DE4119320C1 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine, aus mehreren Segmenten Zusam
mengesetzte Kassettenwand für einen Kassettenofen, auch Kammerring
ofen genannt, wie er dem Prinzip nach aus der DE 33 39 972 C2 bekannt ist.
Zum Beispiel Kohle- oder Graphitelektroden werden in Tief
öfen gebrannt, die üblicherweise wie folgt aufgebaut sind:
Die Ofenanlage besteht aus einer Vielzahl von Kammern,
die hintereinander und nebeneinander so angeordnet sind,
daß sie - zusammenhängend betrachtet - eine angenäherte
Ringform ergeben. Jede Kammer ist wiederum in sogenannte
Kassetten unterteilt, was durch Anordnung entsprechender
Zwischenwände erfolgt.
Die einzelnen Kammern sind untereinander derart verbunden,
daß die Rauchgase von einer Kammer zur nächsten geführt
werden können. Üblicherweise geschieht dies dadurch, daß
die Kassettenwände durchgehende Rauchgaskanäle aufweisen,
durch die die Rauchgase von unten nach oben beziehungs
weise von oben nach unten hindurchströmen. Um diese sinus-
oder mäanderförmige Gasströmung zu ermöglichen, sind die
einzelnen Kammern mit Deckeln verschlossen, wobei zwischen
jedem Kammerdeckel und den oberen Enden der Kassetten
wände ein Hohlraum besteht, der ebenso eine Gasströmung
ermöglicht wie der unterhalb der Kassettenböden ausgebil
dete Hohlraum.
Im Betrieb sind immer ein oder zwei (von beispielsweise
16 bis 24 Klammern) als Brennkammern ausgebildet, während
die - in Strömungsrichtung der Rauchgase - davor angeord
neten Kammern als Aufheizkammern und die dahinterliegenden
Kammern als Abkühlkammern angesehen werden können.
Im Bereich der - in Strömungsrichtung betrachtet - hinter
den Brennkammern angeordneten Kammern erfolgt auch eine
Entnahme der gebrannten Produkte und der Einsatz neuer,
ungebrannter Ware. Üblicherweise werden die genannten
Elektroden in ein Füllpulver-Bett eingelegt, das vor allem
einen Oxidationsschutz ermöglicht.
Durch das ständige Aufheizen/Abkühlen kommt es zwangs
läufig im Bereich der Kassettenwände zu thermischen Deh
nungen und Kontraktionen, die geeignete Gegenmaßnahmen
erforderlich machen. Zu diesem Zweck ist es bekannt, Dehn
fugen in den Kassettenecken anzuordnen, also beispiels
weise im Stoßbereich zwischen einer Quer- und einer Längs
wand. Die entsprechenden Dehnfugen wurden dann mit kerami
schen Fasermaterialien gefüllt und überdeckt. Aufgrund
der thermischen und mechanischen Belastung besitzen die
Füllmaterialien häufig aber nur eine sehr beschränkte
Nutzungszeit und sind beispielsweise nach drei Brennzyklen
aufgebraucht und müssen erneuert werden. Abgesehen von
Seite 2.
Diesem (unerwünschten) Instandhaltungsaufwand kommt er
schwerend hinzu, daß die Kassettenwände häufig eine Höhe
von 4 bis 6 Metern aufweisen, was die Konfektionierung
der Fasermaterialien im Bereich der eckseitigen Dehnfugen
erschwert.
Aus "Brunklaus: Industrieöfen, Bau und Betrieb, 5. Auflage,
1986, 37, 38" werden Ofenwände, insbesondere für Glas- oder
Stahl-Schmelzöfen beschrieben, bei denen Dehnfugen ebenfalls
ausschließlich in den Ecken des Ofens angeordnet sind.
Die Dehnfugen werden mit verbrennbaren Materialien gefüllt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kassetten
wand für einen Kassettenofen konstruktiv einfacher und in
der Anwendung rationeller zu gestalten. Außerdem soll die
Kassettenwand auch an bestehenden Öfen nachrüstbar sein.
Es wurde nun gefunden, daß durch Verlegung der Dehnfugen
weg von den Eckbereichen in Richtung der Mitte der Kassetten
wände und eine spezielle Ausbildung der Dehnfugen zwei
Vorteile gleichzeitig erreicht werden können: zum einen
müssen die Dehnfugen nicht mehr verfüllt werden, zum anderen
sind sie bei entsprechender Ausführungsform selbstreinigend.
