DE4111962A1 - Drehmomentuebertragungseinrichtung - Google Patents
DrehmomentuebertragungseinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Drehmomentübertragungs
einrichtung, die insbesondere im Antriebsstrang eines
Fahrzeuges zwischen Motor und Getriebe vorzusehen ist, mit
mindestens zwei zueinander verdrehbaren Schwungmassen, von
denen die eine mit dem Motor verbindbar und die andere über
eine Kupplung dem Getriebe zu- und abkuppelbar ist, und wobei
die Drehmomentübertragung zwischen den beiden Schwungmassen
durch ein hydraulisches Medium erfolgt, wie Öl oder Fett, und
wobei der entsprechende Druck durch wenigstens einen
Druckerzeuger aufgebaut wird.
Derartige Einrichtungen sind
durch die DE-OS 37 12 876 bekannt geworden und haben sich
insbesondere zum Abbau der durch die Drehungleichförmigkeiten
des Motors verursachten Schwingungen bewährt. Als Druckerzeu
ger ist eine Zahnradpumpe vorgesehen, die bei Differenz
bewegungen zwischen den beiden Schwungmassen - Primär- bzw.
Sekundärschwungmasse - angetrieben und dadurch hydraulisches
Medium verdrängt wird. Der Abfluß von der Pumpenseite ist
durch entsprechende Drossel- oder Sperrventile geregelt, so
daß ein drehzahl- bzw. drehmomentabhängiger Schlupf erzeugt
wird. Dadurch können Drehschwingungen hochfrequenter Art vom
Motor zum Getriebe sehr wirkungsvoll isoliert werden.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, auch
niederfrequente Drehmomentschwingungen, wie sie bei schnellen
Beaufschlagungsänderungen, wie beispielsweise Lastwechsels
tößen, Wechselbeaufschlagungen des Motors, bei plötzlichem
Gasgeben und Gaswegnehmen (tip in/back out) optimal zu
dämpfen bzw. abzubauen. Dabei soll sich das System bzw. die
Einrichtung hierfür durch optimale Wirkung und preiswerte
Herstellung auszeichnen.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erzielt, daß in
Abhängigkeit solcher Beaufschlagungsänderungen das zwischen
den Schwungmassen übertragbare Moment zunächst schnell
abgebaut und verzögert wieder aufgebaut wird. Hierfür kann
sich z. B. ein Steuerorgan eignen, das bei einem, durch
derartige Drehmomentschwankungen hervorgerufenen und Relativ
verdrehungen zwischen den beiden Schwungmassen bewirkenden
und dabei erzeugten schnellen Druckanstieg im Druckmittel
kreislauf einen schnellen Durchfluß gewährleistet und
anschließend einen geringeren Durch- bzw. Rückfluß, was
z. B. durch schnelles Erhöhen eines Durchlaßquerschnittes
erfolgen kann und anschließendes langsameres Verringern des
oder eines Durchflußquerschnittes. Dadurch wird also bei
schnellen Drehmoment- bzw. Lastwechseländerungen eine
kurzfristige Erhöhung der Relativdrehzahl der einen gegenüber
der anderen Schwungmasse ermöglicht und danach die Relativ
drehzahl verzögert wieder verringert, das heißt, es werden
danach die Drehzahlen der beiden Schwungmassen verzögert
wieder angeglichen.
Es kann dabei für manche Anwendungsfälle vorteilhaft sein,
wenn ein entsprechendes Steuerorgan bei einer Relativverdre
hung der beiden Schwungmassen in lediglich einer Richtung
- bei Zugbetrieb - von der Druckseite mindestens einer der
den Druck erzeugenden Elemente beaufschlagbar ist. Für andere
Anwendungsfälle kann es vorteilhaft sein, wenn das Steueror
gan bei der Relativverdrehung in der anderen Richtung - bei
Schubbetrieb - mit Druck beaufschlagt wird und eine entspre
chende Regelung bzw. Steuerung erfolgt. Für weitere Anwen
dungsfälle kann es vorteilhaft sein, wenn die Steuereinrich
tung (bzw. Steuereinrichtungen) bei einem Druckanstieg durch
eine Relativverdrehung bei Zugbetrieb als auch bei einem
Druckanstieg durch Relativverdrehung bei Schubbetrieb von der
Druckseite wenigstens einer der den Druck erzeugenden
Elemente beaufschlagt wird bzw. werden. Dabei kann es
vorteilhaft sein, wenn sowohl für druck- als auch für die
saugseitigen Anschlüsse der Pumpen jeweils ein und dieselbe
Leitung verwendet wird, die dann einmal mit Druck und einmal
mit Unterdruck beaufschlagt werden.
