DE4114374C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Einhüllen eines Stranges der tabakverarbeitenden Industrie - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Einhüllen eines Stranges der tabakverarbeitenden IndustrieInfo
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- A24C—MACHINES FOR MAKING CIGARS OR CIGARETTES
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einhüllen eines Füllmaterialstrangs der ta
bakverarbeitenden Industrie in einen Hüllmaterialstreifen, bei dem der Hüllmaterial
streifen durch Auftragen einer Leimschicht auf vorgegebene Oberflächenbereiche
beleimt wird, der Strang und der Hüllmaterialstreifen längsaxial zusammengeführt
werden, der Hüllmaterialstreifen um den Strang herumgelegt und längs einer im
wesentlichen achsparallelen Überlappungsnaht geschlossen wird.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zum Einhülfen eines Füllmaterial
strangs der tabakverarbeitenden Industrie in einen Hüllmaterialstreifen mit Förder
mitteln zum längsaxialen Zusammenführen des Strangs und des Hüllmaterialstrei
fens, Applikationsmitteln zum Aufbringen einer Leimschicht wenigstens auf einen
Randbereich des Hüllmaterialstreifens und einer Formateinrichtung zum längsaxia
len Herumlegen des Hüllmaterialstreifens um den Strang und zum fortlaufenden
Schließen des Hüllmaterialstreifens entlang einer vom beleimten Randbereich ge
bildeten, im wesentlichen achsparallelen Überlappungsnaht.
Bei dem Füllmaterialstrang kann es sich um einen Tabakstrang zum Herstellen von
Zigaretten, Zigarillos, Zigarren und dergl. handeln, der Tabakfasern, Tabakersatz
stoffe und gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe enthält. Es kann sich auch um einen
zusammengesetzten Strang aus unterschiedlichen, aufeinanderfolgenden Strang
abschnitten handeln. Als Füllmaterialstrang kann auch ein Filterstrang aus Filter
material, beispielsweise eine Zelluloseacetattow mit einem Hüllmaterialstreifen um
hüllt werden. Als Hüllmaterial sind Zigarettenpapier, Filterpapier oder dergleichen in
der tabakverarbeitenden Industrie verwendete Hüllmaterialien vorgesehen. Ein sol
cher Füllmaterialstrang wird gewöhnlich im Strangverfahren umhüllt, während er
eine Formateinrichtung durchläuft. Der Füllmaterialstrang wird im Formateinlauf auf
einen Hüllmaterialstreifen gelegt, der in der Formateinrichtung längslaufend um den
Strang herumgeformt und längs einer Überlappungsnaht geschlossen wird. Der
Hüllmaterialstreifen ist entlang der Überlappungsnaht beleimt, so dass beim Schlie
ßen der Strangumhüllung eine Klebnaht entsteht, die anschließend zum Abbinden
je nach verwendeter Leimart gekühlt (z. B. Heißschmelzkleber) oder erwärmt (z. B.
Dispersionsleim) wird.
Die auf den Hüllmaterialstreifen aufzubringende Leimmenge ist so einzustellen,
dass sie einerseits ausreicht, die Überlappungsnaht sicher zu verkleben, anderer
seits aber nicht aus der Überlappung austritt und die Oberfläche der Stranghülle
verschmiert und unansehnlich macht. Die Dosierung des Leims macht keine Prob
leme, wenn er erst kurz vor dem Schließen der Überlappungsnaht im Format auf
den Hüllmaterialstreifen aufgebracht wird. Wenn es aber aus konstruktiven, räumli
chen oder sonstigen Gründen vorgezogen wird, die Leimauftragseinrichtung der
Hüllmaterialstreifenführung stromauf vor dem Format zuzuordnen, ist die sichere
Verklebung der Überlappungsnaht nicht mehr bei allen Maschinengeschwindigkei
ten gewährleistet, weil der Leim schon auf dem Weg in das Format abbinden kann,
wobei er seine Wirkung verliert. Es sind daher besondere Maßnahmen erforderlich,
um die Wirksamkeit des Leims in der Überlappungsnaht zu gewährleisten. So ist es
bei der Verwendung von Heißschmelzklebern bekannt, im Format ein Heizelement
vorzusehen, das die ganz oder teilweise abgebundene Leimschicht auf dem Hüll
materialstreifen wieder aktiviert, bevor die Überlappungsnaht verklebt wird. Das er
fordert natürlich zusätzlichen maschinenbaulichen Aufwand und erhöht die Anforde
rungen an das anschließende Kühlen der Überlappungsnaht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren und die Vorrichtung der
eingangs angegebenen Art weiter zu verbessern.
