DE4118820C2 - Antiblockiersystem für eine Kraftfahrzeugbremse - Google Patents
Antiblockiersystem für eine KraftfahrzeugbremseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Antiblockiersystem für eine
Kraftfahrzeugbremse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der JP-Patent-OS Nr. 63(1988)-41332 ist ein
Antiblockiersystem für eine Kraftfahrzeugbremse bekannt, bei dem eine
Steuereinheit dafür sorgt, daß während eines Bremsvorgangs der
ermittelte Schlupf der gebremsten Räder einem Sollschlupf entspricht,
Dieser Sollschlupf entspricht einem Wert, bei dem der
Reibungskoeffizient zwischen Rad und Straßenbelag maximal ist.
Wird im Zuge eines Bremsvorgangs der Bremsduck erhöht und zu
einem gewissen Zeitpunkt festgestellt, daß das Blockieren eines Rades
droht, so wird der Bremsdruck konstant gehalten. Wird beobachtet, daß
sich der Schlupf vergrößert, so wird aus der Konstanthaltung in eine
Verringerung des Bremsdrucks umgeschaltet. Wird hingegen das
Abklingen der Blockiergefahr festgestellt (der festgestellte Ist-Schlupf ist
geringer als der Sollschlupf), wird in eine Erhöhng des Bremsdrucks
umgeschaltet.
Aus Bosch Technische Berichte, Band 7 (1980), Heft 2, Seiten 79 bis 83
ist ein Antiblockiersystem für eine Kratfahrzeugbremse bekannt, bei der
abhängig von dem ermittelten Schlupf der Bremsdruck konstant gehalten
oder mit einem vorgegebenen Druckgradienten erhöht oder erniedrigt
wird. Ein großer Druckradient dient dazu, den Ist-Schlupf möglichst
schnell wieder an den Sollschlupf heranzuführen. Ein niedriger
Druckgradient beim Verändern des Bremsdrucks hat den Vorteil, daß ein
Überschwingen vermieden wird. Maßgeblich für die Regelung ist die
Drehbeschleunigung für das jeweils betrachtete Rad.
Das Problem des Überschwingens als Folge eines zu steilen
Wiederanlaufens eines zuvor stark abgebremsten Rades (beim
Überschwingen entsteht die Situation, daß die Radlaufgeschwindigkeit
größer als die Fahrzeuggeschwindigkeit wird) ist in der DE-27 40 419
C2 in der Weise behandelt, daß bei Erkennen der Überschreitung eines
Sollschlupf-Bereichs ein Beschleunigungsregelsignal unterdrückt wird.
Hierdurch soll ein zu frühes Druckabsenken, mithin die Gefahr einer
Unterbremsung des Fahrzeugs vermieden werden.
Fig. 5 zeigt die Art und Weise der Änderung des Schlupfs, nachdem
dieser durch Konstanthalten des Bremsdrucks abzunehmen begonnen hat.
Definiert ist gemäß Fig. 5 der Schlupf durch einen Bereich zwischen
einer Obergrenze und einer Untergrenze. Angenommen, der Schlupf
steige nach Betätigen der Bremse an, und es werde festgestellt, daß ein
Rad zu blockieren droht. Dann wird der Bremsdruck konstant gehalten
(Zeitpunkt t₁). Zunächst bleibt der Schlupf in dem Sollschlupf-Bereich
zwischen Obergrenze und Untergrenze, was dem Verlauf der Kurve A
in Fig. 5 entspricht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der
Reibungskoeffizient μ des Straßenbelags klein ist.
Bei höherem Reibunskoeffizienten μ des Straßenbelags nimmt bei
konstantem Bremsdruck der Schlupf laufend ab, um im Zeitpunkt t₂
unter die Untergrenze des Sollschlupf-Bereichs zu gelangen. Durch das
dann erfolgende Umschalten auf eine Erhöhung des Bremsdrucks nimmt
der Schlupf wieder zu, was dem Verlauf der Kurve B in Fig. 5
entspricht. Innerhalb einer relativ kurzen Zeit wird der Ist-Schlupf
wieder an den Soll-Schlupf herangeführt. Wenn aber, was in Fig. 5
durch die Kurve C dargestellt ist, der Schlupf sehr stark abnimmt, so
wird bei gegebenem Gradienten der Bremsdruckerhöhung lange Zeit
benötigt, damit der Ist-Schlupfwert in den Sollschlupf-Bereich gelangt.