Eine zweckmäßige Ausbildung kann dadurch geschaffen werden,
daß die Steuereinrichtung als Schieberventil ausgebildet ist,
das nach Überschreiten eines durch Druckbeaufschlagung
bewirkten Verschiebeweges des Schiebers einen Durchflußquer
schnitt für das unter Druck stehende Medium freigibt, was
einen Druckabfall im hydraulischen System und damit die
rasche Einleitung einer Relativverdrehung der beiden
Schwungmassen bewirkt. Der daraufhin erfolgende verzögerte
Aufbau des Momentes zwischen den beiden Schwungmassen kann in
besonders einfacher Weise dadurch erfolgen, daß zwischen der
Druckseite des Ventilschiebers und der der Druckseite
abgewandten Seite eine drosselartige Durchflußverbindung
besteht. Dabei kann es besonders vorteilhaft sein, wenn die
drosselartige Durchflußverbindung im Schieber selbst vorgese
hen ist.
Zweckmäßig ist es dabei, wenn der Schieber gegen die Druck
richtung vorgespannt ist, z. B. durch eine Vorspannfeder.
Dabei sind zweckmäßigerweise diese Vorspann- oder Rückstell
federn für den Schieber und die Drossel derart aufeinander
abgestimmt, daß ein schnelles Öffnen und ein langsameres
Schließen des Ventiles erfolgen kann.
Um die durch das Verschieben des Schiebers bewirkte Volumens
änderung in der der Druckseite abgewandten Seite des Ventiles
aufzufangen, ist es zweckmäßig, wenn dieser Raum mit einer
Aufnahme- bzw. Ausgleichskammer verbunden ist, die durch
einen in dieser Kammer vorgesehenen federbelasteten Kolben
oder durch einen Gasdruckspeicher gebildet sein kann.
Zweckmäßig kann es weiterhin sein, wenn das oder die hydrau
lischen Steuerorgane, also z. B. ein Rückschlagventil, dessen
Kolben über eine Drossel mit dem Druckraum in Verbindung
steht, mit einer Leitung verbunden ist bzw. sind, die bei
Zugbetrieb von mindestens einer der Druck erzeugenden
Elemente mit Druck beaufschlagbar ist und außerdem noch mit
einer weiteren Leitung, die bei einer in Schubbetrieb von
mindestens einer der Druck erzeugenden Elemente mit Druck
beaufschlagbar ist, wobei beide Leitungen in den Druckraum
des Ventiles münden und vor dem Druckraum jede Leitung gegen
die andere über ein Rückschlagventil gesichert ist. Dabei
kann jede der Leitungen einzeln bzw. versetzt zueinander von
einem oder getrennten Schiebern geöffnet bzw. geschlossen
werden oder beide gleichzeitig. Besonders vorteilhaft ist
eine derartige Ausführung, bei der die beiden Leitungen bei
der Relativverdrehung in der einen und in der anderen
Drehrichtung jeweils wechselweise als Druck- und Saugleitun
gen dienen und wobei darüberhinaus beide über das Ventil
miteinander verbindbar sind, so daß dann, wenn in einer
Leitung Druck aufbaut und Druckmittel gefördert wird, die
andere Leitung als Saugleitung dient und umgekehrt. Die
jeweils wechselweise als Druck- bzw. Saugleitung dienenden
Leitungen können mit der Druck- bzw. Saugseite z. B. jeweils
einer benachbarten Druckmittelquelle verbunden sein oder mit
der Druck- und Saugseite desselben, den Druck erzeugenden
Elementes.
