DE4112768A1 - Verfahren zum wickeln von kreuzspulen - Google Patents
Verfahren zum wickeln von kreuzspulenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Wickeln
von Kreuzspulen, bei dem der Spulenwinkel von einer Abstützwalze
drehangetrieben wird, deren Drehzahl mit einem Motor auf
einen vorbestimmten Wert eingestellt wird, und bei dem der aufzuwickelnde
Faden relativ zum Spulenwinkel von einer Fadenverlegeeinrichtung
positioniert wird, die von einem Verlegemotor
angetrieben wird, dessen Drehzahl mit einem Rechner eingestellt
wird, indem im Rechner abgespeicherte Kenngrößen zum Umschalten
zwischen Präzisionswicklungsstufen in Abhängigkeit von der gemessenen
Spulenwickeldrehzahl ausgewählt werden.
Ein Verfahren mit den vorgenannten Merkmalen ist aus der
DE 26 49 780 C3 bekannt. Mit dieser bekannten Wickelmaschine
können Kreuzspulen mit Präzisionswicklung, mit Präzisionsstufenwicklung
und mit wilder Wicklung hergestellt werden.
Für eine wilde Wicklung ist kennzeichnend, daß der Kreuzungswinkel
von Fadenabschnitten des Spulenwinkels der Kreuzspulen
konstant bleibt. Das wird in der Regel dadurch erreicht,
daß die Abstützwalze und die Fadenverlegeeinrichtung mit denselben
Drehzahlen angetrieben werden, was z. B. durch eine mechanische
Ankopplung eines einzigen Antriebsmotors erreicht
werden kann. Dementsprechend kann eine Wickelmaschine zum Herstellen
von wilden Wicklungen sehr einfach aufgebaut sein.
Nachteilig ist allerdings, daß die Wicklung Bilder aufweisen
kann, die infolge der ungleichmäßig dichten Bewicklung der Spule
zustandekommen können, wobei Fäden derselben Fadenlage übereinander
gewickelt werden können, was eine Behinderung des Abzugs
des Fadens beim Abwickeln der Spule zur Folge haben kann.
Demgegenüber haben Präzisionswicklungen keine Abzugsschwierigkeiten,
weil bei ihnen in jeder Wicklungslage Fadenabschnitt
neben Fadenabschnitt liegt. Das kann dadurch erreicht
werden, daß das Verhältnis der Drehzahlen des Spulenwickels und
der Fadenverlegeeinrichtung konstant gehalten wird. Dazu ist es
aber notwendig, die Drehzahl der Abstützwalze und/oder die
Drehzahl des Motors der Fadenverlegeeinrichtung so zu verändern,
daß das vorgenannte Verhältnis der Drehzahlen von Spulenwickel
und Fadenverlegeeinrichtung konstant bleibt. Kennzeichnend
für eine Präzisionswicklung ist der sich mit der Wickeldicke
des Spulenwickels verändernde Kreuzungswinkel von Fadenabschnitten
auf dem Spulenwickel in dem Sinn, daß der Kreuzungswinkel
bei zunehmendem Wickeldurchmesser kleiner wird.
Nachteilig ist bei der Präzisionswicklung, daß sich der Spulenaufbau
infolge der sich ändernden Kreuzungswinkels ebenfalls ändert,
so daß es zu einer Beeinflussung der Formstabilität der
Kreuzspule kommt.
Mit der bekannten Wickelmaschine wird daher so verfahren,
daß im Rechner als Kenngrößen mehrere Übersetzungsverhältnisse
zwischen den Drehzahlen der Abstützwalze und den Drehzahlen des
Verlegemotors abgespeichert werden, die in Abhängigkeit von der
gemessenen Spulenwickeldrehzahl so ausgewählt werden können,
daß jedes Übersetzungsverhältnis zeitweise konstant bleibt.
Während dieser Zeit wird der Spulenwickel dicker, so daß der
Kreuzungswinkel zwischen Fadenabschnitten infolge des gleichbleibenden
Drehzahlverhältnisses kleiner wird. Es entsteht also
eine Stufe mit einer Präzisionswicklung. Mehrere nacheinander
gewickelte Stufen weisen unterschiedliche Kreuzungswinkelbereiche
auf, so daß die Formstabilität des gesamten Spulenwickels
zufriedenstellend ist.
Bei dem vorbekannten Verfahren wird das Übersetzungsverhältnis
so gewählt, daß die größte Drehzahl einer als Fadenverlegeeinrichtung
verwendeten Kehrgewindewalze in Abstimmung auf
eine gewünschte hohe Fadengeschwindigkeit so groß wie möglich,
aber nicht größer als zulässig ist. Voraussetzung für eine zutreffende
Wahl des Übersetzungsverhältnisses ist bei dem bekannten
Verfahren jedoch auch, daß eine Vielzahl von fadenspezifischen
Größen berücksichtigt wird, wie Fadenmaterial, Fadenstärke
usw. Die Auswahl des Übersetzungsverhältnisses ist daher
nicht problemlos.