Gelöst wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs angegebenen Art er
findungsgemäß dadurch, dass die Leimauftragsmenge je Flächeneinheit des Hüll
materialstreifens in Abhängigkeit von der Bahngeschwindigkeit des Hüllmaterial
streifens in der Weise verändert wird, dass die Leimmenge bei zunehmender Ge
schwindigkeit des Hüllmaterialstreifens verringert und bei abnehmender Geschwin
digkeit des Hüllmaterialstreifens erhöht wird. Auf diese Weise ist es möglich, die
Leimauftragsmenge je Längeneinheit bzw. Flächeneinheit des Hüllmaterials so ein
zustellen, dass jederzeit eine optimale Verklebung der Überlappungsnaht gewähr
leistet ist. Dabei kann der Leim in Weiterbildung der Erfindung vor der Vereinigung
des Hüllmaterialstreifens mit dem Strang als Randbeleimung auf den Hüllmaterial
streifen aufgebracht werden. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten wird gemäß der
Erfindung also mehr Leim auf dem Hüllmaterialstreifen aufgebracht, als bei höheren
Geschwindigkeiten. Damit wird erreicht, dass auch bei niedrigeren Geschwindig
keiten die Menge klebfähigen Leims in der Überlappungsnaht immer ausreicht, die
Naht zuverlässig zu verkleben. Andererseits bewirkt die Reduzierung der Leimmen
ge bei höheren Geschwindigkeiten, dass nicht zu viel Leim in die Überlappungsnaht
gelangt, der beim Schließen der Naht austreten und die Oberflächen der Strang
hülle verschmutzen würde.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass bei einer
Nenngeschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens eine Nennleimmenge aufgetragen
wird und dass die Leimauftragsmenge bei Streifengeschwindigkeiten unterhalb ei
ner vorgegebenen Grenzgeschwindigkeit, die kleiner ist als die Nenngeschwindig
keit, über die Nennleimmenge hinaus vergrößert wird. Dabei kann die Leimauf
tragsmenge bei Streifengeschwindigkeiten unterhalb der Grenzgeschwindigkeit um
bis zu 60% größer als die Nennleimmenge sein. Gemäß einer weiteren Ausgestal
tung der Erfindung ist als Leim ein Heißschmelzkleber vorgesehen.
Bei einer Vorrichtung der eingangs angegebenen Art wird die der Erfindung
zugrundeliegende Aufgabe dadurch gelöst, dass Messmittel zum Erfassen einer der
Geschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens entsprechenden Größe und zum Erzeu
gen von die Streifengeschwindigkeit repräsentierenden Geschwindigkeitssignalen
vorgesehen sind, dass die Messmittel an eine mit dem Applikationsmittel verbunde
ne, die von dem Applikationsmittel an die Hüllmaterialstreifen abgegebene Leim
menge geschwindigkeitsabhängig verändernde Steueranordnung angeschlossen
sind und dass die Steueranordnung die von dem Applikationsmittel an den Hüllma
terialstreifen abgegebene Leimmenge bei kleineren Streifengeschwindigkeiten ver
größernd und bei höheren Streifengeschwindigkeiten herabsetzend ausgebildet ist.
Weitere Fortbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
anschließenden Unteransprüchen 8 bis 12 enthalten.