Anhand der Fig. 1 bis 4 sei die Erfindung näher erläutert.
Dabei sind die Fig. 1 und 2 aus der eingangs erwähnten
DE-OS 37 12 876 entnommen und auf die Beschreibung der
genannten DE-OS wird ausdrücklich Bezug genommen.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist auf der Schwungmasse
3 ein Steuerorgan 400 zwischen zwei einander benachbarten,
Druck erzeugenden Elementen, nämlich den Pumpenrädern 35,
schematich dargestellt. Als "Steuerorgan" seien sowohl
Ausführungsformen mit lediglich einem Steuerelement, wie
beispielsweise einem Ventil, verstanden, als auch Ausfüh
rungsformen, bei denen mehrere derartiger Organe verwendet
werden.
Fig. 3 zeigt ein derartiges Steuerorgan 400 in vergrößerter
Darstellung, das als Ventil ausgebildet ist, welches ledig
lich bei einem durch eine Relativverdrehung in einer
Richtung durch die Druckmittelquelle 35 erzeugten Druck über
die Öffnung 50 beaufschlagt wird. Mit der Druckseite der
Zahnradpumpe ist Kanal 401 verbunden. Bei Druckanstieg wird
Öl oder Fett radial gegen die Kolbenwand 402 gedrückt und
über die Leitung 403 in den Zylinderraum 404 gefördert. Durch
den anstehenden Druck wird der Kolben 405 im Zylinderraum 404
nach rechts verschoben. Das Öl oder Fett in der Zylinderraum
hälfte rechts vom Kolben 406 wird in den Ausgleichsspeicher
407 gedrückt. Dabei wird der Kolben 408 gegen die Druckfeder
409 nach rechts verschoben.
Die Druckfeder 409 ist vorteilhaft so auszulegen, daß bei dem
dem maximalen Motordrehmoment entsprechenden Druck die Feder
noch nicht ganz zusammengedrückt ist. Durch den Druck in
Leitung 401 und 403 wird der Kolben soweit nach rechts
geschoben, bis nach Überwindung des Weges S das Öl oder Fett
durch die Nut im Kolben 410 in die Rücklaufleitung 411
fließen kann.
Über die Drossel 412 im Kolben strömt langsam Druckmedium
auf die rechte Rückseite des Kolbens. Dadurch steigt der
Druck im Zylinderraum 406 kontinuierlich an. Bei Annäherung
der Druckes in Zylinderhälften 406 und 404 wird dann mittels
der Feder 413 der Kolben wieder in die Ausgangslage zurückge
drückt und der Druckmittelfluß zwischen 401 und 411 ge
sperrt.
Der Kolben 408 wird gegen die Federkraft der Feder 409 durch
den anstehenden Druck proportional verschoben. Nimmt der
Druck in der Leitung 401 wieder ab, wird der Kolben 408
durch die Feder 409 nach links verschoben und das Öl oder
Fett aus dem Zylinderraum 407 in den Zylinderraum 406 und
durch die Drossel wieder zurück in die Leitung 401 gefördert.
Eine besonders vorteilhafte Ausführung des Verzögerungsven
tils gemäß Fig. 4 besteht darin, daß hier sowohl die Leitung
401 als auch die Leitung 411 alternativ als Druck- bzw.
Rücklaufleitung verwendet werden kann. Die Leitungen sind
dazu jeweils an einem Pumpenein- bzw. -ausgang 49, 50 ange
schlossen bzw. an die Ringkanäle 45, 46. Zwischen der Leitung
401 und dem Zylinder 404 ist ein Rückschlagventil 414
vorgesehen. Außerdem ist zwischen der Leitung 411 und dem
Zylinderraum 404 eine Anschlußleitung 415 vorgesehen, in der
ein Rückschlagventil 416 eingesetzt ist. Fördert die Pumpe 35
über den Anschluß 401 Druck, so strömt das Öl oder Fett durch
das Rückschlagventil 414 in den Zylinderraum 404, kann aber
über das Rückschlagventil 416 nicht in die Rücklaufleitung
411. Die übrige Funktion entspricht der in Fig. 3 beschrie
benen. Fördert dagegen die Pumpe 35 über die Leitung 411
Druckmittel, so strömt dieses aus der Leitung 411 über die
Anschlußleitung 415 und das Rückschlagventil 416 in den
Druckraum 404 und kann nicht in die Leitung 401 wegen des
Rückschlagventiles 414.