Dabei geht die Erfindung von der Überlegung aus, die Dehn
fugen so zu gestalten, daß zwar eine freie Beweglichkeit
benachbarter Bauelemente zur Aufnahme von thermischen
Längenänderungen gewährleistet ist, gleichzeitig aber
eine Trennung benachbarter Kassettenräume sichergestellt
wird. Mit anderen Worten: die Tiefe der Dehnfugen soll
kleiner sein als die Dicke der Kassettenwand.
In ihrer allgemeinsten Ausführungsform beschreibt die
Erfindung eine aus mehreren Segmenten zusammengesetzte
Kassettenwand für einen Kassettenofen, mit den Merkmalen
von Anspruch 1.
Wegen der Größe der Kassettenwände (Beispiel: Länge 4 m,
Höhe 6 m, Breite 30 cm) werden sie in der Regel aus Seg
menten (Steinen) zusammengesetzt. Dies erfolgt üblicherweise
nach Art einer Vermauerung.
Dabei sollen nunmehr innerhalb einer Segmentreihe mindestens
zwei Segmente so ausgebildet werden, daß von beiden Seiten
aus Dehnfugenbereiche entstehen. Dabei können die ein
zelnen Segmentreihen aufeinander abgestimmt werden, so
daß die Dehnfugen auf beiden Seiten der Kassettenwand
über die gesamte Höhe fluchtend miteinander verlaufen.
Es ist aber ebenso möglich, die Dehnfugen von Segmentreihe
zu Segmentreihe an einer anderen Stelle auszubilden oder
aber mehrere Segmentreihen mit fluchtenden Dehnfugen zu
gestalten und anschließend wiederum mehrere Segmentreihen
mit einer dazu versetzten Dehnfuge.
Insbesondere bei den letztgenannten Ausführungsformen
wird dadurch gleichzeitig die Stabilität der Kassettenwand
erhöht.
Die konkrete Gestaltung der zur Ausbildung der Dehnfugen
genutzten Segmente kann auf verschiedene Art und Weise
erfolgen.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform sollen die Seg
mente, die zwischen sich die Dehnfuge bilden, im wesent
lichen eine L-förmige Grundfläche aufweisen und spiegel
bildlich zueinander angeordnet werden, wobei die Innen
flächen der freien L-Schenkel zumindest an ihren freien
Enden aneinanderliegen. Während also im Bereich der Stirn
flächen der beiden Segmente die Dehnfuge ausgebildet wird,
sorgt der Verbindungsbereich dafür, daß benachbarte
Kassettenräume vollständig voneinander getrennt sind.
Besonders bevorzugt ist es, wenn die Stirnflächen der
entsprechenden Segmente derart abgeschrägt ausgebildet
sind, daß sich die Dehnfuge von innen nach außen erweitert.
Auf diese Art und Weise lassen sich zum Beispiel Dehnfugen
mit einem trapezförmigen Querschnitt ausbilden.
Eine solche Ausführungsform hat den Vorteil, daß sie quasi
selbstreinigend ist. Das Füllpulver (zum Beispiel Koks
pulver), das in die Kassetten eingefüllt wird, füllt einer
seits den Bereich der Dehnfugen aus, ermöglicht aber gleich
zeitig eine Beweglichkeit der entsprechenden Segmente
gegeneinander und das Füllpulver fällt selbsttätig aus
den Dehnfugen heraus, wenn es aus der Kassette entnommen
wird.
Im Vergleich mit den aus dem Stand der Technik bekannten
Dehnfugen im Eckbereich entfällt damit jede Art von Wartung.
Vor allem aber kann auf die Verfüllung der Dehnfugen mit
einem verbrauchbaren Fasermaterial vollständig verzichtet
werden, wodurch der Instandhaltungsaufwand und die Betriebs
kosten deutlich verringert werden.
Aber auch für den Fall, daß die Dehnfugen einmal gereinigt
werden sollen, läßt sich dies - insbesondere bei dem ge
nannten trapezförmigen Querschnitt - ohne weiteres und
leicht durchführen.
Nach einer alternativen Ausführungsform können die Seg
mente, die zwischen sich die Dehnfugen bilden, auch an
ihren korrespondierenden Flächenabschnitten nach Art einer
Nut-Feder-Gestaltung ausgebildet werden. Dabei weist ein
Segment, etwa in der Mitte zwischen den wandseitigen Seg
mentflächen, eine Feder, und das benachbarte Segment,
korrespondierend dazu, eine Nut auf. Dabei erfolgt die
Anordnung derart, daß die Stirnfläche der Feder im Abstand
zum Grund der Nut steht, wodurch gleichzeitig die weiteren
Stirnflächen der Segmente ebenfalls beabstandet zueinander
angeordnet werden. Auch bei dieser Ausführungsform ist
eine freie Beweglichkeit der Segmente gegeneinander ohne
weiteres gegeben. Auch hier können die Dehnfugen durch
entsprechende Ausbildung von Schrägflächen an den Segmenten
wieder mit trapezförmigem Querschnitt gestaltet werden.