Aus der DE 33 32 382 A1 ist es bekannt, zur Herstellung
von Präzisionsstufenwicklungen einen Toleranzbereich des Kreuzungswinkels
von Fadenabschnitten auszuwählen und dementsprechend
mit einem Rechner für jede Wicklungsstufe eine Windungszahl
zu bestimmen, die innerhalb dieser Wicklungsstufe konstant
gehalten wird. Die Windungszahlen aufeinanderfolgender Wicklungsstufen
nehmen ab. Mit Hilfe des Rechners wird ein Konoidengetriebe
gesteuert, also ein stufenlos regelbares Getriebe,
welches die Drehzahl des Verlegemotors so beeinflußt, daß sie
sich im Verhältnis zur Drehzahl der Abstützwalze für den Spulenwickel
im Sinne gleichbleibender Windungszahl je Wicklungsstufe
verändert. Durch das Konoidengetriebe ist es möglich, die
Abstützwalze und die Fadenverlegeeinrichtung trotz unterschiedlicher
Drehzahlverhältnisse mit nur einem einzigen Motor anzutreiben.
Allerdings bedarf die bekannte Vorrichtung außer der
Messung der Drehzahl des Spulenwickels auch der Messung der
Drehzahl des Verlegemotors. Darüber hinaus müssen Parameter des
Fadenführers und auch noch Parameter des aufzuspulenden Fadens
in den Rechner eingegeben werden. Auch bei diesem bekannten
Verfahren wird die Zeitdauer des Spulvorgangs dazu herangezogen,
um Umschaltungen zwischen den Wicklungsstufen der Präzisionsstufenwicklung
vorzunehmen. Die Verwendung der Zeit als
Führungsgröße ist hier jedoch, wie bei dem Verfahren der
DE 26 29 760 C3, eine sehr unvorteilhafte Wahl; insbesondere
bei Verwendung stark unterschiedlicher Garnstärken. Denn dann
wächst der Wickel bei sonst ungeänderten Parametern stark unterschiedlich
schnell an.
Will man also die Zeit als Führungsgröße zur Umschaltung
zwischen den Wicklungsstufen nicht benutzen, so steht im Fall
des eingangs beschriebenen Verfahrens als einzige Meßgröße des
Systems die Drehzahl des Spulenwickels zur Verfügung. Diese
kann jedoch so als Führungsgröße nicht benutzt werden, da sie
sowohl von der Drehzahl der Antriebswalze als auch vom Durchmesser
des Spulenwickels abhängt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
mit den eingangs genannten Merkmalen so zu verbessern, daß die
Umschaltungen zwischen den Stufen der Stufenwicklung mit einer
dem jeweiligen Verfahren adäquaten Führungsgröße durchgeführt
werden kann, wobei der Aufwand zur Steuerung gering sein soll.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß im Rechner R aus
der Spulenwickeldrehzahl nSp der Spulendurchmesser dSp unter
Verwendung des Hülsendurchmessers dSp₀ der leeren Spulenhülse
nach der Beziehung
berechnet wird und daß bei Erreichen eines abgespeicherten
Durchmesserwertes die Umschaltung auf die nächste Wicklungsstufe
erfolgt.
Für die Erfindung ist von Bedeutung, daß das Verfahren mit
einer prozeßabhängigen Führungsgröße zum Umschalten von einer
Wicklungsstufe auf die folgende Wicklungsstufe durchgeführt
werden kann. Infolgedessen kann diese Führungsgröße Einflußgrößen
selbsttätig berücksichtigen. Es ist beispielsweise
nicht notwendig, gewisse einzelne fadenabhängige Parameter in
den Rechner einzugeben oder zusätzliche Messungen vorzunehmen.
Als Führungsgröße wird der berechnete Spulendurchmesser herangezogen,
der aus der Spulendrehzahl berechnet werden kann, indem
als Ausgangsgröße ein Wert der leeren Spulenhülse herangezogen
wird. Das ist möglich, weil die Maschine konstruktionsbedingt
nur Leerhülsen mit einem einzigen Durchmesser aufnehmen
kann. Der berechnete Durchmesserwert kann zum Vergleich mit als
Kenngrößen abgespeicherten vorbestimmten Durchmesserwerten
verglichen werden, so daß bei Vorliegen gleicher Werte die gewünschte
Umschaltung auf die nächste Wicklungsstufe vorgenommen
werden kann.
Im Bereich der aufeinanderfolgenden Wicklungsstufen können
unterschiedliche Parameter vorgegeben werden. Zum Herstellen
von Präzisionsstufenwicklungen wird zweckmäßigerweise so verfahren,
daß die Kreuzzahl mn der Wicklungsstufen für einen
ausgewählten Toleranzbereich α₁; α₂ eines ausgewählten Kreuzungswinkels
α ausgehend von einer Anfangskreuzzahl m₀ für die leere
Spulenhülse nach der Beziehung
mn = m₀ · (tgα₂/2 / tgα₁/2)n
n = 0, 1, 2, . . ., Zahl der Wicklungsstufe bzw.
ganze Zahl
berechnet und im Rechner R als Kenngrößen abgespeichert werden,
daß die zu den berechneten Kreuzzahlen mn zugehörigen Spulendurchmesserwerte
dSpn nach der Beziehung
dSpn = dSp₀ · (tgα₁/2 / tgα₂/2)n
n = 0, 1, 2, . . ., Zahl der Wicklungsstufe bzw.
ganze Zahl
berechnet und im Rechner R als Kenngrößen abgespeichert werden
und daß der berechnete Spulendurchmesser dSp zur Auswahl von den
Kreuzzahlen mn proportionalen Korrekturwerten K(m) für die Berechnung
der einzustellenden Drehzahl nv des Verlegemotors Mv
herangezogen wird. Bei diesem Verfahren wird im wesentlichen
ein Kreuzungswinkel α bzw. ein Bereich α₁; α₂ ausgewählt, von dem
ausgehend Kenngrößen der Wicklungsstufen berechnet werden. Es
sind dies die Kreuzzahlen und zugehörige Spulendurchmesserwerte.
