Um die
klebrige Konsistenz des so gebildeten Mittels zu vermeiden,
müssen dann in der Regel noch weitere Zusätze, wie Kiesel
gur, oder ein besonders feinteiliges Natriummetasilikat mit
Teilchengrößen von unter 80 Mikrometer verwendet werden,
was wiederum die Herstellung verteuert. Schließlich ist es
bei solchen Streumitteln meist unerläßlich, auch Zusätze
gegen das Zusammenbacken des feinteiligen Feststoffes, d. h.
Antiklumpmittel, zu verwenden, z. B. Natriumferrocyanid.
Allgemein ist man aus ökologischen und wirt
schaftlichen Gründen bemüht, möglichst wenig oder keine
Zusatzstoffe zu verwenden, welche die Umweltverträglichkeit
des entstehenden Tauwassers gefährden, und gleichzeitig
sollen natürlich auch die Mengen an Tausalz pro Einheit der
zu behandelnden Fläche möglichst gering gehalten, also
dessen Tau-Effekt möglichst optimiert werden. Ob und wie
weit eine sogenannte "Schwarzräumung" erwünscht bzw.
möglich ist, hängt meist hauptsächlich von der Außentemperatur
und der pro Flächeneinheit aufgetragenen
Menge an Tausalz ab, und obwohl eine generelle Schwarzräu
mung von Straßen in Siedlungsgebieten nicht mehr allgemein
verlangt wird, kann Schwarzräumung - wie sie meist nur mit
Hilfe von Tausalz erzielt werden kann - unumgänglich sein,
z. B. aus Gründen der Haftung von privaten Eigentümern von
öffentlich zugänglichen oder gegen Gebühren benutzbaren
Flächen, Wegen, Treppen und dergl.
Eine unter gegebenen Um
ständen optimale, d. h. insbesondere rasche, sichere und
nachhaltige Entfernung bzw. Vermeidung von Belägen aus Eis
oder Schnee mit möglichst geringer Umweltbelastung sowohl
bei der Herstellung als auch der Verwendung der Taumittel
ist ein nach wie vor wünschbares weil höchstens
unvollkommen erreichtes Ziel und es ist Aufgabe der
Erfindung, diesem Ziel deutlich näher zu kommen, als gemäß
Stand der Technik möglich.
Es wurde gefunden, daß diese Aufgabe mit dem in
Anspruch 1 umschriebenen Verfahren gelöst wird und dabei
weitere Vorteile erzielt werden können. Bevorzugte Aus
führungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens haben die
in den Ansprüchen 2-4 beschriebenen Merkmale. Das
flüssige Zusatzmittel gemäß der Erfindung hat die in
Anspruch 5 genannten Merkmale, wobei bevorzugte
Ausführungsformen des Ziele und weitere Vorteile erreicht
werden, wenn gemäß des Zusatzmittels die in den Ansprüchen
6-7 genannten Merkmale haben. Schließlich umfaßt die
Erfindung auch eine Vorrichtung mit den in Anspruch 8
genannten Merkmalen; bevorzugte Ausführungsformen der
erfindungsgemäßen Vorrichtung haben die in den Ansprüchen
9 und 10 genannten Merkmale.
Gemäß einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird der mindestens teilweise und
vorzugsweise überwiegend oder vollständig aus dem wasser
löslichen anorganischen Salz ("Tausalz") bestehende teil
chenförmige Feststoff praktisch ohne wasserlösliche
und/oder
flüssige Zusatzstoffe (aber gewünschtenfalls zusätzlich
Sand, Split oder dergleichen unlösliche Feststoffe enthal
tend) hergestellt, gelagert und mit Hilfe der üblichen
Streuvorrichtungen verteilt; praktisch unmittelbar vor oder
während des Verstreuens kann das Tausalz dann mit dem
flüssigen Zusatzmittel gemäß der Erfindung versetzt
werden, und zwar in relativ geringen Anteilen, d. h. weniger
als 5 Gew.%, vorzugsweise weniger als 3 Gew.% und typisch
etwa 1 Gew.% an erfindungsgemäßem flüssigem Zusatzmittel,
bezogen auf dessen wasserfreie Anteile und den Tausalz
anteil des teilchenförmigen Feststoffes.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird der teilchenförmige
Feststoff bzw. das feste Tausalz in an sich bekannter Weise
vor dem Verstreuen mit z. B. etwa 10 bis 30 Gew.% eines
wäßrigen Mediums angefeuchtet, das dementsprechend auch
als "Anfeuchtungsmedium" bezeichnet wird und gemäß Stand
der Technik eine wäßrige Lösung des Tausalzes ist. Bei
dieser Methode wird also zunächst unmittelbar vor dem
Verstreuen ein als Feuchtsalz, Naß-Salz oder Haftsalz
bezeichnetes Taumittel gebildet, das natürlich immer noch
einen überwiegenden Anteil an festem Tausalz enthält aber
meist eine raschere Wirkung desselben und/oder Haftung auf
der zu behandelnden Fläche bietet.