Es ist offensichtlich, daß die Ausbildung der Kassetten
wände im übrigen der nach dem Stand der Technik entspricht.
So erfolgt die Zusammenstellung der Segmente derart, daß
in der Kassettenwand durchgehende Rauchgaskanäle ausgebil
det werden, die eine Gasströmung vom Kassettenboden-Unterbau
zum Bereich unterhalb des Kammerdeckels und umgekehrt
ermöglichen.
Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Kassettenwand besteht
darin, daß sie auch an bestehenden Ofenanlagen nachrüstbar
ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungs
beispieles näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Aufsicht auf einen Kassetten
Ringtiefofen nach dem Stand der Technik
Fig. 2 eine Aufsicht auf eine Kassettenwand in erfindungs
gemäßer Ausbildung
Fig. 3 eine Aufsicht auf eine andere Ausführungsform
einer Kassettenwand in erfindungsgemäßer Aus
führung
jeweils in stark schematisierter Darstellung.
In Fig. 1 ist ein Kassetten-Ringtiefofen zum Brennen
von Graphitelektroden dargestellt, wie er von der Anmelderin
derzeit angeboten wird. Da der Ofen als solches bekannt
ist, werden nachstehend nur die wichtigsten Komponenten
kurz dargestellt.
Der Ofen besteht aus insgesamt sechzehn Kammern 10, die
ringförmig hintereinander in zwei Reihen angeordnet sind,
wobei das Feuer im Uhrzeigersinn umläuft.
Innerhalb jeder Kammer 10 sind fünf Kassetten 12 ausgebil
det, die von vier umlaufenden Kassettenwänden und vier
Zwischenwänden 14 begrenzt werden. In jeder Kassettenwand
14 sind Rauchgaskanäle 16 ausgebildet, die sich vom Kas
settenboden-Unterbau 18 bis in den Bereich unterhalb jedes
Kammerdeckels 20 erstrecken. Eine umlaufende Rauchgas-
Rohrleitung 22 ist teilweise zu erkennen.
Während im Stand der Technik Dehnfugen im Anschlußbereich
der Kassettenwände 14 zu den umlaufenden Kassettenwänden
ausgebildet wurden, wird die Anordnung der Dehnfugen nun
so vorgenommen, wie beispielsweise in den Fig. 2 und
3 dargestellt.
Dabei zeigen die Fig. 2, 3 eine Aufsicht auf die oberste
Stein(Segment)reihe einer Kassettenwand 14. Die darunter
liegenden Segmentreihen sind entweder analog oder - bezüg
lich der Dehnfugen - versetzt angeordnet, wie oben darge
stellt.
Fig. 2 zeigt zunächst die Anordnung von drei konventio
nellen Segmenten 24 mit jeweils zwei Aussparungen 26,
die zusammen mit den darunterliegenden Aussparungen 26
einen Rauchgaskanal 16 ausbilden. Die einzelnen Segmente
sind über abgeflachte Nut-/Feder-Verbindungen knirsch
gegeneinandergesetzt.
Zur Ausbildung von Dehnfugen sind nun aber zwei Segmente
24a, 24b unterschiedlich gestaltet, und zwar - im Ausfüh
rungsbeispiel nach Fig. 2 - mit einer im wesentlichen
L-förmigen Grundfläche.
Die beiden Segmente 24a, 24b sind dabei spiegelbildlich
zueinander versetzt angeordnet, und zwar derart, daß ihre
Stirnflächen 28 abgeschrägt und im Abstand zueinander
angeordnet sind, während die Innenflächen 30 im Endbereich
gegeneinanderliegen.
Auf diese Weise ergeben sich zwischen den Segmenten 26a, b
Dehnfugen 32 mit im wesentlichen trapezförmigem Querschnitt,
gleichzeitig bleibt die Kassettenwand aber im Bereich
der aneinanderliegenden Innenflächen 30 geschlossen, so
daß keine offene Verbindung zwischen benachbarten Kassetten
12 besteht. Auch eine Ausführungsform mit nur einer Dehnfuge
auf einer Seite wäre möglich, wobei dann vorzugsweise
versetzt eine Dehnfuge auf der anderen Seite zwischen
weiteren Segmenten vorgesehen wird.