Claims (11)
1. Insbesondere im Antriebsstrang eines Fahrzeuges zwischen
Motor und Getriebe vorzusehende Drehmomentübertragungs
einrichtung mit mindestens zwei zueinander verdrehbaren
Schwungmassen, von denen die eine mit dem Motor verbind
bar und die andere über eine Kupplung dem Getriebe zu-
und abkuppelbar ist und die beiden Schwungmassen über
eine die Kraftübertragung durch ein unter Druck stehendes
hydraulisches Medium bewirkende Einrichtung, wie minde
stens ein einen hydrostatischen Druck erzeugendes Element
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß
in Abhängigkeit von bei schnellen Beaufschlagungsänderun
gen und Wechselbeaufschlagungen des Motors, wie z. B.
plötzliches Gasgeben - und Gaswegnehmen, Lastwechseln,
(tip-in/back out) das zwischen den Schwungmassen
übertragbare Moment zunächst schnell abgebaut und danach
verzögert wieder aufgebaut wird.
2. Drehmomentübertragungseinrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine hydraulische Steuervorkehrung,
die bei einem durch Relativverdrehung zwischen den
Schwungmassen erzeugten schnellen Druckanstieg im
Druckmittelkreislauf einen Durchflußquerschnitt schnell
freigibt und anschließend einen oder den Durchlaßquer
schnitt langsamer verringert.
3. Drehmomentübertragungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die bei Relativverdrehung der
beiden Schwungmassen in einer Richtung - bei Zugbetrieb -
und/oder in der anderen Richtung - bei Schubbetrieb -
wirksam werdende Druckseite mindestens eines der Druck
erzeugenden Elemente mit wenigstens einer Steuereinrich
tung verbunden ist.
4. Drehmomentübertragungseinrichtung nach einem der An
sprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuer
organ als Schieberventil ausgebildet ist, das nach
Überschreiten eines durch Druckbeaufschlagung bewirkten
Verschiebeweges des Schiebers einen Durchflußquerschnitt
für das unter Druck stehende Medium freigibt.
5. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen der Druckseite des Ventilschiebers und der der
Druckseite abgewandten Seite eine drosselartige Durch
flußverbindung besteht.
6. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die drosselartige Durchflußverbindung im Schieber selbst
vorgesehen ist.
7. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schieber gegen die Druckrichtung vorgespannt ist.
8. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rückstellfeder für den Schieber und die Drossel
derart aufeinander abgestimmt sind, daß ein schnelleres
Öffnen und ein langsameres Schließen des Ventiles
erfolgt.
9. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der auf der dem Druckraum abgewandten Seite des Schiebers
befindliche Raum mit einer Aufnahme- bzw. Ausgleichskam
mer verbunden ist.
10. Drehmomentübertragungseinrichtung nach einem der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerorgan mit einer Leitung verbunden ist, die bei
Zugbetrieb von mindestens einer der Druck erzeugenden
Elemente mit Druck beaufschlagbar ist und mit einer
weiteren Leitung, die bei Schubbetrieb von mindestens
einer der Druck erzeugenden Elemente mit Druck beauf
schlagbar ist, wobei beide Leitungen in den Druckraum
des Ventiles münden und vor dem Druckraum jede gegen die
andere über ein Rückschlagventil gesichert ist.
11. Drehmomentübertragungseinrichtung nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Leitungen bei Relativverdrehung in der einen
und in der anderen Drehrichtung jeweils wechselweise als
Druck- und Saugleitung sind und über das Ventil miteinan
der verbindbar sind.
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Cited By (2)
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| DE4111962B4 (de) | 2004-10-14 |
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