Bei dieser Anwendungsform kann das erfindungsgemäße
flüssige Zusatzmittel entweder vor oder nach der
Vermischung des teilchenförmigen Feststoffes bzw. festen
Tausalzes mit dem wäßrigen Anfeuchtungsmedium zugegeben
bzw. dem Anfeuchtungsmedium direkt zugegeben werden.
Erfindungsgemäß kann als Anfeuchtungsmedium auch Wasser
verwendet werden, das mit erfindungsgemäßem Zusatzmittel
versetzt ist. Das Anfeuchtungsmedium sollte bei der
Anwendungstemperatur flüssig, d. h. nicht gefroren sein, was
entweder durch die Gefriertemperatur des verwendeten
wäßrigen Mediums oder/und durch entsprechende Abfüllungs
temperaturen, durch Isolation der entsprechenden Vorrats
behälter und/oder durch Beheizung der Behälter erzielt
werden kann.
Auch bei der Feuchtsalz-Technik wird eine nur geringe
Menge des erfindungsgemäßen flüssigen Zusatzmittels, von
typisch unter 3 Gew.% oder sogar unter 1 Gew.% verwendet,
d. h. wiederum bezogen auf den nicht-wäßrigen Anteil des
Zusatzmittels, da dieses bei Anwendung der Feucht
salztechnik nach Bedarf mit Wasser oder wäßriger
Tausalzlösung verdünnt und in derart verdünnter Form
angewendet werden kann.
Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße flüssige
Zusatzmittel als wasserlösliche anorganische Silicatver
bindung Natrium- und/oder Kaliumsilicat in gelöstem Zustand
und mindestens eine mit Wasser mischbare organische Ver
bindung, wie z. B. Ethylenglycol oder eine andere organische
Hydroxylverbindung, die mit Wasser vorzugsweise beliebig,
d. h. in jedem Anteilsverhältnis mischbar ist.
Das flüssige Zusatzmittel wird jedenfalls stets in
einem Anteil von weniger als 5 Gew.%, vorzugsweise weniger
als 3 Gew.% und insbesondere etwa 1 Gew.%, bezogen auf die
nicht-wäßrigen Anteile des Mittels und berechnet auf das
Gewicht des eigentlichen Tausalzes verwendet, gleichgültig,
ob mit oder ohne wäßriges Anfeuchtungsmedium gearbeitet
wird. Natriumchlorid ist ein besonders bevorzugtes Tausalz;
Calciumchlorid ist ebenfalls als Tausalz geeignet, wenn das
erfindungsgemäße flüssige Zusatzmittel Zusatz dadurch
nicht nachteilig verändert wird oder eine Komponente
enthält, die solche nachteiligen Wirkungen, wie
insbesondere Fällungserscheinungen bzw. Trübungen, aus
schaltet oder minimalisiert.
Das feste Tausalz kann dabei in an sich üblicher Weise
maschinell von einem fahrbaren Verteiler auf der Fahrbahn,
dem Parkplatz oder/und dem Gehweg, gegebenenfalls zusammen
mit Anfeuchtungsmedium bzw. wäßriger Tausalzlösung,
verteilt und das flüssige Zusatzmittel unmittelbar vor oder
während des maschinellen Verteilens des teilchenförmigen
Feststoffes mit dem festen Tausalz, dem Anfeuchtungsmedium
oder mit dem angefeuchtetem festen Tausalz vereinigt
werden, z. B. durch Aufsprühen oder Einmischen. Gegenüber
den bekannten festen Zusatzmitteln bietet das erfindungs
gemäße flüssige Mittel Vorteile bezüglich Dosierung und
Vermischung.
Als wasserlösliches Silicat kann praktisch jedes
technisch erhältliche Natrium- oder/und Kaliumsilicat
verwendet werden, wie es z. B. durch gemeinsames Erhitzen
von Natrium- oder/und Kaliumhydroxid mit Siliciumdioxid
erhältlich ist, z. B. die auch als Natron-, Kali- oder
Natron/Kaliwasserglas bezeichneten Produkte.