Die Änderung des Schlupfs gemäß der Kurve C in Fig. 4 entspricht
vornehmlich der Situation auf einem Fahrbahnbelag mit großem
Reibungskoeffizienten μ.
Problematisch ist die oben aufgezeigte Situation dann, wenn der
Reibungskoeffizient des Fahrbahnbelags erheblichen Schwankungen
unterworfen ist, wie es beispielsweise bei einer stellenweise mit Schnee
bedeckten Straße der Fall ist. In solchen Situationen wäre es
wünschenswert, den Schlupf sehr rasch wieder in den Sollschlupf-
Bereich zurückzuführen.
Wird nach Unterschreiten der Untergrenze der Bremsdruck mit einem
gegebenen Druckgradienten erhöht, so kann es zu folgendem Problem
kommen: Ändert sich der Schlupf gemäß der Linie B in Fig. 5, und
nimmt der Schlupf dann rasch zu, so wird die Obergrenze des
Sollschlupf-Bereichs möglicherweise überschritten, auch dann, wenn bei
Überschreitung der Untergrenze auf konstanten Bremsdruck umgeschaltet
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antiblockiersystem für
eine Kraftfahrzeugbremse anzugeben, bei dem einerseits ein rasches
Heranführen des Ist-Schlupfs an den Sollschlupf erreicht wird und
andererseits vermieden wird, daß es zu dem oben erläuterten
"Überschwingen" kommt.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 angegebene
Erfindung. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß wird bei Unterschreiten des Sollschlupfs ein kleiner
Druckgradient ausgewählt. Wenn dann der Schlupf nicht innerhalb
einer vorgegebenen Zeitspanne auf den Sollschlupf zurückgeführt ist,
wird ein großer Druckgradient ausgewählt. Dieser relativ große
Druckgradient führt zu einer raschen Heranführung des Ist-Schlupfs an
den Sollschlupf. Der große Druckgradient wird alternativ auch dann
ausgewählt, wenn die Zunahme, d. h. die Zunahmegeschwindigkeit, des
Schlupfs nicht größer als ein vorbestimmter Wert ist.
Betrachtet man hierzu Fig. 5, so erkennt man, daß bei einer Änderung
des Schlupfs gemäß Linie C längere Zeit zur Wiedererreichung des
Sollschlupfs benötigt wird als gemäß Linie B. Wenn eine vorgegebene
Zeit überschritten wird, kann durch Erhöhung des Druckgradienten, d. h.
der Bremsdruck-Änderungsgeschwindigkeit, eine Verkürzung der Zeit
zum Heranführen des Ist-Schlupfs an den Sollschlupf erzielt werden. Ein
ähnlicher Effekt kann erreicht werden, wenn man die Geschwindigkeit
der Zunahme des Schlupfs betrachtet. Ist die Zunahme zu gering, so
wird ein höherer Druckgradient gewählt.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Skizze
eines Antiblockiersystems
gemäß einer Ausführungsform der Er
findung,
Fig. 2 ein Flußdiagramm, welches die grund
legende Steuerung eines Antiblockiersystems
gemäß einer Aus
führungsform der Erfindung erläutert,
Fig. 3 ein Flußdiagramm, welches ein Beispiel
der Art und Weise erläutert, in der die
Steuereinheit den Bremsflüssigkeitsdruck
steuert,
Fig. 4 ein Flußdiagramm eines weiteren Beispiels
für die Art und Weise, in der die Steuer
einheit den Bremsflüssigkeitsdruck steuert
und
Fig. 5 eine graphische Darstellung der Änderung
des Schlupfs, nachdem dieser
durch Konstanthalten des Bremsflüssigkeitsdrucks
abzunehmen beginnt.
Gemäß Fig. 1 besitzt ein Fahrzeug einen Motor 4, dessen
Ausgangsdrehmoment über ein Automatikgetriebe 5, eine
Antriebswelle 7, ein Differential 8 und eine linke und
eine rechte Antriebswelle 9 bzw. 10 auf ein linkes
Hinterrad 2L und ein rechtes Hinterrad 2R übertragen
wird. Weiterhin sind ein linkes Vorderrad 1L und ein
rechte Vorderrad 1R vorgesehen.