Auch bei erhöhten Temperaturen ist so eine Beweglichkeit
der Segmente 24, 24a, 24b gegeneinander gewährleistet.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist ein Segment
24c so gestaltet, daß es etwa in der Mitte zwischen den
wandseitigen Segmentflächen 34 eine Feder 36 aufweist,
während das benachbarte Segment 24d korrespondierend dazu
eine Nut 38 besitzt. Dabei sind die Segmente 24c, 24d
wiederum im übrigen mit schrägen Stirnflächen 28 ausgebil
det, die sich jeweils zu einer trapezförmigen Dehnfuge
32 ergänzen. Gleichzeitig wird zwischen der Stirnfläche
der Feder 36 und dem Grund der Nut 38 ein Abstand ausge
bildet.
Analog zum Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 können die
Segmente auch hier thermische Längenänderungen aufgrund
der Ausbildung der Dehnfugen 32 ohne weiteres aufnehmen.
Gleichzeitig sind benachbarte Kassetten 12 über die Nut-/
Federanordnung 36, 38 sicher voneinander getrennt.
Beim Konfektionieren der Kassetten 12 mit einem Füllpulver
(hier: Kokspulver), in das die zu brennenden Graphitelek
troden eingesetzt werden, füllt das Kokspulver die Dehnfugen
32 aus, wobei aufgrund der lockeren Schüttung jedoch nach
wie vor eine freie Beweglichkeit der benachbarten Segmente
24c, d gewährleistet ist.
Wird das Kokspulver nach dem Brand herausgenommen, reinigen
sich die Dehnfugen 32 quasi von selbst, indem das Koks
pulver herausfällt (aufgrund der trapezförmigen Querschnitts
fläche der Dehnfugen 32). Die Dehnfugen 32 können aber
ohne weiteres auch leicht von Hand nachgereinigt werden,
sofern dies notwendig ist.
Claims (4)
1. Aus mehreren Segmenten (24, 24a, b, c, d) zusammengesetzte
Kassettenwand (14) für einen Kassettenofen, wobei zumin
dest einige der Segmente (24, 24c, 24d) Aussparungen
(26) aufweisen, die sich zu vertikal verlaufenden,
durchgehenden Rauchgaskanälen (16) ergänzen,
dadurch gekennzeichnet
daß die Dehnfugen (32) von den Eckbereichen in Richtung
der Mitte der Kassettenwände (14) verlegt sind, wobei
entlang jeder horizontalen Segmentreihe mindestens
zwei benachbarte Segmente (24a, b; 24c, d) so ausge
bildet und angeordnet sind, daß sie mit ihren korrespon
dierenden Stirnflächen (28) unter Ausbildung von Dehn
fugen (32), die nicht mit einem verbrauchten Fasermaterial verfüllt sind, im Abstand zuein
ander stehen und dabei durch diese benachbarten Segmente
(24a, b; 24c, d) in horizontaler Richtung, senkrecht
zur Wandfläche (34), ein geschlossener Verbindungsbereich
(30, 36) ausgebildet wird, so daß die Tiefe der Dehnfugen
(32) kleiner ist als die Dicke der Kassettenwand (14)
2. Kassettenwand nach Anspruch 1, bei der die korrespon
dierenden Stirnflächen (28) der Segmente (24a, b; 24c,
d), die zwischen sich die Dehnfugen (32) bilden, derart
abgeschrägt ausgebildet sind, daß sich die Dehnfuge
(32) von innen nach außen erweitert.
3. Kassettenwand nach Anspruch 2, bei der die Dehnfugen
(32) im Querschnitt angenähert eine Trapezform aufweisen.
4. Kassettenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei
der die Segmente (24a, b) die zwischen sich Dehnfugen
(32) bilden, an ihren korrespondierenden Flächenbereichen
L-förmige Grundfläche aufweisen und so zueinander ange
ordnet sind, daß die Innenflächen (30) der freien L-Schen
kel zumindest an ihren freien Enden aneinanderliegen.
5. Kassettenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei
der die Segmente (24c, d) die zwischen sich Dehnfugen
(32) bilden, an ihren korrespondierenden Flächenab
schnitten nach Art einer Nut-Feder-Gestaltung ausgebil
det sind, wobei ein Segment (24c), etwa in der Mitte
zwischen den wandseitigen Segmentflächen (34) eine
Feder (36) und das benachbarte Segment (24d) korrespon
dierend dazu, eine Nut (38) aufweist, und die Stirn
fläche der Feder (36) im Abstand zum Nutgrund steht.
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