Als flüssige wasserlösliche organische Verbindung wird
vorzugsweise mindestens ein ein- bis dreiwertiger Alkohol
verwendet, z. B. Propanol, ein Glycol, wie Ethylenglycol
oder 1,2-Propylenglycol, Glycerin, usw. Die Verwendung von
höherwertigen Alkoholen, z. B. technischen Hydrolysaten von
Stärke, allein oder in Mischung mit niederen Alkoholen ist
technisch immer, wirtschaftlich aber meist nur ausnahms
weise zweckmäßig.
Ferner kann es aus Gründen der Stabilität zweckmäßig
sein, dem flüssigen Zusatzmittel gemäß der Erfindung
mindestens eine Base, z. B. Alkali- oder Erdalkalihydroxid
oder -carbonat, Triethanolamin oder dergl. zuzusetzen, um
einen pH-Wert des flüssigen Zusatzmittels im Bereich von
beispielsweise 10-13 zu erzielen und die Stabilität des
Mittels zu sichern.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann eine mechanische Streuvorrichtung an sich bekannter
Bauart verwendet werden, die dadurch modifiziert ist, daß
sie einen Vorratsbehälter für das flüssige Zusatzmittel
sowie mindestens eine mit dem Vorratsbehälter verbundene
Leitung zur Vereinigung des flüssigen Zusatzmittels mit dem
teilchenförmigen Feststoff besitzt. Die Leitung kann in
einer Düse zum Beaufschlagen des teilchenförmigen
Feststoffes mit dem erfindungsgemäßen flüssigen Zusatz
mittel enden oder im Fall der Feuchtsalztechnik mit dem
Vorratsraum bzw. -Behälter für das Anfeuchtungsmedium
verbunden sein. Das flüssige Zusatzmittel kann aber bereits
vor dem Beladen des Feuchtsalzverteilers in den Behälter
für das Anfeuchtungsmedium eingeführt und mit Wasser oder
Tausalzlösung vermischt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Beispielen
erläutert, in denen Teile und Prozent auf das Gewicht
bezogen sind, wenn nicht anders angegeben.
(A) Zu Vergleichszwecken wurde eine bekannte feste
Tausalzzubereitung labormäßig hergestellt aus:
100 Teilen Natriumchlorid
1,12 Teilen festem wasserfreiem Natriummetasilikat (Teilchengröße entsprechend Siebzahlen von 20 bis 65 US mesh, ASTM E11)
1,12 Teilen Kieselgur
0,11 Teilen Natriumferrocyanid
9 Teilen Harnstoff und
1,12 Teilen 1,2-Propylenglycol,
1,12 Teilen festem wasserfreiem Natriummetasilikat (Teilchengröße entsprechend Siebzahlen von 20 bis 65 US mesh, ASTM E11)
1,12 Teilen Kieselgur
0,11 Teilen Natriumferrocyanid
9 Teilen Harnstoff und
1,12 Teilen 1,2-Propylenglycol,
indem das Natriumchlorid zunächst mit dem Propylenglycol
und danach mit dem Metasilikat vermischt wurde. Dann wurden
das Kieselgur und danach die restlichen Anteile zugegeben
und das ganze gründlich gemischt.
(B) Ebenfalls zu Vergleichszwecken wurde unter techni
schen Produktionsbedingungen eine bekannte Tausalzmischung
hergestellt, indem zunächst die folgenden Komponenten in
einen Mischer eingegeben und einige Minuten durchmischt
wurden:
1778 kg Natriumchlorid
160 kg Harnstoff
20 kg feinteiliges Natriummetasilikat
2 kg Natriumferrocyanid.
160 kg Harnstoff
20 kg feinteiliges Natriummetasilikat
2 kg Natriumferrocyanid.
Dann wurden 20 kg 1,2-Propylenglycol, das zur Verteilungs
kontrolle mit Rhodaminrot gefärbt worden war, und 20 kg
Kieselgur eingegeben und bis zur gleichmäßigen Verteilung
des roten Farbstoffes in der körnigen Masse durchmischt.
(C-1) Das Tausalz für eine erfindungsgemäße Ver
wendung bestand aus Natriumchlorid (Rheinsalinen), das in
fester Form bzw. zusammen mit wäßrigem Anfeuchtungsmedium
bzw. Tausalzlösung eingesetzt wurde.