Die Räder 1L, 1R, 2L und 2R sind mit Bremsen 3 ausge
stattet, jeweils bestehend aus einer Bremsscheibe 3a
und einem Bremssattel 3b. Dem Bremssattel 3b wird über
Bremsleitungen 109a bis 109d Bremsflüssigkeitsdruck
zugeführt.
Ein Bremspedal 110 ist über einen Bremskraftverstärker
111 mit einem Tandem-Hauptzylinder 112 verbunden. Der
in dem Hauptzylinder 112 erzeugte Bremsflüssigkeitsdruck
wird über die Bremsleitung 109a, die an einen ersten Aus
laß 113a des Hauptzylinders 112 angeschlossen ist, zu
dem Bremssattel 3b des linken Vorderrads 1L übertragen,
und wird über eine Bremsleitung 109b, die an einen
zweiten Auslaß 113b des Hauptzylinders 112 angeschlossen
ist, zu dem Bremssattel 3b der rechten Vorderradbremse
1R übertragen.
Der Bremssattel 3b sowohl des linken als auch des
rechten Rads 2L und 2R ist über Bremsleitungen 109c
bzw. 109d an den Bremskraftverstärker 111 angeschlossen.
Die Bremsleitungen 109a bis 109d sind jeweils mit
Drucksteuerventilen 18 bis 21 ausgestattet,
die die den Bremsen 3 unter Steuerung einer Steuerein
heit 17 zugeführten Bremsdrücke steuern. Der Begriff
"Bremsflüssigkeit" ist hier nicht einschränkend zu ver
stehen, möglich ist auch ein gasförmiges Fluid.
Signale von einem Beschleunigungsfühler 12 (G-Sensor),
der die Verzögerung des Fahrzeugs erfaßt, und
Drehzahlfühlern 13 bis 16, die die Umdrehungsgeschwindig
keiten des linken und des rechten Vorderrads 1L, 1R und
des linken und des rechten Hinterrads 2L und 2R erfassen
(Radgeschwindigkeiten), werden in die Steuereinheit 17
eingegeben.
Bei der Antiblockier-Bremssteuerung berechnet die Steuer
einheit 17 auf der Grundlage der von dem Beschleunigungs
sensor 12 und den Drehzahlfühlern 13 bis
16 kommenden Signale die Schlupfwerte für die
jeweiligen Räder 1L, 1R, 2L und 2R, und die Steuereinheit
gibt Steuersignale an die Drucksteuer
ventile 18 bis 21, um sie zu veranlassen, den auf die
Bremsen 3 aufgebrachten Bremsflüssigkeitsdruck derart
zu steuern, daß der Schlupf jedes Rades gegen
einen Soll-Schlupf konvergiert, bei welchem
die wirksamste Bremsung stattfindet.
Fig. 2 zeigt den Ablauf der grundlegenden Steuerung,
die durch die Steuereinheit 17 ausgeführt wird.
Zunächst liest die Steuereinheit 17 die Radgeschwindig
keiten V1 bis V4 der Räder 1L, 1R, 2L und 2R auf der
Grundlage der von den Drehzahlfühlern
13 bis 16 kommenden Signale sowie der Verzögerung α
des Fahrzeugs auf der Grundlage des von dem Beschleuni
gungssensor 12 kommenden Signals (Schritt S1). Dann
bestimmt die Steuereinheit 17 im Schritt S2, ob die
einzelnen Räder zum Blockieren neigen. Diese Feststel
lung erfolgt auf verschiedene Weise. Beispielsweise
kann die Steuereinheit 17 bestimmen, daß ein Rad zum
Blockieren neigt, wenn die Verzögerung der Radlauf
geschwindigkeit einen vorbestimmten Wert übersteigt,
oder wenn der Schlupf des Rades einen Soll-
Schlupfbereich übersteigt.