Letztere werden mit dem berechneten Spulendurchmesser
verglichen, und bei Gleichheit werden Korrekturwerte abgerufen,
mit denen die Drehzahl des Verlegemotors berechnet und demgemäß
eingestellt werden kann. Der Kreuzungswinkel α ist ein Erfahrungswert,
der von unterschiedlichen Parametern abhängig
ist, wie Fadenmaterial, Spulenformat, Fadengeschwindigkeit usw.
Durch die Berücksichtigung des Kreuzungswinkels kann der Aufbau
der Präzisionsstufenwicklung noch erfolgreicher im Sinne des
gewünschten Wickelaufbaus beeinflußt werden, insbesondere ohne
daß die Geometrie der Wicklungsstufen, nämlich deren Dicke,
willkürlich vorbestimmt werden muß.
Vorteilhafterweise wird das Verfahren so durchgeführt, daß
der Toleranzbereich α₁; α₂ des ausgewählten Kreuzungswinkels α
bis zu ± vier Winkelgrad beträgt. Größere Toleranzbereiche sind
in der Regel nicht anzuraten, da sich dann insbesondere bei
stärkeren Garnen zu wenig Wicklungsstufen ergeben. Würde der
Toleranzbereich sehr groß und die Anfangskreuzzahl von einem
großen Hülsendurchmesser ausgehend ebenfalls vergleichsweise
groß gewählt, so könnte es sein, daß die zweite Toleranzgrenze
des Toleranzbereichs innerhalb eines vorgegebenen maximalen
Spulendurchmessers nicht erreicht wird, so daß auf diese Weise
unerwünschtermaßen eine stufenlose Präzisionswicklung hergestellt
werden würde.
Wird das Verfahren so durchgeführt, daß vom Rechner R mit
einer einzigen Kreuzzahl ein Korrekturwert K(m) bestimmt und
unter Verwendung des berechneten Spulendurchmessers dSp zur Berechnung
der Drehzahl nv des Verlegemotors Mv verwendet wird, so
kann dieses Verfahren auch für eine einzige Wicklungsstufe
durchgeführt werden, was ebenfalls gleichbedeutend mit dem
Grenzfall der Präzisionswicklung ist.
Bei Präzisionsstufenwicklungen können sich, wie bei wilden
Wicklungen auch, kritische Wickellagen mit sogenannten Wickelbildern
ergeben, bei denen also Fadenabschnitte einer Lage unzulässigerweise
übereinander gewickelt werden. Das ist insbesondere
bei ganzzahligen Kreuzzahlen der Fall oder bei durch
ganze Zahlen teilbaren Doppelkreuzzahlen. Der Rechner, der die
Kreuzzahlen ausgehend von einer Anfangskreuzzahl berechnet,
kann eine kritische Kreuzzahl ohne weiteres vorbestimmen, und in
einem solchen Fall wird das Verfahren derart durchgeführt, daß
anstelle vorbestimmter Kreuzzahlen eine vorstehende oder nachfolgend
vorhandene berechnete Kreuzzahl verwendet wird und/oder
daß anstelle der vorbestimmten Kreuzzahl innerhalb des Bereichs
der vorstehenden oder nachfolgenden Kreuzzahl gelegene Kreuzzahlen
abwechselnd verwendet werden. Es wird also so verfahren,
daß in der betroffenen Wicklungsstufe die vorbestimmte kritische
Kreuzzahl nicht auftreten kann bzw. daß in der betroffenen
Wicklungsstufe eine gestörte und damit bildfreie Präzisionswicklung
hergestellt wird, die bezüglich des Gesamtwicklungsaufbaus
nicht stört.
In Ausgestaltung der Erfindung kann der berechnete Spulendurchmesser
vorteilhafterweise zu anderen Steuerungsmaßnahmen
des Wickelprozesses herangezogen werden. Um die Wickelmaschine
abzuschalten, wenn die Kreuzspulen fertiggestellt sind, wird so
verfahren, daß der berechnete Spulendurchmesser dSp fortwährend
mit einem im Rechner R gespeicherten maximalen Spulendurchmesserwert
dSpmax verglichen wird und daß bei Wertgleichheit ein
Wickelstop-Befehl erzeugt wird.
Ohne jeglichen zusätzlichen meßtechnischen Aufwand kann so
verfahren werden, daß die Länge (Fl) des aufgewickelten Fadens
(F) im Rechner (R) nach der Beziehung
Flu′ = Fadenteillänge einer Umdrehung
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
berechnet wird.
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
berechnet wird.