(C-2) 45 Teile eines flüssigen Natriumsilicates
("Wasserglas", Verhältnis SiO₂ : Na₂O=3,22, Feststoffgehalt
ca. 37,5%) wurden mit 37 Teilen wäßrigem Natriumhydroxid
(Feststoffgehalt ca. 45%), 8 Teilen entionisiertem Wasser
und 10 Teilen 1,2-Propylenglycol vermischt. Die Homogenität
des flüssigen Zusatzmittels gemäß der Erfindung kann
nötigenfalls durch kurzes Erwärmen verbessert werden.
(C-3) Es wurde analog wie in Abschnitt C-2 gearbeitet,
jedoch unter Verwendung von flüssigem Kaliumsilicat
anstelle von Natriumsilicat.
(C-4) Es wurde analog wie in Abschnitt C-2 gearbeitet,
jedoch unter Verwendung von Kaliumhydroxid anstelle von
Natriumhydroxid.
(C-5) Es wurde wie in Abschnitt C-2 gearbeitet, jedoch
mit flüssigem Kaliumsilicat und mit Kaliumhydroxid anstelle
der entsprechenden Natriumverbindungen.
(C-6) Es wurde ähnlich wie in Abschnitt C-2
gearbeitet, jedoch unter Verwendung von Natriumcarbonat,
Kaliumcarbonat oder Ethanolamin als Base.
Testflächen (2A, 2B) wurden bei Temperaturen von
etwa -15 Grad C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von
etwa 75% mit den Tausalzmischungen A und B bestreut.
Gleichgroße Testflächen (2C-trocken bzw. 2C-feucht) wurde
ferner je mit reinem Tausalz bestreut, auf dem ein
flüssiger Zusatz gemäß den Abschnitten C-2 bis C-6 in
einem Anteil von etwa 1 % verteilt worden war, bzw. das für
die Testfläche 2C-feucht zusammen mit etwa 10% wäßriger
Tausalzlösung und 1% eines flüssigen Zusatzes gemäß C-1
bis C-6 verteilt wurde. Auf jede der Testflächen wurden
jeweils praktisch gleiche Mengen Tausalz (NaCl absoluter
Anteil) aufgebracht.
Die Taurate (Tauwasserzunahme pro Zeiteinheit, reflek
tometrisch gemessen) war bei den Flächen 2-A und 2-B
praktisch gleich, aber signifikant niedriger, als bei der
Fläche 2C-trocken und wesentlich niedriger als bei der
Fläche 2C-feucht; unter Berücksichtigung des Meßfehlers
bei der Bestimmung der Tauwasserzunahme wird als
"signifikant niedriger" eine Differenz von 5-20 Relativ%
und als "erheblich niedriger" eine solche von über 20
Relativ% betrachtet.
Es versteht sich, daß eine höhere Taurate eine
bessere Wirkung einer gegebenen Tausalzmenge bedeutet, d. h.
deren Effektivität als Auftaumittel erhöht bzw. eine
Verminderung der pro Flächeneinheit verwendeten
Tausalzmenge ermöglicht, also die Effizienz des
Tauverfahrens verbessert. Überdies wurden mit den
erfindungsgemäßen Zusatzmitteln auch Verbesserungen der
Wirkungsdauer festgestellt, was auf eine bessere Haftung
auf den behandelten Flächen deutet.
Zusammenfassend ergibt sich, daß die Verwendung von
erfindungsgemäßem flüssigem Zusatzmittel eine deutliche
Verbesserung von Effizienz und Effektivität der Bekämpfung
oder Beseitigung von Schnee- und Eisbelägen mit Hilfe von
Tausalzen bietet. Die erfindungsgemäßen Zusatzmittel sind
einfach und wirtschaftlich herzustellen und problemlos
lagerfähig.
Für den Fachmann ergeben sich verschiedene Änderungs
möglichkeiten im Rahmen der Erfindung. Der Anteil des
wasserlöslichen Silicates kann in weiten Grenzen verändert
werden, typisch zwischen 10 und 90 Gew.%, bezogen auf das
Gewicht der wasserfreien Komponenten des flüssigen Zusatz
mittels. Die mit Wasser mischbare organische Verbindung
kann 5 bis 50 Gew.%, die fakultative Base ebenfalls bis zu
50 Gew.% des flüssigen Zusatzmittels ausmachen, wobei sich
die Mengen auf 100% addieren. Wasser, vorzugsweise in
entmineralisierter Form, ist als Komponente nicht kritisch,
sofern das Zusatzmittel auch ohne Wasserzusatz bei Umge
bungs- bzw. Anwendungstemperatur flüssig ist bzw. mit
wäßrigem Medium auf die gewünschte Anwendungskonzentration
gebracht wird. Es versteht sich ferner, daß die in dieser
Technik üblichen Zusatzmittel, wie Farbstoffe zur Ver
teilungskontrolle, spezielle Antikorrosionsmittel und
dergleichen Additive in den an sich üblichen Anteilen
verwendet werden können.