Anschließend bestimmt die Steuereinheit 17 im Schritt
S3, ob der Bremsflüssigkeitsdruck erhöht, reduziert
oder konstant gehalten werden muß. Hier erfolgt die Brems
flüssigkeitsdruck-Steuerung nicht, wenn im Schritt
S2 festgestellt wird, daß das Rad nicht zum Blockieren
neigt; es erfolgt ein Annähern oder Konvergieren
des Schlupfs an den Soll-Schlupf
bereich nur dann, wenn im Schritt S2 festgestellt wird,
daß das Rad zum Blockieren neigt.
Im Schritt S4 gibt die Steuereinheit 17 Steuersignale
an die Drucksteuerventile 18 bis 21
ab, abhängig vom Ergebnis der Bestimmung im Schritt S3.
Die Steuereinheit 17 berechnet die Schlupfwerte
S1 bis S4 für die jeweiligen Räder gemäß folgender
Formel:
S = [(VREF-V) / VREF] × 100(%) (1)
wobei das S der Schlupf für das jeweilige Rad
(S1 bis S4), VREF eine Pseudo-Fahrzeuggeschwindigkeit
und V die Radlaufgeschwindigkeit oder Radgeschwindigkeit
(V1 bis V4) sind. Die Pseudo-Fahrzeuggeschwindigkeit
VREF wird gemäß folgender Formel berechnet:
VREF = MXVW - ∫adt (2)
wobei MXVW die höchste der Radlaufgeschwindigkeiten
V1 bis V4 und α die Fahrzeugverzögerung repräsentiert.
Der Schlupf S braucht nicht nach der obigen
Formel (1) berechnet zu werden, sondern kann nach
verschiedenen anderen Formeln berechnet werden, solange das
Ergebnis im wesentlichen den Schlupf des Rades repräsentiert.
Beispielsweise kann der Schlupf ein Wert sein,
den man durch einfaches Subtrahieren der Radlaufge
schwindigkeit von der Pseudo-Fahrzeuggeschwindigkeit
oder durch einfaches Dividieren der Radlaufgeschwindig
keit durch die Pseudo-Fahrzeuggeschwindigkeit erhält.
Außerdem kann die Pseudo-Fahrzeuggeschwindigkeit nicht
nur nach der obigen Formel (2), sondern auch auf andere
Weise ermittelt werden.
Die Steuerung zum Beginn der Antiblockier-Bremssteuerung
soll nun im einzelnen beschrieben werden.
Sobald die Steuereinheit 17 im Schritt S2 feststellt, daß
das Rad zum Blockieren neigt, hält die Steuereinheit
17 den Bremsflüssigkeitsdruck konstant. Wenn der Bremsflüssig
keitsdruck fixiert ist, erfaßt die Steuereinheit 17 die
Änderung des Schlupfs, und wenn dieser
weiter zunimmt und die Obergrenze des Soll-Schlupf
bereichs übersteigt, reduziert die Steuereinheit
17 den Bremsflüssigkeitsdruck, während andererseits
dann, wenn der Schlupf unter die Untergrenze
des Soll-Schlupfbereichs abfällt, die Steuer
einheit 17 den Bremsflüssigkeitsdruck mit einer Ge
schwindigkeit (Druckgradienten) erhöht, welche folgendermaßen festge
legt wird.
Bei diesem speziellen Ausführungsbeispiel erhöht die
Steuereinheit 17 zuerst den Bremsflüssigkeitsdruck
mit einer ersten Geschwindigkeit und dann mit einer
zweiten Geschwindigkeit, die höher als die erste Ge
schwindigkeit ist, wenn das Schlupfverhältnis sich
innerhalb einer vorbestimmten Zeitspanne nicht in
den Soll-Schlupfbereich erhöht, wobei die
vorbestimmte Zeitspanne anschließt an den Zeitpunkt,
zu dem der Schlupf unter die Untergrenze
des Soll-Schlupfbereichs abfällt.