Die Erfindung bietet den Vorteil, dass ohne besondere maschinenbauliche Vorkeh
rungen in einem weiten Geschwindigkeitsbereich immer eine zuverlässige Verkle
bung der Überlappungsnaht gewährleistet ist. Die Erhöhung der Leimmenge bei
niedrigeren Geschwindigkeiten stellt sicher, dass genügend klebfähiger Leim in die
Überlappungsnaht gelangt, ohne dass im Format ein zusätzliches Reaktivieren des
Leims erforderlich ist. Dadurch werden auch Materialbeanspruchungen vermieden,
die sich aus einem dicht aufeinanderfolgenden Erwärmen und Abkühlen des Stran
ges in dem Format und der Maschine ergeben. Die Erfindung wirkt sich also beson
ders vorteilhaft bei der Verwendung von Heißschmelzklebern aus, kann aber auch
beim Einsatz anderer Leimarten von Vorteil sein, weil auch sie auf dem Weg ins
Format um so stärker trocknen und abbinden, je niedriger die Geschwindigkeit des
Hüllmaterialstreifens ist. So können mit der Erfindung insbesondere Verluste durch
Ausschuss vermieden werden, der in der Anfahrphase der Maschine durch unzurei
chendes Verkleben der Überlappungsnaht entsteht. Dabei bietet die Erfindung die
vorteilhafte Möglichkeit, die aufzubringende Leimmenge so zu bemessen, dass
Verschmutzungen durch aus der Überlappungsnaht austretenden Leim weitgehend
vermieden werden, was insbesondere dann von Bedeutung ist, wenn poröses
Hüllmaterial, beispielsweise poröse Papiersorten bei der Filterherstellung, verar
beitet werden.
Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht einer Filterherstellungsmaschine mit
einer Vorrichtung nach der Erfindung in einer
schematischen Darstellung,
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Ausführungs
beispiels einer Vorrichtung nach der Erfindung
und
Fig. 3 einen Abschnitt eines randbeleimten Hüllmaterial
streifens in Draufsicht.
In Fig. 1 ist als Ausführungsbeispiel der Erfindung eine
Vorrichtung zum Herstellen eines Filterstrangs, insbesondere
für die Herstellung von Filtern für Zigaretten und dergleichen
rauchbaren Artikeln in einer schematischen Seitenansicht
dargestellt. Diese Vorrichtung besteht aus zwei Hauptbaugruppen,
einem Filtertowaufbereitungsgerät 1 für einen endlosen Filter
material- bzw. Filtertowstreifen und einem Bearbeitungsgerät 2
zur Herstellung von umhüllten Filterstäben.
Das Aufbereitungsgerät 1 weist ein Walzenpaar 3 zum fortlaufen
den Abziehen eines endlosen Filtermaterialstreifens 4 von einem
Ballen 6 auf. Nach der Entnahme vom Ballen 6 passiert der
Filtertowstreifen auf seinem Weg zum Walzenpaar 3, auf dem er
über eine Umlenkrolle 5 geführt ist, zwei Luftdüsen 7 und 8,
die zur Ausbreitung und Auflockerung des Gewebes des Filter
towstreifens dienen. Dem Walzenpaar 3 folgen zwei weitere
Walzenpaare 9 und 11, zwischen denen sich eine Auftragseinrich
tung 12 zum Aufbringen von Weichmacher auf den zwischen den
Walzenpaaren 9 und 11 ausgebreitet geführten Filtertowstreifen
4 befindet.
Die Walzenpaare 3 und 9 bilden eine Reckeinrichtung. Die Dreh
zahl des Walzenpaares 3 ist kleiner als die des Walzenpaares 9
und über ein Getriebe 14 veränderbar, dessen Übersetzung durch
einen Verstellmotor 16 geändert werden kann. Das Geschwindig
keitsverhältnis zwischen den Walzenpaaren 3 und 9 gibt den Grad
der Reckung des Filtermaterialstreifens 4 vor. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel sind die als Bremswalzen wirkenden Walzen
des Walzenpaares 3 angetrieben. Sie können auch als Schlepp
walzen ausgebildet sein, die aufgrund von Reibungsverhältnissen
als Bremswalzen wirken.