Die Erfindung wird anhand beispielsweiser Verfahren näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Hauptkomponenten
der Wickelmaschine, mit der das erfindungsgemäße
Verfahren durchgeführt wird,
Fig. 2 eine Ansicht eines Spulenwickels zur Illustration
des Kreuzungswinkels,
Fig. 3 eine geometrische Beziehung zwischen dem Spulendurchmesser,
der Kreuzzahl, dem Kreuzungswinkel, der
Fadenlänge und dem Hub der Fadenverlegeeinrichtung,
Fig. 4 ein Diagramm, welches die Abhängigkeit der Kreuzzahl
und des Kreuzungswinkels von dem Spulendurchmesser
erkennen läßt, und
Fig. 5 ein Blockschaltbild zur Erläuterung verschiedener
Verfahrensabläufe.
Auf der Wickelmaschine der Fig. 1 soll ein Spulenwickel Sp
hergestellt werden, dessen jeweiliger Außendurchmesser mit dSp
bezeichnet ist. Der Spulenwickel Sp entsteht auf einer im einzelnen
nicht dargestellten Spulenhülse, dessen Hülsenaußendurchmesser
mit dSp₀ angegeben wurde. Der Spulenwickel Sp stützt
sich auf einer Abstützwalze Aw ab, die ortsfest gelagert ist.
Im Vergleich dazu ist der die Kreuzspule im wesentlichen bildende
Spulenwickel Sp an einer nicht dargestellten schwenkbaren
Haltegabel gelagert, so daß sich die Spulenhülse beim Bewickeln
durch Abstützen des Spulenwickels Sp auf der Abstützwalze Aw
anheben kann.
Die Abstützwalze Aw ist mittels eines Motors MAw über ein
Untersetzungsgetriebe 11 angetrieben. Die Drehzahl des Motors
MAw ist mit einer Einstelleinrichtung 12 einstellbar, so daß
sich die Abstützwalze Aw mit einer einstellbaren Drehzahl n*
dreht. Die Abstützwalze Aw hat den Durchmesser d.
Um den Faden zu einem Spulenwickel Sp aufzuwickeln, muß er
relativ dazu positioniert werden. Hierzu dient eine Fadenverlegeeinrichtung
V, die zweckmäßiger Ausgestaltung sein kann. Sie
kann beispielsweise einen Fadenführer aufweisen, der von einer
Kehrgewindewalze über den dargestellten Hub hin- und herbewegt
wird. Sie kann aber auch ein Hochleistungsverlegesystem z. B.
gemäß dem deutschen Patent 29 35 620 od. dgl. sein, die den dargestellten
Hub aufweist. Jedenfalls ist ein Verlegemotor MV
vorhanden, dessen Drehzahl nv durch ein Untersetzungsgetriebe
13 auf die Drehzahl nv′ reduziert wird, mit der sich die als
Walze dargestellte Fadenverlegeeinrichtung V dreht.
Um die Fadenverlegeeinrichtung V so antreiben zu können,
daß eine Präzisions- oder Präzisionsstufenwicklung hergestellt
werden kann, ist ein Rechner R vorhanden, der einerseits die
Spulenwickeldrehzahl nSp mißt und andererseits den Verlegemotor
MV steuert.
Die Einstellung der Drehzahl n* der Antriebswalze Aw erfolgt
in Abhängigkeit von der Garngeschwindigkeit nach folgender
Beziehung:
n* = VGarn / π · d (1)
Es wurde oben ausgeführt, daß es zum Herstellen des Spulenwickels
Sp erforderlich ist, diesen stufenweise zu bewickeln.
Innerhalb jeder Wicklungsstufe sollen die Wickelbedingungen
einer Präzisionswicklung vorliegen, es soll also jeweils
eine konstante Kreuzzahl vorliegen, wobei sich die Kreuzzahlen
unterschiedlicher Wicklungsstufen voneinander unterscheiden.
Voraussetzung hierfür ist, daß in jeder Wickelungsstufe das
Verhältnis nSp/nv konstant ist. Zur Ermittlung dieses Verhältnisses
und zur dementsprechenden Einstellung der Drehzahl nv
des Verlegemotors MV dient der Rechner R. Er berechnet nv nach
folgender Beziehung:
nv = nSp · K/m = K(m) · nSp (2)
m ist gleich der Anzahl der Kreuze einer Windungslage des
Spulenwickels 10. Fig. 2 zeigt ein Beispiel des auf dem Spulenwickel
Sp verlegten Fadens F mit einem Kreuz, so daß hierfür
also die Kreuzzahl m=1 gilt. Außerdem ist der Kreuzungswinkel
α dargestellt, den zwei Fadenabschnitte einschließen.
K=K(m) ist eine Konstante, die sämtliche mechanischen
und elektrischen Übersetzungsverhältnisse beinhaltet, die für
alle Spulvorgänge gleich sind. Die Konstante K(m) ergibt sich
also je nach Konstruktion der Wickelmaschine für unterschiedliche
Kreuzzahlen m in vorbestimmbarer Weise.
Weil der Spulenwickel Sp auf der Antriebswalze Aw aufliegt
und davon angetrieben wird, sind die Außenumfangsgeschwindigkeiten
gleich. Demgemäß gilt:
π · d · n* = π · dSp · nSp (3)
Daraus folgt:
nSp = f (n*, dSp) (4)
Die zur Berechnung der Drehzahl nv des Verlegemotors MV gemäß
Gleichung (2) benötigte Spulendrehzahl ist nach Gleichung
(4) abhängig von der Drehzahl n* und dem mit dem Aufbau des
Spulenwickels Sp wachsenden Spulendurchmesser dSp. Die Spulenwickeldrehzahl
erscheint daher als Führungsgröße für die Umschaltung
zwischen Wicklungsstufen des Spulenwickels nicht geeignet.
Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Drehzahl n*
zwar frei wählbar ist, für die Herstellung eines Spulenwickels
Sp jedoch festgelegt wird. Außerdem gilt mit (3):
d · n* = dSp · nSp = dSp₀ · nSp₀ (5)
wobei dSp₀ der Außendurchmesser der Leerhülse ist und nSp₀ deren
Drehzahl bei Wickelbeginn. Mit (5) gilt:
dSp = dSp₀ · nSp₀/nSp = K1/nSp (6)
Infolgedessen ist der Spulendurchmesser dSp des Spulenwickels
Sp mit dessen Drehzahl nSp über eine Konstante K1 verknüpft,
da der Durchmesser dSp₀ der Leerhülse und die Drehzahl
nSp₀ der Leerhülse maschinenkonstruktionsbedingt bekannt sind.
Aus (6) folgt mit (2):
nv = K(m)/dSp (7)
Damit ist nachgewiesen, daß die Drehzahl nv des Verlegemotors
MV mit Hilfe des Spulenwickeldurchmessers dSp und einer
kreuzzahlabhängigen Konstanten K(m) berechnet werden kann. Als
Führungsgröße kann also in vorteilhafter Weise der Spulenwickeldurchmesser
dSp verwendet werden. Das bedeutet für die Wicklungsstufe
1, daß die Anfangsverlegedrehzahl nv₀=K(m₀)/dSp₀
kontinuierlich bis zum Übergang in die Wicklungsstufe 2 in nv₁
geändert wird, wobei nv₁=K(m₁)/dSp₁ gilt. Anhand des berechneten
Wertes dSp kann vom Rechner R leicht festgestellt werden, ob
ein vorher festgelegter Wert dSp₁ bereits erreicht ist und dann
gegebenenfalls die Verlegedrehzahl nv für die Wicklungsstufe 2
steuern. So wird erreicht, daß nach dem konstanten Verhältnis
nSp₀/nv₀ gleich m₀ der Wicklungsstufe 1 das konstante Verhältnis
nSp₁/nv₁ gleich m₁ mit nv₁=nv₀ in der Wicklungsstufe 2 eingestellt
und dann beibehalten werden und damit jeweils den Bedingungen
einer Präzisionswicklung entsprechend stufenweise gewickelt
wird. Dementsprechendes gilt für alle Wicklungsstufen. In
allen Wicklungsstufen ist nur ein demgemäß geringer steuerungs-
und meßtechnischer Aufwand erforderlich.
Bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren wurde vorausgesetzt,
daß die abgespeicherten Durchmesserwerte, bei deren Erreichen
die Umschaltung auf die nächste Wicklungsstufe erfolgt,
willkürlich bzw. der Erfahrung gemäß ausgewählt werden. Es erscheint
jedoch zweckmäßig, bei der Wahl dieser abzuspeichernden
Kenngrößen bestimmte Prozeßkriterien einfließen zu lassen. Beispielsweise
könnte davon ausgegangen werden, daß der Verlegemotor
eine maximale Drehzahl nicht überschreiten sollte, da sonst
die mechanische Beanspruchung des Verlegesystems zu groß würde.
Hiervon ausgehend könnten unter Berücksichtigung gewünschter
Kreuzungswinkel geeignete Durchmesserfedern berechnet werden.
Auch die minimale Drehzahl des Verlegemotors könnte in die
Festlegung der Umschalt-Durchmesserwerte eingehen. Besonders
zweckmäßig ist es jedoch, die abgespeicherten Durchmesserwerte
und die dazu gehörigen Kreuzzahlen zu bestimmen, da der Spulendurchmesser
und die Drehzahl des Verlegemotors gemäß Gleichung
(7) über eine von der Kreuzzahl abhängige Konstante K(m) in Beziehung
stehen. Die Kreuzzahl m ist eine Größe, die mit dem
Kreuzungswinkel α in geometrischem Zusammenhang steht und daher
mit diesem Kreuzungswinkel α bestimmbar ist. α ist ein Erfahrungswert,
der von dem Fadenmaterial, dem Spulformat, der Spulgeschwindigkeit
usw. abhängig ist. α ist gemäß Fig. 2 am Spulenwickel
Sp leicht zu erkennen und mithin für denjenigen, der das
Wickelverfahren durchführt, leicht einzuschätzen. Dementsprechend
sind die praktischen Erfahrungen leicht faßbar und die
Wickelergebnisse für Erfahrungswerte von α gut vorhersagbar.
Unter Bezugnahme auf Fig. 3 gilt folgender Zusammenhang:
tgα/2 = Hub/π · dSp · m (8)
wobei für das in Fig. 3 abgebildete rechtwinklige Dreieck davon
ausgegangen wird, daß der Hub als Hub der Verlegeeinrichtung
der axialen Länge des Spulenwickels Sp entspricht. Trägt man
senkrecht zum Hub den Außenumfang des Spulenwickels π · dSp auf,
multipliziert mit der Kreuzzahl m, so entspricht die Verbindungslinie
der beiden Katheten der aufgewickelten Fadenlänge
Fl, die mit der Vertikalen den Winkel α/2 einschließt. Das ist
ohne weiteres anschaulich, wenn die Kreuzzahl m=1 gedacht und
der Faden der Fig. 2, welche die Kreuzzahl m=1 veranschaulicht,
über dem Hub aufgetragen dargestellt wird.