Gemäß Fig. 3 bestimmt die Steuereinheit 17, ob fest
gestellt wurde, daß der Bremsflüssigkeitsdruck er
höht werden muß (Schritt P1). Lautet die Antwort in
Schritt P1 "Nein" (N), so bestimmt die Steuereinheit
17 im Schritt P2 weiter, ob der Bremsflüssigkeits
druck zu verringern ist. Lautet die Antwort im Schritt
P2 "Nein", d. h., wenn der Bremsflüssigkeitsdruck konstantzu
halten ist, so gibt die Steuereinheit 17 ein
Bremsflüssigkeitsdruck-Konstanthaltesignal (als Steuersignal)
an die Drucksteuerventile 18 bis
21, wodurch letztere den jeweiligen Bremsflüssigkeits
druck halten (Schritt P4). Wenn die Antwort im
Schritt P2 "Ja" (J) lautet, d. h., wenn der Brems
flüssigkeitsdruck zu verringern ist, so gibt die
Steuereinheit 17 ein Bremsflüssigkeitsdruck-Reduzier
signal (als Steuersignal) an die Druck
steuerventile 18 bis 21, wodurch diese zum Re
duzieren des Bremsflüssigkeitsdrucks veranlaßt werden
(Schritt P3).
Wenn im Schritt P1 festgetellt wird, daß die Steuer
einheit 17 festgelegt hat, daß der Bremsflüssigkeits
druck zu erhöhen ist, d. h., wenn der Schlupf
unter die Untergrenze des Soll-Schlupfbereichs
fällt (Zeitpunkt t2 in Fig. 5), so bestimmt die Steuer
einheit 17 zunächst im Schritt P5, ob ein Kontinuitäts
flag F den Wert "0" hat. Dieses Flag F wird auf 0 ge
setzt, während der Schlupf sich unterhalb der
Untergrenze des Soll-Schlupfbereichs befindet und
der Bremsflüssigkeitsdruck gehalten wird, das Flag
wird auf 1 gesetzt, wenn der Schlupf wieder
in die Nähe der Untergrenze des Soll-Schlupfverhältnis
bereichs gelangt, z. B. bei einem vorbestimmten Wert,
der einen bestimmten Betrag unterhalb der Untergrenze
liegt, nachdem der Wert einmal unter die Untergrenze
abgefallen ist. Wenn im Schritt P5 festgestellt wird,
daß das Flag F den Wert 0 hat, so bestimmt die Steuer
einheit 17 im Schritt P6, ob nach dem Zeitpunkt t2, zu
dem der Schlupf unter die Untergrenze des
Soll-Schlupfbereichs abfällt, eine vorbestimmte
Zeitspanne Tp verstrichen ist. Lautet die Antwort auf
diese Frage "Nein", so gibt die Steuereinheit 17 ein
erstes Bremsflüssigkeitsdruck-Erhöhungssignal (als
Steuersignal) an die Drucksteuer
ventile 18 bis 21, durch welches letztere den Brems
flüssigkeitsdruck mit einer ersten Geschwindigkeit er
höhen, welche sich nach Maßgabe des Zustandes des Fahr
bahnbelags bestimmt. Wenn andererseits die Antwort auf
die Frage im Schritt P6 "Ja" lautet, d. h., wenn der
Schlupf den vorbestimmten Wert nicht
innerhalb vorbestimmter Zeit erreicht hat, gibt die
Steuereinheit 17 ein zweites Bremsflüssigkeitsdruck-
Erhöhungssignal (als Steuersignal) an die
Drucksteuerventile 18 bis 21, welches letztere
veranlaßt, den Bremsflüssigkeitsdruck mit einer zweiten
Geschwindigkeit zu erhöhen, die größer ist als die
erste Geschwindigkeit (Schritt P8). Selbst wenn die
Steuereinheit 17 bestimmt hat, daß der Bremsflüssig
keitsdruck zu erhöhen ist, so gibt die Steuereinheit
17 zunächst das erste Bremsflüssigkeitsdruck-Erhöhungs
signal ab, solange das Flag F den Wert "1". Wenn die
erste Geschwindigkeit abhängig vom Zustand des Fahrbahn
belags sich ändert, sollte die zweite Geschwindigkeit
höher als der höchste Wert der ersten Geschwindigkeit
sein.
Die genannte vorbestimmte Zeitspanne wird empirisch
derart bestimmt, daß der Schlupf sich im
wesentlichen wieder in den Soll-Schlupfbe
reich während der vorbestimmten Zeitspanne bewegen
kann, wenn sich das Schlupfverhältnis gemäß der Linie B
in Fig. 5 ändert, allerdings den Soll-Schlupf
bereich innerhalb der vorbestimmten Zeitspanne nicht
erreichen kann, wenn sich der Schlupf gemäß
der Linie C in Fig. 5 ändert.