Alle Walzenpaare 3, 9 und 11 sind von einem Hauptantriebsmotor
13 über Riementriebe 13a bis c antreibbar. Anstelle eines
Hauptantriebsmotors 13 können auch einer oder mehrere separate
Antriebe für die Walzenpaare vorgesehen sein, die getrennt
steuerbar sind.
Der aufbereitete, mit Weichmacher besprühte Filtermaterial
streifen 4 bildet einen Füllmaterialstrang 44, der über das
Walzenpaar 11 von dem Aufbereitungsgerät 1 in einen Einlauf
trichter 17 des Bearbeitungsgerätes 2 gelangt, in welchem er
zusammengefaßt und auf einen von einer Bobine 18 abgezogenen
und mittels eines Applikationsmittels in Gestalt einer Beleim
vorrichtung 19 mit Leim versehenen Hüllmaterialstreifen 21
aufgelegt wird. Der Hüllmaterialstreifen 21 und der zusammen
gefaßte Füllmaterialstrang 44 gelangen auf ein Formatband 22,
das beide Komponenten durch ein Format 23 führt, das den Hüll
materialstreifen 21 um den Füllmaterialstrang aus Filtermate
rial herumlegt und dabei einen endlosen Filterstrang 24 bildet.
Dieser durchläuft eine Nahtplätte bzw. eine Kühlstrecke 26, in
welcher der Leim in der Überlappungsnaht abbindet.
Eine Nahtplätte ist an dieser Stelle vorgesehen, wenn es sich
bei dem auf den Hüllmaterialstreifen aufgebrachten Leim um
einen Naßleim handelt. In der Nahtplätte wird dann die Klebnaht
abgetrocknet. Eine Kühlstrecke ist vorzusehen, wenn auf den
Hüllmaterialstreifen 21 ein Heißschmelzkleber (hot melt) auf
getragen wird. Dieser wird zum Abbinden in der Kühlstrecke 26
gekühlt. Anschließend werden von dem Filterstrang 24 mittels
eines Messerapparates 27 fortlaufend Filterstäbe 28 abgeschnit
ten, die von einem Beschleuniger 29 in eine Ablegertrommel 31
überführt werden, in der sie in queraxialer Förderrichtung
gefördert werden. Von der Ablegertrommel 31 gelangen die
Filterstäbe zu einem Ablegerband 32, von dem aus sie einer
Weiterverarbeitung oder einer Zwischenlagerung zugeführt
werden.
In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel des als Beleimvorrichtung
19 ausgebildeten Applikationsmittels gemäß der Erfindung in
einer vergrößerten Darstellung schematisch gezeigt. Der Hüll
materialstreifen 21 ist um Umlenkrollen 33 und 34 geführt und
wird mittels einer Leimdüse 36 mit einem Leimauftrag versehen.
Dieser Leimauftrag kann eine Leimschicht 37 sein, die als Rand
beleimung auf den Hüllmaterialstreifen 21 aufgebracht wird
(vergl. Fig. 3).
Die Leimdüse 36 ist mit einer Leimzuführeinrichtung, beispiels
weise einer Leimpumpe 38 verbunden, welche den Leim aus einem
Leimvorrat 39 zur Leimdüse fördert. Die Leimzuführeinrichtung
bzw. Leimpumpe 38 ist an eine Steueranordnung 41 angeschlossen,
welche die von der Leimdüse 36 an den Hüllmaterialstreifen
abgegebene Leimaufragsmenge steuert. Die Steueranordnung 41 ist
ihrerseits mit einer Meßeinrichtung 42 zum Erfassen der
Geschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens 21 und einem Grenz
wertgeber 43 verbunden.