Um eine Präzisionsstufenwicklung herzustellen, genügt es
jedoch nicht, nur einen einzigen Wert für den Kreuzungswinkel α
festzulegen. Vielmehr bedarf es eines Toleranzbereichs α₁, α₂
für den Kreuzungswinkel, damit eine Präzisionsstufenwicklung
hergestellt werden kann, bei der sich der Kreuzungswinkel vorbestimmungsgemäß
zwischen zwei Grenzwerten verändern kann.
Fig. 4 zeigt die Abhängigkeit des Kreuzungswinkels α vom Spulenwickeldurchmesser
dSp=dSpn, wobei n=0, 1, 2, . . . die Zahl
der Wicklungsstufen oder eine ganze Zahl bezeichnet. In Fig. 4
ist der prinzipielle Verlauf des Kreuzungswinkels α für zwei
den Toleranzbereich bildende α-Werte α₁, α₂ dargestellt. α₁ beträgt
beispielsweise 34° und α₂ beträgt 30°, wobei von beiden
der Kreuzungswinkel α=32° eingeschlossen wird, der Toleranzbereich
also ±2 Winkelgrad beträgt. Im folgenden wird anhand
der Fig. 4 dargelegt, wie mit Hilfe der Gleichung (8) die abzuspeichernden
Kenngrößen für das Wickelverfahren durch den Rechner
R berechnet werden können.
Ausgangspunkt ist der Punkt in Fig. 4, für den m=m₀
und d=dSp₀=bekannt gilt. Wegen
tgα₁/2 = Hub/π · dSp₀ · m₀
gilt m₀ als nach folgender Gleichung berechenbar:
m₀ = Hub/π · dSp₀ · tgα₁/2
dSp₀ = leerer Hülsendurchmesser.
Für die Wicklungsstufe 1 gilt m=m₀=konstant; denn es
ist das Kennzeichen einer Präzisionswicklung, daß die Kreuzzahl
m konstant bleibt. Infolgedessen gilt für den Punkt : m=m₀.
An diesem Punkt hat der Spulenwickel Sp einen Durchmesser
dSp₁, der der Anfangsdurchmesser der auf die Wicklungsstufe
folgenden Wicklungsstufe 2 ist. Es gilt also: d=dSp₁. Dieser
Durchmesser dSp₁ wird mit Gleichung (8) wie folgt berechnet:
tgα₁/2 = Hub/π · dSp₀ · m₀
und
tgα₂/2 = Hub/π · dSp₁ · m₀
Daraus folgt:
dSp₁ = dSp₀ · tgα₁/2 / tgα₂/2
oder allgemein:
dSpn = dSp₀ · (tgα/2 / tgα₂/2)n (9)
Alle dSpn-Werte können infolgedessen in Abhängigkeit von
dem gewählten Toleranzbereich durch den Rechner R berechnet
werden.
Es ist aber darüber hinaus noch erforderlich, die Kreuzzahlen
mn für die folgenden Wicklungsstufen n=2, . . . zu berechnen.
Hierzu wird auf Punkt der Fig. 4 Bezug genommen, für
den m=m₁ und d=dSp₁ gilt. Zur Berechnung von m₁ wird angesetzt:
tgα₁/2 = Hub/π · dSp₁ · m₁
und
tgα₂/2 = Hub/π · dSp₁ · m₀
Daraus folgt:
m₁ = m₀ · tgα₂/2 / tgα₁/2
oder allgemein:
mn = m₀ · (tgα₂/2 / tgα₁/2)n (10)
Mit Hilfe der Gleichungen (9) und (10) läßt sich infolgedessen
eine Vorberechnung der Stufenwerte für die Kreuzzahlen
mn und dSpn für alle Wicklungsstufen durchführen. Demgemäß ergibt
sich die in Fig. 5 dargestellte Tabelle für alle Punkte ,
. . . n einer Präzisionsstufenwicklung eines Spulenwickels Sp
für einen vorbestimmten Toleranzbereich α1, α2 bei vorbestimmtem
Hub und für eine festliegende Drehzahl n* eines Motors MAw zum
Antrieb der Abstützwalze Aw.
Anhand der Fig. 5, welche die Funktionen des Rechners R
veranschaulicht, können die erfindungsgemäß durchzuführenden
Verfahren wie folgt veranschaulicht werden: Dem Rechner R werden
Meßwerte 14 gemäß Block 15 für die Messung der Spulenwickeldrehzahl
nSp zur Verfügung gestellt. Er berechnet daraus die
Drehzahl nv des Verlegemotors MV unter Benutzung der Gleichung
(2). Diese Berechnung wird gemäß Block 16 durchgeführt, indem
Gleichung (7) angewendet wird. Es sind also konstante Korrekturwerte
K(m) und variable Spulendrehzahlwerte nSp erforderlich.
Letztere stehen dem Rechner R gemäß Block 15 zur Verfügung und
erstere beispielsweise gemäß Block 17 oder gemäß Block 18. Gemäß
den Blöcken 17, 18 hat der Rechner R die Korrekturwerte K(m)
tabellarisch abgespeichert. In beiden Fällen sind diese Korrekturwerte
K(m) mit Spulendurchmesserwerten dSpn korreliert. Das
heißt, bei Vorliegen eines Spulendurchmesserwertes dSpn wird zur
Berechnung der entsprechende Kn(m)-Wert herangezogen.