Claims (10)
1. Verfahren zum Auftauen von Schnee oder/und Eis auf
begehbaren oder befahrbaren Flächen durch Verteilen eines
mindestens teilweise aus wasserlöslichem anorganischem Salz
bestehenden teilchenförmigen Feststoffes auf der Fläche,
dadurch gekennzeichnet, daß der teilchenförmige Feststoff
im Zuge des Verteilens auf der Fläche in einem Anteil von
unter 5 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des wasserlöslichen
anorganischen Salzes, praktisch gleichmäßig mit einem bei
Anwendungstemperatur flüssigen Zusatzmittel versehen wird,
das mindestens eine wasserlösliche Silicatverbindung und
mindestens eine mit Wasser mischbare organische Verbindung
enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das flüssige Zusatzmittel in einem Anteil von weniger als 3
Gew.%, vorzugsweise höchstens etwa 1 Gew.%, bezogen auf das
Gewicht der wasserfreien Anteile des Zusatzmittels und auf
das Gewicht des anorganischen Salzes, verwendet wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der
teilchenförmige Feststoff maschinell von einem fahrbaren
Verteiler auf der zu behandelnden Fläche verteilt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das flüssige Zusatzmittel
unmittelbar vor oder während des maschinellen Verteilens
des teilchenförmigen Feststoffes mit diesem vereinigt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, bei welchem
der teilchenförmige Feststoff im Zuge der Verteilung mit
einem wäßrigen Anfeuchtungsmedium vereinigt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß das flüssige Zusatzmittel in das
wäßrige Anfeuchtungsmedium eingeführt oder getrennt von
diesem auf den teilchenförmigen Feststoff aufgebracht wird.
5. Flüssiges Zusatzmittel zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß es als wasserlösliche Silicatverbindung ein Natrium-
und/oder Kaliumsilicat und als wasserlösliche organische
Flüssigkeit mindestens eine Hydroxylverbindung,
vorzugsweise einen Alkohol mit ein bis 3 Hydroxylgruppen
pro Molekül, enthält.
6. Zusatzmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet
daß es außerdem eine wäßrige Lösung mindestens einer
Base enthält.
7. Zusatzmittel nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß es außerdem mindestens eine weitere
Komponente, z. B. einen Korrosionsinhibitor, enthält.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1-4 mit einer mechanischen Streuvor
richtung, die auf einem Fahrzeug oder Fahrzeuganhänger
angeordnet ist, gekennzeichnet durch mindestens einen
Vorratsbehälter für das flüssige Zusatzmittel sowie
mindestens eine mit dem Vorratsbehälter verbundene Leitung
zum Aufbringen des flüssigen Zusatzmittels auf den
teilchenförmigen Feststoff oder zum Einbringen in ein zum
Anfeuchten des teilchenförmigen Feststoffes bestimmtes
wäßriges Medium.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Verteilungseinrichtung zum Beauf
schlagen des teilchenförmigen Feststoffes derart angeordnet
ist, daß das flüssige Zusatzmittel auf den Feststoff
praktisch während der mechanischen Verteilung desselben
aufgebracht, z. B. aufgesprüht wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung ein motorisch betriebenes Fahrzeug
ist, das einen ersten Vorratsraum für den teilchenförmigen
Feststoff sowie mindestens einen weiteren Vorratsraum für
ein wäßriges Medium zum Anfeuchten des teilchenförmigen
Feststoffes besitzt, wobei der mindestens eine weitere
Vorratsraum ein solcher zur Aufnahme des flüssigen Zusatz
mittels, gegebenenfalls zusammen mit wäßrigem Verdünnungs
medium, ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914129073 DE4129073A1 (de) | 1991-09-02 | 1991-09-02 | Verfahren, mittel und vorrichtung zum auftauen von schnee und/oder eis |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914129073 DE4129073A1 (de) | 1991-09-02 | 1991-09-02 | Verfahren, mittel und vorrichtung zum auftauen von schnee und/oder eis |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4129073A1 true DE4129073A1 (de) | 1993-03-04 |
| DE4129073C2 DE4129073C2 (de) | 1993-09-16 |
Family
ID=6439636
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914129073 Granted DE4129073A1 (de) | 1991-09-02 | 1991-09-02 | Verfahren, mittel und vorrichtung zum auftauen von schnee und/oder eis |
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| Country | Link |
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