Im Normalbetrieb, d. h. bei Maschinengeschwindigkeiten um die
Nenngeschwindigkeit herum, ist der Antrieb der Leimpumpe 38 und
damit ihre Pumpleistung von der Steueranordnung 41 so gesteuert,
daß sie gerade eine solche Leimauftragsmenge zur Leimdüse 36
fördert, wie notwendig ist, um eine vorgegebene Nennleimmenge
pro Flächen- bzw. Längeneinheit des Hüllmaterialstreifens 21
auf den Hüllmaterialstreifen aufzubringen. Die Leimpumpe 38
läuft in dieser Phase im wesentlichen synchron mit der Maschi
nengeschwindigkeit und der Bahngeschwindigkeit des Hüllmateri
alstreifens, so daß die von ihr abgegebene Leimauftragsmenge
etwa proportional zur Streifengeschwindigkeit ist. Die je
Flächen- oder Längeneinheit auf den Streifen 21 aufgebrachte
Leimmenge, die Nennleimmenge, ist dabei konstant und so ein
gestellt, daß eine sichere Verklebung der Überlappungsnaht im
Format 23 (Fig. 1) gewährleistet ist. Die Maschinengeschwin
digkeit wird mit der Meßeinrichtung 42 erfaßt und der Steuer
anordnung 41 aufgegeben, welche die Leimpumpe 38 entsprechend
steuert.
Bei Maschinengeschwindigkeiten unterhalb eines in dem Grenz
wertgeber 43 vorgegebenen Geschwindigkeitsgrenzwerts gibt die
Steueranordnung der Leimpumpe 38 eine höhere Förderleistung
vor, so daß bei unter der Grenzgeschwindigkeit liegenden
Geschwindigkeiten des Hüllmaterialstreifens 21 die Leimauf
tragsmenge erhöht und entsprechend mehr Leim auf den Rand
bereich des Hüllmaterialstreifens aufgebracht wird. Die Leim
schicht wird dicker. Diese erhöhte Leimmenge in der Randbelei
mung 37 gewährleistet, daß auch bei niedrigeren Geschwindigkei
ten, d. h. bei längerer Zeitdauer zwischen dem Leimauftrag und
dem Verschließen der Überlappungsnaht, während der der Leim
bereits zu trocknen und abzubinden beginnt, genügend klebfähi
ger Leim in die Überlappungsnaht gelangt. Dadurch ist auch bei
niedrigeren Geschwindigkeiten sichergestellt, daß die Überlap
pungsnaht zuverlässig verschlossen wird. Das gilt für die
Anfahr- und die Abschaltphase des Maschinenbetriebs wie auch
für Störungen während des Produktionsbetriebs, bei denen die
Geschwindigkeit unter die vorgegebene Grenzgeschwindigkeit
abfällt.
Die Leimauftragseinrichtung 19 kann so gesteuert sein, daß die
pro Flächeneinheit aufgetragene Leimmenge bei sich ändernder
Geschwindigkeit unterhalb der Grenzgeschwindigkeit auf höherem
und oberhalb der Grenzgeschwindigkeit auf niedrigerem Niveau
jeweils konstant ist. In diesem Fall wird die Förderleistung
der Leimpumpe bei Erreichen der Grenzgeschwindigkeit nur
umgeschaltet, wobei sie nach dem Umschalten weiter synchron
mit der Maschinengeschwindigkeit läuft.
Die Steuerung der Leimauftragseinrichtung kann jedoch auch so
erfolgen, daß die Leimmenge pro Flächeneinheit unterhalb der
Grenzgeschwindigkeit mit abnehmender Geschwindigkeit nach einer
vorgegebenen Funktion zunimmt und umgekehrt. Die pro Flächen-
bzw. Längeneinheit auf das Hüllmaterial aufgebrachte Leimmenge
nimmt in diesem Fall von ihrem größten Wert bei der kleinsten
Geschwindigkeit kontinuierlich oder in Stufen bis zur Grenz
geschwindigkeit hin ab, bis sie die Nennleimmenge erreicht hat
und umgekehrt. Die aufgetragene Leimschicht wird mit steigender
Geschwindigkeit also immer dünner. Das hat den Vorteil, daß die
Leimmenge sich laufend den sich ändernden Verhältnissen und
Bedingungen anpaßt. Das jeweilige Optimum der Leimmenge ist
empirisch zu ermitteln und hängt im wesentlichen von der
Papierart und der Leimsorte ab.