Im Block 18 sind diese Durchmesserwerte als Erfahrungswerte
vorbestimmt. In Block 17 sind im Vergleich dazu als abgespeicherte
Kenngrößen vorberechnete Stufenwerte tabellarisch
abgespeichert, welche gemäß den vorstehenden Gleichungen (9)
und (10) für ein Verfahren gemäß Fig. 4 berechnet wurden. Aus
beiden Blöcken 17, 18 werden die Werte K(m) mittels berechneter
Spulendurchmesser dSp so ausgewählt, daß bei Erreichen eines abgespeicherten
Duchmesserwertes, z. B. dSp₁ oder d eine Umschaltung
auf die nächste Wicklungsstufe erfolgt, in der dann
der entsprechende Korrekturwert K₂(m₂) oder K₂ für die Berechnung
verwertet wird.
Die Berechnung des Spulendurchmessers dSp erfolgt in Block
19 gemäß Gleichung (6). Zur Berechnung während des Wickelns des
Spulenwickels in der Wicklungsstufe 1 muß zur Bestimmung des
Korrekturfaktors K₁ gemäß Gleichung (6) der Durchmesser dSp₀ der
leeren Spulenhülse berücksichtigt werden. Das ist durch Block
20 angedeutet, der einen Sp0-Eichung-Befehl berücksichtigt und
die ihm gemäß Block 15 zur Verfügung gestellte gemessene Spulenwickeldrehzahl
nSp als nSp₀ erkennt und für die Berechnung
verwendet. Darüber hinaus versteht sich, daß auch der Wert dSp₀
für den Hülsendurchmesser für die Berechnungen in den Rechner
in hier nicht dargestellter Weise eingegeben wurde.
Der gemäß Gleichung (6) berechnete Spulendurchmesser dSp
kann auch bei weiteren Verfahrensschritten benutzt werden. In
Fig. 5 ist beispielsweise die Abschaltung des Wickelvorgangs angedeutet,
wenn nämlich der berechnete Spulendurchmesser dSp gemäß
Block 21 zu einem Vergleich herangezogen wird, dessen andere
Vergleichsgröße der im Rechner gespeicherte maximale Spulendurchmesserwert
dSpmax ist, der gemäß Block 22 durch einen
dSpmax-Eichung-Befehl entsprechend der Berechnung aus der Spulenwickeldrehzahl
nSp bei einer Probewicklung abgespeichert
wird. Ergibt der dSp-Vergleich die Gleichheit des abgespeicherten
Werts dSpmax mit dem beim Wickeln berechneten Spulendurchmesser
dSp, so wird ein Wickelstop-Befehl erzeugt, der zur Beendigung
des Wickelprozesses führt.
Fig. 5 veranschaulicht des weiteren, daß gemäß Block 23
eine Verfahrenswahl getroffen werden kann. Außer der Einstellung
des Verfahrens mit den Größen des Kreuzungswinkels α bzw.
des Toleranzbereichs α1, α2 und der Drehzahl n* des Verlegemotors
Mv kann das Verfahren dahingehend bestimmt werden, ob eine
Präzisionsstufenwicklung PSt oder eine Präzisionswicklung durchgeführt
werden soll. Im ersten Fall werden die vorgenannten
Verfahrensgrößen innerhalb des Rechners R zur Vorberechnung der
Stufenwerte gemäß Block 17 herangezogen. Im zweiten Fall wird
eingestellt, ob die Präzisionswicklung mit dem Korrekturwert
K(m)=m₀ oder m₁ oder mn durchgeführt werden soll. Es erfolgt
dann die Berechnung der Drehzahl nv des Verlegemotors MV gemäß
Gleichung (7) mit dem berechneten Spulendurchmesser dSp und dem
gemäß Block 23 zur Verfügung gestellten Korrekturwert K(m).
Die vorbeschriebenen Wickelverfahren haben den Vorteil,
daß mit ihnen auch eine wilde bzw. quasi wilde Wicklung hergestellt
werden kann, sofern die Anzahl der Wicklungsstufen genügend
groß vorbestimmt wird. Im Falle eines Verfahrens gemäß
Block 17 bedeutet das, daß der Toleranzbereich α1, α2 sehr klein
sein muß.
Um die Länge des insgesamt auf dem Spulenwickel Sp aufgewickelten
Fadens F berechnen zu können, ist kein zusätzlicher
meßtechnischer Aufwand erforderlich. Vielmehr kann diese Fadenlänge
Fl nach folgender Beziehung berechnet werden:
Flu′ = Fadenteillänge einer Umdrehung
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
Fl′ bedeutet die Fadenteillänge eines Hubes und ist in
Fig. 3 dargestellt. Sie ergibt sich also aus der Beziehung
cos α/2 = Fl′/π · dSp · m
In dieser Beziehung ist α der Mittelwert des Toleranzbereichs
α₁, α₂ und kann daher vom Rechner R ohne weiteres berechnet werden.