Die Steuereinheit 17 kann die Geschwindigkeit der Zu
nahme des Bremsflüssigkeitsdrucks abhängig von der
Zunahmegeschwindigkeit des Schlupfs gemäß
Fig. 4 umschalten. Das heißt: Wenn die Steuereinheit 17
festgestellt hat, daß der Bremsflüssigkeitsdruck erhöht
werden muß, das Flag F den Wert "0" hat und die Er
höhungsgeschwindigkeit Sr des Schlupfs
niedriger ist als eine vorbestimmte Geschwindigkeit
Sp, gibt die Steuereinheit 17 das zweite Bremsflüssig
keitsdruck-Erhöhungssignal aus (Schritte Q1, Q5, Q6 und
Q8). Wenn die Zunahmegeschwindigkeit des Schlupfs
nicht niedriger als der vorbestimmte Wert
ist, gibt die Steuereinheit 17 das erste Bremsflüssig
keitsdruck-Erhöhungssignal aus (Schritt Q7). Im vor
liegenden Zusammenhang soll der Ausdruck "Zunahme
geschwindigkeit des Schlupfs" im breitesten
Sinne derart verstanden werden, daß auch eine Verringe
rungsgeschwindigkeit des Schlupfs umfaßt
ist. Insbesondere ist anzumerken, daß, wenn sich der
Schlupf verringert, die Zunahmegeschwindig
keit höher wird, wenn sich die Verringerungsgeschwindig
keit reduziert.
Wenn die Erhöhungsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeits
drucks erhöht wird oder auf die zweite Geschwindigkeit
eingestellt wird, wenn die Zunahmegeschwindigkeit des
Schlupfs nicht niedriger als eine gewisse
Geschwindigkeit ist, so erhöht sich das Schlupfver
hältnis übermäßig stark auch dann, wenn der Brems
flüssigkeitsdruck zu dem Zeitpunkt fixiert wird, zu
dem der Schlupf zu dem Soll-Schlupf
bereich zurückkehrt. Die "vorbestimmte Geschwindigkeit"
kann auf eine solche "gewisse Geschwindigkeit" einge
stellt werden.
Claims (5)
1. Antiblockiersystem für eine Kraftfahrzeugbremse, umfassend
- - Drehzahlfühler (13-16) an den Rädern,
- - Drucksteuerventile (18-21), die den Bremsdruck absenken, konstant halten oder erhöhen,
- - eine Steuereinheit (17),
- - die aus den einzelnen Radgeschwindigkeiten (V1-V4) ein Fahrzeugreferenzsignal (VREF) bildet und dieses mit der jeweiligen Radgeschwindigkeit (V1-V4) vergleicht,
- - bei drohendem Radblockieren den Bremsdruck konstant hält und das weitere dynamische Verhalten des Rades beobachtet,
- - aus der Konstanthaltung in eine Erhöhung des Bremsdrucks umschaltet, wenn die Blockiergefahr abgeklungen ist,
- - die Druckerhöhung entweder mit einem großen oder kleinen Druckgradienten vornimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (17) zur
Wiedererhöhung
- - den kleinen Druckgradienten auswählt, wenn der Schlupf kleiner als der Sollschlupf ist,
- - den großen Druckgradienten auswählt, wenn
- (a) der Schlupf nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeit (Tp) den Sollschlupf wieder erreicht, oder
- (b) die Zunahmegeschwindigkeit (Sr) des Schlupfes nicht größer als ein vorgegebener Schlupfänderungswert (Sp) ist.
2. Antiblockiersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sollschlupf durch einen Bereich zwischen einer Obergrenze und
einer Untergrenze definiert ist, und daß die Steuereinheit (17) zur
Wiedererhöhung den kleinen Druckgradienten auswählt, wenn der
Schlupf unter die Untergrenze abfällt.
3. Antiblockiersystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der innerhalb vorgegebener Zeit zu erreichende Sollschlupf ein um
einen vorgegebenen Betrag unterhalb der Untergrenze liegender
Schlupfwert ist.
4. Antiblockiersystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der innerhalb vorgegebener Zeit zu erreichende Schlupfwert der
Untergrenze entspricht.
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