Besonders vorteilhaft ist die Erfindung bei der Verarbeitung
von Heißschmelzkleber auf Filterpapier in einer Filterherstel
lungsmaschine anzuwenden. Die Erhöhung der Leimauftragsmenge
bei unterhalb einer Grenzgeschwindigkeit liegenden Geschwindig
keiten des Hüllmaterialstreifens erlaubt es, auf eine Reakti
vierung der aufgebrachten Beleimung im Format zu verzichten und
dennoch auch bei niedrigen Geschwindigkeiten eine zuverlässige
Verklebung der Überlappungsnaht zu erhalten. Gleichzeitig kann
die Leimauftragsmenge so vorgegeben werden, daß Verschmutzungen
der äußeren Hülle des Strangs durch austretenden Leim vermieden
werden.
Beim Anfahren der Maschine wird bei niedrigen Geschwindigkeiten,
die unterhalb der Grenzgeschwindigkeit liegen, zunächst eine
erhöhte Leimmenge pro Flächeneinheit des Hüllmaterialstreifens
21 aufgebracht. Bei Erreichen der Grenzgeschwindigkeit wird
dann auf die vorgesehene Nennleimmenge umgeschaltet, die bei
höheren Geschwindigkeiten ausreicht, die Strangnaht auch ohne
zusätzliche Wärmezufuhr im Format sicher zu schließen.
Die optimalen Leimmengen sind empirisch zu bestimmen. So ist
festgestellt worden, daß die Vergrößerung der Leimmenge unter
der Grenzgeschwindigkeit bis etwa 60% der Nennleimmenge betragen
konnte. Die optimale Leimmenge kann auch über oder unter diesem
Wert liegen. Sie wird wesentlich von den Eigenschaften des ver
wendeten Leims und des beleimten Hüllmaterials abhängen. Dabei
können außer Heißschmelzkleber auch Naßleim, Stärkeleime, Dis
persionsleim und dergl. mit den geschilderten Vorteilen zum
Einsatz kommen.
Die Erfindung ist im Ausführungsbeispiel in ihrer Anwendung für
die Herstellung eines Filterstrangs beschrieben worden. In
derselben Weise läßt sich die Erfindung auch bei der Herstel
lung eines Zigarettenstrangs oder eines anderen umhüllten
Tabakstrangs einsetzen. In diesem Fall besteht der Füllmate
rialstrang aus Tabak oder dergleichen rauchbarem Material und
wird in einer Strangbildungseinheit einer Zigarettenstrang
maschine hergestellt. Die Umhüllung des Füllmaterialstrangs
erfolgt in diesem Fall im Format der Zigarettenstrangmaschine,
beispielsweise vom Typ PROTOS der Anmelderin. Als Hüllmaterial
streifen ist ein Zigarettenpapierstreifen vorgesehen.
Claims (12)
1. Verfahren zum Einhüllen eines Füllmaterialstrangs der tabakverarbeitenden
Industrie in einen Hüllmaterialstreifen, bei dem der Hüllmaterialstreifen durch Auf
tragen einer Leimschicht auf vorgegebene Oberflächenbereiche beleimt wird, der
Strang und der Hüllmaterialstreifen längsaxial zusammengeführt werden, der Hüll
materialstreifen um den Strang herumgelegt und längs einer im wesentlichen achs
parallelen Überlappungsnaht geschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die
Leimauftragsmenge je Flächeneinheit des Hüllmaterialstreifens in Abhängigkeit von
der Bahngeschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens in der Weise verändert wird, dass
die Leimmenge bei zunehmender Geschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens verrin
gert und bei abnehmender Geschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens erhöht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Leim vor der
Vereinigung des Hüllmaterialstreifens mit dem Strang auf den Hüllmaterialstreifen
aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Leim
als Randbeleimung zum Schließen der Überlappungsnaht auf eine Randzone des
Hüllmaterialstreifens aufgebracht wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
bei einer Nenngeschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens eine Nennleimmenge auf
getragen wird, und dass die Leimmenge bei Streifengeschwindigkeiten unterhalb
einer vorgegebenen Geschwindigkeit, die kleiner ist als die Nenngeschwindigkeit,
über die Nennleimmenge hinaus vergrößert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Leimmenge
bei Streifengeschwindigkeiten unterhalb der Grenzgeschwindigkeit um bis zu etwa
60% größer als die Nennleimmenge ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
als Leim ein Heißschmelzkleber auf den Hüllmaterialstreifen aufgebracht wird.