Dem Rechner R steht außerdem jeweils dSp als Mittelwert der
Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung zur
Verfügung, was von Bedeutung ist, wenn man davon ausgeht, daß
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch konische Spulen gewickelt
werden können. Außerdem ist für jeden Hub auch die Kreuzzahl
m bekannt. Die vorstehende Beziehung kann also dazu dienen,
die Fadenlänge Fl′ für einen Hub zu berechnen. Bezogen auf
eine Umdrehung gilt
Flu′ = π · Sp · cos α/2.
Das ist der Grenzfall für m=1 in der obigen auf Fig. 3 bezogenen
Gleichung. Durch Aufsummierung aller Fadenteillängen aller
Umdrehung des Spulenwickels Sp ergibt sich die gesamte
Länge Fl des aufgewickelten Fadens F nach der obigen Gleichung
(11), wobei u die Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels Sp
ist, die aus der Messung von nSp bekannt ist, wenn man davon
ausgeht, daß pro Umdrehung ein Impuls abgegeben wird, oder die
unter Berücksichtigung der Anzahl der Impulse je Umdrehung des
Spulenwickels bestimmt werden kann.
Claims (7)
1. Verfahren zum Wickeln von Kreuzspulen, bei dem der Spulenwickel
von einer Abstützwalze drehangetrieben wird, deren
Drehzahl mit einem Motor auf einen vorbestimmten Wert eingestellt
wird, und bei dem der aufzuwickelnde Faden relativ
zum Spulenwinkel von einer Fadenverlegeeinrichtung positioniert
wird, die von einem Verlegemotor angetrieben
wird, dessen Drehzahl mit einem Rechner eingestellt wird,
indem im Rechner abgespeicherte Kenngrößen zum Umschalten
zwischen Präzisionswicklungsstufen in Abhängigkeit von der
gemessenen Spulenwickeldrehzahl ausgewählt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß im Rechner (R) aus der Spulenwickeldrehzahl
(nSp) der Spulendurchmesser (dSp) unter
Verwendung des Hülsendurchmessers (dSp₀) der leeren Spulenhülse
nach der Beziehung
berechnet wird und daß bei Erreichen eines abgespeicherten
Durchmesserwertes (z. B. d) die Umschaltung auf die
nächste Wicklungsstufe erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kreuzzahl (mn) der Wicklungsstufen für einen ausgewählten
Toleranzbereich (α₁, α₂) eines ausgewählten Kreuzungswinkels
(α) ausgehend von einer Anfangskreuzzahl (m₀)
für die leere Spulenhülse nach der Beziehung
mn = m₀ · (tgα₂/2 / tgα₁/2)nn = 0, 1, 2, . . ., Zahl der Wicklungsstufe bzw.
ganze Zahlberechnet und im Rechner (R) als Kenngrößen abgespeichert
werden, daß die zu den berechneten Kreuzzahlen (mn) zugehörigen
Spulendurchmesserwerte (dSpn) nach der BeziehungdSpn = dSp₀ · (tgα₁/2 / tgα₂/2)nn = 0, 1, 2, . . ., Zahl der Wicklungsstufe bzw.
ganze Zahlberechnet und im Rechner (R) als Kenngrößen abgespeichert
werden und daß der berechnete Spulendurchmesser (dSp) zur
Auswahl von den Kreuzzahlen (mn) proportionalen Korrekturwerten
(K(m)) für die Berechnung der einzustellenden Drehzahl
(nv) des Verlegemotors (Mv) herangezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Toleranzbereich (α₁; α₂) des ausgewählten
Kreuzungswinkels (α) bis zu ± vier Winkelgrad beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß vom Rechner (R) mit einer einzigen Kreuzzahl
(z. B. m₀) ein Korrekturwert (K(m)) bestimmt und unter Verwendung
des berechneten Spulendurchmessers (dSp) zur Berechnung
der Drehzahl (nv) des Verlegemotors (Mv) verwendet
wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß anstelle vorbestimmter
Kreuzzahlen (z. B. m₃) eine vorstehend oder nachfolgend
vorhandene berechnete Kreuzzahl (m₂ oder m₄) verwendet wird
und/oder daß anstelle der vorbestimmten Kreuzzahl
(z. B. m₃) innerhalb des Bereichs der vorstehenden oder
nachfolgenden Kreuzzahl (m₂ oder m₄) gelegene Kreuzzahlen
abwechselnd verwendet werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der berechnete Spulendurchmesser
(dSp) fortwährend mit einem im Rechner (R) gespeicherten
maximalen Spulendurchmesserwert (dSpmax) verglichen
wird und daß bei Wertgleichheit ein Wickelstop-Befehl erzeugt
wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (Fl) des aufgewickelten
Fadens (F) im Rechner (R) nach der Beziehung
Flu′ = Fadenteillänge einer Umdrehung
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
berechnet wird.
Sp = Mittelwert der Spulendurchmesserwerte eines Hubes der Verlegeeinrichtung
u = Anzahl der Umdrehungen des Spulenwickels
α = (α₁ + α₂)/2
berechnet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914112768 DE4112768A1 (de) | 1991-04-19 | 1991-04-19 | Verfahren zum wickeln von kreuzspulen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914112768 DE4112768A1 (de) | 1991-04-19 | 1991-04-19 | Verfahren zum wickeln von kreuzspulen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4112768A1 true DE4112768A1 (de) | 1992-10-22 |
Family
ID=6429906
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914112768 Ceased DE4112768A1 (de) | 1991-04-19 | 1991-04-19 | Verfahren zum wickeln von kreuzspulen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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