7. Vorrichtung zum Einhüllen eines Füllmaterialstrangs der tabakverarbeitenden
Industrie in einen Hüllmaterialstreifen mit Fördermitteln zum längsaxialen Zuführen
des Strangs und des Hüllmaterialstreifens, Applikationsmitteln zum Aufbringen einer
Leimschicht wenigstens auf einen Randbereich des Hüllmaterialstreifens und einer
Formateinrichtung zum längsaxialen Herumlegen des Hüllmaterialstreifens um den
Strang und zum fortlaufenden Schließen des Hüllmaterialstreifens entlang einer
vom beleimten Randbereich gebildeten, im wesentlichen achsparallelen Überlap
pungsnaht, dadurch gekennzeichnet, dass Messmittel (42) zum Erfassen einer der
Geschwindigkeit des Hüllmaterialstreifens (21) entsprechenden Größe und zum
Erzeugen von die Streifengeschwindigkeit repräsentierenden Geschwindigkeitssig
nalen vorgesehen und, dass die Messmittel an eine mit dem Applikationsmittel (19)
verbundene, die von dem Applikationsmittel an den Hüllmaterialstreifen (21) abge
gebene Leimmenge geschwindigkeitsabhängig verändernde Steueranordnung (41)
angeschlossen sind und dass die Steueranordnung (41) die von dem Applikations
mittel (19, 38) an den Hüllmaterialstreifen (21) abgegebene Leimmenge bei kleine
ren Streifengeschwindigkeiten vergrößernd und bei höheren Streifengeschwindig
keiten herabsetzend ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueran
ordnung (41) Speichermittel (43) zum Speichern von eine vorgegebene Grenzge
schwindigkeit repräsentierenden Daten aufweist und dass die Steueranordnung die
Abgabemenge des Applikationsmittels (19, 38) so einstellend ausgebildet ist, dass
es bei über der Grenzgeschwindigkeit liegenden Streifengeschwindigkeiten eine
Nennleimmenge und bei unter der Grenzgeschwindigkeit liegenden Streifenge
schwindigkeiten eine größere Leimmenge auf den Hüllmaterialstreifen (21) auf
bringt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueran
ordnung (41) Speichermittel (43) zum Speichern von eine vorgegebene Grenzge
schwindigkeit repräsentierenden Daten aufweist und dass die Steueranordnung die
Abgabemenge des Applikationsmittels (19, 38) so steuernd ausgebildet ist, dass die
vom Applikationsmittel an den Hüllmaterialstreifen (21) abgegebene Leimmenge bei
auf die Grenzgeschwindigkeit steigender Streifengeschwindigkeit kontinuierlich von
einer vorgegebenen größeren Leimmenge auf eine kleinere Nennleimmenge redu
ziert wird und umgekehrt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Applikationsmittel (19, 38) eine Leimauftragsdüse (36) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass als Fördermittel des Füllmaterialstrangs (44) ein Towaufbereitungsgerät (1)
vorgegeben ist, welches einen endlosen Filterstrang (46) aus einem aufbereiteten
Filtertowstreifen (4) in eine Formateinrichtung (23) fördert.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass als Fördermittel des Füllmaterialstrangs die Strangbildungseinheit einer Ziga
rettenstrangmaschine vorgesehen ist, welche einen endlosen Tabakstrang aus an
gesammelten Tabakfasern zur Formateinrichtung fördert.
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